Geheimtipp Cuenca in Spanien: hängende Häuser an Schluchten

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Wir hatten Cuenca Mitte September besucht und waren verwundert, dass gefühlt nur etwa eine Handvoll Tourist:innen die schmalen Gassen und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten durchstreiften.

Dabei ist zum einen die Altstadt schon seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe. Die einzige übrigens in Castilla-La Mancha neben Toledo 1986.

Zum anderen ist die Jahreszeit einer der besten, um die Stadt und auch die gleichnamige Region Cuenca zu besuchen.

Und dann ist der Ort – im wahrsten Sinne des Wortes – pittoresk! Dabei nutzen wir den Ausdruck eher selten, aber hier passt er wirklich.

Historische Gebäude auf einer felsigen Klippe, umgeben von Grün unter einem strahlend blauen Himmel.
Blick auf die Schlucht vor der Altstadt © Siegbert Mattheis

Vielleicht mag es daran liegen, dass Cuenca ein Teil des „unbekannten“ Spaniens ist. Wir hatten jedenfalls zuvor nie davon gehört, bis wir die Stadt erstmals besuchten. Läge der Ort am Mittelmeer, wäre er vermutlich vom Overtourism überschwemmt.

Kaum bekanntes Spanien

Denn Cuenca ist eine Stadt, deren Motive sich für malerische Bilder geradezu aufdrängen. Aus jeder erdenklichen Perspektive. Der Blick nach oben zu den Fassaden, die mit den Felsen nahezu verschmelzen.

Zu hölzernen Balkonen und Häusern, die sich am Rand eines Abgrunds festzuklammern scheinen. Nach unten zu den schmalen Flüssen Huécar und Júcar, die sich tief in den Fels gegraben haben. Oder zur filigranen Brücke, die die tiefe Schlucht überspannt.

Farbenfrohe Häuser an der Steilküste mit Holzbalkonen im Sonnenlicht; eine Metallbrücke überspannt die tiefe Schlucht darunter.
Cuenca und die "hängenden Häuser" © Siegbert Mattheis
Ein Steingebäude mit nach außen ragenden Balkonen aus dunklem Holz, vor dem Hintergrund eines strahlend blauen Himmels.
Casas Colgadas, die "Hängenden Häuser" © Siegbert Mattheis

Wo liegt Cuenca?

Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz liegt in der spanischen Region Kastilien-La Mancha, etwa auf halber Strecke zwischen Madrid und Valencia. Berühmt ist sie vor allem für ihre Casas Colgadas, die „Hängenden Häuser“.

Doch wer Cuenca nur auf Fotomotive reduziert, tut einer der ungewöhnlichsten historischen Städte Spaniens unrecht. Zumal sie auch am Rande eines atemberaubenden Naturparks mit unberührten Wäldern, tiefen Schluchten und bizarren Felsformationen liegt.

Die UNESCO würdigt die historische Oberstadt von Cuenca als außergewöhnlich gut erhaltene mittelalterliche Festungsstadt mit ihrer spektakulären Lage auf einem „Adlernest“ zwischen den Schluchten des Río Huécar und des Río Júcar.

Die Altstadt mit etwa 1.800 Einwohner:innen liegt zum Teil auf mehr als 1.000 Metern Höhe, während sich die Unterstadt mit etwa 50.000 Einwohner:innen auf dem flacheren Gelände westlich und südlich des historischen Zentrums ausbreitet. Zwischen ihr und der hoch gelegenen Altstadt liegen zahlreiche Treppen, steile Straßen und beeindruckende Aussichtspunkte.

Blick vom Dach auf eine Stadt mit bunten Gebäuden und Hügeln unter einem strahlend blauen Himmel.
Blick auf die Unterstadt © Siegbert Mattheis

Die Sommer können hier zwar heiß, die Abende aber überraschend frisch sein. Im Winter wird es in Cuenca kälter als in vielen anderen Regionen Spaniens. Auch Schnee ist hier keine Seltenheit.

Wie ist die Geschichte von Cuenca?

Die Ursprünge der heutigen Stadt reichen in die Zeit der muslimischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel zurück. Um 784 gab es auf dem Felssporn eine befestigte Siedlung. Denn ihre Lage zwischen den beiden Schluchten machte sie zu einer schwer einnehmbaren Festung.

