Autorenarchiv: Siegbert Mattheis

Über Siegbert Mattheis

Studien Philosophie, Kunstgeschichte, Wissenschaftstheorie, Kommunikationsdesign. Gründer Mattheis. Werbeagentur GmbH, Ambiente-Mediterran.de, Eat! Berlin Feinschmeckerfestival. Blogger, Travel-Journalist, Fotograf, Foodist, Videofilmer

Shatta Music: Wie Frauen in der Karibik mit Musik Tabus brechen

5
(7)
(Lesezeit nur 4 Min. 😉 )
Shatta Music ist uns das erste Mal in der Karibik in einem Club auf Martinique begegnet. Zunächst waren wir irritiert, wie ungehemmt und selbstbewusst, gleichzeitig aber extrem körperbetont sich die Sängerinnen gaben.

Knapp bekleidet, in engen Outfits und glänzenden Trikots in Neonfarben. Und in den Texten „dreckige“ Sprüche über sexuelle Themen …
Weiterlesen →

San-Marzano-Tomaten: Was das Original aus Kampanien so besonders macht

5
(4)
(Lesezeit nur 3 Min. 😉 )
San Marzano Tomaten gehören zu unseren Lieblingstomaten. Immer wenn wir sie auf den Märkten entdecken, greifen wir zu. Denn daraus lässt sich das leckerste italienische Tomaten-Sugo machen. Daher werden sie auch traditionell für die Tomatensoße der neapolitanischen Pizza verwendet. Wir haben uns die Besonderheiten der DOP-Tomaten vom Consorzio di Tutela del Pomodoro San Marzano DOP genauer erklären lassen:
Weiterlesen →

Reisen nach Italien für Gehörlose

5
(4)
(Lesezeit nur 6 Min. 😉 )

Weltweit leben schätzungsweise etwa 20 % der Weltbevölkerung mit einem gewissen Grad an Hörverlust. 430 Millionen Menschen sind von einem schwerwiegenden Hörverlust betroffen. Davon nutzen über 70 Millionen gehörlose Menschen primär die Gebärdensprache, laut der Bundeszentrale für politische Bildung.

Bei diesen Zahlen wundert man sich, warum es kaum Reiseveranstalter gibt, die sich auf Reisen für Gehörlose spezialisieren.

Welche Reiseveranstalter bieten Reisen für Gehörlose an?

Das fragte sich auch Mirco Carella, gebürtiger Italiener aus den Marchen. Selbst gehörlos und eigentlich Meeresbiologe, gründete er 2025 das Unternehmen DAT, Deaf Accessible Tourism.

Wir hatten ihn auf der Internationalen Tourismusbörse ITB Berlin kennengelernt, waren fasziniert von seinem Engagement und verabredeten uns sofort zu einem Interview (siehe weiter unten)

Lächelnder Mann mit Brille, der ein kariertes Hemd und ein grünes Schlüsselband trägt und vor einem Naturhintergrund steht.
Mirco Carella © Siegbert Mattheis
Broschüre für gehörlosengerechten Tourismus auf einer gelben Stofftasche mit einem blauen Herz und einem Flugzeuglogo.
Werbemittel von DAT © Siegbert Mattheis

Was ist Deaf Accessible Tourism?

Deaf Accessible Tourism (Barrierefreier Tourismus für Gehörlose), kurz DAT, ist ein Reiseveranstalter, der sich vollständig und ausschließlich gehörlosen Reisenden widmet. Das Ziel von DAT ist es, gehörlose Menschen aus aller Welt zu verbinden, durch sorgfältig gestaltete, vollständig barrierefreie Gruppenreisen nach Italien und in ganz Europa. Der Fokus liegt auf echter Zugänglichkeit, von der Kommunikation über die Reiseleitung bis hin zur gesamten Logistik vor Ort.

Warum ist Italien das perfekte Reiseziel für gehörlose Reisende?

Italien ist das Land mit der weltweit höchsten Anzahl an UNESCO-Weltkulturerbestätten. Es bietet eine unvergleichliche Dichte an Geschichte, Kunst, Kultur, Natur und Gastronomie.

Für gehörlose Reisende bedeutet das: visuell beeindruckende Erlebnisse, die nicht von akustischer Wahrnehmung abhängen, denn Architektur, Kunstwerke, Landschaften und kulinarische Genüsse sprechen eine universelle Sprache.

Ein hoher steinerner Glockenturm erhebt sich über Terrakotta-Dächern, mit sanften Hügeln und blauem Himmel im Hintergrund.
Blick über die Toskana von Volterra aus © Siegbert Mattheis
Menschen, die nachts auf einer Straße unter hellen, dekorativen Lichtern in festlicher Atmosphäre spazieren gehen.
Traditionelle Feste in Italien © Siegbert Mattheis

Welche Kommunikationsformen unterstützt DAT?

Der Komfort in der Kommunikation steht bei DAT an erster Stelle. Reiseleiter – ob gehörlos oder hörend – beherrschen Gebärdensprachen wie International Sign Language (ISL) oder American Sign Language (ASL). Für Reisende, die auf Lippenlesen oder Resthörvermögen angewiesen sind, priorisieren die Guides klare, direkte Kommunikation von Angesicht zu Angesicht und stellen ergänzendes schriftliches Material bereit. Auf Anfrage bietet DAT außerdem kontinuierliche, simultane Transkription des gesprochenen Wortes in die Sprache eurer Wahl.

Mittelalterliche Stadt mit vielen hohgen Türmen auf einem Hügel in grüner Landschaft
San Gimignano mit den Geschlechtertürmen © Siegbert Mattheis

Bietet DAT nur Gruppenreisen an?

Der Schwerpunkt von DAT liegt auf Gruppenreisen, aber selbstverständlich organisiert der Veranstalter auch maßgeschneiderte Reiserouten für individuell Reisende. Dabei erhaltet ihr sowohl vor als auch während der Reise vollständige logistische Unterstützung. Die Route lässt sich flexibel anpassen: Sehenswürdigkeiten und Reiseziele können je nach Budget und persönlichen Vorlieben hinzugefügt oder gestrichen werden.

Was bedeutet „Slow Travel” bei DAT?

Slow Travel richtet sich an alle, die mehr als nur Sehenswürdigkeiten abhaken wollen. Besonders für die Toskana bietet DAT Erlebnistouren im Slow-Travel-Stil an, die sich auf

  • alte Traditionen und lokales Handwerk,
  • kulinarische Geheimnisse von regionalen Märkten bis zu Kochkursen
  • sowie Outdoor-Aktivitäten in atemberaubenden Naturlandschaften konzentrieren.

Diese Art zu reisen ermöglicht eine tiefe emotionale Verbindung zu Orten, ohne Stress, ohne Hektik.

Spaghetti auf Teller mit Wein vor Meer
Köstlich italienisch essen im Baia del Rogiolo in Quercianella © Siegbert Mattheis
Zur Luminara explodieren Feuerwerke über einem Fluss, im Vordergrund sind beleuchtete Gebäude und eine Menschenmenge zu sehen.
Feuerwerk als Höhepunkt der Luminara in Pisa © Siegbert Mattheis
Ein felsiger Abhang mit grüner Vegetation und Blick auf ein Tal und ferne Berge unter einem klaren blauen Himmel.
Beeindruckende Landschaft in Sardinien © Siegbert Mattheis

Besucht DAT nur bekannte Touristenziele?

DAT lädt Reisende ausdrücklich dazu ein, Italiens versteckte Schätze zu entdecken. Die exklusiven Reiserouten führen fernab der üblichen Touristenpfade in kleine Dörfer mit authentischer Geschichte, Regionen mit einzigartiger Kultur und Gastronomie sowie Orte, die noch nicht vom Massentourismus erschlossen sind. Das Ziel ist ein echtes, unvergessliches Erlebnis, kein typisches Gruppenreise-Feeling.

Kann man eine Gehörlosen-Reise mit einem Seminar kombinieren?

Ja. DAT bietet die einzigartige Möglichkeit, Ferien mit Studienzeiten oder Seminaren zu kombinieren, die von italienischen Universitäten und Institutionen durchgeführt werden, die sich auf Gehörlosenkultur und Interessenvertretung spezialisiert haben. So lässt sich persönliche Weiterentwicklung mit unvergesslichen Reiseerlebnissen verbinden.

Kirche in gelblichen Farben am türkisfarbenen Meer
Die Basilica Santa Maria Assunta in Camogli © Siegbert Mattheis

Was ist in einer Reise für Gehörlose enthalten?

DAT verspricht wirklich immersive Erlebnisse:

  • Monumente,
  • Kunstwerke und Kulturstätten
  • religiöse Zeremonien und lokale Traditionen
  • Straßenmärkte und musikalische Atmosphäre,
  • gastronomische Highlights und kulinarische Entdeckungen sowie
  • Naturwunder und beeindruckende Landschaften uvm.

Gut abgestimmte Logistik sorgt dafür, dass sich die Reisenden voll auf das Erleben konzentrieren können.

Italienisches Bergdorf mit gelben Gebäuden und hohen Zypressen unter einem blauen Himmel mit Wolken.
Montescudaio in der Toskana © Siegbert Mattheis
An einem sonnigen Tag herrscht reges Treiben auf dem Markt, auf dem bunte Stoffe und Kunsthandwerk unter Vordächern angeboten werden.
Markt in Palermo © Siegbert Mattheis
Zwei bunte Keramik-Kopfvasen mit Kronen und eine kleine grüne Baumskulptur, die zusammen ausgestellt werden.
Kunsthandwerk in Sizilien © Siegbert Mattheis

Für wen sind die Touren von DAT geeignet?

Für alle gehörlosen und schwerhörigen Reisenden weltweit; unabhängig davon, ob sie über Gebärdensprache kommunizieren, auf Lippenlesen angewiesen sind oder Resthörvermögen haben. Die Reisen eignen sich außerdem für Gehörlosengruppen und -vereine, Einzelreisende, die Gleichgesinnte treffen möchten, hörende Begleiter und Familienangehörige sowie Menschen, die Urlaub mit Weiterbildung verbinden wollen.

Was kosten die Reisen von Deaf Accessible Tourism?

