Zuletzt aktualisiert im August 2026 von Siegbert Mattheis
Aups ist ein zauberhafter mittelalterlicher Ort in der Provence nahe der Verdon-Schlucht. Der Ort wird sogar als eines der schönsten Dörfer des Haut-Var angesehen.
Das idyllische Dorf mit rund 2.200 Einwohnern liegt am Fuß der bewaldeten Montagne des Espiguières und bezeichnet sich selbst als „Tor zum Verdon und zum Lac de Sainte-Croix”.
Wir waren in der Hochsaison Ende Juli dort und waren überrascht, dass wir im Ort dennoch kaum Tourist:innen gesehen haben.


Aufgrund der Nähe zum Grand Canyon du Verdon bietet sich Aups mit seinen relativ günstigen Quartieren tatsächlich gut als Ausgangspunkt für die Erkundung des Verdon und Touren in das Haut-Var an.


Aups Sehenswürdigkeiten
Besonders sehenswert ist das Gewirr der vielen engen Gassen unter Torbögen, die Brunnen und mittelalterlichen Gebäude, die sich oberhalb eines mit Platanen beschatteten Marktplatzes erstrecken.
Aups lebt vor allem vom Tourismus, aber auchvom Weinanbau, der Jagd sowie dem traditionellen provenzalischen Handwerk. Aber auch die Imkerei und die Herstellung von Olivenöl aus der schwarzen Olivensorte Bouteillan behaupten sich hier.
Tour de l’Horloge
Als optischer Orientierungspunkt bietet sich der Tour de l’Horloge, der Uhrturm mit typisch provenzalischem Glockenkäfig an. Die Glocke trägt bemerkenswerterweise die Inschrift “Ich bin die Freude der ganzen Welt”.
Der Grund dafür liegt in einem Prozess, der im 14. Jh. begann und fast vierhundert Jahre andauerte. Die Bewohner von Aups wollten anstelle der Jahrhunderte andauernden Herrschaft der Herzöge von Blacas d’Aups juristisch lieber niemand anderem als dem König von Frankreich und Navarra selbst unterstellt sein. Sie erreichten dieses Privileg erst 1712 und gossen aus Freude darüber die Glocke im selben Jahr.


Tipps GetYourGuide*

Stiftskirche Saint-Pancrace
Die Stiftskirche Saint-Pancrace am Marktplatz wurde von 1489 bis 1503 im provenzalisch gotischen Stil mit einer Renaissancefassade gebaut. Die Kirche besitzt sehenswerte Altäre aus dem 17. Jahrhundert und eine bemerkenswerte Agati Orgel.
Außergewöhnlich ist aber auch das Giebelfeld außen. Es trägt die große Inschrift “République française. Liberté, Égalité, Fraternité”. Dieses republikanische Motto wurde 1905 angebracht, nach dem Gesetz des französischen Staates, um zu demonstrieren, dass diese Kirche dem Staat gehörte. Solche Inschriften sind sehr selten.


Musée Simon Segal
In der ehemaligen Ursulinenkapelle befindet sich das Musée Simon Segal. Die Sammlung umfasst mehr als 280 Gemälde, darunter 58 Werke des Kunstmalers Simon Segal. Vertreten sind weitere Künstler der École de Paris sowie der Schulen von Toulon und Bourges.

Notre-Dame de la Délivrance
Die Kapelle Notre-Dame de la Délivrance stammt aus dem Jahr 1853 und wurde auf den Ruinen des altes Schloss der Herzöge von Blacas errichtet. Jedes Jahr wird in der Nacht zum 15. August, an Maria Himmelfahrt die Jungfrau Maria der Kapelle in einer Prozession durch Aups getragen.
Schlossruine und Stadtmauer
Weiterhin sehenswert sind die Ruinen des Schlosses und Teile der alten Stadtmauer, u.a. das Tor Portes des Aires, das aus dem Jahr 1670 stammt und damals der Hauptzugang von Aups war.



Brunnen und Waschhäuser
Ein ausgeschilderter Rundweg führt zu den historischen Brunnen und Waschhäusern von Aups. Dabei entdeckt ihr neben den alten Wasserstellen auch Sonnenuhren, Torbögen und weitere Details, an denen man beim normalen Spaziergang leicht vorbeigeht.