Der arabische Name der Stadt lautete vermutlich Qūnka oder Kunka. Daraus entwickelte sich später der heutige Name Cuenca. Die Siedlung gehörte zeitweise zum muslimischen Taifa-Königreich Toledo und lag in einer umkämpften Grenzregion zwischen christlich und muslimisch beherrschten Gebieten.

Bronzestatue eines gekrönten Mannes in Rüstung auf einem Pferd, im Hintergrund sind Bäume und Gebäude zu sehen.
Denkmal von Alfons VIII. © Siegbert Mattheis
In einem gerahmten Gemälde ist ein Bischof in prunkvollen Gewändern zu sehen, der einen Stab in der Hand hält, sitzt und seine rechte Hand zum Segen erhebt.
Julian de Cuenca, von 1196 bis 1208 der zweite Bischof der Stadt © Siegbert Mattheis

Im Jahr 1177 eroberte der knapp 22-jährige kastilische König Alfons VIII. Cuenca nach einer längeren Belagerung. Die Stadt wurde anschließend zum Bischofssitz und erhielt umfangreiche Stadtrechte. Mit dem sogenannten Fuero de Cuenca entstand eine bedeutende mittelalterliche Rechtsordnung, die später auch anderen Städten als Vorbild diente.

Nach der christlichen Eroberung lebten in Cuenca über längere Zeit Christen, Muslime und Juden zusammen.

Zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert erlebte Cuenca durch die Verarbeitung von Wolle und der Herstellung von Tuchen und Teppichen einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Flüsse lieferten Wasser für Walkmühlen und andere Betriebe des Textilgewerbes. Der Klerus sicherte sich ein Zehntel der Einnahmen und wusste irgendwann nicht mehr, wohin mit dem Geld, erzählt uns Pablo, der uns die Stadt auf einer Führung näherbringt, mit einem Augenzwinkern.

Die Stadt verlor jedoch durch die Zerstörungen der französischen Besatzung Anfang des 19. Jahrhunderts und mangelnder Industrialisierung an wirtschaftlicher Bedeutung. Erst im 20. Jahrhundert begann sie wieder stärker zu wachsen und entwickelte sich zunehmend zu einem kulturellen und inzwischen auch zu einem touristischen Ziel.

Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Cuenca?

Neben den hängenden Häusern, für die Cuenca in Spanien bekannt ist, der filigranen Fußgängerbrücke, der mächtigen Kathedrale und zahlreichen weiteren Sakralbauten verfügt Cuenca über nicht weniger als 11 Museen!

Die Casas Colgadas

Die berühmten Casas Colgadas (“hängende Häuser”) sind das Wahrzeichen von Cuenca. Tatsächlich hängen sie natürlich aber nicht frei in der Luft. Sie wurden unmittelbar an den Rand der Huécar-Schlucht gebaut. Aber ihre hölzernen Balkone ragen über den steilen Felsen hinaus.

Steingebäude auf einem Hügel mit einer Fußgängerbrücke, umgeben von Felsen und grünen Bäumen, unter einem strahlend blauen Himmel.
Blick auf Cuenca am Vormittag © Siegbert Mattheis

In Spanien werden die Casas colgadas auch manchmal als „aufgehängte Häuser“ interpretiert, was auf manche irritierend wirkte, erklärt uns Paula aus Valencia lachend. Denn colgar kann „hängen“, aber auch „aufhängen“ bedeuten.

Früher gab es in Cuenca wesentlich mehr solcher Häuser. Heute sind nur noch einige erhalten. Die bekanntesten stehen an der Calle Canónigos und lassen sich besonders gut von der Brücke Puente de San Pablo aus betrachten.

