Was ist Toile-de-Jouy? Geschichte, Tipps und Shop

Toile-de-Jouy heißt übersetzt zunächst nur Stoff aus Jouy, genauer aus dem Ort Jouy-en-Josas bei Paris. Aber der Begriff steht für eine ganz besondere Stoff- und Stoffdrucktradition mit einer interessanten Geschichte dahinter:

Charakteristisch für den Toile-de-Jouy-Stil sind sehr detaillierte florale oder figurale Motive, die typischerweise in rot, später auch in blau auf weiße Stoffe gedruckt sind und dem typischen Chinaporzellan ähneln, die damals sehr in Mode waren.

Genutzt werden die Stoffe vorwiegend für die Oberbekleidung, Tisch- und Bettdecken, Tapeten sowie als Polsterbezug von Stühlen oder Fauteuils.

Geschichte und Hintergrund der Toile-de-Jouy-Stoffe und Muster

Ludwig XIV muss wohl in seinem Schloss in Versailles gewütet haben. Portugiesische Seefahrer hatten vor einigen Jahren feine bedruckte Baumwollstoffe aus Indien, sog. Indiennes in den Hafen von Marseille mitgebracht. Diese Indiennes fanden sofort reißenden Absatz und hatten sich inzwischen über ganz Frankreich verbreitet. Sie waren ebenso farbenprächtig, günstiger, einfacher zu pflegen und boten einen angenehmeren Tragekomfort als die in Frankreich produzierten Seidenstoffe. Und das bedrohte nun in zunehmender Weise die wirtschaftliche Situation der französischen Seidenfabrikanten.

Kurzerhand ließ er 1686 die Herstellung und die Verbreitung solcher Baumwollstoffe, den sog. Kattuns verbieten, um die heimische Seidenproduktion nicht zu gefährden. Das führte jedoch in den darauffolgenden Jahren dazu, dass Frankreich vom ansonsten in Europa boomenden Baumwollmarkt abgeschnitten war. Als erst über 70 Jahre später das Verbot wieder aufgehoben wurde, gab es in Frankreich keine Fachkräfte im Baumwollmarkt mehr.

Sesselbezug aus Toile-de-Jouy © Xosema, Wikipedia

Der deutsche Christoph-Philipp Oberkampf, der ein Jahr zuvor nach Paris als Graveur gezogen war, nutzte die Gunst der Stunde und eröffnete in Jouy-en-Josas, nur 4 km von Versailles entfernt, eine Baumwolldruckerei und bedruckte die Baumwolle als Erster mittels gravierter Kupferplatten. Das erlaubte eine sehr feine Struktur der Zeichnungen auf den Stoffen und so wurde sein Betrieb bald zu einem der führenden auf dem Markt und begründete den Ruhm der Stoffe aus Jouy, den Toile-de-Jouy.

Typische Farben und Muster © Dcoracao, Wikipedia

 

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Ein Zimmer im roten Toile-de-Jouy-Stil in der charmanten Villa Rivoli in Nizza © Siegbert Mattheis

Hier mehr Infos und Bilder zur Villa Rivoli

Eine Schale im erweiterten Toile-de-Jouy-Dessin in einem südfranzösischen Landhaus © Siegbert Mattheis

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Siegbert Mattheis

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