Kaiserkult im Römischen Museum in Nîmes, Ausstellung 2021

„Der römische Kaiser, ein Sterblicher unter den Göttern!“ Unter diesem Titel zeigt das Römische Museum in Nîmes – in Zusammenarbeit mit dem Pariser Louvre – vom 13. Mai bis zum 19. September 2021 die erste französische, dem Kaiserkult gewidmete Ausstellung.

Diese wirklich Ausstellung beschreibt die Ursprünge des Kaiserkults, der vom ersten römischen Kaiser Augustus im 1. Jh. vor Chr. eingeführt wurde. Entdecken Sie im Laufe der Ausstellung die religiösen und mythischen Referenzen, die die Macht des Kaisers legitimierten und zur Herausbildung seiner Identität im gesamten Römischen Reich beitrugen.

Der Ausstellungsparcours umfasst zwei Teile, an der Schnittstelle zwischen offizieller Kunst, Politik und Religion. Er zeigt die Werke in ihren unterschiedlichen Facetten, inmitten einer originellen Inszenierung.

Kopf von Kaiser Augustus
Kaiser Augustus, Museum Saint-Raymond, Toulouse © Daniel Martin

Unter Augustus wurde der der Kaiserkult eingeführt

Der erste Teil der Ausstellung ist Augustus gewidmet, unter dessen Herrschaft der „Kaiserkult“ eingeführt wurde. Der Name Kaiser leitet sich von Gaius Julius Caesar ab, dem Adoptivater von Augustus. (Caesar wurde in der Antike etwa „Kaisar“ ausgesprochen, aus diesem Namen leitete sich später Kaiser und auch Zar ab).

Im Westlichen Römischen Reich umfasste dieses Konzept des Kaiserkults eine breite Vielfalt öffentlicher religiöser Veranstaltungen, in deren Mittelpunkt der Kaiser stand, der zu Lebzeiten als die Seele des Staates und Garant für dessen Wohlstand galt. Auch wenn er als Bindeglied zwischen den Menschen und den Göttern und als vom Himmel gesandt dargestellt wurde, war der Kaiser dennoch kein Gott. Er wurde erst nach seinem Tode vergöttlicht, wobei sein Status dennoch unter dem der unsterblichen Götter verblieb.

Zweifelsohne gewann allerdings die kaiserliche Macht ab der Regierungszeit Augustus immer mehr an Legitimität, basierend auf den religiösen Ehrungen, die ihm zuteil wurden und seiner Nähe zu den Göttern. Sein Abbild, das in Rom, in ganz Italien und in den römischen Provinzen stark präsent war, war einer der wichtigsten Träger dieser Ideologie und zwar in verschiedensten Formen: als Statuen, auf Münzen, Bauvorhaben usw. Der Name und die Position des Kaisers waren so überall durch zahlreiche Inschriften präsent.

Diese Präsenz im Kaiserreich wurde nicht einseitig aufgezwungen; sie war das Ergebnis einer komplexen Kommunikation zwischen den örtlichen Behörden und dem zentralen Machtapparat. Dieser Dialog war besonders bedeutend in der Provinz Gallia Narbonnensis, einer Provinz, die frühzeitig in das Römische Reich eingegliedert wurde und deren Städte schon früh in der Gunst des Kaisers Augustus standen, dem Gründer der kaiserlichen Macht und Neuorganisator des Staates.

Statue aus Bronze
Kaiser Augustus Statue in Nîmes © Wikipedia
Münzabbildung auf Glaswand, davor große Lupe
Caesar Augustus © Stéphane Ramillon, Ville de Nîmes
Besucher um Modelle römischer Bauten im Museum
Faszinierende Modelle römischer Bauten aus Kork von Auguste Pellet, 19. Jh. © Stéphane Ramillon, Ville de Nîmes

Kaiser Augustus gewidmete Bauten

Der zweite Teil der Ausstellung ist den verschiedenen Formen gewidmet, die der Kaiserkult in der Provinz Gallia Narbonnensis annimmt, sowie den dem Kaiser gewidmeten Bauwerken in Vienne, Arles, Béziers oder Narbonne.
In Nîmes, unweit des Museums, laden zwei Standorte aus der Zeit des Kaisers Augustus den Besucher ein, die Ausstellung vor Ort fortzusetzen: das Maison Carrée und das Augusteum des Standortes der historischen Quelle, die die Stadt Nîmes begründetet.

Mehr zur 2.500jährigen Geschichte von Nîmes.

Die Originalität, die historische Wichtigkeit und die politische Bedeutung dieser religiösen Bauwerke werden in der Öffentlichkeit immer noch zu wenig wahrgenommen. Durch die Ausstellung werden sie in einen breiteren Kontext gesetzt, in dem die vielseitigen Aspekte des Kaiserkults untersucht werden.

Diese erste Ausstellung seit der Eröffnung des Musée de la Romanité im Juni 2018, die vollständig vom Museum konzipiert wurde, vereint 149 Werke, darunter 30 Leihgaben des Louvre. Ferner stammen 64 Werke aus den Sammlungen des Römischen Museums, darunter 46 Werke, die anlässlich der Ausstellung zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt werden sollen und die derzeit restauriert werden.

Dank der Leihgaben von 14 französischen und italienischen Museen bietet das Römische Museum der Öffentlichkeit die Gelegenheit, diese außergewöhnlichen Werke zu bewundern, deren ästhetischen Qualitäten durch die Szenografie besonders zur Geltung gebracht werden. Der Ausstellungsparcours wird durch einen Katalog sowie mehrere Events (Workshops, Führungen, Konferenzen) ergänzt.

In das Römische Museum können Sie auch gerne vorab schon einmal in einer virtuellen 360-Grad-Panoramatour eintauchen!

Zur Homepage des Musée de la Romanité (auf englisch)

Tempelgiebel mit Blick von unten
Der den beiden Adoptivsöhnen von Augustus geweihter Tempel, das Maison Carrée © Ville de Nîmes
Statue Kaiser mit Bart, die rechte Hand hebend
Staute von Antoninus Pius, in Nîmes geborener römischer Kaiser (138 bis 161 n.Chr) © Siegbert Mattheis
Glitzernde Aluminium-Fassade des Römischen Museums
Musée de la Romanité © Stéphane Ramillon, Ville de Nîmes
Abendhimmel, Blick auf das Amphitheater
Dachterrasse des Römischen Museums © Julien Lefebvre, Musée de la Romanité

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