Archiv des Autors: Siegbert Mattheis
Wie ist eigentlich unsere Schrift entstanden?
Aber der Reihe nach.
Die Hortensie, beliebte und anspruchslose Zierpflanze
Die kreolische Tracht: Symbol karibischer Identität und weiblicher Selbstbestimmung
Wie ein karibisches Kleid die europäische Mode veränderte
Koloss von Rhodos: Wo stand er wirklich? Und wie sah er aus?
Aber kann das stimmen?
Woran erkenne ich ein gutes Olivenöl?
Calçotada, einzigartiges Zwiebelfest in Katalonien mit Calçots und viel Spaß!
Hier findet ihr alle Antworten zum geselligsten Fest Kataloniens – von den Calçots über die richtige Esstechnik bis hin zu den besten Terminen und Orten.
Wie richtet man ein Badezimmer im mediterranen Stil ein?
In diesem umfassenden Ratgeber zeigen wir euch, wie ihr Schritt für Schritt euer eigenes mediterranes Traumbad gestaltet. Mit praktischen Tipps, Materialempfehlungen und Antworten auf die häufigsten Fragen. Weiterlesen
Einfaches Paella Rezept mit Safran und Meeresfrüchten
Weiterlesen
Das perfekte Kaminfeuer, so einfach geht’s!
Ein knisterndes Kaminfeuer schafft Atmosphäre und wohlige Wärme. Doch wie gelingt das perfekte Feuer ohne Qualm und Ruß? In diesem FAQ-Guide beantworten wir alle wichtigen Fragen rund ums richtige Anfeuern, die beste Holzwahl und die optimale Luftzufuhr. Weiterlesen
Diese neuen Kreuzfahrtschiffe und -routen in mediterranen Ländern warten in 2026
Weiterlesen
Kaminromantik ohne offenen Kamin, welche Alternativen gibt es?
Hotel Provençal, wie entstand der Mythos der Côte d’Azur und der Französischen Riviera?
Weiterlesen
Mandelblüte Mallorca 2026, wann und wo ist sie am schönsten?
Die Mandelblüte auf Mallorca ist eines der schönsten Naturschauspiele im Mittelmeerraum. Zwischen Ende Januar und Mitte März verwandelt sich die Baleareninsel in ein zartrosa und weißes Blütenmeer. Hier findet ihr alle wichtigen Informationen rund um die Mandelblüte.
Wann ist die Mandelblüte auf Mallorca?
Die Mandelblüte auf Mallorca beginnt typischerweise zwischen Mitte Januar und Anfang Februar und dauert bis etwa Mitte März. Der exakte Zeitpunkt hängt vom Winterwetter ab. Denn je strenger der Winter war, desto später setzt die Blüte ein.
Wann ist die beste Reisezeit?
Mitte bis Ende Februar ist der ideale Zeitpunkt, da dann die meisten der Millionen Mandelbäume in voller Blütenpracht stehen. Die Blüte erreicht in dieser Zeit ihren Höhepunkt und dauert insgesamt vier bis acht Wochen.
Wie ist das Wetter zur Mandelblüte auf Mallorca?
Zur Zeit der Mandelblüte herrschen auf Mallorca bereits frühlingshafte Bedingungen:
- Temperaturen: 15-20 Grad Celsius, im Süden teilweise sogar höher
- Sonnenschein: Viele sonnige Tage mit strahlend blauem Himmel
- Klima: Angenehm mild, ideal für Wanderungen und Radtouren
- Besonderheit: Während in Deutschland noch Winter ist, beginnt auf Mallorca bereits der Frühling
Wo ist die Mandelblüte auf Mallorca am schönsten?
