Tipps Toulouse – alles rund um Pastel-Blau

Was hat Toulouse mit Pastel zu tun? Nun, die Stadt verdankte ihren Wohlstand zu Zeiten der Renaissance der unscheinbaren gelben Färberwaid-Pflanze, auf frz. pastel. Hier ein paar Tipps für Toulouse rund um diese Pflanze, die u.a. auch die Basis für Naturkosmetik bildet:

Damals wurde aus dieser Pastelpflanze die begehrte Farbe Blau zum Färben von Tüchern gewonnen. Denn aus den gelbgrünlichen Blüten wird in einem komplexen Verfahren und Oxidation an der Luft ein unvergleichliches Blau.

Ein Jahrhundert lang sorgte diese Pflanzenfarbe für schier unermesslichen Reichtum der Waidhändler, die man auch Pastelfürsten nannte. Mit Ankunft des günstigeren Indigo-Blaus aus Indien im 17. Jhdt. begann der Niedergang des Wohlstands in Toulouse. 

Pastel- / Faerberwaidpflanze
Pastel- / Faerberwaidpflanze ©_Graine_de_pastel_Toulouse

Pastel ist beliebt als Naturfarbstoff

Seit einiger Zeit erlebt das nun auf modernere Weise gewonnene Färberwaid eine eigene Renaissance als Naturfarbstoff. Und die schon in der Antike bekannten dermatologischen Wirkstoffe der Pastelpflanze finden heute im Bereich Kosmetik und Körperpflege erneut Anwendung.

Das "Hôtel d'Assézat" in einem prächtigen Patrizierbau
Das "Hôtel d'Assézat" in einem prächtigen Patrizierbau © Chloe Sabatier / OT Toulouse

Kunst im Palais Assézat

Die noch gut erhaltenen, prächtigen Patrizierhäuser verweisen heute noch auf die glorreichen Zeiten des Wohlstands in Toulouse. Einer der schönsten Stadtpaläste bildet nun einen stilvollen Rahmen für eine große Kunstsammlung.

Im 16. Jahrhundert manifestierte der Waidhändler Pierre Assézat seinen Reichtum mit der Errichtung eines prächtigen Stadtpalastes, ein wahres Kleinod der Renaissance-Baukunst. Nachdem der Patrizierbau lange Zeit die ehrwürdige literarische „Académie des Jeux Floraux“,  beherbergte, fand er mit dem „Hôtel d’Assézat“ eine neue Bestimmung. Das prachtvolle Gebäude bildet den angemessenen Rahmen für die umfassende Kunstsammlung von Georges Bemberg. Wertvolles historisches Mobiliar unterstreicht Meisterwerke, darunter Gemälde von Canaletto oder Tiepolo im Saal Venise. In der Porträt-Galerie sind unter anderen die zauberhafte Venus von Lucas Cranach oder Frauengemälde von Tournier zu sehen. Die zweite Etage ist der modernen Malerei gewidmet, darunter eine umfangreiche Sammlung mit Werken des Malers Pierre Bonnard. Besucher können den Kunstgenuss noch bis Mitte Oktober 2018 im Tee-Salon unter den Arkaden des Patrizierhauses angenehm ausklingen lassen.

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Das Office de Tourisme von Toulouse bietet zudem Stadtführungen zum Thema der Patrizierbauten.

Zertifizierte Naturkosmetikprodukte von "Graine de Pastel"
Zertifizierte Naturkosmetikprodukte von "Graine de Pastel" © Graine de Pastel

Pastel als Naturkosmetik

Schon Hippokrates verwendete die Blätter des Färberwaids zur Wundbehandlung. Die dermatologischen Wirkstoffe der Pflanze, reich an Omega 3, 6 und 9, veranlassten Carole Garcia und Nicole Juin, sie für die Produktion einer Pflegeserie einzusetzen. Die Naturkosmetik von „Graine de Pastel“ bezeugt, dass die Pastelpflanze weit mehr kann, als nur Blau zu färben. Inzwischen umfasst die Produktpalette zertifizierte natürliche Gesichts- und Hautpflege, aber auch zarte Düfte, benannt nach Paule de Viguer. Die Tochter eines Waidhändler bezauberte mit ihrem makellosen Teint im Jahr 1533 König François I., der sie als „La Belle Paule“ auszeichnete. Den Gründerinnen von „Graine de Pastel“ gefällt die Vorstellung, dass die schöne Paule schon um die Anti-aging-Effekte des Waidöls wusste. Mittlerweile gibt es Boutiquen der Naturkosmetik-Marke in Toulouse und weiteren Städten in Okzitanien, aber auch in Paris und Seoul. Außerdem verfügt „Graine de Pastel“ über zwei SPA-Anlagen, in Toulouse und Lauzerte.

