Archiv des Autors: Siegbert Mattheis

Über Siegbert Mattheis

Studien Philosophie, Kunstgeschichte, Wissenschaftstheorie, Kommunikationsdesign. Gründer Mattheis. Werbeagentur GmbH, Ambiente-Mediterran.de, Eat! Berlin Feinschmeckerfestival. Blogger, Travel-Journalist, Fotograf, Foodist, Videofilmer

Wie wurde die Pizza vom einfachen Fladenbrot zum Weltgericht?

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(Lesezeit nur 8 Min. 😉 )

Die Pizza ist das nach Reis, Getreide und Nudeln das weltweit am häufigsten verzehrte Gericht. Aber wie genau ist sie entstanden und warum ausgerechnet in Neapel? Was unterscheidet die neapolitanische von der Pizza alla romana?

Wir haben im Ursprungsort der Pizza recherchiert und einige weitgehend unbekannte Fakten ausgegraben. Und dazu git es noch ein paar Fun Facts über die Pizza 😉

Eine Frau mit lockigem Haar lächelt, während sie ein Stück Pizza in der Hand hält und essen will.
Die Pizza, das beliebteste Gericht der Welt © Siegbert Mattheis

Woher stammt die Pizza?

Die Wurzeln der Pizza reichen weit zurück bis in die Antike. Runde Fladenbrote, auf heißen Steinen gebacken, gab es schon, seitdem Weizen und Gerste angebaut wurden.

  • Die Ägypter backten sie erstmalig in Öfen.
  • Die Griechen reicherten Fladenbrote mit Öl, Kräutern, Knoblauch und Käse an und nannten es “Plakous”.
  • Die Etrusker kannten ein Gericht ähnlich der heutigen Focaccia.
  • Die Römer übernahmen diese runden Brote und legten Gemüse darauf, wie neueste Ausgrabungen in Pompeji 2023 zeigen.
  • In der Provinz Latium wurde die Pizza 997 erstmalig schriftlich erwähnt.
  • In Neapel wurden im 16. Jahrhundert zerdrückte Brote als pizza bezeichnet.
Antikes Fresko eines Speisetellers mit Brot, Obst und einem silbernen Becher, teilweise beschädigt und zerbrochen.
2023 wurde dieses über 2.000 Jahre altes Fresko in Pompeji freigelegt. Es zeigt eine Art Vorläufer der Pizza, allerdings ohne die damals noch nicht bekannten Tomaten © Wikipedia / Pompeji Archives
Antikes Fresko eines Mannes, der in der Hand einen runden Fladen hält, vor einem verblassten ockerfarbenen Hintergrund.
War er der erste Pizzalieferant? Wandfresko in Pompeji © Siegbert Mattheis
Antikes verblasstes Fresko, das eine Person zeigt, die mit einem erhobenen Arm eine Schüssel hält, vor einem rötlichen Hintergrund.
Ein weiteres Fresko in Pompeji © Siegbert Mattheis

Wie kam die Tomate auf die Pizza?

Die Tomatenpflanze gelangte zwar schon 1520 durch den spanischen Eroberer Hernán Cortéz von den Azteken nach Spanien. Vorwiegend waren es kleine gelbe Früchte, die man in Anlehnung an die aztekische Bezeichnung tomate nannte.

Tomaten waren lange Zeit als nicht essbar angesehen

Sie wurden aber lange Zeit als giftig angesehen, da die Tomate zu den Nachtschattengewächsen zählt. So wurden sie als Raritäten in den Gärten der Oberschicht gepflanzt und auch als Liebesgaben (Paradeiser, Liebesapfel) wie Blumen überreicht. Aufgrund ihrer Seltenheit symbolisierten sie Wohlstand und beeindrucken Besucher.

Erst Mitte des 17. Jahrhunderts werden Gerichte mit Tomaten schriftlich erwähnt.

Eine Weltkarte zeigt mit Pfeilen und Textfeldern die Geschichte und die globalen Produktionswege der Tomate.
Der Weg der Tomate mit Neapel als Ziel: Schautafel über die mediterrane Ernährung im MuCem Marseille © Siegbert Mattheis

Warum ist die Pizza ausgerechnet in Neapel entstanden?

Hier wird es spannend: Neapel war damals Teil des spanischen Königreichs und war schnell zur größten Stadt des Reiches herangewachsen. Nach Paris war sie die zweitgrößte Metropole in Europa.

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Von Spanien nach Neapel

  • 1532: Pedro Álvarez de Toledo wird aus Spanien nach Neapel geschickt und von König Ferdinand II. dort als Vizekönig eingesetzt. Er führt städtebauliche Maßnahmen durch, um dem Bevölkerungszuwachs Herr zu werden. So lässt er vorhandene Bausubstanz aufstocken und ein neues Stadtviertel (Quartieri Spagnoli) westlich der nach ihm benannten Via Toledo errichten. Es gibt keine eindeutigen Belege dafür, aber sehr wahrscheinlich brachte er die Tomaten nach Neapel.

Pomodoro in Italien

  • 1544: Der Italiener Pietro Andrea Mattioli beschreibt als einer der Ersten die Tomate als gelbe Frucht. Er liefert auch bereits ein Rezept für den Verzehr von Tomaten. Später berichtet er von Varietäten mit roten Früchten, aber gibt der Tomate erstmals einen italienischen Namen: „pomi d’oro“ (Goldene Äpfel). So heißt die Tomate auch heute noch im Italienischen pomodoro.

