Masticha von Chios, ein köstlich erfrischender Sommerdrink!

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Zuletzt aktualisiert im August 2026 von Siegbert Mattheis

Entdeckt hatten wir den Masticha von Chios, als uns im (sehr empfehlenswerten) Restaurant Omonia in Frankfurt der Kellner Niko ein Glas des eiskalten Getränks spendierte. Und er hat uns auch das Rezept (siehe weiter unten) verraten und uns gleich auch noch spannende Details über diesen griechischen Likör erzählt.

Es war ein heißer Abend im August und das köstlich erfrischende Getränk hatte uns sofort begeistert. So haben wir weiter recherchiert.

Glas Masticha mit Limettensaft und crushed Eis und Minze als Dekoration
Masticha von Chios, köstlich erfrischend mit Limettensaft und crushed Eis © Siegbert Mattheis

Was ist Masticha, Mastiha oder Mastix?

Mastix (unter diesem Namen sind sie uns eher geläufig) sind aromatische Harztropfen von einem wilden Pistazienbaum, auch Mastixstrauch genannt. Sie waren schon in der Antike bekannt und geschätzt. Die Griechen und später die Römer nutzten die kleinen gelblichen Tropfen vor allem als zahnpflegenden, natürlichen Kaugummi. Somit waren sie die ersten Kaugummis überhaupt. Der Name leitet sich ab vom griechischen μαστιχᾶν, mastichān (deutsch etwa „mit den Zähnen knirschen“). Die Römer übernahmen die Laute dann für das Wort „kauen“, masticare.

Harztropfen auf grünem Teller
Mastix-Harztropfen © Siegbert Mattheis

Wie wird Masticha geerntet?

Im Spätsommer ritzen die Bauern die Stämme der Bäume an, sodass das Harz austreten kann. Um die Stämme herum streuen sie weißen Kalk aus. So können die Tropfen, die nach etwa ein bis zwei Wochen härter geworden sind und herunterfallen, von einem einigermaßen sauberen Untergrund aufgelesen werden.

Nach dem Einsammeln werden die hellgelben, halb durchsichtigen „Tränen“ gewaschen und der weiteren Verwendung zugeführt. Oder auch schon mal gleich als Kaugummi genossen. Allerdings ist die Ausbeute von etwa 120 bis 150 g pro Baum sehr gering, was die Mastixperlen nicht gerade billig werden lässt.

Niko verriet uns, dass das Harz früher so wertvoll war wie Seide. Heute kostet ein Kilogramm etwa 90 Euro. Wir hatten uns gleich mal 50 g der Mastixperlen bei amazon* für 24,50 Euro bestellt.

Was ist der Masticha von Chios?

Der Likör Masticha von Chios, Mastixa Chiou, erhielt 1997 eine geschützte Ursprungsbezeichnung der UNESCO. Denn die wilden Pistazienbäume wachsen zwar auch anderswo im Mittelmeerraum, aber das Harz der Sträucher und Bäume auf der Insel Chios gegenüber von Izmir hat eine ganz besondere Qualität und ein spezielles Aaroma. Versuche, diese wilden Bäume zu verpflanzen, schlugen bisher fehl.

In einer Bauernkooperative werden die kostbaren „Wunder wirkenden Tränen“ in einem aufwändigen Destillierverfahren in traditionellen Kupferkesseln zum Likör Masticha von Chios hergestellt. Überschüssiger Mastix wird an andere Hersteller, allerdings nur in Griechenland verkauft. Die dürfen dann ihren Likör auch Mastixa Chiou nennen.

Welchen Alkoholgehalt hat Mastiha?

Masticha hat in der Regel einen Alkoholgehalt von 22 % und 30 % vol.

Es gibt übrigens auch einen Mastix-Ouzo*, der aus der Destillation von Anissamen zusammen mit natürlichem Mastix schon im 18. Jahrhundert auf der Insel Chios hergestellt wurde.

Masticha-Likör pur auf Eis im Glas, daneben ein paar Harzkügelchen
Masticha-Likör pur auf Eis © Siegbert Mattheis
Ein Glas eines klaren Cocktails mit Eis und einer Limettenscheibe, im Hintergrund eine Flasche und eine Limettenhälfte.
Masticha von Chios, hier von Le Pont © Siegbert Mattheis

Wie schmeckt der Masticha aus Chios?

Zunächst riecht der Likör unglaublich intensiv nach duftendem Wald im Sommer, nach Tannennadeln, nach Harz. Aber im Gaumen pur getrunken schmeckt er honigsanft schmeichelnd mit einer etwas öligen Konsistenz und einer überraschend leichten Schärfe im Abgang.

Wie und wozu trinkt man den Mastiha?

Traditionell wird der Likör als Digestif zum Nachtisch oder zum Kaffee getrunken. Aber auch als Aperitif mit gecrushtem Eis, dem Saft einer frisch gepressten Zitrone und mit einer Scheibe Limette garniert, wird er immer beliebter. Als Geschmacksverfeinerer von Cocktails wird Mastiha ebenfalls gerne verwendet.

Masticha-Glas mit Limette und Minze garniert
© Siegbert Mattheis

Rezept für den Masticha Likör-Cocktail:

Zutaten:

  • 4 cl Masticha
  • Crushed Ice
  • Saft einer halben Limette
  • nach Belieben etwas Wasser
  • 1 Limettenscheibe und ein Minzblatt zum Garnieren

Zubereitung:

  1. Ein Cocktailglas mit Crushed Ice füllen
  2. 4 cl Masticha Likör dazu
  3. Saft der Limette hinzufügen
  4. Mit etwas Wasser auffüllen
  5. Mit Limettenscheibe und Minzblatt garnieren

Die Süße des Masticha und die Säure der Zitrone ergeben ein wunderbares, ausgewogenes frisches Aroma.

