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Über Siegbert Mattheis

Studien Philosophie, Kunstgeschichte, Wissenschaftstheorie, Kommunikationsdesign. Gründer Mattheis. Werbeagentur GmbH, Ambiente-Mediterran.de, Eat! Berlin Feinschmeckerfestival. Blogger, Travel-Journalist, Fotograf, Foodist, Videofilmer

Zeitlos statt trendgetrieben: Wie baust du dir einen entspannten, stilvollen Look auf?

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Rund um das Mittelmeer wirkt die Mode angenehm unaufgeregt. Die Kleidung soll den Menschen begleiten und nicht im Mittelpunkt stehen. Eine weiße Leinenbluse, eine dunkelblaue Stoffhose oder ein schlichtes Sommerkleid wirken deshalb ebenso passend beim Stadtbummel wie beim Abendessen auf einer Terrasse mit Blick aufs Meer.

Hier unsere Tipps für einen entspannten, mediterranen Kleidungsstil:

Eine Frau in einem weißen Leinenoutfit und mit Sonnenbrille spaziert durch eine sonnige, mit Kopfsteinpflaster gepflasterte Straße, an der Blumen und Töpferwaren ausgestellt sind.

Was macht den mediterranen Stil aus?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mediterraner Stil lebt von zeitlosen Basics, natürlichen Materialien und harmonischen Farben.
  • Vielseitige Kleidungsstücke erleichtern das Kombinieren und passen zu Alltag, Reise und Sommeranlässen.
  • Dezente Accessoires ergänzen den Look und verleihen ihm eine persönliche Note.

Ein Spaziergang durch die Altstadt von Lecce oder ein Cappuccino auf einer kleinen Piazza in der Toskana: Oft fällt sofort auf, wie stilvoll die Menschen wirken, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Natürliche Farben, hochwertige Stoffe und eine entspannte Ausstrahlung prägen das Bild.

Ihr Stil hängt dabei weniger vom Alter oder vom Budget als von einer bewussten Auswahl der eigenen Kleidung ab. Genau das macht den mediterranen Look seit Jahrzehnten so attraktiv. Statt kurzlebigen Trends zu folgen, stehen schlichte Schnitte, natürliche Materialien und Kleidungsstücke im Mittelpunkt, die sich über viele Jahre hinweg tragen lassen.

Ein zeitloser Stil bedeutet in diesem Zusammenhang, eine Garderobe aufzubauen, bei der die Einzelteile vielseitig kombiniert werden können und deinen Alltag dauerhaft begleiten. Dieser Gedanke erinnert an das Prinzip der Capsule Wardrobe: wenige ausgewählte Kleidungsstücke, die gut zusammenpassen und sich im Alltag immer wieder neu kombinieren lassen.

Zwischen Natursteinfassaden, Bougainvillea, Olivenbäumen und kleinen Straßencafés zeigt sich immer wieder, dass ein stimmiger Stil nicht von ständig wechselnden Kollektionen lebt, sondern von Kleidung, die sich selbstverständlich in den Alltag einfügt. Der Begriff mediterran beschreibt genau dieses Zusammenspiel aus Gelassenheit, Natürlichkeit und zeitloser Ästhetik. Klassische Kombinationen lassen sich über viele Jahre hinweg immer wieder neu interpretieren. Eine zeitlose Outfit-Formel zeigt, wie sich wenige gut aufeinander abgestimmte Kleidungsstücke vielseitig kombinieren lassen.

Wie entwickelst du deinen zeitlosen Stil?

Ein persönlicher Stil entsteht selten über Nacht. Meist wächst er mit jeder bewussten Entscheidung.

Vor deinem nächsten Einkauf helfen ein paar einfache Fragen:

  • Passt das Kleidungsstück zu mindestens drei Teilen, die bereits im Kleiderschrank hängen?
  • Würdest du es auch in einigen Jahren noch gerne tragen?
  • Fühlst du dich darin wohl und kannst dich frei bewegen?
  • Lässt es sich im Alltag und zu verschiedenen Anlässen einsetzen?

Mit diesen Fragen fällt es dir leichter, Fehlkäufe zu vermeiden und deinen Stil Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

Welche Farben prägen den mediterranen Stil?

Weiße Häuserfassaden, sandfarbene Wege, grüne Olivenhaine, Terrakotta, Pinien und das Blau des Meeres prägen seit jeher die Farbpalette der Regionen. Genau diese mediterranen Farben lassen sich auch in der eigenen Garderobe unkompliziert miteinander verbinden.

Typisch sind beispielsweise:

  • Weiß und Creme
  • Sand- und Beigetöne
  • Terrakotta
  • Oliv- und Salbeigrün
  • Marineblau
  • Hellgrau

Eine harmonische Farbwelt erleichtert dir das Kombinieren und sorgt dafür, dass Kleidungsstücke langfristig zusammenpassen.

Welche Stoffe gehören zum mediterranen Kleidungsstil?

Beiger Stoff, der draußen im Wind weht, im Hintergrund blauer Himmel und Meereswellen.

Leinen gehört zu den klassischen Materialien mediterraner Sommermode. Das Gewebe ist atmungsaktiv, angenehm leicht und entwickelt durch seine charakteristische Struktur einen natürlichen Charme. Hochwertige Baumwolle, Viskose oder feine Wollqualitäten ergänzen die Garderobe an kühleren Tagen.

Ebenso wichtig wie das Material ist die Passform. Selbst schlichte Kleidung wirkt hochwertig, wenn sie dir gut passt und genügend Bewegungsfreiheit bietet. Eine gut zusammengestellte Basic-Garderobe erleichtert deinen Alltag, weil sich die einzelnen Kleidungsstücke flexibel kombinieren lassen. Gleichzeitig sinkt die Wahrscheinlichkeit von Fehlkäufen, da neue Teile bewusster ausgewählt werden.

Welche mediterranen Basics gehören in deinen Kleiderschrank?

Schon wenige Kleidungsstücke reichen aus, um immer wieder neue Kombinationen zusammenzustellen.

Dazu gehören unter anderem:

  • eine gut sitzende Jeans
  • eine helle Leinenhose
  • eine weiße Bluse oder ein schlichtes Hemd
  • hochwertige T-Shirts in neutralen Farben
  • ein luftiges Sommerkleid
  • ein leichter Strickpullover
  • Ledersandalen oder Espadrilles
  • eine Basttasche für die warme Jahreszeit

Ein ehrlicher Blick in deinen Kleiderschrank zeigt meist schnell, welche Lieblingsstücke regelmäßig getragen werden und welche kaum zum Einsatz kommen. Diese Erkenntnis erleichtert dir künftige Kaufentscheidungen und hilft dabei, deinen eigenen Stil weiter zu schärfen.

Welche Accessoires haben eine große Wirkung?

Eine Frau mit Sonnenbrille und Sonnenhut lehnt an einem weißen Geländer, im Hintergrund ist ein altes, beiges Gebäude zu sehen.

Accessoires unterstützen die leichte, natürliche und sommerliche Wirkung der Kleidung, setzen gezielte Akzente und sorgen dafür, dass deine klassischen Basics persönlicher wirken.

  • Strohhut: Ein Strohhut passt ideal zu mediterranen Sommerlooks, da er Leichtigkeit, Natürlichkeit und einen praktischen Sonnenschutz verbindet. Modelle mit schlichter Form und neutraler Farbe lassen sich zu Leinenhemden, Chinos, Shorts oder leichten Sommerkleidern kombinieren und bleiben über viele Jahre tragbar.
  • Klassische Sonnenbrille: Eine zeitlose Sonnenbrille ergänzt dein Outfit funktional und stilvoll. Besonders dezente Fassungen in Braun, Schwarz oder Schildpatt wirken hochwertig. Sie passen zu entspannten Freizeitlooks ebenso wie zu gepflegten Kombinationen für Restaurantbesuche oder Sommerfeste.
  • Schlichter Schmuck: Zurückhaltender Schmuck ist das Mittel der Wahl. Eine dezente Uhr, ein feines Lederarmband oder ein schmaler Ring reichen häufig aus, um deinen Look bewusster und individueller erscheinen zu lassen.
  • Leichtes Baumwolltuch: Ein dünnes Baumwolltuch eignet sich besonders für laue Abende, Reisen oder Tage am Wasser. Es bringt Struktur in dein Outfit, schützt bei Wind leicht vor Kühle und lässt sich locker über Hemd, Poloshirt oder T-Shirt tragen.

Deine Kleidung sollte zum Leben passen

Ein zeitloser Kleidungsstil orientiert sich am Alltag und nicht an kurzfristigen Modetrends. Einzelne aktuelle Impulse dürfen gerne ihren Platz finden, solange sie deinen persönlichen Stil ergänzen und nicht bestimmen.

Eine gute Passform trägt dazu bei, dass deine Kleidung über Jahre hinweg gerne von dir getragen wird. Das gilt unabhängig von der Konfektionsgröße: Unterschiedliche Schnitte, Proportionen und Längen sollten zum eigenen Körper und Alltag passen. Auch die Auswahl an Kleidung in großen Größen ist deutlich vielfältiger geworden, sodass sich klassische Schnitte und zeitlose Basics leichter finden lassen.

Ein Paar geht Arm in Arm und lächelnd an einem weißen Gebäude vorbei, an dessen Wand bunte Blumentöpfe stehen.

Ein persönlicher Stil verändert sich mit den eigenen Erfahrungen. Lieblingsstücke bleiben, neue Kleidungsstücke kommen bewusst hinzu und fügen sich ganz selbstverständlich in die bestehende Garderobe ein. Hochwertige Materialien, harmonische Farben und gut kombinierbare Basics bilden die Grundlage für einen Look, der viele Jahre begleitet.

Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis mediterraner Eleganz: Sie wirkt gelassen, authentisch und selbstverständlich. Ein Blick auf das azurblaue Meer, den Duft von Pinien oder einen ruhigen Abend auf einer sonnigen Piazza erinnert daran, dass echter Stil nicht von Trends lebt, sondern von Persönlichkeit. Probiere diesen Sommer aus, was dir gefällt und finde deinen eigenen mediterranen Stil.

Valladolid, die 10 schönsten Sehenswürdigkeiten und Geheimtipps (mit Karte)

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(Lesezeit nur 16 Min. 😉 )

Valladolid hat uns angenehm überrascht! Die spanische Universitätsstadt im Norden von Madrid zählt nicht zu den bekanntesten Reisezielen des Landes. Sie gehört aber zu den schönsten historischen Städten von Kastilien und León mit Renaissancepalästen, prachtvollen Modernisme-Bauten, altehrwürdigen Kirchen und lebendigen Plätzen.

Dazu gilt Valladolid als Tapas-Hochburg Spaniens (lecker!) mit einem ausgiebigen, nicht nur studentischen Nachtleben.

Menschen sitzen in Straßencafés zwischen bunten Gebäuden, im Hintergrund ragt ein hoher Kirchturm vor blauem Himmel empor.
Valladolid, prächtige Kirchen, Renaissance-Bauten und lebendige Plätze © Siegbert Mattheis

Das sowie einige der bedeutendsten Kunstsammlungen Spaniens machen Valladolid zu einem wunderbaren Ziel für eine Städtereise. Gleichzeitig empfanden wir die Stadt und auch das Umland herrlich entspannt und sehr authentisch.

Hier erfahrt ihr, welche Sehenswürdigkeiten ihr keinesfalls verpassen solltet, welche Geheimtipps sich lohnen und warum wir Valladolid ins Herz geschlossen haben; mit Karte weiter unten.

Und auch, wie man Valladolid richtig auf Spanisch ausspricht 😉 .

Lohnt sich Valladolid?

Definitiv! Valladolid verbindet spanische Geschichte, Kunst, Gastronomie und Alltagsleben auf besonders authentische Weise.

Anders als Madrid, Barcelona oder Sevilla wird sie kaum vom (ausländischen) Massentourismus überrollt und ist somit selbst noch ein Geheimtipp! Als wir Ende Juni die Stadt besucht hatten, trafen wir neben den Einheimischen auf so gut wie nur spanische Tourist:innen. Ein gutes Indiz dafür ist auch, dass die Speisekarten in den Restaurants fast nur auf Spanisch sind.

Da ist es nicht schlecht, mal auf einfache und schnelle Art Spanisch zu lernen! * 😉

Ein paar historische Fakten zu Valladolid

Valladolid entstand als kleine befestigte Siedlung im 11. Jahrhundert und wurde 1072 von König Alfonso VI. dem Grafen Pedro Ansúrez übergeben. Die strategische Lage im Duero-Tal verhalf der Stadt zu schnellem Wachstum.

  • Im 15. Jahrhundert war sie eines der wichtigsten politischen Zentren.
  • 1469 heirateten hier Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón, was die Vereinigung der spanischen Königreiche einleitete.
  • Die örtliche Universidad de Valladolid entwickelte sich in dieser Zeit zu einer der ältesten und renommiertesten Universitäten des Landes.
  • Christoph Kolumbus verbrachte in der Stadt die letzten Lebensjahre bis zu seinem Tod im Jahre 1506.
  • Unter der Herrschaft von Karl I. (Karl V.) erlebte die Stadt im 16. Jahrhundert eine Blütezeit.
  • 1518 schloss der portugiesische Seefahrer Magellan hier den Vertrag mit König Karl I. für die erste Weltumsegelung.
  • Die spanischen Monarchen Philipp II. und Philipp IV. wurden in der Stadt geboren.
  • Von 1601 bis 1606 wurde Valladolid unter König Philipp III. offiziell zur Hauptstadt des spanischen Weltreichs.
Bronzeplakette in spanischer Sprache zu Ehren von Christoph Kolumbus in Valladolid anlässlich seines 500. Todestages.
"Hier stand einst das Kloster San Francisco, wo Kolumbus sein Leben gab am 20. Mai 1506." Plakette von 2006 anlässlich seines 500. Todestages in der südöstlichen Ecke der Plaza Mayor © Siegbert Mattheis
Ein Mann mit dunklem Haar, einem Schnurrbart und einem gerüschten weißen Kragen, gekleidet in historische Kleidung, posiert feierlich.
So könnte Nationaldichter Cervantes ausgesehen haben © Siegbert Mattheis mit KI-Unterstützung
  • Der Nationaldichter Miguel de Cervantes lebte hier von 1604 bis 1606, vollendete den ersten Teil seines Meisterwerks Don Quijote, veröffentlichte ihn 1605 und prägte damit die spanische Sprache tiefgreifend.
  • Napoleon machte Valladolid zur inoffiziellen Hauptstadt seines Reiches, als er 1809 für 10 Tage im Königspalast weilte.
  • Mit dem Anschluss ans Eisenbahnnetz 1864 erlebte die Stadt durch Mehlexporte einen wirtschaftlichen Boom. Zahlreiche prachtvolle Bürgerhäuser entstanden.
  • Ab den 1950er-Jahren siedelte sich die Automobilindustrie rund um die Stadt an. Heute wird hier z. B. der Renault Captur gefertigt.

Welche Sehenswürdigkeiten sollte man in Valladolid unbedingt besuchen?

Am besten starten wir in der Mitte von Valladolid:

Plaza Mayor

Die Plaza Mayor in Valladolid ist einer der größten städtischen Plätze Spaniens und bildete das Vorbild für viele andere Plätze in Spanien, später in Südamerika und sogar in Italien.

Ein prächtiges historisches Gebäude mit einem Uhrturm steht auf einem weitläufigen, leeren Platz unter blauem Himmel.
So leer sieht man die Plaza Mayor mit dem Rathaus nur selten © Depositphotos

Denn im September 1561 vernichtete ein verheerendes, 3 Tage andauerndes Feuer nahezu die gesamte Innenstadt rund um den Plaza Mayor. Die Einwohner:innen baten angesichts dieser Katastrophe den regierenden König Philipp II. um Hilfe für den Wiederaufbau. Mit dessen Unterstützung wurde Francisco de Salamanca mit der Planung eines neuen Platzes beauftragt.

Unter einem strahlend blauen Himmel säumen Café-Tische mit Sonnenschirmen einen Platz neben roten Gebäuden.
Hier wurde später noch ein Stockwerk draufgesetzt, wie überall auch mit Balkonen © Siegbert Mattheis
Menschen spazieren unter einer überdachten Steinarkade mit Säulen entlang, die an einen sonnigen Platz in einem Stadtviertel grenzt.
Die Arkaden ziehen sich rund um den Platz © Siegbert Mattheis

Der Bereich wurde nahezu rechtwinklig im Verhältnis 3:2 angelegt, mit dreistöckigen Häusern. Ursprünglich hatten nur der erste Stock Balkone, der zweite sogenannte französische Balkone, also mit Gittern gesicherte Austritte, und der dritte lediglich Fenster. Im Laufe der Zeit wurde diese Hierarchie jedoch aufgegeben und überall Balkone angebaut.

Das Besondere sind die durchlaufenden Arkadengänge, die mit Granitsäulen gestützt sind. Nur eine einzige Säule ist eine „Fake-Säule“. Ihr findet sie an der Hausnummer 19. Das daneben liegende Gebäude wurde in den 1980er-Jahren abgerissen und neu aufgebaut. Dadurch verlor die Nummer 19 ihren Halt und wurde durch eine Stahlstütze erneuert. 2011 wurde sie mit Stein verkleidet. Ihr erkennt sie an der glatten Struktur.