Die Medici ernten Tomaten

  • 1548: Der toskanische Großherzog Cosimo di Medici erntet erstmals einen Korb voll Tomaten von seinem Landgut. Cosimo I. ist seit 1539 mit Leonor verheiratet, der Tochter des Vizekönigs Pedro Álvarez de Toledo. Das könnte ein weiteres Indiz dafür sein, dass dieser die Tomatenpflanze in Italien einführte.

Erste Rezepte mit Tomaten

  • 1658: Antonio Latini ist als Koch beim derzeitigen spanischen Vizekönig von Neapel tätig. In seinem 1694 verfassten Kochbuch Lo scalco alla moderna * (Der moderne Küchenchef) findet sich erstmals auch ein Rezept für Tomatensauce. Andere Gerichte, in denen die Tomate vorkommt, nennt er „alla spagnola“ (auf spanische Art).

Flache Brote mit Tomaten in Neapel

  • 1694: Der französische Botaniker Joseph Pitton de Tournefort erwähnt erstaunt in seinem Buch Éléments de botanique, dass man rund um Neapel die Früchte essen würde. Flache Brote sollen mit Tomaten belegt sein.
  • 1734 wird erstmals die Pizza Marinara mit Tomaten, Olivenöl, Basilikum, Oregano und Knoblauch erwähnt.

Das war die Geburtsstunde der modernen Pizza mit Tomatensugo.

  • Ende des 18. Jahrhunderts bezeichnet die Encyclopædia Britannica den Einsatz von Tomaten in der neapolitanischen Küche als „alltäglich“. Denn rund um die Stadt gedeihen Tomaten hervorragend auf den fruchtbaren Hügeln des Vesuv. Vor allem in San Marzano sul Sarno, wenige Kilometer östlich von Pompeji.
  • 1858 dokumentierte der Philologe Emmanuele Rocco in dem von Francesco de Bourcard koordinierten Werk Usi e costumi di Napoli e contorni descritti et dipinti die Existenz einer Pizza aus Tomaten, Mozzarella und Basilikum, also die Kombination der heutigen Pizza Margherita.
Eine Person in historischer Kleidung steht an einem Tisch und schneidet mit einem Messer rundes Gebäck auf.
Ein Pizzaiolo um 1830 © Wikipedia
Mit roten Tomaten gefüllte Holzkisten, die an einem sonnigen Tag an einem Marktstand im Freien aufgereiht sind.
San Marzano-Tomaten auf den Straßen von Neapel © Siegbert Mattheis
Eine ganze Pizza Marinara mit Tomatensauce, Käse und Basilikumblättern auf einem Holztisch.
Pizza Marinara mit Tomatensauce, Öl, Knoblauch und Basilikum © Siegbert Mattheis

Erste Pizzeria in Neapel

  • 1738: Die erste dokumentierte Pizzeria, die “Antica Pizzeria Port’Alba”, öffnet als Verpflegungsstätte für Wanderhändler. In Neapel entwickelt sich die Pizza rasch zum einfachen, aber schmackhaften Essen der ärmeren Bevölkerung. 1830 wird die Pizzeria in ein Restaurant mit Tischen und Stühlen umgewandelt und ist bis heute in Betrieb.
Holzofen mit Flammen, der drei mit Käse, Tomaten und Basilikum belegte Pizzen auf einer Steinfläche backt.
Im Holzofen werden die Pizzen etwa eineinhalb Minuten bei über 400 Grad gebacken © Depositphotos

Was ist die Geschichte der Pizza Margherita?

Der Legende zufolge soll der Pizzaiolo Raffaele Esposito sie erfunden haben und sie 1889 nach der damaligen Königin Margherita benannt haben. Doch dazu gibt es neueste Forschungen, die ein ganz anderes Licht auf diese überall zitierte und von der Pizzeria Brandi verbreitete Geschichte werfen.

Aber wer hat die Pizza Margherita wirklich erfunden?

Historischer Stadtplatz mit Pferdekutschen, Spaziergängern und großen Gebäuden im Hintergrund.
Neapel um 1890 © Foto: Siegbert Mattheis

Was ist die original neapolitanische Pizza?

Nach den Regeln der Associazione Verace Pizza Napoletana (AVPN) gibt es zwei klassische neapolitanische Pizzen:

1. Pizza Marinara
Die ursprünglichste Pizza, benannt nach den neapolitanischen Seefahrern (marinai), die sie mitnahmen. Sie besteht nur aus Tomatensugo, Knoblauch und Oregano (ohne Fisch).

Eine einfache Pizza mit Tomatensoße auf einem weißen Teller, der auf einem gemusterten Tischtuch liegt.
Original Pizza Marinara ohne Fisch, nur mit Tomatensauce, Oregano und Knoblauch © Wikipedia

2. Pizza Margherita
Die bekannteste Pizza mit Tomatensugo, Mozzarella und Basilikum. Benannt wurde sie später nach Königin Margherita von Savoyen.

Nur diese beiden Varianten gelten als die traditionellen Klassiker der neapolitanischen Pizzakunst.

Eine Margherita-Pizza nach neapolitanischer Art mit geschmolzenem Mozzarella, Tomatensauce und Basilikum auf einem weißen Teller.
Eine original Pizza Margherita, mit Tomatensauce, Mozzarella und Basilikumblättern in den italienischen Farben Rot, Weiß, Grün © Depositphotos
Nahaufnahme einer Pizza mit geschmolzenem Käse, Tomatensauce und einer verkohlten, knusprigen Kruste.
Cornicione: der dicke Rand und die durch den Holzofen gebräunten Luftblasen sind die Merkmale der Pizza Napoletana ©Siegbert Mattheis
Eine Hand hält ein Stück Pizza mit Tomatensauce, Basilikum und geschmolzenem Käse.
Pizza Napoletana ist weich © Siegbert Mattheis

Welche ist die älteste Pizza mit Tomatensoße?