Aus einem pfirsichfarbenen Gebäude, unter dem sich Stützbalken befinden, ragt ein kleiner Holzraum hervor.
Ein "hängendes Häuschen" © Siegbert Mattheis
Der sonnendurchflutete Holzbalkon bietet einen Blick auf bewaldete Hügel und Berge unter einem strahlend blauen Himmel.
Blick von einem der hängenden Balkone © Siegbert Mattheis
Eine kleine mittelalterliche Steintreppe mit kunstvollem Geländer neben einer modernen Treppe und einer dunklen Holzdecke.
Casas Colgadas innen © Siegbert Mattheis
Ein Holzfenster mit Eisenstangen, auf einer Seite offen, durch das man Bäume und blaues Wasser draußen sehen kann.
Ausblick aus einem der hängenden Häuser, dem Museum für abstrakte Kunst © Siegbert Mattheis

In einem Teil der Casas Colgadas befindet sich das absolut sehenswerte Museo de Arte Abstracto Español. So kann man die Häuser auch von innen besichtigen. Ein unterer Gebäudeteil wurde früher von einem Sternerestaurant genutzt, das aber In den 1990er Jahren umgezogen ist.

Nachtansicht von beleuchteten Gebäuden an einer Klippe und einer Brücke in einer historischen Stadt, umgeben von Bäumen.
Abends in unterschiedlichen Farben beleuchtet © Siegbert Mattheis

Fototipp

Am besten fotografiert ihr die hängenden Häuser am Vormittag von gegenüber, wenn die Sonne darauf scheint. Alternativ am Abend, wenn sie in unterschiedlichen Farben beleuchtet sind.

Warum wurden die Häuser von Cuenca so hoch gebaut?

Baugrund war innerhalb der befestigten Altstadt knapp. Durch die Lage auf dem Felsen erübrigte sich immerhin eine Stadtmauer, die Platz weggenommen hätte. So entstanden direkt an der Außenseite des Felsplateaus mehrstöckige Häuser, die sich dem steilen Gelände anpassten und nach oben und nach unten wuchsen.

Von den Straßen der Oberstadt wirken manche Gebäude zunächst eher unscheinbar. Von den Schluchten aus seht ihr jedoch, dass sie zahlreiche zusätzliche Stockwerke besitzen. Diese Gebäude werden bisweilen als die ersten spanischen „Hochhäuser“ oder Rascacielos de Cuenca bezeichnet.

Ein Paar sitzt an einem Tisch auf einem sonnendurchfluteten Platz neben gelben Gebäuden und Bäumen an einer abfallenden Straße.
Steile Treppen auf der Westseite © Siegbert Mattheis
Eine schmale Kopfsteinpflasterstraße, gesäumt von alten Gebäuden, Balkonen und warmem Sonnenlicht unter einem strahlend blauen Himmel.
Vom oberen Terrain aus sehen die Häuser normal aus © Siegbert Mattheis

Besonders gut lässt sich diese Bauweise im Viertel San Martín erkennen. Einige Gebäude reichen vom oberen Straßenniveau weit an der Felswand hinunter. Dadurch kann ein Haus auf der einen Seite nur wenige, auf der anderen aber acht oder mehr Geschosse besitzen.
Pablo zeigte uns sein Haus, in dem er ganz oben im dritten Stock eines 13-stöckigen Hauses wohnt. Wobei die anderen 10 Stockwerke nach unten gehen, allerdings ohne Aufzug 😉 . Man kann also quasi im Stockwerk -7 leben und hat einen herrlichen Ausblick auf die Unterstadt.

Alte, hohe Gebäude mit Ziegeldächern vor einem blauen Himmel mit vereinzelten Wolken, gesehen von einem nahegelegenen Dach aus.
Die mittelalterlichen "Hochhäuser". Die Kräne sind mit dem Bau von Rolltreppen beschäftigt © Siegbert Mattheis

Die Puente de San Pablo

Cuencas bekanntester Aussichtspunkt, die Fußgängerbrücke Puente de San Pablo überspannt die Huécar-Schlucht und verbindet die Altstadt mit dem ehemaligen Dominikanerkloster San Pablo. Sie wurde bereits 1565 als Steinbrücke errichtet, aber nach dem Einsturz eines Bogens 1895 gesprengt. Die heutige Konstruktion aus Eisen und Holzbohlen wurde 1903 eingeweiht. Allerdings wurde sie nicht konsequent zu Ende gebaut, was man am letzten Abschnitt der Brücke erkennen kann, die etwas anders und leicht schräger gebaut ist.