Ölmühle Gervasoni
Neben Trüffeln spielt Olivenöl in Aups eine wichtige Rolle. In der traditionsreichen Ölmühle Gervasoni könnt ihr erfahren, wie das Öl der regionalen Olivensorten verarbeitet wird. Sie liegt nur ein paar hundert Meter östlich vom Zentrum entfernt. Besichtigungen und Verkaufsmöglichkeiten solltet ihr vorab erfragen.
Domaine de Taurenne
Rund um Aups liegen mehrere Olivenhaine und Güter. Dazu gehört das Domaine de Taurenne, dessen Geschichte nach Angaben des Tourismusbüros bis in die Zeit der Tempelritter zurückreicht. Heute ist das Gut vor allem für seine Olivenöle bekannt.
Sentier des Grottes
Dieser Grottenweg führt durch Olivenhaine, entlang alter Trockensteinmauern und zu Felsenhöhlen sowie kleinen in den Fels gebauten Kapellen. Der offizielle Tourismusführer gibt für den kurzen Rundweg etwa 2 Kilometer und rund 45 Minuten Gehzeit an. Festes Schuhwerk ist dennoch empfehlenswert.
Mehr Infos Im Tourismusbüro von Aups
Musée de Faykod
Etwas außerhalb von Aups liegt das Musée de Faykod. In einem mediterranen Landschaftspark sind zahlreiche Skulpturen der Bildhauerin Maria de Faykod zu sehen. Die überwiegend aus Carrara-Marmor geschaffenen Figuren verbinden klassische Formen mit einer modernen, teilweise spirituellen Bildsprache. Da das Museum privat geführt wird, solltet ihr Öffnungszeiten und Besuchsmöglichkeiten vorher prüfen.
Zur Website des Museums
Aups war Zentrum der Résistance
Die Einwohner:innen des Ortes gelten als ziemlich hartnäckig und widerstandsfreudig.
1851 wurde Aups zum Herz des republikanischen Aufstandes im Département Var gegen den Staatsstreich Napoléons III. Das brachte der Gemeinde sogar den Beinamen Centre du Var Rouge (Zentrum des Roten Var) ein.
Und auch während des Zweiten Weltkrieges war Aups eine Hochburg der Résistance. Davon zeugt das gleichnamige, gut dokumentierte Musée de la Résistance in der Avenue Albert 1er. Es dokumentiert sowohl den lokalen Widerstand als auch die Geschichte der französischen Résistance.
Der Zugang ist über das Museum Simon Segal. Der Eintritt war bei unserem Besuch frei.
Öffnungszeiten und Eintrittsregelungen solltet ihr dennoch vor dem Besuch beim Tourismusbüro von Aups prüfen.
Woher stammt der Name Aups?
Dabei hat die Ansiedlung bereits römische Wurzeln. Einer lokalen Überlieferung zufolge soll sogar Julius Cäsar selbst durch die Gegend gekommen sein.
Ursprünglich wurde der Ort Oppidum de Alpibus (lat. befestigte Alpensiedlung) genannt, daraus wurde später Castrum de Alpibus (Alpenlager), danach Castrum de Almis, Alps und daraus wurde schließlich Aups.
Ausgesprochen wird Aups etwa “Op(s)”, das “s” am Ende wird im Provençalischen stimmlos gehaucht .
Der drittgrößte Trüffelmarkt Frankreichs in Aups
Heute zehrt der Ort aber eher von seiner Bekanntheit, den drittgrößten Trüffelmarkt Frankreichs, nach denen in Richerenches und Carpentras veranstalten zu können. Dieser findet von November bis Februar jeden Donnerstag auf dem Place Frédéric Mistral statt. Hier werden die teuersten Trüffeln der Welt, die schwarzen Tuber melanosporum gehandelt. In der Provence nennt man sie übrigens rabasse.
Hier unsere Übersicht der Trüffelmärkte in Frankreich.
Von Juni bis August findet Mittwoch vormittags außerdem ein Markt für Sommertrüffel, Tuber aestivum statt. Sie besitzt eine dunkle, warzige Außenhaut und ein helles, von feinen Adern durchzogenes Fruchtfleisch. Ihr Aroma ist milder als das der schwarzen Wintertrüffel Tuber melanosporum.
Die genauen Termine können sich saisonal ändern und solltet ihr am besten vorab prüfen.
Wer mehr über die schwarzen Diamanten des Verdon erfahren möchte, sollte das lokale Trüffelmuseum besuchen. Das Informations- und Erlebniszentrum befindet sich im ehemaligen Hôpital Saint-Jacques aus dem 17. Jahrhundert, direkt am Marktplatz. Die Ausstellung erklärt, wie Trüffeln entstehen, wie sie mit Hunden gesucht und nach welchen Kriterien sie gehandelt werden.
Zur Website des Trüffelmuseums


Unser Restaurant-Tipp
Das Auberge de la Tour gleich neben der Kirche Saint-Pancrace. Hier sitzet ihr unter schattigen Platanen und Olivenbäumen und genießt leckere provenzalische Spezialitäten, z.B. eine Daube provençale inmitten von Vintage-Gegenständen und Kunst.



Weitere Fragen und praktische Tipps
Häufige Fragen zu Aups, dem Trüffelmarkt und der Umgebung
- die mittelalterlich geprägte Altstadt
- der Tour de l’Horloge
- die Stiftskirche Saint-Pancrace
- die Kapelle Notre-Dame de la Délivrance
- die Porte des Aires und die Reste der Befestigungsanlagen
- das Musée Simon Segal
- das Musée de la Résistance
- die Maison de la Truffe d’Aups et du Verdon
- die historischen Brunnen und Waschhäuser
- das Musée de Faykod außerhalb des Ortszentrums
- Tourtour mit seiner weiten Aussicht
- Villecroze mit Park und Grotten
- Sillans-la-Cascade mit seinem Wasserfall
- Bauduen am Lac de Sainte-Croix
- Les Salles-sur-Verdon
- Aiguines oberhalb des Sees
- Moustiers-Sainte-Marie
- der Pont du Galetas am Eingang der Verdonschlucht
- die Route des Crêtes bei La Palud-sur-Verdon
- Von Ende November bis Februar oder Anfang März erlebt ihr den schwarzen Trüffelmarkt.
- Im Frühling eignet sich die Umgebung besonders gut für Wanderungen und Ausflüge.
- Von Juni bis August wird die Sommertrüffel angeboten.
- Im Sommer lassen sich Aups und ein Bad im Lac de Sainte-Croix gut verbinden.
- Im Herbst sind die Temperaturen meist angenehmer für Wanderungen und Dorfrundgänge.
Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam Ambiente–Mediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.
Aktualisierte Infos findet ihr auch auf den Tourismusseiten der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Wir wünschen euch einen wunderschönen Aufenthalt in diesem zauberhaften Ort!
Siegbert Mattheis


