Arancini, die Reisbällchen aus Sizilien sind das neue trendige Street Food

Arancini sind inzwischen nicht nur in Italien auf Streetfood-Märkten der Renner. Arancini sind leckere, gefüllte und anschließend frittierte Reisbällchen aus Sizilien. Wir hatten sie dort bei einem Marienumzug in Acireale in der Nähe von Catania, der gleichzeitig ein kleines Volksfest ist, das erste Mal verkostet.

Was sind Arancini und woher kommt der Name?

Arancini (ital. kleine Orangen, denn sie erinnern in Form und Farbe an Orangen) gehören zur traditionellen sizilianischen Küche und werden je nach Stadt oder Region als Kugeln oder auch in Birnenform (z.B. in der Region Messina) zubereitet. Traditionell sind sie mit Ragú (Fleisch- und Tomatensauce), Mozzarella und Erbsen gefüllt. In italienischen Haushalten oder auch in Restaurants  werden Arancini oft mit Reis aus übriggebliebenem Risotto zubereitet.

Mit traditionellem Ragú gefüllte Arancini © Siegbert Mattheis
Mit traditionellem Ragú gefüllte Arancini © Siegbert Mattheis

Wie werden Arancini zubereitet? Hier das Rezept:

Zunächst wird geschälter Rundkornreis, ähnlich wie beim Risotto in Brühe bissfest gegart, sodass der Reis weich, aber noch zu spüren ist. Anschließend vermischt man die Masse mit eingeweichten Safranfäden (Palermo Style), etwas Butter, geriebenem Parmesan oder Pecorino und Ei. Wenn die Reismischung abgekühlt ist, formt man sie in handgroße Bällchen.

Während der Reis abkühlt, kann man die Füllung vorbereiten.

Dabei kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen. Traditionell werden grob oder fein gehacktes Fleisch, Mozzarella, Pancetta, Erbsen, Tomaten und Zwiebeln geschmort, bis die Masse stark eingedickt ist. Aber auch andere Zutaten wie z. B. würziger Käse, SchinkenPilze, Spinat und Bechamelsauce können verwendet werden. In der Gegend von Catania gibt es Arancini alla norma mit Auberginen-Füllung oder auch mit Pista­zien-Füllung. Für letztere werden die be­rühm­ten Pistazien aus Bronte ver­wendet.

Nun werden die Bällchen mit beiden Daumen wieder geöffnet und wie ein kleines Schüsselchen in der Hand geformt. In diese Öffnung wird dann die Füllung gegeben und die Bällchen werden wieder verschlossen. Anschließend rollt man sie in gequirltem Eigelb, danach in Paniermehl, bevor sie in der Friteuse mit reichlich Olivenöl zu herrlich goldgelben Arancini ausbacken.

Arancini, die "kleinen Orangen" © Siegbert Mattheis
Arancini, die "kleinen Orangen" © Siegbert Mattheis
Sizilianische Arancini -Kochkunst auf den Volksfesten © Siegbert Mattheis
Sizilianische Arancini -Kochkunst auf den Volksfesten © Siegbert Mattheis
Auf den Volksfesten auf Sizilien sind Arancini beliebte Fingerfood-Snacks, da spielt die Form manchmal auch keine Rolle © Siegbert Mattheis
Auf den Volksfesten auf Sizilien sind Arancini beliebte Fingerfood-Snacks, da spielt die Form manchmal auch keine Rolle © Siegbert Mattheis

Was passt zu Arancini?

Zu Arancini passt wunderbar ein kühles italienisches Bier, z.B. Birra Moretti, Castello oder Peroni Nastro Azurra (aber natürlich auch ein Bier aus anderen Ländern). Ein Salat dazu gibt zusätzlich eine frische Note.

Zu Arancini passt wunderbar ein kühles Bier © Siegbert Mattheis
Zu Arancini passt wunderbar ein kühles Bier © Siegbert Mattheis

Woher stammen Arancini?

Arancini sollen im 10. Jahrhundert auf Sizilien entstanden sein, als die Insel noch unter arabischer Herrschaft stand. Reisbällchen sind im arabischen Raum weit verbreitet (aber natürlich nie mit Schweinefleisch). Auf Sizilien verfeinerte man die Reiskugeln mit den allen Produkten, die das Land hergab.

In Palermo, Siracusa und Trapani auf Sizilien sind Arancini eine traditionelle Speise (dann auch gezuckert und gepudert als süße Variante) zum Fest von Santa Lucia am 13. Dezember, wenn Brot und Pasta nicht gegessen werden dürfen. Das Fest erinnert an die Ankunft eines Getreideversorgungsschiffes am Tag von Santa Lucia im Jahr 1646, als Sizilien eine schwere Hungersnot durchlebte.

Siegbert Mattheis

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