Mandelbäume findet ihr nahezu überall auf Mallorca, besonders eindrucksvoll sind folgende Regionen:
Ostküste:
- Zwischen Porto Cristo und Porto Colom
- Region um Santanyí und Felanitx
- Gegend um Manacor
Westen und Tramuntana:
- Zwischen Palma und Sóller (auch vom historischen Zug “Roter Blitz” aus sichtbar)
- Zwischen Esporles und Bunyola
- Zwischen Andratx und S’Arraco
- Um Valldemossa herum
- Strecke zwischen Valldemossa und Sóller
Im Inselinneren:
- Zwischen Llucmajor und Santanyí
- Gegend um Alaró und Bunyola
- Region um den Puig de Randa
Wie kann man die Mandelblüte am besten erleben?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Mandelblüte zu entdecken:
Mit dem Auto: Mietet euch einen Wagen und fahrt durch die Ebenen und kleinen Nebenstraßen der Insel. So könnt ihr flexibel die schönsten Orte ansteuern.
Mit dem Zug: Der “Rote Blitz” von Palma nach Sóller fährt durch das Tramuntana-Gebirge und bietet spektakuläre Ausblicke auf blühende Mandelbaumfelder.
Mit dem Fahrrad: Die milden Temperaturen und ebenen Strecken im Inselinneren sind ideal für Radtouren durch die Mandelplantagen.
Zu Fuß: Zahlreiche Wanderwege führen durch Mandelplantagen und bieten intensive Naturerlebnisse.
Warum blühen manche Mandelbäume rosa und andere weiß?
Die Blütenfarbe hängt von der Mandelsorte ab, nicht vom Unterschied zwischen Süß- und Bittermandeln, wie oft fälschlicherweise behauptet wird. Auf Mallorca gibt es etwa 120 bis 150 verschiedene Mandelsorten. Die Kombination beider Farben erzeugt das charakteristische rosa-weiße Blütenmeer.
Tipps GetYourGuide*
Wie riecht die Mandelblüte?
Die Mandelblüte verströmt einen zart-süßlichen, honigartigen Duft, der sich mit den Aromen der mediterranen Vegetation mischt:
- Süßlicher Honigduft der Mandelblüten
- Wilde Kamille
- Garrigue (mediterrane Macchia)
- Buxus (Buchsbaum)
Dieser charakteristische Duft liegt während der Blütezeit überall in der Luft und macht die Mandelblüte zu einem Erlebnis für alle Sinne.
Sind Mandeln eigentlich Nüsse?
Nein, obwohl Mandeln oft zusammen mit Nüssen verkauft werden, handelt es sich botanisch nicht um Nüsse, sondern um Samenkerne, ähnlich wie bei Pflaumen oder Pfirsichen.
Die Mandel ist eine Steinfrucht, deren Fruchtfleisch bei der Reife aufspringt und den Samenkern freigibt. Dieser Kern ist das, was wir als “Mandel” essen.
Warum gibt es so viele Mandelbäume auf Mallorca?
Das hat historische Gründe:
- 10. Jahrhundert: Die Mauren brachten Mandelbäume aus dem Orient nach Mallorca
- 19. Jahrhundert: Nach einer verheerenden Reblausplage, die die Weinberge zerstörte, stellten die mallorquinischen Bauern auf Mandelanbau um
- 20. Jahrhundert: Mallorca wurde zu einem der größten Mandelanbaugebiete weltweit
- Heute: Etwa 7.000 Tonnen Mandeln werden jährlich geerntet, viele noch in Handarbeit
Die Legende: Einer Überlieferung nach ließ ein maurischer Sultan überall auf der Insel Mandelbäume pflanzen, um seiner Frau aus dem Norden den Anblick von “Schnee” zu schenken. Die weißen Mandelblüten sollten ihr Heimweh lindern 😉 .
Wie viele Mandelbäume gibt es auf Mallorca?
Auf Mallorca wachsen schätzungsweise 4 bis 7 Millionen Mandelbäume, sowohl wild wachsend als auch in kultivierten Plantagen. Sie prägen das Landschaftsbild der gesamten Insel und sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Welche mallorquinischen Mandelprodukte gibt es?