Das einzige modernere Gebäude an der Plaza Mayor ist das Rathaus, das ab 1879 anstelle eines Vorgängerbaus mit Uhrturm errichtet wurde.

An einem sonnigen Tag stehen Menschen vor einem Café mit grüner Fassade namens „El Lion d’Or“ und unterhalten sich.
Das historische Café und Cervecería El Lion d'Or am Platz © Siegbert Mattheis
An einem sonnigen Tag sitzen Menschen an den Tischen eines Straßencafés unter einem roten Gebäude mit Balkonen.
Rundherum erstrahlen die Fassaden in prächtigem Rot © Siegbert Mattheis

Die Plaza wird für vielerlei Veranstaltungen genutzt, so wie es auch der damaligen Habsburgermonarchie am Herzen lag (daher die Balkone). Es passiert also nicht allzu oft, dass man den Platz in voller Gänze erleben oder fotografieren kann 😉 . Wir waren zum alljährlichen Padel-Wettbewerb dort, einer in Spanien sehr beliebten Sportart zwischen Tennis und Squash. Die Zuschauertribünen nahmen nahezu den gesamten Platz ein.

Tipp: Holt euch z. B. bei Olibher an der Theke einen Kaffee (für 1,80 Euro) und dazu ein Bocadillo, setzt euch an einen der Tische und genießt die Atmosphäre 😉 .

Alternativ einen kühlen Verdejo z. B. von der Bodega José Pariente oder Ramón Bilbao aus dem südlich gelegenen Anbaugebiet Rueda einem der zahlreichen Cafés und Bars an der Plaza.

Kathedrale von Valladolid

Die Kathedrale Nuestra Señora de la Asunción ist ein unvollendeter Renaissancebau, der vom Architekten Juan de Herrera im 16. Jahrhundert entworfen wurde. Sie sollte einst eine der größten Kathedralen Europas werden. Fertiggestellt wurde sie allerdings nie.

Sie war mehr als doppelt so groß geplant, mit gleich vier Türmen. Dabei ist auch die Nord-Südausrichtung ungewöhnlich, die auf einer ursprünglichen Einbeziehung einer vorherigen Stiftskirche beruht.

Auf einem historischen Stadtplatz, umgeben von alten Gebäuden, steht eine große Steinkathedrale mit vier Türmen.
So war sie geplant (Foto vom Modell in der Kathedrale in KI-generierter Umgebung) © Siegbert Mattheis
Große Steinkirche mit Glockenturm unter strahlend blauem Himmel, Menschen und Fahrräder im Vordergrund.
Viel ist nicht von den ursprünglichen Plänen übriggeblieben © Siegbert Mattheis

Warum wurde die Kathedrale nie fertig gebaut?

Der Bau begann bereits 1527, als Valladolid noch zu den bedeutendsten Städten Spaniens zählte.

Doch die Arbeiten kamen nur langsam voran. Über Jahrzehnte fehlte das Geld, außerdem erschwerte das abschüssige Gelände die Bauarbeiten erheblich. Als der königliche Hof seine Residenz nach Madrid verlegte und Valladolid Anfang des 17. Jahrhunderts seine politische Bedeutung verlor, versiegten die finanziellen Mittel fast vollständig.

Museumsraum mit religiösen Statuen, einem goldenen Altar und Kunstwerken, die an den Wänden und auf Sockeln ausgestellt sind.
Innen gleicht sie ein wenig einem Museum © Siegbert Mattheis
Ein Uhrturm aus Stein mit grün beleuchteten Fenstern und einer goldenen Statue auf der Spitze, vor dem Hintergrund eines strahlend blauen Himmels.
Ungewöhnliche Beleuchtung am Abend © Siegbert Mattheis

Wer entwarf die Kathedrale?

1589 wurde der Architekt Juan de Herrera mit dem Weiterbau der Kathedrale beauftragt. Er hatte bereits die Westfassade des Escorial, die Alcazar de Toldeo und die einzigartige Lonja de Sevilla gebaut.

Kurios ist allerdings, dass Herrera die Baustelle in Valladolid nie persönlich besucht hat.

Von den ehrgeizigen Plänen blieb schließlich nur ein Teil übrig. Deshalb besitzt die Kathedrale heute lediglich einen Turm, keine klassische Kreuzform und einen deutlich kleineren Chor als ursprünglich vorgesehen.

Die Menschen sitzen unter strahlend blauem Himmel an Tischen im Freien vor einer großen historischen Steinkirche mit Türmen.
Abends wird es voll vor der Kathedrale © Siegbert Mattheis
Menschen essen an Tischen im Freien in der Nähe eines roten, historischen Gebäudes und eines hohen Kirchturms auf einer belebten Stadtstraße.
Calle Gascajares am Abend © Siegbert Mattheis

Geheimtipp: Kaum jemand weiß, dass der Turm begehbar ist und von oben eine herrliche Aussicht über die Stadt bietet.

Der kleine dreieckige Platz vor der Kathedrale ist gemeinsam mit der auf den Bau zuführenden Calle Gascajares ein Hotspot des Nachtlebens für die Vallisolitanos, wie sich die Einwohner:innen nennen.

Klosterkirche San Pablo

Die Iglesia conventual de San Pablo ist eines der repräsentativsten Gebäude der Stadt und Touristenattraktion. Sie wurde zwischen 1486 und 1616 errichtet und liegt an der Plaza de San Pablo. Berühmtheit erlangte sie u. a. durch die trickreife Taufe von Philipp II. in der Kirche. Mehr dazu weiter unten 😉 .

Fassade der kunstvoll gestalteten gotischen San-Pablo-Kirche in Valladolid, Spanien, mit zwei Türmen und aufwendigen Steinmetzarbeiten.
Iglesia conventual de San Pablo © Siegbert Mattheis
Detaillierte Steinmetzarbeiten mit religiösen Figuren und aufwendigen Mustern an der Fassade eines historischen Gebäudes.
Filigrane Steinmetzarbeiten von Simon von Köln © Siegbert Mattheis

Wer baute die Kirche?

1486 beauftragte der Alonso de Burgos, ein eng mit den katholischen Königen verbundener Staatsmann, die Architekten Juan Guas und Juan de Talavera mit dem Entwurf einer Kapelle, die sein Grabmal beherbergen sollte, als eine Botschaft posthumen Ruhms.

Warum ist die Fassade zweigeteilt?

An der Fassade kann man gut noch die verschiedenen Bauabschnitte erkennen. Der untere Teil der Fassade wurde im spätgotischen, „isabellinischen“ Stil von Simon von Köln gestaltet. Er war der Sohn des Deutschen Johannes von Köln, der an der dortigen Dombauhütte gelernt hatte.

Detaillierte Steinmetzarbeiten und Säulenstatuen an der Fassade eines historischen Gebäudes im warmen Sonnenlicht.
Die wie Schiffstaue gedrehten Säulen sind typisch für den isabellinischen Stil © Siegbert Mattheis
Eine Steinkirche im gotischen Stil mit kunstvoller Fassade und zwei quadratischen Türmen unter strahlend blauem Himmel.
Die beiden Türme und der obere Teil der Fassade wurden erst ab 1601 hinzugefügt © Siegbert Mattheis

Den oberen Teil beauftragte der Herzog von Lerma ab 1601. Er galt als der mächtigste Mann Spaniens, Spekulant und Ränkeschmieder unter seinem Gönner König Philipp III.

Er ließ tiefgreifende Umgestaltungen im Stil von Juan de Herrera (siehe die Kathedrale) im Innenraum und an der monumentalen Fassade durchführen, fügte seine Wappen hinzu und stiftete der Kirche zahlreiche wertvolle Kunstwerke. Auch die beiden schmucklosen Türme an beiden Seiten, die ungewöhnlich wirken, wurden erst im frühen 17. Jahrhundert hinzugefügt.

Palast von Pimentel

Der Palacio de Pimentel ist ein gutes Beispiel für palastartige Architektur in der Stadt. Heute dient er als Sitz der Provinzregierung von Valladolid.

Das Gebäude aus dem 15. Jahrhundert wurde vom Marquis von Astorga erworben und als Palast für Bernardo Pimentel ausgebaut. Dieser pflegte gute Beziehungen zur königlichen Familie. So wohnte diese auch kurz nach den Flitterwochen in seinem Palast, als sie in der Stadt war. Und das hatte einen kuriosen Trick zur Folge und ist ein kleiner Geheimtipp … 😉

Historisches Backstein- und Steingebäude mit einem Turm unter strahlend blauem Himmel, spanische Flaggen am Eingang.
Palacio Pimentel: das dritte Fenster von links hat eine besondere Geschichte ... © Siegbert Mattheis

Denn in diesem Palast wurde ihr erster Sohn Philipp am 21. Mai 1527 geboren. Seine frischgebackenen (für arrangierte Ehen ungewöhnlicherweise auch sehr verliebten) Eltern, der 27-jährige Habsburger König Karl V. (Carlos I. von Spanien) und die 23-jährige Isabella von Portugal wollten ihn in unbedingt in der prachtvollen Kirche San Pablo, direkt neben dem Palacio Pimentel taufen lassen.

Allerdings hätte das Baby nach damaligem Recht in der zugehörigen Pfarrkirche getauft werden müssen, wenn es durch den Haupteingang zur Taufe gebracht worden wäre. Die Kirche San Martin war dem Paar aber zu klein und ärmlich.

Der Trick mit dem Fenster

So überlegten sie sich eine List: Sie ließen das Gitter eines Fensters gegenüber von San Pablo entfernen und reichten das Baby einfach durch das Fenster auf die Calle Cadenas de San Gregorio, die im Pfarrbezirk von San Pablo lag.

Dort wurde es von der Patentante und der übrigen Hofgesellschaft in Empfang genommen. Für diesen Anlass wurde extra ein erhöhter hölzerner Durchgang vom Fenster aus bis zum Eingang der Kirche errichtet, damit die Gewänder der Adligen nicht durch den Schmutz der Straße verdreckt wurden. So konnte die Taufe des späteren Königs Philipp II. in angemessenem Prunk vollzogen werden.

Nach ihm wurden 1543 übrigens die Philippinen benannt. Lest dazu auch gerne über Spaniens Rolle in der (einfach erklärten) europäischen Kolonialgeschichte.

Das entsprechende, vermutliche Fenster ist heute mit einem dickeren weißen Rahmen mit einer Kette davor umgeben. Es war nicht das ungewöhnliche Eckfenster, wie viele meinen.

Auf einer Steintafel steht: In diesem Haus wurde König D. Felipe II. am 21. Mai 1527 geboren.
Plakette am Palast zur Erinnerung an die Geburt von Philipp II. © Siegbert Mattheis
Historisches dreistöckiges Backstein- und Steingebäude mit kunstvoll verzierten Fenstern unter strahlend blauem Himmel.
Obwohl dieses Eckfenster sehr ungewöhnlich wirkt, war es nicht das besagte © Siegbert Mattheis

1605 wurde auch Philipp IV. in der Kirche getauft. Dazu brauchte es dann keine List mehr, denn der bis dahin errichtete eigene königliche Palast wurde klugerweise gleich gegenüber im Pfarrbezirk von San Pablo errichtet.

Parque Campo Grande

Der Campo Grande ist die grüne Lunge von Valladolid und wird traditionell für den abendlichen und sonntäglichen Spaziergang genutzt. Wenn ihr vom Bahnhof in die Stadt wollt, kommt ihr unweigerlich daran vorbei.

Ein sonnendurchfluteter Garten mit gepflegten Sträuchern, bunten Blumenbeeten und üppig grünen Bäumen, die reichlich Schatten spenden.
In einigen Teilen bewusst angelegt, in anderen eher wild © Andreas Spengel

Das großzügige Feld in Form eines Dreiecks wurde schon im späten Mittelalter für Turniere, Märkte, Feste, Prozessionen und auch als Militärlager genutzt.

Aber erst ab 1787 begannen die Bestrebungen, eine Grünanlage anzulegen. Im Laufe der Zeit wurden u. a. durch Schenkungen eine Vielzahl von Bäumen und Sträuchern aus aller Welt gepflanzt. So wurde aus dem Campo Grande heute eine Art botanischer Garten. Ihr findet hier Bananenstauden, Palmen, Mammut- und Zedernbäume; exotische Blumen, einen Teich, einen Wasserfall und einen Springbrunnen. Die Bewässerung löste man durch unterirdisch verlaufende Leitungen.

Menschen, die auf einem von Bäumen gesäumten Weg in einem sonnigen Park spazieren gehen und auf Bänken sitzen.
Die grüne Lunge von Valladolid wir gerne für einen "Paseo" oder für eine kühlende Auszeit genutzt © Siegbert Mattheis
Ein Springbrunnen mit einer geflügelten Statue und Wasserstrahlen, umgeben von Bäumen in einem sonnigen Park.
Fuente de la Fama © Siegbert Mattheis
Eine kleine Steinbrücke über einem grünen Teich, umgeben von üppigen Bäumen, im Hintergrund ist ein blaues Boot zu sehen.
Teich im Campo Grande © Andreas Spengel

Vor allem aber findet ihr hier eine vielfältige Vogelwelt, u. a. auch prächtige Pfaue.

Denn nachdem eine reiche Witwe 1930 der Stadt ein Pfauenpaar geschenkt hatte, entwickelte sich eine größere Population, denen vor allem die Zedernbäume als Schlafplatz dienen. Die lauten Schreie der Pfaue hört man überall. Wir fühlten uns plötzlich weit weg vom Trubel der Stadt, beinahe wie in einem kleinen Urwald … 😉

Mercado Del Val

Der Mercado del Val ist die älteste noch erhaltene Markthalle in Valladolid. Die historische Eisenkonstruktion aus dem Jahr 1882 liegt direkt im Stadtzentrum.

1982 und noch einmal 2016 wurde sie komplett reformiert und renoviert.

Ein Marktgebäude aus Metall und Ziegeln mit einem schrägen roten Dach an einer Straßenecke unter strahlend blauem Himmel.
Der kleine, schmale Mercado del Val © Siegbert Mattheis

Hier findet ihr traditionelle Marktstände mit allem, was man an frischen Lebensmitteln braucht: Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch und dazwischen kleine Bars mit Pinchos und Tapas.

Sie ist heute ein beliebter Einkaufs- und Treffpunkt für die Einheimischen; Tourist:innen verirren sich seltener hierher. Gemessen an der riesigen Markthalle von Valencia oder der in Madrid ist sie zwar klein, aber wir fanden sie sehr charmant.

Hallenmarkt, auf dem Menschen an Verkaufsständen unter einem hohen, mit orangefarbenen Fliesen gedeckten Dach mit freiliegenden Balken einkaufen.
Hier kaufen vorwiegend die Einheimischen ein © Siegbert Mattheis
Schwanenhals-Seepocken, die auf Eis in einem Fischmarkt ausgestellt sind, mit einem Preisschild darüber.
Auch kostbare Entenmuscheln (percebes) findet man hier © Siegbert Mattheis

Geheimtipp: Hier gibt es ein sehr günstiges Frühstück, z. B. einen Kaffee mit Croissant für 2,50, mit Tortilla für 2,80 Euro (Stand 2026). Danach könnt ihr euch weitere Köstlichkeiten von den anderen Ständen holen.

Colegio de San Gregorio

Dieser Gebäudekomplex zählt zu den bedeutendsten Bauwerken Valladolids und gilt als eines der schönsten Beispiele der isabellinischen Gotik in ganz Spanien. Er entstand zwischen 1488 und 1496 als Ausbildungsstätte für Theologiestudenten. Heute beherbergt das prachtvolle Gebäude das Nationale Skulpturenmuseum (Museo Nacional de Escultura) mit einer der weltweit bedeutendsten Sammlungen spanischer Holzskulpturen.

Die kunstvoll verzierte Steinfassade eines historischen Gebäudes mit detailreichen Figuren, von unten vor blauem Himmel betrachtet.
Schönstes Beispiel für die isabellinische Gotik © Siegbert Mattheis

Schon die Fassade hat uns stark beeindruckt. Mit ihren filigranen Figuren beschäftigt deren vielschichtige Symbolik heute immer noch die Kunsthistorikerwelt, denn einige ihrer Darstellungen lassen unterschiedliche Deutungen zu.

Der kunstvoll verzierte Steineingang eines historischen Gebäudes mit detailreichen Schnitzereien vor einem strahlend blauen Himmel.
Fassade des Colegio San Gregorio © Siegbert Mattheis
Zwei Frauen in roten Kleidern stehen in einem sonnendurchfluteten, kunstvoll gestalteten Innenhof mit gewölbten Säulen und aufwendig gearbeiteten Steinmetzarbeiten.
Der Innenhof ist auch ein beliebtes Insta-Motiv © Siegbert Mattheis
Kunstvoll verzierte Steinbögen mit aufwendigen Schnitzereien und Holzböden in einem sonnendurchfluteten, historischen Innenraum in Valladolid.
1. Etage des Innenhofes © Siegbert Mattheis

Museo Nacional de Escultura

Das Museum im Colegio besitzt die bedeutendste Sammlung spanischer polychromer Holzskulpturen weltweit.

