Espressomaschinen: worauf sollte man beim Kauf achten?

Welche Kriterien sind wichtig beim Kauf einer Espressomaschine? Welche Hersteller zählen zu den besten? Wie lange halten Espressomaschinen? Und …

Warum schmeckt Espresso in einer Bar meist besser als zu Hause?

Wenn Sie in Italien einen caffè bestellen, bringt Ihnen der Kellner in der Regel einen Espresso (außer in Touristenhochburgen, da wird dann nachgefragt, ob man einen americano meint, einen Filterkaffee).
Espresso kann in Italien übrigens zu jeder Tageszeit getrunken werden, wenn Sie allerdings nach Mittag einen Cappuccino bestellen, outen Sie sich als Nichtitaliener.

Un caffè (der vollständige Name lautet caffè espresso), sollte man in wenigen Schlucken trinken – er setzt Akzente nach dem Essen und während des Tages.

In Südfrankreich ist ein Espresso (hier inzwischen auch nur als un café für einen Espresso) standardmäßig in einem Café Gourmand enthalten.

Jeder, der Espresso selber macht, kennt den Unterschied zwischen seinem Home-Made-Espresso und dem einer guten Bar. Die ausschlaggebende Kriterien sind dabei der Druck, mit dem das Wasser durch den Kaffee läuft, die Brühtemperatur und die Kontaktzeit der frisch gemahlenen Bohnen mit dem heißen Wasser. Auch die Tassen selbst sind entscheidend. Sie sind aus dickwandigem Porzellan und werden in einer Bar über der Maschine, mit einem Tuch abgedeckt, vorgewärmt. Und nicht zuletzt ist es die Profi-Maschine eines Baristas, denn für guten Bar-Espresso muss die Kaffeemühle mit einer Zentrifugalschneckenmühle ausgestattet sein, die als einzige geeignet ist, die Bohnen in feinstes Pulver mit gleichmäßiger Größe zu zerkleinern.

Worauf sollte man achten beim Kauf einer Espressomaschine?

Der Brühdruck sollte sich im Bereich zwischen mindestens 8 und 12 bar befinden (hierbei handelt es sich um den tatsächlichen Druck, viele Hersteller werben mit dem Höchstdruck von 15 oder 18 bar).

Gute Espressomaschinen verfügen über eine Pumpe, die das Wasser zum Erhitzen bringt. Die Temperatur darf nicht höher als 90° Celsius betragen, sonst verbrennt der Espresso. Außerdem sollte der Espresso in etwa 30 Sekunden durchlaufen. Gute Maschinen sind ab ca. 300 Euro zu haben. Namhafte Hersteller sind u.a. SMEG, De’Longhi, Gaggia, Saeco, Jura oder La Pavoni.

Typisch italienischer Espresso in einer vorgewärmten, dickwandigen Tasse © Wikipedia
Typisch italienischer Espresso in einer vorgewärmten, dickwandigen Tasse © Wikipedia
Ein köstlicher Espresso ist Standard bei jedem Café Gourmand in Frankreich © Claudia Mattheis
Ein köstlicher Espresso ist Standard bei jedem Café Gourmand in Frankreich © Claudia Mattheis

Woraus bestehen Espresso-Bohnen?

Espresso wird aus einer Mischung aus Arabica– und Robusta-Bohnen hergestellt. Erstere sind maßgeblich für das Aroma verantwortlich, während die Robusta-Bohnen für die Crema sorgen. Arabica-Bohnen sind gewöhnlich etwas teurer, da die Pflanze weniger widerstandsfähig gegen Schädlinge ist, was in höheren Anbaukosten resultiert. Der Koffeingehalt der Robusta-Bohne ist etwa doppelt so hoch wie der der Arabica-Bohne. Manche Anbieter wie beispielsweise Illy schwören aber auch auf eine 100-prozentige Arabica-Mischung.

Espresso schmeckt am besten, wenn die Bohnen unmittelbar zuvor gemahlen worden sind. Kenner achten auf Nuancen: so empfiehlt es sich zum Beispiel, bei feuchter Luft den Kaffee gröber zu mahlen, da dieser sonst leicht zusammenklebt. Bei trockener Luft sollte dagegen feiner gemahlen werden. Für eine Tasse benötigt man 6,5 Gramm Espresso.