Eine Eisenbrücke überspannt eine grüne Schlucht, über der sich unter einem strahlend blauen Himmel historische Gebäude auf einem felsigen Klippenvorsprung erheben.
Hier kann man noch gut die steinernen Fundamente erkennen © Siegbert Mattheis
Eine hölzerne Fußgängerbrücke führt zu historischen Gebäuden auf einer felsigen Klippe unter strahlend blauem Himmel.
Vereinzelt sammeln sich hier auch schon die Liebesschlösser verliebter Paare © Siegbert Mattheis

Von der Brücke habt ihr auf jeden Fall den klassischen Blick auf die Casas Colgadas, die steil aufragenden Felsen und die Häuser der Altstadt. Der Übergang ist allerdings nicht für jede:n angenehm. Die Brücke liegt hoch über der Schlucht und kann sich bei starkem Wind leicht schwanken. Wenn ihr nicht schwindelfrei seid, solltet ihr euch darauf einstellen. Aber wenn ihr in der Mitte lauft, ist das schon ok, meinte Carmen zu uns, die selbst nicht ganz schwindelfrei ist, wie sie uns erklärte.

Eine Fußgängerbrücke aus Holz, die zu alten Steinhäusern auf einem felsigen Hügel unter strahlend blauem Himmel führt.
Man sollte schon einigermaßen schwindelfrei sein © Siegbert Mattheis

Die Kathedrale von Cuenca

Die Catedral de Santa María y San Julián steht an der Plaza Mayor an der Stelle der früheren Moschee. Ihr Bau begann kurz nach der Eroberung der Stadt durch Alfons VIII. im späten 12. Jahrhundert.

Gotische Kathedrale mit drei gewölbten Eingängen und Rosettenfenstern, die im Sonnenlicht vor dem Hintergrund eines strahlend blauen Himmels erstrahlen.
Die eindrucksvolle Fassade der Kathedrale © Siegbert Mattheis
Innenraum einer gotischen Kathedrale mit Gewölbedecke, Kirchenbänken, einem kunstvoll verzierten Eisentor und detailreichen Steinbögen.
Schlichte Gotik im Inneren der Kathedrale © Siegbert Mattheis

Die Kathedrale gilt als eines der frühesten gotischen Gotteshäuser Spaniens. Ihre Architektur zeigt Einflüsse der französischen und anglonormannischen Gotik. Vermutlich ist dies auf den Einfluss von Eleonore von England zurückzuführen. Sie war die Ehefrau von Alfons VIII. und Tochter Heinrichs II. von England und Eleonores von Aquitanien. Ihr Bruder war übrigens der bekannte Richard Löwenherz.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kathedrale mehrfach erweitert und verändert. Nach dem Einsturz des Glockenturms im Jahr 1902 musste auch die Fassade neu gestaltet werden. Ihr heutiges neugotisches Erscheinungsbild ist daher sehr viel jünger als der größte Teil des Gebäudes.

Im Inneren treffen mittelalterliche Architektur, Renaissanceelemente, barocke Kapellen und moderne Kunst aufeinander. Wenn ihr genügend Zeit habt, solltet ihr nicht nur das Hauptschiff, sondern auch den Kreuzgang und die höher gelegenen Bereiche besuchen, sofern diese zugänglich sind. Es ist erstaunlich, wie viele Seitenkapellen und -räume die Kathedrale hat. Wie schon erwähnt, die Kirche wusste damals nicht, wohin mit dem vielen Geld 😉 .

Prunkvolles Kapelleninterieur mit einem goldenen Altar, Holzbänken und einer aufwendig geschnitzten Decke.
Prunkvolles Interieur der historischen Capilla Honda im Innern der Kathedrale © Siegbert Mattheis

Einen besonderen Blick lohnt die Statue der Virgen del Sagrario (ursprünglich bekannt als Virgen de las Batallas). Sie ist die älteste verehrte Marienfigur in Cuenca. Nach der historischen Überlieferung wurde die Statue von König Alfonso VIII. von Kastilien nach Cuenca gebracht. Als er die Stadt im September 1177 nach einer langen Belagerung von den Mauren zurückeroberte, soll er diese Schutzmadonna direkt am Sattelknopf (arzón) seines Pferdes mitgeführt haben.