Aus den im August und September geernteten Mandeln werden zahlreiche traditionelle Spezialitäten hergestellt:
- Turrón: Traditionelles Mandelnougat *
- Gato de Almendra: Beliebter mallorquinischer Mandelkuchen *
- Flor d’Ametler: Der “Duft Mallorcas” *
- Pa de Figa: Feigenbrot mit Mandeln
- Mandelgebäck: Verschiedene süße Backwaren
- Mandellikör: ideal als Aperitiv oder Digestiv *
(oder auch für den Cocktail “Mauresque” mit Pastis)
Mallorquinische Mandeln gelten übrigens aufgrund ihres höheren Proteingehalts als besonders hochwertig und aromatisch.
Gibt es ein Mandelblütenfest auf Mallorca?
Ja! Das Firó de la Flor d’Ametler findet jedes Jahr am ersten Wochenende im Februar in Son Servera auf der historischen Finca Ca S’Hereu statt.
Programm des Festes:
- Informationen über Mandelanbau und verschiedene Sorten
- Verkostung traditioneller Mandelrezepte und -produkte
- Ausstellung landwirtschaftlicher Werkzeuge und Maschinen
- Musikalische Darbietungen und traditionelle Tänze
- Vorstellung von Mandelprodukten (Kuchen, Cremes, Seifen, Duftkerzen)
Welche Unterkünfte eignen sich zur Mandelblüte?
Zur Mandelblütenzeit habt ihr die Wahl zwischen verschiedenen Unterkunftstypen:
Hotels in Palma: Zentrale Lage mit guter Anbindung, z.B. das Hotel Almudaina mit Dachterrasse und Blick auf die Kathedrale
Finca-Hotels im Inselinneren: Romantische Landhotels inmitten von Mandelplantagen, besonders in den Regionen:
- Um Alaró
- Bei Campos
- Nahe Bunyola
- Region Valldemossa
Küstenhotels: An der Playa de Palma oder anderen Küstenorten mit guter Ausgangslage für Ausflüge
Tipp: Bucht frühzeitig, da die Mandelblütenzeit zunehmend beliebter wird!
Ist die Mandelblüte auch etwas für Kinder?
Absolut! Die Mandelblütenzeit ist ideal für Familien:
- Milde Temperaturen: Angenehm für Kinder zum Spielen
- Naturerlebnis: Beeindruckendes Schauspiel auch für Kinder
- Outdoor-Aktivitäten: Wandern, Radfahren in kindgerechtem Tempo
- Wenig los: Keine überfüllten Strände oder Hotels
- Bildungswert: Kinder lernen über Natur und Landwirtschaft
- Mandelprodukte probieren: Kinder lieben Mandelkuchen und süßes Gebäck
Wie nachhaltig ist der Mandelanbau auf Mallorca?
Der traditionelle Mandelanbau auf Mallorca gilt als relativ nachhaltig:
- Handarbeit: Viele Mandeln werden noch von Hand geerntet
- Traditionelle Methoden: Jahrhundertealte Anbautechniken
- Lokale Produkte: Kurze Transportwege
- Qualität: Hochwertige Mandeln statt Massenproduktion
- Herausforderungen: Veraltete Baumbestände und Pilzkrankheiten bedrohen teilweise die Kulturen
Aktuelle Entwicklung: Der kommerzielle Mandelanbau ist aufgrund niedriger Weltmarktpreise rückläufig, was dazu führt, dass manche Mandelhaine verwildern. Dies erhöht paradoxerweise den touristischen Reiz der natürlich wirkenden Landschaft.
Ein einzigartiges Duft- und Farberlebnis
Wir empfanden die Mandelblüte auf Mallorca als ein einzigartiges Naturerlebnis, das die Insel von ihrer schönsten und ruhigsten Seite zeigt. Die Zeit von Anfang Februar bis Mitte März bietet optimale Bedingungen, um dieses Schauspiel zu erleben. Mit mildem Wetter, wenigen Touristen und diesem unvergesslichen Duft- und Farbenmeer.
Siegbert Mattheis
Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam Ambiente–Mediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.
Etruskische Frauen, waren sie höher gestellt als bei uns heute?
In Deutschland wurde das erst 1962 gesetzlich möglich. Erst ab diesem Zeitpunkt durften Frauen ein eigenes Konto führen. In der Schweiz wurde das Frauenstimmrecht erst 1971 eingeführt.
