Geheimtipps Provence, 12 unbekanntere, aber wunderschöne Orte

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Geheime Orte in der Provence? Die kann es eigentlich nicht mehr geben, denn über nahezu alle Orte in Südfrankreich wurde bereits geschrieben. Aber ihr findet dennoch einige Orte, die kaum von Urlaubern überlaufen sind, aber dessen ungeachtet wunderschön sind und zumindest einen Tagesausflug lohnen. 

Wir haben euch hier einige dieser „geheimen Orte in der Provence“, die uns selbst positiv überrascht haben, zusammengestellt:

1. Correns

Correns ist unser erster Geheimtipp! Ein idyllisches provenzalisches Dorf wie aus dem Bilderbuch! Berühmt geworden ist es dank einer genialen Marketingidee, Pink Floyd, Brad Pitt, Angelina Jolie und einem hervorragenden Rosé-Wein.

Schmales rosafarbenes Gebäude in der Mitte, rechts und links gabeln sich 2 Gassen
Ein der vielen Brunnen in Correns, rechts die Auberge de Correns (Auberge du Parc) © Siegbert Mattheis
Leere schmale Gasse im Sonnenlicht mit ockerfarbenen Häusern
Verträumte Gassen in Correns © Siegbert Mattheis
Badende im Fluss vor hohen Häusern
Bade-Idylle am Fluss Argens © Siegbert Mattheis

Der verträumte Ort mit 900 Einwohnern liegt in der Provence verte, der grünen Provence. Abseits der üblichen Touristenwege, selbst in der Hochsaison total leer, hat sich in Correns seit Jahrzehnten wenig verändert. Dennoch hat es einige Berühmtheit erlangt, zum einen als premier bio village de France und zum anderen durch das Weingut Château Miraval, das nur einige Kilometer entfernt im Gemeindegebiet liegt.

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2. Le Castellet

Le Castellet ist ein wunderschönes, typisches mittelalterliches Bergdorf, ein village perché mit Burg und einer beinahe 2.000-jährigen Geschichte. Denn schon die antiken Römer wussten diese einzigartige Lage zu schätzen.

Grün umrankte Steinmauer mit Tor und weitem Blick über die Landschaft
Tor an der Burgmauer mit atemberaubender Aussicht © Siegbert Mattheis
Hauswand mit Laden un üppiger violetter Bougainvillea
Überall findet ihr kleine Läden in den Gassen © Siegbert Mattheis
Gebäude mit Ladengeschäft für Korbwaren und Tüchern
Kunsthandwerk in Le Castellet © Siegbert Mattheis

Das Dorf liegt auf einem bewaldeten Bergrücken inmitten von Weinbergen und Olivenhainen. Größtenteils befindet sich der Ort immer noch innerhalb der Stadtmauern aus dem 12. Jh.

Berühmt geworden ist Le Castellet jedoch als Drehort von Marcel Pagnols Filmklassiker „La Femme du Boulanger“, (die Frau des Bäckers). Dieser Film prägt bis heute unser Bild vom Leben und den Dörfern in der Provence, vor allem das der Nordfranzosen. Daher kann es in der Sommersaison doch etwas voll werden. Aber vorwiegend sind es französische Urlauber:innen, die sich von ihrem Traumbild überzeugen wollen.

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3. La Cadière-d’Azur

Der ruhige Ort liegt wie ein Adlernest inmitten von Weinbergen gegenüber von Le Castellet. La Cadière-d’Azur ist von der Autobahn Nizza – Marseille aus gut zu sehen. Trotzdem verirren sich Urlauber jedoch nicht oft hierhin.

Marktplatz auf zwei Ebenen © Siegbert Mattheis
Rue Gabriel Péri in La Cadière-d'Azur © Siegbert Mattheis
Mittelalterliches Tor und Treppen in Gasse
Mittelalterliches Tor © Siegbert Mattheis

Dabei ist es mit seinen steilen, verwinkelten Gassen und einem Marktplatz auf zwei Ebenen sehr sehenswert, hat es sich doch seinen Charme der Ursprünglichkeit bewahrt. Ihr findet hier Überreste der Stadtmauer mit drei noch intakten Wehrtoren vor, eine Kirche aus dem 16. Jahrhundert und einen Uhrenturm mit fein gearbeiteten Campanile.
Besondere Bedeutung erhielt der Ort 1564, als König Karl IX. auf seiner Tour de France in der Stadt übernachtete. Dort jagte er insbesondere Wildschweine. Er wurde begleitet von seinem Bruder, dem Herzog von Anjou (dem späteren Heinrich III.) sowie Heinrich von Navarra (dem späteren Heinrich IV.) und den Kardinälen von Bourbon und Lothringen. Dort jagte er insbesondere Wildschweine.