Die Pizza Marinara, die bei armen Matrosen (marinaio, daher der Name) beliebt war. Sie soll schon 1734 mit Olivenöl, Tomaten, Basilikum, Oregano und Knoblauch zubereitet worden sein. 1866 schreibt Francesco de Bourcard in Siussi e costumi di Napoli, dass „oft auch winzige Fische hinzugefügt werden“, sogenannte cecinielli.

Was ist eine Pizza Mastunicola?

Eine Pizza Mastunicola ist die älteste bekannte neapolitanische Pizza. Sie ist mit Schmalz, Basilikum, Hartkäse und schwarzem Pfeffer belegt. Der ungewöhnliche Name stammt vermutlich von dem Bäcker Nicola in der Rua Catalana, der im Jahr 1490 auf die Idee mit diesen Zutaten kam. Er verkaufte sie an die Handwerker der umliegenden Eisenwarenläden. Diese Pizza wurde so beliebt, dass man sie nach dem Meister (Mastu im neapolitanischen Dialekt) Nicola, Pizza Mastu’nicola benannte.

Diese Pizzavariante war lange Zeit vergessen worden. Durch den Trend, ursprüngliche Rezepte wieder zu entdecken, taucht sie seit einigen Jahren auf den Speisekarten der neapolitanischen Restaurants auf. Zum Beispiel auch in der ältesten Pizzeria Neapels, Pizzeria Port d‘Alba.

Was ist Pizza a Portafoglio?

Die hatte uns der gebürtige Neapolitaner Giovanni gezeigt. Sie ist die günstigste Pizza in Neapel (ab 2 Euro). Sie wird auf die Größe eines Geldbeutels (it. portafoglio) zusammengefaltet und aus der Hand auf der Straße verzehrt. Dafür ist der Belag nicht zu üppig, damit er nicht aus den Falten herausquillt. Berühmt wurde sie 1994, als der damalige US-Präsident Bill Clinton in Neapel genussvoll eine Pizza a portafoglio gebissen hatte und die Bilder davon um die Welt gingen.

Was ist Pizza a ruota di carretta?

Das ist eine sehr große Pizza, eine „Wagenradpizza“. (it. ruota ist Rad, carretta = Karren) auch als Pizza a ruoto di carro bekannt. Dabei wird der Teig vor allem in ärmeren Familien mit vielen Kindern sehr großflächig ausgerollt, damit möglichst alle ein Stück davon abhaben konnten. Der neapolitanische Dichter Velardiniello beschrieb sie bereits im späten 16. Jahrhundert als „ein Wagenrad“.

Was ist Pizza al taglio?

Pizza al taglio (Pizza geschnitten) stammt ursprünglich aus Rom. Sie wird auf rechteckigen Platten gebacken und meist nach Gewicht an Straßenständen als Street Food verkauft.

Was ist der Unterschied zwischen neapolitanischer und römischer Pizza?

Die beiden berühmtesten italienischen Pizzastile unterscheiden sich deutlich:

Neapolitanische Pizza:

  • Charakteristischer hoher, luftiger Rand (Cornicione)
  • Dünner, weicher Boden in der Mitte
  • Teig aus nur vier Zutaten: Mehl, Wasser, Salz, Hefe (ohne Fett)
  • Backzeit: 60-90 Sekunden bei 400-500°C im Holzofen
  • Minimaler Belag: Klassiker sind Margherita und Marinara
  • 2017 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt

Römische Pizza (Pizza Romana Scrocchiarella):

  • Flach und gleichmäßig dick bis zum Rand
  • Knusprig-brüchige Textur (“scrocchiare” = knusprig klingen)
  • Teig enthält Olivenöl
  • Längere Backzeit bei niedrigeren Temperaturen
  • Trocknet im Ofen aus und wird dadurch knusprig
  • Vielfältigere Beläge möglich

Wurde die Pizza in Amerika erfunden?

Das fragen sich tatsächlich viele Amerikaner:innen. Die Pizza selbst wurde zwar in Neapel erfunden, aber einige Pizzaarten wurden tatsächlich in den USA erfunden, z.B. die Deep Dish Pizza in Chicago und besondere Formen und Variationen, beispielsweise mit Fleischbällchen oder Mais.

Wie kam die Pizza nach Amerika?

Die Pizza erreichte die USA Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts durch italienische Einwanderer, hauptsächlich aus Süditalien und Neapel. Diese ließen sich vor allem in Städten wie New York, Chicago, Boston und Philadelphia nieder.

Zunächst galt Pizza auch in Amerika als “Arme-Leute-Essen” der italienischen Immigranten, doch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie zum nationalen Phänomen.

Wichtige Meilensteine:

  • 1905: Gennaro Lombardi erhielt die erste offizielle Pizzeria-Lizenz in den USA für “Lombardi’s” in New York City (Little Italy, Manhattan)
  • 1924: Totonno Pero eröffnete seine eigene Pizzeria in Coney Island
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg: Amerikanische Soldaten, die in Italien stationiert waren, brachten ihre Vorliebe für Pizza mit nach Hause
  • 1950er-60er Jahre: Pizza-Boom in ganz Amerika mit der Gründung von Ketten wie Pizza Hut (1958) und Domino’s (1960)

Wann gab es die erste Pizzeria in Deutschland?