Zug Palma – Sóller; Tipps, Infos, Ticketkosten, Abfahrtszeiten etc.
Villa Malaparte auf Capri, einzigartig und exzentrisch!
Galette des Rois, der Königskuchen mit Überraschung …
Wie kam es dazu, dass wir Silvester am 31. Dezember feiern?
Silvester ist der letzte Tag des Jahres und am 1. Januar beginnt das neue Jahr. Für uns ist das selbstverständlich. Aber war schon immer so und gilt das für die ganze Welt? Denn dass wir Silvester als den letzten Tag im Jahr feiern, ist mehr oder weniger zufällig entstanden.
Weiterlesen
Wie bewahrt man Trüffeln richtig auf?
Weiterlesen
Wer hat das Bier erfunden? Und was haben „Hexen“ damit zu tun?
Weiterlesen
Mediterraner Lifestyle – warum Reisen in den sonnigen Süden inspirieren
Der sonnige Süden verkörpert mediterrane Herzlichkeit, wunderschöne Natur und mildes Klima. Der Wunsch, die südliche Sonne zu genießen, entsteht nicht nur an kalten Wintertagen. Inseln wie Gran Canaria zählen zu den ganzjährigen Reisezielen.
Die Pizza: Vom Fladenbrot zum Weltgericht …
Die Pizza ist das nach Reis, Getreide und Nudeln das weltweit am häufigsten verzehrte Gericht. Aber wie genau ist sie entstanden und warum ausgerechnet in Neapel? Was unterscheidet die neapolitanische von der Pizza alla romana?
Wir haben im Ursprungsort der Pizza recherchiert und einige weitgehend unbekannte Fakten ausgegraben. Und dazu git es noch ein paar Fun Facts über die Pizza 😉
Woher stammt die Pizza?
Die Wurzeln der Pizza reichen weit zurück bis in die Antike. Runde Fladenbrote, auf heißen Steinen gebacken, gab es schon, seitdem Weizen und Gerste angebaut wurden.
- Die Ägypter backten sie erstmalig in Öfen.
- Die Griechen reicherten Fladenbrote mit Öl, Kräutern, Knoblauch und Käse an und nannten es “Plakous”.
- Die Etrusker kannten ein Gericht ähnlich der heutigen Focaccia.
- Die Römer übernahmen diese runden Brote und legten Gemüse darauf, wie neueste Ausgrabungen in Pompeji 2023 zeigen.
- In der Provinz Latium wurde die Pizza 997 erstmalig schriftlich erwähnt.
- In Neapel wurden im 16. Jahrhundert zerdrückte Brote als pizza bezeichnet.



Wie kam die Tomate auf die Pizza?
Die Tomatenpflanze gelangte zwar schon 1520 durch den spanischen Eroberer Hernán Cortéz von den Azteken nach Spanien. Vorwiegend waren es kleine gelbe Früchte, die man in Anlehnung an die aztekische Bezeichnung tomate nannte.
Tomaten waren lange Zeit als nicht essbar angesehen
Sie wurden aber lange Zeit als giftig angesehen, da die Tomate zu den Nachtschattengewächsen zählt. So wurden sie als Raritäten in den Gärten der Oberschicht gepflanzt und auch als Liebesgaben (Paradeiser, Liebesapfel) wie Blumen überreicht. Aufgrund ihrer Seltenheit symbolisierten sie Wohlstand und beeindrucken Besucher.
Erst Mitte des 17. Jahrhunderts werden Gerichte mit Tomaten schriftlich erwähnt.

Warum ist die Pizza ausgerechnet in Neapel entstanden?
Hier wird es spannend: Neapel war damals Teil des spanischen Königreichs und war schnell zur größten Stadt des Reiches herangewachsen. Nach Paris war sie die zweitgrößte Metropole in Europa.