DAT bietet alle Touren zu fairen, vernünftigen Preisen an, ohne Abstriche bei Qualität und Logistik. Da Routen individuell angepasst werden können, lässt sich die Reise gezielt auf das eigene Budget abstimmen. Detaillierte Preisinfos sind direkt über die Website von DAT oder auf Anfrage erhältlich:

info@deafaccessibletourism.com

+39 0571 913093

Aber generell sind die Preise ähnlich denen einer Reise für Hörende.

Blick über weite, meist trockene Landschaft von einem Berg aus mit
Blick über Sizilien von Enna aus © Siegbert Mattheis

Interview mit Mirco Carella

Mirco ist Meeresbiologe, gehörlos und promovierte in Barcelona. Für ein dreijähriges Programm in internationaler Gebärdensprachmediation kehrte er wieder in die Schule zurück. Seine Leidenschaft gilt dem Reisen (er hat bisher mehr als 50 Länder besucht) und dem Sport, insbesondere Rugby. Er widmet sich dem zugänglichen Tourismus für Gehörlose.

Er spricht neben Italienisch auch gut Spanisch und Englisch und verfügt über mittlere Kenntnisse in Katalanisch, LIS (Lingua dei Segni Italiana, Italienische Gebärdensprache) und ASL.

Mirco, wie bist du auf die Idee für DAT gekommen?

Die Idee zur Gründung von DAT (Deaf Accessible Tourism) kam mir während einer Reise in den Iran. Dort lernte ich meinen zukünftigen Chef Massimo kennen, der von der Idee, gehörlose Menschen auf Reisen zu schicken, begeistert war.

Auf der Messe in Berlin war DAT der einzige Reiseveranstalter, der sich dieser Zielgruppe widmete. Ich glaube, es ist eine der wenigen organisierten Einrichtungen in Europa, die es gehörlosen Menschen ermöglicht, zu reisen, ohne dass sie dabei auf Kommunikationsbarrieren stoßen.

Was ist deine Mission?

Wir möchten jedem Gehörlosen das Reisen ermöglichen und dabei die Einzigartigkeit jedes Einzelnen respektieren: von den unterschiedlichen Graden der Schwerhörigkeit bis hin zu den verschiedenen Kommunikationsarten, wie der Verwendung der LIS, dem Lippenlesen oder dem Cochlea-Implantat.

Unser Ziel ist die Integration mit hörenden Reisenden, um gemeinsam alle Barrieren und Vorurteile abzubauen. Wir versuchen, alle möglichen Kommunikationsmittel zu nutzen: Lippenlesen, Gebärdensprache und Speech-to-Text-Technologien. Die Messe in Berlin war sehr hilfreich, um hervorragende Anbieter und Partner für Speech-to-Text-Technologien zu finden.

Du hast über 50 Länder bereist. Auf welche Schwierigkeiten bist du selbst oder sind andere Gehörlose in der Vergangenheit gestoßen?

Kommunikationsbarrieren. Da ich oft alleine reiste und hochgradig gehörlos bin, konnte ich die Lippenbewegungen meiner Gesprächspartner oft nicht richtig verstehen: Hotelpersonal, Menschen, denen ich auf der Straße begegnete, englischsprachige Reiseführer. Es ist nicht so, dass ich kein Englisch spreche, das Problem ist, dass jedes Land seine eigene Lippenbewegung hat, und darin liegt die Herausforderung, die Lippenbewegung der englischen Sprache in diesem Land zu verstehen. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Die Slawen haben eine Lippenbewegung, die unserer sehr ähnlich ist, während z. B. die Inder:innen für mich unverständlich sind. Zum Glück wird die KI bald alles lösen …

Gehörlose Gebärdensprachbenutzer werden oft von Gebärdensprachdolmetschern oder lokalen gehörlosen Reiseführern begleitet, die die internationale Gebärdensprache verwenden.

Was möchtest du gehörlosen Menschen und auch denen, die hören können, mitteilen?

Reist und entdeckt die Welt in all ihren Facetten, vor allem gemeinsam – Gehörlose und Hörende –, um alle sozialen Vorurteile abzubauen. Leider kommt es auch heute noch, im Jahr 2026, oft vor, dass wir, wenn wir etwas „Anderes” bemerken, blockieren und dazu neigen, uns zu entfernen und zu stigmatisieren. Das passiert sogar intelligenten und gebildeten Menschen.

Du sprichst sehr gut Englisch, Spanisch und sogar Katalanisch, wie hast du das gelernt?

Mit viel Geduld und oft dank Privatunterricht, vor allem um das Lippenlesen in einer anderen Sprache zu lernen.

Für wen sind deine Touren am besten geeignet?

Sowohl für gehörlose Gebärdensprachler als auch für Hörende. Eine totale Inklusion.

Was kostet eine Tour ungefähr?

Ich glaube, sie kostet so viel wie andere Touren. Wenn wir dem Kunden etwas sparen können, aber dabei die beste Qualität garantieren, umso besser!

Gibt es eine Frage, die ich nicht gestellt habe und die du gerne beantworten würdest? 

Es ist überraschend, wie oft sich gehörlose Menschen aufgrund ihrer Kommunikationsweise in Untergruppen aufteilen: diejenigen, die LIS verwenden, diejenigen, die die gesprochene Sprache bevorzugen und sich damit fast selbst diskriminieren. Das Ziel von DAT ist es, diese Spaltungen zu überwinden, alle gehörlosen Menschen miteinander zu verbinden und alle Barrieren abzubauen, um ihnen die Freiheit zu geben, sich unter Gehörlosen und schließlich auch unter Hörenden wohlzufühlen.

Vielen Dank für das Gespräch, lieber Mirco!

Fazit: Warum empfehlen wir DAT?

Weil Reisen für alle sein sollte. Mirco und sein Team von Deaf Accessible Tourism verbindet tiefes Wissen über Italien und Europa mit echter Expertise in barrierefreiem Tourismus für Gehörlose. Das Ergebnis sind Reisen, die nicht nur zugänglich sind, sondern wirklich unvergesslich. Wir freuen uns sehr, euch diesen besonderen Veranstalter vorstellen zu dürfen.

Weitere Informationen zu DAT findet ihr direkt auf der Website von Deaf Accessible Tourism.

Siegbert Mattheis

Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam Ambiente–Mediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.

Ostern in Griechenland, wie feiern die Griechen das Osterfest 2026?

5
(26)
(Lesezeit nur 5 Min. 😉 )
Ostern, „Ágio Páscha“, ist für die griechisch-orthodoxen Christen das bedeutendste und traditionsreichste Fest im ganzen Jahr. Das orthodoxe Osterfest unterscheidet sich im Datum von Jahr zu Jahr von unseren Osterfeiertagen.

2026 wird Ostern nur ein Woche später als bei uns gefeiert:

  • Karfreitag am 10. April
  • Ostersonntag am 12. April
  • Ostermontag am 13. April

Aber die Feierlichkeiten und Rituale erstrecken sich über eine lange Zeitspanne von 7 Wochen, mit dem Beginn des Karnevals im Frühjahr („Apókries“ = weg vom Fleisch, also Fasten). Weiterlesen →

Traditionelles Sardinenfest in der Vendée im Frühling 2026

5
(8)
(Lesezeit nur 4 Min. 😉 )
Das Frühlingsfest der Sardine, „Le Printemps de la Sardine” ist eines der charmantesten und authentischsten Volksfeste Frankreichs. Es findet jedes Jahr im Frühjahr (und auch im Sommer) in der Pays de Saint-Gilles-Croix-de-Vie an der französischen Atlantikküste statt. Das Festival im Département Vendée feiert damit die Eröffnung der traditionellen Sardinenfangsaison.
Weiterlesen →

Mutti: sonnengereifte Tomaten in Dose und Flasche; 100% Italien!

5
(11)
(Lesezeit nur 7 Min. 😉 )
Wir sind absolute Mutti-Fans 😉 und haben immer einen ganzen Vorrat an Tomaten und Sauce in Dosen und Flaschen zu Hause. Denn kaum eine andere Marke steht so konsequent für die Qualität sonnengereifter italienischer Tomaten. Und die sind aus der mediterranen Küche nicht mehr wegzudenken.
Weiterlesen →

Cocomero Pugliese: erfrischender Sommer-Snack aus Apulien

4.8
(22)
(Lesezeit nur 3 Min. 😉 )
Gurke oder Melone? Die Cocomero Pugliese ist beides und doch etwas ganz Eigenes. Wenn ihr im Sommer durch apulische Märkte schlendert, stößt ihr unweigerlich auf diese ungewöhnliche Frucht, die dort Kisten füllt. Außerhalb der Region ist sie allerdings kaum zu finden.
Weiterlesen →

Wie ist eigentlich unsere Schrift entstanden?

5
(8)
(Lesezeit nur 7 Min. 😉 )
Die Buchstaben, die wir heute täglich in unsere Smartphones tippen, sind das Ergebnis einer multikulturellen Zusammenarbeit. Wanderarbeiter in ägyptischen Türkisminen aus Kanaan waren zwar fasziniert von ägyptischen Hieroglyphen, fanden sie aber zu kompliziert und vereinfachten sie. Ein (sehr früher) Fall von Usability, Nutzerfreundlichkeit 😉

Aber der Reihe nach.

Weiterlesen →

Koloss von Rhodos: Wo stand er wirklich? Und wie sah er aus?

4.9
(47)
(Lesezeit nur 8 Min. 😉 )

Breitbeinig überspannt der riesige Koloss von Rhodos über der Hafeneinfahrt von Rhodos. Genau dort, wo heute am Mandraki-Hafen die beiden Säulen mit dem Hirsch, dem Wappentier von Rhodos und der Hirschkuh stehen. So jedenfalls suggerieren es uns die vielen Bilder und Souvenirs, die im Umlauf sind.

Aber kann das stimmen?

Denn die neuesten Studienergebnisse zum Koloss von Rhodos, insbesondere aus den Jahren 2024 bis 2026, haben die wissenschaftliche Sicht auf den Standort, das Herstellungsverfahren und die historische Zeitlinie des Weltwunders grundlegend verändert.

