Narbonne Sehenswürdigkeiten und Tipps

Die Universitätsstadt Narbonne mit römischen Wurzeln ist ein von Touristen eher selten besuchter Ort. Zu Unrecht, denn die Stadt hat einiges an interessanten Sehenswürdigkeiten zu bieten, mit einer entspannten und beschaulichen Atmosphäre.

Das Gute daran ist, dass die Sehenswürdigkeiten von Narbonne nahe beieinander liegen und Sie sie alle gut zu Fuß erkunden können.

Die Kathedrale von Narbonne © Benh LIEU SONG, Wikipedia
Die beeindruckende Kathedrale von Narbonne © Benh LIEU SONG, Wikipedia

1. Die Kathedrale von Narbonne

Das Beeindruckendste in Narbonne ist die einzigartige und auch etwas kuriose Kathedrale, die Cathédrale Saint-Just-et-Saint-Pasteur de Narbonne. Einzigartig daher, dass sie 1272 begonnen, aber aus Geldmangel nie fertiggebaut wurde und es sich somit um eine Bauruine handelt, allerdings um eine der besonderen Art. Lediglich der Altarraum wurde fertiggestellt und wird heute als Kirchenraum genutzt. Aber die Dimensionen der Ruine sind gewaltig. Mit einer Chorscheitelhöhe von 41 Metern ist sie eine der höchsten Kathedralen Frankreichs. Kurios ist, dass heute ein Teil der Kathedrale, wenn auch nicht ganz offiziell, als Parkplatz dient (unser Tipp 😉 Haben Sie Ihr Auto, Motorrad oder Fahrrad schon einmal in einer Kathedrale geparkt?

Die Kathedrale © Siegbert Mattheis
Die Kathedrale © Siegbert Mattheis
Der genutzte Teil der Kathedrale mit gigantischer Orgel © Siegbert Mattheis
Der genutzte Teil der Kathedrale mit gigantischer Orgel © Siegbert Mattheis
Parkplatz mitten in der Kathedrale © Siegbert Mattheis
Parkplatz mitten in der Kathedrale © Siegbert Mattheis

2. Via Domitia

Auf dem Rathausplatz sind in der Mitte noch die Reste der einstigen Römerstraße Via Domitia, zu sehen, die Italien mit Spanien verband. In Narbonne kreuzte sich die Via Domitia mit der Via Aquitania, die über Toulouse und Bordeaux zum Atlantischen Ozean führte. Narbonne war zur Römerzeit die erste Kolonie außerhalb von Italien.

Reste der Via Domitia auf dem Rathausplatz © Siegbert Mattheis
Reste der Via Domitia auf dem Rathausplatz in Narbonne © Siegbert Mattheis

3. Bischofspalast und das angrenzende Archäologische Museum

Gleich gegenüber auf dem Platz erhebt sich der beeindruckende Turm der großen Treppe des ehemaligen Erzbischofspalastes, des Palais des Archevêques. Dieser besteht aus dem Palais Vieux mit romanischem Ursprung und dem Palais Neuf im gotischen Stil. Seine Fassade weist drei quadratische Türme aus dem dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert auf. Seit dem 19. Jahrhundert beherbergt es das Rathaus, das Kunst- und Geschichtsmuseum und das Archäologische Museum.

Der Turm der großen Treppe im Bischofspalast © Siegbert Mattheis
Der Turm der großen Treppe im Bischofspalast © Siegbert Mattheis
Der Bischofspalast © Siegbert Mattheis
Der Bischofspalast © Siegbert Mattheis

4. Die Markthalle von Narbonne

In dieser wunderschönen und beeindruckenden Markthalle von 1901 mit Jugendstil-Elementen im Stil des Architekten Baltard, finden Sie alle Geschmäcker des Südens, insbesondere natürlich okzitanische Spezialitäten. Tipp: Vor allem die Tielle Sétoise sollten Sie probieren, ein kleines Törtchen aus Teig mit Olivenöl, pikant gefüllt mit Tintenfisch und Tomatensoße, das aus der Hafenstadt Sète stammt. Oder den Käse Boulettes d’Avesnes aus Ziegenbuttermilch, Rotschmiere und Gewürzen, oder Pastis Gascon, einen flockigen Apfelkuchen aus der Gascogne, Galette Narbonnaise, einen Kuchen mit Zitrusgeschmack, Mandeln, Schokolade und Pinienkernen… oder was auch immer Sie köstlich finden.