Dass Deutschland in den Genuss der Pizza kam, ist Migranten zu verdanken, die nach dem zweiten Weltkrieg ins Land kamen. Nicolino di Camillo eröffnete 1952 in Würzburg die erste Pizzeria unter dem Namen „Sabbie di Capri“. Problematisch war der Bezug der typischen Lebensmittel. Doch das Geschäft konnte sich durchsetzen. Zu Beginn sicherlich dank der amerikanischen Soldaten, die in der bayerischen Stadt stationiert waren.

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Warum schmeckt Pizza zu Hause nie wie im italienischen Restaurant?

In neapolitanischen Restaurants wird eine Pizza innerhalb von 90 Sekunden bei etwa 495 Grad gebacken. Unsere normalen Backöfen schaffen in der Regel nur 250 Grad. Daher muss die Pizza länger backen, was den Geschmack beeinflusst.

Nur wer einen echten Pizzaofen zu Hause hat, der in 90 Sekunden auf 500 Grad heizt, kommt an die Qualität der neapolitanischen Restaurants heran.

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Lustige und erstaunliche Fun Facts über Pizza

Das Wort “pizza” ist das bekannteste italienische Wort der Welt, gefolgt von der Begrüßungsform “ciao”.

Wie viel Pizza essen die Deutschen im Jahr?

Im Schnitt essen wir pro Kopf rund 13 Kilogramm Pizza jährlich. Mit etwa 26 Stück sind das mehr als 2 Pizzen pro Monat.

Welche ist die teuerste Pizza der Welt?

In Salerno (Italien) gibt es die „Louis XIII“ Pizza vom Star-Pizzabäcker Renato Viola. Kostenpunkt: rund 8.300 Euro. Belag: Kaviar, Hummer und 24-karätiges Blattgold.

Was war die längste Pizza der Welt?

2017 wurde in Kalifornien die längste Pizza der Welt gebacken: 1,93 Kilometer lang! Über 100 Pizzabäcker haben dafür Teig, Tomaten und Käse in XXL-Mengen verarbeitet.

Wann kam die erste Tiefkühlpizza auf den Markt?

1957 brachte das US-Unternehmen Totino’s die erste Tiefkühlpizza in die Supermärkte.
In Deutschland gab es TK-Pizza erstmals 1970 zu kaufen.

Pizza als Raumfahrt-Food?

2017 klagte der Italiener Paolo Nespoli, der schon mehr als 100 Tage auf der Internationalen Raumstation (ISS) im Einsatz war, wie sehr er Pizza vermisse. Seine beiläufige Bemerkung gegenüber dem ISS-Team auf der Erde wurde erhört. Der Raumfrachter Cygnus lieferte Pizzateig, Tomatensauce, Käse sowie Belag und damit die Zutaten für eine kleine Pizza-Party im All. Damit ist Pizza offiziell das erste Gericht, das auch im Weltall serviert wurde.

Dazu gibt es auch ein Video auf YouTube.

Welche Pizza mögen die Deutschen am liebsten?

Ganz oben auf der Hitliste steht die Pizza Salami, dicht gefolgt von Margherita und Prosciutto.

Pizza weit mehr ist als nur Fast Food

Die Kunst der neapolitanischen Pizza wurde 2017 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Sie ist stolze Tradition, Handwerk und Leidenschaft, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Buon appetito! 🍕

Siegbert Mattheis

Älterer Mann mit weißem Haar und Bart, trägt ein dunkles Hemd und blickt mit einem leichten Lächeln in die Kamera.

Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam AmbienteMediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.

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Feria del Caballo, Andalusiens großes Pferdefest

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Weihnachten in Südfrankreich: das große Schlemmen und 13 Desserts

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Anders als bei uns beginnt die Weihnachtszeit in Südfrankreich nicht am 1. Advent, sondern am 4. Dezember und endet erst 40 Tage nach Heiligabend am 2. Februar. Und zwischendurch sind – wie könnte es in Frankreich anders sein – vielfältigste kulinarische Delikatessen mit der Familie und Freunden angesagt, “convivialité”, (Geselligkeit) und “savoir-vivre” werden ausgiebig zelebriert.
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Valencia, die schönsten Sehenswürdigkeiten, Tipps zur Anreise uvm.

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Valencia hat uns wirklich überrascht, beeindruckt und begeistert! Vielleicht lag es daran, dass wir keine ikonographischen Bilder der Sehenswürdigkeiten im Kopf hatten. So wie etwa Barcelona mit der Sagrada Familia und den Ramblas oder Madrid mit dem Königspalast oder der Plaza Mayor. Dabei ist Valencia nach Madrid und Barcelona die drittgrößte Stadt Spaniens.
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Was ist ein Boudoir? Was ist der Boudoir-Stil?

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Wie isst man Artischocken? Unser einfaches Rezept …

4.96/5 (25)
(Lesezeit nur 5 Min. 😉 )

Artischocken sind gesund, erstaunlich vielseitig und köstlich – wenn man weiß, wie man sie zubereitet. Am besten isst man sie klassisch gekocht mit Dip, aber auf den Speisekarten in Restaurants sind sie so selten zu finden. Daher zeigen wir euch hier Schritt für Schritt, wie ihr Artischocken richtig vorbereitet, kocht und genießt 😉 .

2 grüne Artischocken auf Holztisch
Artischocken sind auch Heilpflanzen © Siegbert Mattheis

Wie bereitet man Artischocken vor?