Unter blauem Himmel steht neben einem antiken griechischen Tempel eine riesige, unbekleidete Bronzestatue mit erhobener Hand und einer Strahlenkrone
Sehr wahrscheinlich stand der Koloss von Rhodos nahe des (farbigen) Helion-Tempels auf dem Hügel "Monte Smith" über der Stadt. Nach 60 Jahren Standzeit dürfte die Bronze auch schon reichlich Patina angelegt haben. © Siegbert Mattheis mit KI-Unterstützung

Was ist der Koloss von Rhodos?

Der Koloss war eine riesige Statue im antiken Griechenland auf der Insel Rhodos. Sie wurde als Dank an den Sonnengott Helios errichtet. Denn der soll den Rhodiern beim Sieg über den Diadochenherrscher Demetrios Poliorketes geholfen haben.

Der Koloss galt so als Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit. Die „riesige Statue“ (griechisch kolossos) zählte schon in der Antike zu den sieben Weltwundern. Allerdings stand sie nur 66 Jahre lang und wurde durch ein Erdbeben zerstört. Bis heute hat man keine Überreste gefunden.

Stand der Koloss über der Hafeneinfahrt?

Die populäre Vorstellung, der Koloss habe mit gespreizten Beinen über der Einfahrt zum Mandraki-Hafen gestanden, gilt in der Forschung als unhaltbar. Sie ist eine mittelalterliche Legende. Weder antike Quellen noch statische Überlegungen stützen diese Darstellung.

Eine riesige Bronzestatue steht an einer Hafeneinfahrt mit Booten und einer steinernen Festung im Hintergrund unter einem klaren Himmel.
Mit 33 Metern Höhe war der Koloss von Rhodos etwa 3 Mal so hoch wie die Säulen an der Hafeneinfahrt mit Hirsch und Hirschkuh heute © Foto und Montage: Siegbert Mattheis

Welche antiken Quellen gibt es über den Koloss?

Der römische Schriftsteller Plinius der Ältere liefert in seiner “Naturalis Historia” eine der wenigen überlieferten Beschreibungen. Er erwähnt zwar die Größe der Statue, verliert aber kein Wort über eine Platzierung über der Hafeneinfahrt. Auch andere antike Texte deuten eher auf einen Standort auf festem Untergrund hin.

Plinius beschrieb um 77 n. Chr. den gefallenen Koloss:

“Vor allem bewunderungswürdig war jedoch der Sonnenkoloss auf Rhodos, welchen der Chares aus Lindos … verfertigt hatte, … seine Höhe betrug 70 Cubitus. Diese Bildsäule wurde 66 Jahre später durch ein Erdbeben umgestürzt, erregt aber auch liegend noch Bewunderung. Nur wenige umfassen seinen Daumen, und die Finger sind größer als viele Statuen. An den zerbrochenen Gliedmaßen klaffen geräumige Höhlen, und inwendig sieht man bewundernd schwere Steinmassen, durch deren Gewicht man ihn bei der Aufrichtung festgestellt hatte. Dieser Koloss soll in 12 Jahren für 300 Talente verfertigt worden sein, und zwar aus Kriegsgerät, welches der König Demetrios, des langen Aufenthaltes überdrüssig, vor dem belagerten Rhodos zurückgelassen hatte.”

Zwei Jahre später starb Plinius beim Ausbruch des Vesuvs, der Pompeji und Herculaneum auslöschte.

Warum wurde der Koloss nicht wieder aufgebaut?

Der Koloss begrub bei dem Erdbeben mehrere Häuser unter sich, was vielen Menschen das Leben kostete. Aus Furcht, dass der Koloss nach einem Wiederaufbau bei einem erneuten Beben ebenso zerstörerisch sein könnte, sahen die Bewohner von Rhodos davon ab.

Auch den Orakelspruch „Was gut liegt, das soll man nicht von der Stelle bewegen” deutete man so, dass Rhodos ein schlimmes Unglück widerfahren würde, wenn man ihn wieder errichten würde. Obwohl selbst der ägyptische König Ptolemaios III. Geldmittel dafür angeboten haben sollte.

Tipps GetYourGuide*

Was sind die Fakten zum Koloss von Rhodos?

Was Wissenschaftler:innen aus den wenigen antiken Quellen bisher entnehmen bzw. belegen konnten, ist Folgendes:

  • Baubeginn: 304 v. Chr.
  • Dauer: 12 Jahre
  • Höhe: 70 Cubitus (Elle, etwa 44,4 cm); entsprechend 30 bis 35 Meter
  • Baumaterial: Bronzeguss
  • Bauleiter: Chares aus der Stadt Lindos
  • Kosten: 300 Talente (etwa 8 bis 9 Tonnen Silber)
  • Zerstörung: Durch das Erdbeben von 226 v. Chr. knickte er „an den Knien ein“ und zersprang in mehrere Teile
  • Überreste: Bisher wurden keine gefunden, das gesamte Edelmetall wurde wohl verkauft oder eingeschmolzen und anderweitig verwendet.

Woher stammt der Mythos vom Koloss über dem Hafen?

Als die Johanniter 1309 die Insel Rhodos eroberten, erzählten ihnen die Einheimischen von einem Götzenbild der Griechen. Diese Statue soll riesig groß gewesen sein und mit beiden Beinen über der Hafeneinfahrt gestanden haben.

Die Legende

Die älteste bekannte Überlieferung vom Koloss von Rhodos als Hafenwächter findet sich im Bericht von Nicolas de Martoni, einem Notar aus Italien, über seine Pilgerreise mit Aufenthalt in Rhodos im Jahre 1394:

„… und mir wurde ein großes Wunder geschildert und bestätigt, dass es in alter Zeit ein großes Idol gab, so wunderbar geformt, dass es einen Fuß auf das Ende der genannten Mole hielt, wo die Kirche des heiligen Nikolaus ist, und den anderen Fuß auf das Ende der anderen Mole hielt, wo die Mühlen sind; diese Molen sind voneinander 1000 Schritte (etwa 700 Meter, Anm. der Red.) entfernt, über denen er breit und aufrecht stand. Und der Körper des genannten Idols ist von solcher Höhe, dass Schiffe und andere Seefahrzeuge, so groß sie auch gewesen sein mögen, wenn sie in den Hafen einfahren wollten, mit den Masten und Segeln unter den Waden und Schienbeinen des genannten Idols durchfuhren. Und jeder, der zum Haupt der Statue emporkletterte, sah 100 Meilen weit, so war seine Höhe.“

Kupferstich eines unbekannten Künstlers, etwa 16. Jhd. © Wikipedia
Kupferstich eines unbekannten Künstlers, etwa 16. Jhd. © Wikipedia

Woher stammen die Bilder vom Koloss über der Hafeneinfahrt?

Mit den christlichen Pilgern gelangte diese erstaunliche Legende in den Westen. 1554 veröffentlichte André Thevet in Lyon zum ersten Mal ein Bild vom spreizbeinigen Hafenwächter.

Gravur des Kolosses von Rhodos, der über einem Hafen mit Schiffen und Menschen in einer antiken Stadt thront.
Maarten van Heemskerck: Der Koloss von Rhodos, Blatt 4 aus der Folge: Die acht Weltwunder, 1572 © Credit: Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Dietmar Katz, Public Domain

Zeichnung von Heemskerck

Bis heute am bekanntesten ist jedoch die von Philipp Galle 1572 gestochene Zeichnung des Maarten van Heemskerck. Diese wurde in der Folge häufig kopiert und variiert. Van Heemskerck führte das Attribut der Fackel in der rechten Hand des Kolosses ein.

Wie könnte der Koloss tatsächlich ausgesehen haben?

Da es keine antike Darstellung und nur rudimentäre Beschreibungen der Figur gibt, ergeben sich folgende Mutmaßungen:

Ein überliefertes schriftliches Zeugnis besagt: “Er hatte das Aussehen eines aufrecht stehenden Mannes … Das Bild des Gottes nämlich ließ sich an seinen Attributen erkennen.”

Die leider 2018 verstorbene Historikerin Ursula Vedder hat das Phänomen des Colossus von Rhodos eingehend untersucht. Als gesichert gilt, dass der Koloss eine Strahlenkrone trug, wie alle Darstellungen des Sonnengottes aus dieser Zeit. Vermutlich handelte es sich um einen nackten Jüngling mit Lockenpracht. So sehen auch die meisten der antiken Statuen von Helios bzw. Apollon aus.

Bronzestatue eines nackten Mannes mit Sonnenkrone, der vor einem strahlend blauen Himmel steht.
So könnte die Bronzestatue kurz nach Fertigstellung noch ohne Patina ausgesehen haben © Siegbert Mattheis mit KI-Unterstüzung
Antike Marmorstatue eines nackten Mannes mit einem Tuch um die Schulter
Apollon Statue in der Münchner Glyptothek © Siegbert Mattheis

Als ziemlich sicher gilt also:

  • Gottheit: Helios, der Schutzpatron von Rhodos, oft gleichgesetzt mit Apollon
  • Aussehen: nackte männliche Statue mit Strahlenkranz
  • Standort: nahe des Helios Heiligtums (Tempel Apollo-Pythios), oder an der Stelle des heutigen Großmeisterpalastes.

Wahrscheinlich war der Koloss also eine stehende Statue des Sonnengottes Helios mit Sonnenkrone, Lanze oder erhobener Hand.

Antikes Fresko mit zwei Figuren, eine mit strahlendem Heiligenschein, beide in klassischer Kleidung, die abgenutzt und verblasst wirkt.
Helios und Aphrodite, Wandgemälde in Pompeji © Wikipedia
Antikes Fresko einer Person mit Strahlenkranz in einem roten Kreis, gemalt auf eine rissige, verwitterte Wand.
Helios, Wandmalerei in Pompeji © Siegbert Mattheis

Warum ist ein Standort über dem Hafen unwahrscheinlich?

Ein Brückenstandort hätte immense statische Probleme mit sich gebracht. Selbst moderne Stahlkonstruktionen wären bei 30 Metern Spannweite eine Herausforderung – für eine Bronzestatue des 3. Jahrhunderts v.  Chr. wäre dies nahezu unmöglich gewesen.

