Archiv des Autors: Siegbert Mattheis

Über Siegbert Mattheis

Studien Philosophie, Kunstgeschichte, Wissenschaftstheorie, Kommunikationsdesign. Gründer Mattheis. Werbeagentur GmbH, Ambiente-Mediterran.de, Eat! Berlin Feinschmeckerfestival. Blogger, Travel-Journalist, Fotograf, Foodist, Videofilmer

Was ist ein Boudoir? Was ist der Boudoir-Stil?

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(Lesezeit nur 3 Min. 😉 )
Boudoir Stil: Der Begriff Boudoir hat einen etwas wenig schmeichelhaften Hintergrund. Denn er leitet sich vom französischen Wort bouder für „Schmollen“ oder „trotzig sein“, ab. Zu Zeiten des Barockkönigs Ludwigs XIV. wurde der Begriff Boudoir für ein Zimmer verwendet, in das sich die Dame des Hauses, wenn sie „schmollte“, zurückzog.
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Wie isst man Artischocken? Unser einfaches Rezept …

4.96/5 (24)
(Lesezeit nur 5 Min. 😉 )

Artischocken sind gesund, erstaunlich vielseitig und köstlich – wenn man weiß, wie man sie zubereitet. Am besten isst man sie klassisch gekocht mit Dip, aber auf den Speisekarten in Restaurants sind sie so selten zu finden. Daher zeigen wir euch hier Schritt für Schritt, wie ihr Artischocken richtig vorbereitet, kocht und genießt 😉 .

2 grüne Artischocken auf Holztisch
Artischocken sind auch Heilpflanzen © Siegbert Mattheis

Wie bereitet man Artischocken vor?

Bevor ihr loskocht, ein paar wichtige Vorbereitungsschritte:

  1. Strunk brechen oder abschneiden: Durch das Brechen zieht ihr gleichzeitig eventuell vorhandene harte Fasern heraus.
  2. Obere Blatthälfte kappen: Mit einem scharfen Messer etwa ein Drittel der Spitze abschneiden. Das ist optional, macht die Artischocke aber gleichmäßiger und etwas ansehnlicher.
  3. Braune Blattspitzen stutzen: Mit einer Küchenschere die spitzen Blattenden abschneiden.
  4. Sofort mit Zitronensaft einreiben: Artischocken oxidieren sehr schnell und werden braun. Reibt die Schnittflächen deshalb immer sofort mit einer halbierten Zitrone ein oder gebt einfach den Saft ins Kochwasser.

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Rezept Artischocken pur mit Dip

Das ist das klassischste und einfachste Artischocken-Rezept und ideal für Einsteiger:innen..

Zutaten (für 2 Personen)

  • 2 große oder 4 kleine frische Artischocken
  • 1 Zitrone oder Limette
  • Dip nach Wahl: Sauce Hollandaise, Crème fraîche, Aioli oder eine Safransauce

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Zubereitung

  1. Artischocken wie oben beschrieben vorbereiten.
  2. In einem großen Topf reichlich Wasser zum Kochen bringen und den Saft der Zitrone hinzugeben. Das verhindert das Braunwerden.
  3. Artischocken hineingeben und 30 bis 40 Minuten bei mittlerer Hitze kochen. Eine Garprobe macht ihr so: Ein Blatt sollte sich leicht herausziehen lassen.
  4. Herausnehmen, kurz abtropfen lassen und mit dem Dip servieren.
  5. Die Artischocken von außen nach innen blattweise essen (→ siehe unten, wie das genau funktioniert).
  6. Wichtig! Das Heu entfernen.
  7. Das Artischockenherz genießen!

Tipp: Die Größe entscheidet über die Kochzeit. Kleine Artischocken sind nach 20–25 Minuten gar, sehr große brauchen bis zu 45 Minuten.

Welcher Dip passt zu Artischocken?

Warme Sauce Hollandaise, kalte Crème fraîche, Aioli oder eine Safransauce.