Ursprünglich war die Figur eine klassische, sitzende Madonna des Mittelalters. Als im Jahr 1629 der Bau ihrer prachtvollen, eigenen Kapelle in der Kathedrale begann, entschied man sich, die Statue anzupassen. Sie wurde in der Mitte geteilt, auf ein Holzgestell (armazón) montiert, mit neuen Armen versehen und in ein prunkvolles, barockes Gewand gehüllt, wie man sie heute auf dem Altar sieht.

Vergoldeter, reich verzierter Altar mit einer gekrönten Statue der Jungfrau Maria über einer kleineren Figur; darüber ein lateinischer Text.
Virgen del Sagrario © Siegbert Mattheis
In einer prächtigen Kathedrale mit Gewölbedecke stehen Reihen von Holzbänken vor einem reich verzierten, goldenen Altar.
Das Licht durch die modernen Kirchenfenster zaubert eine fast magische Atmosphäre © Siegbert Mattheis

Die lateinische Aufschrift „Unum ex septem“ (auf Deutsch: „Eines von sieben“) bezieht sich auf sieben ausgewählte Altäre in der Kathedrale von Cuenca. 1638 gestatte Papst Urban VIII. die Regelung, dass, wer diese markierten Altäre in der Kathedrale von Cuenca besucht und dort ein Gebet spricht, traditionell die gleichen Plenarablässe (Sündenstrafennachlässe), erhält, für die man sonst nach Rom pilgern müsste.

Ein großer Teil der Kirchenfenster wurde zerstört und durch moderne, abstrakte Buntglasfenster ersetzt, die von vier namhaften Künstlern gestaltet wurden. Sie zaubern eine wunderbar warme, entrückte Stimmung in die Kirche.

Die Plaza Mayor

Die Plaza Mayor ist das gesellschaftliche Zentrum der Oberstadt. Der langgestreckte, trapezförmige Platz wird von farbigen Fassaden, Restaurants, der Kathedrale und dem Rathaus eingefasst. Der Platz ist sozusagen das Wohnzimmer der Stadt.

Farbenfrohe Gebäude und Menschen auf einem sonnigen Platz, im Vordergrund stehen Bauzäune.
Plaza Mayor, hier bei Vorbereitungen für die Fiesta San Mateo © Siegbert Mattheis
Hohe, farbenfrohe Gebäude säumen eine schmale, sonnige Straße mit einer Treppe und blauem Himmel darüber.
Farbige Häuser am Plaza Mayor © Siegbert Mattheis
Eine schmale, von Sonnenlicht durchflutete Steingasse, die den Blick auf Bäume und einen sich darunter schlängelnden Weg freigibt.
Schmaler Durchgang von der Plaza Mayor zur Júcar-Schlucht © Siegbert Mattheis

Das barocke Rathaus aus dem 18. Jahrhundert überspannt mit seinen Bögen die Straße. Durch die mittlere Durchfahrt gelangen Fahrzeuge und Busse in die Altstadt. Dadurch wirkt die Plaza Mayor nicht wie ein abgeschlossener Repräsentationsplatz, sondern wie ein lebendiger Teil des städtischen Alltags.

Wir waren gerade zu dem Zeitpunkt da, als wuchtige Barrikaden aus Holz und stählernen Pfosten für die Fiesta de San Mateo aufgebaut wurden. Das Fest feiert alljährlich die Eroberung von Cuenca am 21. September 1177. Dabei werden auch Jungstiere durch die Gassen getrieben. Und man versucht dabei, die Stiere am Kopf zu berühren, “aber alles unblutig” wie es uns Pablo beschwichtigend erklärt.

Museen in Cuenca

Das bedeutendste ist wohl das Museo de Arte Abstracto Español, das Museum spanischer abstrakter Kunst. Es wurde 1966 von dem Künstler und Sammler Fernando Zóbel gegründet. Es war das erste Museum Spaniens, das sich ausschließlich der abstrakten Kunst widmete. Als Standort wählte Zóbel die historischen Casas Colgadas.