Die Markthalle mit Jugendstil-Elementen © Siegbert Mattheis
Die Markthalle mit Jugendstil-Elementen © Siegbert Mattheis
Der prachtvolle Eingang zur Markthalle © Siegbert Mattheis
Der prachtvolle Eingang zur Markthalle © Siegbert Mattheis
Die Markthalle innen © Siegbert Mattheis
Die Markthalle innen © Siegbert Mattheis
"Tielle Sétoise" mit Tintenfisch gefüllte ehemalige Fischermahlzeit © Siegbert Mattheis
"Tielle Sétoise" mit Tintenfisch gefüllte ehemalige Fischermahlzeit © Siegbert Mattheis
"Boulette d'Aversnes", Käse aus Ziegenbuttermilch, rot und kegelförmig
"Boulette d'Aversnes", Käse aus Ziegenbuttermilch © Siegbert Mattheis
Fluffiger Apfelkuchen "Pastis Gascon" © Siegbert Mattheis
Fluffiger Apfelkuchen "Pastis Gascon" © Siegbert Mattheis
Galette Narbonnaise, dekoriert mit Mandelsplittern und Pinienkernen © Siegbert Mattheis
Galette Narbonnaise, dekoriert mit Mandelsplittern und Pinienkernen © Siegbert Mattheis

5. Das Kaufhaus für Frankreichs Damen

Dieses beeindruckende Gebäude im neobarocken Stil am Place de l’Hôtel de Ville wurde 1907 fertiggestellt. Es gehörte zu einer Kette von Kaufhäusern in Südfrankreich, die von den Brüdern Gustave, Alfred und Adolphe Gompel 1898 nach dem Vorbild der Pariser Shoppingtempel gegründet worden war und den Frauen Frankreichs gewidmet war, „Aux Dames de France“. Dieser Schriftzug prangt auch heute noch oben am Gebäude. Der Hauptsitz des Unternehmens war in Bordeaux.

Die Fassade zeigt den typischen Charakter der damaligen Kaufhäuser mit großen Fenstern, was durch den Einsatz von gusseisernen Stahlträgern ermöglicht wurde. 1985 wurde die Marke von den Galeries Lafayette bzw. Monoprix übernommen. Leider ist der Glanz dieser vergangenen Epoche kaum noch spürbar. Aber noch heute nennen die Einwohner von Narbonne das Gebäude etwas wehmütig „Dames de France“.

Kaufhaus Aux Dames de France
Das Kaufhaus "Aux Dames de France" © Siegbert Mattheis
Kaufhaus Aux Dames de France, der Glanz der Belle Époque blättert ein wenig ab © Siegbert Mattheis
Der Glanz der Belle Époque blättert ein wenig ab © Siegbert Mattheis

6. Pont des Marchands

Die Pont des Marchands ist weitere echte Sehenswürdigkeit in Narbonne. Die Brücke hat ihren Ursprung bereits in der Römerzeit. Sie ist wie auch in Erfurt oder Florenz mit Häusern bebaut und eine der wenigen erhaltenen bewohnten Brücken Frankreichs. Sie überspannt den durch die Altstadt verlaufenden Canal de la Robine. Zu römischer Zeit bestand das Bauwerk aus sechs Bögen.

Die Brücke Pont des Marchands über den Kanal de la Robine © Siegbert Mattheis
Die Brücke Pont des Marchands über den Kanal de la Robine © Siegbert Mattheis
Markt in Narbonne unter Platanen © Siegbert Mattheis
Markt in Narbonne unter Platanen am Pont des Marchands © Siegbert Mattheis

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7. Canal de la Robine

Schon damals hoben die Römer unter ihrem Statthalter Agrippina einen 30 Meter breiten Kanal aus, um Narbonne, damals Rubrensis, mit dem Mittelmeer zu verbinden. So wurde die Stadt quasi eine Küstenstadt und gelangte durch den regen Handel zu einigem Reichtum. 1787 wurde mit dem Bau des Canal de Jonction zudem eine schiffbare Verbindung mit dem etwa 100 Jahre vorher gebauten Canal du Midi hergestellt. Heute wird der Kanal hauptsächlich von Sport- und Hausbooten genutzt.

Der Kanal de la Robine © Siegbert Mattheis
Der Kanal de la Robine bei Narbonne © Siegbert Mattheis

Weitere Sehenswürdigkeiten aus der römischen Zeit sind auch das römische Horreum, ein Kornspeicher, der als sogenannter Kryptoportikus in den Boden eingelassen wurde, weiterhin die archäologische Stätte Clos de la Lombarde, eine Ausgrabungsstätte mit Überresten römischer Stadthäuser sowie das Musée lapidaire de Narbonne, ein römisches Lapidarium in der ehemaligen Kirche Notre-Dame de Lamourguier.

Auch der regionale Naturpark Narbonnaise en Méditerranée, zu dem auch Teile der Gemeinde von Narbonne gehören, ist sehenswert.

 

Mehr Infos erhalten Sie auf der Website des Tourismusbüros von Narbonne

Siegbert Mattheis

Die Altstadtgassen von Narbonne © Siegbert Mattheis
Die Altstadtgassen von Narbonne © Siegbert Mattheis

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