Unser Lieblingsdip ist Sauce Hollandaise, etwas verfeinert 😉 :

Zutaten: 

  • 250 ml fertige Sauce Hollandaise (wir finden die von Thomy am besten)
  • etwas Frühlingszwiebeln
  • Muskatnuss
  • Limette
  • Dill
  • Ein Schluck Crémant oder Weißwein

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Eine Schüssel mit cremiger Suppe, garniert mit frischem Dill und grünen Zwiebeln, mit Kräutern und einer Limette im Hintergrund.
Verfeinerte Sauce Hollandaise dazu als Dip © Siegbert Mattheis

Zubereitung:

  1. Die Sauce bei mittlerer Hitze erwärmen
  2. Kleingeschnittene Frühlingszwiebeln hinzugeben
  3. Etwas Saft der Limette dazu sowie etwas Limettenabrieb
  4. Einen Schluck Crémant (oder Weisswein) hinzu
  5. Zum Schluss den Dill hineingeben und mit Muskatnuss abschmecken, fertig!

Wie isst man eine Artischocke?

Zunächst einfach die Blätter in den Dip tunken und das “Fleisch” herauszuzeln. Dann das feste Artischockenherz mit dem Dip essen.

Viele zögern beim ersten Mal, dabei ist das Essen einer Artischocke ganz entspannt, wenn ihr wisst, wie es geht:

  1. Blätter von außen nach innen ablösen. Immer einzeln, eines nach dem anderen.
  2. In den Dip tunken und das weiche Fleisch am Blattende mit den Zähnen abziehen. Das restliche Blatt legt ihr am besten auf einen separaten Teller..
  3. Je weiter innen, desto zarter: Die äußeren Blätter haben etwas mehr Fleisch, die inneren dagegen sind etwas zarter.
  4. Das Heu entfernen: Wenn ihr beim Artischockenherz angekommen seid, trefft ihr auf einen Belag aus feinen, haarigen Fasern. Dieses sogenannte „Heu” muss mit einem scharfen Messer sorgfältig entfernt werden: Knapp unterhalb des Heus leicht trichterförmig rundherum schneiden und den oberen Teil abheben. Achtung: Diese Fasern solltet ihr niemals in den Mund bekommen, sie fühlen sich wie Gräten an.
  5. Das Herz genießen: Der runde, fleischige Boden ist der köstlichste Teil der Artischocke. In den Dip tunken und genießen.
Messer sticht in Herz der Artischocke
Mit einem scharfen Messer etwas unterhalb des "Heus" ansetzen © Siegbert Mattheis
Links das Heu, rechts das Fruchtfleisch auf weißem Teller
So trennt ihr das Fruchtfleisch, das Herz der Artischocke vom Heu © Siegbert Mattheis

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FAQ: Häufige Fragen zu Artischocken

Was ist eine Artischocke?

Die Artischocke (Cynara scolymus) ist botanisch gesehen eine essbare Distel, ein Blütengemüse, das an bis zu zwei Meter hohen Stängeln wächst. Gegessen wird die noch geschlossene Blütenknospe: die fleischigen Blätterböden und vor allem das zarte Herz im Inneren.

Drei Artischocken auf hohen Stängeln mit grünen Blättern vor einem unscharfen Gartenhintergrund.
Artischocke © Siegbert Mattheis
Zwei Artischockenpflanzen mit violetten, distelähnlichen Blüten, die zwischen grünem Gras und Blättern wachsen.
© Siegbert Mattheis

Woher kommt der Name Artischocke?

Ihr Name leitet sich vom Arabischen Al Charschuf ab (vgl. ital. il carciofo). Erste Belege des kultivierten Anbaus in Europa stammen aus dem Jahr 1556. Heute gehört die Artischocke fest zur mediterranen Küche. In Italien, Frankreich, Spanien und Griechenland ist sie Alltagsgemüse und Delikatesse zugleich.

Worauf sollte man beim Artischockenkauf achten?

