Roussillon, eines der schönsten Dörfer der Provence mit seinen faszinierenden Ockerbrüchen

Roussillon, dieses Dorf kann man nun wirklich als malerisch bezeichnen. Nicht nur, weil es als eines der schönsten Dörfer Frankreich gilt, als „plus beaux villages de France“, sondern weil die ockerfarbenen Steinbrüche sowohl das Dorf verschönern als auch über Jahrhunderte hinweg die Farben für die Malerei lieferten.

Nachfolgend auch ein paar Tipps zur Anfahrt, Parkmöglichkeiten, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen zu den Ockerbrüchen.

Egal aus welcher Richtung man sich Roussillon in der Nähe von Apt nähert, der Boden verfärbt sich mehr und mehr bis er zum Schluss diese für die Gegend typische tief orange-rote Farbe annimmt. Und schließlich steht man fasziniert vor den riesigen Ockerfelsen.

Schon bei der Anfahrt färben sich Boden und Felsen in Ockertönen
Schon bei der Anfahrt färben sich Boden und Felsen in Ockertönen © Siegbert Mattheis
Das Dorf Roussillon im Januar
Malerisches Roussillon im Januar © Siegbert Mattheis

Roussillon, eines der schönsten Dörfer der Provence

Roussillon liegt inmitten des Naturparks Luberon und war zu Zeiten der Römer, die dem Ort auch den Namen vicus russulus (rotes Dorf) gaben, bis in die 1930er Jahre das Zentrum des Abbaus von Ockerfarben. Möglich machte dies der eisenhaltige Bodens, der unterschiedlichste Töne von hellem Weißgelb bis tiefem Rostrot hervorbrachte.

Dementsprechend farbenfroh ist auch der Ort selbst mit seinen verwinkelten, steilen Gassen und Gebäuden. Zahlreiche kleine Läden, Cafés und Restaurants laden zu einem Besuch ein. Ganz oben befindet sich auch eine kleine Aussichtsplattform mit einem herrlichen Panoramablick über die Ockerbrüche und den Luberon.

Alle Häuser erstrahlen in den unterschiedlichsten Ockertönen
Alle Häuser erstrahlen in den unterschiedlichsten Ockertönen © Siegbert Mattheis

Roussillon, eines der schönsten Dörfer der Provence

Roussillon liegt inmitten des Naturparks Luberon und war zu Zeiten der Römer, die dem Ort auch den Namen vicus russulus (rotes Dorf) gaben, bis in die 1930er Jahre das Zentrum des Abbaus von Ockerfarben. Möglich machte dies der eisenhaltige Bodens, der unterschiedlichste Töne von hellem Weißgelb bis tiefem Rostrot hervorbrachte.

Dementsprechend farbenfroh ist auch der Ort selbst mit seinen verwinkelten, steilen Gassen und Gebäuden. Zahlreiche kleine Läden, Cafés und Restaurants laden zu einem Besuch ein. Ganz oben befindet sich auch eine kleine Aussichtsplattform mit einem herrlichen Panoramablick über die Ockerbrüche und den Luberon.

Haus aus orangerotem Naturstein in Roussillon
Haus aus orangerotem Naturstein © Siegbert Mattheis
In tiefes Ockerrot getauchte schmale Gassen in Roussillon
In tiefes Ockerrot getauchte schmale Gassen in Roussillon © Siegbert Mattheis

Wissenswertes über Ocker in einer ehemaligen Ockerfabrik

In einer ehemaligen Ockerfabrik von Roussillon ist das „Conservatoire des Ocre – Usine Mathieu“ untergebracht. Alles Wissenswerte über die Gewinnung, Verarbeitung und Verwendung des Ockers ist dort zu erfahren. Wer will, kann gleich daneben, im „Herzen der Farbe“, auch die alten Techniken und Verfahren des Färbens in Kursen erlernen.

In dem angegliederten Laden gibt es sehr hochwertige Farbpigmente in verschiedenen Verarbeitungsformen zu kaufen. Wer möchte da nicht direkt vor Ort kreativ tätig werden! Malerische Motive gibt es zudem reichlich. In den kleinen Bergdörfern in unmittelbarer Nachbarschaft, wie Gordes, Bonnieux, Lacoste, Oppède und Ménerbes haben sich nicht ohne Grund Künstler angesiedelt, um sich vom Licht der Provence inspirieren zu lassen.

