Aups, Trüffelmarkt und wunderschönes „Tor“ zum Lac de St. Croix

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Aups ist ein zauberhafter mittelalterlicher Ort in der Provence nahe der Verdon-Schlucht. Der Ort wird sogar als eines der schönsten Dörfer des Haut-Var angesehen. Berühmt ist Aups vor allem aber wegen seines Trüffelmarkts, dem drittgrößten Frankreichs.

Das idyllische Dorf mit knapp 2.500 Einwohnern am Rande der bewaldeten Montagne des Espiguières bezeichnet sich selbst als das „Tor zum Verdon und zum Lac de St. Croix“. Aufgrund der Nähe zum Grand Canyon du Verdon bietet sich Aups mit seinen relativ günstigen Quartieren tatsächlich gut als Ausgangspunkt für die Erkundung des Verdon und Touren in das Haut-Var an.

Weiter Blick über den See
Lac de Sainte-Croix © Siegbert Mattheis
Atemberaubender Blick über die Schlucht des Verdon-Flusses
Der Grand Canyon du Verdon, bevor der Verdon in den See fließt © Siegbert Mattheis
Schmaler Platz mit Restaurants
Place Louis Gauthiers in Aups © Siegbert Mattheis

Aups Sehenswürdigkeiten

Besonders sehenswert ist das Gewirr der vielen engen Gassen unter Torbögen, die Brunnen und mittelalterlichen Gebäuden, die sich oberhalb eines mit Platanen beschatteten Marktplatzes erstrecken.

Dabei hat die Ansiedlung bereits römische Wurzeln, selbst Julius Cäsar soll schon dort gewesen sein. Ursprünglich wurde der Ort Oppidum de Alpibus (lat. befestigte Alpensiedlung) genannt, daraus wurde später Castrum de Alpibus (Alpenlager), danach Castrum de Almis, Alps und daraus wurde schließlich Aups.

Als optischer Orientierungspunkt bietet sich der Tour de l’Horloge, der Uhrturm mit typisch provenzalischem Glockenkäfig an. Die Glocke trägt bemerkenswerterweise die Inschrift „Ich bin die Freude der ganzen Welt“. Der Grund dafür liegt in einem Prozess, der im 14. Jh. begann und fast vierhundert Jahre andauerte. Die Bewohner von Aups wollten anstelle der Jahrhunderte andauernden Herrschaft der Herzöge von Blacas d’Aups juristisch lieber niemand anderem als dem König von Frankreich und Navarra selbst unterstellt sein. Sie erreichten dieses Privileg erst 1712 und gossen aus Freude darüber die Glocke im selben Jahr.

Gasse, in der Mitte ein Turm
Tour de l'Horloge in der gleichnamigen Gasse © Siegbert Mattheis
Torbogen in Gasse, davor eine mintfarbene Bank
Arkadenbogen unter dem Tour de l'Horloge © Siegbert Mattheis
Gelbe Häuser vor blauem Himmel
Verträumte Gassen in Aups © Siegbert Mattheis

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Aups war Zentrum der Résistance

Überhaupt gelten die Einwohner des Ortes als ziemlich hartnäckig und widerstandsfreudig. 1851 wurde Aups zum Herz des republikanischen Aufstandes im Département Var gegen den Staatsstreich Napoléons III. Das brachte der Gemeinde sogar den Beinamen Centre du Var Rouge (Zentrum des Roten Var) ein. Und auch während des Zweiten Weltkrieges war Aups eine Hochburg der Résistance. Davon zeugt das gleichnamige, gut dokumentierte Museum in der Avenue Albert 1er, Zugang über das Museum Simon Segal. Der Eintritt ist frei.

Schmaler Platz mit Restaurants
Place Louis Gauthiers in Aups © Siegbert Mattheis
Tor mit Wegweiser davor: Musee
Der Weg zum Museum Simon Segal führt durch diesen Torbogen © Siegbert Mattheis
Aups Sehenswürdigkeiten, hier eine schmale Gasse mit steinernem Brunnen
Überall finden sich in den Gassen noch alte Brunnen und Waschgelegenheiten © Siegbert Mattheis

Kirchen und Reste der Stadtmauer

Die Stiftskirche Saint-Pancrace am Marktplatz wurde von 1489 bis 1503 im provenzalisch gotischen Stil mit einer Renaissancefassade gebaut. Die Kirche besitzt sehenswerte Altäre aus dem 17. Jh. und eine bemerkenswerte Agati Orgel. Außergewöhnlich ist aber auch das Giebelfeld außen. Es trägt die große Inschrift „République française. Liberté, Égalité, Fraternité“. Dieses republikanische Motto wurde 1905 angebracht, nach dem Gesetz des französischen Staates, um zu demonstrieren, dass diese Kirche dem Staat gehörte. Solche Inschriften sind sehr selten.