Beim Kauf frischer Artischocken gilt: Je schwerer und fester, desto frischer. Die Blätter sollten dicht anliegen, saftig-grün und ohne braune Flecken sein. Wenn ihr die Blätter leicht zusammendrückt, sollte ein leises Quietschen zu hören sein. Das ist ein gutes Zeichen.

Wann haben Artischocken Saison?

Artischocken haben in Mitteleuropa zwei Hauptsaisons, eine im Frühling (April bis Juni) und eine im Herbst (September bis November). Im Sommer bekommt ihr sie auf den Märkten in Südeuropa überall.

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Isst man Artischocken mit den Fingern?

Ja, definitiv. Es ist eines der wenigen Gerichte, bei dem es ganz selbstverständlich ist, mit den Fingern zu essen, selbst in feiner Gesellschaft.

Wie gesund sind Artischocken?

Artischocken sind nicht nur lecker, sondern schon seit der Antike als Heilpflanze bekannt. Ihre wichtigsten gesundheitlichen Vorteile und Eigenschaften im Überblick:

  • Cynarin: Der Bitterstoff der Artischocke regt die Gallenbildung an, unterstützt die Leber bei der Entgiftung und hilft bei der Fettverdauung. Besonders konzentriert ist Cynarin in den Blättern und Stängeln.
  • Cholesterinsenkend: Als Nebeneffekt der Gallenanregung sinkt auch der Cholesterinspiegel im Blut, was Herz und Gefäße schützt.
  • Inulin: Ein Ballaststoff, der den Blutzucker nicht anhebt und damit besonders für Diabetiker geeignet ist. Inulin gilt außerdem als natürlicher Appetitzügler.
  • Vitamine und Mineralstoffe: Artischocken liefern Eisen, Magnesium, Kalium und verschiedene Flavonoide sowie die Vitamine C und K.
  • Verdauungsfördernd: Sie helfen bei Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung und sogar bei Übelkeit, etwa durch Chemotherapie oder in der Schwangerschaft.
  • Entwässernd: Artischockensaft wirkt mild diuretisch und ist gut für das Nervensystem.
  • Und: Die Artischocke gilt seit jeher als natürliches Aphrodisiakum 😉

2025 wurde sie von der HMPPA (Herbal Medicinal Products Platform Austria) zur „Arzneipflanze des Jahres in Österreich“ gewählt.

Wie lange kocht man Artischocken?

Kleine Artischocken brauchen etwa 20–25 Minuten, mittlere 30–35 Minuten und große Exemplare bis zu 45 Minuten im sprudelnden Wasser. Die Garprobe: Ein äußeres Blatt sollte sich ohne Widerstand herausziehen lassen.

Kann man Artischocken roh essen?

Ja – sehr junge, kleine Artischocken (besonders die violetten Sorten aus Italien) können roh gegessen werden, etwa fein gehobelt in einem Salat mit Zitrone und Parmesan. Große Artischocken sind roh zu hart und bitter.

Was ist das Beste an der Artischocke?

Das Herzstück – der runde, fleischige Boden unter dem Heu – ist der zarteste und aromatischste Teil. Er hat einen leicht nussigen, milden Geschmack und ist in der mediterranen Küche besonders begehrt.

Warum werden Artischocken braun und was kann man dagegen tun?

Artischocken oxidieren schnell an den Schnittflächen. Reibt die Schnittstellen sofort mit Zitronensaft ein oder gebt Zitronensaft ins Kochwasser. So bleiben sie schön grün.

Welcher Wein passt zu Artischocken?

Das ist eine berühmte kulinarische Herausforderung: Artischocken enthalten Cynarin, das den Geschmack von Wein kurzfristig süßlich verändert. Trockene, leichte Weißweine wie Pinot Grigio, Vernaccia di San Gimignano oder Verdejo aus Spanien passen am besten. Rotwein und süße Weine harmonieren dagegen weniger gut.

