Montpellier, die 17 wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Tipps, Anreise

Montpellier ist eine junge Stadt. Nicht nur, weil sie erst 986 urkundlich erwähnt wurde, sondern auch, weil etwa jeder vierte Einwohner Student ist.

Montpellier besitzt einer der ältesten medizinischen Fakultäten der Welt und ist darüber hinaus auch die französische Hauptstadt der Geigenbauer, die Stadt des Tanzes und auch die der Toleranz, mit der zweitgrößten Gay-Community in Frankreich. Die Stadt kann auf keine antike römische Geschichte wie etwa Nîmes zurückgreifen, bietet aber dennoch eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, vom Mittelalter bis zur Moderne. Hier haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Montpellier für Sie aufgelistet, unterteilt in historische und moderne Sehenswürdigkeiten:

Place de la Comédie
Place de la Comédie, das Herz von Montpellier © Siegbert Mattheis

Historische Sehenswürdigkeiten in Montpellier:

1. La Place de la Comédie

Dieser große ovale Platz ist das Herz der Stadt. Deswegen wird er von den Bewohnern auch gern l’œuf (dt. das Ei) genannt. Jeder Montpelliérain (so nennen sich die Bewohner von Montpellier selbst) durchquert mindestens einmal pro Tag diesen Platz. Der Platz mit der Oper aus dem Jahr 1888, dem Brunnen mit den drei Grazien, den prächtigen klassizistischen Großbauten neben typisch südfranzösischen Stadthäusern ist perfekt für einen gemütlichen Imbiss und anschließendem Café Gourmand geeignet, bei dem Sie dem Treiben gelassen zusehen können. Von hier aus starten Sie am besten Ihre Tour durch das mittelalterliche Straßenlabyrinth der Altstadt Écusson (Wappenschild). Den Namen hat sie von ihrer Form.

Der Place de la Comedie abends
Der Place de la Comédie abends © OT Montpellier, Marc Ginot
Die drei Grazien auf dem Place de la Comédie © Siegbert Mattheis
Die drei Grazien auf dem Place de la Comédie © Siegbert Mattheis
Grand Hotel du Midi am Place de la Comédie © Siegbert Mattheis
Grand Hotel du Midi am Place de la Comédie © Siegbert Mattheis
Die Oper am Place de la Comédie
Die Oper am Place de la Comédie © Siegbert Mattheis
Das opulente Innere der Oper von 1888 © OT Montpellier
Das opulente Innere der Oper von 1888 © OT Montpellier

2. Das Geigenbauerviertel Carreé Sainte Anne und das Handwerkerviertel Saint-Roch

Rund um die Kirche St. Anne aus dem 18. Jh., die heute für wechselnde Ausstellungen bei freiem Eintritt genutzt wird, befindet sich das Viertel der Geigenbauer. Neben dem italienischen Crémone ist es das größte Zentrum des Geigenbaus weltweit. Inzwischen gibt es über 25 Werkstätten, die Kunden aus aller Welt beliefern. Für die Qualität der Geigen und Violinen spricht, dass die Einstiegspreise bei etwa 17.000 Euro liegen – und auch weit darüberliegend bezahlt werden.

Abends füllt sich die Gegend mit Studenten, die in den vielen Bistros im Viertel über ihre Studienfächer fachsimpeln oder sich einfach nur verliebt in die Augen sehen.

Im gleich angrenzenden Viertel Saint-Roch zeigen Handwerker in ihren Werkstätten und Boutiquen ihre Kreationen, die auf überliefertem Wissen und Können basieren: Stylisten, Schmuckhändler und Juweliere, Pelzhändler, Keramiker, Glasmacher, Porzellanhersteller uvm.

Alte Droguerie im mittelalterlichen Viertel
Alte Drogerie im mittelalterlichen Viertel © Siegbert Mattheis
Abendmusik auf der Place du Petit Scel
Musikständchen auf der Place du Petit Scel © Siegbert Mattheis
Abendstimmung im Carreé St. Anne vor der Kirche © Siegbert Mattheis
Abendstimmung im Carreé St. Anne vor der Kirche © Siegbert Mattheis
Studentisches Leben abends in den Gassen von Montpellier © Siegbert Mattheis
Studentisches Leben abends in den Gassen von Montpellier © Siegbert Mattheis

3. Die Kathedrale Saint-Pierre

Die gotische Kathedrale wurde nach dem Willen Papst Urbans V. Ende des 14. Jahrhunderts erbaut und ist die größte in der Region Languedoc-Roussillon. Auch die Glocke ist mit etwa 4 Tonnen Gewicht und einem Durchmesser von 1,70 Metern die größte der Region und wurde 1778 eingeweiht. Dem Portal der Kathedrale ist ein ungewöhnlich aussehender badachinartiger Bau vorgelagert, der mit mit zwei kleinen runden Türmen abschließt.