Von Spanien nach Neapel
- 1532: Pedro Álvarez de Toledo wird aus Spanien nach Neapel geschickt und von König Ferdinand II. dort als Vizekönig eingesetzt. Er führt städtebauliche Maßnahmen durch, um dem Bevölkerungszuwachs Herr zu werden. So lässt er vorhandene Bausubstanz aufstocken und ein neues Stadtviertel (Quartieri Spagnoli) westlich der nach ihm benannten Via Toledo errichten. Es gibt keine eindeutigen Belege dafür, aber sehr wahrscheinlich brachte er die Tomaten nach Neapel.
Pomodoro in Italien
- 1544: Der Italiener Pietro Andrea Mattioli beschreibt als einer der Ersten die Tomate als gelbe Frucht. Er liefert auch bereits ein Rezept für den Verzehr von Tomaten. Später berichtet er von Varietäten mit roten Früchten, aber gibt der Tomate erstmals einen italienischen Namen: „pomi d’oro“ (Goldene Äpfel). So heißt die Tomate auch heute noch im Italienischen pomodoro.
Die Medici ernten Tomaten
- 1548: Der toskanische Großherzog Cosimo di Medici erntet erstmals einen Korb voll Tomaten von seinem Landgut. Cosimo I. ist seit 1539 mit Leonor verheiratet, der Tochter des Vizekönigs Pedro Álvarez de Toledo. Das könnte ein weiteres Indiz dafür sein, dass dieser die Tomatenpflanze in Italien einführte.
Erste Rezepte mit Tomaten
- 1658: Antonio Latini ist als Koch beim derzeitigen spanischen Vizekönig von Neapel tätig. In seinem 1694 verfassten Kochbuch Lo scalco alla moderna * (Der moderne Küchenchef) findet sich erstmals auch ein Rezept für Tomatensauce. Andere Gerichte, in denen die Tomate vorkommt, nennt er „alla spagnola“ (auf spanische Art).
Flache Brote mit Tomaten in Neapel
- 1694: Der französische Botaniker Joseph Pitton de Tournefort erwähnt erstaunt in seinem Buch Éléments de botanique, dass man rund um Neapel die Früchte essen würde. Flache Brote sollen mit Tomaten belegt sein.
- 1734 wird erstmals die Pizza Marinara mit Tomaten, Olivenöl, Basilikum, Oregano und Knoblauch erwähnt.
Das war die Geburtsstunde der modernen Pizza mit Tomatensugo.
- Ende des 18. Jahrhunderts bezeichnet die Encyclopædia Britannica den Einsatz von Tomaten in der neapolitanischen Küche als „alltäglich“. Denn rund um die Stadt gedeihen Tomaten hervorragend auf den fruchtbaren Hügeln des Vesuv. Vor allem in San Marzano sul Sarno, wenige Kilometer östlich von Pompeji.
- 1858 dokumentierte der Philologe Emmanuele Rocco in dem von Francesco de Bourcard koordinierten Werk Usi e costumi di Napoli e contorni descritti et dipinti die Existenz einer Pizza aus Tomaten, Mozzarella und Basilikum, also die Kombination der heutigen Pizza Margherita.



Erste Pizzeria in Neapel
- 1738: Die erste dokumentierte Pizzeria, die “Antica Pizzeria Port’Alba”, öffnet als Verpflegungsstätte für Wanderhändler. In Neapel entwickelt sich die Pizza rasch zum einfachen, aber schmackhaften Essen der ärmeren Bevölkerung. 1830 wird die Pizzeria in ein Restaurant mit Tischen und Stühlen umgewandelt und ist bis heute in Betrieb.

Was ist die Geschichte der Pizza Margherita?
Der Legende zufolge soll der Pizzaiolo Raffaele Esposito sie erfunden haben und sie 1889 nach der damaligen Königin Margherita benannt haben. Doch dazu gibt es neueste Forschungen, die ein ganz anderes Licht auf diese überall zitierte und von der Pizzeria Brandi verbreitete Geschichte werfen.

Was ist die original neapolitanische Pizza?
