Lissabon, die schönsten Sehenswürdigkeiten und Tipps

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In Lissabon haben wir uns spontan verliebt! Für uns ist sie eine der schönsten Städte in Europa. Und mit dieser Meinung sind wir nicht alleine, denn kürzlich wurde die Stadt sogar als beste Citydestination Europas ausgezeichnet!

Warum Lissabon?

Der Reiz Lissabons liegt an seiner Lage an der Mündung des Tejo und der unmittelbaren Nähe zum Atlantik, an den ungewöhnlich vielen Sonnenstunden, der freundlichen und gelassenen Bevölkerung (außer beim Autofahren 😉 ). Und natürlich an den vielen gut erhaltenen Sehenswürdigkeiten aus den letzten 5 Jahrhunderten und der Zeit davor.

Faszinierender Ausblick vom Miradouro da Graca © Siegbert Mattheis

Kurzer Abriss der Geschichte von Lissabon

Denn Lissabon wurde schon von den Phöniziern etwa um 1.000 v. Chr. gegründet, später von Griechen, Römern, Westgoten und Mauren besiedelt und ab 1147 von den Portugiesen zurückerobert. Heinrich der Seefahrer legte mit der Erkundung des Seewegs nach Indien um 1430 die Grundlagen für Portugals Aufstieg zur Seemacht. Lissabon entwickelte sich als wichtigster Hafen und war um 1500 ein führendes Zentrum des Welthandels mit entsprechendem Reichtum.

1755 zerstörte ein verheerendes Erdbeben, ein darauffolgender Tsunami und ein 3 Tage lang wütendes Feuer die gesamte Innenstadt nahezu komplett. In einem ehrgeizigen städtebaulichen Plan wurde Lissabon daraufhin in nur 20 Jahren unter dem Markgrafen von Pombal wieder aufgebaut.
Einige Stadtteile und Sehenswürdigkeiten wurden vom Erdbeben verschont, sodass dennoch vieles aus den für Portugal glanzvollen 15., 16. und 17. Jahrhunderten erhalten geblieben ist. Unter der Salazar-Diktatur war Portugal im 2. Weltkrieg relativ neutral, sodass die Stadt von Kriegsschäden verschont blieb.

blau-weiße Kacheln mit alter Ansicht Lissabons
Lissabon vor dem Erdbeben, ein Azulejo-Bild am Miradouro Santa Luzia © Siegbert Mattheis

Lissabon hat sich enorm gewandelt

Bei meinen ersten Besuchen in den 1990er-Jahren empfand ich die Stadt als etwas ärmlich, trist und grau, trotz Sonne. Aber heute ist Lissabon eine lebendige, weltoffene Stadt, geprägt durch eine junge Künstler- und Digital-Community, einer angesagten Street-Art-Szene mit zahlreichen sehenswerten Museen sowie viel moderner Architektur, die sich teilweise sehr gut ins historische Stadtbild einfügen, wie z.B. das herrlich geschwungene MAAT-Museum am Ufer des Tejo.

Nachfolgend die unserer Meinung nach schönsten Sehenswürdigkeiten Lissabon. Wobei die Liste in keinster Weise vollständig ist, denn überall in der Stadt finden Sie schöne Plätze, Gebäude, Gärten und Parkanlagen sowie unzählige sehenswerte Ecken!

Street Art am Hafen © Siegbert Mattheis

Praça do Comércio

Der weite Platz ist Lissabons Öffnung zum Tejo und zum Meer. Er wurde nach dem Erdbeben von 1755 angelegt, an der Stelle eines früheren Platzes und des Königsschlosses. Er ist etwas zu groß, um irgendwie einladend und gemütlich zu sein, aber imposant genug, um Portugals damalige Größe zu demonstrieren. In der Mitte der Arkaden, die den Platz säumen, können Sie auf der Aussichtsplattform des Arco do Triunfo einen wunderbaren Blick über die Stadt genießen. In der Mitte erhebt sich das Standbild des damaligen Königs José I. Am Platz finden Sie einige Restaurants, das älteste ist das Martinha da Arcada an der nordöstlichen Ecke, in dem auch der portugiesische Schriftsteller Fernando Pessoa Stammgast war. Vom Triumphbogen aus verläuft die schnurgerade Einkaufsmeile Rua Augusta Richtung Rossio-Platz.