Siehe auch Was passt nicht zu Wein?

Sind Artischocken gut zum Abnehmen?

Ja. Artischocken sind kalorienarm (ca. 40 kcal pro 100 g), sättigend durch Inulin und Ballaststoffe  und regen die Verdauung an. Sie gelten als klassisches Diätgemüse der Mittelmeerküche.

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Wie bewahrt man Artischocken auf?

Frische Artischocken halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks 3 bis 5 Tage. Am besten in ein leicht feuchtes Tuch einwickeln. Bereits gekochte Artischocken sollten innerhalb von 2 Tagen gegessen werden.

Kann man Artischocken einfrieren?

Ja, aber nur vorgegart. Die geputzten Artischocken blanchiert ihr 5 bis 7 Minuten, schreckt sie kalt ab und friert sie dann ein. So halten sie bis zu 6 Monate.

Was bedeutet das „Heu” bei der Artischocke?

Das „Heu” ist der faserige, haarige Belag, der das eigentliche Artischockenherz (den Boden) schützt. Diese feinen Fasern sind nicht essbar und müssen vor dem Verzehr des Herzens sorgfältig mit einem Messer entfernt werden.

Wo kauft man die besten Artischocken?

Auf Wochenmärkten in der Saison (Frühling und Herbst). In Südeuropa findet man sie auf jedem Markt. Im Supermarkt gibt es sie ebenfalls frisch oder eingelegt im Glas, oft auch nur die Artischockenherzen. Die passen gut auch als Tapasgericht.

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Kann man Artischocken trocknen?

Ja. Getrocknete Artischocken sind eine wunderschöne Deko, die sich lange hält. Am besten legt ihr sie in eine breite Vase oder Schale.

Nahaufnahme einer blühenden lila Artischockenblüte, umgeben von getrockneten Blättern und roten Beeren.
Getrocknet halten sie sich als Deko sehr lange © Claudia Mattheis

Aber nur als Deko sind sie eigentlich zu schade 😉

Guten Appetit!

Siegbert Mattheis

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Marokkanische Spezialitäten

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Die marokkanische Küche gilt als die beste in ganz Nordafrika und als eine der raffiniertesten der Welt. Hier stellen wir euch eine Auswahl der wichtigsten marokkanischen Spezialitäten vor:

Wie ist die marrokkanische Küche?

Sie ist eine mediterrane Küche, die sich durch ihre Vielfalt an Spezialitäten und Gerichten vor allem aus der Berberküche mit andalusisch-arabischen und jüdischen Einflüssen auszeichnet.
Trotz ihrer Gemeinsamkeiten mit den Küchen anderer nordafrikanischer Länder hat die marokkanische Küche ihre Originalität und ihre einzigartigen kulturellen Besonderheiten bewahrt.

Was gehört zur marokkanischen Küche?

  • Marokko produziert eine große Auswahl an mediterranen Früchten, Gemüse und sogar einige tropische Früchte.
  • Zu den üblichen Fleischsorten gehören Rind-, Ziegen-, Hammel- und Lammfleisch, Huhn und Meeresfrüchte, die als Grundlage für die Küche dienen.
  • Charakteristische Aromen sind eingelegte Salz-Zitronen, Arganöl, kaltgepresstes, unraffiniertes Olivenöl und Trockenfrüchte.
  • Wie in der mediterranen Küche im Allgemeinen gehören zu den Grundzutaten Weizen, der für Brot und Couscous verwendet wird, sowie Olivenöl.
  • Das dritte mediterrane Grundnahrungsmittel, die Weintraube, wird als Dessert gegessen, obwohl sogar eine gewisse Menge Wein im Land hergestellt wird.

Ist Arganöl typisch marokkansich?

