Mit dem Wohnmobil in den Urlaub – worauf sollte man achten?

Eine Urlaubsreise im Wohnmobil hat ihren ganz eigenen Charme. Sie sind unabhängig und können jederzeit hinfahren, wohin Sie wollen – und übernachten, wo Sie wollen. Allerdings kann eine Sache den Spaß an der Wohnmobilreise schnell verderben: unerwartete Bußgelder.

Gerade wenn Sie zum ersten Mal mit einem Wohnmobil unterwegs sind, wissen Sie möglicherweise nicht Bescheid, welche Verkehrsregeln Sie einzuhalten haben – oder welche Vorschriften in anderen Ländern gelten. Es ist deshalb ratsam, sich vor der Abfahrt gut zu informieren, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Mit dem Wohnmobil am Meer
Mit dem Wohnmobil in den Urlaub zu fahren bietet viele Freiheiten © Mooshny, Fotolia

Welcher Führerschein gilt für ein Wohnmobil?

In Deutschland dürfen Sie mit dem Führerschein der Klasse B Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen führen. Darunter fallen auch viele Wohnmobile. Sind Sie sich nicht sicher, ob auch Ihres dazu gehört, reicht ein Blick in die Zulassungsbescheinigung Teil 1. Dort finden Sie die Angaben zur erlaubten maximalen Gesamtmasse. 

Beträgt diese mehr als 3,5 Tonnen, benötigen Sie eine andere Führerscheinklasse: Klasse B96 erlaubt Ihnen das Führen eines Wohnmobils von bis zu 4,25 Tonnen, Klasse C1 gilt für ein Gesamtgewicht bis zu 7,5 Tonnen. Wollen Sie darüber hinaus, ist die Klasse C notwendig. Haben Sie Ihren Führerschein vor 1999 erworben, sollten Sie üblicherweise befugt sein, Wohnmobile bis zu einer Gesamtmasse von 7,5 Tonnen zu fahren. 

Sofern Sie sich innerhalb der Europäischen Union aufhalten, ist der EU-Führerschein ausreichend. Gleiches gilt in Island, Norwegen, Liechtenstein und der Schweiz. Möchten Sie andere Länder bereisen, sollten Sie sich erkundigen, ob möglicherweise ein internationaler Führerschein benötigt wird. Dies können Sie z. B. im Reisebüro oder beim Fremdenverkehrsamt des entsprechenden Landes in Erfahrung bringen.

Wildcampen – erlaubt oder verboten?

Viele Urlauber schätzen an einer Wohnmobilreise vor allem die Flexibilität und Ungebundenheit. Ein wenig planen sollten Sie Ihre Tour dennoch, zumindest wenn es um den nächtlichen Stellplatz geht. Denn in der Regel dürfen Sie Ihr Wohnmobil nicht einfach dort parken, wo Sie gerade möchten. Dieses sogenannte Wildcampen ist in den meisten Ländern verboten oder unterliegt zumindest strengen Regelungen. In einigen Staaten wie z. B. Griechenland oder Portugal ist es grundsätzlich nicht erlaubt, außerhalb von Campingplätzen im Wohnmobil zu übernachten. In Frankreich dürfen Sie dies immerhin tun, wenn es sich bei dem Stellplatz um Privatgelände handelt und Sie die Erlaubnis des Besitzers haben. Andere Länder wie z. B. Deutschland, Spanien und Italien erlauben wiederum das Wildcampen für eine Nacht. Es kann hier allerdings regionale Verbote geben, die das Übernachten in bestimmten Gebieten nicht gestatten. Sehen Sie ein entsprechendes Verbotsschild, dürfen Sie dort selbstverständlich nicht campen. 

Planen Sie Ihre Reise entsprechend, um sicherzugehen, dass Sie immer einen legalen Stellplatz für die Nacht ansteuern können. Andernfalls müssen Sie mit einer empfindlichen Strafe rechnen: In manchen Ländern kann Sie das unerlaubte Wildcampen bis zu 5.000 Euro kosten.

Beachten Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen

Zu einer Reise gehören natürlich auch die Urlaubsschnappschüsse. Ein Blitzerfoto ist allerdings kein schönes Andenken, deswegen sollten Sie sich genau über die Geschwindigkeitsbegrenzungen Ihres Urlaubslandes informieren, um nicht versehentlich in eine Radarfalle zu tappen.

An vielen Straßenabschnitten sagt Ihnen ein entsprechendes Schild, wie schnell Sie dort fahren dürfen. Dieses gilt üblicherweise auch für Wohnmobile, sofern nicht ein Zusatzschild auf eine gegenteilige Regelung hinweist. Ist aber weit und breit kein Schild zu sehen, sollten Sie über die generellen Geschwindigkeitsbegrenzungen für Wohnmobile Bescheid wissen.

Innerorts beträgt diese nahezu in ganz Europa 50 km/h. Außerhalb von Ortschaften gibt es hier jedoch große Unterschiede, je nachdem in welchem Land, auf welcher Straße und mit welcher Art von Wohnmobil Sie unterwegs sind. Fahren Sie in Deutschland ein Gefährt von bis zu 3,5 Tonnen, gilt auf Landstraßen ein Tempolimit von 100 km/h, auf Schnellstraßen  von 120 km/h und auf der Autobahn überhaupt keine Begrenzung. In Frankreich und Italien z. B. dürfen Sie mit dem gleichen Wohnmobil 80 km/h auf der Landstraße, 110 km/h auf der Schnellstraße und 130 km/h auf der Autobahn fahren. Haben Sie Ihren Führerschein allerdings noch keine drei Jahre, gilt in Frankreich auf der Schnellstraße ein Tempolimit von 100 km/h und auf der Autobahn ein Tempolimit von 110 km/h.

Es empfiehlt sich sehr, die jeweiligen Geschwindigkeitsbegrenzungen in Ihrem Urlaubsland zu beherzigen, denn die Bußgelder für eine Übertretung fallen im Ausland meist erheblich höher aus als hierzulande.

Maut oder Vignette?

Da Sie während Ihrer Wohnmobilreise mit hoher Wahrscheinlichkeit die eine oder andere Autobahn ansteuern, kommen Sie vermutlich nicht um Mautgebühren herum. Hier sollten Sie sich im Vorfeld informieren, in welcher Form diese im jeweiligen Land zu entrichten ist. Während es in Frankreich z. B. ausreicht, die Gebühr an den Mautstationen zu zahlen, ist es beispielsweise in Österreich notwendig, vorher eine entsprechende Vignette zu erwerben.

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