Die rund 6.000 Kunstwerke stammen überwiegend aus dem 13. bis 18. Jahrhundert und zeigen eindrucksvoll, warum diese Kunstform als Höhepunkt der spanischen Bildhauerei gilt. Meister wie Alonso Berruguete, Juan de Juni und vor allem Gregorio Fernández schufen Figuren, die durch ihre nahezu lebensechte Darstellung selbst uns, die wir uns normalerweise nicht besonders für sakrale Kunst interessieren, echt verblüfft haben!

Eine Nahaufnahme einer Skulptur, die einen bärtigen Mann mit Wunden und Blut im Gesicht und am Kopf darstellt.
Christus, ein Meisterwerk der spanischen Barockkunst von Gregorio Fernández (zwischen 1625 und 1630) © Siegbert Mattheis
Eine lebensechte Statue einer Frau mit langen Haaren, die einen Schädel in der Hand hält und ihn nachdenklich betrachtet.
Luis Salvador Carmona (1708-1767) Santa María von Ägypten © Siegbert Mattheis

Denn dabei wurden Glasaugen, Elfenbein oder Knochen für Zähne; Kork, Harz und sogar echtes Haar genutzt, um den Eindruck lebendiger Menschen zu erwecken.

Und das war ja auch das Ziel, die Gläubigen emotional zu berühren und biblische Szenen so eindrucksvoll darzustellen, dass sie Mitgefühl, Ehrfurcht und Andacht auslösten.

Wir empfehlen den Besuch des Museums nicht nur an regnerischen Tagen, sondern vor allem auch, wenn es draußen zu heiß ist. Denn innen könnt ihr gut abkühlen 😉 .

Prachtvolle Gebäude

Der wirtschaftliche Aufschwung durch die Industrialisierung und der Anschluss ans Bahnnetz brachte Ende des 19. Jahrhunderts einigen Reichtum in die Stadt. Davon zeugen eine Reihe von prächtigen bürgerlichen Gebäuden im Modernisme- und im eklektischen Stil, die ihr überall in der Stadt findet. Anders als z. B. in Valencia, wo es ganze Stadtviertel solcher Modernisme-Bauten gibt, stehen sie aber eher vereinzelt oder grüppchenweise an Straßenzügen in Valladolid.

Zum Beispiel direkt am Campo Grande:

Ein prunkvolles historisches Gebäude mit rot-weißer Fassade, einem runden Turm und Balkonen an einer sonnigen Straßenecke.
Casa Principe © Siegbert Mattheis
Ein kunstvoll verzierter Balkon mit skulpturalen Details und einer Straßenlaterne an der Fassade eines Backsteingebäudes.
Jugendstil-Details am Casa Principe © Siegbert Mattheis

Casa del Príncipe

Das Prinzenhaus an der repräsentativen Acera de Recoletos gehört zu den schönsten Jugendstilgebäuden Valladolids und wird von vielen Besuchern übersehen. Das markante Wohnhaus entstand zwischen 1906 und 1908 nach Plänen des Architekten Jerónimo Arroyo, einem der bedeutendsten Vertreter des Modernisme in Kastilien. Die Architektur verbindet Elemente des Jugendstils mit französischen Beaux-Arts-Einflüssen und traditionellen Mudéjar-Motiven.

Ein historisches, prunkvolles gelbes Gebäude mit Bogenfenstern, das an einem sonnigen Tag hinter Laubbäumen zu sehen ist.
Casa Resines, die linke Hälfte wurde stilvoll restauriert, die rechte dagegen steht leer © Siegbert Mattheis

Casa Resines

Gleich nebenan liegt das Wohnhaus Resines. Es wurde 1891 vom Architekten Julio Saracíbar für den Kaufmann Francisco Resines entworfen. Stilistisch verbindet die Casa Resines Elemente der italienischen Renaissance mit Einflüssen der französischen Architektur und sogar Anklängen an die damals moderne Chicago School, deren großzügige Fensterfronten hier neu interpretiert wurden. Hinter der historischen Fassade verbirgt sich zudem eine für ihre Zeit hochmoderne Eisenkonstruktion, die große Fensterflächen und lichtdurchflutete Wohnungen ermöglichte.

Beim genaueren Hinsehen fällt auf, dass heute nur eine Hälfte der prachtvollen Fassade vollständig restauriert ist. Der Grund ist überraschend einfach: Hinter der einheitlichen Front verbergen sich zwei eigenständige Wohnhäuser mit unterschiedlichen Eigentümern. Während die linke Hälfte aufwendig saniert wurde und heute wieder den Glanz des Jahres 1891 zeigt, steht die die rechte Seite leer und wartet noch auf eine vergleichbare Restaurierung.

Ein Springbrunnen vor einem prächtigen Gebäude mit Glasfenstern, Bäumen und einem strahlend blauen Himmel.
Casa Mantilla © Siegbert Mattheis

Casa Mantilla

Das repräsentative Gebäude wurde 1891 bis 1892 nach Plänen des Architekten Julio Saracíbar für den Unternehmer Fidel Recio Mantilla errichtet.
Architektonisch verbindet die Casa Mantilla den eklektischen Stil mit Einflüssen der französischen Beaux-Arts-Architektur. Für seine Zeit war das Gebäude ausgesprochen modern: Bereits 1892 wurde hier der erste hydraulische Aufzug Valladolids eingebaut. Auch eine versteckte Stahlkonstruktion und elektrische Beleuchtung gehörten damals zu den technischen Neuerungen.

Historisches Eckgebäude mit verzierten Balkonen, Kuppeldach und Menschen, die davor spazieren gehen und Rad fahren.
Gebäude des Circulo de Recreo, des Freizeit- und Kulturvereins © Siegbert Mattheis
Ein prächtiger Saal mit Kronleuchtern, bemalter Decke, einer Rednerbühne und dem Publikum, das darunter sitzt.
Der eindrucksvolle Hauptsaal bei einer Veranstaltung © Circulo de Recreo

Círculo de Recreo

Das Gebäude des Freizeit- und Kulturkreises von Valladolid (Círculo de Recreo) ist eines der wenigen, die nach wie vor im selben Besitz ist wie zum Bau 1902.

Der Architekt Baeza Eguiluz entwarf es im Stil der damaligen Belle Époque für den Círculo de Recreo. Innen findet ihr ein Casino, einen Veranstaltungssaal, eine Bibliothek, Coworking-Raum, eine Französische Billardhalle sowie eine Bar und ein Restaurant.

Die könnt ihr auch als Nicht-Mitglieder des Vereins besuchen. Um die anderen prachtvollen Säle und Räume zu besuchen, müsstet ihr allerdings Mitglied werden oder zu den vielen Veranstaltungen eingeladen werden.

Weißes historisches Gebäude mit Säulen und einer Kuppel, gelegen an einer belebten Straße, an der Menschen vorbeigehen.
Edificio de la Unión y el Fénix, 2020 zu Appartmentwohnungen für Tourist:innen umgebaut © Siegbert Mattheis
Ein weißes, kuppelförmiges Gebäude mit detailreichen Skulpturen und einer geflügelten Statue auf der Spitze, vor dem Hintergrund eines strahlend blauen Himmels.
Oben Phönix, darunter Figurinen des Handwerks und der Industrie © Siegbert Mattheis

Edificio Fénix

Dieses Gebäude der Versicherungsgesellschaft La Unión y el Fénix mit dem markanten auf dem Phönix reitenden Mann fällt von überallher sofort ins Auge.

Es wurde 1934 im neobarocken Stil erbaut und ist das Werk des Architekten Benjamín Gutiérrez Prieto. Lange Jahre war es Sitz der Gesellschaft, bis diese 1998 von der Allianz AG übernommen wurde.

2020 wurde das Gebäude renoviert und als Hotel mit Appartementwohnungen umgebaut. Das ist somit eines der wenigen prächtigen Gebäude, in denen man auch als Urlauber:in übernachten kann.

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Pasaje Gutiérrez

Diese nur 50 m lange Galerie ist ein echter Geheimtipp und eines der versteckten Schmuckstücke Valladolids. Am unscheinbaren, versteckten Zugang sind wir erst einmal vorbeigelaufen …

Ein kunstvoll geschmiedetes Eisentor steht offen in einem alten Steinhaus, über dessen Eingang sich ein kleiner Balkon befindet.
Völlig unscheinbarer Eingang © Siegbert Mattheis
Überdachte Einkaufspassage mit kunstvoll gestaltetem Glasdach, dekorativen Säulen und Ladenfronten auf beiden Seiten.
Lichtdurchflutete Pasaje Gutiérrez © Siegbert Mattheis

Dabei zählt die Pasaje Gutiérrez zu den heute nur noch drei existierenden, historischen überdachten Einkaufspassagen Spaniens.

Die elegante Passage, die seit 1998 als bedeutendes Kulturdenkmal unter Schutz steht, wurde 1886 auf Initiative des Kaufmanns Eusebio Gutiérrez errichtet. Vorbild waren die berühmten Pariser und Mailänder Einkaufspassagen des 19. Jahrhunderts, die als Sinnbild von Modernität, Eleganz und urbanem Leben galten.

Eine überdachte Arkade mit blau beleuchteter Glasdecke, verzierten Säulen, Statuen und leeren Cafétischen, die entlang des Gehwegs aufgereiht sind.
Die Passage am Abend © Henrik Karge
Eine Gruppe von Leuten sitzt in einer Bar, in der bunte Flaschen in den Regalen stehen
Cocktailbar Piscolabis © Henrik Karge

Ursprünglich war sie als exklusive Einkaufsadresse für das wohlhabende Bürgertum gedacht. Nach einigen erfolgreichen Jahren verlor sie jedoch an Bedeutung und verfiel lange Zeit. Erst in den 1980er Jahren wurde sie aufwendig restauriert.

Heute laden tagsüber ein Friseur, kleine Boutiquen und Galerien zum Shoppen ein. Abends tobt hier das Leben in den Bars wie der Piscolabis und in der Sastreria (Schneiderei) sitzt ihr z. B. an alten Nähmaschinentischen.

Die Pasaje Gutiérrez entfaltet so einen nostalgischen Charme, der uns eher an Paris, Bordeaux oder Mailand als an eine kastilische Provinzstadt erinnert.

Wo gibt es die besten Tapas und Pinchos?

Tapas und Pinchos (mit Leckereien belegte und mit einem Holzstäbchen fixierte Brotscheiben) findet ihr nahezu überall in der Stadt. Aber den Tipp für eine der besten Tapasbars hatten und Pedro und Deniz gegeben:

Geheimtipp Restaurante Jero

Das traditionsreiche Lokal in der winzigen Calle Correos, nur wenige Schritte von der Plaza Mayor und der Kathedrale entfernt, gehört seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den bekanntesten Adressen für Pinchos und Tapas. Mit seinen kreativen Brottapas, den sogenannten tostas, hat sich Jero weit über Valladolid hinaus einen Namen gemacht und gilt für viele Einheimische als feste Station beim Tapas-Bummel durch die Altstadt. Die mehr als 5.500 konstant hohen Bewertungen sprechen für sich.

Ein volles Café, in dem an einem sonnigen Tag Menschen in der Schlange stehen, sich unterhalten und an der Theke Essen bestellen.
Innen ist es schön voll und laut 😉 © Siegbert Mattheis
Eine Schieferplatte mit verschiedenen Pintxos, darunter Käse, Eier, Oliven, Gemüse und Fleisch auf Brot.
Köstliche Brot-Tapas © Siegbert Mattheis

Das Besondere am Jero ist die große Auswahl an liebevoll zubereiteten Pinchos, die an der Theke präsentiert und auf Wunsch frisch erwärmt werden. Klassiker werden hier mit modernen Zutaten kombiniert. Besonders beliebt sind Kreationen mit Ziegenkäse, Foie gras, Blutwurst, iberischem Schinken oder Pilzen.

Dazu gehört natürlich ein Glas Wein aus den nahe gelegenen Anbaugebieten Ribera del Duero, Rueda oder Cigales. Gerade zur Mittagszeit bis etwa 15 Uhr und am Abend herrscht hier volles Gedränge bei hoher Lautstärke 😉 . Aber man lernt schnell und unkompliziert Leute kennen, wie wir z.B. Helen aus Venezuela, die Nichte von Willy Millowitsch und ihre Musikerfreunde.

Im unteren Teil, also im Keller ist es als Restaurant ausgebaut, dort könnt ihr allerdings nur ganze Gerichte bestellen, aber ihr habt es etwas ruhiger.

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Mehr Informationen

Weitere häufig gestellte Fragen zu Valladolid

Und hier kommen wir gleich mal zur Aussprache 😉 :

Wie wird Valladolid ausgesprochen?

Die Aussprache hatte Eva aus Madrid mit uns geduldig geübt. Valladolid spricht man im Spanischen etwa wie Baja(th)oli(th) aus.

Das V wird wie ein weiches B ausgesprochen, der Buchstabe d etwa wie das englische th. Wenn man es ein paar Mal geübt hat, ist es ganz leicht 😉 .

Die Einwohner:innen von Valladolid nennen sich Vallisolitanos (-as) (also etwa Bajisolitanos (-as).

 

Wie kommt man am besten nach Valladolid?

Mit dem Zug von Madrid aus. Denn von Deutschland aus gibt es keine Direktflüge. Der Schnellzug braucht von Madrid nur etwa 1 Stunde für die knapp 200 km.

Allerdings gestaltet sich das Bahnfahren in Spanien anders als in Deutschland. In den Zügen gibt es keine Stehplätze, man kann auch nicht spontan einsteigen und sein Ticket im Zug lösen. Es ist eher wie beim Fliegen, Sitzplätze werden im Voraus gebucht und es gibt eine Sicherheitskontrolle für das Gepäck. Die Tickets werden vor dem Einsteigen kontrolliert. Für diese Prozedur solltet ihr mindestens 15 Minuten einplanen, an viel frequentierten Strecken und Tagen auch lieber etwas mehr.

Die Menschen passieren die Sicherheitskontrolle an einem Bahnhof, über dem eine große Abfahrtstafel mit den Zugzeiten angebracht ist.
Sicherheitskontrollen am Bahnhof Madrid Chamartín © Siegbert Mattheis
Ein weißer Renfe-Hochgeschwindigkeitszug am Bahnsteig, daneben Gepäck und Fahrgäste.
Der Schnellzug von Madrid braucht nur 1 Stunde nach Valladolid © Siegbert Mattheis

Wie viele Tage sollte man für Valladolid einplanen?

Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten reicht ein voller Tag.

Zwei bis drei Tage sind ideal, wenn ihr zusätzlich Museen besuchen, die Tapas-Szene genießen oder Ausflüge in die Weinregionen unternehmen möchtet.

Kann man Valladolid gut zu Fuß erkunden?

Ja. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen in der kompakten Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar. Nur für weiter entfernte Ziele wie das Wissenschaftsmuseum benötigt ihr öffentliche Verkehrsmittel. Für die Weingebiete empfiehlt sich ein Mietwagen oder gebuchte Touren mit dem Minivan.

Wann ist die beste Reisezeit für Valladolid?

In Valladolid herrscht kontinentales Klima, heiße Sommer bis 40 Grad und kalte Winter mit Minustemperaturen. Angenehm sind der Frühling von April bis Juni und der Herbst von September bis November.

Wir waren Ende Juni 2026 dort; während es in Deutschland über 40 Grad heiß war, herrschten dort “nur” Temperaturen zwischen 28 und 32 Grad.

Ist Valladolid teuer?

Nein. Valladolid gehört zu den günstigeren Städtezielen Spaniens. Hotels, Restaurants und Tapas-Bars sind deutlich preiswerter als in Madrid, Barcelona oder San Sebastián.

Welche Museen lohnen sich besonders?

Das Museo Nacional de Escultura gehört zu den besten Museen Spaniens. Ebenfalls empfehlenswert sind das Patio Herreriano für moderne Kunst, das Cervantes-Haus, das Kolumbus-Museum und das Wissenschaftsmuseum.

Ist Valladolid für Weinliebhaber interessant?

Ja klar, denn rund um Valladolid liegen gleich mehrere berühmte Weinbaugebiete. Fast alle Weingüter bieten Führungen und Verkostungen an.

  • Ribera del Duero
  • Rueda
  • Cigales
  • Toro

Welche Spezialitäten sollte man probieren?

Typisch für Valladolid sind:

  • Lechazo Asado (Milchlamm aus dem Holzofen)
  • Morcilla de Valladolid
  • Pinchos und Tapas
  • Schafskäse aus Kastilien
  • Sopa Castellana
  • und natürlich regionale Weine aus Ribera del Duero und Rueda

Ist Valladolid eine Tapas-Stadt?

Ja. Valladolid gilt als eine der besten Tapas-Städte Spaniens. Jedes Jahr findet hier sogar die nationale Meisterschaft der Tapas und Pinchos statt. Viele Bars servieren außergewöhnlich kreative kleine Gerichte.