Standbild König José I. auf dem Praça do Comércio © Siegbert Mattheis
Weißer Triumphbogen vor blauem Himmel
Oben auf dem Arco do Trionfo ist eine Aussichtsplattform © Siegbert Mattheis

Castelo São Jorge

Der Hügel, auf dem das Castelo thront, war die Wiege der Stadt. Hier siedelten vor über 3.000 Jahren die Phönizier, die die einzigartig strategische Lage des Ortes erkannten. Danach wurde der Hügel von Griechen, Römern und Arabern bewohnt, bis die portugiesischen Könige nach der Vertreibung der Mauren Ende des 13. Jh. hier eine mittelalterliche Wohnburg errichteten. Nach dem Erdbeben 1755 verfiel die Anlage. Erst 1940 wurde das Castelo in seiner heutigen Form wieder auf- und umgebaut. Von hier oben haben Sie einen herrlichen Ausblick über Lissabon. Nicht zuletzt deswegen ist das Castelo São Jorge die meistbesuchte Sehenswürdigkeit ganz Portugals. Nicht ganz so überlaufen sind jedoch die verträumten, schmalen Gässchen des Castelo-Viertels innerhalb der Burgmauern.

Eingang zum Castelo São Jorge © Siegbert Mattheis
Blick auf das Kastell
Das Castelo São Jorge thront über der Stadt © Siegbert Mattheis

Elevador de Santa Justa

Dieser Aufzug ist wirklich einzigartig! 1902 von Raoul Mesnier du Ponsard, einem Schüler von Gustave Eiffel erbaut, verbindet er die untere Stadt, die Baixa, mit dem westlichen, höher gelegenen Stadtteil Chiado. Wenn Sie lange Warteschlangen vermeiden wollen, laufen Sie nach oben und nehmen den Aufzug dann in die entgegengesetzte Richtung. Der Elevador kann auch mit dem Ticket Viva Viagem genutzt werden. Von oben bieten sich wunderbare Ausblicke auf das Castelo São Jorge, den Tejo und die Altstadt.

Elevador Santa Justa © Siegbert Mattheis
Rote Dächer, hinten der Berg mit Burgmauern
Blick von der Aussichtsplattform des Elevador Santa Justa über das Baixa-Viertel hinüber zum Kastell © Siegbert Mattheis

Torre de Belém

Dieser von 1515 bis 1521 im verschnörkelten, manuelinischen Stil errichtete Wehrturm am Tejo diente 50 Jahre lang als Verteidigungsanlage. Damals noch gemeinsam mit einem zweiten Turm am gegenüberliegenden Ufer, der allerdings durch das Erdbeben zerstört wurde. Später wurde der Turm als Zollstation und auch Gefängnis genutzt. Bemerkenswert ist das gewundene steinerne Seil, das den Bau umringt und das damalige portugiesische Herrschaftsgebiet versinnbildlichen sollte. Der Torre de Belém gilt als eines der bekanntesten Wahrzeichen Lissabons.

Torre de Belém © Siegbert Mattheis

Seefahrerdenkmal

Das 56 m hohe Seefahrerdenkmal bzw. das Padrão dos Descobrimentos (Denkmal der Entdeckungen) wurde 1960 zum 500. Todestag von Heinrich dem Seefahrer durch das Salazar-Regime errichtet, um an die glorreichen Zeiten Portugals zu erinnern. 16 bedeutende Seefahrer flankieren das wie einen Schiffsbug gestaltete monumentale Denkmal, allen voran Heinrich der Seefahrer, der eine Karavelle in der Hand hält.
Weiter finden Sie vielfältige Symbole, u. a. für die Eroberungen durch den christlichen Glauben: hier bezeichnenderweise die Darstellung von Waffen, vor allem das riesige Kreuz in Form eines Schwertes, das die komplette Rückseite des Denkmals einnimmt.