Der Ursprung des Namens La Cadière-d’Azur ist nicht ganz eindeutig gelöst, er kann „blauer Stuhl“ aber auch „Ort, der mit Wacholder bepflanzt ist“ bedeuten.

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4. Cotignac

Na gut, Cotignac zählt inzwischen vielleicht nicht mehr zu den ganz geheimen Orten in der Provence. Dafür ist das Dorf, das sich an einem imposanten Tuffsteinfelsen schmiegt, mit seinen 2.000 Einwohnern einfach zu pittoresk. Und folgerichtig wurde Cotignac gerade erst 2022 mit dem Prädikat der schönsten Dörfer Frankreichs ausgezeichnet.

Blick über Terrakottadächer, dahinter weite grüne Landschaft
Blick über Cotignac vom Tuffsteinfelsen aus © Siegbert Mattheis
Hellblaue Holzfassade mit Aufschrift "Lou Gourmandises"
Überall findet ihr Läden mit beschrifteten Holzfassaden © Siegbert Mattheis
Zentraler Marktplatz © Siegbert Mattheis
Versteckte Gasse © Siegbert Mattheis
Aufstieg zu den Höhlen im Tuffsteinfelsen © Siegbert Mattheis

Dennoch ist Cotignac von den großen Touristenströmen noch weitgehend unbehelligt. Vor allem der Marktplatz mit schattigen Platanen, gesäumt von zauberhaften Restaurants und Cafés, ist einen Ausflug wert. Aber auch die vielen typischen holzgerahmten Läden mit handgemalten Werbeaufschriften, von denen ihr hier mehr als in anderen Orten finden könnt. Und in den Seitengässchen seid ihr noch weitgehend alleine.

Sehenswert sind neben dem typisch provenzalischen Glockenturm die Behausungen von Höhlenbewohnern im Felsen, zu denen ihr am Felsen entlang hochwandern könnt. In den Höhlen findet ihr teilweise enorm große Stalaktiten. Oben auf dem Felsen stehen noch die Reste von zwei mächtigen quadratischen Wehrtürmen. Von dort aus habt ihr einen faszinierenden Blick über Cotignac und die Provence verte.

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5. Lourmarin

Lourmarin am Ausläufer des Petit Lubéron ist zweifellos eines der hübschesten Dörfer der Gegend. Dementsprechend ist es ebenfalls als Plus beaux villages de France (Schönste Dörfer Frankreichs) klassifiziert.

Lourmarin in der Abendsonne
Lourmarin in der Abendsonne © Siegbert Mattheis

Das fand auch der französische Philosoph und Schriftsteller Albert Camus, der hier ein Haus erwarb, das heute noch von seine Familie bewohnt wird. Er bezeichnete Lourmarin schlicht als die Metapher für den „mittelmeerischen Geist“: „Lourmarin. Der erste Abend nach so vielen Jahren. Der erste Stern über dem Lubéron, das gewaltige Schweigen, die Zypresse, deren Wipfel in der Tiefe meiner Müdigkeit bebt. Ein Land, feierlich und herb – trotz seiner überwältigenden Schönheit. … Nachmittags, die Sonne und das Licht fluten in mein Zimmer. Der Himmel ist blau und dunstig … Und nun erinnere ich mich an die Stunden in Algier …“ Camus fand auch hier die letzte Ruhestätte nach seinem tragischen Unfalltod im Jahre 1960.

Das Grab von Camus © Siegbert Mattheis
Das älteste Renaissanceschloss in der Provence © Siegbert Mattheis

Neben dem malerischen Ort ist auch das Renaissanceschloss der Gräfin von Agoult sehenswert. Die Schriftstellerin war die Frau von Franz List, ihre gemeinsame Tochter Cosima heiratete 1870 Richard Wagner. Im Schloss fanden ab 1927 Schriftstellertagungen statt, an denen auch Camus oft teilnahm.
Heute ist es eine Stiftung und beherbergt ein Museum für Möbel, Drucke, Kunstgegenstände und Musikinstrumente.

