Einfaches Rezept für Pimientos de Padrón, spanische Tapas mit Bratpaprika

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Pimientos de Padrón, spanische Paprika sind die einfachste Tapa, die ihr ganz schnell zubereiten könnt. Aber Vorsicht, jede 16te ist scharf! 😉 Jedenfalls erzählten uns das die spanischen Köche eines Edelrestaurants auf Mallorca. Dazu erzählen wir euch weiter unten mehr.

Rezept für spanische Bratpaprika, Pimientos de Padron:

Ihr braucht für eine kleine Ración für 2 Personen an Zutaten lediglich:

  • 250 g Pimientos de Padron (Bratpaprika) (z.B. bei REWE bestellen) *
  • 1 Esslöffel Olivenöl
  • 1 Teelöffel grobes Meersalz, am besten Fleur de Sel bzw. Flor de Sal
Pimientos de Padron auf Teller
Pimientos de Padrón © Siegbert Mattheis
Grüne Paprikaschoten
Pimientos de Padrón oder Bratpaprika frisch © Siegbert Mattheis
Pimientos auf einem Teller
Ganz einfach zuzubereiten © Siegbert Mattheis

Einfache Zubereitung:

  1. Die Paprikaschoten waschen und trocken tupfen.
  2. Das Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen.
  3. Die Pimientos hineingeben und bei mittlerer Hitze 8-10 Minuten braten, bis sie weich und leicht gebräunt sind.
  4. Dabei immer wieder mal wenden, damit sie von allen Seiten anbraten.
  5. Mit grobem Meersalz bestreuen und sofort servieren.

Dazu passt ein Glas Rotwein und etwas Brot. Denn das ist auch ganz nützlich, wenn ihr eine scharfe Paprika erwischen solltet.
Die Stiele sind praktisch, da man die Pimientos de Padron üblicherweise mit den Fingern isst. Ihr könnt sie natürlich auch mitessen, wenn ihr wollt, aber sie schmecken nicht.

Angebratene Paprika in der Pfanne
Pimientos de Padrón in der Pfanne, die einfachste Tapa © Siegbert Mattheis
Bratpaprika mit Salzflocken in einer Tonschale
Grobes Meersalz darüberstreuen und sofort servieren © Siegbert Mattheis

Warum ist jede 16. Paprikaschote scharf?

Im spanischen Galicien, woher die Pimientos stammen, gibt es den Spruch: „Os pementos de Padrón, uns pican e outros non” (“Die Paprikaschoten von Padrón, einige sind scharf, und andere nicht”).
Aber um es gleich vorneweg zu sagen, den genauen Grund, warum einige davon scharf sind, den kennt (noch) niemand. Aber es kursieren einige Spekulationen und Vermutungen:

Im Grunde sind es unreife Schoten, daher sind sie grün und klein, etwa 5 bis max. 10 Zentimeter lang. In der Regel haben sie daher auch noch kein Capsaicin gebildet, das für die Schärfe verantwortlich ist. Daher sagen manche, je kleiner die Schoten seien, desto milder seien sie. Andere machen es an der Farbe fest, je grüner und weniger gelb bis rot, umso milder.

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Woran erkennt man scharfe Paprikaschoten?

Eine Untersuchung hat zumindest herausgefunden, dass diejenigen Schoten, die mehr Sonne und weniger Wasser abbekommen haben, schärfer sind. Aber leider gibt es kein eindeutiges äußeres Erkennungsmerkmal dafür. Manche aber sagen, dass diejenigen Paprikaschoten, die vor dem Braten eine matte Farbe haben, vor allem wenn sie eine ausgeprägte spitze und spindelförmige Form haben, für den Gaumen eher aggressiv sind. Es heißt auch, dass scharfe Paprikaschoten weniger gut an den groben Salzkörnern haften, mit denen sie normalerweise gewürzt werden. Eine andere Formel berücksichtigt den Anteil des Stiels im Verhältnis zur gesamten Schote, wobei die scharfen Exemplare einen längeren Stiel haben sollen.

Aber bis ihr das genau mathematisch überprüft habt, dürfte die leckere Tapa schon kalt sein … Daher nehmt es einfach in Kauf, wenn eine einmal etwas schärfer ist. Im Übrigen ist Capsaicin gesund und wirkt ohnehin entzündungshemmend, stoffwechselanregend und antioxidativ. Nur wenn ihr sehr empfindlich auf scharfes Essen reagiert, könnt ihr einen kleinen Trick anwenden: knabbert auf den Spitzen der Schoten etwas herum oder drückt sie mit den Lippen zusammen. Dann könnt ihr bereits den würzigen Geschmack herausschmecken, falls es einen gibt.

Ansonsten esst gleich darauf ein Stück Brot, das hilft gegen die Schärfe.

Mathematiker:innen mit einem scharfen Verstand essen übrigens nur immer die ersten 15 Pimientos 😉

Woher stammen Pimientos de Padron?

Kolumbus brachte die ersten Paprika aus Mittelamerika mit. In der Regel wurden damals neuartige Pflanzen immer zunächst den Mönchen übergeben, um sie zu kultivieren und an das europäische Klima anzupassen. Die kleinen, länglichen Paprikaschoten wurden so gleich im Franziskanerkloster Herbón in der Stadt Padrón angebaut. So gab der Ort auch den Namen für diese spanische Tapa Pimientos de Padrón. Padrón liegt im nordspanischen Galicien in der Nähe von Santiago de Compostela.

Kolumbus dachte damals, er hätte eine Art Pfeffer entdeckt, als er sah, dass die Eingeborenen viele Gerichte mit diesen kleinen Paprikaschoten würzten. So nannte er die Schoten “pimientos” nach “pimienta”, dem Wort für Pfeffer. So heißt die Paprikaschote im Spanischen immer noch “el pimiento”. Daher spricht man im restlichen Europa auch vom “Spanischen Pfeffer”. Daneben hat sich aber auch in Spanien das Wort “la páprika” eingebürgert.

In Portugal ist es ähnlich, dort heißen Paprika “pimento”, in Brasilien “pimentão”. Aber daneben existiert ebenfalls das Wort “páprica”.

Egal wie ihr die Bratpaprika nennen wollt, wir wünschen euch guten Appetit – und keine allzu scharfen Pimientos dazwischen!

Siegbert Mattheis

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