Tipps Ägina, Sehenswürdigkeiten, Strände etc.

Die kleine Insel Ägina (oder Egina, auch Aigina) direkt vor Athen und Piräus hat trotz ihrer geringen Größe einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die Insel ist bei den Athenern als nahes Erholungsgebiet äußerst beliebt, viele Athener haben hier ihren Sommersitz. Auch Nikos Kazantzakis, der Autor von „Alexis Zorbas“ wohnte viele Jahre auf der Insel. Ausländische Touristen findet man auf der Insel aber so gut wie nicht. Hier unsere Tipps für Ägina:

Tipp Anfahrt:

Ägina ist mit den Fähren schnell zu erreichen. Fahren Sie mit der U-Bahn bis zum Hafen von Piräus, nur wenige Schritte von der Metrostation entfernt legen die Fähren nach Ägina von der Platía Karaiskákí ab. Mit dem Schnellboot sind Sie innerhalb von 30 Min. (ca. 13 Euro) in der gleichnamigen Inselhauptstadt, die normale Fähre braucht 50 Min. und ist etwas günstiger. Die Schiffe verkehren in dichtem Abstand zwischen 7 und 21 Uhr, Tickets erhalten Sie direkt am Fahrkartenschalter am Anleger.

Aegina Fähre © Siegbert Mattheis
Mit einer der großen Fähren dauert die Überfahrt nach Ägina etwa 50 Min. © Siegbert Mattheis

Ägina lebt vom (vorwiegend griechischen) Tourismus und von Pistazien. Etwa 5% der Welternte an Pistazien liefert die atemberaubend schöne Insel. Die Insel bietet viele Sandstrände, antike Sehenswürdigkeiten, an die Kykladen erinnernde Fischerdörfer und atemberaubende Blicke von den Bergen auf das allgegenwärtige Meer, auf Athen und die umliegenden Inselgruppen.

Neoklassizistische Häuser an der Hafenfront in Ägina Stadt © Siegbert Mattheis
Neoklassizistische Häuser an der Hafenfront in Ägina Stadt © Siegbert Mattheis

Ägina Stadt

Der Hafenort Ägina besteht größtenteils aus zweistöckigen, neoklassizistischen Häusern. An der Hafenfront mit einer breiten Promenade reihen sich Cafés, Bars und Restaurants aneinander. Hier spielt sich das gesellige Leben ab. Sehenswert und ein kleiner Geheimtipp ist der Fischmarkt direkt zwischen den Tavernen. Eine weitere Sehenswürdigkeit liegt am nördlichen Rand von Ägina. Aegina Kolonna ist eine prähistorische Siedlung mit einer mächtigen Umfassungsmauer, die zu den Plätzen mit der längsten Nutzungsdauer von neolithischer bis byzantinischer Zeit zählt. Die einzeln stehende Säule eines Apollontempels gilt inzwischen als das Wahrzeichen von Ägina.
Das ehemalige Haus von Nikos Kazantzakis (1883 – 1957) befindet sich in der Nähe des Leuchtturms an der Nordwestspitze Äginas, in der nach ihm benannten Straße Nikou Kazantzaki in der Gegend von Plakakia. Es ist ein heute privates Haus, das nicht für Besucher geöffnet ist.

Die Apollo Saeule auf Ägina © Siegbert Mattheis
Die Apollo Säule gilt heute als das Wahrzeichen von Ägina © Siegbert Mattheis
Aegina Strand © Siegbert Mattheis
Bezaubernder Strand im Norden der Insel © Siegbert Mattheis

Die Insel erkunden, Strände auf Ägina

Die Insel lässt sich gut mit dem Inselbus, dem Taxi oder einem Mietwagen erkunden. Im Norden und Osten der Insel finden Sie wunderschöne, feine helle Sandstrände wie z.B. im beliebten Badeort Agia Marina. Aber auch um Ägina Stadt herum gibt es kleinere Strandbuchten. Im Süden hingegen ist die Küste felsig und von schwarzem Lavagestein geprägt.