Wo kann man in Valladolid gut essen?

Rund um die Plaza Mayor sowie in den Straßen Calle Correos, Calle Cascajares und Calle Paraíso findet ihr zahlreiche ausgezeichnete Tapas-Bars und Restaurants. Zu den bekanntesten Adressen zählt das Restaurante Jero (siehe unser Besuch weiter oben).

Welche Feste sind besonders sehenswert?

Die Semana Santa zählt zu den eindrucksvollsten Osterfeiern Spaniens und wurde als Fest von internationalem touristischem Interesse ausgezeichnet.

Ebenfalls sehr bekannt ist das Internationale Filmfestival SEMINCI.

Darüber hinaus gibt es immer wieder  verschiedene Wein- und Gastronomiefeste.

Ist Valladolid familienfreundlich?

Ja. Viele Parks, breite Fußgängerzonen, Museen, Spielplätze und kurze Wege machen die Stadt auch für Familien mit Kindern attraktiv.

Welche Ausflüge lohnen sich?

Wie haben hier einige sehenswerte Orte und Regionen ausgesucht, die ihr innerhalb von einer Stunde erreichen könnt, z. B.:

  • Ribera del Duero, das Weinbaugebiet der Tempranillo-Rebsorte
  • Peñafiel mit seiner schiffsförmigen Burganlage
  • Medina del Campo mit seinem wuchtigen Castillo de la Mota
  • Tordesillas, hier wurde 1494 der Vertrag zur Teilung der Welt unterzeichnet
  • Urueña, eine der schönsten Dörfer Spaniens mit vollständig erhaltener, mittlelalterlicher Stadtmauer
  • Rueda, hier wird vorwiegend der weiße Rebsorte Verdejo angebaut
Zehn leere Weingläser und eine Tasse auf einem Tisch, mit Blick auf einen Weinberg und Hügel im Hintergrund.
Alles bereit zur Weinverkostung bei der Bodega Pago de los Capellanes © Siegbert Mattheis
Luftaufnahme einer Burgmauer aus Stein mit einer Stadt, Bäumen und Feldern im Hintergrund unter blauem Himmel.
Weiter Blick von der schiffsartigen Burg von Peñafiel auf das Duero-Tal © Siegbert Mattheis
Eine Flasche Rosé-Sekt und ein gefülltes Glas auf einem gedeckten Esstisch, mit der Aufschrift „0 % Alkohol“.
Köstlicher alkoholfreier Sparkling Rosé der Bodega Win von Emina © Siegbert Mattheis
Eine Flasche Wein in einer Holzkiste neben einem Buch, auf dessen Einband ein lächelnder Mann abgebildet ist.
Feine Tempranillo Weine aus Ribeira del Duero von der Bodega Matarromera © Siegbert Mattheis
Ein Glas Weißwein, Oliven und Brot auf einem Tisch im Freien, im Hintergrund der Blick auf die Weinberge.
Pinchos und Wein bei der Bodega Ramón Bilbao im Rueda © Siegbert Mattheis
Eine Frau mit Brille, die lächelt und eine Flasche José Pariente-Weißwein in einem Innenraum in der Hand hält.
Den ausgezeichneten Verdejo von der Bodega José Pariente präsentierte uns María © Siegbert Mattheis

Warum wird Valladolid auch „Pucela“ genannt?

Dieses Wort haben wir ein paar Mal gehört und nachgefragt. Aber der Spitzname „Pucela“ ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Einer Theorie zufolge geht er auf Ritter aus Valladolid zurück, die im Mittelalter an der Seite von Jeanne d’Arc, der „La Pucelle“ genannten Jungfrau von Orléans, kämpften. Andere Erklärungen führen den Namen auf den Handel mit Puzzolan oder auf ältere sprachliche Entwicklungen zurück. Eine gesicherte Herkunft gibt es bislang nicht.

Ist Valladolid ein gutes Reiseziel für ein Wochenende?

Ja. Dank der kompakten Altstadt, der kurzen Wege, der hervorragenden Gastronomie und der schnellen Zugverbindung nach Madrid eignet sich Valladolid ideal für einen Wochenendtrip. Zwei Übernachtungen reichen aus, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu entdecken und gleichzeitig das entspannte Lebensgefühl der Stadt zu genießen.

Wo übernachten in Valladolid?

Wir hatten im Hotel Barceló Valladolid übernachtet und können es uneingeschränkt empfehlen. Es liegt nur 7 Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt und bietet alle Annehmlichkeiten. In 3 Minuten ist man im Campo Grande und in weiteren 5 Minuten mitten in der Stadt!

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Ein mit Steinen gepflasterter Innenhof mit Bögen, Sitzgelegenheiten im Freien, grünem Rasen, hohen Zypressen und einem blauen Himmel darüber.
Herrliches Wellness-Hotel Castilla Termal in Valbuena in einer ehemaligen Klosteranlage © Siegbert Mattheis
Gemütliches Hotelzimmer mit Steinwänden, einem Bett, Holzbalken, Bänken und warmer Beleuchtung.
Übernachten in 800 Jahre alten Gemäuern © Siegbert Mattheis

Wo übernachten außerhalb von Valladolid?

Wenn ihr es richtig stilvoll in einer alten Klosteranlage, aber mit vollem Wellness-Programm haben wollt, empfehlen wir euch wärmstens die 5-Sterne-Anlage Castilla Termal Monasterio de Valbuena.

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Ein klarer Pool, in dem zwei Personen schwimmen, im Hintergrund grüne Bäume, darüber ein blauer Himmel mit ein paar Wolken.
Erfrischender Pool © Siegbert Mattheis
Bad unter einer gewölbten gotischen Steindecke, beleuchtet mit violettem und blauem Licht, das sich auf dem Wasser spiegelt.
Spa in einer Kapelle aus dem Mittelalter © Siegbert Mattheis

Wir finden allerdings, dass nur ein Wochenende viel zu wenig ist für diese Perle von Kastilien und León, denn es gibt hier so viele unentdeckte Schätze …

Siegbert Mattheis

Dieser Artikel wurde von uns redaktionell vollkommen unabhängig verfasst. Der Besuch wurde durch Foro de Marquas Renombradas Espaõlas und Turespaña ermöglicht, ohne Einfluss auf die journalistische Arbeit. Es gilt unser Redaktionskodex.

Älterer Mann mit weißem Haar und Bart, trägt ein dunkles Hemd und blickt mit einem leichten Lächeln in die Kamera.

Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam AmbienteMediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.

Mahnmal für das Viannos Massaker im Süden Kretas

4.82/5 (11)
(Lesezeit nur 5 Min. 😉 )
Auf Kreta könnt ihr neben den vielen antiken Sehenswürdigkeiten auch einige Gedenkstätten der neueren Zeit besichtigen. Wenn ihr an der jüngeren Geschichte von Kreta interessiert seid und die Bewohner besser verstehen möchtet, lohnt sich ein Abstecher dorthin, zum Beispiel nach Viannos im Süden von Kreta. Wir haben die Gedenkstätte im September besucht.
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Bordeaux, die schönsten Sehenswürdigkeiten und Tipps

5/5 (29)
(Lesezeit nur 9 Min. 😉 )
Bordeaux ist für uns eine der schönsten und spannendsten Städte in Frankreich. Die Stadt an der Garonne bietet eine Mischung aus historischer Eleganz, moderner Architektur und direktem Zugang zu weltberühmten Weinlandschaften.

Hier sind unsere Tipps und warum Bordeaux eine der spannendsten Städte Frankreichs ist …

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Am piemontesischen Tisch: Warum Barolo dorthin gehört, wo gegessen wird

5/5 (3)
(Lesezeit nur 4 Min. 😉 )
Wer einmal in Alba an einem Markttag durch die Stadt gelaufen ist, im November, wenn die weißen Trüffel verkauft werden und die Restaurants ihre Türen offen halten, weil der Innenraum nicht mehr alle Gäste fasst, der hat eine bestimmte Form von italienischer Esskultur erlebt, die mit Barolo untrennbar verbunden ist.

Es ist keine Hochkultur. Es ist Alltagskultur, in der Wein, Essen, Familie und Marktgespräche so eng verwoben sind, dass man sie kaum trennen kann.
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Charmante, familiengeführte Hotels im Baskenland

5/5 (4)
(Lesezeit nur 3 Min. 😉 )
Auf der Suche nach schönen, charmanten Hotels im Baskenland sind wir auf die Xarma Hotels gestoßen. Xarma Hotels sind eine exklusive Auswahl an kleinen, familiengeführten Unterkünften, die mit der kulturellen, historischen und geografischen Vielfalt verbunden sind und sich der Identität des Baskenlandes verpflichtet fühlen. Hier möchten wir euch diese Hotels kurz vorstellen:

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Buchtipp: Gebrauchsanweisung für Bordeaux und die Atlantikküste

5/5 (12)
(Lesezeit nur 4 Min. 😉 )

Ein Buch voller Lebensfreude, kulinarischer Entdeckungen und echter Geheimtipps!

SPIEGEL-Bestsellerautor Alexander Oetker nimmt uns auf unterhaltsame Weise mit auf eine genussvolle Reise durch Bordeaux, das Baskenland und an den mit 250 km längsten Sandstrand Europas. Mit viel Liebe, Humor und persönlichen Geschichten beschreibt er Orte, Restaurants und Landschaften so lebendig, dass man am liebsten sofort die Koffer packen möchte.

Und das haben wir tatsächlich auch sofort getan und sind Anfang Mai dorthin gereist 😉 .

Luftaufnahme eines langen Sandstrands mit Wellen und türkisfarbenem Wasser, der sich entlang der Küstenlinie erstreckt.
Côte d'Argens, die Silberküste © Siegbert Mattheis

Was macht das Buch so lesenswert?

Es ist weit mehr als ein klassischer Reiseführer, es liest sich beinahe wie ein Roman und ist gleichzeitig auch ein kleines Rezeptheft.

Alexander Oetker schreibt mit Herz, Leidenschaft und einem wunderbaren Gespür für Atmosphäre. Seine Beschreibungen der endlosen Sandstrände, der berühmten Weinregionen und der malerischen Altstadt von Bordeaux oder die Begegnungen im Baskenland lassen uns tief in das französische Savoir-vivre eintauchen.

Ein reizvolles Haus aus Ziegeln und Stein mit einem hohen Türmchen, kunstvollen Verzierungen und einem grünen Tor unter einem klaren blauen Himmel.
Eine von über 500 Jugendstil-Villen in Soulac © Siegbert Mattheis
Eine hölzerne Fischerhütte auf Stelzen steht über einer felsigen Küste, über der sich Netze und ein bewölkter Himmel spannen.
Ein typisches Carrelet an der Gironde © Siegbert Mattheis

Warum ist das Buch so besonders?

Vor allem waren wir angetan davon, wie authentisch Oetker die Region beschreibt. Einige der Restaurants, Plätze und Genussorte haben wir dann auch selbst besucht und konnten seine Begeisterung absolut nachvollziehen.

Ob die feinen Bistros in Bordeaux, die berühmten Austern in Cap Ferret oder die beeindruckenden Dünen an der Côte d’Argent, der Silberküste am Atlantik: Dieses Buch trifft unserer Meinung nach die Seele des Südwestens Frankreichs perfekt.

Eine geöffnete Auster mit einer Perle im Inneren liegt auf einer Holzfläche am Wasser unter einem bewölkten Himmel.
Auster aus dem Becken von Arcachon © Siegbert Mattheis
Ein Küstendorf mit roten Dächern, grünen Bäumen, blauem Wasser und sandigen Dünen unter einem teilweise bewölkten Himmel.
Dune de Pilat, Europas größte Düne © Siegbert Mattheis
Ein großes steinernes Herrenhaus mit hohen Säulen, umgeben von Bäumen und Grün, das von einem Kiesweg aus zu sehen ist.
Château Margaux im Médoc © Siegbert Mattheis
Ein kopfsteingepflasterter Platz mit Straßencafés, sitzenden Menschen und historischen Steingebäuden unter einem bewölkten Himmel.
Place Saint Pierre in Bordeaux © Siegbert Mattheis

Nicht nur Sehenswürdigkeiten

Dabei erzählt Oetker nicht nur von Sehenswürdigkeiten. Obwohl die, wie z. B. das interaktive Museum Cité du vin in Bordeaux, nach dessem Besuch selbst Kinder “Wow!” sagen, auch nicht zu kurz kommen.

Er schreibt über Menschen, Traditionen, gutes Essen, Wein, Märkte und das entspannte Lebensgefühl dieser Region. Er hat u. a. ehemalige Pariser Bobos besucht, die Ihren Traum auf dem Lande verwirklicht haben, die Gendarmerie auf dem Arachon-Becken begleitet und auch einen Hersteller der umstrittenen Foie Gras besucht.

Wie Empfehlungen von Freunden

Seine Texte wirken wie persönliche Empfehlungen eines guten Freundes, der uns seine liebsten Orte zeigen möchte. Genau das macht dieses Buch so sympathisch und inspirierend. Auch, dass er das Buch seiner Maman gewidmet hat

Sehr anregend fanden wir auch die kulinarischen Kapitel. Die Beschreibungen der Bistros, Weinbars und Spezialitäten machen sofort Appetit. Seine Begeisterung für die französische Esskultur ist ansteckend. Durch ihn haben wir auch das beste Steak der Welt mit einer exquisiten Sauce in Bordeaux entdeckt! Oetker hat sogar das Rezept dieser geheimen Sauce „nach seiner Nase“ aufgeschrieben.

Zusätzlich haben wir auch einen Trick erfahren, wie man Schwertmuscheln “fängt”  😉 !

In Scheiben geschnittenes, medium-rare Steak in geschmolzener Butter und Saft auf einem silbernen Tablett
Superzartes Steak in der geheimnisumwitterten Sauce, auf jeden Fall mit viel Butter, Senf, Thymian, Majoran ... © Siegbert Mattheis
Ein lächelndes Paar steht lächelnd vor vor einer Veranda mit Sprossenfenstern mit Grünpflanzen
Fabrinah und Gernot Rohr vor ihrem Hôtel des Pins © Siegbert Mattheis

Aufgrund des Kapitels über den Fußballer und Trainer Gernot Rohr haben wir sofort zwei Übernachtungen in dessen wunderschönem Hôtel des Pins in Cap Ferret gebucht. Und konnten sogar ein spannendes Interview mit ihm führen, das ihr in unserem anderen Magazin LIVVING.de nachlesen könnt:

Fußball-Legende Gernot Rohr: Warum er nicht an Ruhestand denkt

Welche Regionen werden im Buch vorgestellt?

Im Mittelpunkt stehen:

  • Bordeaux und seine historische Altstadt
  • Die Weinregion Médoc
  • Saint-Émilion und die berühmten Weingüter
  • Das Bassin d’Arcachon mit der Dune du Pilat
  • Die französische Atlantikküste Côte d‘Argent
  • Das Baskenland rund um Biarritz und Bayonne
Ein Café mit Sitzplätzen im Freien auf einem kopfsteingepflasterten Platz, umgeben von sandfarbenen historischen Steingebäuden in einer sonnigen französischen Kleinstadt.
Saint-Émilion © Siegbert Mattheis

Für wen eignet sich dieses Buch?

Dieses Buch ist ideal für:

  • Frankreich-Liebhaber
  • Bordeaux-Reisende
  • Genussmenschen
  • Weinliebhaber
  • Fans der französischen Küche
  • Leser:innen, die inspirierende Reisebücher mögen

Auch wer bereits selbst an der Atlantikküste oder in Bordeaux war, wird viele Orte wiedererkennen und neue Inspiration entdecken.

Buchdeckel: Bunte Häuser an einem sonnigen Strand mit blauem Himmel, der Text lautet "Bordeaux und die Atlantikküste.".

Warum wir dieses Buch empfehlen?

Weil Alexander Oetker es schafft, die besondere Atmosphäre von Bordeaux und der Atlantikküste mit großer Leidenschaft einzufangen. Viele der beschriebenen Orte haben wir selbst erlebt und können nur bestätigen: Genau so fühlt sich diese Region an. Dieses Buch macht Lust auf Frankreich, auf gutes Essen, auf Wein, Meer und Lebensfreude. Eine wunderbare Inspiration für alle Frankreich-Liebhaber und ein echtes Genussbuch für entspannte Lesestunden.

Alexander Oetker: Gebrauchsanweisung für Bordeaux und die Atlantikküste

  • Erschienen im Piper Verlag
  • 30. April 2026
  • 224 Seiten
  • ISBN: 978-3492277938

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Die Erstauflage des Buches erschien 2020, aber der Autor hat das Buch insofern überarbeitet, dass er konkrete Tipps überprüft, aktualisiert und vor allem auch erweitert hat.

Ihm war es ein Anliegen, insbesondere diese konkreten Reisetipps weiter auszubauen. Zudem hat er ein Kapitel zum größten FFK-Feriendorf Europas, dem Euronat ganz neu aufgenommen.