Warum ist Espresso gesünder als Filterkaffee?

Ein kräftiges Aroma, eine sanft schimmernde Crema und ein Geschmack, in dem sich zahlreiche Nuancen von bitter über sauer bis süß harmonisch verbinden. Zum Glück hat der kleine, schwarze Wachmacher von seinem Ursprungsland Italien aus die Welt erobert und den langweiligen Filterkaffee verdrängt. Espresso schmeckt besser und ist gesünder. Denn der Koffeingehalt von Espresso ist geringer als der von herkömmlichem Filterkaffee. Das liegt daran, dass die Kontaktzeit zwischen Wasser und Bohne bei Espresso wesentlich kürzer ist. Außerdem werden die Bohnen länger geröstet. Die Giftstoffe entweichen im Gegensatz zu Filterkaffee, der übrigens aus den selben Bohnen hergestellt wird.

Wie lange halten Espressomaschinen?

Gute Espressomaschinen halten jahrzehntelang. Das rechtfertigt dann auch den höheren Preis, denn die Technik und die verarbeiteten Materialien zählen.

Wir selbst haben seit fast 20 Jahren eine Jura Impressa E75, die ununterbrochen ihren Dienst verrichtet. Damals hatte sie etwa 1.000 DM, also knapp 500 Euro gekostet. Nur der Milchaufschäumer hatte seinen Geist nach 12 Jahren aufgegeben. Aber da uns die Reinigung nach jedem Dampfbezug mit einem feuchten Lappen und das Warten auf die Umstellung zum erneuten Kaffeebezug ohnehin zu lang dauerte, haben wir uns für einen externen Milchaufschäumer entschieden. Wir leben gut damit und ein Cappuccino oder Latte Macchiato ist so schneller fertig.

Den kurzen Augenblick eines Espressoschlucks sollte man genießen © istockphoto
Den kurzen Augenblick eines Espressoschlucks sollte man genießen © istockphoto

Kurze Geschichte des Espresso

Espresso ist um einiges jünger als Filterkaffee. Seine Geschichte ist eng mit der fortschreitenden Technik verknüpft. Nachdem sich Kaffee bereits ab dem 17. Jahrhundert in Europa zu etablieren begann, stellte die Firma Bezzera erst im Jahre 1901 eine industriell gefertigte Maschine her und kreierte eine neues Getränk gleich mit. Allerdings sollte es noch 60 Jahre dauern, bis man in Italien einen Espresso, so wie er heute auf der ganzen Welt serviert wird, trinken konnte. Ernesto Valente entwickelte 1961 die „Faema 61“, die allen nachfolgenden Maschinen als Modell diente.
In der Zwischenzeit hatte sich bereits die Espresso­kanne, die Moka Express von Bialetti etabliert, bei der man leider auf die Crema verzichten muss. Sie wurde 1933 entworfen.

Espressomaschine oder Espressokanne?

Die gebräuchlichen Espresso-Kannen sind immer noch besser als billige Maschinen. Mit ihnen muss man aber eben auf die begehrte Crema verzichten, außer man macht sich die Mühe und bedient sich eines Tricks. Dazu muss man die allerersten Tropfen, die aus der dem Kocher schäumen, mit einem Löffel abfangen und in eine Tasse geben. Dort werden sie dann mit Zucker schaumig geschlagen, bis eine Ersatz-Crema entsteht. Der restliche Espresso wird dann einfach aufgegossen.

Worauf sollte man noch achten?

Auf sich selbst – und genießen! Denn auch wenn das Vergnügen nur von kurzer Dauer ist – zwei Schluck und die Tasse ist schon wieder leer. Denn Genießer wissen, dass wahre Freuden meist von nur kurzer Dauer sind. Wie Friedrich Schiller sagte: „Nicht in die ferne Zeit verliere dich! Den Augenblick ergreife! Der ist dein …“.

Philipp Mattheis / Siegbert Mattheis

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