Tipps Marseille Sehenswürdigkeiten

Marseille als älteste und zweitgrößte Stadt Frankreichs ist eine faszinierende mediterrane Hafenstadt, internationale Metropole und dörfliche Idylle zugleich. Unsere Reise- Tipps zu den Top Ten Sehenswürdigkeiten in Marseille, die Sie gesehen haben sollten!
Wir haben sie hier in einer Rangliste aufgeführt, je nach der Zeit, die Sie zur Verfügung haben. Und wir geben ein paar weitere Tipps zur Anreise und Kosten etc.

Anreise mit dem Zug

Wenn Sie mit dem Zug anreisen, z.B. dem TGV, kommen Sie im neuen, weniger schönen Teil des Bahnhofs an. Gehen Sie am besten gleich hinaus auf den Vorplatz und genießen Sie den Blick auf die Stadt, hinüber zur Kirche Notre Dame de la Garde. Genau in Blickrichtung zur Kirche liegt der alte Hafen, der Vieux Port. In der Tiefgarage ist die erste halbe Stunde kostenlos, falls Sie jemand abholen möchte oder Sie den Bahnhof mit dem Auto kommend besichtigen wollen.

Denn der alte Bahnhof jedoch mit seiner breiten Bahnhofstreppe mit 104 Stufen hinunter in die Stadt ist an sich auch ein Tipp!

Der alte Bahnhof in Marseille © Siegbert Mattheis
Der alte Bahnhof in Marseille © Siegbert Mattheis

Anreise mit dem Auto

Wenn Sie mit dem Auto ankommen, z.B. vom Flughafen Marseille Provence in Marignane orientieren Sie sich an den Schildern zum Vieux Port (nicht zum Port, das ist der neue Hafen, da landen Sie bei den Docks). Autobahngebühr (péage) zahlen Sie erst nach dem Vieux Port. Dort suchen Sie sich dort am besten ein Parkhaus. Rund um den Hafen gibt es 7 Parkhäuser, das Parking Q-Park Vieux Port / City Hall z.B. ist auf der nördlichen Seite beim Rathaus, das Parking Q-Park Estienne d’Orves Marseille liegt auf der Südseite. Die Parkgebühren in den Parkhäusern sind moderat. Sie werden leider so gut wie keine Chance haben, irgendwo auf der Straße oder in den schmalen Seitengassen zu parken.

Das Office de Tourisme liegt gleich am Hafen an der Canebière. Dort können Sie den City Pass Marseille erwerben, er kostet ab 24 Euro pro Person für einen Tag und beinhaltet z. B. den kostenlosen Zugang zu Museen, öffentlichen Verkehrsmitteln, geführten Wanderungen und Sonderangeboten für einen Einkaufsbummel, Vorstellungen, eine kostenlose Probe der Four des Navettes, den berühmten lokalen Keksen und vieles mehr.
Tipp: Nehmen Sie den roten „Hop-on Hop-off“-Bus für 19 Euro Tagesticket. Er fährt an alle wichtigen Sehenswürdigkeiten an, eine Rundfahrt ohne Aussteigen dauert etwa 1,5 Std. Startpunkt ist die Haltestelle Vieux Port auf der nördlichen Seite vor dem Rathaus.

Marseille, Blick auf den Vieux Port © Siegbert Mattheis
Marseille, Blick auf den Vieux Port © Siegbert Mattheis

Tipp 1: Vieux Port, der alte Hafen.

Ohne ihn haben Sie Marseille nicht gesehen. Jeden Morgen verkaufen noch die Fischer genau wie in früheren Zeiten auf hellblauen Schalen ihren frischen Fang an der Schmalseite des Hafens, dem Quai des Belges. Schlendern Sie herum, setzen Sie sich in eines der vielen Restaurants, z.B. ins Chez Roger an der nördlichen Seite des Hafens und genießen Sie den Blick auf die Yachten, auf Notre Dame de la Garde und auf das bunte Treiben der Menschen.

Tipp: Etwa in der Mitte des Hafens überquert eine kleine Fähre, Cesar (benannt nach dem Film Fanny, Marius und Cesar, in dem die Fähre in der Anfangssequenz auftaucht), den Hafen. Die Überfahrt kostet 50 Cent und ist jeden davon dreifach wert!