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6. Fuveau

Fuveau ist ein beschauliches Bergdorf in der Region zwischen Aubagne und Aix-en-Provence. Das mittelalterliche Dorf mit meterdicken Wallmauern, teilweise noch im Originalzustand, liegt auf einem Felsvorsprung. Es ist gut von der Autobahn aus zu sehen, dennoch wirklich einer der geheimen Orte abseits der Urlauberströme.

Marktplatz mit französischen kleinen Flaggen
Der platanenbestandene Marktplatz Cours Victor Leydet in Fuveau © Siegbert Mattheis
Denkmal in Fuveau, eine Frau mit zum Himmel gestreckten Armen
Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs © Siegbert Mattheis
Meterdicke Mauern und weiter Blick durch Rundbogen
Blick durch das West-Tor aus dem 14. Jh. in der Rue Nationale auf die Montagne Sainte-Victoire © Siegbert Mattheis

Der Ort schlängelt sich in gewundenen, schattigen engen Gassen rund um die zentrale Kirche Saint Michel. Von überall aus bietet sich ein atemberaubenderer Blick auf das Bergmassiv Montagne Sainte-Victoire, das Cézanne hundertfach gemalt hatte. Dessen Malerfreund Barthélemy Niollon wurde hier geboren. Das Dorf profitierte im 19. Jh. von der Kohleförderung in der Provence und so wuchs es auch außerhalb der mittelalterlichen Mauern. Es entstanden rechtwinklig angelegte Straßen und ein wunderschöner platanenbestandener Marktplatz, umsäumt von neoklassizistischen Gebäuden in den typisch provenzalischen Farben.

Sehenswert ist auch ein altes Waschhaus von 1873, Le vieux lavoir, das findet ihr am Ortsausgang. Die letzte Wäscherin war noch bis 1968 mit ihrem „Wäschewagen“ unterwegs. Und im nur wenige Minuten entfernt liegenden Gréasque liegt ein Minenmuseum in der ehemaligen Kohlenmine.

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7. Abbaye de la Celle

Wenige Kilometer südwestlich von Brignoles stehen in dem kleinen Dorf La Celle die prächtigen Gebäude eines ehemals sehr reichen Klosters. Es soll angeblich schon zu Lebzeiten des heiligen Cassian im 5. Jh. bestanden haben.

Restaurierte Abbaye de la Celle © Siegbert Mattheis
Kreuzgang in der Abbaye de la Celle © Siegbert Mattheis
5-Sterne-Hotel Inn De L'abbaye De La Celle © Siegbert Mattheis

Das Kloster, das seit dem Mittelalter Benediktinerinnen bewohnten, wurde im 18. Jahrhundert aufgelöst und während der Revolution geplündert. Danach dienten die Gebäude lange Zeit als Bauernhof. Die einstige Klosterkirche und heutige Pfarrkirche ist ein schönes Beispiel für die schlichte provenzalische Romanik. Sehenswert ist auch der spätromanische Kapitelsaal. Nach einer umfangreichen Renovierung wurden die angrenzenden Abteigebäude in ein 5-Sterne-Hotel-Restaurant verwandelt.

Die Abbaye de la Celle ist heute ein Teil des GRITACCESS, des italienisch-französischen Projektes für mediterrane Zusammenarbeit von 15 Partnern aus den fünf Regionen des Mittelmeerraums zwischen Frankreich und Italien. Ihr Ziel ist es, das kulturelle Erbe dieses großen Gebiets durch lokale Routen zu fördern.

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Auch sehenswert, nicht weit davon entfernt: die Abbaye de Thoronet

Tipps GetYourGuide*

8. Salernes

Salernes am Ufer der Bresque zählt auf jeden Fall zu den „geheimen Orten in der Provence“! Es ist ein hübscher Marktflecken unterhalb von Ruinen einer aus dem 13. Jahrhundert stammenden Burganlage.