Der Fischerhafen Perdika mit vielen Fischtavernas © Siegbert Mattheis
Der Fischerhafen Perdika mit vielen Fischtavernas © Siegbert Mattheis

Perdika

Perdika ist ein kleiner Fischerort mit vielen Tavernas, die, wen wundert’s, vorwiegend köstliche Fischgerichte anbieten. Hier ist auch ein schmaler, sehr beliebter Felsenstrand. In Perdika können Sie auch Boote mieten, um zur kleinen, unbewohnten Insel Moni zum Baden oder Wandern überzusetzen.

Aegina Perdika Fischerhafen © Siegbert Mattheis
Im Hafen von Perdika können Sie Boote mieten, um zu den Stränden der Insel Moni überzusetzen © Siegbert Mattheis

Agios Nektarios-Kuppelkirche und Paliochora

Im Inselinneren, an der Straße von Ägina nach Agia Marina, liegt die erst im 20. Jhdt. erbaute Agios Nektarios-Kuppelkirche, die zu Ehren des 1920 verstorbenen, jüngsten orthodoxen Heiligen errichtet wurde. Die Kirche ist eine beliebte Pilgerstätte für orthodoxe Christen. Gegenüber, etwa 15 Min. zu Fuß liegt Paliochora (griech. Alte Stadt), die antike Hauptstadt der Insel, die jedoch seit etwa 200 Jahren nicht mehr bewohnt ist. Vor allem die vielen alten Kirchen von Paliochora begeistern die Besucher.

Die Agios Nektarios Kuppelkirche © Natalia Pavlova, Fotolia
Die Pilgerkirche Agios Nektarios © Natalia Pavlova, Fotolia
Paliochora, die frühere die Hauptstadt von Ägina © Siegbert Mattheis
Seit 200 Jahren unbewohnt, war Paliochora lange Zeit die Hauptstadt von Ägina © Siegbert Mattheis

Tempel der Aphaia

Die für uns schönste, und auch bekannteste Sehenswürdigkeit ist jedoch der Tempel der Aphaia auf dem zweithöchsten Berg der Insel.
Der dorische Tempel wurde nur etwa 50 Jahre nach einem abgebrannten Vorgängerbau um 500 v. Chr. neu errichtet. Seine Giebelfiguren, in der Archäologie als Aigineten bekannt, wurden 1812 an den bayerischen Kronprinzen Ludwig verkauft und befinden sich seitdem in der Glyptothek in München. Dort ist auch ein Modellbau des Tempels zu sehen. Das Museum beim Aphaia-Tempel zeigt die wichtigsten Funde der deutschen Ausgrabungen im Tempelgelände, die 1988 abgeschlossen wurden.
Vom Tempel aus haben Sie einen phantastischen Panoramablick über die Insel bis nach Athen.

Blick auf Piräus und Athen vom Tempel aus © Siegbert Mattheis
Blick auf Piräus und Athen vom Tempel aus © Siegbert Mattheis
Atemberaubender Blick auf die unbewohnte Insel Moni
Atemberaubender Blick auf die unbewohnte Insel Moni © Siegbert Mattheis

Geschichte und Mythologie Äginas

Ägina ist seit etwa 5.000 Jahren besiedelt und war einst sogar mächtiger als Athen. Die Hafenstadt Ägina war sogar von 1828 bis 1831 die Hauptstadt des neuen, unabhängigen Griechenlands. Das damalige Regierungsgebäude kann besichtigt werden.

Und auch zu antiken Zeiten beherrschte Aegina lange Zeit das Weltgeschehen, verbündete sich mal mit den Athenern, mal mit den Persern, mal mit Sparta gegen Athen.

Die Göttin Aegina soll übrigens aus Kreta stammen; Zeus hatte sich in die schöne Frau verliebt und wollte mit ihr ungestört sein. So brachte er sie auf die Insel und zeugte einen Sohn mit ihr, der dann der erste König der Insel wurde.

Siegbert Mattheis 

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