Tipp 2: Basilika Notre Dame de la Garde

Wenn Sie nicht nur auf der Durchfahrt sind, dann fahren Sie hinauf zur Wallfahrtskirche Notre Dame de la Garde, im Volksmund La Bonne Mère – „die gute Mutter“ genannt, (mit dem Auto, mit dem Bus Nr 60, der alle 20 Min. abfährt, mit dem „Hop-on Hop-off“-Bus oder auch mit dem Touristenzug). Von dort oben bietet sich Ihnen ein fantastischer Panoramablick über ganz Marseille bis hinüber zu den Inseln vor Marseille. Auch die Kirche selbst mit den vielen Seefahrerdevotionalien ist sehenswert. Neben der Basilika gibt es auch ein Café und ein Bistro.

Panorama Marseille von Notre Dame de la Garde aus © Siegbert Mattheis
Panorama Marseille von Notre Dame de la Garde aus © Siegbert Mattheis

Tipp 3: Le Panier Viertel

Biegen Sie am Hafen in Höhe des Rathauses zwischen den Bauten aus den 50er Jahren ab (die Deutschen sprengten 1944 einen Teil des Viertels, mehr dazu und zum Le Panier-Viertel hier) und steigen Sie den Hügel hinauf ins Le Panier-Viertel mit seinen verwinkelten Gassen, Künstlerwerkstätten und kleinen Läden. Eine Pause lohnt sich auf der Place Lenche (hier gründeten die Griechen vor 2600 Jahren die Stadt Massilia) oder auf der Place de Moulins, wo die Metropole weit entfernt scheint. Im nördlichen Teil des Viertels finden Sie auch die sehenswerte La Vieille Charité, ein ehemaliges Armenhospiz aus dem 18. Jhdt., heute ein Museum und Kulturzentrum. In der Mitte des vierseitigen Hofes steht eine barocke Kapelle mit einer Arkadengalerie.

Das alte Panier Viertel, der historische Kern von Marseille
Das alte Panier Viertel, der historische Kern von Marseille © Siegbert Mattheis

Tipp 4: Die Canebière

Die Canebière ist die Shoppingmeile von Marseille. Sie zieht sich direkt vom Hafen bis weit ins östliche Marseille. Ihr Name wird vom provenzalischen Wort „Canebe“ (Hanf) abgeleitet, der an die Seilmacher erinnert, die hier seit dem Mittelalter ansässig waren. Die Canebière wurde jedoch erst Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Hafen verlängert, als das Grand Arsenal verlegt wurde. Die großartigen Gebäude der ehemaligen Prunkstraße entstanden erst im Anschluss an diese Verlängerung.

Die Canebière auf Google Maps ansehen

Canebière © Pascal Micalef
Die Shoppingmeile Canebière © Pascal Micalef

Tipp 5: MUCEM und Fort St. Jean

Seit 2013 ist das Gelände an der nördlichen Ausfahrt des Hafens vollkommen umgestaltet worden. Sehenswerte, wechselnde Ausstellungen finden Sie im MUCEM, dem Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers (Musée des civilisations de l’Europe et de la Méditerranée) dem grauen Block, von dem aus Sie nach dem Museumsbesuch über das Freiluft-Café oben über eine stählerne Brücke zum Fort St. Jean schlendern können. Dem MUCEM vorgelagert ist die La Villa Méditerranée, ein Kongresszentrum mit ebenfalls wechselnden Ausstellungen zu Themen im Mittelmeerraum.

Auf dem Platz davor steht seit 2018 ein Riesenrad (davor stand es direkt am Quai des Belges). Von oben haben Sie einen wunderbaren Blick auf den Hafen und auch auf die einfahrenden riesigen Fähren aus Algerien und Kreuzfahrtschiffe.

Lage des MUCEM in Google Maps ansehen

Tipp 6: Kathedrale, Cathédrale de la Major

Erst 1853 bis 1894 im neo-byzantinischen Stil erbaut, erstaunt diese Kathedrale durch ihre Weitläufigkeit und vielen verschiedenen Anbauten. 1852 besuchte Napoleon III. Marseille und legte, veranlasst durch Bischof Charles Joseph Eugène de Mazenod, symbolisch den Grundstein für den Neubau, der an der Stelle einer romanischen Kirche aus dem 11. Jhdt. entstand. Um für diesen Platz zu gewinnen, wurden zwei westliche Joche der romanischen Kirche und ein Teil der Anbauten abgetragen und der Rest gesichert. Ein Teil dieser alten, Vielle Major genannten Kirche steht noch und wird zurzeit renoviert.