Kathedrale St. Pierre an der medizinischen Fakultät © OT Montpellier, F Binder
Kathedrale St. Pierre an der medizinischen Fakultät © OT Montpellier, F Binder

4. Medizinische Fakultät

Gleich neben der Kathedrale, eingegliedert in deren Bau, liegt die medizinische Fakultät, gegründet 1220. Aber schon ab 1137 gab es in Montpellier medizinische Schulen und 1180 erlaubte Wilhelm VIII. der damalige Herrscher von Montpellier, dass jedermann frei Medizin praktizieren und darin unterrichtet werden dürfe.

Die medizinische Fakultät gilt als eine der ältesten, noch lebendigen Europas und kann berühmte Absolventen wie François Rabelais und Nostradamus nachweisen. Sie verdankt ihren guten Ruf nicht zuletzt diesem von Anfang an geltenden Erlaubnis des Zugangs für alle Schichten und Religionen, ob Juden, Moslems oder Christen.

5. Mikve-Bad

Das Mikve-Bad in Montpellier ist eines der letzen jüdischen Mikve-Bäder aus dem Mittelalter in Europa. Eine Mikwe ist ein Tauchbad, dessen Wasser nicht der Hygiene, sondern der Reinigung von ritueller Unreinheit durch rituelles Untertauchen dient. Sie muss sieben Stufen haben, die hinab ins Wasser führen, sowie ein Mindestfassungsvermögen von etwas mehr als 500 Litern. Das Wasser muss „lebendiges Wasser“ sein, daher liegen sie meist unter der Erde auf der Höhe des lokalen Grundwasser­spiegels.
Die Mikve ist nur bei Führungen des Tourismusbüros zu besichtigen.

6. Der Triumphbogen Porte du Peyrou

Der Triumphbogen liegt am Ende der Rue Foch gleich neben dem Justizpalast.
1691 wurde er im dorischen Stil nach Plänen von François Dorbay errichtet, der sich an der Pariser Porte Saint-Martin orientierte. Später wurde er zu Ehren Ludwigs XIV. erweitert. Über der Durchfahrt prangt das Wappen der Bourbonen, der einstigen Könige von Frankreich.

Früher lag hinter dem Tor eine Zugbrücke zur Überquerung des Stadtgrabens. Heute befindet sich hier eine moderne Straßenbrücke. Der Verlauf des ehemaligen Stadtgrabens ist noch durch eine Unterführung zu erkennen. Der Name peyrou stammt übrigens aus dem Okzitanischen und bedeutet so viel steinig.

Der Triumphbogen Porte du Peyrou in der Abendsonne
Der Triumphbogen Porte du Peyrou in der Abendsonne, die Straße unten war einst der Stadtgraben © Siegbert Mattheis

7. Die Promenade du Peyrou

Gegenüber des Triumphbogens bietet die Promenade einen Ausblick auf die umliegenden Stadtviertel und das beeindruckende Aquädukt Sainte Clément. In der Mitte des Platzes befindet sich eine Statue Ludwig XIV, die hier nach seinem Tod 1715 aufgestellt wurde.

Jeden Sonntag vormittag von von 7:30 bis 14 Uhr findet hier auf der Place du Peyrou der Antiquitätenhandel und Trödelmarkt statt, mit wundervollen Brocante-Stücken, Büchern, alten Dekowaren oder Geschirr. Schöne Momente, die Sie ein wenig in das France d’autrefois zurückbringen werden. Das sollten Sie nicht verpassen.

Den zweiten großen Flohmarkt befindet sich an der Esplanade Charles de Gaulle, über die Sie im Schatten der Platanen schlendern können. Hier findet der Antiquitätenmarkt jeden Samstag statt.

Chateau d'Eau, das Wasserschloss in Montpellie
Chateau d'Eau, das Wasserschloss in Montpellier © Fotolia, mbonaparte

8. Der Aquädukt Sainte Clément

Im 17. Jahrhundert entstanden, erstreckt sich diese monumentale Wasserleitung über eine Länge von 800 m durch das Stadtviertel Les Arceaux. Das Aquädukt führte von der 14 Kilometer entfernten Quelle bei St. Clément in die Stadt und füllte das dort gelegene Wasserreservoir Chateau d’Eau mit seinen beiden 22 Meter hohen Arkaden nahe des Triumphbogens. Von dort aus wurden die Springbrunnen und öffentlichen Wasserentnahmestellen befüllt.