Mann mit kurzen dunklen Haaren und Bart, der eine gemusterte Jacke trägt, lächelt in die Kamera vor einem braunen Hintergrund.
Alexander Oetker © Anja Jahn

Wer ist der Autor Alexander Oetker?

Alexander Oetker wuchs in Berlin und Wandlitz auf. Schon in frühester Jugend schrieb er Kurzgeschichten. Später arbeitete der studierte Sozial- und Politikwissenschaftler für die Berliner Zeitung und war langjähriger Frankreichkorrespondent für RTL und n-tv. Er ist profunder Kenner von Politik und Gesellschaft der Grande Nation. Die ersten drei Bände um Luc Verlain, Retour, Château Mort und Winteraustern standen wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Unter dem Pseudonym Yanis Kostas schreibt er auch Zypern-Krimis, wie den spannenden Roman “Tod am Aphroditefelsen”.

Er hat mehrere Auszeichnungen erhalten, sein Liebesroman Mittwochs am Meer erhielt z. B. den DELIA 2022 den Literaturpreis für den anspruchsvollsten Liebesroman des Jahres.

Alexander Oetker lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen abwechselnd in Berlin und in der Region Nouvelle Aquitaine.

Wenn ihr Frankreich so liebt wie er, werdet ihr dieses Buch verschlingen.

Wenn (noch) nicht, werdet ihr bestimmt zumindest Fans von Bordeaux, dem Médoc, dem Bassin von Arcachon oder der südwestlichen Atlantikküste bis nach Biarritz und darüber hinaus! 😉

Siegbert Mattheis

Älterer Mann mit weißem Haar und Bart, trägt ein dunkles Hemd und blickt mit einem leichten Lächeln in die Kamera.

Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam AmbienteMediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.

20 kretische Spezialitäten, Chochlioí, Dakos, Rakí, Saganáki, Tirokafteri, …

4.91/5 (11)
(Lesezeit nur 5 Min. 😉 )
Innerhalb der griechischen Küche nehmen die Spezialitäten aus Kreta einen besonderen Stellenwert ein. Auf der drittgrößten Mittelmeerinsel leben die meisten über 100jährigen bei bester Gesundheit. Hier wurde auch in den 1960er Jahren die Mittelmeer- oder Kreta-Diät entdeckt. Viel Gemüse und Hülsenfrüchte, wenig Fleisch und viel kretisches Olivenöl sorgen offenbar für ein langes Leben. Weiterlesen

Château, Domaine, Clos oder Cru: Was bedeuten diese Begriffe bei französischem Wein?

5/5 (10)
(Lesezeit nur 3 Min. 😉 )

Auf unseren Besuchen in den französischen Weinregionen sind wir immer auf Begriffe wie „Château“, „Domaine“, „Clos“ oder auch nur „Grand Cru“ gestoßen. Wie viele andere Weinliebhaber:innen vermuteten wir dahinter einfach Marketingbegriffe oder besonders edle Weingüter. Tatsächlich haben die Bezeichnungen aber eine konkrete historische und weinrechtliche Bedeutung.

Gerade in Frankreich verraten sie oft etwas über Herkunft, Besitzstruktur, Qualität und sogar die Geschichte eines Weins. Wir haben bei den Winzer:innen genauer nachgefragt.

Ein prächtiges historisches Gebäude mit verschnörkelter Architektur, roten Backsteinakzenten und einem zentralen Bogeneingang unter einem bewölkten Himmel.
Château Cantenac Brown, Médoc © Siegbert Mattheis

Was bedeutet „Château“ bei Wein?

Die Region um Bordeaux ist die Heimat der berühmten „Châteaux“. Wörtlich bedeutet das französische Wort zwar „Schloss“ oder „Herrenhaus“, im Weinbau meint es aber vor allem ein eigenständiges Weingut.

Ein Château besitzt normalerweise:

  • eigene Weinberge
  • eigene Produktion
  • eigene Abfüllung

Der Wein stammt also aus einer zusammenhängenden Herkunft.

Ein großes steinernes Herrenhaus mit hohen Säulen, umgeben von Bäumen und Grün, das von einem Kiesweg aus zu sehen ist.
Château Margaux im Médoc © Siegbert Mattheis
Ein steinernes Herrenhaus mit zwei spitzen Türmen, verziertem Dach und eingezäuntem Garten, umgeben von Bäumen.
Château Palmer, Médoc © Siegbert Mattheis

Bekannte Beispiele sind:

  • Château Margaux
  • Château Lafite Rothschild

Allerdings ist nicht jedes Château ein prachtvolles Schloss. Manche sind eher schlichte Landgüter. Entscheidend ist der Betrieb als wirtschaftliche und önologische Einheit.

Was ist der Unterschied zwischen Château und Domaine?

Der Begriff „Domaine“ wird vor allem in Burgund verwendet.

Eine Domaine ist ebenfalls ein Weingut, allerdings liegt der Fokus stärker auf:

  • Besitzverhältnissen
  • einzelnen Parzellen
  • familiengeführten Weinbergen

Während in Bordeaux oft das gesamte Gut im Mittelpunkt steht, denkt man in Burgund stärker in einzelnen Lagen.

Dort besitzen die Weingüter häufig kleine, historisch gewachsene Parzellen, die über Generationen vererbt wurden.

Ein berühmtes Beispiel:

  • Domaine de la Romanée-Conti

Weinprobe im Burgund: worauf sollte man achten?

Was bedeutet „Clos“?

Ein „Clos“ (von clos, close = geschlossen) bezeichnet traditionell einen ummauerten Weinberg. Der Begriff stammt aus dem Mittelalter. Damals umgaben Klöster ihre wertvollsten Rebflächen oft mit Mauern. Diese schützten die kostbaren Reben vor Tieren, Diebstahl und Wind.

Heute existieren manche Mauern noch, andere nicht mehr. Der Name blieb jedoch erhalten.

Berühmtes Beispiel:

  • Clos de Vougeot

Ein Clos ist meist keine Marke und kein einzelnes Weingut, sondern eine konkrete Lage. Diese kann sogar mehreren Eigentümer:innen gehören.

Was bedeutet „Cru“ beim Wein?

„Cru“ bedeutet wörtlich etwa „Gewächs“ oder „Lage“. Gemeint ist damit eine Qualitätsklassifikation.

Besonders bekannt sind dabei:

  • Grand Cru
  • Premier Cru

Die Bedeutung hängt jedoch stark von der Region ab.

In Burgund bezeichnet Grand Cru meist eine besonders hochwertige Einzellage.

In der Region um Bordeaux wie im Médoc kann sich Cru auch auf historische Klassifikationen von Weingütern beziehen. Bekannt ist vor allem die Bordeaux-Klassifikation von 1855.

Ist ein Château besser als ein Domaine?

Nein. Die Begriffe sagen zunächst nichts über die tatsächliche Qualität aus. Ein kleines familiengeführtes Domaine kann deutlich bessere Weine produzieren als ein berühmtes Château und umgekehrt.

Entscheidend sind:

  • Lage
  • Boden
  • Klima
  • Rebsorten
  • Arbeit im Weinberg
  • Ausbau des Weins

Warum sind Grand-Cru-Weine oft so teuer?

Grand-Cru-Lagen gelten als besonders hochwertig und sind gekennzeichnet durch:

  • geringe Erträge
  • komplexe Aromen
  • lange Lagerfähigkeit

Dazu kommt häufig eine extreme Knappheit. Manche Spitzenlagen in Burgund umfassen nur wenige Hektar. Das treibt die Preise erheblich nach oben.

Warum sind französische Weinbegriffe so kompliziert?

Frankreich besitzt eine jahrhundertealte Weinkultur mit regional sehr unterschiedlichen Traditionen. Jede Region entwickelte ihre eigenen Begriffe und Klassifikationen.

Dazu kommen:

  • historische Besitzstrukturen
  • Klostertraditionen
  • Adelshäuser
  • regionale Weinrechte

Deshalb unterscheiden sich die Bedeutungen teilweise stark zwischen Bordeaux, Burgund, Champagne oder Rhône.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

  • Château: Eigenständiges Weingut mit eigenen Rebflächen
  • Domaine: Weingut, oft familiengeführt und parzellenorientiert
  • Clos: Historisch ummauerte Weinlage
  • Cru: Qualitäts- oder Lagenklassifikation

Weitere häufige Fragen zu Château, Clos, Domaine und Cru

Ist jedes Château ein Schloss?

Nein. Viele Châteaux sind einfache Gutshäuser oder landwirtschaftliche Betriebe.

Kann ein Clos mehreren Eigentümern gehören?

Ja. Besonders in Burgund teilen sich oft mehrere Produzent:innen dieselbe historische Lage.

Bedeutet Grand Cru automatisch Spitzenqualität?

Grand Cru ist ein starkes Qualitätssignal. Trotzdem unterscheiden sich Stil und Qualität je nach Produzent erheblich.

Warum stehen auf französischen Weinflaschen oft keine Rebsorten?

Frankreich betont traditionell die Herkunft und das Terroir stärker als die Rebsorte.

Wir hoffen, wir konnten nun etwas zu den – zugegebenermaßen nicht ganz unkomplizierten – Bezeichnungen bei französischen Weinen beitragen. Das Wichtigste bleibt jedoch unserer Meinung nach, dass der Wein schmeckt! Egal wie die Bezeichnung ist und woher er kommt 😉 .

Santé !

Siegbert Mattheis

Älterer Mann mit weißem Haar und Bart, trägt ein dunkles Hemd und blickt mit einem leichten Lächeln in die Kamera.

Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam AmbienteMediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.

Mondello, einzigartiger Strand und Badeort auf Sizilien

4.71/5 (14)
(Lesezeit nur 5 Min. 😉 )
Mondello: ein wenig Côte d‘Azur, etwas Karibikfeeling, dazu feiner weißer Sand, türkisfarbenes Meer und Jugendstilflair auf Sizilien …

Wir haben den wunderschönen Ort das letzte Mal Anfang September besucht. Hier findet ihr unsere Eindrücke und die wichtigsten Tipps für diesen einzigartigen Badeort.
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Manna, das Geheimnis um Siziliens süßes, “weißes Gold”

4.93/5 (30)
(Lesezeit nur 3 Min. 😉 )
Ja, Manna fällt vom Himmel! Jedenfalls auf Sizilien. Vielleicht nicht von ganz oben, aber es tropft einfach von den Bäumen herunter. Um das Geheimnis des sizilianischen Manna zu lüften, haben wir uns ins Manna-Tal zwischen Pollina und Castelbuono auf Sizilien begeben.
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Sommer, Sonne – mediterranes Flair für Zuhause

4.75/5 (4)
(Lesezeit nur 3 Min. 😉 )

Sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühling durch die Fenster fallen und die Räume in goldenes Licht tauchen, erwacht in vielen Menschen eine tiefe Sehnsucht nach dem Süden. Lavendelduft, warme Terrakotta-Töne und das leise Rauschen einer Brise lassen sich auch zu Hause einfangen. Das Gefühl eines entspannten Nachmittags an der Amalfiküste oder auf einer griechischen Insel lässt sich auch ohne Flugreise nach Hause holen. Farben, Materialien und passende Accessoires schaffen eine Atmosphäre wie an Sommerabenden am Mittelmeer. Dieser Ratgeber zeigt die Umsetzung Schritt für Schritt.

Pinie, Kirchturm, Blick von weit oben aufs Meer
Ravello, dieses Motive stehet sinnbildlich für die Amalfiküste © Siegbert Mattheis

Farben, Stoffe und Materialien – so entsteht südländisches Wohngefühl

Natürliche Materialien als Basis für Authentizität

Neben der Farbgebung spielen Materialien eine zentrale Rolle. Naturstein, unbehandeltes Holz, Rattan und Leinen transportieren das Gefühl südlicher Lebensart in jeden Raum. Ein massiver Esstisch aus Olivenholz wird zum Mittelpunkt des Wohnbereichs, während geflochtene Körbe als Aufbewahrung dienen und gleichzeitig dekorativ wirken. Kissenbezüge aus grobem Leinen in Erdtönen, dazu handgetöpferte Keramikschalen – solche Details machen den Unterschied zwischen einer beliebigen Einrichtung und einem Raum mit echtem Charakter.

Es lohnt sich übrigens, bei der Auswahl von Textilien gezielt auf mediterrane Muster und Dessins zu achten. Streifen in Blau und Weiß, dezente Blumenprints oder geometrische Motive, die an den maurischen Stil erinnern, verleihen Vorhängen, Tischdecken und Sofakissen eine unverwechselbare Note mit mediterranem Charakter. Lichtdurchlässige Vorhänge aus Baumwollgaze filtern das Sonnenlicht und erzeugen ein weiches, warmes Raumklima.

Sommer-Accessoires mit Stil – vom Buch bis zur Brille

Lesegenuss unter freiem Himmel

Zum perfekten mediterranen Sommergefühl gehört ein gutes Buch. Auf der Terrasse oder dem Balkon liest man am besten ein Buch, das gedanklich in ferne Landschaften entführt. Ilja Leonard Pfeijffers Roman “Das Haus in den Hügeln” entführt Leserinnen und Leser nach Genua und wirft dabei Fragen zu Tourismus, Identität und städtischem Wandel auf. Ein solcher Lesetipp passt wunderbar zur entspannten Stimmung eines langen Sommernachmittags auf der Terrasse und regt dazu an, über das eigene Verhältnis zu südlichen Sehnsuchtsorten sowie die Anziehungskraft des Mittelmeerraums nachzudenken.

Sonnenbrillen und Brillen als modisches Statement

Die richtige Brille ist ein oft unterschätztes Accessoire, das wesentlich dazu beiträgt, das Lebensgefühl im Alltag stilvoll und authentisch zum Ausdruck zu bringen. Eine gut gewählte Brille dient als Sonnenschutz und unterstreicht zugleich den persönlichen Stil. Besonders reizvoll ist das Angebot, beim Kauf von zwei Brillen die dritte kostenlos dazu zu bekommen. So ergibt sich die reizvolle Gelegenheit, die dritte Brille gemeinsam mit dem Partner oder der Partnerin zu nutzen. Ein lässiger Partnerlook passt zu Strand und Markt. Die Auswahl bei eyes and more lässt keine Wünsche offen und bietet für nahezu jeden Geschmack und Stil die passenden Modelle.

Bei der Wahl der Fassung dürfen Formen und Farben durchaus auffällig und ausdrucksstark sein. Runde Modelle in Schildpatt-Optik erinnern an italienische Filmstars der Sechzigerjahre, während kantige Formen in dunklem Acetat modern und selbstbewusst wirken. Braune oder grüne Gläser filtern Licht angenehm und wirken warm.

Diese Tipps erleichtern die Wahl der passenden Sommerbrille:

 

  1. UV-Schutz prüfen: Kategorie 3 ist für die meisten Sommeraktivitäten im Freien geeignet.
  2. Gesichtsform beachten: runde Gesichter passen zu eckigen Fassungen und umgekehrt.
  3. Auf Materialeigenschaften achten: leichtes Acetat oder Titan bieten hohen Tragekomfort bei Hitze.
  4. Farben auf den Hautton abstimmen: Warme Töne passen zu Gold/Braun, kühle zu Silber/Schwarz.
  5. Stil passend zum Anlass wählen: verspiegelte Sportbrille für den Strand, elegantes Modell fürs Abendessen.

Diese Checkliste erleichtert die Auswahl und das Ergebnis passt stimmig zum mediterranen Stilkonzept.

Düfte und Pflanzen tragen wesentlich dazu bei, südländische Atmosphäre in den Räumen zu erzeugen. Frischer Rosmarin in einer Tonvase, Zitronen auf dem Tisch oder eine Feigenkerze sprechen mehrere Sinne zugleich an. Olivenbäumchen gedeihen auf sonnigen, windgeschützten deutschen Balkonen. Lavendel wiederum verströmt nicht nur seinen betörenden Duft, der an die Felder der Provence erinnert, sondern hält gleichzeitig auch lästige Mücken fern, was sich an lauen Sommerabenden draußen als äußerst praktischer Vorteil erweist.

Auch die Beleuchtung verdient Aufmerksamkeit. Lichterketten mit warmweißen LEDs, Laternen aus Schmiedeeisen oder einfache Stumpenkerzen auf einem Holztablett schaffen jene stimmungsvolle Abendatmosphäre, die typisch für Restaurants an der Côte d’Azur oder auf Mallorca ist. Wer tiefer in das Thema Farbgestaltung eintauchen möchte, findet unter fachkundigen Empfehlungen zur mediterranen Farbwelt wertvolle Anregungen für die konkrete Umsetzung.

Letztlich ist das mediterrane Wohngefühl weniger eine Frage des verfügbaren Budgets als vielmehr eine Frage der liebevollen Aufmerksamkeit für kleine Details, die in ihrer Gesamtheit den Unterschied ausmachen.

