Was ist ein Laguiole Messer? Bei welcher Schmiede sollte man kaufen?

Ist das Merkmal des hochwertigen Laguiole Messers eine Fliege oder eine Biene? Und kommt das echte Messer wirklich aus Laguiole, einem kleinen Ort in Okzitanien oder aus Thiers bei Lyon? Bei welcher Schmiede kann man die Original Laguiole Messer kaufen? Worauf sollte man dabei achten? Wir gingen der Sache auf den Grund und haben messerscharf recherchiert.

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Muscheln mit Noilly Prat, Kräutern der Provence und Thymian

Wir haben in Frankreich ein leckeres, aber einfaches Muschelrezept mit Noilly Prat entdeckt. Mit Kräutern der Provence, frischem Thymian und einem Schuss Sahne ergibt es eine Sauce mit einem überaus feinen Aroma.

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Panettone, der ultimative Weihnachtskuchen Italiens

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Panettone ist eine köstliche, locker-luftige Kuchenspezialität aus der Lombardei, die von Anfang November bis zur Weihnachtszeit (und auch danach) in nahezu jedem italienischen Haushalt auf den Tisch bzw. auf die Kuchentafel kommt.  Weiterlesen

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Kürbissuppe Rezept mit Möhren und Ingwer – köstlich!

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Martini Cocktail Rezepte und Tipps

Martini Cocktails sind durch die James Bond Verfilmungen legendär geworden. Klassischerweise wird ein Martini immer mit Gin und dem französischem Wermut Noilly Prat gemixt.  Weiterlesen

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Noilly Prat als Aperitif, Rezepte und Tipps

Den ersten und ältesten französischen Wermut Noilly Prat (das t am Ende wird übrigens mitgesprochen) kann man Dank seines aromatischen Geschmacks vielseitig verwenden. Er eignet sich hervorragend zur Verfeinerung von Gerichten, Saucen und Suppen ebenso wie als Aperitif und in Cocktails.

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Lillet Vive, Lillet Buck, Lillet Berry und viele weitere Rezepte

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Noilly Prat, angesagter französischer Wermut

Noilly Prat ist ein französischer Wermut und gilt als einer der aromatischsten Wermuts. Vermouth (so die internationale Bezeichnung) wird zunehmend populärer und erobert seinen Platz in den Bars. Er begeistert mit erfrischenden Kräuteraromen und einer leicht bitteren Note. Zwischen den Jahren 2012 und 2016 wurden weltweit etwa 100 neue Marken gegründet. Die zweitälteste Marke ist jedoch der französische Wermut Noilly Prat.

Noilly Prat Original Dry © Noilly Prat
Noilly Prat Original Dry © Noilly Prat

Noilly Prat (ausgesprochen etwa Noai Prat, das t am Ende wird hier mitgesprochen) wird pur auf Eis als Aperitif (Apéro) getrunken und gibt zahlreichen Gerichten wie z.B. Muscheln beim Kochen ein feines, ganz spezielles Aroma. Darüber hinaus ist der Wermut Bestandteil vieler Cocktails, insbesondere – bereits seit Mitte des 19. Jhs. – des klassischen Martini-Cocktails, der aus Gin und trockenem französischem Wermut besteht. Legendär geworden ist dieser durch die James Bond Filme. Der Martini-Cocktail ist übrigens nicht mit der gleichnamigen italienischen Wermut-Marke der Firma Martini & Rossi zu verwechseln.

Ehrlich, wir kannten Noilly Prat, aber wir wussten nicht, dass der Wermut direkt am Mittelmeerhafen der wunderschönen Kleinstadt Marseillan am Étang du Thau im Hérault produziert wird. Umso mehr freuten wir uns über die exklusive Führung mit Lisa (Lisalotte aus Dänemark) durch die Produktionsstätte.

Was ist Noilly Prat?

Noilly Prat war der erste trockene Wermut Frankreichs. Er wird aus zwei verschiedenen Weißweinsorten (Clairette und Picpoul de Pinet) und aus einem süßen Likörwein, dem Mistelle hergestellt. Dazu werden in geheimer Rezeptur unterschiedliche Kräutermischungen beigefügt, die für ein einzigartiges Aroma sorgen.

Es gibt ihn heute in vier verschiedenen Varianten, im Original, dem Noilly Prat Original Dry, als Extra Dry sowie als Noilly Prat Rouge und als Noilly Prat Ambré, der vorwiegend nur in Marseillan erhältlich ist, aber inzwischen auch auf amazon angeboten wird.