Im Inneren finden Sie eine Ausstellungshalle und von der Spitze des Denkmals aus haben Sie einen großartigen Blick auf den Tejo, die Ponte 25 de Abril, das Mosteiro dos Jerónimos sowie den Torre de Belém im Westen. Wenn Sie hinunterblicken, erkennen Sie im Pflaster das Muster einer riesigen Windrose, ein Geschenk des damaligen südafrikanischen Apartheid-Regimes. In der Mitte stellt eine Weltkarte die Jahreszahlen der Entdeckungen und die Routen der Seefahrer dar.

Das Denkmal ist gerade in den „entdeckten“ Ländern wie z.B. Brasilien ziemlich umstritten, da es dort ja bereits eine hoch entwickelte Kultur gab. Diese wurde durch die brutalen Eroberungszüge und eingeschleppte Krankheiten vernichtet und die Regionen hemmungslos ausgebeutet. Auch in Portugal selbst ist die Bezeichnung umstritten, beim geplanten „Museum der Entdeckungen“, wird nicht nur heftig über den Namen gestritten, sondern auch im Hinblick auf Portugals Rolle im Sklavenhandel.

Seefahrerdenkmal mit Heinrich dem Seefahrer an der Spitze © Siegbert Mattheis
Entdecker-Denkmal von hinten
Das Kreuz als Schwert, im Vordergrund die Windrose © Siegbert Mattheis

Brücke des 25. April

Schon von Weitem kann man den dröhnend-sirrenden Verkehrslärm der Brücke hören, die Fahrbahn besteht nämlich aus Metallgittern. Die Ponte 25 de Abril ist die weltweit drittlängste Hängebrücke mit kombiniertem Straßen- und Eisenbahnverkehr und eine der nur zwei Brücken über den Tejo in Lissabon. Sie wurde am 6. August 1966 vom Diktator Salazar unter seinem Namen als Salazar-Brücke eingeweiht. Nach der Nelkenrevolution 1974 wurde sie jedoch sofort in Ponte 25 de Abril umbenannt, den Tag des Aufstands gegen das Regime. Der Pfeiler Nummer 7 ist als gläserne Aussichtsplattform zugänglich; im Inneren ist eine sehenswerte multimediale Ausstellung zur Ponte 25 de Abril integriert, die „Experiência Pilar 7“. Als Fußgänger können Sie die Brücke übrigens nicht überqueren.

Die Ponte 25 de abril über dem Tejo © Siegbert Mattheis

Mosteiro dos Jerónimos

Das umgangssprachlich irrtümlich als Hieronymuskloster bezeichnete Mosteiro dos Jerónimos in Belém (eigentlich Hieronymitenkloster) ist eins der bedeutendsten Bauwerke im nur in Portugal existierenden manuelinischen Stil. König Manuel I. regierte von 1495 – 1521 in den goldenen Zeiten Portugals, als durch den Gewürzhandel und andere Waren aus den Überseegebieten reichlich Gold in die Kassen des Königs gespült wurde und er zahlreiche Bauten in Auftrag gab. So wie im Jahre 1502 dieses Kloster der Superlative, das danach in 70 Jahren Bauzeit unter verschiedenen Baumeistern vollendet wurde. In den Seitenflügeln finden Sie heute das Marinemuseum sowie das Archäologische Museum.

Im Mosteiro dos Jerónimos wurde auch die  Pastel de Nata erfunden. Gleich nebenan ist die Confeitaria Pastéis de Belém, von der aus die berühmte süße Spezialität ihren Siegeszug als Pastel de Belém antrat.

Hieronymuskloster in Belém © Siegbert Mattheis
Verzierte Pforte mit Türmchen
Das Kloster im manuelinischen Stil © Siegbert Mattheis

Time Out Market, Mercado da Ribeira

Unserer Meinung nach ein unbedingtes Must-see und einer unserer Lieblingsorte! Als der ursprüngliche Markt Mercado da Ribeira aus dem 1876 errichteten Gebäude im Jahr 2000 ins Randgebiet von Lissabon umzog, drohte das verbleibende Marktgeschehen zu versiegen. Die Time Out Gruppe, ein globales Medien- und Gastgewerbeunternehmen übernahm 2014 den Markt und installierte im Hauptgebäude ein Restaurantzentrum mit einfachen und bezahlbaren Gerichten von Sterneköchen. Seitdem floriert der Mercado da Ribeira Nova ebenso wie auch der angrenzende Obst-, Gemüse- und Fischmarkt in der Halle. Man muss manchmal vielleicht etwas länger auf seine bestellten Speisen warten, aber es lohnt sich definitiv! In der Manteigaria gibt es neben den originalen Pastéis de Belém die unserer Meinung und der unserer Lissabonner Freunde nach besten Pastel de Nata!