Entscheidend ist die bewusste Wahl – von der Wandfarbe über den Lesestoff und die Tischdekoration bis hin zur Sonnenbrille. Wer Materialien, Farben und Accessoires mit Bedacht kombiniert, kann damit nicht nur das Wohnzimmer, sondern auch Balkon und Terrasse in einen ganz persönlichen Rückzugsort verwandeln, der südländischen Charme und Lebensfreude ausstrahlt. Das Schöne daran ist, dass dieses südländische Flair dauerhaft bestehen bleibt, selbst wenn der Sommer sich langsam verabschiedet und die ersten kühlen Herbsttage Einzug halten. Denn ein Zuhause, das Wärme ausstrahlt, ist zu jeder Jahreszeit eine Wohltat.

Häufig gestellte Fragen

Wie kann ich kleine Räume mediterran gestalten ohne sie zu überladen?

In kleinen Räumen sollten Sie sich auf maximal drei Farbtöne beschränken und viel Weiß als Basis verwenden. Multifunktionale Möbel aus hellem Holz sparen Platz, während wenige große Accessoires wie eine markante Keramikschale mehr Wirkung erzielen als viele kleine Deko-Gegenstände. Spiegel mit rustikalen Rahmen vergrößern optisch den Raum und reflektieren das mediterrane Licht.

Welche stylischen Sonnenbrillen passen perfekt zu meinem mediterranen Wohnstil?

Die richtige Sonnenbrille ergänzt das südländische Lebensgefühl auch beim persönlichen Stil. Bei eyes + more finden Sie stylische Brillen bei eyes and more, die mit warmen Tönen und eleganten Formen perfekt zu einem mediterranen Lifestyle passen. Ob klassische Aviator in Goldtönen oder moderne Modelle in erdigen Nuancen - die Auswahl kombiniert Funktionalität mit südländischer Eleganz.

Was kostet eine komplette mediterrane Wohnzimmer-Umgestaltung?

Eine mediterrane Umgestaltung ist bereits ab 500-800 Euro möglich, wenn Sie gezielt vorgehen. Wandfarbe und neue Textilien schlagen mit etwa 200 Euro zu Buche, ein rustikaler Esstisch kostet 300-600 Euro. Für Accessoires und Pflanzen sollten Sie weitere 200-400 Euro einplanen. Wer schrittweise renoviert und gebrauchte Möbel aufarbeitet, kann die Kosten deutlich reduzieren.

Welche häufigen Fehler sollte ich bei der mediterranen Einrichtung vermeiden?

Der größte Fehler ist die Überladung mit zu vielen verschiedenen Mustern und Farben gleichzeitig. Vermeiden Sie künstliche Materialien wie Plastik-Rattan oder billige Imitationen von Naturstein. Auch zu dunkle Räume oder kühle LED-Beleuchtung zerstören die warme Atmosphäre. Setzen Sie stattdessen auf weniger, dafür hochwertige Stücke mit authentischen Materialien.

Welche Pflanzen eignen sich am besten für ein mediterranes Zuhause?

Authentische mediterrane Pflanzen wie Olivenbäume in Terrakotta-Töpfen, Lavendel, Rosmarin und Bougainvillea bringen echtes Südgefühl ins Haus. Diese Pflanzen benötigen wenig Wasser, lieben sonnige Standorte und verbreiten natürliche Düfte. Für dunklere Ecken eignen sich robuste Feigenbäume oder Zitronenbäume, die auch bei weniger Licht gedeihen.

Automatische Bewässerung für Garten, Balkon und Terrasse, so einfach geht’s!

4.96/5 (23)
(Lesezeit nur 6 Min. 😉 )

Eine automatische Bewässerungsanlage lässt sich mit dem richtigen System auch ohne Vorkenntnisse in wenigen Stunden einfach selbst installieren.

Wir haben einige Systeme ausprobiert (auch die Gießfreundschaft mit unseren Nachbar:innen 😉 ) und haben uns schlussendlich für das Gardena-Micro Drip entschieden. Es läuft inzwischen seit vielen Jahren zuverlässig und ohne größere Probleme. Hier unsere Praxis-Tipps zu Planung, Installation und Inbetriebnahme:

Topf mit Lavendel und einer Bewässerung
Automatisch bewässert und flexibel regulierbar © Siegbert Mattheis

Lohnt sich eine automatische Bewässerungsanlage?

Ja. Besonders wenn ihr häufig unterwegs seid, im Sommer in den Urlaub fahrt oder schlicht keine Zeit habt, täglich zu gießen. In heißen Sommern mit Trockenperioden kann selbst ein kurzer Urlaub ohne Bewässerung fatale Folgen für die Pflanzen haben. Eine automatische Anlage übernimmt das Gießen zuverlässig, spart viel Zeit und langfristig sogar Wasser.

Und eure Nachbarn werden euch ebenfalls dankbar dafür sein 😉 .

Was braucht man für eine automatische Bewässerung auf Balkon oder Terrasse?

Für eine automatische Bewässerungsanlage benötigt ihr drei Dinge:

  1. Eine Wasserquelle: am einfachsten ein Außenwasserhahn in der Nähe eurer Pflanzen.
  2. Ein Bewässerungssystem: mit Haupt- und Verteilerschläuchen sowie passenden Sprüh- oder Tropfdüsen.
  3. Einen Bewässerungscomputer: er regelt Gießzeiten, Häufigkeit und Dauer vollautomatisch.

Praxis-Tipp: Wir nutzten das GARDENA® Micro-Drip-System Starter-Set. Das enthält bereits Schläuche, Düsen und die nötigen Anschlussstücke für mehrere Töpfe.

GARDENA® Micro-Drip-System bei amazon ansehen *

Wie plant man eine automatische Bewässerungsanlage?

Macht euch auf jeden Fall vorher einen Plan! Zählt zunächst alle Pflanzen, die bewässert werden sollen, und messt die Abstände vom Wasseranschluss zu jeder einzelnen. Zeichnet dann einen einfachen Plan.

  • Der Hauptschlauch (13 mm Durchmesser) sollte vom Wasseranschluss bis zu den letzten Pflanzen reichen.
  • Von diesem Hauptschlauch zweigen dann die dünneren Verteilerschläuche (4,6 mm) zu den einzelnen Töpfen ab.

Praxistipp: Am besten verlegt man den Hauptverteilerschlauch am Boden jeweils bis (fast) zur letzten Pflanze. Am Boden ist der dickere Schlauch auch weniger sichtbar.

gezeichneter Plan
Unser Plan 😉 © Siegbert Mattheis

Wieviele Düsen braucht eine Pflanze?

Unsere Faustregel für die Anzahl der Sprühdüsen:

  • Kleine bis mittelgroße Töpfe: 1 Düse
  • Große Töpfe oder kräftige Pflanzen: 2 Düsen
  • Längliche Pflanzkästen (ca. 50 cm): 3 Düsen
Verpackung von Gardena
Unser Gardena-Starterset © Siegbert Mattheis
Messer und Schläuche auf einem schwarzen Brett
Einfach mit dem Messer zu schneiden© Siegbert Mattheis

Wie montiert man die Schläuche und Düsen?

  1. Schläuche zuschneiden: Mit einem scharfen Küchenmesser auf einer stabilen Unterlage lassen sich die Schläuche sauber und gerade schneiden.
  2. Verbindungen herstellen: Das Quick & Easy-System ermöglicht es, Schläuche und Anschlussstücke ohne Schlauchschellen einfach aufeinander zu schieben. Durch die Spannung der Schelle und einer Art Widerhaken hält der Sitz von selbst.
  3. Düsen aufstecken: Die Sprühdüsen werden direkt auf die Verteilerenden aufgesteckt.

Profi-Tipp: Bei kühlem Wetter können die Schlauchenden etwas steif sein und es ist dann schwieriger, sie auf die Verbindungsstücke zu schieben. Erwärmt die Enden kurz mit einem Fön oder taucht sie vorher in heißes Wasser. Dann lassen sie sich viel leichter aufstecken.

Rote Tropfdüse mit Schlauch rechts und links
Die beiden Blechklammern des Quick & Easy-Systems rechts und links der Tropfdüse halten die Schlauchenden fest © Siegbert Mattheis
Topf mit Erde und zwei Sprühdüsen
Größere Töpfe und Pflanzen brauchen eher zwei Sprühdüsen © Siegbert Mattheis

Welche Düsenarten gibt es und welche braucht man wofür?

  • Tropfdüsen bewässern punktuell direkt an der Wurzel. Ideal für empfindliche Pflanzen oder dort, wo kein Sprühnebel entstehen soll.
  • 360-Grad-Sprüdüsen verteilen das Wasser gleichmäßig im Kreis. Gut geeignet für größere Töpfe und buschige Pflanzen.

Die Intensität lässt sich bei beiden Typen über einen Drehknopf individuell regulieren. Das ist wichtig, da verschiedene Pflanzen unterschiedliche Wassermengen benötigen.

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Wie schließt man den Bewässerungscomputer an?

Der Bewässerungscomputer wird direkt an den Wasserhahn angeschlossen. Zwischen Computer und Schlauchsystem kommt ein sogenanntes Basisgerät, das den Wasserdruck reduziert und das Wasser filtert. Dieser Filter schützt die Düsen vor Verstopfungen durch Kalkablagerungen.

Wie programmiert man den Bewässerungscomputer?

Die Programmierung ist unkompliziert: Über ein Display und einen Drehknopf legt ihr fest:

  • zu welchen Uhrzeiten
  • an welchen Tagen (ob täglich, alle 2 oder 3 Tage etc.) und
  • wie lange die Bewässerung laufen soll.

Gute Modelle erlauben bis zu drei Bewässerungsvorgänge täglich mit einer Dauer von 1 Minute bis zu mehreren Stunden.

Bewässerungscomputer mit 4 roten Tasten
Der Bewässerungscomputer, einfach zu bedienen © Siegbert Mattheis
teilstück im Schlauch
Basisgerät zur Druckreduzierung © Siegbert Mattheis

Wann ist die beste Uhrzeit zum Gießen?

Die ideale Zeit zum Bewässern ist früh morgens zwischen 6 und 9 Uhr. Denn zu dieser Zeit verdunstet das Wasser deutlich weniger als mittags oder am Nachmittag. So hat es ausreichend Zeit, bis zu den Wurzeln einzusickern.

Außerdem verringert sich das Risiko von Schimmelbildung, das beim abendlichen Gießen entstehen kann. Bewässerungscomputer lassen sich exakt auf diese Zeiten programmieren. Ihr müsst dafür also nicht extra früh morgens aufstehen 😉 .

Wie oft und wie lange soll gegossen werden?

Das hängt von der Pflanzenart, der Topfgröße, dem Standort und der Witterung ab:

  • Kleine Balkonkästen in voller Sonne: täglich, an Hitzetagen auch zweimal täglich
  • Große Kübelpflanzen im Halbschatten: alle 1–2 Tage
  • Mediterrane Pflanzen wie Lavendel oder Rosmarin: seltener, da trockenheitsliebend, sie mögen keine Staunässe
  • Wasserliebende Pflanzen wie Hortensien: täglich und großzügig

Mehr über die wichtigsten mediterranen Pflanzen

Mehr über Hortensien und warum sie ihre Farbe wechseln

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Wie verhindert man, dass Balkonkästen austrocknen?

  • Eine Drainageschicht aus Blähton am Topfboden speichert überschüssige Feuchtigkeit und gibt sie bei Bedarf wieder ab.
  • Kunststofftöpfe halten Feuchtigkeit länger als Terrakottagefäße. Allerdings besteht da das Risiko von Staunässe und Wurzelfäule.

Warum Terrakottatöpfe für Pflanzen ideal sind

Kann man mit der automatischen Bewässerung auch Wasser sparen?

Ja. Mit einem guten System kann sogar bis zu 50 % Wasser sparen. Denn solche Tröpfchenbewässerungssysteme geben das Wasser gezielt und kontrolliert ab. So verdunstet es kaum und läuft auch nicht ungenutzt ab.

Smarte Systeme, die mit Bodenfeuchtigkeitssensoren oder Wetterdaten arbeiten, bewässern zudem nur, wenn es wirklich nötig ist und setzen bei Regen automatisch aus. Das spart nicht nur Wasser, sondern schützt die Pflanzen auch vor Überwässerung.

Kann man die automatische Bewässerung per App steuern?

Ja. Mit dem GARDENA Smart System lässt sich die Bewässerung bequem per Smartphone steuern, egal wo ihr gerade seid. Die App (für iOS und Android) ermöglicht:

  • Gießdauer und -häufigkeit jederzeit anzupassen
  • Bewässerung bei Regen manuell stoppen
  • Anbindung an eine Wetter-App für vollautomatische Anpassung

Kann man dank der automatischen Bewässerung sorglos in den Urlaub fahren?

Ja. Und das ist einer der größten Vorteile. Sobald das System eingestellt und ihr ein paar Tage getestet habt, klappt es zuverlässig auch über mehrere Wochen. Das können wir nun aus eigener Erfahrung nach mehreren Jahren bestätigen: Nach jedem Urlaub kommen wir zurück in unser kleines, blühendes und grünes Paradies 😉 .

Praxistipp: Testet das System mindestens ein bis zwei Wochen vor dem Urlaubsantritt und justiert alle Düsen sorgfältig nach, um zu testen, dass jede Pflanze bestmöglich bewässert wird und keine Staunässe entsteht.

Viele Pflanzen mit roten Blüten
Das Bewässerungssystem ist so gut wie nicht zu sehen © Siegbert Mattheis

Was sollte man beim Winterbetrieb beachten?

Wir haben inzwischen die Erfahrung mit mehreren Wintern, auch mit extremen Temperaturen gemacht. Im jeweils nächsten Frühjahr mussten wir nur manche Düsen reinigen und nachjustieren und Schläuche wieder fester aneinander stecken, aber das war auch alles. Dafür:

  • Bewässerungscomputer abbauen, die Batterie entnehmen und trocken lagern
  • Wasserhahn schließen und das restliche Wasser aus den Schläuchen entleeren. Gegebenenfalls könnt ihr sie einfach mit einer Fahrradpumpe durchblasen.
  •  Im Frühjahr beim Wiederanschluss alle Düsen auf Kalkablagerungen oder Verstopfungen prüfen, besonders bei kalkhaltigem Leitungswasser.
  • Alle Schlauchverbindungen auf festen Halt überprüfen

Was kostet eine automatische Bewässerungsanlage?

  • Einfache Systeme ohne Computer für wenige Pflanzen: ca. 30 – 80 Euro
  • Komplettanlage für Terrasse/Balkon mit vielen Pflanzen (z. B. für unsere 46 Pflanzen, 17 m Schlauch, 69 Düsen und Computer): ca. 200 Euro
  • Smarte App-gesteuerte Kombilösungen: 300 – 600 Euro

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Unsere 9 wichtigsten Praxis-Tipps auf einen Blick

  1. Zeichnet vor dem Kauf einen Plan. Und lieber etwas großzügiger kalkulieren 😉
  2. Verlegt den Hauptschlauch bis zur letzten Pflanze, von dort den dünneren Schlauch zu den Töpfen
  3. Schläuche bei Bedarf mit dem Fön oder heißem Wasser vorwärmen, damit sie sich leichter aufstecken lassen
  4. Es gibt Tropf- und 360-Grad-Düsen, wählt je nach Pflanze das Richtige
  5. Das System einige Tage testen und beobachten, bevor ihr in den Urlaub fahrt
  6. GARDENA Smart System App herunterladen für Fernsteuerung per Smartphone
  7. Vor dem Winter den Bewässerungscomputer abmontieren (oder zumindest die Batterie entfernen)
  8. Das Restwasser aus den Schläuchen blasen (z. B. mit einer Fahrradpumpe)
  9. Bei kalkhaltigem Wasser die Düsen im Frühjahr auf Verstopfungen prüfen

Was tun, wenn auf dem Balkon kein Wasseranschluss vorhanden ist?

Das ist auch kein Problem. Dazu gibt es mehrere Alternativen:

Regentonne mit Pumpe: Eine Regenfasspumpe saugt das Wasser aus einer Tonne und leitet es über den angeschlossenen Schlauch zu euren Pflanzen. Damit der Druck ausreicht, sollte der Behälter etwa 70 cm bis 1 Meter höher als die Pflanzen stehen.

Solarbetriebene Systeme: Systeme wie das GARDENA AquaBloom * kommen ganz ohne Strom- und Wasseranschluss aus. Sie pumpen Wasser aus einem eigenen Tank und werden durch ein Solarpanel betrieben – ideal für Balkone, Schrebergarten oder Ferienhäuser.

Bewässerungskegel und Flaschenadapter: Tonkegel oder Kunststoffadapter werden auf eine mit Wasser gefüllte Flasche gesteckt und kopfüber in die Erde gesteckt. Sie geben das Wasser gleichmäßig und langsam ab. (Das machen wir immer bei unseren Zimmerpflanzen, wenn wir länger unterwegs sind)

Pflanzgefäße mit Wasserspeicher: Töpfe mit integriertem Wassertank versorgen Pflanzen über den Kapillareffekt selbstständig für mehrere Tage, ohne Technik.

Diese Anleitung und der Erfahrungsbericht wurde übrigens nicht von Gardena gesponsert, sondern aus eigener Begeisterung geschrieben 😉

Siegbert Mattheis

Älterer Mann mit weißem Haar und Bart, trägt ein dunkles Hemd und blickt mit einem leichten Lächeln in die Kamera.

Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam AmbienteMediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.

Shatta Music, Female Empowerment aus der Karibik

5/5 (4)
(Lesezeit nur 4 Min. 😉 )
Shatta Music ist uns das erste Mal in der Karibik in einem Club auf Martinique begegnet. Zunächst waren wir irritiert, wie ungehemmt und selbstbewusst, gleichzeitig aber extrem körperbetont sich die Sängerinnen gaben.

Knapp bekleidet, in engen Outfits und glänzenden Trikots in Neonfarben. Und in den Texten „dreckige“ Sprüche über sexuelle Themen …
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San-Marzano-Tomaten DOP: echter Geschmack aus Kampanien

5/5 (3)
(Lesezeit nur 3 Min. 😉 )
San Marzano Tomaten gehören zu unseren Lieblingstomaten. Immer wenn wir sie auf den Märkten entdecken, greifen wir zu. Denn daraus lässt sich das leckerste italienische Tomaten-Sugo machen. Daher werden sie auch traditionell für die Tomatensoße der neapolitanischen Pizza verwendet. Wir haben uns die Besonderheiten der DOP-Tomaten vom Consorzio di Tutela del Pomodoro San Marzano DOP genauer erklären lassen:
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Reisen nach Italien für Gehörlose

5/5 (4)
(Lesezeit nur 6 Min. 😉 )

Weltweit leben schätzungsweise etwa 20 % der Weltbevölkerung mit einem gewissen Grad an Hörverlust. 430 Millionen Menschen sind von einem schwerwiegenden Hörverlust betroffen. Davon nutzen über 70 Millionen gehörlose Menschen primär die Gebärdensprache, laut der Bundeszentrale für politische Bildung.

Bei diesen Zahlen wundert man sich, warum es kaum Reiseveranstalter gibt, die sich auf Reisen für Gehörlose spezialisieren.

Welche Reiseveranstalter bieten Reisen für Gehörlose an?

Das fragte sich auch Mirco Carella, gebürtiger Italiener aus den Marchen. Selbst gehörlos und eigentlich Meeresbiologe, gründete er 2025 das Unternehmen DAT, Deaf Accessible Tourism.

Wir hatten ihn auf der Internationalen Tourismusbörse ITB Berlin kennengelernt, waren fasziniert von seinem Engagement und verabredeten uns sofort zu einem Interview (siehe weiter unten)

Lächelnder Mann mit Brille, der ein kariertes Hemd und ein grünes Schlüsselband trägt und vor einem Naturhintergrund steht.
Mirco Carella © Siegbert Mattheis
Broschüre für gehörlosengerechten Tourismus auf einer gelben Stofftasche mit einem blauen Herz und einem Flugzeuglogo.
Werbemittel von DAT © Siegbert Mattheis

Was ist Deaf Accessible Tourism?

Deaf Accessible Tourism (Barrierefreier Tourismus für Gehörlose), kurz DAT, ist ein Reiseveranstalter, der sich vollständig und ausschließlich gehörlosen Reisenden widmet. Das Ziel von DAT ist es, gehörlose Menschen aus aller Welt zu verbinden, durch sorgfältig gestaltete, vollständig barrierefreie Gruppenreisen nach Italien und in ganz Europa. Der Fokus liegt auf echter Zugänglichkeit, von der Kommunikation über die Reiseleitung bis hin zur gesamten Logistik vor Ort.

Warum ist Italien das perfekte Reiseziel für gehörlose Reisende?

Italien ist das Land mit der weltweit höchsten Anzahl an UNESCO-Weltkulturerbestätten. Es bietet eine unvergleichliche Dichte an Geschichte, Kunst, Kultur, Natur und Gastronomie.

Für gehörlose Reisende bedeutet das: visuell beeindruckende Erlebnisse, die nicht von akustischer Wahrnehmung abhängen, denn Architektur, Kunstwerke, Landschaften und kulinarische Genüsse sprechen eine universelle Sprache.

Ein hoher steinerner Glockenturm erhebt sich über Terrakotta-Dächern, mit sanften Hügeln und blauem Himmel im Hintergrund.
Blick über die Toskana von Volterra aus © Siegbert Mattheis
Menschen, die nachts auf einer Straße unter hellen, dekorativen Lichtern in festlicher Atmosphäre spazieren gehen.
Traditionelle Feste in Italien © Siegbert Mattheis

Welche Kommunikationsformen unterstützt DAT?

Der Komfort in der Kommunikation steht bei DAT an erster Stelle. Reiseleiter – ob gehörlos oder hörend – beherrschen Gebärdensprachen wie International Sign Language (ISL) oder American Sign Language (ASL). Für Reisende, die auf Lippenlesen oder Resthörvermögen angewiesen sind, priorisieren die Guides klare, direkte Kommunikation von Angesicht zu Angesicht und stellen ergänzendes schriftliches Material bereit. Auf Anfrage bietet DAT außerdem kontinuierliche, simultane Transkription des gesprochenen Wortes in die Sprache eurer Wahl.

Mittelalterliche Stadt mit vielen hohgen Türmen auf einem Hügel in grüner Landschaft
San Gimignano mit den Geschlechtertürmen © Siegbert Mattheis

Bietet DAT nur Gruppenreisen an?

Der Schwerpunkt von DAT liegt auf Gruppenreisen, aber selbstverständlich organisiert der Veranstalter auch maßgeschneiderte Reiserouten für individuell Reisende. Dabei erhaltet ihr sowohl vor als auch während der Reise vollständige logistische Unterstützung. Die Route lässt sich flexibel anpassen: Sehenswürdigkeiten und Reiseziele können je nach Budget und persönlichen Vorlieben hinzugefügt oder gestrichen werden.

Was bedeutet „Slow Travel” bei DAT?

Slow Travel richtet sich an alle, die mehr als nur Sehenswürdigkeiten abhaken wollen. Besonders für die Toskana bietet DAT Erlebnistouren im Slow-Travel-Stil an, die sich auf

  • alte Traditionen und lokales Handwerk,
  • kulinarische Geheimnisse von regionalen Märkten bis zu Kochkursen
  • sowie Outdoor-Aktivitäten in atemberaubenden Naturlandschaften konzentrieren.

Diese Art zu reisen ermöglicht eine tiefe emotionale Verbindung zu Orten, ohne Stress, ohne Hektik.

Spaghetti auf Teller mit Wein vor Meer
Köstlich italienisch essen im Baia del Rogiolo in Quercianella © Siegbert Mattheis
Zur Luminara explodieren Feuerwerke über einem Fluss, im Vordergrund sind beleuchtete Gebäude und eine Menschenmenge zu sehen.
Feuerwerk als Höhepunkt der Luminara in Pisa © Siegbert Mattheis
Ein felsiger Abhang mit grüner Vegetation und Blick auf ein Tal und ferne Berge unter einem klaren blauen Himmel.
Beeindruckende Landschaft in Sardinien © Siegbert Mattheis

Besucht DAT nur bekannte Touristenziele?

DAT lädt Reisende ausdrücklich dazu ein, Italiens versteckte Schätze zu entdecken. Die exklusiven Reiserouten führen fernab der üblichen Touristenpfade in kleine Dörfer mit authentischer Geschichte, Regionen mit einzigartiger Kultur und Gastronomie sowie Orte, die noch nicht vom Massentourismus erschlossen sind. Das Ziel ist ein echtes, unvergessliches Erlebnis, kein typisches Gruppenreise-Feeling.

Kann man eine Gehörlosen-Reise mit einem Seminar kombinieren?

Ja. DAT bietet die einzigartige Möglichkeit, Ferien mit Studienzeiten oder Seminaren zu kombinieren, die von italienischen Universitäten und Institutionen durchgeführt werden, die sich auf Gehörlosenkultur und Interessenvertretung spezialisiert haben. So lässt sich persönliche Weiterentwicklung mit unvergesslichen Reiseerlebnissen verbinden.

Kirche in gelblichen Farben am türkisfarbenen Meer
Die Basilica Santa Maria Assunta in Camogli © Siegbert Mattheis

Was ist in einer Reise für Gehörlose enthalten?

DAT verspricht wirklich immersive Erlebnisse:

  • Monumente,
  • Kunstwerke und Kulturstätten
  • religiöse Zeremonien und lokale Traditionen
  • Straßenmärkte und musikalische Atmosphäre,
  • gastronomische Highlights und kulinarische Entdeckungen sowie
  • Naturwunder und beeindruckende Landschaften uvm.

Gut abgestimmte Logistik sorgt dafür, dass sich die Reisenden voll auf das Erleben konzentrieren können.

Italienisches Bergdorf mit gelben Gebäuden und hohen Zypressen unter einem blauen Himmel mit Wolken.
Montescudaio in der Toskana © Siegbert Mattheis
An einem sonnigen Tag herrscht reges Treiben auf dem Markt, auf dem bunte Stoffe und Kunsthandwerk unter Vordächern angeboten werden.
Markt in Palermo © Siegbert Mattheis
Zwei bunte Keramik-Kopfvasen mit Kronen und eine kleine grüne Baumskulptur, die zusammen ausgestellt werden.
Kunsthandwerk in Sizilien © Siegbert Mattheis

Für wen sind die Touren von DAT geeignet?

Für alle gehörlosen und schwerhörigen Reisenden weltweit; unabhängig davon, ob sie über Gebärdensprache kommunizieren, auf Lippenlesen angewiesen sind oder Resthörvermögen haben. Die Reisen eignen sich außerdem für Gehörlosengruppen und -vereine, Einzelreisende, die Gleichgesinnte treffen möchten, hörende Begleiter und Familienangehörige sowie Menschen, die Urlaub mit Weiterbildung verbinden wollen.

Was kosten die Reisen von Deaf Accessible Tourism?

DAT bietet alle Touren zu fairen, vernünftigen Preisen an, ohne Abstriche bei Qualität und Logistik. Da Routen individuell angepasst werden können, lässt sich die Reise gezielt auf das eigene Budget abstimmen. Detaillierte Preisinfos sind direkt über die Website von DAT oder auf Anfrage erhältlich:

info@deafaccessibletourism.com

+39 0571 913093

Aber generell sind die Preise ähnlich denen einer Reise für Hörende.

Blick über weite, meist trockene Landschaft von einem Berg aus mit
Blick über Sizilien von Enna aus © Siegbert Mattheis

Interview mit Mirco Carella

Mirco ist Meeresbiologe, gehörlos und promovierte in Barcelona. Für ein dreijähriges Programm in internationaler Gebärdensprachmediation kehrte er wieder in die Schule zurück. Seine Leidenschaft gilt dem Reisen (er hat bisher mehr als 50 Länder besucht) und dem Sport, insbesondere Rugby. Er widmet sich dem zugänglichen Tourismus für Gehörlose.

Er spricht neben Italienisch auch gut Spanisch und Englisch und verfügt über mittlere Kenntnisse in Katalanisch, LIS (Lingua dei Segni Italiana, Italienische Gebärdensprache) und ASL.

Mirco, wie bist du auf die Idee für DAT gekommen?

Die Idee zur Gründung von DAT (Deaf Accessible Tourism) kam mir während einer Reise in den Iran. Dort lernte ich meinen zukünftigen Chef Massimo kennen, der von der Idee, gehörlose Menschen auf Reisen zu schicken, begeistert war.

Auf der Messe in Berlin war DAT der einzige Reiseveranstalter, der sich dieser Zielgruppe widmete. Ich glaube, es ist eine der wenigen organisierten Einrichtungen in Europa, die es gehörlosen Menschen ermöglicht, zu reisen, ohne dass sie dabei auf Kommunikationsbarrieren stoßen.

Was ist deine Mission?

Wir möchten jedem Gehörlosen das Reisen ermöglichen und dabei die Einzigartigkeit jedes Einzelnen respektieren: von den unterschiedlichen Graden der Schwerhörigkeit bis hin zu den verschiedenen Kommunikationsarten, wie der Verwendung der LIS, dem Lippenlesen oder dem Cochlea-Implantat.

Unser Ziel ist die Integration mit hörenden Reisenden, um gemeinsam alle Barrieren und Vorurteile abzubauen. Wir versuchen, alle möglichen Kommunikationsmittel zu nutzen: Lippenlesen, Gebärdensprache und Speech-to-Text-Technologien. Die Messe in Berlin war sehr hilfreich, um hervorragende Anbieter und Partner für Speech-to-Text-Technologien zu finden.

Du hast über 50 Länder bereist. Auf welche Schwierigkeiten bist du selbst oder sind andere Gehörlose in der Vergangenheit gestoßen?

Kommunikationsbarrieren. Da ich oft alleine reiste und hochgradig gehörlos bin, konnte ich die Lippenbewegungen meiner Gesprächspartner oft nicht richtig verstehen: Hotelpersonal, Menschen, denen ich auf der Straße begegnete, englischsprachige Reiseführer. Es ist nicht so, dass ich kein Englisch spreche, das Problem ist, dass jedes Land seine eigene Lippenbewegung hat, und darin liegt die Herausforderung, die Lippenbewegung der englischen Sprache in diesem Land zu verstehen. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Die Slawen haben eine Lippenbewegung, die unserer sehr ähnlich ist, während z. B. die Inder:innen für mich unverständlich sind. Zum Glück wird die KI bald alles lösen …

Gehörlose Gebärdensprachbenutzer werden oft von Gebärdensprachdolmetschern oder lokalen gehörlosen Reiseführern begleitet, die die internationale Gebärdensprache verwenden.

Was möchtest du gehörlosen Menschen und auch denen, die hören können, mitteilen?

Reist und entdeckt die Welt in all ihren Facetten, vor allem gemeinsam – Gehörlose und Hörende –, um alle sozialen Vorurteile abzubauen. Leider kommt es auch heute noch, im Jahr 2026, oft vor, dass wir, wenn wir etwas „Anderes” bemerken, blockieren und dazu neigen, uns zu entfernen und zu stigmatisieren. Das passiert sogar intelligenten und gebildeten Menschen.

Du sprichst sehr gut Englisch, Spanisch und sogar Katalanisch, wie hast du das gelernt?

Mit viel Geduld und oft dank Privatunterricht, vor allem um das Lippenlesen in einer anderen Sprache zu lernen.

Für wen sind deine Touren am besten geeignet?

Sowohl für gehörlose Gebärdensprachler als auch für Hörende. Eine totale Inklusion.

Was kostet eine Tour ungefähr?

Ich glaube, sie kostet so viel wie andere Touren. Wenn wir dem Kunden etwas sparen können, aber dabei die beste Qualität garantieren, umso besser!

Gibt es eine Frage, die ich nicht gestellt habe und die du gerne beantworten würdest? 

Es ist überraschend, wie oft sich gehörlose Menschen aufgrund ihrer Kommunikationsweise in Untergruppen aufteilen: diejenigen, die LIS verwenden, diejenigen, die die gesprochene Sprache bevorzugen und sich damit fast selbst diskriminieren. Das Ziel von DAT ist es, diese Spaltungen zu überwinden, alle gehörlosen Menschen miteinander zu verbinden und alle Barrieren abzubauen, um ihnen die Freiheit zu geben, sich unter Gehörlosen und schließlich auch unter Hörenden wohlzufühlen.

Vielen Dank für das Gespräch, lieber Mirco!

Fazit: Warum empfehlen wir DAT?

Weil Reisen für alle sein sollte. Mirco und sein Team von Deaf Accessible Tourism verbindet tiefes Wissen über Italien und Europa mit echter Expertise in barrierefreiem Tourismus für Gehörlose. Das Ergebnis sind Reisen, die nicht nur zugänglich sind, sondern wirklich unvergesslich. Wir freuen uns sehr, euch diesen besonderen Veranstalter vorstellen zu dürfen.

Weitere Informationen zu DAT findet ihr direkt auf der Website von Deaf Accessible Tourism.

Siegbert Mattheis

Älterer Mann mit weißem Haar und Bart, trägt ein dunkles Hemd und blickt mit einem leichten Lächeln in die Kamera.

Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam AmbienteMediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.

Ostern in Griechenland, wie feiern die Griechen das Osterfest 2026?

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(Lesezeit nur 5 Min. 😉 )
Ostern, „Ágio Páscha“, ist für die griechisch-orthodoxen Christen das bedeutendste und traditionsreichste Fest im ganzen Jahr. Das orthodoxe Osterfest unterscheidet sich im Datum von Jahr zu Jahr von unseren Osterfeiertagen.

2026 wird Ostern nur ein Woche später als bei uns gefeiert:

  • Karfreitag am 10. April
  • Ostersonntag am 12. April
  • Ostermontag am 13. April

Aber die Feierlichkeiten und Rituale erstrecken sich über eine lange Zeitspanne von 7 Wochen, mit dem Beginn des Karnevals im Frühjahr („Apókries“ = weg vom Fleisch, also Fasten). Weiterlesen

Traditionelles Sardinenfest in der Vendée im Frühling 2026

5/5 (8)
(Lesezeit nur 4 Min. 😉 )
Das Frühlingsfest der Sardine, „Le Printemps de la Sardine” ist eines der charmantesten und authentischsten Volksfeste Frankreichs. Es findet jedes Jahr im Frühjahr (und auch im Sommer) in der Pays de Saint-Gilles-Croix-de-Vie an der französischen Atlantikküste statt. Das Festival im Département Vendée feiert damit die Eröffnung der traditionellen Sardinenfangsaison.
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Mutti: sonnengereifte Tomaten in Dose und Flasche; 100% Italien!