Bevor ihr loskocht, ein paar wichtige Vorbereitungsschritte:

  1. Strunk brechen oder abschneiden: Durch das Brechen zieht ihr gleichzeitig eventuell vorhandene harte Fasern heraus.
  2. Obere Blatthälfte kappen: Mit einem scharfen Messer etwa ein Drittel der Spitze abschneiden. Das ist optional, macht die Artischocke aber gleichmäßiger und etwas ansehnlicher.
  3. Braune Blattspitzen stutzen: Mit einer Küchenschere die spitzen Blattenden abschneiden.
  4. Sofort mit Zitronensaft einreiben: Artischocken oxidieren sehr schnell und werden braun. Reibt die Schnittflächen deshalb immer sofort mit einer halbierten Zitrone ein oder gebt einfach den Saft ins Kochwasser.

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Rezept Artischocken pur mit Dip

Das ist das klassischste und einfachste Artischocken-Rezept und ideal für Einsteiger:innen..

Zutaten (für 2 Personen)

  • 2 große oder 4 kleine frische Artischocken
  • 1 Zitrone oder Limette
  • Dip nach Wahl: Sauce Hollandaise, Crème fraîche, Aioli oder eine Safransauce

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Zubereitung

  1. Artischocken wie oben beschrieben vorbereiten.
  2. In einem großen Topf reichlich Wasser zum Kochen bringen und den Saft der Zitrone hinzugeben. Das verhindert das Braunwerden.
  3. Artischocken hineingeben und 30 bis 40 Minuten bei mittlerer Hitze kochen. Eine Garprobe macht ihr so: Ein Blatt sollte sich leicht herausziehen lassen.
  4. Herausnehmen, kurz abtropfen lassen und mit dem Dip servieren.
  5. Die Artischocken von außen nach innen blattweise essen (→ siehe unten, wie das genau funktioniert).
  6. Wichtig! Das Heu entfernen.
  7. Das Artischockenherz genießen!

Tipp: Die Größe entscheidet über die Kochzeit. Kleine Artischocken sind nach 20–25 Minuten gar, sehr große brauchen bis zu 45 Minuten.

Welcher Dip passt zu Artischocken?

Warme Sauce Hollandaise, kalte Crème fraîche, Aioli oder eine Safransauce.

Unser Lieblingsdip ist Sauce Hollandaise, etwas verfeinert 😉 :

Zutaten: 

  • 250 ml fertige Sauce Hollandaise (wir finden die von Thomy am besten)
  • etwas Frühlingszwiebeln
  • Muskatnuss
  • Limette
  • Dill
  • Ein Schluck Crémant oder Weißwein

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Eine Schüssel mit cremiger Suppe, garniert mit frischem Dill und grünen Zwiebeln, mit Kräutern und einer Limette im Hintergrund.
Verfeinerte Sauce Hollandaise dazu als Dip © Siegbert Mattheis

Zubereitung:

  1. Die Sauce bei mittlerer Hitze erwärmen
  2. Kleingeschnittene Frühlingszwiebeln hinzugeben
  3. Etwas Saft der Limette dazu sowie etwas Limettenabrieb
  4. Einen Schluck Crémant (oder Weisswein) hinzu
  5. Zum Schluss den Dill hineingeben und mit Muskatnuss abschmecken, fertig!

Wie isst man eine Artischocke?

Zunächst einfach die Blätter in den Dip tunken und das “Fleisch” herauszuzeln. Dann das feste Artischockenherz mit dem Dip essen.

Viele zögern beim ersten Mal, dabei ist das Essen einer Artischocke ganz entspannt, wenn ihr wisst, wie es geht:

  1. Blätter von außen nach innen ablösen. Immer einzeln, eines nach dem anderen.
  2. In den Dip tunken und das weiche Fleisch am Blattende mit den Zähnen abziehen. Das restliche Blatt legt ihr am besten auf einen separaten Teller..
  3. Je weiter innen, desto zarter: Die äußeren Blätter haben etwas mehr Fleisch, die inneren dagegen sind etwas zarter.
  4. Das Heu entfernen: Wenn ihr beim Artischockenherz angekommen seid, trefft ihr auf einen Belag aus feinen, haarigen Fasern. Dieses sogenannte „Heu” muss mit einem scharfen Messer sorgfältig entfernt werden: Knapp unterhalb des Heus leicht trichterförmig rundherum schneiden und den oberen Teil abheben. Achtung: Diese Fasern solltet ihr niemals in den Mund bekommen, sie fühlen sich wie Gräten an.
  5. Das Herz genießen: Der runde, fleischige Boden ist der köstlichste Teil der Artischocke. In den Dip tunken und genießen.
Messer sticht in Herz der Artischocke
Mit einem scharfen Messer etwas unterhalb des "Heus" ansetzen © Siegbert Mattheis
Links das Heu, rechts das Fruchtfleisch auf weißem Teller
So trennt ihr das Fruchtfleisch, das Herz der Artischocke vom Heu © Siegbert Mattheis

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FAQ: Häufige Fragen zu Artischocken

Was ist eine Artischocke?

Die Artischocke (Cynara scolymus) ist botanisch gesehen eine essbare Distel, ein Blütengemüse, das an bis zu zwei Meter hohen Stängeln wächst. Gegessen wird die noch geschlossene Blütenknospe: die fleischigen Blätterböden und vor allem das zarte Herz im Inneren.

Drei Artischocken auf hohen Stängeln mit grünen Blättern vor einem unscharfen Gartenhintergrund.
Artischocke © Siegbert Mattheis
Zwei Artischockenpflanzen mit violetten, distelähnlichen Blüten, die zwischen grünem Gras und Blättern wachsen.
© Siegbert Mattheis

Woher kommt der Name Artischocke?