Eingang zu den Weinkellern © Siegbert Mattheis
Eingang zu den Weinkellern © Siegbert Mattheis

Wie wird Noilly Prat hergestellt?

In großen runden Holzfässern aus kanadischer Eiche (die dichter als die französische Eiche ist) lagert der Mistelle ein Jahr lang in einer riesigen Halle, der Chai de mistelles. Mistelle wird erzeugt, indem man dem Traubenmost etwas Alkohol zugibt und so den natürlichen Gärungsprozess stoppt oder gänzlich verhindert. Der Restzucker kann nicht vergoren werden und so entsteht ein sehr süßer Wein mit einem hohen Alkoholgehalt und einer satten goldenen Farbe.

Hier lagert der Mistelle 12 Monate © Siegbert Mattheis
Hier lagert der Mistelle 12 Monate © Siegbert Mattheis

Gleichzeitig erfahren die beiden Weißweine eine besondere Reifung und Oxidation, indem man sie in Holzfässern aus französischer Eiche einzigartigerweise unter freiem Himmel, l‘enclos, ebenfalls für 12 Monate lagert. So sind sie der Sonne, dem Regen und den mediterranen Winden ausgesetzt. Die Fässer werden täglich mindesten 3 Mal zusätzlich gewässert. Wenn es im Sommer sehr heiß ist, sogar noch öfter. Diese Methode ist dem Transport der Weinfässer auf den offenen Decks von Segelschiffen im 18. und 19. Jh. nachempfunden. Denn daher stammt auch die ursprüngliche Idee von Joseph Noilly, der 1813 die Rezeptur entwickelt hatte.

Hier im l’enclos lagern die Weine unter freiem Himmel © Siegbert Mattheis
Hier im l’enclos lagern die Weine unter freiem Himmel © Siegbert Mattheis
Diese wunderschöne Treppe führt hinauf zum Wasserspeicher © Siegbert Mattheis
Diese wunderschöne Treppe führt hinauf zum Wasserspeicher © Siegbert Mattheis

Nachdem der Mistelle und die trockenen Weißweine jeweils parallel 12 Monate gereift sind, werden sie gemeinsam in riesige, nunmehr ovale Fässer umgefüllt. Und dann folgt die eigentliche Arbeit und das Geheimnis der Noilly Prat Wermutweine. Denn nun werden den Weinen die einzigartigen, in ihrer jeweiligen Zusammensetzung geheim gehaltenen Kräuter- und Gewürzmischungen zugefügt. Bei jedem Fass sind es drei Säcke, etwa 12 kg, deren Inhalt anschließend drei Wochen lang jeden Tag für einige Minuten im sog. Salles des Secrets mit einem Holzstab, ähnlich einer Sense, kräftig umgerührt wird (Dodinage genannt). Daher die ovalen Fässer, denn so ist eine optimale Verteilung und Mischung der feinen Aromen mit dem Wein gewährleistet. Nach sechs Monaten, also insgesamt 18 Monaten, ist der Wermut bereit für die Abfüllung in die Flaschen.

In diesen ovalen Fässern wird der Wein mit den Kräutern und Gewürzen vermengt © Siegbert Mattheis
In diesen ovalen Fässern wird der Wein mit den Kräutern und Gewürzen vermengt © Siegbert Mattheis
Mit einer solchen "Sense" werden die Gewürze und Kräuter jeden Tag mit dem Wein verrührt © Claudia Mattheis
Mit einer solchen "Sense" werden die Gewürze und Kräuter jeden Tag mit dem Wein verrührt © Claudia Mattheis

Die Geschichte hinter Noilly Prat

1813 entwickelte Joseph Noilly in Lyon das Rezept für diesen trockenen Wermut. Wein wurde schon damals gerne getrunken und galt als antiseptisch. Die gesundheitlich positive Wirkung von Kräutern wie Wermut und anderen Gewürze war ebenfalls gut bekannt. Da lag es nahe, ein Getränk zu entwickeln, das gut schmeckte und gleichzeitig als gesund galt. 1843 siedelte er nach Marseille um, denn so gelangte er schneller an die Kräuter und Gewürze aus Übersee.

Wenige Jahre später, 1850, gründete sein Sohn Louis Noilly mit seinem Schiegersohn Claudius Prat die Firma Noilly Prat & Cie. Kurz darauf zog das Unternehmen nach Marseillan an den Étang du Thau. Dort, direkt am Meer fanden sie die idealen Bedingungen für ihren Wermut. Denn dort wachsen die Weine, die die Grundlage für den Wermutwein bilden. Schon 1853 wurde dieser auch in die USA exportiert, wo er auch heute noch der führende französische Wermut ist.