Zudem hätte eine solche Position jahrzehntelange Seesperren verursacht, während der Bau lief. Die wirtschaftliche Bedeutung des Hafens macht das extrem unwahrscheinlich.

Koloss von Rhodos, ein Größenvergleich

33 Meter Höhe sind für damalige Verhältnisse schon gigantische Ausmaße einer Statue. Zum Vergleich:

  • Die Traufhöhe eines Berliner Altbaus mit 4 Stockwerken beträgt 22 m.
  • Die Freiheitsstatue in New York ist mit 42 m um einiges größer (mit Unteraufbau und Sockel kommt sie auf eine Höhe von 93 m).
  • Die Christusstatue in Rio de Janeiro misst 38 m.
  • Die Statue der Bavaria in München ist mit 18 m ohne Sockel etwas mehr als halb so groß.
Eine Vergleichstabelle mit den Höhen berühmter Statuen und Gebäuden, wobei die Freiheitsstatue die höchste ist.
Die Helios-Statue im Vergleich © Siegbert Mattheis

Aber zwischen den Beinen des Kolosses bliebe bei sehr gespreizten Beinen nur eine Breite von 12 Metern. Und selbst wenn man noch Fundamente hinzurechnen würde, ergäbe es eine maximale Höhe von etwa 15 Metern für die Durchfahrt der Schiffe mit Mast und Segel.

Ein antikes Schif mit einem einzigen Segel und vielen Ruderern, das auf einem ruhigen blauen Meer unter klarem Himmel segelt.
37 m lange griechische Triere, ein Kampfschiff aus dem 5. Jh. v. Chr. (nach einem Modell im Deutschen Museum, München) © Siegbert Mattheis mit KI-Unterstützung

Zur damaligen Zeit waren die Kriegs- und Handelsschiffe jedoch schon von beträchtlicher Größe. Durchschnittlich waren sie zwischen 30 und 50 Meter lang und 5 bis 8 Meter breit. Dazu kamen noch die Ausleger der Ruder. Die Höhe der Masten der Segel lag bei 13 bis 15 Metern.

Somit erscheint es unsinnig, die Einfahrt zum Hafen derart schmal zu halten. Denn die eigene Flotte (und Rhodos hatte eine große Armada zu der Zeit) hätte nur unter erheblichen Schwierigkeiten vorsichtig und nacheinander auslaufen können.

Auch hätte die Hafeneinfahrt ganze 12 Jahre lang für die Bauarbeiten gesperrt werden müssen.

Wenn der Koloss von Rhodos also tatsächlich an der Hafeneinfahrt stand, wäre er vermutlich komplett ins Meer gestürzt. Plinius der Ältere hätte also wohl tauchen müssen, um die Statue so wie oben zitiert beschreiben zu können.

Wo stand der Koloss von Rhodos?

Neuere Forschungen favorisieren zwei Hauptstandorte:

  • Die Akropolis (Monte Smith): Archäolog:innen wie Ursula Vedder (2015/2023) und Robert B. Kebric (2019) argumentieren, dass die Statue im Hauptheiligtum des Helios auf dem höchsten Punkt der Stadt gestanden haben muss. Vedder identifizierte eine bisher als „Artemision“ bezeichnete Ruine als wahrscheinlichen Standort von Werkstatt und Basis.

Berichten zufolge, nach denen der Koloss von überall in der Stadt gut zu sehen war, würden diesen Standort bestätigen. Und bei den antiken Griechen war es ohnehin Brauch, eine Statue sehr nahe am Tempel des verehrten Gottes zu platzieren.

Waren eigentlich alle antiken Tempel weiß?

  • Der Großmeisterpalast: In seiner umfassenden Studie von 2024 legt Nathan Badoud * dar, dass der Koloss im Bereich des heutigen Großmeisterpalastes gestanden haben könnte, um von dort aus auch vom kleinasiatischen Festland (der Peraia) sichtbar zu sein.
Ein steinerner Innenhof mit Bögen, Statuen, einer Treppe und einem Schlossturm unter strahlend blauem Himmel.
Großmeisterpalast in Rhodos-Stadt © Siegbert Mattheis
Die Ruinen der antiken Steinsäulen eines griechischen Tempels stehen vor einem strahlend blauen Himmel und Bäumen.
Reste des Apollo-Tempels auf Rhodos auf dem Monte Smith © Depositphotos
Eine goldene Statue einer stehenden männlichen Figur mit Strahlenkranz vor einem blauen Himmel und Bergen.
So könnte der Koloss ebenfalls ausgesehen haben, hier noch ohne Patina © Siegbert Mattheis mit KI-Unterstüzung

Gibt es Reste vom Koloss von Rhodos?

Die Trümmer des Kolosses lagen einige hundert Jahre nur herum. 653 eroberten die Araber unter Feldherr Muawiyah die Insel. Dieser ließ laut Legende die Überreste in die Levante verschiffen. Schließlich sollen sie an einen judäischen Händler verkauft worden sein. Dieser soll ganze 900 Kamele für den Weitertransport benötigt haben.

Soweit die Legenden.

Aber auch die traditionelle Darstellung, wonach die Trümmer nach dem Erdbeben von 226 v. Chr. für 880 Jahre unangetastet liegen blieben, wird zunehmend angezweifelt:

  • Römische Restaurierungen: Michael Denis Higgins schlägt 2024 eine alternative Zeitlinie vor, nach der die Statue mehrfach, unter anderem unter den Kaisern Vespasian und Hadrian, repariert oder rekonstruiert wurde.
  • Endgültiger Einsturz erst 142 n. Chr.: Higgins identifiziert ein verheerendes Erdbeben im Jahr 142 n. Chr., das das Land um 4,8 Meter anhob, als den Zeitpunkt desfinalen Zusammenbruchs.
  • Die Geschichte vom Verkauf der Bronzereste durch arabische Eroberer im Jahr 654 n. Chr. wird von modernen Historikern als spätere politische Erfindung eingestuft.

Wo war der wahrscheinlichste Standort?

So reizvoll und spektakulär die Annahme ist, dass der Koloss von Rhodos mit weit gespreizten Beinen über der Hafeneinfahrt stand, so unwahrscheinlich ist sie doch.

Stattdessen thronte er vermutlich oberhalb der Stadt als weithin sichtbares Monument der Stärke. Der Mythos bleibt eine faszinierende, aber leider unhistorische Vorstellung.

Buchempfehlung zum Thema

Wer tiefer einsteigen möchte: Ursula Vedder beschreibt in ihrem Buch „Der Koloss von Rhodos“ detailliert Bauweise, Symbolik und mögliche Standorte der Statue.
Ursula Vedder: Der Koloss von Rhodos *

Ein weiteres Buch und Film zum Thema:

Fun Facts

Was haben der Koloss von Rhodos und die Freiheitsstatue miteinander zu tun?

Van Heemskerck führte die Fackel in das Bild vom Koloss ein. Vermutlich inspirierte dieses Bild auch den französischen Bildhauer Bartholdi für die Freiheitsstatue in New York, ein Geschenk Frankreichs an die USA. Beide Monumente wurden als Symbole der Freiheit und Unabhängigkeit errichtet.

Im Sockel der Freiheitsstatue befindet sich außerdem eine Gedenktafel mit der Inschrift „The New Colossus, not like the brazen giant of Greek fame.”

Kleine Nachbildung der Freiheitsstatue vor einem großen weißen Gebäude mit blauem Himmel und Wolken darüber.
Das 1,35 Meter hohe Übungsmodell von Bartholdi in Nizza © Siegbert Mattheis
Antiker Marmortorso einer männlichen Figur, der Kopf, Arme und Unterschenkel fehlen, an einer schlichten Wand aufgestellt.
Marmortorso einer männlichen Figur aus der Zeit des Koloss von Rhodos im Archäologischen Museum auf Rhodos © Siegbert Mattheis

Fund im Meer

1987 fanden Taucher der Küstenwache auf der Suche nach Rauschgift einen Steinbrocken in Form einer Faust. Man glaubte, einen Teil der sagenhaften Kolossalstatue gefunden zu haben. Es wurden weitere Tauchgänge unternommen, doch allmählich kamen Zweifel auf. Das Fundstück war aus Kalkstein, der Koloss war jedoch aus Bronze gegossen. Nach kurzer Zeit stellte sich die Entdeckung als großer Reinfall heraus. Denn der Felsbrocken wurde zwei Jahre zuvor bei Bauarbeiten ins Meer geworfen worden, wie sich herausstellte.

Nachbau als Kitsch

Im April 2000 war ein Versuch, die Riesenstatue an der Einfahrt des Hafens von Rhodos nachzubauen, am Widerstand des griechischen Kulturministeriums in Athen gescheitert. Architekten und Archäologen hatten damals fast einstimmig das Projekt als “Kitsch” bezeichnet.

Neubau mit 150 m Höhe

2015 planten junge Architekten, Ingenieure und Archäologen aus Griechenland, Spanien und Großbritannien in einer neuen Form als gewaltiges Gebäude-Museum am Hafen der Touristeninsel zu errichten. Es sollte mit über 150 Meter Höhe fünf Mal so hoch werden und 240 Mio. Euro kosten. Die Mittel für den Bau kamen aber nicht zusammen.

Der Hintern von Rhodos

Fragen Sie die Griech:innen nicht nach dem Koloss von Rhodos, denn Kolos (κώλος) heißt auf Griechisch Hintern. Kolossos ist auf Griechisch das richtige Wort für den Koloss, der hier gemeint ist.

Kolossos (κολοσσός) bedeutet im Griechischen an sich nur „große Statue“, vom Koloss von Rhodos stammen unsere Begriffe kolossal und Koloss ab.

Reiseführer Rhodos

Diese beiden Reisebücher von Marco Polo und Dumont haben uns in der Vorbereitung der Reise und auch vor Ort sehr geholfen. Beide sind gleichermaßen informativ, mit vielen Insidertipps und Hinweisen. Der Dumont-Reiseführer ist in einigen Punkten ausführlicher, der von Marco Polo bietet Vorschläge für Erlebnistouren an.

Auf jeden Fall hatten die Rhodier ein kolossales Monument erschaffen, wo auch immer es gestanden haben mag.

Siegbert Mattheis

Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam Ambiente–Mediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.