Tipp: Das edel mit viel Schwarz und Gold eingerichtete Restaurant Casa Pietra unterhalb der Kathedrale eignet sich gut für einen Aperó mit Ausblick auf das Meer und die Docks.

Lage der Kathedrale in Google Maps

Tipp 7: Chateau d’If

Das Gefängnis auf der kleinen, Marseille vorgelagerten Insel If erlangte durch den Roman von Alexandre Dumas „Der Graf von Monte Christo“ einige Berühmtheit. Etwa stündlich fahren Fähren vom alten Hafen ab zu den Inseln If, Pomègues, Ratonneau und Tiboulen. Die etwa halbstündige Schiffsfahrt lohnt sich!

Chateau d'If © Siegbert Mattheis
Kurzausflug zum Château d'If und den Inseln vor Marseille © Siegbert Mattheis

Tipp 8: Port des Vallon des Auffes

Dieser kleine alte Hafen ist ein traditioneller Fischerhafen mit etw 50 Fischerhütten beiderseits des Viadukts der Corniche im Stadtteil Endoume. Seinen Namen hat er von auffe (auffo auf provençalisch), einer Art Graspflanze, die zur Herstellung von Seilen, Matten und Fischernetzen verwendet wird. Hier finden sich auch einige gute Restaurants.
Auf der Meerseite davor steht eine eine 5 m hohe Bronzestatue, eine Frau mit erhobenen Armen mit dem Rücken zum Mittelmeer. Das Denkmal steht für die Toten der Armee des Ostens und der fernen Länder. Es wurde 1927 eingeweiht und am 23. Juli 2009 unter Denkmalschutz gestellt.

Tipp: Das Bistrot Plage unterhalb der Statue mit Strandliegen und Badezugang lohnt sich zum Baden und Essen.

Lage Vallon des Auffes in Google Maps

Tipp 9: Palais Longchamp

Das Palais Longchamp liegt am Ende der Canebière, bzw. der Verlängerung Boulevard de la Libération. Es ist eigentlich ein Brunnendenkmal im Stil des Historismus, eine Hommage an das Wasser in seiner ganzen Pracht. Das Palais markiert den Endpunkt des Canal de Marseille, mit dem ab 1849 frisches Wasser von der Durance nach Marseille geleitet wurde. Die Ankunft des Wassers sollte mit einem repräsentativen Wasserschloss gefeiert werden, wurde jedoch erst 1869 realisiert. Das Palais Longchamp gilt als eines der wichtigsten architektonischen Werke des Zweiten Kaiserreichs in Marseille.
In den beiden Seitenflügeln befinden sich seither zwei hoch angesehene Museen Marseilles: das Museum der schönen Künste (Musée des Beaux-Arts) und das Naturhistorische Museum (Muséum d’histoire naturelle). Kinder haben übrigens großen Spaß im Palais Longchamp.

Lage des Palais Longchamp in Google Maps (Adresse Chateau d’Eau)

Palais Longchamp © OTCM
Das imposante Palais Longchamp © OTCM

Tipp 10: Schloss und Park Borély

Das klassizistische, in Wikipedia fälschlicherweise als barocke Schlossanlage bezeichnete Château Borély ist ein herausragendes Beispiel für den südfranzösischen Bautyp des vornehmen Landsitzes der Bastide. Der große zugehörige Park ist neben der Corniche das Joggerparadis und beliebtes Familien-Ausflugsziel der Marseiller. Nach umfassenden Renovationsarbeiten ist das Schloss seit dem 2013 als Museum (Musée Borély) geöffnet, das dem Kunsthandwerk, der Fayence und der Kostümgeschichte gewidmet ist. Im beeindruckenden Innenhof finden Sie auch ein Café und Bistro.

Lage Schloss Borély in Google Maps

Park und Schloss Borély, dahinter ragen die Berge des Naturparks Calanques auf © ADD
Park und Schloss Borély, dahinter ragen die Berge des Naturparks Calanques auf © ADD

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Siegbert Mattheis

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