1971 wurde das Unternehmen von Martini & Rossi gekauft, das dann 1993 wiederum von Bacardi erworben wurde. Heute wird Noilly Prat von François Bonnardel geführt, einem Ur-Ur-Enkel des Noilly-Prat-Gründers.

Der charmante Innenhof von Noilly Prat
Der charmante Innenhof von Noilly Prat© Siegbert Mattheis
Noilly Prat Original Dry mit Zitronenzeste und Ambré mit Orangenzeste © Siegbert Mattheis
Noilly Prat Original Dry mit Zitronenzeste und Ambré mit Orangenzeste © Siegbert Mattheis

Noilly Prat in Marseillan

Ein Besuch des Werksgeländes lohnt sich auf jeden Fall! Es werden Führungen in mehreren Sprachen durch das Gelände, Cocktailkurse und vieles mehr angeboten. Im charmanten Innenhof können Sie entspannt Noilly Prat oder Softdrinks genießen, es gibt einen extra eingerichteten Vintage-Instagram-Raum und natürlich einen Shop mit den Produkten und weiteren Delikatessen. Danach empfehlen wir Ihnen einen Besuch in einem der zahlreichen Restaurants am Hafen.

Der Instagram-Raum mit Tapeten aus Toile-de-jouy © Siegbert Mattheis
Der Instagram-Raum mit Tapeten aus Toile-de-jouy © Siegbert Mattheis
Lisa hatte uns wunderbar durch die Produktion geführt und vieles erläutert © Siegbert Mattheis
Lisa hatte uns wunderbar durch die Produktion geführt und vieles erläutert © Siegbert Mattheis

Adresse und Öffnungszeiten

Maison Noilly Prat
1, rue Noilly
34340 Marseillan

Lage auf Google Maps ansehen

Öffnungszeiten:
Hochsaison von Mai bis September:
10 bis 12 Uhr und von 14.30 bis 19 Uhr

Nebensaison, März und April, Oktober bis Dezember
10 bis 12 Uhr und von 14:30 bis 17:30 Uhr

Im Januar und Februar ist nur nach vorheriger Reservierung geöffnet.
Jeden 1. Mai ist das Maison Noilly Prat geschlossen.

Noch ein kleiner Zusatz zu James Bond und seinem Martini:

Martini, geschüttelt oder gerührt?

James Bond 007 hat sich seinen Martini-Cocktail übrigens niemals aus einer Flasche Martini servieren, sondern ihn immer mit Gin und französischem Wermut mixen lassen. Daher konnte er ihn auch „geschüttelt, nicht gerührt“ bestellen.

Klassischerweise wird ein Martini im Glas gerührt, denn so verbinden sich beide Spirituosen leichter und der Drink im Glas bleibt klar. James Bond bevorzugt seine Martinis hingegen in einem Cocktail-Shaker geschüttelt. Dadurch wird der Drink zwar schneller kalt, ist aber im Glas zunächst milchig-trüb und klärt sich erst mit der Zeit, wenn die kleinen Luftbläschen aufsteigen. Laut einer naturwissenschaftlichen Untersuchung haben geschüttelte Martinis eine stärkere antioxidative Wirkung als gerührte. Dies bewirkt zwar vor allem der Wermut-Anteil, aber erst die Mischung mit Gin führt zu einem optimalen, maximal antioxidativen Ergebnis.

Hm, war 007 etwa ein Vorreiter und Verfechter einer gesunden Lebensweise?

Siegbert Mattheis

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Baklava, eine der ältesten Süßspeisen der Welt

Baklava (oder Baklawa) gilt als eine der ältesten Süßspeisen der Welt. Baklava ist ein Gebäck aus hauchdünnnen Blätterteigschichten, die mit gehackten Nüssen, Mandeln oder Pistazien oder auch Mohn gefüllt, in Honig bzw. Zuckersirup eingelegt ist.

Baklava gehört zu den zahlreichen Süßspeisen, die in der muslimischen Welt traditionell beim Ramadan zur zweiten Mahlzeit Iftar, die nach Sonnenuntergang gegessen wird, neben anderen zuckersüßen Desserts gereicht wird. Ein beliebter türkischer Spruch lautet „wer etwas Süßes isst, wird ein süßes Leben haben“. Nicht umsonst nennt man die Feier zum Fastenbrechen auch „Zuckerfest“.

Aber Baklava passt außerhalb der Fastenzeit auch als Snack am späten Vormittag zum starken Kaffee oder am Nachmittag mit einem Glas Tee.