Nach den Regeln der Associazione Verace Pizza Napoletana (AVPN) gibt es zwei klassische neapolitanische Pizzen:
1. Pizza Marinara
Die ursprünglichste Pizza, benannt nach den neapolitanischen Seefahrern (marinai), die sie mitnahmen. Sie besteht nur aus Tomatensugo, Knoblauch und Oregano (ohne Fisch).

2. Pizza Margherita
Die bekannteste Pizza mit Tomatensugo, Mozzarella und Basilikum. Vermutlich wurde sie benannt nach Königin Margherita von Savoyen.
Nur diese beiden Varianten gelten als die traditionellen Klassiker der neapolitanischen Pizzakunst.



Welche ist die älteste Pizza mit Tomatensoße?
Die Pizza Marinara, die bei armen Matrosen (marinaio, daher der Name) beliebt war. Sie soll schon 1734 mit Olivenöl, Tomaten, Basilikum, Oregano und Knoblauch zubereitet worden sein. 1866 schreibt Francesco de Bourcard in Siussi e costumi di Napoli, dass „oft auch winzige Fische hinzugefügt werden“, sogenannte cecinielli.
Was ist eine Pizza Mastunicola?
Eine Pizza Mastunicola ist die älteste bekannte neapolitanische Pizza. Sie ist mit Schmalz, Basilikum, Hartkäse und schwarzem Pfeffer belegt. Der ungewöhnliche Name stammt vermutlich von dem Bäcker Nicola in der Rua Catalana, der im Jahr 1490 auf die Idee mit diesen Zutaten kam. Er verkaufte sie an die Handwerker der umliegenden Eisenwarenläden. Diese Pizza wurde so beliebt, dass man sie nach dem Meister (Mastu im neapolitanischen Dialekt) Nicola, Pizza Mastu’nicola benannte.
Diese Pizzavariante war lange Zeit vergessen worden. Durch den Trend, ursprüngliche Rezepte wieder zu entdecken, taucht sie seit einigen Jahren auf den Speisekarten der neapolitanischen Restaurants auf. Zum Beispiel auch in der ältesten Pizzeria Neapels, Pizzeria Port d‘Alba.
Was ist Pizza a Portafoglio?
Die hatte uns der gebürtige Neapolitaner Giovanni gezeigt. Sie ist die günstigste Pizza in Neapel (ab 2 Euro). Sie wird auf die Größe eines Geldbeutels (it. portafoglio) zusammengefaltet und aus der Hand auf der Straße verzehrt. Dafür ist der Belag nicht zu üppig, damit er nicht aus den Falten herausquillt. Berühmt wurde sie 1994, als der damalige US-Präsident Bill Clinton in Neapel genussvoll eine Pizza a portafoglio gebissen hatte und die Bilder davon um die Welt gingen.
Was ist Pizza a ruota di carretta?
Das ist eine sehr große Pizza, eine „Wagenradpizza“. (it. ruota ist Rad, carretta = Karren) auch als Pizza a ruoto di carro bekannt. Dabei wird der Teig vor allem in ärmeren Familien mit vielen Kindern sehr großflächig ausgerollt, damit möglichst alle ein Stück davon abhaben konnten. Der neapolitanische Dichter Velardiniello beschrieb sie bereits im späten 16. Jahrhundert als „ein Wagenrad“.
Was ist Pizza al taglio?
Pizza al taglio (Pizza geschnitten) stammt ursprünglich aus Rom. Sie wird auf rechteckigen Platten gebacken und meist nach Gewicht an Straßenständen als Street Food verkauft.
Was ist der Unterschied zwischen neapolitanischer und römischer Pizza?
Die beiden berühmtesten italienischen Pizzastile unterscheiden sich deutlich:
Neapolitanische Pizza:
- Charakteristischer hoher, luftiger Rand (Cornicione)
- Dünner, weicher Boden in der Mitte
- Teig aus nur vier Zutaten: Mehl, Wasser, Salz, Hefe (ohne Fett)
- Backzeit: 60-90 Sekunden bei 400-500°C im Holzofen
- Minimaler Belag: Klassiker sind Margherita und Marinara
- 2017 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt
Römische Pizza (Pizza Romana Scrocchiarella):
- Flach und gleichmäßig dick bis zum Rand
- Knusprig-brüchige Textur (“scrocchiare” = knusprig klingen)
- Teig enthält Olivenöl
- Längere Backzeit bei niedrigeren Temperaturen
- Trocknet im Ofen aus und wird dadurch knusprig
- Vielfältigere Beläge möglich
Wurde die Pizza in Amerika erfunden?