Calçotada, einzigartiges Zwiebelfest in Katalonien mit Calçots und viel Spaß!

5
(30)
(Lesezeit nur 5 Min. 😉 )
Calçotada in Katalonien: Der köstliche Duft von angebratenen Zwiebeln liegt in der Luft. Rauchschwaden ziehen träge durch die Gassen. Unter das Stimmengewirr und Lachen mischt sich das Knistern von brennenden Zweigen …

Hier findet ihr alle Antworten zum geselligsten Fest Kataloniens – von den Calçots über die richtige Esstechnik bis hin zu den besten Terminen und Orten.

Weiterlesen →

Wie richtet man ein Badezimmer im mediterranen Stil ein?

4.8
(10)
(Lesezeit nur 6 Min. 😉 )
Ein mediterranes Badezimmer stilvoll einzurichten, ist ganz einfach.

In diesem umfassenden Ratgeber zeigen wir euch, wie ihr Schritt für Schritt euer eigenes mediterranes Traumbad gestaltet. Mit praktischen Tipps, Materialempfehlungen und Antworten auf die häufigsten Fragen. Weiterlesen →

Das perfekte Kaminfeuer, so einfach geht’s!

4.9
(22)
(Lesezeit nur 5 Min. 😉 )

Ein knisterndes Kaminfeuer schafft Atmosphäre und wohlige Wärme. Doch wie gelingt das perfekte Feuer ohne Qualm und Ruß? In diesem FAQ-Guide beantworten wir alle wichtigen Fragen rund ums richtige Anfeuern, die beste Holzwahl und die optimale Luftzufuhr. Weiterlesen →

Kaminromantik ohne offenen Kamin, welche Alternativen gibt es?

5
(9)
(Lesezeit nur 5 Min. 😉 )
Ein knisterndes Kaminfeuer steht für Gemütlichkeit, Wärme und Romantik. Doch ein traditioneller offener Kamin ist teuer, wartungsintensiv und in vielen Wohnungen schlicht nicht möglich. Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche Alternativen, mit denen ihr euch Kaminfeuer-Romantik nach Hause holen könnt.

Weiterlesen →

Hotel Provençal, wie entstand der Mythos der Côte d’Azur und der Französischen Riviera?

4.9
(30)
(Lesezeit nur 7 Min. 😉 )
Riviera, Côte d‘Azur, Nizza, Cannes, Monaco, Saint-Tropez oder Juan-les-Pins … allein der Klang dieser Namen ruft in uns eine Unmenge von Bildern und Assoziationen hervor, weckt Sehnsüchte und Träume. Nicht nur von Sonne, Strand und azurblauem Meer, sondern gleichermaßen vom Zauber von Glamour, Luxus, Leidenschaft, Reichtum, Exzentrik und Weltgewandtheit. Mondän, welterfahren, extravagant, im ursprünglichen Sinne des französischen Wortes mondain.
Weiterlesen →

Mandelblüte Mallorca 2026, wann und wo ist sie am schönsten?

5
(31)
(Lesezeit nur 4 Min. 😉 )

Die Mandelblüte auf Mallorca ist eines der schönsten Naturschauspiele im Mittelmeerraum. Zwischen Ende Januar und Mitte März verwandelt sich die Baleareninsel in ein zartrosa und weißes Blütenmeer. Hier findet ihr alle wichtigen Informationen rund um die Mandelblüte.

Weiß-rosa Mandelblüte
Mandeln in voller Blüte © Siegbert Mattheis
Schafe unter Bäumen
Leise bimmeln die Glöckchen der Schafe ... © Siegbert Mattheis
Mandelblüten verbreiten einen zart-süßlichen Duft © Siegbert Mattheis
Mandelblüten verbreiten einen zart-süßlichen Duft © Siegbert Mattheis

Wann ist die Mandelblüte auf Mallorca?

Die Mandelblüte auf Mallorca beginnt typischerweise zwischen Mitte Januar und Anfang Februar und dauert bis etwa Mitte März. Der exakte Zeitpunkt hängt vom Winterwetter ab. Denn je strenger der Winter war, desto später setzt die Blüte ein.

Wann ist die beste Reisezeit?

Mitte bis Ende Februar ist der ideale Zeitpunkt, da dann die meisten der Millionen Mandelbäume in voller Blütenpracht stehen. Die Blüte erreicht in dieser Zeit ihren Höhepunkt und dauert insgesamt vier bis acht Wochen.

Partner-Promotion

Partner-Promotion

Anzeige

Wie ist das Wetter zur Mandelblüte auf Mallorca?

Zur Zeit der Mandelblüte herrschen auf Mallorca bereits frühlingshafte Bedingungen:

  • Temperaturen: 15-20 Grad Celsius, im Süden teilweise sogar höher
  • Sonnenschein: Viele sonnige Tage mit strahlend blauem Himmel
  • Klima: Angenehm mild, ideal für Wanderungen und Radtouren
  • Besonderheit: Während in Deutschland noch Winter ist, beginnt auf Mallorca bereits der Frühling

Wo ist die Mandelblüte auf Mallorca am schönsten?

Mandelbäume findet ihr nahezu überall auf Mallorca, besonders eindrucksvoll sind folgende Regionen:

Ostküste:

  • Zwischen Porto Cristo und Porto Colom
  • Region um Santanyí und Felanitx
  • Gegend um Manacor

Westen und Tramuntana:

  • Zwischen Palma und Sóller (auch vom historischen Zug “Roter Blitz” aus sichtbar)
  • Zwischen Esporles und Bunyola
  • Zwischen Andratx und S’Arraco
  • Um Valldemossa herum
  • Strecke zwischen Valldemossa und Sóller

Im Inselinneren:

  • Zwischen Llucmajor und Santanyí
  • Gegend um Alaró und Bunyola
  • Region um den Puig de Randa
Zug in Kurve vor Gebirge
Mit dem Zug durch das Tramontana-Gebirge © Siegbert Mattheis
Blick aus einem Zugabteil
Vom "Roten Blitz" aus sieht man viele Mandelbäume © Siegbert Mattheis
Mandelbaum in Blüte vor Stadt
Einzelne Mandelbäume bei Sollér © Siegbert Mattheis

Wie kann man die Mandelblüte am besten erleben?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Mandelblüte zu entdecken:

Mit dem Auto: Mietet euch einen Wagen und fahrt durch die Ebenen und kleinen Nebenstraßen der Insel. So könnt ihr flexibel die schönsten Orte ansteuern.

Mit dem Zug: Der “Rote Blitz” von Palma nach Sóller fährt durch das Tramuntana-Gebirge und bietet spektakuläre Ausblicke auf blühende Mandelbaumfelder.

Mit dem Fahrrad: Die milden Temperaturen und ebenen Strecken im Inselinneren sind ideal für Radtouren durch die Mandelplantagen.

Zu Fuß: Zahlreiche Wanderwege führen durch Mandelplantagen und bieten intensive Naturerlebnisse.

Warum blühen manche Mandelbäume rosa und andere weiß?

Die Blütenfarbe hängt von der Mandelsorte ab, nicht vom Unterschied zwischen Süß- und Bittermandeln, wie oft fälschlicherweise behauptet wird. Auf Mallorca gibt es etwa 120 bis 150 verschiedene Mandelsorten. Die Kombination beider Farben erzeugt das charakteristische rosa-weiße Blütenmeer.

Mandelblüte in rosa und weiß © Siegbert Mattheis
Mandelblüte in rosa und weiß © Siegbert Mattheis
Mandelblüte auf Mallorca, hier Anfang Februar in der Nähe von Santa Maria © Siegbert Mattheis
Mandelblüte auf Mallorca, hier Anfang Februar in der Nähe von Santa Maria © Siegbert Mattheis

Tipps GetYourGuide*

Powered by GetYourGuide

Wie riecht die Mandelblüte?

Die Mandelblüte verströmt einen zart-süßlichen, honigartigen Duft, der sich mit den Aromen der mediterranen Vegetation mischt:

  • Süßlicher Honigduft der Mandelblüten
  • Wilde Kamille
  • Garrigue (mediterrane Macchia)
  • Buxus (Buchsbaum)

Dieser charakteristische Duft liegt während der Blütezeit überall in der Luft und macht die Mandelblüte zu einem Erlebnis für alle Sinne.

Sind Mandeln eigentlich Nüsse?

Nein, obwohl Mandeln oft zusammen mit Nüssen verkauft werden, handelt es sich botanisch nicht um Nüsse, sondern um Samenkerne, ähnlich wie bei Pflaumen oder Pfirsichen.

Die Mandel ist eine Steinfrucht, deren Fruchtfleisch bei der Reife aufspringt und den Samenkern freigibt. Dieser Kern ist das, was wir als “Mandel” essen.

Mandeln am Baum
Bereits aufgeplatzte Mandeln am Baum © Siegbert Mattheis
Mandeln und Kern
Im Mandelkern befindet sich der Samen © Siegbert Mattheis

Warum gibt es so viele Mandelbäume auf Mallorca?

Das hat historische Gründe:

  • 10. Jahrhundert: Die Mauren brachten Mandelbäume aus dem Orient nach Mallorca
  • 19. Jahrhundert: Nach einer verheerenden Reblausplage, die die Weinberge zerstörte, stellten die mallorquinischen Bauern auf Mandelanbau um
  • 20. Jahrhundert: Mallorca wurde zu einem der größten Mandelanbaugebiete weltweit
  • Heute: Etwa 7.000 Tonnen Mandeln werden jährlich geerntet, viele noch in Handarbeit

Die Legende: Einer Überlieferung nach ließ ein maurischer Sultan überall auf der Insel Mandelbäume pflanzen, um seiner Frau aus dem Norden den Anblick von “Schnee” zu schenken. Die weißen Mandelblüten sollten ihr Heimweh lindern 😉 .

Wie viele Mandelbäume gibt es auf Mallorca?

Auf Mallorca wachsen schätzungsweise 4 bis 7 Millionen Mandelbäume, sowohl wild wachsend als auch in kultivierten Plantagen. Sie prägen das Landschaftsbild der gesamten Insel und sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Welche mallorquinischen Mandelprodukte gibt es?