Baklava mit Pistazienfüllung © Siegbert Mattheis
Baklava mit Pistazienfüllung © Siegbert Mattheis
Baklava wird traditionell zu Minztee und Kaffee verzehrt © Siegbert Mattheis
Baklava wird traditionell zu Minztee und Kaffee verzehrt © Siegbert Mattheis

Woher stammt Baklava?

Baklava soll es schon vor etwa 3.000 Jahren bei den Assyrern aus Mesopotamien gegeben haben. Das älteste bekannte Rezept stammt aus dem spätantiken Griechenland, darin wurde das Gebäck Koptoplakous genannt. Übersetzt bedeutet das so viel wie geschnittener Plattenkuchen.

Berühmt wurde Baklava allerdings erst ab 1453 im Osmanischen Reich unter Sultan Mehmet II. nach der Eroberung Konstantinopels, dem heutigen Istanbul. Mehmet II. war ein Feinschmecker mit einer Vorliebe für große Festgelage in seinem Topkapı-Palast. Die Vielzahl dieser Gerichte, die damals entstanden, sind heute unter dem Namen „Palastküche“ bekannt.

Baklava Stand auf dem Carmel-Markt in Tel Aviv © Siegbert Mattheis
Baklava Stand auf dem Carmel-Markt in Tel Aviv © Siegbert Mattheis
Baklava-Variante aus Kadayif © Siegbert Mattheis
Baklava-Variante aus Kadayif © Siegbert Mattheis

Mehmet II. beschäftigte eine Vielzahl von spezialisierten Köchen, z.B. die baklavacı für süßes Gebäck. Diese kreativen Zuckerbäcker des Palastes ließen sich immer neue Versionen der überlieferten Süßspeisen einfallen. Von hier aus breitete sich vor allem Baklava über das gesamte osmanische Reich aus, das zeitweise bis nach Algier im Westen, bis kurz vor Wien im Norden und bis nach Aden im Süden reichte.

Daher ist Baklava nicht nur in der Türkei, sondern auch in so gut wie allen arabischen Ländern wie auch in Griechenland und Israel eine beliebte Dessertspezialität.

Siegbert Mattheis

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Was sind Pintxos? Und was hat Rita Hayworth damit zu tun?

Pintxos ist die baskische Bezeichnung für kleine Häppchen, die mit Zahnstochern normalerweise auf einem kleinen Stück Brot aufgespießt sind (bask. pintxos oder span. pinchos bedeutet Spieß, die Aussprache ist Pintschoss). Pintxos werden zu einem Getränk, typischerweise als Aperitif zu einem Glas Rot- oder Weißwein (genannt Txikito) oder Zurito, ein kleines Glas mit einem halben Rohrbier verzehrt.

In baskischen und nordspanischen Bars und Restaurants werden Pintxos in einer vielfältigen Auswahl angeboten. Im Unterschied zu den in ganz Spanien verbreiteten Tapas sind es raffinierte kleine kulinarische Kunstwerke aus verschiedene Zutaten, die mit dem Spießchen zusammengehalten werden. Oft sind es sogar anspruchsvolle Mini-Gerichte und es braucht einige Zeit, sie zuzubereiten.

Pintxos-Köstlichkeiten aufgereiht in einer Bar © Bilbao Turismo
Pintxos-Köstlichkeiten aufgereiht in einer Bar © Bilbao Turismo

Woraus bestehen typische Pintxos?

Pintxos werden aus allen Zutaten hergestellt, die die Region Bizkaia hergibt und die zu einem Glas Wein oder Bier passen. Sardellen auf Serrano-Schinken und Ziegenkäse, Glasaal auf mit gekochtem Ei gefüllter Zucchini, Fisch wie Seehecht, Thunfisch, Kabeljau, oder auch Kartoffelomelett, gefüllte Paprika, Kroketten uvm.

Wie bestellt man Pintxos?

Üblicherweise gehen Sie in der Bar an die Theke und bitten den Kellner oder Barmann um einen Teller. Darauf stapeln Sie sich eine Auswahl der Pintxos. Je nach Bar zeigen Sie entweder dem Kellner anschließend Ihre Auswahl, der diese dann abrechnet, oder es werden Ihnen zum Schluss die Anzahl der übriggebliebenen Zahnstocher berechnet. Früher warf man die Zahnstocher nach dem Essen auf den Boden, und sagte dem Kellner die Anzahl der verzehrten Pintxos, die der dann vertrauensvoll berechnete.
Manche warme Pintxos werden extra zubereitet und an einer Tafel angezeigt, diese bestellen Sie dann beim Kellner zusätzlich.

Filmplakat "Gilda" mit Rita Hayworth © Wikipedia

Was ist ein Gilda Pintxo?

