Shabby Chic, die Schönheit des Unvollkommenen

Was ist Shabby Chic? Woher kommt der Name? Welche Farben kennzeichnen den Shabby Chic? Und wie kombiniert man moderne Gegenstände mit diesem Stil?

Wir lieben Unvollkommenes, Unperfektes. Gebrauchsspuren und Gegenstände, die eine Geschichte erzählen. Denn nichts und niemand ist perfekt. Wir haben alle unsere kleinen Macken, Ecken und Kanten, unsere Ungereimtheiten. Und wir haben unser gelebtes Leben mit Höhen und Tiefen.

Und daher passen auch Möbel und Gegenstände zum Leben, die eine Geschichte erzählen. Denen Gebrauchsspuren anzusehen sind wie etwa abgeblätterte Farbe, abgestoßene Kanten und Ecken. Denn wenn eine Einrichtung nur glänzend, glatt und makellos ist, wirkt sie leicht leblos und steril. Aber gerade in unserem eigenen Zuhause suchen wir nach Geborgenheit, Ruhe und Sanftheit und auch Gemütlichkeit.

So trägt der Einrichtungsstil Shabby Chic, den wir auch in vielen mediterranen Häusern und Wohnungen vorgefunden haben, sehr viel dazu bei, dass wir uns zu Hause so richtig wohl fühlen. Denn im Shabby Chic geht es um die Liebe zum Detail und um die Schönheit des Unvollkommenen.

Shabby Chic lebt von Gebrauchsspuren © Siegbert Mattheis
Shabby Chic lebt von Gebrauchsspuren © Siegbert Mattheis

Was ist der Shabby Chic?

Shabby Chic (engl. „schäbig“, „marode“, „heruntergekommen“) ist eine Mischung aus Erbstücken, Flohmarktkäufen und Selbstgemachtem sowie Möbel und Gegenständen mit sichtbaren Gebrauchsspuren. Aber auch kombiniert mit modernen Einzelstücken. Zum Einrichtungsstil passen zarte, verblichen wirkende Farben in Naturtönen, einfache Muster und schlichte Fußböden aus Hartholz, Sisal oder anderen Naturmaterialien. Natürliche Stoffe wie Metall, Leder, Baumwolle, Leinen, Samt und Seide mit Paisleymustern, Toile-de-Jouy oder mit Schrift-Motiven bedruckt. Kelims oder Orientteppiche gehören ebenfalls dazu. Auch Handwerk und DIY wie Spitze, Gestricktes und Gehäkeltes oder mundgeblasenes Glas, Kristall oder Keramik haben ihren Platz im Shabby Chic.

Zum Shabby Chic passen auch Einzelstücke vom Flohmarkt, wie hier ein Louis-quinze-Stuhl in Nizza © Siegbert Mattheis
Zum Shabby Chic passen auch Einzelstücke vom Flohmarkt, wie hier ein Louis-quinze-Stuhl in Nizza © Siegbert Mattheis
Vintage-Vogelkäfig vom Flohmarkt © Siegbert Mattheis
Vintage-Vogelkäfig vom Flohmarkt © Siegbert Mattheis
Alte Spitze als Erbstück oder vom Flohmarkt passt gut zum Shabby Chic © Siegbert Mattheis
Alte Spitze als Erbstück oder vom Flohmarkt passt gut zum Shabby Chic © Siegbert Mattheis
Auch etwas Kurioses passt gut zum Stil © Siegbert Mattheis

Woher kommt der Name Shabby Chic?

Den Namen Shabby Chic gab ihm die englische Stylistin Rachel Ashwell 1989 in Anlehnung an die Einrichtung großer, alter Landsitze des niederen Adels, als Gegensatz zur Neigung der oberen Mittelklasse, sich teure Innenausstattungen im viktorianischen Stil anzuschaffen.

Dieser Einrichtungsstil hat sich inzwischen von einer eher alternativen Gegenbewegung zu einem echten Trend entwickelt. Nicht zuletzt deswegen, weil er in hohem Maße Aspekte der Nachhaltigkeit aufgreift, indem alte Möbel nicht mehr weggeworfen, sondern wieder aufgearbeitet werden, ohne deren alten Charme zu zerstören.

Abgeblätterte Farbe lässt das Hoilz durchscheinen © Siegbert Mattheis
Abgeblätterte Farbe lässt das Hoilz durchscheinen © Siegbert Mattheis
Stoffe mit Retromuster in einem französischen Landgut © Siegbert Mattheis
Stoffe mit Retromuster in einem französischen Landgut © Siegbert Mattheis

Welche Farben kennzeichnen den Shabby Chic?

Helle, freundliche und pastellige Töne dominieren im Shabby Chic. Vor allem die Farbe Weiß in allen Nuancen von Creme bis zu einem hellen Grau. Sie maximiert gerade in unseren Breiten in der dunklen Zeit viel Licht, sodass selbst die dunkelsten Winkel freundlicher strahlen. Zu einem weißen Grundthema passen Naturtöne wie Beige, helles Braun und als einzelne Kontrastfarben auch ein dunkles Grau, ein gebrochenes Taubenblau oder Schwarz. Zarte Pastelltöne wie Rosé, Pistaziengrün oder ein verwaschenes Blau setzen dazu feine Akzente.

Shabby Chic im charmanten Pariser Hôtel Henriette © Claudia Mattheis
Shabby Chic im charmanten Pariser Hôtel Henriette © Claudia Mattheis

Wie kombiniert man moderne Gegenstände mit Shabby Chic?

Gegenstände wie einen Fernseher muss man nicht in einen alten, verschnörkelten Holzrahmen setzen, um stilgerecht zu bleiben. Im Gegenteil, denn der Shabby Chic lebt von der Kombination aus Altem, Neuem, einzelnen Fundstücken oder Kuriosem. Viele technische Gegenstände sind z.B. aus mattem Silber oder Aluminium. Solche schimmernden Accessoires, veredeln die hellen und sanften Töne. Wenn Sie dazu silberne Vasen, Bilderrahmen oder Kristallleuchter kombinieren, verleihen Sie der Wohnung zudem ein wenig Eleganz, den Chic.

Stöbern Sie einfach auf Flohmärkten nach schönen Einzelstücken oder verleihen Sie Ihren alten oder neu gekauften Holzmöbeln ein etwas weniger perfektes Aussehen, indem Sie sie an einigen Stellen abschleifen oder z.B. mit Kreidefarben einen Vintage-Look verleihen. Dazu gibt es inzwischen zahlreiche Bücher und Anleitungen. Wenn Ihnen das zu mühsam ist, können Sie natürlich auch viele Möbelstücke im Shabby Chic-Stil mit Gebrauchsspuren oder Antik-Finish kaufen. Hier eine kleine Auswahl:

Kommoden und Konsolen

Kronleuchter

Couch- und Beistelltische

Schränke

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