Aus den im August und September geernteten Mandeln werden zahlreiche traditionelle Spezialitäten hergestellt:

Mallorquinische Mandeln gelten übrigens aufgrund ihres höheren Proteingehalts als besonders hochwertig und aromatisch.

Dunkles Feigenbrot mit Mandeln
Köstliches Feigenbrot Pa de Figa mit Mandeln © Siegbert Mattheis

Anzeige

Möbel und Inneneinrichtung von Loberon

Anzeige

Anzeige

Le Creuset Kochuntensilien auf gartentotal

Gibt es ein Mandelblütenfest auf Mallorca?

Ja! Das Firó de la Flor d’Ametler findet jedes Jahr am ersten Wochenende im Februar in Son Servera auf der historischen Finca Ca S’Hereu statt.

Programm des Festes:

  • Informationen über Mandelanbau und verschiedene Sorten
  • Verkostung traditioneller Mandelrezepte und -produkte
  • Ausstellung landwirtschaftlicher Werkzeuge und Maschinen
  • Musikalische Darbietungen und traditionelle Tänze
  • Vorstellung von Mandelprodukten (Kuchen, Cremes, Seifen, Duftkerzen)

Welche Unterkünfte eignen sich zur Mandelblüte?

Zur Mandelblütenzeit habt ihr die Wahl zwischen verschiedenen Unterkunftstypen:

Hotels in Palma: Zentrale Lage mit guter Anbindung, z.B. das Hotel Almudaina mit Dachterrasse und Blick auf die Kathedrale

Finca-Hotels im Inselinneren: Romantische Landhotels inmitten von Mandelplantagen, besonders in den Regionen:

  • Um Alaró
  • Bei Campos
  • Nahe Bunyola
  • Region Valldemossa

Küstenhotels: An der Playa de Palma oder anderen Küstenorten mit guter Ausgangslage für Ausflüge

Tipp: Bucht frühzeitig, da die Mandelblütenzeit zunehmend beliebter wird!

Traumhafter Blick über Palma von der Dachterrasse des Hotels Almudaina © Siegbert Mattheis
Traumhafter Blick über Palma von der Dachterrasse des Hotels Almudaina © Siegbert Mattheis

Ist die Mandelblüte auch etwas für Kinder?

Absolut! Die Mandelblütenzeit ist ideal für Familien:

  • Milde Temperaturen: Angenehm für Kinder zum Spielen
  • Naturerlebnis: Beeindruckendes Schauspiel auch für Kinder
  • Outdoor-Aktivitäten: Wandern, Radfahren in kindgerechtem Tempo
  • Wenig los: Keine überfüllten Strände oder Hotels
  • Bildungswert: Kinder lernen über Natur und Landwirtschaft
  • Mandelprodukte probieren: Kinder lieben Mandelkuchen und süßes Gebäck

Wie nachhaltig ist der Mandelanbau auf Mallorca?

Der traditionelle Mandelanbau auf Mallorca gilt als relativ nachhaltig:

  • Handarbeit: Viele Mandeln werden noch von Hand geerntet
  • Traditionelle Methoden: Jahrhundertealte Anbautechniken
  • Lokale Produkte: Kurze Transportwege
  • Qualität: Hochwertige Mandeln statt Massenproduktion
  • Herausforderungen: Veraltete Baumbestände und Pilzkrankheiten bedrohen teilweise die Kulturen

Aktuelle Entwicklung: Der kommerzielle Mandelanbau ist aufgrund niedriger Weltmarktpreise rückläufig, was dazu führt, dass manche Mandelhaine verwildern. Dies erhöht paradoxerweise den touristischen Reiz der natürlich wirkenden Landschaft.

Ein einzigartiges Duft- und Farberlebnis

Wir empfanden die Mandelblüte auf Mallorca als ein einzigartiges Naturerlebnis, das die Insel von ihrer schönsten und ruhigsten Seite zeigt. Die Zeit von Anfang Februar bis Mitte März bietet optimale Bedingungen, um dieses Schauspiel zu erleben. Mit mildem Wetter, wenigen Touristen und diesem unvergesslichen Duft- und Farbenmeer.

Siegbert Mattheis

Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam Ambiente–Mediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.

Etruskische Frauen: Wie selbstständig waren sie wirklich?

5
(11)
(Lesezeit nur 8 Min. 😉 )
Vor über 2.500 Jahren war die gesellschaftliche Anerkennung und Stellung der Frau in vielen Punkten fortschrittlicher als heute. Etruskische Frauen (zumindest in der Oberschicht) durften eigene Namen führen, ihre Familiennamen nach der Heirat behalten und in einigen Fällen Eigentum erben und darüber verfügen.

Weiterlesen →

Wie kam es dazu, dass wir Silvester am 31. Dezember feiern?

4.9
(17)
(Lesezeit nur 6 Min. 😉 )

Silvester ist der letzte Tag des Jahres und am 1. Januar beginnt das neue Jahr. Für uns ist das selbstverständlich. Aber war schon immer so und gilt das für die ganze Welt? Denn dass wir Silvester als den letzten Tag im Jahr feiern, ist mehr oder weniger zufällig entstanden.

Weiterlesen →

Wie bewahrt man Trüffeln richtig auf?

5
(2)
(Lesezeit nur 3 Min. 😉 )
Trüffeln sollten so frisch wie irgend möglich verzehrt werden. Denn mit jedem Tag verlieren sie an Aroma, der wichtigsten Eigenschaft der Edelpilze. Aber mit der richtigen Methode kann man auch länger Freude daran haben. Nachfolgend die besten Tipps zur Konservierung von Trüffeln.
Weiterlesen →

Wie wurde die Pizza vom einfachen Fladenbrot zum Weltgericht?

5
(25)
(Lesezeit nur 8 Min. 😉 )

Die Pizza ist das nach Reis, Getreide und Nudeln das weltweit am häufigsten verzehrte Gericht. Aber wie genau ist sie entstanden und warum ausgerechnet in Neapel? Was unterscheidet die neapolitanische von der Pizza alla romana?

Wir haben im Ursprungsort der Pizza recherchiert und einige weitgehend unbekannte Fakten ausgegraben. Und dazu git es noch ein paar Fun Facts über die Pizza 😉

Eine Frau mit lockigem Haar lächelt, während sie ein Stück Pizza in der Hand hält und essen will.
Die Pizza, das beliebteste Gericht der Welt © Siegbert Mattheis

Woher stammt die Pizza?

Die Wurzeln der Pizza reichen weit zurück bis in die Antike. Runde Fladenbrote, auf heißen Steinen gebacken, gab es schon, seitdem Weizen und Gerste angebaut wurden.

  • Die Ägypter backten sie erstmalig in Öfen.
  • Die Griechen reicherten Fladenbrote mit Öl, Kräutern, Knoblauch und Käse an und nannten es “Plakous”.
  • Die Etrusker kannten ein Gericht ähnlich der heutigen Focaccia.
  • Die Römer übernahmen diese runden Brote und legten Gemüse darauf, wie neueste Ausgrabungen in Pompeji 2023 zeigen.
  • In der Provinz Latium wurde die Pizza 997 erstmalig schriftlich erwähnt.
  • In Neapel wurden im 16. Jahrhundert zerdrückte Brote als pizza bezeichnet.
Antikes Fresko eines Speisetellers mit Brot, Obst und einem silbernen Becher, teilweise beschädigt und zerbrochen.
2023 wurde dieses über 2.000 Jahre altes Fresko in Pompeji freigelegt. Es zeigt eine Art Vorläufer der Pizza, allerdings ohne die damals noch nicht bekannten Tomaten © Wikipedia / Pompeji Archives
Antikes Fresko eines Mannes, der in der Hand einen runden Fladen hält, vor einem verblassten ockerfarbenen Hintergrund.
War er der erste Pizzalieferant? Wandfresko in Pompeji © Siegbert Mattheis
Antikes verblasstes Fresko, das eine Person zeigt, die mit einem erhobenen Arm eine Schüssel hält, vor einem rötlichen Hintergrund.
Ein weiteres Fresko in Pompeji © Siegbert Mattheis

Wie kam die Tomate auf die Pizza?

Die Tomatenpflanze gelangte zwar schon 1520 durch den spanischen Eroberer Hernán Cortéz von den Azteken nach Spanien. Vorwiegend waren es kleine gelbe Früchte, die man in Anlehnung an die aztekische Bezeichnung tomate nannte.

Tomaten waren lange Zeit als nicht essbar angesehen

Sie wurden aber lange Zeit als giftig angesehen, da die Tomate zu den Nachtschattengewächsen zählt. So wurden sie als Raritäten in den Gärten der Oberschicht gepflanzt und auch als Liebesgaben (Paradeiser, Liebesapfel) wie Blumen überreicht. Aufgrund ihrer Seltenheit symbolisierten sie Wohlstand und beeindrucken Besucher.

Erst Mitte des 17. Jahrhunderts werden Gerichte mit Tomaten schriftlich erwähnt.

Eine Weltkarte zeigt mit Pfeilen und Textfeldern die Geschichte und die globalen Produktionswege der Tomate.
Der Weg der Tomate mit Neapel als Ziel: Schautafel über die mediterrane Ernährung im MuCem Marseille © Siegbert Mattheis

Warum ist die Pizza ausgerechnet in Neapel entstanden?

Hier wird es spannend: Neapel war damals Teil des spanischen Königreichs und war schnell zur größten Stadt des Reiches herangewachsen. Nach Paris war sie die zweitgrößte Metropole in Europa.

Pizzaofen und Zubehör bei Gustini.de ansehen *

Von Spanien nach Neapel

  • 1532: Pedro Álvarez de Toledo wird aus Spanien nach Neapel geschickt und von König Ferdinand II. dort als Vizekönig eingesetzt. Er führt städtebauliche Maßnahmen durch, um dem Bevölkerungszuwachs Herr zu werden. So lässt er vorhandene Bausubstanz aufstocken und ein neues Stadtviertel (Quartieri Spagnoli) westlich der nach ihm benannten Via Toledo errichten. Es gibt keine eindeutigen Belege dafür, aber sehr wahrscheinlich brachte er die Tomaten nach Neapel.