Time-Out-Market © Siegbert Mattheis
Verkaufstresen mit 2 Frauen
Manteigaria im Mercado do Ribeira Nova © Siegbert Mattheis
Mann mit pastel de nata in der Hand
Köstliche Pastel de Nata © Claudia Mattheis

Miradouros

Es gibt 6 angelegte Aussichtspunkte, sog. Miradouros mit faszinierenden Panoramablicken über die Stadt. Der höchste ist der Miradouro Nossa Senhora do Monte mit weitem Blick auf das Castelo, die Unterstadt und bis weit hinüber zur Brücke des 25. April und auch auf die nördlichen Stadtteile. Unser Lieblingsmiradouro ist der Miradouro Santa Luzia mit Blick unter Arkadengängen auf die Alfama und den Tejo.

Herrlicher Ausblick vom Miradouro Santa Luzia © Siegbert Mattheis
Blick auf bunte, rotgedeckte Häuser, dahinter der Fluss
Blick auf die Alfama © Siegbert Mattheis

MAAT-Museum

Das Museu de Arte, Arquitetura e Tecnologia (Museum für Kunst, Architektur und Technologie) in Belém der britischen Architektin Amanda Levete ist eine der unserer Meinung nach gelungensten modernen Bauten in Lissabon. Mit annähernd 15.000 weißen Keramikfliesen gekachelt, schmiegt sich der Bau wie eine Welle oder eine Muschel an das Ufer des Tejo. Oben auf dem Dach finden Sie eine herrliche Restaurantterrasse. Daneben können Sie im roten Klinkerbau des ehemaligen Wärmekraftwerks sehen und teilweise auch erleben, wie die riesigen Maschinen damals die Stadt mit Strom versorgt hatten.

Das MAAT © Siegbert Mattheis
weißer flacher Bau mit Öffnung, links daneben ein roter Klinkerbau
Wie eine Welle schmiegt sich das MAAT an den Tejo, daneben das alte Kraftwerk © Siegbert Mattheis

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Straßenbahnen

Natürlich, eine Fahrt mit den alten Straßenbahnlinien darf bei einem Lissabonbesuch nicht fehlen! Seit über 100 Jahren rattern sie durch die Stadt, quälen sich die Hügel hinauf und hinunter, biegen nur Zentimeter von der nächsten Hauswand oder parkenden Autos entfernt um scharfe Ecken. Vor allem die Linie 28E (E für elétrico), die die alten Viertel Alfama, Graça mit der Baixa und dem westlichen Viertel Chiado verbindet, ist eine Touristenattraktion und fast immer voll. An der Endhaltestelle Martim Moniz bilden sich schon früh morgens lange Schlangen, um einen der begehrten Fensterplätze zu ergattern.
Unser Tipp: Steigen Sie irgendwo ein und fahren Sie zunächst bis an die andere Endhaltestelle Campo de Ourique. Dort sind die meisten Touristen unterwegs schon wieder ausgestiegen. Dann nehmen Sie die Linie zurück in Richtung Martim Moniz. Und mit ziemlicher Sicherheit haben Sie dann einen Fensterplatz!

