Ostern in Katalonien

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Ostern in Katalonien wird auf den ersten Blick nicht viel unterschiedlicher gefeiert als in anderen christlich geprägten Ländern. Aber es gibt einige ganz besonders landestypische Bräuche, z.B. der „Gaumenschmaus“ La Mona …

Wie überall in den katholischen Ländern werden Prozessionen zu Ehren der Jungfrau Maria oder anderen Ortsheiligen abgehalten. Zu Ostern wird in Katalonien die überdimensionale Statue der Heiligen jedoch zumeist von Mitgliedern religiöser Bruderschaften, den Cofradíes, getragen. Einige Mönche, insbesondere die Nazarets, tragen ein dunkles Büßergewand mit spitz zulaufenden Kapuzen. Schwarz gekleidete, barfüßige Frauen schleppen schwere Ketten hinter sich her. Manchmal ertönt ein Klagegeschrei, auch aus den Zuschauerreihen.

Prozession der religiösen Bruderschaften © Luis Fernández García, Wikkipedia
Capuchones vor der Kathedrale in Valladolid © Luis Fernández García, Wikipedia

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Geldgeschenke und Caramelles

Weitaus fröhlicher sind zu Ostern die Gesichter vieler Kinder, denn sie erhalten Geschenke von ihren Patenonkeln und -tanten, heutzutage meist in Form von Geld.

Caramelles sind typische populäre, meist religiöse Lieder, die von Kinder- oder Erwachsenengruppen am Ostersonntag in den Straßen gesungen werden. Sie können aber auch den profanen Alltag mit seinen Sorgen und Nöten zum Thema haben. Caramelles haben eine lange Tradition, die vermutlich schon im XVI. Jahrhundert begann, allerdings erst im Jahre 1776 offiziell in Barcelona dokumentiert wurden.

das Bild zeigt Caramelles Sänger mit roten Barretten
Caramelles Sänger, Ostern in Katalonien © Joan sense nick, Wikipedia
das Bild zeigt einen la Mona Kuchen mit schokoladeneiern
"La Mona", reich mit süßen Sachen verziert © nito, Fotolia

La Mona, der Gaumenschmaus zu Ostern

Das kulinarische Highlight zu Ostern ist für viele Katalanen jedoch La Mona, die katalanische Form des Osterkuchens, den die Patenkinder am Ostermontag von ihren Paten bekommen. Der Ostermontag wird in Katalonien auch „El dia de la Mona“ genannt. Mona stammt vom arabischen „munna“ ab und bedeutet so viel wie „Gaumenschmaus“.

Und das ist La Mona in der Tat. War es früher noch ein eher einfacher Brot- oder Biskuitkuchen mit Marmeladenfüllung und eingebackenen, gekochten Eiern obendrauf, darf heute alles in und auf die Torte, was bunt, süß oder aus Schokolade ist. Vor allem Schokoeier und Schokohasen und andere Figuren, aber auch alles andere, was irgendwie fröhlich und bunt aussieht, sogar bunte Federn, denn es soll ja auch ein Augenschmaus sein.

das Bild zeigt einen Brotkuchen mit Eiern
"La Mona" in einer etwas nüchternen Art © Hemeroskopion, Fotolia

Wieso essen wir an Ostern Eier?

Warum man zu Ostern insbesondere Eier verzehrt, ist tatsächlich noch nicht hinreichend geklärt. Zumeist steht das Ei als Ursprung des Lebens für die Wiederauferstehung Christi. Ein weitaus wahrscheinlicherer Grund für Eier an Ostern ist aber wohl, dass Eier als nahrhafte Quelle von tierischem Eiweiss einfach zu bekommen und zuzubereiten sind. Mit den steigenden Temperaturen im Frühling legt auch die Legefreudigkeit der Hennen zu. Lange Zeit war jedoch auch der Verzehr nicht nur von Fleisch, sondern auch von Eiern in der Fastenzeit von der Kirche verboten. So nimmt es nicht wunder, dass zum Fastenbrechen zu Ostern vermehrt Eier auf den Tisch kamen und zum Symbol für Ostern wurden.

Siegbert Mattheis

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