Markt in Salernes © Siegbert Mattheis
Gasse in Salernes © Siegbert Mattheis
Handtuchhalter auf roten sechseckigen Fliesen
Die typischen roten Fußbodenfliesen "tomettes" aus Salernes © Siegbert Mattheis

Vor allem ist der 3.800 Einwohner zählende Ort jedoch berühmt wegen seiner sechseckigen roten Fliesen, den tomettes. Dank der in der Gegend reichlich vorkommenden Tonerde ist Salernes seit jeher für seine Keramiken und Fayencen bekannt. Früher beschäftigten über 50 familiären Fabriken über 1.200 Arbeiter:innen. Aber auch heute noch produzieren zahlreiche Handwerker Terrakotta und emaillierte Keramiken auf traditionelle Art.

Tipp 1: Mehr über die Geschichte der tomettes und anderer Fliesen könnt ihr im Keramikmuseum Terrarossa erfahren. Es liegt südlich des Ortskerns direkt am Ufer der Bresque.

Tipp 2: An der Bresque gibt es auch ein Fluss-Schwimmbad, La Muie, für die Provence ziemlich selten.

 

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9. Forcalquier

Das Wahrzeichen des charmanten Ortes Forcalquier in der Haute-Provence ist die neobyzantinische Zitadelle Notre-Dame-de-Provence hoch oben auf einem Plateau. Dort befand sich vor der Französischen Revolution das Schloss der mächtigen Grafen von Forcalquier. Danach wurde es jedoch bis auf wenige Reste abgetragen. Der etwas mühsame Aufstieg sollte es euch wert sein, denn der Blick von dort oben über die Region ist fantastisch! Instagrammable!

Von der Zitadelle aus bietet sich ein unglaubliches Panorama über die Stadt und die Umgebung © Siegbert Mattheis

Den Mittelpunkt von Forcalquier bildet die Place du Bourguet. Rund um diesen Platz sind alle wichtigen Bauten wie die Kathedrale versammelt. Viel mehr an Sehenswürdigkeiten bietet der Ort zwar nicht. Aber es lohnt sich, durch die schönen Gässchen mit ihren Handwerker- und Feinkostläden sowie vor allem den Kosmetika und Parfümgeschäften zu schlendern. Forcalquier kann man auch als Wiege der berühmten Kräuter der Provence bezeichnen.

Einkaufsstraße © Siegbert Mattheis
Verträumter Brunnen in einem Hinterhof © Siegbert Mattheis

Denn rund um das einzigartige Wandergebiet Plateau des Mourres mit seinen 25 Millionen Jahre alten steinernen „Köpfen“ finden sich über 2.000 Pflanzenarten, davon 1.400 essbare. Der klarste Himmel in Europa, viel Sonne und kühle Nachtwinde von den Alpen lassen hier ganz besondere Aromen entstehen. Und so war schon Ende des 17. Jahrhunderts die Kultivierung, Ernte und Verarbeitung ein prägender Wirtschaftszweig der Region. Drei Viertel der lokalen Bevölkerung arbeitete in diesem Bereich.

Steinerne Pilzköpfe
Einzigartige Landschaftsformation "Rochers des Mourres" © Apitux, Wikipedia

Seit 2018 ist im Kloster der Cordeliers aus dem 13. Jahrhundert das Artemisia Museum für die Kräutervielfalt der Provence untergebracht. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Universität der Düfte und Geschmäcker sowie der regional ansässigen Unternehmen. Hier könnt ihr u. a. eure eigenen Parfums in Parfümerie-Workshops kreieren oder einfach in die Welt der duftenden, aromatischen und medizinischen Pflanzen eintauchen.

Auch der Ursprung der Anisette-Getränke liegt in Forcalquier. Die Bewohner legten alle möglichen Heilkräuter in Alkohol. Vorwiegend nutzten sie Anis als Basis, denn schon früh war diese Pflanze für ihre reinigende und desinfizierende Wirkung bekannt. Traditionellerweise stellten sie solche Anisettegetränke an die Brunnen, um nach der Feldarbeit ein paar Tropfen davon mit Brunnenwasser vermischt zu genießen. Daraus entstand Pastis, den Paul Ricard 1932 dann als „Vrais Pastis de Marseille“ auf den Markt brachte.