Ja, denn dieses köstliche Öl aus den Früchten des Arganbaums kann marokkanischer nicht sein. Denn der Baum wächst ausschließlich im Südwesten von Marokko, in der Gegend zwischen Essaouira und Agadir – und vermutlich schon seit 80 Millionen Jahren! Arganöl aus gerösteten Kernen gilt mit seinem einzigartigem nussigen und feinaromatischen Geschmack als Gourmet-Öl in der gesunden und anspruchsvollen Küche. Es verleiht Salaten, Gemüse, kurzgebratenen Fisch- und Fleischgerichten und sogar Desserts eine ganz besondere Note. Das Öl wird seit 1998 durch Kooperativen in Handarbeit hergestellt und gibt Berberfrauen Arbeit und Lohn. Das Öl aus den ungerösteten Kernen findet in der Kosmetik zur Schönheitspflege von Haut und Haar Anwendung.

Mehr über Arganöl und was es besonders macht

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Barfüßige Frau mit braunem Kopftuch vor blauem Eimer mit Argankernen
Berberfrau beim mühseligen Knacken der Argankerne © Siegbert Mattheis

Was ist Tajine oder auch Tagine?

Tajine ist ebenfalls eine typisch marokkanische Spezialität, obwohl sie auch in den anderen Ländern des Maghreb vorkommt. Tajine ist sowohl der Name für die jeweiligen Gerichte als auch für den kegelförmigen, glasierten Tontopf, in dem sie zubereitet werden. In einer Tajine werden die unterschiedlichsten Schichtungen von Gemüsen, Obst und Fleisch, – manchmal auch Fisch – bei langem Garen im eigenen Saft geschmort und dadurch wunderbar zart. In Marokko isst man diese Gerichte immer mit Fladenbrot und direkt aus der Tajine.

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Kegelförmiges Tongefäß über anderem Tongefäß mit Glut
Traditionell schmort die Tajine über Glut © Siegbert Mattheis
Tajine mit Lammfleisch und Gemüse
Tajine mit Lammfleisch und Gemüse © Siegbert Mattheis
Rundes Tongefäß mit Datteln, Zwiebeln und Paprika
Tajine mit Trockenfrüchten © Siegbert Mattheis
Fischtajine mit Gemüse
Fischtajine mit Gemüse © Siegbert Mattheis

Was ist Couscous?

Couscous ist so etwas wie die Kartoffel für die Deutschen oder die Pasta für die Italiener. Er besteht aus Hartweizengries, der befeuchtet und zu winzig kleinen Kügelchen geformt und gerollt wird. Couscous bildet die Grundlage für viele unterschiedliche Gerichte mit Gemüse oder Fleisch und Fisch. Was bei uns die Sauce ist, ist in Marokko eine Art Bouillon, die dazu gereicht wird. Abgeschmeckt werden die Gerichte mit der speziellen Gewürzmischung Ras el-Hanout oder Harissa für die Schärfe.

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Bunt gekleidete Berberfrau vor Schale mit Couscous
Berberfrau bei der Couscouszubereitung mit etwas Öl © Siegbert Mattheis

Was sind Pastillas?

Pastilla ist ein Blätterteiggebäck mit einer Füllung aus Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchten. Ursprünglich stammt es aus der alten Königsstadt Fès, dort war es traditionell mit einer Mischung aus Taubenfleisch und Mandeln gefüllt, mit verschiedenen Gewürzen verfeinert und oft mit Puderzucker und Zimt bestreut. Inzwischen wird meistens Hühner- oder Lammfleisch verwendet. Aber Achtung, die Pastillas mit ihren süß-salzigen Aromen machen schnell süchtig – und sofort satt! Wir fanden die Pastillas mit Meeresfrüchten am leckersten, z.B. im Cafe Árabe gegenüber dem Jardin Secret in Marrakesch.

Teigtaschen mit Meeresfrüchten und Fadennudeln
Pastilla mit Meeresfrüchten und Fadennudeln © Siegbert Mattheis

Was ist Briouate?