Das fragen sich tatsächlich viele Amerikaner:innen. Die Pizza selbst wurde zwar in Neapel erfunden, aber einige Pizzaarten wurden tatsächlich in den USA erfunden, z.B. die Deep Dish Pizza in Chicago und besondere Formen und Variationen, beispielsweise mit Fleischbällchen oder Mais.
Wie kam die Pizza nach Amerika?
Die Pizza erreichte die USA Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts durch italienische Einwanderer, hauptsächlich aus Süditalien und Neapel. Diese ließen sich vor allem in Städten wie New York, Chicago, Boston und Philadelphia nieder.
Zunächst galt Pizza auch in Amerika als “Arme-Leute-Essen” der italienischen Immigranten, doch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie zum nationalen Phänomen.
Wichtige Meilensteine:
- 1905: Gennaro Lombardi erhielt die erste offizielle Pizzeria-Lizenz in den USA für “Lombardi’s” in New York City (Little Italy, Manhattan)
- 1924: Totonno Pero eröffnete seine eigene Pizzeria in Coney Island
- Nach dem Zweiten Weltkrieg: Amerikanische Soldaten, die in Italien stationiert waren, brachten ihre Vorliebe für Pizza mit nach Hause
- 1950er-60er Jahre: Pizza-Boom in ganz Amerika mit der Gründung von Ketten wie Pizza Hut (1958) und Domino’s (1960)
Wann gab es die erste Pizzeria in Deutschland?
Dass Deutschland in den Genuss der Pizza kam, ist Migranten zu verdanken, die nach dem zweiten Weltkrieg ins Land kamen. Nicolino di Camillo eröffnete 1952 in Würzburg die erste Pizzeria unter dem Namen „Sabbie di Capri“. Problematisch war der Bezug der typischen Lebensmittel. Doch das Geschäft konnte sich durchsetzen. Zu Beginn sicherlich dank der amerikanischen Soldaten, die in der bayerischen Stadt stationiert waren.
Pizza selber backen? Alle Produkte dazu findet ihr in unserem Shop!
Warum schmeckt Pizza zu Hause nie wie im italienischen Restaurant?
In neapolitanischen Restaurants wird eine Pizza innerhalb von 90 Sekunden bei etwa 495 Grad gebacken. Unsere normalen Backöfen schaffen in der Regel nur 250 Grad. Daher muss die Pizza länger backen, was den Geschmack beeinflusst.
Nur wer einen echten Pizzaofen zu Hause hat, der in 90 Sekunden auf 500 Grad heizt, kommt an die Qualität der neapolitanischen Restaurants heran.
Lustige und erstaunliche Fun Facts über Pizza
Das Wort “pizza” ist das bekannteste italienische Wort der Welt, gefolgt von der Begrüßungsform “ciao”.
Wie viel Pizza essen die Deutschen im Jahr?
Im Schnitt essen wir pro Kopf rund 13 Kilogramm Pizza jährlich. Mit etwa 26 Stück sind das mehr als 2 Pizzen pro Monat.
Welche ist die teuerste Pizza der Welt?
In Salerno (Italien) gibt es die „Louis XIII“ Pizza vom Star-Pizzabäcker Renato Viola. Kostenpunkt: rund 8.300 Euro. Belag: Kaviar, Hummer und 24-karätiges Blattgold.
Was war die längste Pizza der Welt?
2017 wurde in Kalifornien die längste Pizza der Welt gebacken: 1,93 Kilometer lang! Über 100 Pizzabäcker haben dafür Teig, Tomaten und Käse in XXL-Mengen verarbeitet.
Wann kam die erste Tiefkühlpizza auf den Markt?