Tipp: Aus den Distilleries et Domaines de Provence in Forcalquier (mit Boutique) stammt der Pastis Henri Bardouin, der unserer Meinung nach der beste Pastis ist 😉

Mehr über Pastis

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10. Roquevaire

Roquevaire ist etwa 7 km von Aubagne und knapp 30 km von Marseille entfernt. Der Ort liegt im Tal des Flusses Huveaune und erscheint auf den ersten Blick unspektakulär, aber trotzdem schön mit einer Burgruine, einem mittelalterlichen Glockenturm, der Bonaparte-Brücke aus dem 16. Jahrhundert und der ältesten merowingischen Kapelle der Provence. Aber warum aber zählen wir Roquevaire zu den geheimen Orten in der Provence?

Prächtige Häuser in Roquevaire © Siegbert Mattheis
Die größte Orgel Frankreichs © OT Roquevaire
Das Flüsschen Huveaune © Siegbert Mattheis

Weil sich das Spektakulärste in der Kirche Saint Vincent befindet: Die größte Orgel Frankreichs mit 5.000 Pfeifen von Pierre Cochereau! Sie steht in dem Ruf, eines der besten Instrumente der Welt zu sein. Daher findet in Roquevaire jedes Jahr im September das Internationale Orgelfestival statt. Wir haben auf der Orgel „Morgenstimmung“ aus Peer Gynt von Grieg hören können, es ist ein faszinierender Sound!

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11. Signes

Signes liegt in einer Talsohle im Massif de la Sainte-Baume und ist die am stärksten bewaldete Gemeinde des Départements Var. Daher ist sie u. a. ein beliebtes Ziel für Wanderer. In Signes findet ihr die dickste Platane der Provence, einen schönen kleinen Marktplatz und einer der ältesten Nougat-Manufakturen Frankreichs, der Confiserie Maison Fouquet.

Marktplatz mit der Confiserie Fouquet © Siegbert Mattheis

Paul Ricard, der Erfinder des Pastis de Marseille, hatte sich in den Ort verliebt und war in Signes einige Jahre lang Bürgermeister. Das vielleicht Charmanteste aber an dem Dorf ist, dass hier früher Cours d’amour stattfanden. Das waren literarischen Hofgesellschaften, die sich mit Fragen der Liebe auseinandersetzten und der höfischen Unterhaltung dienten. Im Ort gibt es daher einen Pfad der Liebe.

Meterdicke Platane
Eine der dicksten Platanen der Provence in Signes © Siegbert Mattheis
Cours d'Amour © Siegbert Mattheis

Signes war auch eine Hochburg des Widerstandes gegen Nazi-Besatzung während des Zweiten Weltkriegs. Nicht weit vom Ort wurden am 18. Juli und 12. August 1944 38 Widerstandskämpfer von deutschen Besatzungstruppen brutal ermordet.

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Tipps GetYourGuide*

12. Martigues

Martigues, etwa 30 km westlich von Marseille am Étang de Berre gelegen, wird in Frankreich auch gerne das “Venedig der Provence“ genannt. Das mag ein bisschen hoch gegriffen erscheinen, aber tatsächlich gibt es in der Provence keinen anderen Ort mit so vielen Brücken. Wir haben insgesamt acht gezählt, wenn man die Eisenbahnbrücke und die Autobahn mitzählt 😉

Einer der vielen kleinen Fischerhafen © Siegbert Mattheis

Nichtsdestotrotz ist die Altstadt ein beschaulicher Ort, mit vielen farbigen provençalischen Fischerhäuschen und mehreren kleinen Häfen. Und einer beeindruckenden „Kathedrale“ (so von den Einwohnern genannt) im Altstadtkern auf der Insel sowie zwei weiteren Kirchen auf beiden gegenüberliegenden Stadtteilen.

Das Innere der "Kathedrale" © Siegbert Mattheis
Gasse in Martigues © Siegbert Mattheis

Noch vor 100 Jahren war Martigues ein beschaulicher Fischerort, der von Malern wie Félix Ziem und Jean-Baptiste Camille Corot wegen seiner Ursprünglichkeit, den schönen Motiven und guten Lichtverhältnissen geschätzt wurde. Im Gefolge der Künstler galt Martigues bald als beliebte Sommerfrische.

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Wir wünschen euch viel Spaß beim Entdecken dieser „geheimen Orte“!

Siegbert Mattheis

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