Haltestelle der Linie 28 an der Igreja de Santa Maria Madalena © Siegbert Mattheis
Linie 28 am Miradouro Santa Luzia © Siegbert Mattheis
Strassenbahn der Linie 12 in der Alfama © Siegbert Mattheis

Kirche São Roque

In dieser Kirche ist alles Gold, was glänzt! Das Innere ist eine Zurschaustellung des Reichtums der portugiesischen Kirche der damaligen Zeiten. Sie gilt als eine der prächtigsten Kirchen der iberischen Halbinsel. Der Jesuitenorden errichtete sie ab 1566 als seine Mutterkirche. Der Orden war hauptverantwortlich für die Inquisition und die Bekehrung der Ureinwohner der portugiesischen Kolonien. bemerkenswert ist im Inneren die vierte Kapelle auf der linken Seite, die zu den prunkvollsten Kapellen der Welt zählt. Denn sie wurde von italienischen Spezialisten in Rom mit verschiedenen Marmorarten aufgebaut, dort 1744 vom Papst gesegnet, wieder abgebaut, anschließend in drei Schiffen nach Lissabon gebracht und in fünfjähriger Arbeit wieder aufgebaut. Der König Johann V. finanzierte dieses zwei Millionen Cruzados teure Werk mit Gold aus Brasilien. Die Igreja de São Roque überstand das Erdbeben wenige Jahre später relativ unbeschadet.

Hier ist alles Gold, was glänzt © Siegbert Mattheis
Die prunkvollste Kapelle der Welt © Siegbert Mattheis

Café A Brasileira

Ohne im Jugenstilcafé „A Brasileira“ in der Rua Garrett eine „bica“, die portugiesische Variante des Espresso zu trinken, sollten Sie Lissabon nicht verlassen. Denn die „bica“ wurde hier erfunden. Der Besitzer Adriano Soares Teles do Vale gründete 1905 das Geschäft für brasilianischen Kaffee und gab seinen Kunden eine Tasse zur Probe aus. Das erwies sich als so erfolgreich, dass er ein paar Jahre später das Café eröffnete. Mit seiner Inneneinrichtung aus dem Jahr 1922 war es schnell Anlaufpunkt vieler Intellektueller, unter anderem war der Dichter und Schriftsteller Fernando Pessoa hier Stammgast. Zu seinem 100. Geburtstag 1988 wurde seine Bronzestatue vor dem Café eingeweiht, die heute zu den beliebtesten Fotomotiven der Stadt gehört. Ein Stuhl neben ihm ist leer und bietet sich zum Platz nehmen an.

Cafe "A Brasileira" © Siegbert Mattheis
Tasse mit Espresso, Zucker und Schokoladentäfelchen
Eine "bica" © Siegbert Mattheis
Sitzende Bronzefigur, daneben eine lachende Frau
In Bronze gegossener Stammgast im "A Brasileira": Fernando Pessoa © Siegbert Mattheis

Street Art

Graffitikunst finden Sie in Lissabon nahezu überall. Street Art wird von der Stadtverwaltung gefördert und einige öffentliche Wände und Gebäude wurden dafür extra zur Verfügung gestellt. Anders als z.B. viele Graffitis in Berlin sind es teilweise wirklich großartige Comics und Meisterwerke!

Graffiti überall © Siegbert Mattheis

Museu Calouste Gulbenkian

Nicht unbedingt von außen eine Sehenswürdigkeit, denn das Museum präsentiert sich in häßlich-grauem Beton, immerhin aber in einem wunderschönen Garten eingebettet. Aber innen jedoch finden Sie eine einmalige private Kunst-Sammlung. Dieser hatte der armenischstämmige Öl-Milliardär Calouste Gulbenkian der Stadt Lissabon als Dank dafür vermacht, dass diese ihm im 2. Weltkrieg Asyl gewährte. Von einem knapp 4.000 Jahre alten Pharaonenkopf über orientalische Teppiche, türkische Fayencen bis hin zu Gemälden von Rubens, Rembrandt, Monet oder Statuen von Renoir bietet diese Ausstellung eine anregende Tour durch die Kunstgeschichte der Welt.

Ausschnitt aus dem Gemälde "Les bretonnes au pardon" von Dagnan-Bouveret von 1887 © Foto: Siegbert Mattheis
Kopf des Pharao Senuseret III, ca. 1860 v. Chr. © Siegbert Mattheis
Im Museum Gulbenkian vor Gemälden von Rembrandt © Siegbert Mattheis

Einzigartiges Pflaster, das Calçada Portuguesa

Die meist aus weißem Kalkstein und schwarzem Basalt nach dem Erdbeben kunstvoll angelegten Straßenpflaster sind einzigartig! Vor allem die 1849 angelegte, schwindelerregende, Wellen schlagende Pflasterung auf dem Rossio-Platz (eigentlich Praça Dom Pedro IV.) brachte den Durchbruch, sodass seitdem in ganz Portugal solche Muster auf den Gehwegen zu finden sind. Es lohnt sich, den Blick öfter mal auch nach unten zu richten!

