Spanische Jarapa-Flickenteppiche einmal selbst weben

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Möchten Sie mal einen Tag in Spanien eine Jarapa selbst weben? Jarapas sind im gesamten Mittelmeerraum, insbesondere aber in den spanischen Autonomen Regionen Andalusien und Murcia weit verbreitet.

Dabei handelt es sich um grob gewebte Flickenteppiche, Decken, Tagesdecken oder Vorhänge. Ursprünglich wurden die Jarapas auf familiären Handwebstühlen aus bunten Wollresten, alten Lumpen oder Lappen hergestellt. Im Laufe der Zeit wurde ihre Herstellung immer stärker der Mechanisierung unterworfen, wodurch auch Kunstfasern mit verarbeitet wurden.

Großaufnahme bunter Jarapas
Jarapas, die spanischen Flickenteppiche © Turismo de Andalucía
Viele Flickenteppiche hängen über einer weißen Mauer
Typische Jarapas zum Verkauf in Bubión © turgranada.es

Wie werden Jarapas hergestellt?

Für die Herstellung der Jarapas werden zunächst aus Stoffresten, die bei der Textilproduktion anfallen,„tiras“ (Sreifen) hergestellt. Aus ihnen wiederum werden Garnknäuel für die „Churros“ gefertigt, eine Art Spezialstrang, der in das Webschiffchen des Webstuhls eingelegt wird, damit der Streifen gewebt werden kann.

Nach dem Webvorgang werden die Jarapas für die spätere Verwendung abgeschnitten, an den Seiten zusammengenäht oder mit Knoten versehen. Trotz neuer Designs und Herstellungstechniken sind die traditionellen Jarapas mit breiten, farbenfrohen Streifen am beliebtesten, nicht nur bei Touristen.

Während die Jarapas früher dazu diente, die Matratzen vor der Reibung der Federn alter Bettgestelle zu schützen, stellt sie heute ein Schmuckstück mit einem gewissen ethnologischen Wert dar. Nachdem sie 1960 fast verschwunden waren, organisierte das spanische Arbeitsministerium nur drei Jahre später schon Lehrlingskurse, aus denen neue Handwerker hervorgingen.

Lächelnde Frau an Webstuhl
Hier können Sie ihre eigene Jarada weben © Turismo de Andalucia

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Jarapa Alpujarreña

Eines der wichtigsten Zentren für die Herstellung von Jarapas, die noch auf der Tradition der hölzernen und niedrig gespannten maurischen Webstühle beruhen, liegt in der Gebirgsregion der Alpujarras. In Bubión, südöstlich von Granada an den Hängen der Sierra Nevada gelegen, ist die Hilacar-Jarapas-Weberei zu finden, die in dieser Region noch einzige erhaltene handwerkliche Jarapas-Werkstatt in La Alpujarra.

Jarapa-Handwebkurse

Mit dem Kurs „Kunsthandwerker für einen Tag“ bietet der Handwerksbetrieb eine Einführung in die Jarapa-Handweberei an. Nach dem Kurs sind die Teilnehmer in der Lage, eine Jarapa mit ihren eigenen Farben und in ihrem Design zu weben.

Es werden Web- und Gobelin-Kurse angeboten, wobei verschiedene Techniken und Sticharten erlernt werden. Die Kurse finden im Winter in der Werkstatt statt; im Sommer auf der betriebseigenen Terrasse mit wunderbaren Blick auf den Barranco de Poqueira.

weißes Dorf an einem steilen Hang
Bubión an den Hängen der Sierra Nevada © Turismo de Andalucía

Eins der schönsten Dörfer Spaniens

Bubión, das vor kurzem zum „schönsten Dorf Spaniens“ erklärt wurde, ist auch das erste Dorf Andalusiens, das von der Bewegung „Slow City“ international anerkannt wurde. Eine Jarapa zu weben, dem Gesang der Vögel zu lauschen und eine unglaubliche Aussicht zu genießen, ist sicher ein unvergessliches Erlebnis.

Die zweistündigen Kurse in La Alpujarra finden jeden Tag vormittags statt und sollten mindestens 2 Tage im Voraus gebucht werden. Der Preis für das Weben einer Jarapa beträgt 32 €, eines Wandteppichs 27 €.

Jarapa HIlacar
info@jarapahilacar.com
Tel. 0034-658 106 576
Calle Carretera 29
18412 Bubión (Granada, Spanien)

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