Ein Gilda Pintxo ist ein Pintxo mit einer ungewöhnlichen Hintergrundgeschichte. Er besteht aus einer aufgespießten Olive, einer eingelegten Sardelle und einer scharfen Peperoni. Den Namen gaben ihm die Spanier nach dem Hollywoodmelodram „Gilda“ von 1946, in dem Rita Hayworth die Hauptfigur spielte. In dem erotischen Klassiker ist sie für ihren legendären Handschuh-Striptease berühmt. Da der Gilda Pintxo scharf und würzig schmeckt, ist es eine Hommage an die als „Liebesgöttin“ verehrte Schauspielerin mit spanischen Wurzeln.

Aber nicht nur das. Denn der Film löste in Spanien einen Skandal aus, als Falangisten des Franco-Regimes in Madrid Gilda-Filmposter mit Farbe beschmierten und die Kirche jedem Zuschauer aufgrund der in ihren Augen unmoralischen Darstellungen des Films mit Verdammnis drohten. Durch diesen Skandal wurde der Filmtitel auf der iberischen Halbinsel zu einem Synonym für die Repression, die die spanische Bevölkerung unter der Diktatur besonders während der 1940er Jahre erleiden musste. Vor allem der Protest der katholischen Kirche verlieh Gilda für die Spanier eine derart erotische Aura, dass sie überzeugt waren, dass sich Hayworth nach dem getanzten Song Put the Blame on Mame und dem Handschuh-Striptease komplett auszog …

Pintxos, im Vordergrund Gilda Pitxos © Bilbao Turismo
Pintxos, im Vordergrund Gilda Pitxos © Bilbao Turismo

Was ist ein Txikiteo?

Ein sowohl in Bilbao als auch in der Region Bizkaia tief verwurzelter Brauch ist der Txikiteo, bei dem man von Bar zu Bar zieht und sich bei einem lebhaften Gespräch das eine oder andere Glas Wein schmecken lässt. Der Name stammt von dem Gefäß, aus dem der Wein einst getrunken wurde: Durch dessen sehr dicken Boden und starken Wände passte wirklich nur eine kleine Menge hinein – man nannte es Txikito (kleines Glas Wein) und freute sich, dass man davon jede Menge trinken konnte.

Txikiteo ist also nichts anderes als einen Kneipentour – aber mit einer ganz besonderen baskischen Tradition. So gut wie jeder Ort in Bizkaia lädt zum Txikiteo ein. Oft gibt es eigens eine Route mit einem besonderen Ambiente, das sich bis auf die Straßen erstreckt. Man mischt sich unter die Menschen und genießt das typisch Baskische. Einen Txikiteo muss man einfach mitgemacht haben, wenn man behaupten möchte, dass man das Baskenland und seine Bräuche kennengelernt hat.

Durchstreifen Sie für einen Txikiteo die Straßen im Altstadtviertel Casco Viejo, Deusto und die Straßen Calle Poza, Calle Ledesma, Calle García Rivero und Calle Diputación. Aber auch in den Orten im Landesinneren und an der Küste finden Sie sicher auf Anhieb die Straßen oder Gassen heraus, die diese authentische Atmosphäre bieten.

Die Hochburg der Pintxos ist die Stadt Donostia-San Sebastián. Einige Orte wie Donostia, Vitoria-Gasteiz oder Bilbao veranstalten regelmäßig Wettbewerbe, um die besten Pintxos der Region zu wählen.

Pintxos-Wettbewerbe

Beim Pintxos-Wettbewerb „Pintxo-Txapelketa“ in Bilbao dreht sich alles um die Kunst der Zubereitung dieser anspruchsvollen Happen im Miniaturformat. Er wird von Jahr zu Jahr immer gefragter und versteht sich als Spiegel der Kreativität, die man an den Küchenherden von Bizkaia an den Tag legt. Alle Regionen sind bestrebt, den besten kulinarischen Ausdruck zu finden, und wetteifern um den „Goldenen, Silbernen und Bronzenen Spieß“, der mittlerweile auch an das beste Lokal vergeben wird. Die Küche im Miniaturformat hat sich zu einem wahren Schauspiel entwickelt, die anderen kulinarischen Wettbewerben in nichts nachsteht.

Siegbert Mattheis

Lassen Sie sich vom Kellner einen Teller geben und nehmen Sie ein Auswahl der leckeren Pintxos © Bilbao Turismo
Lassen Sie sich vom Kellner einen Teller geben und nehmen Sie ein Auswahl der leckeren Pintxos © Bilbao Turismo

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