1957 brachte das US-Unternehmen Totino’s die erste Tiefkühlpizza in die Supermärkte.
In Deutschland gab es TK-Pizza erstmals 1970 zu kaufen.
Pizza als Raumfahrt-Food?
2017 klagte der Italiener Paolo Nespoli, der schon mehr als 100 Tage auf der Internationalen Raumstation (ISS) im Einsatz war, wie sehr er Pizza vermisse. Seine beiläufige Bemerkung gegenüber dem ISS-Team auf der Erde wurde erhört. Der Raumfrachter Cygnus lieferte Pizzateig, Tomatensauce, Käse sowie Belag und damit die Zutaten für eine kleine Pizza-Party im All. Damit ist Pizza offiziell das erste Gericht, das auch im Weltall serviert wurde.
Dazu gibt es auch ein Video auf YouTube.
Welche Pizza mögen die Deutschen am liebsten?
Ganz oben auf der Hitliste steht die Pizza Salami, dicht gefolgt von Margherita und Prosciutto.
Pizza weit mehr ist als nur Fast Food
Die Kunst der neapolitanischen Pizza wurde 2017 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Sie ist stolze Tradition, Handwerk und Leidenschaft, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Buon appetito! 🍕
Siegbert Mattheis
Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam Ambiente–Mediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.
Pizza Margherita, wer hat die legendäre Pizza wirklich erfunden?
Weiterlesen
Wie kam der Zucker nach Europa?
Kanutour zum Pont du Gard: Paddeln durch die Gardonschlucht
Weiterlesen
Cozzana: prächtige venezianische Villen im Hinterland von Apulien
Weiterlesen
Trüffelmärkte Frankreich, Übersicht, Öffnungszeiten, Adressen und Karte
Zauberhaftes Grignan und Château de Grignan in der Drôme
Weiterlesen
Trüffeln, das wahre Geheimnis hinter diesen unvergleichlichen Düften
Weiterlesen
Bussana Vecchia, kurioses Niemandsland mitten in Italien
Trüffelmarkt in Richerenches: im Rausch der Düfte …
Weiterlesen
Rezept Grünkohl vegetarisch mit Gnocchi, Mascarpone, Gorgonzola und Walnüssen
Feria del Caballo, Andalusiens großes Pferdefest
Die Feria del Caballo in Jerez de la Frontera zählt zu den eindrucksvollsten Volksfesten Andalusiens. Jedes Jahr im Mai verwandelt sich die Stadt in ein farbenfrohes Gesamtkunstwerk aus Pferden, Flamenco, Musik, Sherry und sozialem Miteinander. Was einst als Viehmarkt begann, ist heute ein kulturelles Großereignis mit internationaler Strahlkraft.
Wie schmeckt Gorgonzola und wozu passt der edle Blauschimmelkäse?
Weihnachten in Südfrankreich: das große Schlemmen und 13 Desserts
Weiterlesen
Valencia, die schönsten Sehenswürdigkeiten, Tipps zur Anreise uvm.
Weiterlesen
Die Banane: was viele über das beliebteste Obst der Welt nicht wissen …
Weiterlesen
Besondere, exklusive Geschenkideen mit mediterranem Charme
Weiterlesen
Was ist ein Boudoir? Was ist der Boudoir-Stil?
Weiterlesen
Arganöl: was macht das goldene Öl aus Marokko so besonders?
Weiterlesen
Marseille Tipps, um die Stadt gemeinsam mit Kindern zu erleben
Mediterrane Kräuter und Gewürze, ihre Verwendung und Heilwirkung
Winter und Sport an der Côte d’Azur: Tipps und Feste
Weiterlesen
Was ist ein Laguiole Messer? Bei welcher Schmiede sollte man kaufen?
Was passt nicht zu Wein?
Kostbare Trüffeln; was man über die edlen Pilze wissen sollte …
Weiterlesen
Die 15 schönsten Strände auf Martinique, mit Karte
Weiterlesen
Rhodos Unterkunft, Ferienhaus mit Meerblick
Weiterlesen














