Weihnachten in Griechenland, wie feiern die Griechen?

Weihnachten in Griechenland beginnt 40 Tage vor Weihnachten mit dem traditionellen fleisch- und milchlosen Fasten. Die orthodoxen Griechen feiern Weihnachten dann am 25. Dezember. Die Städter fahren zu ihren Familien aufs Land oder auf die Inseln, die Fähren und Busse sind gerammelt voll und auf den Dorfplätzen tobt das Leben.

Weihnachten in Griechenland beginnt mit Kalendas

Am Morgen des 24. Dezembers ziehen Kinder singend mit Glöckchen, Triangeln und Trommeln von Haus zu Haus. Die Lieder, sog. Kalandas, zur Ankündigung der Geburt Christi sollen den Bewohnern Glück und Segen bringen. Für diese Kalandas werden die Kinder reichlich mit Süßigkeiten, Geld und Kuchen beschenkt. Hiermit beginnt dann erst die 12-tägige Weihnachtszeit.

Am heiligen Abend sind die Tische reichlich mit getrockneten Feigen, Nüssen, Rosinen und Mandeln gedeckt. Als Weihnachtsgebäck gibt es Melomakárona, ein eiförmiges griechisches Dessert, das hauptsächlich aus Mehl, Olivenöl und Honig hergestellt wird. und Kourabiédes, Butterplätzchen mit gehackten Nüssen und mit Puderzucker bestreut.

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Melomakarona, griechisches Weihnachtsgebäck aus Mehl, Olivenöl und Honig © Wikipedia
Melomakarona, griechisches Weihnachtsgebäck aus Mehl, Olivenöl und Honig © Wikipedia, Kalambaki2

Weihnachten in Griechenland ist ohne Vasilópita undenkbar

Wie in vielen Kulturen bäckt man auch in Griechenland einen speziellen süßen Weihnachtskuchen – den Vasilópita – mit versteckt eingebackener Goldmünze. Wer sie in seinem Stück findet, ist im neuen Jahr mit Glück gesegnet.

Bevor der Kuchen jedoch gegessen wird, wird er erst 3x mit dem Messer leicht „gekreuzt“ (sanfte Kreuzlinien, kein Schnitt). Erst dann werden die Stücke geschnitten und in folgender Reihenfolge aufgeteilt: für die Heiligen (Christus, Maria oder den Heiligen Nikolaus), das Haus, den Herr des Hauses, die Herrin, und nach und nach die Familienmitglieder oder Freunde sowie für fehlende Personen, an die man denkt. Das schönste Stück ist das für den Armen oder den Flüchtling, den „Xenos“ = den Fremden. Alle sind tierisch genervt, wenn die Heiligen die Münze bekommen!

Die Tradition des Vasilópita geht auf eine alte Legende um das Jahr 400 n. Chr. zurück: Ein römischer Präfekt erhob so hohe Steuern, dass es den Armen unmöglich war, diese Summe zu bezahlen. Also bat der Bischof Vassilios die Reichen um Spenden. Tatsächlich kam so viel zusammen, dass der Bischof die gesamte Summe überreichen konnte. Das rührte den Präfekten dann jedoch so sehr, dass er von der Forderung abließ. Nun wusste Vassilios natürlich nicht mehr, wer was gespendet hatte, also ließ er Schmuck und Münzen in Kuchen einbacken und verteilte sie an die Armen – so hatten sie zu Essen und ein kleines Vermögen.

Zum traditionellen Weihnachtsgebäck gehören in Griechenland auch die köstlichen Buttermandelkekse Kourabiedes* dazu. Bestäubt mit überaus viel Puderzucker (man kann sie nicht essen, ohne sich mit Puderzucker zu bestäuben ;), symbolisieren die kleinen weißen „Schneebälle“ die Reinheit.

Boot statt Baum, das Karavaki

Ein weitaus wichtigeres Symbol als der Weihnachtsbaum ist für ein Land, das so stark vom Meer und der Schifffahrt geprägt ist, natürlich ein Schiff, das Karavaki (kleines Boot). Seit dem alten Byzanz stellt man es aus Holz geschnitzt und reich verziert vielerorts zur Dekoration mit Lichtern geschmückt auf. Sowohl kleinformatig als Deko zuhause, als auch in groß auf den städtischen Plätzen.

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In Griechenland gehören Schiffe zur typischen Weihnachtsdekoration © Fotolia

Der Weihnachtsscheit Christoxilo

Ein zweites hölzernes Symbol ist das Christoxilo – der Weihnachtsscheit. Das beste und größte Stück Holz wurde das ganze Jahr über aufgehoben um in der Nacht des 23. Dezember zu brennen und das frierende Christkind in der kalten Winternacht zu beschützen und zu wärmen.

Kourabiedes, typisches griechisches Weihnachtsgebäck © Wikipedia
Kourabiedes, typisches griechisches Weihnachtsgebäck © Wikipedia, Jastrow

Geschenke erst zum 1. Januar

Die Geschenke für die griechischen Kinder bringt als Gegenbild des heiligen Nikolaus der heilige Vassilios erst zum 1. Januar. Dann auch nicht unter einem Weihnachtsbaum – diesen hat man zu Weihnachten in Griechenland erst seit kürzerer Zeit und auch zumeist aus Plastik, mit schrill leuchtenden Lichterketten überhäuft – sondern traditionellerweise unter dem Bett.

Christina Giakoumelou / Siegbert Mattheis

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