Was ist Pacharán oder Patxaran?

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Pacharán / Patxaran ist ein süß-bitter schmeckender, dunkelroter spanischer Anis-Schlehen-Likör, traditionell aus Navarra, der Gegend zwischen San Sebastian und Saragossa mit der Hauptstadt Pamplona stammend. Der Alkoholgehalt liegt zwischen 25 und 30 %.

Wie wird Pacharán getrunken?

Pacharán wird gut gekühlt pur nach dem Essen als Digestif getrunken. Wenn Sie die Flasche nicht gekühlt zur Hand haben, können Sie ihn aber auch mit Eiswürfeln mischen. Kenner lehnen es allerdings strikt ab, den Geschmack dadurch zu verwässern.

Inzwischen haben sich auch schon einige Longdrinks mit Pacharán durchgesetzt. Er passt z.B. zu Orangen- oder Pfirsichsaft, auch mit einem Schuss Sherry.

Einige der bekanntesten Cocktails sind

Butano: Patxaran mit Orangensaft oder Pfirsichsaft und Eiswürfeln

Sorbete de pacharán: Patxaran mit Fruchtsorbet

Pacharán con cava: Patxaran mit Cava, dem spanischen Champagner

Mojito de pacharán: Patxaran mit Zucker, Limette, Minze und Eiswürfeln.

Rezept für Mojito de Pacharán:

  • 5 cl Pacharán
  • 3 cl Mojito-Basis (Zucker, Limette, Minze) oder „Base de Mojito“ kaufen
  • 5 cl Orangensaft
  • Eiswürfel

Hintergrund und Geschichte

Der Name Patxaran stammt aus dem Baskischen, aus den Wörtern paitar, pattar (für Likör) und aran (für Schlehe in einigen baskischen Dialekten). Schlehen sind kleine blaue, mit den Zwetschgen verwandte Steinfrüchte.

Patxaran wurde schon im Mittelalter als Medizin getrunken. So ist nachgewiesen, dass die erkrankte Königin Blanka von Navarra im Jahre 1441 im Kloster Santa María de Nieva den Likör als Heilmittel trank, denn Schlehenelixier war bekannt als Stärkungsmittel nach Infektionskrankheiten. Blanka war außerdem Königin von Sizilien und später die Ehefrau von Alfons V., König von Aragón. Patxaran hatte ihr offensichtlich jedoch nicht geholfen, denn sie starb im selben Jahr im Alter von nur 54 Jahren.

Bis ins 19. Jahrhundert war Patxaran vorwiegend in den ländlichen Gegenden anzutreffen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs jedoch wurde Patxaran auch außerhalb von Navarra bekannt, Soldaten aus Navarra hatten ihn immer bei sich und teilten den Likör gerne mit anderen.

Somit wurde er auch in anderen Regionen Spaniens hergestellt, wie z.B. in Aragón, La Rioja, Castilla y León oder auch in Cantabria sowie in den französischen Baskengebieten.

Pacharan aus Navarra © bozhena_melnyk, Fotolia
Pacharán aus Navarra © bozhena_melnyk, Fotolia

Pacharán-Herstellung

Geerntet werden die wild wachsenden Schlehen von den Bauern nach dem ersten Frost, denn dadurch verlieren sie ihre bittere, adstringierende Note.

Anschließend werden sie mit süßem Anislikör aufgesetzt und je nach Tradition oder persönlicher Vorliebe mit Zimtstangen  oder auch Kaffeebohnen gewürzt. Die Mazeration mit den Früchten dauert ein bis vier Monate und die Flüssigkeit reift dann weitere drei bis vier Monate gefiltert nach.

Qualitätsunterschiede entstehen unter anderem durch die Verwendung von Schlehen unterschiedlicher Größe,. Je kleiner die verwendeten Schlehen sind, desto intensiver ist der Geschmack des Pacharáns.

Um den Patxaran aus Navarra nach seiner stärkeren Verbreitung vor Nachahmerprodukten von minderer Qualität zu schützen, wurde 1988 die Aufsichtsbehörde zur Patxaran-Herstellung der „Consejo Regulador del Pacharán Navarro“ und das Güte- und Herkunftssiegel „Denominación de Origen del Pacharán“ eingerichtet. Danach dürfen im Übrigen keine künstlichen Aromen oder Farbstoffe verwendet werden.

Pro Jahr werden etwa 7 Mio. Liter kommerziell hergestellt.

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Bekannte Pacharán-Marken sind:

Etxeko, Zoco, Kantxa, Barañano Atxa, Basarana, Berezko, Usua, La Navarra und Baines.

Siegbert Mattheis

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