Pomodoro in Italien

  • 1544: Der Italiener Pietro Andrea Mattioli beschreibt als einer der Ersten die Tomate als gelbe Frucht. Er liefert auch bereits ein Rezept für den Verzehr von Tomaten. Später berichtet er von Varietäten mit roten Früchten, aber gibt der Tomate erstmals einen italienischen Namen: „pomi d’oro“ (Goldene Äpfel). So heißt die Tomate auch heute noch im Italienischen pomodoro.

Die Medici ernten Tomaten

  • 1548: Der toskanische Großherzog Cosimo di Medici erntet erstmals einen Korb voll Tomaten von seinem Landgut. Cosimo I. ist seit 1539 mit Leonor verheiratet, der Tochter des Vizekönigs Pedro Álvarez de Toledo. Das könnte ein weiteres Indiz dafür sein, dass dieser die Tomatenpflanze in Italien einführte.

Erste Rezepte mit Tomaten

  • 1658: Antonio Latini ist als Koch beim derzeitigen spanischen Vizekönig von Neapel tätig. In seinem 1694 verfassten Kochbuch Lo scalco alla moderna * (Der moderne Küchenchef) findet sich erstmals auch ein Rezept für Tomatensauce. Andere Gerichte, in denen die Tomate vorkommt, nennt er „alla spagnola“ (auf spanische Art).

Flache Brote mit Tomaten in Neapel

  • 1694: Der französische Botaniker Joseph Pitton de Tournefort erwähnt erstaunt in seinem Buch Éléments de botanique, dass man rund um Neapel die Früchte essen würde. Flache Brote sollen mit Tomaten belegt sein.
  • 1734 wird erstmals die Pizza Marinara mit Tomaten, Olivenöl, Basilikum, Oregano und Knoblauch erwähnt.

Das war die Geburtsstunde der modernen Pizza mit Tomatensugo.

  • Ende des 18. Jahrhunderts bezeichnet die Encyclopædia Britannica den Einsatz von Tomaten in der neapolitanischen Küche als „alltäglich“. Denn rund um die Stadt gedeihen Tomaten hervorragend auf den fruchtbaren Hügeln des Vesuv. Vor allem in San Marzano sul Sarno, wenige Kilometer östlich von Pompeji.
  • 1858 dokumentierte der Philologe Emmanuele Rocco in dem von Francesco de Bourcard koordinierten Werk Usi e costumi di Napoli e contorni descritti et dipinti die Existenz einer Pizza aus Tomaten, Mozzarella und Basilikum, also die Kombination der heutigen Pizza Margherita.
Eine Person in historischer Kleidung steht an einem Tisch und schneidet mit einem Messer rundes Gebäck auf.
Ein Pizzaiolo um 1830 © Wikipedia
Mit roten Tomaten gefüllte Holzkisten, die an einem sonnigen Tag an einem Marktstand im Freien aufgereiht sind.
San Marzano-Tomaten auf den Straßen von Neapel © Siegbert Mattheis

Erste Pizzeria in Neapel

  • 1738: Die erste dokumentierte Pizzeria, die “Antica Pizzeria Port’Alba”, öffnet als Verpflegungsstätte für Wanderhändler. In Neapel entwickelt sich die Pizza rasch zum einfachen, aber schmackhaften Essen der ärmeren Bevölkerung. 1830 wird die Pizzeria in ein Restaurant mit Tischen und Stühlen umgewandelt und ist bis heute in Betrieb.
Holzofen mit Flammen, der drei mit Käse, Tomaten und Basilikum belegte Pizzen auf einer Steinfläche backt.
Im Holzofen werden die Pizzen etwa eineinhalb Minuten bei über 400 Grad gebacken © Depositphotos

Was ist die Geschichte der Pizza Margherita?

Der Legende zufolge soll der Pizzaiolo Raffaele Esposito sie erfunden haben und sie 1889 nach der damaligen Königin Margherita benannt haben. Doch dazu gibt es neueste Forschungen, die ein ganz anderes Licht auf diese überall zitierte und von der Pizzeria Brandi verbreitete Geschichte werfen.

Aber wer hat die Pizza Margherita wirklich erfunden?

Historischer Stadtplatz mit Pferdekutschen, Spaziergängern und großen Gebäuden im Hintergrund.
Neapel um 1890 © Foto: Siegbert Mattheis

Was ist die original neapolitanische Pizza?

Nach den Regeln der Associazione Verace Pizza Napoletana (AVPN) gibt es zwei klassische neapolitanische Pizzen:

1. Pizza Marinara
Die ursprünglichste Pizza, benannt nach den neapolitanischen Seefahrern (marinai), die sie mitnahmen. Sie besteht nur aus Tomatensugo, Knoblauch und Oregano (ohne Fisch).

Eine ganze Pizza Marinara mit Tomatensauce, Käse und Basilikumblättern auf einem Holztisch.
Pizza Marinara mit Tomatensauce, Öl, Knoblauch und Basilikum © Siegbert Mattheis

2. Pizza Margherita
Die bekannteste Pizza mit Tomatensugo, Mozzarella und Basilikum. Benannt wurde sie später nach Königin Margherita von Savoyen.

Nur diese beiden Varianten gelten als die traditionellen Klassiker der neapolitanischen Pizzakunst.

Eine Margherita-Pizza nach neapolitanischer Art mit geschmolzenem Mozzarella, Tomatensauce und Basilikum auf einem weißen Teller.
Eine original Pizza Margherita, mit Tomatensauce, Mozzarella und Basilikumblättern in den italienischen Farben Rot, Weiß, Grün © Depositphotos
Nahaufnahme einer Pizza mit geschmolzenem Käse, Tomatensauce und einer verkohlten, knusprigen Kruste.
Cornicione: der dicke Rand und die durch den Holzofen gebräunten Luftblasen sind die Merkmale der Pizza Napoletana ©Siegbert Mattheis
Eine Hand hält ein Stück Pizza mit Tomatensauce, Basilikum und geschmolzenem Käse.
Pizza Napoletana ist weich © Siegbert Mattheis

Welche ist die älteste Pizza mit Tomatensoße?

Die Pizza Marinara, die bei armen Matrosen (marinaio, daher der Name) beliebt war. Sie soll schon 1734 mit Olivenöl, Tomaten, Basilikum, Oregano und Knoblauch zubereitet worden sein. 1866 schreibt Francesco de Bourcard in Siussi e costumi di Napoli, dass „oft auch winzige Fische hinzugefügt werden“, sogenannte cecinielli.

Was ist eine Pizza Mastunicola?

Eine Pizza Mastunicola ist die älteste bekannte neapolitanische Pizza. Sie ist mit Schmalz, Basilikum, Hartkäse und schwarzem Pfeffer belegt. Der ungewöhnliche Name stammt vermutlich von dem Bäcker Nicola in der Rua Catalana, der im Jahr 1490 auf die Idee mit diesen Zutaten kam. Er verkaufte sie an die Handwerker der umliegenden Eisenwarenläden. Diese Pizza wurde so beliebt, dass man sie nach dem Meister (Mastu im neapolitanischen Dialekt) Nicola, Pizza Mastu’nicola benannte.

Diese Pizzavariante war lange Zeit vergessen worden. Durch den Trend, ursprüngliche Rezepte wieder zu entdecken, taucht sie seit einigen Jahren auf den Speisekarten der neapolitanischen Restaurants auf. Zum Beispiel auch in der ältesten Pizzeria Neapels, Pizzeria Port d‘Alba.

Was ist Pizza a Portafoglio?

Die hatte uns der gebürtige Neapolitaner Giovanni gezeigt. Sie ist die günstigste Pizza in Neapel (ab 2 Euro). Sie wird auf die Größe eines Geldbeutels (it. portafoglio) zusammengefaltet und aus der Hand auf der Straße verzehrt. Dafür ist der Belag nicht zu üppig, damit er nicht aus den Falten herausquillt. Berühmt wurde sie 1994, als der damalige US-Präsident Bill Clinton in Neapel genussvoll eine Pizza a portafoglio gebissen hatte und die Bilder davon um die Welt gingen.

Was ist Pizza a ruota di carretta?

Das ist eine sehr große Pizza, eine „Wagenradpizza“. (it. ruota ist Rad, carretta = Karren) auch als Pizza a ruoto di carro bekannt. Dabei wird der Teig vor allem in ärmeren Familien mit vielen Kindern sehr großflächig ausgerollt, damit möglichst alle ein Stück davon abhaben konnten. Der neapolitanische Dichter Velardiniello beschrieb sie bereits im späten 16. Jahrhundert als „ein Wagenrad“.

Was ist Pizza al taglio?

Pizza al taglio (Pizza geschnitten) stammt ursprünglich aus Rom. Sie wird auf rechteckigen Platten gebacken und meist nach Gewicht an Straßenständen als Street Food verkauft.

Was ist der Unterschied zwischen neapolitanischer und römischer Pizza?

Die beiden berühmtesten italienischen Pizzastile unterscheiden sich deutlich:

Neapolitanische Pizza:

  • Charakteristischer hoher, luftiger Rand (Cornicione)
  • Dünner, weicher Boden in der Mitte
  • Teig aus nur vier Zutaten: Mehl, Wasser, Salz, Hefe (ohne Fett)
  • Backzeit: 60-90 Sekunden bei 400-500°C im Holzofen
  • Minimaler Belag: Klassiker sind Margherita und Marinara
  • 2017 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt

Römische Pizza (Pizza Romana Scrocchiarella):

  • Flach und gleichmäßig dick bis zum Rand
  • Knusprig-brüchige Textur (“scrocchiare” = knusprig klingen)
  • Teig enthält Olivenöl
  • Längere Backzeit bei niedrigeren Temperaturen
  • Trocknet im Ofen aus und wird dadurch knusprig
  • Vielfältigere Beläge möglich

Wurde die Pizza in Amerika erfunden?

Das fragen sich tatsächlich viele Amerikaner:innen. Die Pizza selbst wurde zwar in Neapel erfunden, aber einige Pizzaarten wurden tatsächlich in den USA erfunden, z.B. die Deep Dish Pizza in Chicago und besondere Formen und Variationen, beispielsweise mit Fleischbällchen oder Mais.