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Außenansicht der Fleurée de Pastel, eine Boutique in Blau
Fleurée de Pastel, eine Boutique in Blau © Celine Gicquel / OT Toulouse

Fleurée de Pastel – Eine Boutique in Blau

Der Renaissance des Färberwaids als Farbstoff begegnen Besucher in der Boutique Fleurée de Pastel im historischen Zentrum von Toulouse. Stilgerecht im Patrizierhaus des Pastelfürsten Pierre Delfau, 20 Rue de la Bourse, findet sich eine reiche Auswahl an blau gefärbter Damen- und Herrenmode, aber auch Tischwäsche und Dekorationsobjekte. Kleinkunst und Kosmetik, ebenso auf der Basis von Pastel, ergänzen das Angebot. Die spätgotischen Gewölbe und die erhaltenen Bauelemente der Renaissance sind typisch für den Stil der Toulouser Waidhändler. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist der passende Rahmen für eine vom Blau des Pastels beherrschten Boutique.

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Annette Hardouin mit ihren ausschließlich handgefärbten Naturstoffen
Annette Hardouin mit ihren ausschließlich handgefärbten Naturstoffen © Marie-Lise Gauthier

100% ige Naturstoffe in Pastel-Blau

Für Annette Hardouin ist Kreativität ein Lebenselixier. Seit 2016 kreiert sie Kleidung und Accessoires der Marke AHPY aus 100 % reinen Naturstoffen, teilweise auch zertifizierte Bio-Stoffe, und alle aus französischer Produktion. Dabei frönt sie ihrer Leidenschaft für das unvergleichliche Blau aus der Pastelpflanze. In ihrer Atelier-Boutique im Stadtviertel Minimes werden ausschließlich handgefärbte Stoffe verarbeitet. Ihre Begeisterung für diese blaue Naturfarbe vermittelt sie auch den Teilnehmern ihrer Kurse, die sie in die Geheimnisse der Farbgewinnung aus der Pastelpflanze einweiht. Einst war es ein langwieriges Verfahren, um aus den Blättern die großen Reichtum versprechende, färbende Kugel, genannt „Cocagne“, zu gewinnen. Noch immer steht der Ausdruck „Pays de Cocagne“ in Frankreich für das Schlaraffenland. Zwar entsteht mittlerweile eine färbende Tinktur mit moderneren Mitteln, doch der Zauber ist ungebrochen. Ein blütenweißes Tuch wird in eine trübe Brühe getaucht und die zitronengelbe Farbe verwandelt sich dann an der Luft in jenes wunderbare Blau. 

Mehr zu den Kursen „Einen Tag Blau färben“

Im 5-Sterne Hotel "La Cour des Consuls"
Im 5-Sterne Hotel "La Cour des Consuls" © E. Gentils

La Cour des Consuls Hotel und Spa

Das 5-Sterne Hotel La Cour des Consuls im historischen Carmes-Viertel verweist mit seinem Namen auf die wohlhabenden Waidhändler, die häufig in den Stand der regierenden Stadtherren, „Consuls“ erhoben wurden. Zwar stammen die beiden zu einem Hotelgebäude vereinten Patrizierhäuser aus dem 16. und 18. Jahrhundert nicht mehr direkt aus der Zeit der Pastelfürsten, nichtsdestotrotz werden Gäste des Luxushotels in den eleganten Zimmern und im Restaurant „Le Cénacle“ fürstlich verwöhnt. Der Bogen zum Pastel wird mit der SPA-Anlage „Graine de Pastel“ geschlagen, die ein Rundum-Wellnessprogramm mit den oben beschriebenen Pflegeprodukten aus der Pastelpflanze anbietet. 

Mehr zum La Cour des Consuls bei Toulouse Tourismus

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