Ihr Name leitet sich vom Arabischen Al Charschuf ab (vgl. ital. il carciofo). Erste Belege des kultivierten Anbaus in Europa stammen aus dem Jahr 1556. Heute gehört die Artischocke fest zur mediterranen Küche. In Italien, Frankreich, Spanien und Griechenland ist sie Alltagsgemüse und Delikatesse zugleich.

Worauf sollte man beim Artischockenkauf achten?

Beim Kauf frischer Artischocken gilt: Je schwerer und fester, desto frischer. Die Blätter sollten dicht anliegen, saftig-grün und ohne braune Flecken sein. Wenn ihr die Blätter leicht zusammendrückt, sollte ein leises Quietschen zu hören sein. Das ist ein gutes Zeichen.

Wann haben Artischocken Saison?

Artischocken haben in Mitteleuropa zwei Hauptsaisons, eine im Frühling (April bis Juni) und eine im Herbst (September bis November). Im Sommer bekommt ihr sie auf den Märkten in Südeuropa überall.

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Isst man Artischocken mit den Fingern?

Ja, definitiv. Es ist eines der wenigen Gerichte, bei dem es ganz selbstverständlich ist, mit den Fingern zu essen, selbst in feiner Gesellschaft.

Wie gesund sind Artischocken?

Artischocken sind nicht nur lecker, sondern schon seit der Antike als Heilpflanze bekannt. Ihre wichtigsten gesundheitlichen Vorteile und Eigenschaften im Überblick:

  • Cynarin: Der Bitterstoff der Artischocke regt die Gallenbildung an, unterstützt die Leber bei der Entgiftung und hilft bei der Fettverdauung. Besonders konzentriert ist Cynarin in den Blättern und Stängeln.
  • Cholesterinsenkend: Als Nebeneffekt der Gallenanregung sinkt auch der Cholesterinspiegel im Blut, was Herz und Gefäße schützt.
  • Inulin: Ein Ballaststoff, der den Blutzucker nicht anhebt und damit besonders für Diabetiker geeignet ist. Inulin gilt außerdem als natürlicher Appetitzügler.
  • Vitamine und Mineralstoffe: Artischocken liefern Eisen, Magnesium, Kalium und verschiedene Flavonoide sowie die Vitamine C und K.
  • Verdauungsfördernd: Sie helfen bei Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung und sogar bei Übelkeit, etwa durch Chemotherapie oder in der Schwangerschaft.
  • Entwässernd: Artischockensaft wirkt mild diuretisch und ist gut für das Nervensystem.
  • Und: Die Artischocke gilt seit jeher als natürliches Aphrodisiakum 😉

2025 wurde sie von der HMPPA (Herbal Medicinal Products Platform Austria) zur „Arzneipflanze des Jahres in Österreich“ gewählt.

Wie lange kocht man Artischocken?

Kleine Artischocken brauchen etwa 20–25 Minuten, mittlere 30–35 Minuten und große Exemplare bis zu 45 Minuten im sprudelnden Wasser. Die Garprobe: Ein äußeres Blatt sollte sich ohne Widerstand herausziehen lassen.

Kann man Artischocken roh essen?

Ja – sehr junge, kleine Artischocken (besonders die violetten Sorten aus Italien) können roh gegessen werden, etwa fein gehobelt in einem Salat mit Zitrone und Parmesan. Große Artischocken sind roh zu hart und bitter.

Was ist das Beste an der Artischocke?

Das Herzstück – der runde, fleischige Boden unter dem Heu – ist der zarteste und aromatischste Teil. Er hat einen leicht nussigen, milden Geschmack und ist in der mediterranen Küche besonders begehrt.

Warum werden Artischocken braun und was kann man dagegen tun?

Artischocken oxidieren schnell an den Schnittflächen. Reibt die Schnittstellen sofort mit Zitronensaft ein oder gebt Zitronensaft ins Kochwasser. So bleiben sie schön grün.

Welcher Wein passt zu Artischocken?

Das ist eine berühmte kulinarische Herausforderung: Artischocken enthalten Cynarin, das den Geschmack von Wein kurzfristig süßlich verändert. Trockene, leichte Weißweine wie Pinot Grigio, Vernaccia di San Gimignano oder Verdejo aus Spanien passen am besten. Rotwein und süße Weine harmonieren dagegen weniger gut.

Siehe auch Was passt nicht zu Wein?

Sind Artischocken gut zum Abnehmen?

Ja. Artischocken sind kalorienarm (ca. 40 kcal pro 100 g), sättigend durch Inulin und Ballaststoffe  und regen die Verdauung an. Sie gelten als klassisches Diätgemüse der Mittelmeerküche.

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Wie bewahrt man Artischocken auf?

Frische Artischocken halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks 3 bis 5 Tage. Am besten in ein leicht feuchtes Tuch einwickeln. Bereits gekochte Artischocken sollten innerhalb von 2 Tagen gegessen werden.

Kann man Artischocken einfrieren?

Ja, aber nur vorgegart. Die geputzten Artischocken blanchiert ihr 5 bis 7 Minuten, schreckt sie kalt ab und friert sie dann ein. So halten sie bis zu 6 Monate.

Was bedeutet das „Heu” bei der Artischocke?

Das „Heu” ist der faserige, haarige Belag, der das eigentliche Artischockenherz (den Boden) schützt. Diese feinen Fasern sind nicht essbar und müssen vor dem Verzehr des Herzens sorgfältig mit einem Messer entfernt werden.