Wie kam die Pizza nach Amerika?

Die Pizza erreichte die USA Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts durch italienische Einwanderer, hauptsächlich aus Süditalien und Neapel. Diese ließen sich vor allem in Städten wie New York, Chicago, Boston und Philadelphia nieder.

Zunächst galt Pizza auch in Amerika als “Arme-Leute-Essen” der italienischen Immigranten, doch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie zum nationalen Phänomen.

Wichtige Meilensteine:

  • 1905: Gennaro Lombardi erhielt die erste offizielle Pizzeria-Lizenz in den USA für “Lombardi’s” in New York City (Little Italy, Manhattan)
  • 1924: Totonno Pero eröffnete seine eigene Pizzeria in Coney Island
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg: Amerikanische Soldaten, die in Italien stationiert waren, brachten ihre Vorliebe für Pizza mit nach Hause
  • 1950er-60er Jahre: Pizza-Boom in ganz Amerika mit der Gründung von Ketten wie Pizza Hut (1958) und Domino’s (1960)

Wann gab es die erste Pizzeria in Deutschland?

Dass Deutschland in den Genuss der Pizza kam, ist Migranten zu verdanken, die nach dem zweiten Weltkrieg ins Land kamen. Nicolino di Camillo eröffnete 1952 in Würzburg die erste Pizzeria unter dem Namen „Sabbie di Capri“. Problematisch war der Bezug der typischen Lebensmittel. Doch das Geschäft konnte sich durchsetzen. Zu Beginn sicherlich dank der amerikanischen Soldaten, die in der bayerischen Stadt stationiert waren.

Pizza selber backen? Alle Produkte dazu findet ihr in unserem Shop!

Warum schmeckt Pizza zu Hause nie wie im italienischen Restaurant?

In neapolitanischen Restaurants wird eine Pizza innerhalb von 90 Sekunden bei etwa 495 Grad gebacken. Unsere normalen Backöfen schaffen in der Regel nur 250 Grad. Daher muss die Pizza länger backen, was den Geschmack beeinflusst.

Nur wer einen echten Pizzaofen zu Hause hat, der in 90 Sekunden auf 500 Grad heizt, kommt an die Qualität der neapolitanischen Restaurants heran.

Das schafft z.B. ein Ooni-Gasofen *

Pizzaofen und Zubehör bei Gustini.de ansehen *

Anzeige

Möbel und Inneneinrichtung von Loberon

Anzeige

Anzeige

Lustige und erstaunliche Fun Facts über Pizza

Das Wort “pizza” ist das bekannteste italienische Wort der Welt, gefolgt von der Begrüßungsform “ciao”.

Wie viel Pizza essen die Deutschen im Jahr?

Im Schnitt essen wir pro Kopf rund 13 Kilogramm Pizza jährlich. Mit etwa 26 Stück sind das mehr als 2 Pizzen pro Monat.

Welche ist die teuerste Pizza der Welt?

In Salerno (Italien) gibt es die „Louis XIII“ Pizza vom Star-Pizzabäcker Renato Viola. Kostenpunkt: rund 8.300 Euro. Belag: Kaviar, Hummer und 24-karätiges Blattgold.

Was war die längste Pizza der Welt?

2017 wurde in Kalifornien die längste Pizza der Welt gebacken: 1,93 Kilometer lang! Über 100 Pizzabäcker haben dafür Teig, Tomaten und Käse in XXL-Mengen verarbeitet.

Wann kam die erste Tiefkühlpizza auf den Markt?

1957 brachte das US-Unternehmen Totino’s die erste Tiefkühlpizza in die Supermärkte.
In Deutschland gab es TK-Pizza erstmals 1970 zu kaufen.

Pizza als Raumfahrt-Food?

2017 klagte der Italiener Paolo Nespoli, der schon mehr als 100 Tage auf der Internationalen Raumstation (ISS) im Einsatz war, wie sehr er Pizza vermisse. Seine beiläufige Bemerkung gegenüber dem ISS-Team auf der Erde wurde erhört. Der Raumfrachter Cygnus lieferte Pizzateig, Tomatensauce, Käse sowie Belag und damit die Zutaten für eine kleine Pizza-Party im All. Damit ist Pizza offiziell das erste Gericht, das auch im Weltall serviert wurde.

Dazu gibt es auch ein Video auf YouTube.

Welche Pizza mögen die Deutschen am liebsten?

Ganz oben auf der Hitliste steht die Pizza Salami, dicht gefolgt von Margherita und Prosciutto.

Pizza weit mehr ist als nur Fast Food

Die Kunst der neapolitanischen Pizza wurde 2017 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Sie ist stolze Tradition, Handwerk und Leidenschaft, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Buon appetito! 🍕

Siegbert Mattheis

Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam Ambiente–Mediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.

Pizza Margherita, wer hat die legendäre Pizza wirklich erfunden?

5
(10)
(Lesezeit nur 6 Min. 😉 )
Die Pizza Margherita gehört zu den bekanntesten italienischen Gerichten weltweit. Doch wie entstand sie wirklich? Kann sich die berühmte Legende von Königin Margherita und dem Pizzabäcker Raffaele Esposito so zugetragen haben? Wir haben intensiv recherchiert und die neuesten Forschungen und Fakten zusammengefasst:
Weiterlesen →

Wie kam der Zucker nach Europa?

5
(23)
(Lesezeit nur 5 Min. 😉 )
Zucker, Süßigkeiten und süße Desserts sind für uns heute selbstverständlich. Aber bis der Zucker als erschwingliches Gut zu uns nach Europa gelangte, dauerte es Jahrtausende. Und die Geschichte ist geprägt von unermesslichem Reichtum und unsäglichem menschlichen Leid. Weiterlesen →

Kanutour zum Pont du Gard: Paddeln durch die Gardonschlucht

4.9
(8)
(Lesezeit nur 6 Min. 😉 )
Eine Kajaktour zum Pont du Gard ist ein einzigartiges Abenteuer, das Sport, Natur und Geschichte auf spektakuläre Weise vereint. Wir haben diese Tour im Oktober gemacht und sind mit dem Kanu gemächlich durch die Gardonschlucht bis unter das 2.000 Jahre alte römische Aquädukt gepaddelt. Ein herrliches Erlebnis!
Weiterlesen →

Cozzana: prächtige venezianische Villen im Hinterland von Apulien

5
(6)
(Lesezeit nur 3 Min. 😉 )
Wer auf der Straße zwischen Monopoli und Conversano unterwegs ist, erlebt eine architektonische Überraschung: In der Ortschaft Cozzana tauchen plötzlich prächtige neoklassizistische Villen auf, eingebettet zwischen Zypressen und Pinien. Für Apulien ist dieser Anblick eher ungewöhnlich. Solche imposanten Herrenhäuser vermutet man eher in Venedig oder Florenz.
Weiterlesen →

Grignan in der Provence: Renaissance-Schloss und romantische Gassen

5
(8)
(Lesezeit nur 6 Min. 😉 )
Grignan in der Drôme Provençale zählt seit 2019 offiziell zu den „Les Plus Beaux Villages de France“, den schönsten Dörfern Frankreichs. Malerisch umgeben von Lavendelfeldern zieht es vor allem im Sommer die Besucher:innen an. Dann kann das etwa 1.500 Einwohner:innen zählende Dorf allerdings schnell überfüllt sein.
Weiterlesen →

Bussana Vecchia, kurioses Niemandsland mitten in Italien

5
(12)
(Lesezeit nur 6 Min. 😉 )
Das Dorf Bussana Vecchia wurde nach einem tragischen Erdbeben verlassen, in den 1960er Jahren von Künstlern illegal wiederbesiedelt und ist heute eine Attraktion mit Cafés, Restaurants, Ateliers und einem Jazzclub. Wir hatten den Ort besucht und waren fasziniert. Mehr über die Hintergründe und unsere Tipps für ein einzigartiges Erlebnis. Weiterlesen →

Trüffelmarkt in Richerenches: im Rausch der Düfte …

5
(20)
(Lesezeit nur 9 Min. 😉 )
Der Trüffelmarkt in Richerenches ist der größte Markt für schwarze Trüffel in Europa. Als Trüffelfan sollte man ihn unserer Meinung nach mindestens einmal im Leben besucht haben. Am besten zur offiziellen Eröffnung, der „Ban des truffes“, die jeweils am ersten Samstag im Dezember stattfindet.
Weiterlesen →

Feria del Caballo, Andalusiens großes Pferdefest

4.6
(20)
(Lesezeit nur 5 Min. 😉 )

Die Feria del Caballo in Jerez de la Frontera zählt zu den eindrucksvollsten Volksfesten Andalusiens. Jedes Jahr im Mai verwandelt sich die Stadt in ein farbenfrohes Gesamtkunstwerk aus Pferden, Flamenco, Musik, Sherry und sozialem Miteinander. Was einst als Viehmarkt begann, ist heute ein kulturelles Großereignis mit internationaler Strahlkraft.

Weiterlesen →

Weihnachten in Südfrankreich: das große Schlemmen und 13 Desserts

5
(24)
(Lesezeit nur 6 Min. 😉 )
Anders als bei uns beginnt die Weihnachtszeit in Südfrankreich nicht am 1. Advent, sondern am 4. Dezember und endet erst 40 Tage nach Heiligabend am 2. Februar. Und zwischendurch sind – wie könnte es in Frankreich anders sein – vielfältigste kulinarische Delikatessen mit der Familie und Freunden angesagt, “convivialité”, (Geselligkeit) und “savoir-vivre” werden ausgiebig zelebriert.
Weiterlesen →

Valencia, die schönsten Sehenswürdigkeiten, Tipps zur Anreise uvm.

5
(19)
(Lesezeit nur 9 Min. 😉 )
Valencia hat uns wirklich überrascht, beeindruckt und begeistert! Vielleicht lag es daran, dass wir keine ikonographischen Bilder der Sehenswürdigkeiten im Kopf hatten. So wie etwa Barcelona mit der Sagrada Familia und den Ramblas oder Madrid mit dem Königspalast oder der Plaza Mayor. Dabei ist Valencia nach Madrid und Barcelona die drittgrößte Stadt Spaniens.
Weiterlesen →