Kircheneingang mit Aufschrift Republique française
Diese "staatliche" Aufschrift findet man selten © Siegbert Mattheis
Mit goldenen Säulen geschmückter Altar
Sehenswerter Altar in der Kirche © Siegbert Mattheis

Die Kapelle Notre-Dame de la Délivrance stammt aus dem Jahr 1853 und wurde auf den Ruinen des altes Schloss der Herzöge von Blacas errichtet. Jedes Jahr wird in der Nacht zum 15. August, an Maria Himmelfahrt die Jungfrau Maria der Notre-Dame de la Délivrance in einer Prozession durch Aups getragen.

In der ehemaligen Ursulinenkapelle (Chapelle du Couvent des Ursulines) ist das Museum der modernen Kunst untergebracht. Es ist mit 53 Werken dem Maler Simon Segal und der Pariser Schule gewidmet.

Weiterhin sehenswert sind die Ruinen des Schlosses und Teile der alten Stadtmauer, u.a. das Tor Portes des Aires, das aus dem Jahr 1670 stammt und damals der Hauptzugang von Aups war.

Durch eine Gasse sieht man die Giebelfassade der Kirche
Chapelle Notre Dame de Délivrance von 1853 © Siegbert Mattheis
Aups Sehenswürdigkeiten: Überdachte Säule mit Wasserhähnen und langem Waschbecken
Das alte Waschhaus mit Brunnen © Siegbert Mattheis
Mintfarbener Hauseingang, davor Kaffeetische und Blumen
Chez Ana, charmantes Chambre d'hôtes und Salon de Thé © Siegbert Mattheis
Gemauertes Tor in der Stadtmauer
Die Portes des Aires war früher der einzige Zugang zum Dorf © Siegbert Mattheis

Der drittgrößte Trüffelmarkt Frankreichs in Aups

Heute zehrt der Ort aber eher von seiner Bekanntheit, den drittgrößten Trüffelmarkt Frankreichs, nach denen in Richerenches und Carpentras veranstalten zu können. Dieser findet von November bis Februar jeden Donnerstag auf dem Place Frédéric Mistral statt. Hier werden die teuersten Trüffeln der Welt, die schwarzen Tuber melanosporum gehandelt. In der Provence nennt man sie übrigens rabasse. Direkt am Markt finden Sie neben der Tourismusinformation auch ein Maison De La Truffe mit allen Informationen rund um die schwarzen Diamanten.

Hier unsere Übersicht der Trüffelmärkte in Frankreich.

Im Sommer, von Anfang Juli bis Ende August werden auch die etwas weniger wertvollen, dennoch ebenfalls schmackhaften weißen Sommertrüffel Tuber Aestivum an einzelnen Marktständen auf dem Marché provençal angeboten. Zwischen vielen anderen regionalen Produkten wie Obst, Gemüse, Fleisch, Wurstwaren, Fisch, Käse, oder Pflanzen und Kleidung.

Ansonsten lebt Aups vor allem vom Tourismus, aber auch Weinbau, die Jagd sowie traditionell provenzalisches Handwerk, Schreinerei, Imkerei und die Herstellung von Olivenöl aus der schwarzen Olivensorte Bouteillan behaupten sich hier.

Platanenbestandener Platz mit Restaurant
Auf dem Marktplatz findet in den Wintermonaten der drittgrößte Trüffelmarkt Frankreichs statt © Siegbert Mattheis
Trüffelmärkte Frankreich © Siegbert Mattheis
Manchmal werden die begehrten schwarzen Diamanten auch sehr liebevoll präsentiert © Siegbert Mattheis
Toreingang mit schmiedeeisernen Buchstaben "Auberge de la tour"
Empfehlenswertes Restaurant und Hotel © Siegbert Mattheis
Figur einer Frau, die die Sonne anbetet
Kunst auf dem Dach der "Auberge de la Tour" © Siegbert Mattheis
Rindergulasch auf Nudeln und ein Glas Rosé
Daube provençale, hier auf Nudeln © Siegbert Mattheis

Unser Restaurant-Tipp: Das Auberge de la Tour gleich neben der Kirche Saint-Pancrace. Hier sitzen Sie unter schattigen Platanen und Olivenbäumen und genießen leckere provenzalische Spezialitäten, z.B. eine Daube provençale inmitten von Vintage-Gegenständen und Kunst.

Aktualisierte Infos finden Sie auch auf den Tourismusseiten der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur

Siegbert Mattheis

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