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Mediterrane Küche: Was macht sie so gesund?
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Wir wunderten uns darüber, dass in Apulien in der Gegend südlich von Bari die meisten Weinfelder mit großen, meist weißen Netzen oder Planen abgedeckt sind. Weiterlesen
Ein breites Bett mit weißen Laken aus ägyptischer Baumwolle, Kissen mit Bezug aus Leopardenmuster, wuchtige dunkelbraune Möbel aus exotischen Hölzern, lederbezogene Sessel, afrikanische Masken, grobe Holzdielen, ein Teppich aus Zebrafell und ein Ventilator, der die heiße Luft träge bewegt … diese Insignien des Kolonialstils zaubern sofort Erinnerungen an Filme wie “Casablanca”, “Out of Africa” oder “das Geisterhaus” hervor.
Eine Einrichtung oder Akzente im Kolonialstil bringen das Flair der Abenteuer von Hemingway, eine Spur Weltgewandtheit und eine Prise Fernweh in die eigenen vier Wände.
Der Kolonialstil bezeichnet die Architektur und Inneneinrichtung der europäischen Kolonialmächte in ihren Kolonien vom 16. bis zum 20 Jh. Er ist zum Einen geprägt durch die damals vorherrschenden europäischen Stilrichtungen wie Barock oder Klassizismus, zum Anderen durch die ethnischen Stile und zur Verfügung stehenden Materialien der jeweiligen Kolonien. Vorwiegend durch die Ausnutzung der einheimischen Bevölkerung oder den Import von Sklaven als billige Arbeitskräfte, sowie dem Abbau von Rohstoffen kamen viele Kolonialherren zu außergewöhnlichem Wohlstand. Entsprechend pompös fiel die Architektur aus, ob es klerikale Bauten, wie z.B. die prächtigen Kirchen der Spanier und Portugiesen in Südamerika waren oder die Villen einzelner Gutsbesitzer in den Südstaaten der USA oder in Südafrika. Säulen nach antiken Vorbildern und schattige, großzügige Veranden waren das vorherrschende Merkmal der Bauten. So zum Beispiel die in spanisch-amerikanischen Kolonialstil errichtete Villa von Hemingway in Key West oder die Finca Vigía auf Kuba.
An Stelle von kostbarem Marmor, den es nur in den Mutterländern gab, wurden vorwiegend einheimische Hölzer oder Stein aus der Gegend verwendet. Entsprechend war auch die Inneneinrichtung aus Materialien, die in den Kolonien zur Genüge vorhanden waren.
Obwohl er in verschiedenen Regionen der Welt vorherrschte und von unterschiedlichen Ländern beeinflusst war, gibt es dennoch einige typische Gemeinsamkeiten. So bestand das Material der Architektur vorwiegend aus heimischen Holzarten, wie z.B. Moabi oder Denya Holz in Afrika, Mahagoni in Mittel- und Südamerika oder Teakholz in Indien und Indochina.
Für die Inneneinrichtung und die Möbel wurden die gleichen Hölzer sowie Bambus und andere leichtere Holzarten wie Rattan verwendet. Leder der heimischen Tierarten bildeten den Bezug für Sessel, Couches oder Stühle; Tierfelle dienten als Teppich. Die Stoffe waren aus grobem Leinen und Baumwolle, oder in Südostasien auch Seide, die dort seit Jahrtausenden verarbeitet wurde.
Sisal- und Kokosfasern wurden für die Herstellung von Seilen, Tauen und als Teppiche verwendet.
Wenn Sie sich heute im Kolonialstil einrichten wollen, sollten Sie natürlich auf Nachhaltigkeit achten. Statt echte Felle von exotischen Tieren zu kaufen, können Sie auf wunderbar echt aussehende Imitate zurückgreifen und auch Hölzer nur aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwenden.
Das Material bestimmte die Farbwelt mit jeweils ihren natürlichen Farben Braun, Beige, Creme oder einem dunklen Rot. Denn da in den Kolonien die hochentwickelten Industrien und deren Färber- und Druckmethoden aus den Mutterländern nicht verfügbar waren, begnügte man sich mit den natürlich vorkommenden Farbwelten.
Typische Accessoires sind große Landkarten, ein Globus, afrikanische Masken sowie Leder- oder Rattankoffer mit Gebrauchsspuren. Ein altes Holzstativ mit Fernrohr oder umgebaut zu einer Lampe passt ebenso. Genauso wie exotische Skulpturen und opulente Kronleuchter.
Der Kolonialstil lässt sich hervorragend mit dem Industrial Style kombinieren. Mit Möbeln aus Metall oder Gusseisen, Dielen, Betten oder Möbel aus grobem Holz. Rostige Industrierohre oder offene Stahlträger vor einer Backsteinwandkulisse lassen sich hervorragend mit wuchtigen, dunklen Ledermöbeln kombinieren.
Der Stil braucht allerdings weite, große Räume, um optimal zu wirken. Andererseits können Sie sich auch in kleineren Räumen eine Ecke im Kolonialstil einrichten. Zum Beispiel mit einem Einzelstück wie einem bequemen Ledersessel, umrahmt von afrikanischen Masken oder einem Spiegel mit einem reich verziertem, dunklen Holzrahmen an der Wand.
Die Villa de l’O in Essaouira ist z.B. komplett im Kolonialstil eingerichtet. Hier sind viele der obigen Fotos entstanden. Mit 12 großzügig geschnittenen Zimmern und der einmaligen Lage zwischen Strand, Medina und Hafen ist sie die perfekte Unterkunft, um Essaouira und die Umgebung zu erkunden.
Siegbert Mattheis
Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam Ambiente–Mediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.
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