Silvester, woher der Name stammt und warum wir es am 31.12. feiern

Dass wir Silvester als den letzten Tag im Jahr feiern, ist mehr oder weniger zufällig entstanden. Warum das so ist und was Silvester mit mediterranen Ländern zu tun hat, lesen Sie hier

Sowohl der Name Silvester als auch der Ursprung stammen aus dem mediterranen Raum. In der Antike wurden die Monate bei den Griechen nach dem Mondkalender gezählt, wobei sie je nach Bedarf, wenn es nicht ganz passte (da Mondjahre 11 Tage kürzer als Sonnenjahre sind) dem Sonnenjahr angeglichen wurden, was allerdings oft zu einigen Schwierigkeiten in der Abstimmung führte.

Julianischer Kalender ab 48 v. Chr.

Die Römer übernahmen diesen Kalender, bis Gaius Julius Cäsar es im Jahre 48 v.Chr. zuviel wurde, denn der Kalender wich inzwischen um gut 3 Monate von der Natur ab. Er beauftragte den Astronomen Sosigenes aus Alexandria, einen genaueren Kalender auszuarbeiten. Sosigenes schaffte es tatsächlich mit einem kleinen Trick, nämlich dem Einfügen eines zusätzlichen Tages alle 4 Jahre.

Da der Februar wegen der vielen Gedenktage wichtiger Verstorbener nicht grundsätzlich verändert werden durfte, erhielt er weniger Tage also war der Februar prädestiniert dafür, diesen zusätzlichen Schalttag zu erhalten. Alle anderen Tage erhielten 30 bzw. 31 Tage. Cäsar zu Ehren wurde dieser Kalender „Julianischer Kalender“ genannt.

Nach seinem Tod wurde dieser Tag aus fehlerhafter Interpretation alle 3 Jahre eingefügt, was wiederum ärgerliche Verschiebungen mit sich führte, die dann Kaiser Augustus korrigierte.

Die römischen Jahre begannen am 1. März, da an diesem Tag traditionell der neugewählte Senat tagte. Daher erklären sich die Namen September (der Siebte) bis Dezember (der Zehnte). Julius Cäsar zu Ehren wurde der fünfte Monat in Juli umbenannt, und Augustus erhielt den August, dem noch schnell ein Tag hinzugefügt wurde (aus dem Februar), um Augustus gegenüber Cäsar nicht zu benachteiligen.

Es war allerdings noch lange nicht so, dass sich alle Länder an einen einheitlichen Jahresanfang hielten, in Ägypten z.B. war es der 29. August, in Konstantinopel der 1. September und im Mittelalter war es in den westlichen Ländern der 25. Dezember.

Trotz der ziemlich genauen Rechnung von Sosigenes war das Sonnenjahr immer noch etwa 11 Minuten kürzer. Das führte über die Jahrhunderte zu einer erheblichen Verschiebung.

Ungefähr im 7. Jahrhundert lag Weihnachten um den 31. Dezember. Mit der voranschreitenden Verbreitung des Christentums über den Mittelmeerraum wurde daraufhin in immer mehr Ländern die Geburt Christi als Anfang eines neuen Jahres gefeiert.

Im 14. Jahrhundert betrug der Unterschied bereits etwa 9 Tage. Der Astronom Kopernikus hatte daraufhin verschiedene Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet, die jedoch immer abgelehnt wurden.

Gregorianischer Kalender ab 1582

Erst im Jahr 1582 beschloss Papst Gregor XIII., diese Reform durchzuführen, indem er bestimmte, dass zunächst einfach 10 Tage übersprungen werden sollten, und dann die Jahre, die zwar durch 100, aber nicht durch 400 geteilt werden können, keinen Schalttag erhielten.

Papst Gregor verlegte den letzten Tag des Jahres vom 24. Dezember auf den 31. Dezember, dem Todestages des Papstes Silvester im Jahr 335. So erhielt der letzte Tag des Jahres seinen Namen Silvester (deutsch ‚Waldmensch‘, von lateinisch silva ‚Wald‘)

Da dieser Gregorianische Kalender vom Papst kam, weigerten sich die nicht-katholischen und die orthodoxen Länder, sich danach zu richten und behielten weitgehend den Julianischen Kalender bei, bis ins 20. Jahrhundert hinein. Aus diesem Grund ist die russische Oktoberrevolution eigentlich eine Novemberrevolution, da sie am 7. November nach unserer jetzigen Zeitrechnung stattfand. Die Türkei führte erst 1927 den Gregorianischen Kalender ein.

Die Redewendung „Zwischen den Jahren“

Der deutsche Ausdruck „Zwischen den Jahren“ stammt im Übrigen aus der Zeit um 1700, als die protestantischen und katholischen Fürsten sich in Verträgen auf eine einheitliche Regelung nach dem Gregorianischen Kalender verständigten, da um die Jahreswende die Jahreszahlen zwischen dem alten und neuen Kalender differierten.

Einige orthodoxe Kirchen begehen weiterhin ihre Feste nach dem Julianischen Kalender, deswegen fällt Weihnachten z.B in Serbien und Russland immer noch auf den 7. Januar.

Aus dieser jahrhundertelangen allgemeinen Verwirrung lassen sich auch die vielen unterschiedlichen Bräuche an unterschiedlichen Tagen in den verschiedenen Ländern erklären, wie zum Beispiel in unserem Blogartikel über Weihnachtsbräuche.

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