Der Aquaedukt mit einem weiten Blick über die Stadt
Der Aquaedukt mit einem weiten Blick über die Stadt © Siegbert Mattheis
Der Aquädukt Sainte Clément © OT Montpellier
Der Aquädukt ist auch ein beliebter Treffpunkt © OT Montpellier

9. Tour de la Babote

Der ehemalige Stadtturm ist heute Sitz der astronomischen Gesellschaft. Denn schon im 18. Jahrhundert diente der Turm als astronomisches Observatorium. Im Dezember 1783 experimentierte der Physiker Louis-Sébastien Lenormand mit einem Fallschirm, an dem verschiedene Tieren und Gewichte befestigt waren, und warf sie von der Spitze des Turms herab. In der staunenden Menge war auch Joseph Montgolfier, der wenige Monate zuvor den Heißluftballon erfunden hatte.

Tour de la Babote, ein Teil der alten Stadtbefestigung © Wikipedia

10. Der Botanische Garten

Der Jardin des plantes ist der erste und somit älteste Botanische Garten Frankreichs. Er wurde schon im Jahr 1593 unter Heinrich IV. ursprünglich aus medizinischen Gründen angelegt, um bestimmte Pflanzen zu kultivieren. Heute beherbergt er mehr als 2000 Pflanzenarten, von Zypressenalleen über 36 Palmenspezies bis hin zu einem Bambuswald. Die „Folies Montpelliéraines“ sind wundervolle Hoch-Gärten.
Hier verabreden sich auch gern Verliebte auf ein Rendez-Vous, denn der Garten ist eine wahre Oase der Ruhe und der Romantik.

Botanischer Garten © Wikipedia

11. Musée Fabre

Das 1828 vom Maler François-Xavier Fabre gegründete Museum ist mit einer Kunstschule verbunden. Das Museum besitzt eine der bedeutendsten öffentlichen Gemäldesammlungen Frankreichs. Seit 2007 verbindet das Museum Fabre nach vier Umbaujahren historische und moderne Architektur. Am Eingang symbolisiert „La Portée“ von Daniel Buren, ein Mosaik aus Marmor und Granit mit einem schwarz-weiß-gestreiftem Band, die Renaissance des Museums und seine Rolle in der zeitgenössischen Kunst.

Musée Farbre © Wikipedia

12. Tierparks

Ein Besuch in einem der Tierparks der Region ist auch eine Gelegenheit, mit der Familie durch die Natur zu streifen. Im Zoologischen Garten von Montpellier (Eintritt frei!) kann man Giraffen beobachten, Tukane im Amazonas-Haus, und im Aquarium Mare Nostrum oder im Seaquarium sogar Haifische! Auch ein Hochseilgarten und ein Riesenlabyrinth finden sich im Zoo du Lunaret.
Am Rande der Stadt liegend, taucht man bei seinem Besuch in ganz verschiedene Welten ein: Angelegt wie die wilde Garrigue, die über die zahlreichen Hügel hinter dem nahe liegenden Mittelmeer verbreitet ist, und als Wohnort für mehr als 122 Tierspezies aus allen Teilen der Welt dienend. Eine Reise in den tropischen Urwald können Sie dank des serre amazonienne (Tropenhaus) ebenfalls machen.

Moderne Sehenswürdigkeiten in Montpellier

13. Stadtviertel Antigone

Die Moderne hielt wie in vielen südfranzösischen Städten erst in den 1980er Jahren Einzug, hier mit dem ambitionierten Bau des Stadtviertels Antigone, gar nicht so weit vom Place de la Comédie entfernt.

Hier wurden 1984 östlich des Stadtzentrums mehrere großen Monumentalbauten des katalanischen Architekten Ricardo Bofill im neoklassizistischen Stil gebaut.

Um dorthin zu gelangen, sollten Sie sich zunächst auf den Place Paul Bec hinter dem Polygone begeben, und durch die „Türen“ von Antigone laufen. Immer gerade aus weiter, über die verschiedenen Plätze, umgeben von den neoklassizistischen Bauten und Kopien griechisch-römischer Statuen, werden Sie schließlich bei der Esplanade de l’Europe angelangen. Vor Ihnen, auf der anderen Seite des Flusses Lez, liegt das auch von Ricardo Bofill entworfene Hôtel de la Région. Sowohl tagsüber als auch abends hat dieses Viertel seinen eigenen Charme, schattig und imponierend, wenn die Sonne scheint – verzaubert, wenn all die Lichter der Nacht brennen. Auch Restaurants und Bars gibt es hier genügend – in denen Sie sicherlich einige Studenten antreffen werden.