Wo kauft man die besten Artischocken?

Auf Wochenmärkten in der Saison (Frühling und Herbst). In Südeuropa findet man sie auf jedem Markt. Im Supermarkt gibt es sie ebenfalls frisch oder eingelegt im Glas, oft auch nur die Artischockenherzen. Die passen gut auch als Tapasgericht.

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Kann man Artischocken trocknen?

Ja. Getrocknete Artischocken sind eine wunderschöne Deko, die sich lange hält. Am besten legt ihr sie in eine breite Vase oder Schale.

Nahaufnahme einer blühenden lila Artischockenblüte, umgeben von getrockneten Blättern und roten Beeren.
Getrocknet halten sie sich als Deko sehr lange © Claudia Mattheis

Aber nur als Deko sind sie eigentlich zu schade 😉

Guten Appetit!

Siegbert Mattheis

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Marokkanische Spezialitäten

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Die marokkanische Küche gilt als die beste in ganz Nordafrika und als eine der raffiniertesten der Welt. Hier stellen wir euch eine Auswahl der wichtigsten marokkanischen Spezialitäten vor:

Wie ist die marrokkanische Küche?

Sie ist eine mediterrane Küche, die sich durch ihre Vielfalt an Spezialitäten und Gerichten vor allem aus der Berberküche mit andalusisch-arabischen und jüdischen Einflüssen auszeichnet.
Trotz ihrer Gemeinsamkeiten mit den Küchen anderer nordafrikanischer Länder hat die marokkanische Küche ihre Originalität und ihre einzigartigen kulturellen Besonderheiten bewahrt.

Was gehört zur marokkanischen Küche?

  • Marokko produziert eine große Auswahl an mediterranen Früchten, Gemüse und sogar einige tropische Früchte.
  • Zu den üblichen Fleischsorten gehören Rind-, Ziegen-, Hammel- und Lammfleisch, Huhn und Meeresfrüchte, die als Grundlage für die Küche dienen.
  • Charakteristische Aromen sind eingelegte Salz-Zitronen, Arganöl, kaltgepresstes, unraffiniertes Olivenöl und Trockenfrüchte.
  • Wie in der mediterranen Küche im Allgemeinen gehören zu den Grundzutaten Weizen, der für Brot und Couscous verwendet wird, sowie Olivenöl.
  • Das dritte mediterrane Grundnahrungsmittel, die Weintraube, wird als Dessert gegessen, obwohl sogar eine gewisse Menge Wein im Land hergestellt wird.

Ist Arganöl typisch marokkansich?

Ja, denn dieses köstliche Öl aus den Früchten des Arganbaums kann marokkanischer nicht sein. Denn der Baum wächst ausschließlich im Südwesten von Marokko, in der Gegend zwischen Essaouira und Agadir – und vermutlich schon seit 80 Millionen Jahren! Arganöl aus gerösteten Kernen gilt mit seinem einzigartigem nussigen und feinaromatischen Geschmack als Gourmet-Öl in der gesunden und anspruchsvollen Küche. Es verleiht Salaten, Gemüse, kurzgebratenen Fisch- und Fleischgerichten und sogar Desserts eine ganz besondere Note. Das Öl wird seit 1998 durch Kooperativen in Handarbeit hergestellt und gibt Berberfrauen Arbeit und Lohn. Das Öl aus den ungerösteten Kernen findet in der Kosmetik zur Schönheitspflege von Haut und Haar Anwendung.

Mehr über Arganöl und was es besonders macht

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Barfüßige Frau mit braunem Kopftuch vor blauem Eimer mit Argankernen
Berberfrau beim mühseligen Knacken der Argankerne © Siegbert Mattheis

Was ist Tajine oder auch Tagine?

Tajine ist ebenfalls eine typisch marokkanische Spezialität, obwohl sie auch in den anderen Ländern des Maghreb vorkommt. Tajine ist sowohl der Name für die jeweiligen Gerichte als auch für den kegelförmigen, glasierten Tontopf, in dem sie zubereitet werden. In einer Tajine werden die unterschiedlichsten Schichtungen von Gemüsen, Obst und Fleisch, – manchmal auch Fisch – bei langem Garen im eigenen Saft geschmort und dadurch wunderbar zart. In Marokko isst man diese Gerichte immer mit Fladenbrot und direkt aus der Tajine.

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Kegelförmiges Tongefäß über anderem Tongefäß mit Glut
Traditionell schmort die Tajine über Glut © Siegbert Mattheis
Tajine mit Lammfleisch und Gemüse
Tajine mit Lammfleisch und Gemüse © Siegbert Mattheis
Rundes Tongefäß mit Datteln, Zwiebeln und Paprika
Tajine mit Trockenfrüchten © Siegbert Mattheis
Fischtajine mit Gemüse
Fischtajine mit Gemüse © Siegbert Mattheis

Was ist Couscous?

Couscous ist so etwas wie die Kartoffel für die Deutschen oder die Pasta für die Italiener. Er besteht aus Hartweizengries, der befeuchtet und zu winzig kleinen Kügelchen geformt und gerollt wird. Couscous bildet die Grundlage für viele unterschiedliche Gerichte mit Gemüse oder Fleisch und Fisch. Was bei uns die Sauce ist, ist in Marokko eine Art Bouillon, die dazu gereicht wird. Abgeschmeckt werden die Gerichte mit der speziellen Gewürzmischung Ras el-Hanout oder Harissa für die Schärfe.

