Wie isst man eine Artischocke? Ganz einfach …

Wie isst man eigentlich eine Artischocke? Am besten ganz einfach: Hier ein Rezept für Artischocken pur mit Dip und so, wie es die Römer machen, Carciofi alla Romana:

Artischocken pur

Zutaten für 2 Personen:

  • 2 große oder 4 kleine Artischocken
  • 1 Zitrone
  • 1 Packung Sauce hollandaise als Dip, alternativ auch Creme fraiche

Zubereitung:

  1. Den Strunk der Artischocken herausbrechen oder abschneiden
  2. Den oberen Teil mit dem Messer und die braunen Spitzen der Blätter mit der Schere abschneiden
  3. In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen und den Saft der Zitrone hineingeben, so werden die Artischocken nicht braun
  4. Die Artischocken etwa 30 bis 40 Min. darin kochen
  5. Herausnehmen und und mit dem Dip servieren.
  6. Die einzelnen Blätter von außen nach innen abtrennen, in den Dip tunken und das „Fleisch“ mit den Zähnen abziehen
  7. Je mehr man die Blätter abtrennt, desto kleinere und zartere kommen zum Vorschein
  8. Dann wird es etwas knifflig, denn dann nähert man sich dem Artischockenherz, dem köstlichsten Teil, aber der ist von einer sog. Heuschicht „geschützt“.
  9. Diese muss nun vorsichtig mit einem scharfen Messer vom Herz abgetrennt werden (wenn Ihnen dabei eins dieser haarigen Fasern in den Mund gerät, ist es, als ob man eine Gräte verschluckt)
  10. Aber dann ist es geschafft – Sie können das Herz in den Dip tunken – und genießen!
Artischocke gekocht © Siegbert Mattheis
Artischocke fertig gekocht zum Genießen © Siegbert Mattheis
Heu der Artischocke © Siegbert Mattheis
Das sog. Heu der Artischocke, unbedingt herausschneiden © Siegbert Mattheis

Man kann aber auch die kleineren Artischocken als Ganzes kochen und essen. Hier das Rezept dafür, Carciofi alla romana (Artischocken auf römische Art):

Carciofi alla romana

 

carciofi-alla-romana

Carciofi alla Romana

Zutaten für 4 Portionen:

  • 8 kleine bis mittelgroße Artischocken
  • ½ Tasse Wasser
  • etwas Weißwein
  • ½ Tasse Olivenöl
  • Knoblauch klein geschnitten, Petersilie, Salz und Pfeffer
  1. Die äußeren harten Artischockenblätter abzupfen.
  2. Den Stamm abschneiden, die Artischocke waschen und schälen.
  3. Die oberen Blattspitzen abschneiden, die Blätter etwas öffnen und den Knoblauch sowie die Petersilie hineingeben.
  4. Die Artischocke kopfüber in einen Kochtopf legen, das Wasser, den Wein und anschließend das Öl hinzugeben. Salzen und pfeffern.
  5. Der Topf abdecken und bei hoher Hitze zum Kochen bringen. Die Temperatur herunterregeln und für etwa 15-20 Minuten köcheln lassen.
  6. Dann sollte nicht mehr viel Flüssigkeit übrig bleiben. Ansonsten den Rest der Flüssigkeit bei offenem Topf einkochen.
  7. Anschließend als Antipasti oder als Contorni (Beilagen) mit einem schönen trockenen Weißwein, z.B. Pinot Grigio oder Vernaccia di San Gimignano servieren. Boun appetito!
Artischocke in voller Blüte © Siegbert Mattheis
Artischocke in voller Blüte, so ist sie nicht mehr essbar, aber eignet sich getrocknet wunderbar als Dekoration © Siegbert Mattheis

Artischocke Eigenschaften

Die Artischocke ist eigentlich eine essbare Distel. Genaugenommen ein Blütengemüse, das an bis zu zwei Meter hohen Stängeln wächst – und eine wunderbare Heilpflanze. Artischocken sind bewährt bei Verdauungsproblemen, erhöhten Blutfettwerten, Völlegefühl und sind reich an Vitaminen, Eisen, Magnesium und Flavoniden.

Ihr Name kommt aus dem Arabischen, Al Charschuf, (vgl. ital. il carciofo) eine Gemüsepflanze, die auch als Arznei diente und schon seit Jahrhunderten angebaut wird. Erste Belege des kultivierten Anbaus finden sich übrigens bereits um 1556.

Die Artischocke ist reich an Kohlehydraten, darunter Inulin, das besonders für Diabetiker gut geeignet ist, da sich sein Verzehr nicht auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Inulin gilt übrigens auch als der geheime Schlankmacher.

Für ihre leicht bittere Note ist der Stoff Cynarin verantwortlich , der die Gallenbildung der Leber anregt und diese bei ihrer entgiftenden Arbeit unterstützt. Besonders viel Cynarin steckt in den Blättern und Stängeln. Cynarin ist ein Bitterstoff, der die Funktion von Leber und Galle anregt und so beim Verdauen hilft. Als „Nebenwirkung“ senken sie auch den Gehalt von Cholesterin im Blut. Ein ausgeglichener Cholesterinspiegel wiederum ist die beste Vorbeugung gegen arteriosklerotische Gefäßveränderungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.Artischockensaft wirkt entwässernd und wohltuend für das Nervensystem. Die Artischocke gilt seit jeher auch als Aphrodisiakum.

Artischocken helfen auch bei Verstopfung, Übelkeit durch Chemotherapie und Schwangerschaftserbrechen.

Siegbert Mattheis

Artischocken auf dem Markt © Siegbert Mattheis
Artischocken auf dem Markt, hier in Barcelona © Siegbert Mattheis
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