Eine gute Idee ist es, diese Pigmente auch mit nach Hause zu nehmen, um damit seine eigenen vier Wände zu verschönern und somit immer ein Stück Provence in seiner Nähe zu haben. Was einige vielleicht nicht wissen: Diese Pigmente eignen sich hervorragend für Innen- wie auch für Außenarbeiten, da der natürliche Farbstoff vollkommen giftfrei ist und eine unvergleichliche Leuchtkraft und Haltbarkeit besitzt.

Malerisches Roussillon
Malerisches Roussillon © Siegbert Mattheis
Ockerfelsen in Roussillon
Ockerfelsen in Roussillon © Siegbert Mattheis

Ocker wurde schon von den Römern abgebaut

Die Ockervorkommen wurden schon in der Römerzeit genutzt, später jedoch vergessen und erst 1780 wiederentdeckt. Von da an war Roussillon der bekannteste Abbauort für Ockerfarben. Für seine besonders gute Qualität war der Goldocker mit seinem auserlesenen Farbton berühmt, dem typischen Barockgelb. Erst 1930, mit dem Aufkommen der chemischen Farberzeugung, wurden die Ockerminen aufgegeben.

Ein eindrucksvolles, ebenfalls aufgegebenes Abbaugebiet liegt etwa 20 km östlich von Roussillon im Colorado bei Bouvène, südlich von Rustrel.

Was ist Ocker?

Ocker ist eine Mischung aus weißem Ton: Kaolinit, Hydroxid und gefärbtem Eisenoxid. Der ockerfarbene Farbton stammt aus eisenhaltigem Sand, der vor mehr als hundert Millionen Jahren im Meer abgelagert wurde. Tektonische Bewegungen holten diesen Sand aus dem Wasser. Anschließend bewirkte das tropisch-warme Klima eine chemische Veränderung. Kaolinit entwickelte sich, Eisen oxidierte und es entstanden rote oder gelbe Farben.

Ockerklippen
Direkt hinter den Ockerklippen am Ort beginnt der Ockerpfad © Siegbert Mattheis

Anfahrt nach Roussillon

Von Lyon aus kommend nehmen Sie die Ausfahrt 24 Avignon Sud, von da aus ist es etwa eine halbe Stunde Fahrt durch eine herrliche Landschaft am wunderschönen Ort Gordes vorbei.

Parkplatz Sentier des Ocres:

Er liegt am südlichen Ende des Dorfes, direkt am Ocker-Lehrpfad, dem Sentier des Ocres, Sie können ihn nicht verfehlen.

Beeindruckende Formationen auf dem Ocker-Lehrpfad
Beeindruckende Formationen auf dem Ocker-Lehrpfad © CChillio
Ehemalige Ockerbrüche
Ehemalige Ockerbrüche © M. Raynaud

Der Ocker-Lehrpfad

Dieser Weg wurde in den alten Steinbrüchen unter freiem Himmel mit ihren „Blut und Gold“-Klippen angelegt. Der Besuch dauert etwa 30 bis 60 Minuten, je nach gewählter Route. Viele Erklärungstafeln informieren über die Entstehung und den Abbau in diesen berühmten Ockersteinbrüchen.

Öffnungszeiten des Ocker-Lehrpfads Sentier des ocres:

Täglich geöffnet, außer zwischen Anfang Januar und Anfang Februar

Februar:
11 bis 15.30 Uhr

März:
10 bis 17 Uhr

April:
9:30 bis 17:30 Uhr

Mai:
9:30 bis 18:30 Uhr

Juni:
9:30 bis 18:30 Uhr

Juli und August:
9 bis 19:30 Uhr

September:
9:30 bis 18:30 Uhr

Oktober:
9:30 bis 17:30 Uhr

1. bis 14. November:
10 bis 16:30 Uhr

15. November bis 5. Januar:
11 bis 15:30 Uhr

(Außergewöhnliche Schließungen an den Feiertagen)

Eintrittspreise Ocker-Lehrpfad:

3 Euro für Erwachsene,
kostenlos für Kinder unter 10 Jahren sowie für Behinderte

Aktualisierte Infos finden Sie unter provenceguide.com

Siegbert Mattheis / Esther Mann

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