Balduin, der Sonntagsfahrer: Dreharbeiten und Drehort in Südfrankreich

4.86/5 (7)

Balduin, der Sonntagsfahrer (Originaltitel: Sur un arbre perché, (dt Auf einem hohen Baum) spielt an den höchsten Klippen Frankreichs zwischen La Ciotat und Cassis. Der Film ist eine französisch-italienische Komödie von Serge Korber aus dem Jahr 1971 mit Louis de Funès, seinem Sohn Olivier de Funès sowie Géraldine Chaplin.

Die Handlung Balduin der Sonntagsfahrer in Kürze

Henri Roubier (Louis de Funès), ein medienbekannter französischer Straßenbauunternehmer hat mit einem italienischen Kontrahenten soeben erfolgreich ein Abkommen geschlossen, um ihre gemeinsame Kontrolle über die europäischen Autobahnen zu sichern. Er gerät auf der Rückfahrt aus Italien in einen Stau und nimmt widerwillig zwei junge Tramper in seinem Cabriolet mit. Nachts geraten sie in einen Streit und Henri Roubier übersieht auf der Kammstraße Route des Crêtes von La Ciotat nach Cassis eine Kurve und der Wagen stürzt über die Klippen …

Hier stürzt der Wagen über die Klippen
Hier stürzt der Wagen über die Klippen © Société Nouvelle de Cinématographie (SNC)
Die Straße ist ganz nah an den Klippen
So nah kommt die Straße den Klippen. An dieser Stelle stürzte "Balduin, der Sonntagsfahrer" ab ... © Siegbert Mattheis
Wagen auf einer Pinie von oben
Sie sitzen auf einer Pinie fest ... © Société Nouvelle de Cinématographie (SNC)

Landung auf einer Pinie

Sie finden sich am nächsten Morgen allerdings wohlbehalten auf der Krone einer Pinie wieder, die aus der Steilwand herauswächst und den Sturz abgefangen hatte.

Der weitere Verlauf des Films zeigt die Protagonisten, wie sie verzweifelt versuchen, das Gleichgewicht mit dem Wagen auf der Pinie zu halten und gleichzeitig der Situation zu entkommen. Daher der ursprüngliche, französische Titel „Sur un arbre perché“ (dt. „Auf einem hohen Baum“).

Dabei treten die Launen und Befindlichkeiten der drei unterschiedlichen Charaktere zu Tage und münden in bissige Kommentare und Streitereien. Kurze Zeit später werden die Medien auf die heikle Situation aufmerksam und es beginnt ein regelrechtes Spektakel über die Rettung. Schlussendlich werden sie mit einem Hubschrauber gerettet.

Kameraleute und Autos oben auf der Klippe
Medien finden sich oben ein ... © Société Nouvelle de Cinématographie (SNC)

Dreharbeiten zu Balduin der Sonntagsfahrer

Die Dreharbeiten zu diesem Film waren für die damalige Zeit recht komplex. Der Regisseur Serge Korber drehte fünf Wochen in der Naturkulisse in den Klippen von Cassis (den höchsten in Europa). Das technische Team baute eine Schirmkiefer an der Steilklippe nach und befestigte das Auto daran. Anschließend umgab sich der Regisseur mit Stuntmen (die tatsächlich im Auto platziert wurden) und Bergsteigern, um die Klippe zu erklimmen und das Auto von einem Hubschrauber aus zu filmen, ohne die wichtige Ausrüstung zu vergessen, die für die Szenen verwendet wurde.

Ein zweiter Teil der Dreharbeiten fand im Studio mit den echten Schauspielern statt. Der Dekorateur Rino Mondellini hatte einen Teil der Klippe rekonstruiert und die Schirmkiefer daran befestigt. Im Atelier wurden Rohre installiert, um Wasser zu simulieren. Ein Hydrauliksystem wurde auch für die Bewegungen des Wagens verwendet, schließlich beobachteten die Schauspieler dank einer Montagekabine die Bewegungen der Stuntmen in der Naturkulisse, um sie miteinander kombinieren zu können.

Das ursprüngliche Projekt hieß The Accident. Yves Montand und Annie Girardot sollten sich das Rampenlicht teilen. Aber nachdem Louis de Funès die Geschichte gelesen hatte, hielt er sie für ein gutes Thema für eine Komödie und das Drehbuch wurde komplett neu geschrieben.

Dieser Film war ein gemischter Erfolg für einen Film mit Louis de Funès. Es zog ca. 1.6 Mio. Zuschauer an und belegte den 19. Platz in der jährlichen französischen Kinokassenwertung von 1971. Das war die niedrigste Punktzahl eines Films mit Louis de Funès an der Spitze, nachdem er zu einem sicheren Kassenmagnet geworden war.

Shirley MacLaine sollte ursprünglich die Rolle der Géraldine Chaplin spielen. Nach einem Streit um die Drehtage musste sie jedoch aufgeben. Dies war übrigens das sechste und letzte Mal, dass Olivier de Funès mit seinem Vater drehte, bevor er Pilot wurde.

Obwohl die Filmfigur „Henri“ heißt, gab der deutsche Verleiher dem Film den Titel „Balduin der Sonntagsfahrer“. Louis de Funès hatte bereits die Hauptrolle in mehreren in Deutschland erfolgreichen Filmen mit dem Namen „Balduin“ im Titel gespielt und so wollte der Verleiher diese Serie fortsetzen.

Siegbert Mattheis

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