Viertel Antigone © Leonid Andronov, Fotolia
Viertel Antigone © Leonid Andronov, Fotolia

14. Das neue Rathaus von Montpellier

Ein immenser blauer Würfel wurde von den Architekten Jean Nouvel und François Fontès entworfen – dort, wo der alte Stadtkern und die neuen Hafenviertel zusammentreffen. In östlicher Richtung verlängern neue Stadtviertel das Stadtzentrum und kennzeichnen das Entstehen des ersten Städteprojekts des 20. Jahrhunderts am Ufer des Lez. Jean Nouvel, Zaha Hadid, Christian Lacroix – sie und andere große Namen stehen für Design und moderne Architektur, u.a. auch im Stadtviertel Odysseum, das mit seinem in Südeuropa einmaligen Freizeitpark lockt.

Montpellier Sehenswuerdigkeiten das neue Rathaus
Das neue Rathaus, entworfen von Jean Nouvel und François Fontès © Ville de Montpellier

15. Vier Designer-Straßenbahn-Linien

Vielleicht wundern Sie sich etwas über die bunt bemalten Straßenbahnen, aber In Montpellier gehören auch sie zum modernen Design der Stadt. Diese Designer-Straßenbahnen bilden einen Bezug zu den vier Elementen (Linie 1 mit weißen Schwalben auf blauem Grund für die Luft, Linie 2 mit Blumen für die Erde, Linie 3 mit dem dekorativen Meeresgrund für das Wasser und die Linie 4 mit dem Sonnenkönig für das Feuer). Die Linien drei und vier tragen die Signatur Christian Lacroix und wurden am 6. April 2012 eingeweiht.

Montpellier Sehenswuerdigkeiten Designer-Tram-L3
Eine der vier Designer-Trams © Montpellier Agglomération

16. RBC Design Center

Ein globales Konzept mit einem von Jean Nouvel „nach Maß“ entworfenen Gebäude, das sich zum Zentrum des neuen Montpellier hin öffnet, um Architekten, Innendekorateure und Liebhaber der Handwerkskunst und der schönen Gegenstände zu inspirieren. An diesem einzigartigen Ort ist Design in jeder Form vertreten.

Vom Universum der Kinder bis hin zu Outdoor-Aktivitäten lädt es ein, sein Umfeld tagtäglich neu zu träumen, die besten Werke und Magazine zum Thema Kreation zu lesen, thematische Ausstellungen zu entdecken und die Avantgardistischen Strömungen auf seine Weise zu verarbeiten. Ein pluralistischer Ort, wo man im Restaurant MIA by Pascal Sanchez eine erfindungsreiche Gastronomie verkosten und lernen kann, Interiors und Exteriors effizient und poetisch auszuleuchten und in Szene zu setzen.

RBC Designcenter © OT Montpellier
RBC Designcenter © OT Montpellier

17. Odysseum, das Freizeit-Center für Groß und Klein

Das Odysseum, 15 Min mit der Straßenbahn von der Altstadt entfernt, ist ein einzigartiges Konzept für Freizeit und Handel unter freiem Himmel am Mittelmeer. Mit 100 Marken-Boutiquen, Themen-Restaurants und einem umfassenden Freizeit-Angebot (Eiskunstbahn Vegapolis, Kino Gaumont Multiplexe, Aquarium Mare Nostrum, Bowling-Karting, Kletterwand Altissimo, Sternwarte Galilée), ist das Odysseum ein spannender Ort für einen kompletten Tag mit der Familie.

Das Odysseum, ein Freizeitpark
Das Odysseum, ein Freizeitpark © Montpellier Agglomeration

Anreise mit dem Zug

Montpellier hat Anschluss an den TGV, der von Paris etwa 3,5 Std. braucht. Der Bahnhof Montpellier-Saint-Roch ist direkt im Zentrum, nur 6 Gehminuten von der Place de la Comédie entfernt.

Anreise mit dem Auto

Das Zentrum ist Fußgängerzone, und die Parkhäuser in der Umgebung sind relativ teuer. Parken kann man gut in den Vierteln am Rand der Stadt, entweder bei der Université Paul Valéry – Zoo du Lunaret, oder auf der anderen Seite der Stadt, beim Shoppingzenter und Vergnügungsviertel Odysseum. Um in die Innenstadt zu gelangen, nimmt man dann die Tramlinie 1 Richtung Odysseum (von Zoo du Lunaret aus) oder Richtung Mosson (von Odysseum aus etwa 20 Minuten).

Anreise mit dem Flugzeug

Der Flughafen Montpellier Méditerranée liegt nur etwa 12 Kilometer (oder 20 Min. mit dem Mietwagen) vom Zentrum entfernt.

Mehr Infos erhalten Sie auf auch den Seiten des Tourismusbüros von Montpellier

Siegbert Mattheis

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