Briouate sind kleine Blätterteigtaschen in Dreiecksform und werden mit unterschiedlichen Füllungen als marokkanische Spezialität als Appetithappen gereicht. Es gibt sie z.B. mit Lamm, Ziegen- oder Frischkäse oder auch mit Feigen gefüllt und mit Kräutern und Gewürzen verfeinert.

dreieckige Teigtaschen mit roter Sauce auf Salat
Herzhafte Briouates, kleine Appetithappen in Dreiecksform © Siegbert Mattheis
Dreieckige Teigtaschen in weißem Papier
Süße Briouates mit Mandeln gefüllt © Siegbert Mattheis

Was ist Beghrir oder Baghrir?

Die köstlichen Fladen mit 1001 Löchern auf der Oberfläche aus einem Teig aus Weizengries oder Mehl sind so etwas wie marokkanische Crêpes. Zum Frühstück werden sie mit Honig, Marmelade oder Amlou bestrichen oder auch als Dessert gegessen. Man kann sie aber auch mit etwas Herzhaftem servieren. Wir hatten uns über die vielen Löcher gewundert, bis man uns aufklärte, dass sie dadurch den Aufstrich besonders gut aufnehmen können.

Zwei Crêpes mit Luftlöchern
Beghrir, die marokkanischen Crêpes mit 1001 Löchern © Siegbert Mattheis

Was ist Amlou oder Amlu?

Amlou ist ein köstlicher Aufstrich oder Dip rein aus Arganöl, Arganhonig und Mandeln. Vergesst alle Nussaufstriche, die ihr bisher kanntet! Amlou ist durch das Öl etwas flüssiger und besticht durch seinen feinen, nussigen Geschmack! Amlou wird zum Frühstück oder auch zum Nachmittagstee zu Beghrir und Gebäck gereicht.

Hörnchen mit brauenem Aufstrich, dahinter Glas mit Aufschrift "Amlou"
Amlou als Aufstrich oder Dip © Siegbert Mattheis

Was ist Thé à la Menthe?

Minztee ist das marokkanische Getränk schlechthin. Es wird überall von morgens bis abends getrunken und besteht aus grünem Tee mit Minze – und viel Zucker! Traditionell gilt die Zubereitung von gutem Minztee in Marokko als Kunstform und das Trinken mit Freunden und Familie ist oft eine tägliche Tradition. Die Gießtechnik ist dabei ebenso entscheidend wie die Qualität des Tees selbst. Die marokkanischen Teekannen haben lange, gebogene Ausgießer, die es ermöglichen, den Tee gleichmäßig aus der Höhe in kleine Gläser zu gießen. Für den besten Geschmack werden die Gläser in zwei Stufen gefüllt. Die Marokkaner mögen traditionell Tee mit Bläschen, deshalb halten sie die Teekanne beim Gießen hoch über den Gläsern.

Minztee in silberner Kanne auf Tisch an regennasser Straße
Thé à la menthe, marokkanischer Minztee © Siegbert Mattheis
Tee mit Minzblättern im Glas
Thé à la menthe mit Minzblättern im Glas © Siegbert Mattheis

Gibt es ein kulinarisches Museum in Marokko?

Ja, das MCAM (Moroccan Culinary Arts Museum) wurde 2019 in Marrakesch eröffnet. Solltet ihr in Marrakesch sein, plant unbedingt einen Besuch im Kulinarischen Museum ein! Sehr empfehlenswert! Viele dieser marokkanischen Spezialitäten wurden uns dort erläutert und einige konnten wir auch verkosten.

Siegbert Mattheis

Älterer Mann mit weißem Haar und Bart, trägt ein dunkles Hemd und blickt mit einem leichten Lächeln in die Kamera.

Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam AmbienteMediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.

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Schöne Sommerlektüre: Mittwochs am Meer

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Jeanne Barret, die mutige Entdeckerin der Bougainvillea

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Ferragosto 2026, wie und warum der wichtigste Feiertag Italiens gefeiert wird …

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Was ist ein Bidet, wie benutzt man es und was sind die Vorteile?

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