Pflastermuster am Rossio © Siegbert Mattheis

Wann ist die beste Reisezeit für Lissabon?

Frühjahr und Herbst sind die idealen Reisezeiten, um die schönsten Sehenswürdigkeiten in Lissabon zu besuchen. Ab Februar sind die Temperaturen bereits angenehm und auch Ende November liegen sie noch meist zwischen angenehmen 20 und 25 Grad. Im Sommer kann es in der Stadt sehr heiß werden, obwohl oft ein kühlender Wind vom Atlantik weht.

Rote Dächer, hinten der Berg mit Burgmauern
Blick von der Aussichtsplattform des Elevador Santa Justa über das Baixa-Viertel hinüber zum Kastell © Siegbert Mattheis

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Reiseführer Lissabon

Diese beiden Reiseführer von Marco Polo und Dumont haben uns in der Vorbereitung der Reise und auch vor Ort sehr geholfen. Beide gleichermaßen up to date, mit vielen Insidertipps und Hinweisen. Der Dumont-Reiseführer von Jürgen Strohmaier ist weitaus ausführlicher, der von Marco Polo bietet Vorschläge für Erlebnistouren an.

Anreise und Weiterkommen in Lissabon:

Der Flughafen liegt nur 7 km vom Stadtzentrum entfernt. Am besten nehmen Sie von dort die Metro. Mit der roten Linie (Linha Vermelha) kommen Sie mit Umsteigen in die grüne Linie (Linha Verde) an der Haltestelle Alameda direkt ins Zentrum. Derzeit entsteht auf der anderen Seite des Tejo ein zweiter Flughafen, der in den nächsten Jahren in Betrieb gehen soll.

Tipp: Schon am Flughafen empfiehlt es sich, die viva viagem-Karte für 50 Cent für fast alle Transportmittel (auch die Elevadores) in der Stadt zu kaufen. Entweder zu einem festen Preis oder wiederaufladbar. Mit diesem elektronischen Ticket wird bei jeder Fahrt der entsprechende Betrag vom Guthaben kontaktlos abgebucht. Die Ticketpreise sind so erheblich günstiger, als wenn Sie jede Fahrt einzeln bezahlen (Eine Fahrt mit der Straßenbahn z.B. kostet 3 Euro)

Taxis fahren Sie für 12 bis 16 Euro ins Zentrum.
Tipp: Unbedingt darauf bestehen, dass das Taxameter eingeschaltet ist oder vorher einen Festpreis aushandeln.

Mietwagen empfehlen sich in Lissabon nicht. Die öffentlichen Parkplätze sind meist nur für Anwohner vorgesehen, Parkhäuser sind teuer und mit den öffentlichen Verkehrsmittel kommen Sie so gut wie überall hin.

Umgebung von Lissabon:

Wenn Sie in die nähere Umgebung von Lissabon reisen möchten, gelangen Sie nach:

Sintra: von den Bahnhöfen Rossio, Oriente oder Sete-Rios
Cascais: vom Bahnhof Cais do Sodré
Setúbal: vom Bahnhof Sete-Rios
Azambuja und Vila Franca de Xira: von den Bahnhöfen Santa Apolónia und Oriente

Fähren

Fähren fahren vom Cais do Sodré und vom Terreio do Paço ab. Von Belém fährt ebenfalls eine Fähre nach Porto Brandão und Trafaria.

Tipp: Ein Alternative zur vivia viagem-Karte ist die Lisboa-Card. Damit haben Sie Zugang zu allen Verkehrsmitteln in Lissabon – U-Bahn, Bus, Straßenbahn, Aufzüge und Standseilbahnen, sowie Züge, die Sie nach Sintra, Cascais, Setúbal und Azambuja bringen. In der Lisbao-Card ist aber auch der Eintritt zu vielen Museen und Attraktionen enthalten.

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