Ein Mann mit Brille und gestreifter Jacke steht draußen in der Nähe eines Gebäudes und blickt in die Kamera.
Fernando Zóbel. Foto in der Ausstellung
Abstrakte Malerei mit sanften, nebelartigen Weiß- und Grüntönen, geprägt von schwachen Rasterlinien und dezenten schwarzen Strichen.
Fernando Zóbel, Palacio de cristal III, 1983. Foto: Siegbert Mattheis
Abstraktes Mixed-Media-Kunstwerk mit kupferfarbenen Paneelen und dunklem Netzgewebe, das Schatten auf eine weiße Wand wirft.
Manuel Rivera, Metamorfosis, 1962 © Siegbert Mattheis
Eine Frau steht in einer Kunstgalerie vor einer spiralförmigen Skulptur auf einem Holzsockel und wendet dem Betrachter den Rücken zu.
Martín Chirino, "El viento", 1963 © Siegbert Mattheis

Die Sammlung umfasst bedeutende Vertreter der spanischen Nachkriegsmoderne, darunter Antoni Tàpies, Eduardo Chillida, Antonio Saura, Manolo Millares und Gustavo Torner.

Die Kunstwerke in den Räumen haben uns beeindruckt. Denn sie wirken dabei nicht wie Fremdkörper, sondern treten in einen unmittelbaren Dialog mit den alten Mauern, den Holzbalken und den Ausblicken in die Schlucht. Im oberen Stockwerk wurden sogar vier Fenster quasi als Leinwand genutzt, mit den Ausblicken als Motive.

Ein minimalistischer weißer Raum mit großen Fenstern, modernen Bänken, einer Säule und Sonnenlicht, das über den Boden strömt.
Die vier Fenster dienen als "Leinwände" © Siegbert Mattheis
Ein minimalistischer Raum mit abstrakter Kunst, einer Holzbank, einem großen Fenster und Sonnenlicht, das über den Boden strömt.
Abstrakte Kunst einmal im Sonnenlicht © Siegbert Mattheis

Weitere wichtige Orte zeitgenössischer Kunst sind der Espacio Torner in der ehemaligen Kirche San Pablo und die Fundación Antonio Pérez. Cuenca ist deshalb nicht nur eine mittelalterliche Stadt, sondern auch ein bedeutendes Zentrum der spanischen Moderne.

Darüber hinaus gibt es noch u.a. das Museo de Paleontología de Castilla-La Mancha (MUPA), ein modernes Naturkundemuseum, das sich der Paläontologie und den Dinosaurier-Funden der Region widmet, das Museo de Cuenca in der Altstadt mit archäologischen Funden aus der Vorgeschichte über die Römerzeit bis hin zum Mittelalter.

Und dann auch noch ein spannendes, interaktives Wissenschaftsmuseum mit Planetarium, das Museo de las Ciencias de Castilla-La Mancha (MUCMA). Hier könnte ihr euch auch als Astronaut:in ablichten lassen 😉 .

Der Alcázar und Torre de Mangana

Vom maurischen Alcázar auf einem der höchsten Punkte der Altstadt sind nur noch Mauerreste erhalten. Ein markanter, 28 Meter hoher Uhrturm, der Torre de Mangana steht mittendrin. Die erste Version des eigenständigen Turms wurde im 16. Jahrhundert auf den Ruinen der alten maurischen Festung erbaut. Bereits 1532 wurde er mit einem Kreuz und einer Wetterfahne ausgestattet und diente als städtischer Uhrturm.

Ein hoher Uhrturm aus Stein mit Zinnen unter strahlend blauem Himmel, umgeben von einigen niedrigen Gebäuden und Bäumen.
Torre de Mangana © Wikipedia
Ein steinernes Burgtor mit gewölbtem Eingang, alten Mauern und Stufen unter strahlend blauem Himmel.
Ruinen des Alcázar © Depositphotos

Er wurde jedoch im Laufe seiner Geschichte mehrfach verändert. Seine heutige Gestalt stammt überwiegend aus dem 20. Jahrhundert. Dennoch ist er ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt.

Den Turm selbst kann man nicht besteigen, obwohl 2025 bauliche Anpassungen stattgefunden hatten. Aber von der Terrasse aus habt ihr einen weiten Blick über die Unterstadt und die kastilische Landschaft.

Der Parador im Convent von San Pablo

Auf der gegenüberliegenden Seite der Stadt liegt das ehemalige Kloster San Pablo aus dem 16. Jahrhundert. Heute befindet sich darin ein Parador, also ein Hotel der staatlichen spanischen Paradores-Kette.