5/5 (10)
(Lesezeit nur 7 Min. 😉 )
Wir sind absolute Mutti-Fans 😉 und haben immer einen ganzen Vorrat an Tomaten und Sauce in Dosen und Flaschen zu Hause. Denn kaum eine andere Marke steht so konsequent für die Qualität sonnengereifter italienischer Tomaten. Und die sind aus der mediterranen Küche nicht mehr wegzudenken.
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Cocomero Pugliese: erfrischender Sommer-Snack aus Apulien

4.77/5 (22)
(Lesezeit nur 3 Min. 😉 )
Gurke oder Melone? Die Cocomero Pugliese ist beides und doch etwas ganz Eigenes. Wenn ihr im Sommer durch apulische Märkte schlendert, stößt ihr unweigerlich auf diese ungewöhnliche Frucht, die dort Kisten füllt. Außerhalb der Region ist sie allerdings kaum zu finden.
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Wie ist eigentlich unsere Schrift entstanden?

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(Lesezeit nur 7 Min. 😉 )
Die Buchstaben, die wir heute täglich in unsere Smartphones tippen, sind das Ergebnis einer multikulturellen Zusammenarbeit. Wanderarbeiter in ägyptischen Türkisminen aus Kanaan waren zwar fasziniert von ägyptischen Hieroglyphen, fanden sie aber zu kompliziert und vereinfachten sie. Ein (sehr früher) Fall von Usability, Nutzerfreundlichkeit 😉

Aber der Reihe nach.

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Koloss von Rhodos: Wo stand er wirklich? Und wie sah er aus?

4.93/5 (42)
(Lesezeit nur 8 Min. 😉 )
Breitbeinig überspannt der riesige Koloss von Rhodos über der Hafeneinfahrt von Rhodos. Genau dort, wo heute am Mandraki-Hafen die beiden Säulen mit dem Hirsch, dem Wappentier von Rhodos und der Hirschkuh stehen. So jedenfalls suggerieren es uns die vielen Bilder und Souvenirs, die im Umlauf sind.

Aber kann das stimmen?

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Calçotada, einzigartiges Zwiebelfest in Katalonien mit Calçots und viel Spaß!

5/5 (30)
(Lesezeit nur 5 Min. 😉 )
Calçotada in Katalonien: Der köstliche Duft von angebratenen Zwiebeln liegt in der Luft. Rauchschwaden ziehen träge durch die Gassen. Unter das Stimmengewirr und Lachen mischt sich das Knistern von brennenden Zweigen …

Hier findet ihr alle Antworten zum geselligsten Fest Kataloniens – von den Calçots über die richtige Esstechnik bis hin zu den besten Terminen und Orten.

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Wie richtet man ein Badezimmer im mediterranen Stil ein?

4.8/5 (10)
(Lesezeit nur 6 Min. 😉 )
Ein mediterranes Badezimmer stilvoll einzurichten, ist ganz einfach.

In diesem umfassenden Ratgeber zeigen wir euch, wie ihr Schritt für Schritt euer eigenes mediterranes Traumbad gestaltet. Mit praktischen Tipps, Materialempfehlungen und Antworten auf die häufigsten Fragen. Weiterlesen

Das perfekte Kaminfeuer, so einfach geht’s!

4.91/5 (22)
(Lesezeit nur 5 Min. 😉 )

Ein knisterndes Kaminfeuer schafft Atmosphäre und wohlige Wärme. Doch wie gelingt das perfekte Feuer ohne Qualm und Ruß? In diesem FAQ-Guide beantworten wir alle wichtigen Fragen rund ums richtige Anfeuern, die beste Holzwahl und die optimale Luftzufuhr. Weiterlesen

Kaminromantik ohne offenen Kamin, welche Alternativen gibt es?

5/5 (8)
(Lesezeit nur 5 Min. 😉 )
Ein knisterndes Kaminfeuer steht für Gemütlichkeit, Wärme und Romantik. Doch ein traditioneller offener Kamin ist teuer, wartungsintensiv und in vielen Wohnungen schlicht nicht möglich. Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche Alternativen, mit denen ihr euch Kaminfeuer-Romantik nach Hause holen könnt.

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Hotel Provençal, wie entstand der Mythos der Côte d’Azur und der Französischen Riviera?

4.86/5 (29)
(Lesezeit nur 7 Min. 😉 )
Riviera, Côte d‘Azur, Nizza, Cannes, Monaco, Saint-Tropez oder Juan-les-Pins … allein der Klang dieser Namen ruft in uns eine Unmenge von Bildern und Assoziationen hervor, weckt Sehnsüchte und Träume. Nicht nur von Sonne, Strand und azurblauem Meer, sondern gleichermaßen vom Zauber von Glamour, Luxus, Leidenschaft, Reichtum, Exzentrik und Weltgewandtheit. Mondän, welterfahren, extravagant, im ursprünglichen Sinne des französischen Wortes mondain.
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Mandelblüte Mallorca 2026, wann und wo ist sie am schönsten?

5/5 (31)
(Lesezeit nur 4 Min. 😉 )

Die Mandelblüte auf Mallorca ist eines der schönsten Naturschauspiele im Mittelmeerraum. Zwischen Ende Januar und Mitte März verwandelt sich die Baleareninsel in ein zartrosa und weißes Blütenmeer. Hier findet ihr alle wichtigen Informationen rund um die Mandelblüte.

Weiß-rosa Mandelblüte
Mandeln in voller Blüte © Siegbert Mattheis
Schafe unter Bäumen
Leise bimmeln die Glöckchen der Schafe ... © Siegbert Mattheis
Mandelblüten verbreiten einen zart-süßlichen Duft © Siegbert Mattheis
Mandelblüten verbreiten einen zart-süßlichen Duft © Siegbert Mattheis

Wann ist die Mandelblüte auf Mallorca?

Die Mandelblüte auf Mallorca beginnt typischerweise zwischen Mitte Januar und Anfang Februar und dauert bis etwa Mitte März. Der exakte Zeitpunkt hängt vom Winterwetter ab. Denn je strenger der Winter war, desto später setzt die Blüte ein.

Wann ist die beste Reisezeit?

Mitte bis Ende Februar ist der ideale Zeitpunkt, da dann die meisten der Millionen Mandelbäume in voller Blütenpracht stehen. Die Blüte erreicht in dieser Zeit ihren Höhepunkt und dauert insgesamt vier bis acht Wochen.

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Wie ist das Wetter zur Mandelblüte auf Mallorca?

Zur Zeit der Mandelblüte herrschen auf Mallorca bereits frühlingshafte Bedingungen:

  • Temperaturen: 15-20 Grad Celsius, im Süden teilweise sogar höher
  • Sonnenschein: Viele sonnige Tage mit strahlend blauem Himmel
  • Klima: Angenehm mild, ideal für Wanderungen und Radtouren
  • Besonderheit: Während in Deutschland noch Winter ist, beginnt auf Mallorca bereits der Frühling

Wo ist die Mandelblüte auf Mallorca am schönsten?

Mandelbäume findet ihr nahezu überall auf Mallorca, besonders eindrucksvoll sind folgende Regionen:

Ostküste:

  • Zwischen Porto Cristo und Porto Colom
  • Region um Santanyí und Felanitx
  • Gegend um Manacor

Westen und Tramuntana:

  • Zwischen Palma und Sóller (auch vom historischen Zug “Roter Blitz” aus sichtbar)
  • Zwischen Esporles und Bunyola
  • Zwischen Andratx und S’Arraco
  • Um Valldemossa herum
  • Strecke zwischen Valldemossa und Sóller

Im Inselinneren:

  • Zwischen Llucmajor und Santanyí
  • Gegend um Alaró und Bunyola
  • Region um den Puig de Randa
Zug in Kurve vor Gebirge
Mit dem Zug durch das Tramontana-Gebirge © Siegbert Mattheis
Blick aus einem Zugabteil
Vom "Roten Blitz" aus sieht man viele Mandelbäume © Siegbert Mattheis
Mandelbaum in Blüte vor Stadt
Einzelne Mandelbäume bei Sollér © Siegbert Mattheis

Wie kann man die Mandelblüte am besten erleben?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Mandelblüte zu entdecken:

Mit dem Auto: Mietet euch einen Wagen und fahrt durch die Ebenen und kleinen Nebenstraßen der Insel. So könnt ihr flexibel die schönsten Orte ansteuern.

Mit dem Zug: Der “Rote Blitz” von Palma nach Sóller fährt durch das Tramuntana-Gebirge und bietet spektakuläre Ausblicke auf blühende Mandelbaumfelder.

Mit dem Fahrrad: Die milden Temperaturen und ebenen Strecken im Inselinneren sind ideal für Radtouren durch die Mandelplantagen.

Zu Fuß: Zahlreiche Wanderwege führen durch Mandelplantagen und bieten intensive Naturerlebnisse.

Warum blühen manche Mandelbäume rosa und andere weiß?

Die Blütenfarbe hängt von der Mandelsorte ab, nicht vom Unterschied zwischen Süß- und Bittermandeln, wie oft fälschlicherweise behauptet wird. Auf Mallorca gibt es etwa 120 bis 150 verschiedene Mandelsorten. Die Kombination beider Farben erzeugt das charakteristische rosa-weiße Blütenmeer.

Mandelblüte in rosa und weiß © Siegbert Mattheis
Mandelblüte in rosa und weiß © Siegbert Mattheis
Mandelblüte auf Mallorca, hier Anfang Februar in der Nähe von Santa Maria © Siegbert Mattheis
Mandelblüte auf Mallorca, hier Anfang Februar in der Nähe von Santa Maria © Siegbert Mattheis

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Wie riecht die Mandelblüte?

Die Mandelblüte verströmt einen zart-süßlichen, honigartigen Duft, der sich mit den Aromen der mediterranen Vegetation mischt:

  • Süßlicher Honigduft der Mandelblüten
  • Wilde Kamille
  • Garrigue (mediterrane Macchia)
  • Buxus (Buchsbaum)

Dieser charakteristische Duft liegt während der Blütezeit überall in der Luft und macht die Mandelblüte zu einem Erlebnis für alle Sinne.

Sind Mandeln eigentlich Nüsse?

Nein, obwohl Mandeln oft zusammen mit Nüssen verkauft werden, handelt es sich botanisch nicht um Nüsse, sondern um Samenkerne, ähnlich wie bei Pflaumen oder Pfirsichen.

Die Mandel ist eine Steinfrucht, deren Fruchtfleisch bei der Reife aufspringt und den Samenkern freigibt. Dieser Kern ist das, was wir als “Mandel” essen.

Mandeln am Baum
Bereits aufgeplatzte Mandeln am Baum © Siegbert Mattheis
Mandeln und Kern
Im Mandelkern befindet sich der Samen © Siegbert Mattheis

Warum gibt es so viele Mandelbäume auf Mallorca?

Das hat historische Gründe:

  • 10. Jahrhundert: Die Mauren brachten Mandelbäume aus dem Orient nach Mallorca
  • 19. Jahrhundert: Nach einer verheerenden Reblausplage, die die Weinberge zerstörte, stellten die mallorquinischen Bauern auf Mandelanbau um
  • 20. Jahrhundert: Mallorca wurde zu einem der größten Mandelanbaugebiete weltweit
  • Heute: Etwa 7.000 Tonnen Mandeln werden jährlich geerntet, viele noch in Handarbeit

Die Legende: Einer Überlieferung nach ließ ein maurischer Sultan überall auf der Insel Mandelbäume pflanzen, um seiner Frau aus dem Norden den Anblick von “Schnee” zu schenken. Die weißen Mandelblüten sollten ihr Heimweh lindern 😉 .

Wie viele Mandelbäume gibt es auf Mallorca?

Auf Mallorca wachsen schätzungsweise 4 bis 7 Millionen Mandelbäume, sowohl wild wachsend als auch in kultivierten Plantagen. Sie prägen das Landschaftsbild der gesamten Insel und sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Welche mallorquinischen Mandelprodukte gibt es?

Aus den im August und September geernteten Mandeln werden zahlreiche traditionelle Spezialitäten hergestellt:

Mallorquinische Mandeln gelten übrigens aufgrund ihres höheren Proteingehalts als besonders hochwertig und aromatisch.

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Köstliches Feigenbrot Pa de Figa mit Mandeln © Siegbert Mattheis

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Gibt es ein Mandelblütenfest auf Mallorca?

Ja! Das Firó de la Flor d’Ametler findet jedes Jahr am ersten Wochenende im Februar in Son Servera auf der historischen Finca Ca S’Hereu statt.

Programm des Festes:

  • Informationen über Mandelanbau und verschiedene Sorten
  • Verkostung traditioneller Mandelrezepte und -produkte
  • Ausstellung landwirtschaftlicher Werkzeuge und Maschinen
  • Musikalische Darbietungen und traditionelle Tänze
  • Vorstellung von Mandelprodukten (Kuchen, Cremes, Seifen, Duftkerzen)

Welche Unterkünfte eignen sich zur Mandelblüte?

Zur Mandelblütenzeit habt ihr die Wahl zwischen verschiedenen Unterkunftstypen:

Hotels in Palma: Zentrale Lage mit guter Anbindung, z.B. das Hotel Almudaina mit Dachterrasse und Blick auf die Kathedrale

Finca-Hotels im Inselinneren: Romantische Landhotels inmitten von Mandelplantagen, besonders in den Regionen:

  • Um Alaró
  • Bei Campos
  • Nahe Bunyola
  • Region Valldemossa

Küstenhotels: An der Playa de Palma oder anderen Küstenorten mit guter Ausgangslage für Ausflüge

Tipp: Bucht frühzeitig, da die Mandelblütenzeit zunehmend beliebter wird!

Traumhafter Blick über Palma von der Dachterrasse des Hotels Almudaina © Siegbert Mattheis
Traumhafter Blick über Palma von der Dachterrasse des Hotels Almudaina © Siegbert Mattheis

Ist die Mandelblüte auch etwas für Kinder?

Absolut! Die Mandelblütenzeit ist ideal für Familien:

  • Milde Temperaturen: Angenehm für Kinder zum Spielen
  • Naturerlebnis: Beeindruckendes Schauspiel auch für Kinder
  • Outdoor-Aktivitäten: Wandern, Radfahren in kindgerechtem Tempo
  • Wenig los: Keine überfüllten Strände oder Hotels
  • Bildungswert: Kinder lernen über Natur und Landwirtschaft
  • Mandelprodukte probieren: Kinder lieben Mandelkuchen und süßes Gebäck

Wie nachhaltig ist der Mandelanbau auf Mallorca?

Der traditionelle Mandelanbau auf Mallorca gilt als relativ nachhaltig:

  • Handarbeit: Viele Mandeln werden noch von Hand geerntet
  • Traditionelle Methoden: Jahrhundertealte Anbautechniken
  • Lokale Produkte: Kurze Transportwege
  • Qualität: Hochwertige Mandeln statt Massenproduktion
  • Herausforderungen: Veraltete Baumbestände und Pilzkrankheiten bedrohen teilweise die Kulturen

Aktuelle Entwicklung: Der kommerzielle Mandelanbau ist aufgrund niedriger Weltmarktpreise rückläufig, was dazu führt, dass manche Mandelhaine verwildern. Dies erhöht paradoxerweise den touristischen Reiz der natürlich wirkenden Landschaft.

Ein einzigartiges Duft- und Farberlebnis

Wir empfanden die Mandelblüte auf Mallorca als ein einzigartiges Naturerlebnis, das die Insel von ihrer schönsten und ruhigsten Seite zeigt. Die Zeit von Anfang Februar bis Mitte März bietet optimale Bedingungen, um dieses Schauspiel zu erleben. Mit mildem Wetter, wenigen Touristen und diesem unvergesslichen Duft- und Farbenmeer.

Siegbert Mattheis

Älterer Mann mit weißem Haar und Bart, trägt ein dunkles Hemd und blickt mit einem leichten Lächeln in die Kamera.

Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam AmbienteMediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.

Etruskische Frauen, waren sie höher gestellt als bei uns heute?

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(Lesezeit nur 6 Min. 😉 )
Vor über 2.500 Jahren war die gesellschaftliche Anerkennung und Stellung der Frau in vielen Punkten fortschrittlicher als heute. Etruskische Frauen (zumindest in der Oberschicht) durften eigene Namen führen, ihre Familiennamen nach der Heirat behalten und in einigen Fällen Eigentum erben und darüber verfügen.

In Deutschland wurde das erst 1962 gesetzlich möglich. Erst ab diesem Zeitpunkt durften Frauen ein eigenes Konto führen. In der Schweiz wurde das Frauenstimmrecht erst 1971 eingeführt.

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