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Wofür wird Mastix noch verwendet?

Die erbsengroßen Tropfen finden noch in vielen weiteren Produkten Anwendung. Zum einen als Lebensmittel wie im Kaugummi, in Gebäck, Limonaden und Süßigkeiten, zum anderen in der Naturkosmetik als Schönheitscremes mit Antiaging-Effekt, als Räucherwerk mit leichtem Duft nach Pistazien, als Klebstoff für Maskenbildner oder als Firnis für Ölgemälde uvm.


Masticha ist das natürliche Harz des Mastixstrauchs (Pistacia lentiscus var. chia). Es wird ausschließlich auf der griechischen Insel Chios gewonnen. Dort ritzen die Produzenten die Rinde der Bäume an. Das austretende Harz tropft auf den Boden, trocknet zu kleinen, glasklaren Kristallen und wird anschließend von Hand gesammelt und gereinigt. Aufgrund seiner besonderen Herkunft trägt Chios Masticha eine geschützte Ursprungsbezeichnung der Europäischen Union (g. U.).

Zwar wachsen Mastixsträucher im gesamten Mittelmeerraum, doch nur im Süden der Insel Chios produzieren sie das hochwertige Harz in nennenswerter Menge und Qualität. Warum das so ist, konnte bis heute nicht vollständig geklärt werden. Vermutlich spielen das besondere Mikroklima, die Bodenverhältnisse und jahrhundertelange Erfahrung im Anbau zusammen.

Masticha besitzt ein sehr charakteristisches Aroma. Viele beschreiben den Geschmack als harzig, leicht nach Pinienwald, Kräutern und Zitrus duftend, mit einer dezenten Süße und einer angenehmen Frische. Gerade diese ungewöhnliche Kombination macht Masticha-Likör so unverwechselbar.

Die Grundlage bildet das natürliche Masticha-Harz von Chios. Daraus werden die aromatischen Inhaltsstoffe gewonnen und mit Alkohol, Wasser und Zucker zu einem klaren Likör verarbeitet. Das Ergebnis ist ein angenehm milder Digestif mit einem Alkoholgehalt von meist 20 bis 30 Prozent.

In Griechenland wird Masticha traditionell gut gekühlt oder sogar direkt aus dem Gefrierfach serviert. Durch den hohen Zuckergehalt gefriert der Likör nicht vollständig. Er wird dadurch besonders weich und sirupartig. Außerdem eignet er sich hervorragend für Cocktails, Longdrinks oder als Zutat für Desserts und Eis. Auch in der internationalen Barszene wird Masticha inzwischen häufig mit Gin, Tonic oder Schaumwein kombiniert.

Nein. Ouzo erhält sein typisches Aroma hauptsächlich durch Anis. Masticha-Likör dagegen schmeckt nach dem natürlichen Harz des Mastixstrauchs. Beide Getränke gehören zur griechischen Trinkkultur, unterscheiden sich geschmacklich jedoch deutlich.

Ja. Masticha ist in der griechischen Küche seit Jahrhunderten beliebt. Das Harz oder der Likör verfeinern unter anderem Gebäck, Hefeteige, Eiscreme, Cremes, Marmeladen und Süßspeisen. Schon wenige Tropfen oder kleine Mengen reichen aus, da das Aroma sehr intensiv ist.

Masticha wird seit der Antike traditionell zur Unterstützung der Verdauung und für die Mundhygiene verwendet. Moderne wissenschaftliche Studien untersuchen unter anderem mögliche Wirkungen auf Magen, Darm und bestimmte Bakterien. Einige Ergebnisse sind vielversprechend. Dennoch ersetzt Masticha keine medizinische Behandlung, und nicht alle historischen Anwendungen sind wissenschaftlich belegt.

Die Ernte erfolgt bis heute nahezu vollständig von Hand. Jeder Mastixstrauch liefert pro Jahr nur eine vergleichsweise geringe Menge Harz. Hinzu kommen die aufwendige Reinigung der Kristalle sowie die Tatsache, dass echter Masticha ausschließlich auf Chios produziert wird. Diese Kombination macht das Naturprodukt selten und entsprechend wertvoll.

Achtet auf die Bezeichnung „Chios Mastiha“ oder „Masticha Chiou“ sowie auf das EU-Siegel der geschützten Ursprungsbezeichnung (g. U.). Dieses garantiert, dass das Harz tatsächlich von der Insel Chios stammt und nach traditionellen Verfahren gewonnen wurde.

Das Harz ist das naturbelassene Baumharz in Form kleiner Kristalle. Es wird als Gewürz, zum Kauen oder für verschiedene Lebensmittel verwendet. Masticha-Likör hingegen ist ein alkoholisches Getränk, das aus diesem Harz hergestellt wird.

Absolut. Neben Olivenöl, Honig und Ouzo gehört Masticha zu den bekanntesten Spezialitäten Griechenlands. Besonders auf Chios findet ihr eine große Auswahl an Produkten. Dazu zählen Likör, Kaugummi, Süßigkeiten, Gewürze, Kosmetik und sogar Zahnpasta mit Masticha-Aroma.

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