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Bunt gekleidete Berberfrau vor Schale mit Couscous
Berberfrau bei der Couscouszubereitung mit etwas Öl © Siegbert Mattheis

Was sind Pastillas?

Pastilla ist ein Blätterteiggebäck mit einer Füllung aus Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchten. Ursprünglich stammt es aus der alten Königsstadt Fès, dort war es traditionell mit einer Mischung aus Taubenfleisch und Mandeln gefüllt, mit verschiedenen Gewürzen verfeinert und oft mit Puderzucker und Zimt bestreut. Inzwischen wird meistens Hühner- oder Lammfleisch verwendet. Aber Achtung, die Pastillas mit ihren süß-salzigen Aromen machen schnell süchtig – und sofort satt! Wir fanden die Pastillas mit Meeresfrüchten am leckersten, z.B. im Cafe Árabe gegenüber dem Jardin Secret in Marrakesch.

Teigtaschen mit Meeresfrüchten und Fadennudeln
Pastilla mit Meeresfrüchten und Fadennudeln © Siegbert Mattheis

Was ist Briouate?

Briouate sind kleine Blätterteigtaschen in Dreiecksform und werden mit unterschiedlichen Füllungen als marokkanische Spezialität als Appetithappen gereicht. Es gibt sie z.B. mit Lamm, Ziegen- oder Frischkäse oder auch mit Feigen gefüllt und mit Kräutern und Gewürzen verfeinert.

dreieckige Teigtaschen mit roter Sauce auf Salat
Herzhafte Briouates, kleine Appetithappen in Dreiecksform © Siegbert Mattheis
Dreieckige Teigtaschen in weißem Papier
Süße Briouates mit Mandeln gefüllt © Siegbert Mattheis

Was ist Beghrir oder Baghrir?

Die köstlichen Fladen mit 1001 Löchern auf der Oberfläche aus einem Teig aus Weizengries oder Mehl sind so etwas wie marokkanische Crêpes. Zum Frühstück werden sie mit Honig, Marmelade oder Amlou bestrichen oder auch als Dessert gegessen. Man kann sie aber auch mit etwas Herzhaftem servieren. Wir hatten uns über die vielen Löcher gewundert, bis man uns aufklärte, dass sie dadurch den Aufstrich besonders gut aufnehmen können.

Zwei Crêpes mit Luftlöchern
Beghrir, die marokkanischen Crêpes mit 1001 Löchern © Siegbert Mattheis

Was ist Amlou oder Amlu?

Amlou ist ein köstlicher Aufstrich oder Dip rein aus Arganöl, Arganhonig und Mandeln. Vergesst alle Nussaufstriche, die ihr bisher kanntet! Amlou ist durch das Öl etwas flüssiger und besticht durch seinen feinen, nussigen Geschmack! Amlou wird zum Frühstück oder auch zum Nachmittagstee zu Beghrir und Gebäck gereicht.

Hörnchen mit brauenem Aufstrich, dahinter Glas mit Aufschrift "Amlou"
Amlou als Aufstrich oder Dip © Siegbert Mattheis

Was ist Thé à la Menthe?

Minztee ist das marokkanische Getränk schlechthin. Es wird überall von morgens bis abends getrunken und besteht aus grünem Tee mit Minze – und viel Zucker! Traditionell gilt die Zubereitung von gutem Minztee in Marokko als Kunstform und das Trinken mit Freunden und Familie ist oft eine tägliche Tradition. Die Gießtechnik ist dabei ebenso entscheidend wie die Qualität des Tees selbst. Die marokkanischen Teekannen haben lange, gebogene Ausgießer, die es ermöglichen, den Tee gleichmäßig aus der Höhe in kleine Gläser zu gießen. Für den besten Geschmack werden die Gläser in zwei Stufen gefüllt. Die Marokkaner mögen traditionell Tee mit Bläschen, deshalb halten sie die Teekanne beim Gießen hoch über den Gläsern.

Minztee in silberner Kanne auf Tisch an regennasser Straße
Thé à la menthe, marokkanischer Minztee © Siegbert Mattheis
Tee mit Minzblättern im Glas
Thé à la menthe mit Minzblättern im Glas © Siegbert Mattheis

Gibt es ein kulinarisches Museum in Marokko?

Ja, das MCAM (Moroccan Culinary Arts Museum) wurde 2019 in Marrakesch eröffnet. Solltet ihr in Marrakesch sein, plant unbedingt einen Besuch im Kulinarischen Museum ein! Sehr empfehlenswert! Viele dieser marokkanischen Spezialitäten wurden uns dort erläutert und einige konnten wir auch verkosten.

Siegbert Mattheis

Älterer Mann mit weißem Haar und Bart, trägt ein dunkles Hemd und blickt mit einem leichten Lächeln in die Kamera.

Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam AmbienteMediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.

Austern öffnen leicht gemacht, eine Anleitung in 4 Schritten

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Allein 2.000 Verletzte beim Austernöffnen zählt man im Schnitt in Frankreich zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr. Dabei sieht es immer so leicht aus, wenn die Kellner im Restaurant blitzschnell die Schalen knacken. Hier erfahrt ihr die in vielen Jahren erprobte,  einfache Methode.
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Essaouira Sehenswürdigkeiten, Tipps, Anreise

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Essaouira am Atlantik ist perfekt für einen sanften Einstieg in Marokko geeignet. Nirgendwo sonst in Marokko könnt ihr euch so frei bewegen, ungestört bummeln und europäisch-marokkanische Cafèkultur erleben wie hier.
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