Ein historisches Kloster aus Stein auf einem Hügel, umgeben von Bäumen, Felsen und einer Brücke an einem teilweise bewölkten Tag.
Kloster San Pablo, heute ein Parador Hotel und Museum © Siegbert Mattheis
Menschen, die abends im Freien in einem Innenhof mit Bogenfenstern und hohen Bäumen unter warmer Beleuchtung zu Abend essen.
Restaurant im Innenhof © Siegbert Mattheis
Blick auf historische Gebäude an einer Steilküste und eine Brücke, gesehen durch ein offenes Fenster mit einem Balkongeländer.
Blick aus unserem Zimmer im Parador © Siegbert Mattheis

Eine Übernachtung in einem der vorderen Zimmer können wir euch wärmstens empfehlen. Denn der Blick auf Cuenca beim Aufwachen oder am Abend rechtfertigt schon auch die etwas höheren Preise. Aber auch wenn ihr dort nicht übernachtet, könnt ihr im Gebäude das Restaurant oder die Bar besuchen.

Die Christusstatue auf dem Cerro del Socorro

Hoch über Cuenca steht auf dem 1.147 Meter hohen Cerro del Socorro das Monumento al Sagrado Corazón de Jesús. Das rund 30 Meter hohe Denkmal wurde 1957 eingeweiht und besteht aus einem mächtigen Steinsockel mit einer Christusfigur.

Eine schwarze Straßenlaterne im Vordergrund, im Hintergrund eine Statue auf einem Hügel und Bäume unter einem klaren Himmel.
Die Christusstatue auf dem Cerro del Socorro in der Abendsonne © Siegbert Mattheis

Vom Aussichtspunkt zu seinen Füßen habt ihr einen weiten Blick auf die Altstadt, die Huécar-Schlucht und die umliegende Berglandschaft. Ihr erreicht den Gipfel über einen teilweise steilen Wanderweg, der in der Nähe des ehemaligen Klosters San Pablo beginnt, oder mit dem Auto über die Straße in Richtung Palomera.

Feiern und Feste in Cuenca

Die Semana Santa von Cuenca

Wenn ihr die Karwoche in Cuenca besuchen wollt, solltet ihr eure Unterkunft weit im Voraus reservieren. Rechnet allerdings mit dreimal so hohen Kosten wie normal, erzählt uns Pablo.
Denn die Karwoche gehört zu den eindrucksvollsten Zeiten für einen Besuch in Cuenca. Bei den Prozessionen tragen sogenannte Banceros schwere Figurengruppen durch die steilen und engen Straßen der Altstadt. Besonders spektakulär ist die Santa Cena. Dabei bewegen 66 Träger:innen die Darstellung des letzten Abendmahls mit Jesus und den zwölf Aposteln durch die Stadt. Dafür zahlen sie jeweils bis zu 200 Euro.

Holzstatuen von zwölf Männern, die um einen Tisch sitzen, von hinten gesehen, in einer kirchlichen Umgebung.
Santa Cena mit dem Abendmahl, die bei der Semana Santa von 66 Menschen getragen wird, lagert in der Kathedrale © Siegbert Mattheis

Es gibt aber auch andere Figurengruppen, sog. Pasos, die nur von 28 Männern und Frauen auf den Schultern getragen werden. Die Kosten dafür können sich dann aber bei 2.000 Euro und mehr bewegen, wie uns Pablo erzählt.

Bekannt ist auch der Camino del Calvario am frühen Karfreitag, bei dem die turbas mit dumpfen Trommeln und schrillen Trompeten den Weg Jesu zur Kreuzigung begleiten.

Zeitgleich zur Karwoche findet die Semana de Música Religiosa (Woche der religiösen Musik) statt, ein renommiertes Musikfestival mit internationalen Orchestern und Chören.

Fiesta de San Mateo

Jedes Jahr vom 18. bis 21. September feiert Cuenca die Fiesta de San Mateo. Sie erinnert an die Eroberung der Stadt durch König Alfons VIII. im Jahr 1177. In der Altstadt ziehen Peñas mit Musik und der weinhaltigen Zurra durch die Gassen. Mittelpunkt des Festes sind die „Vaquillas enmaromadas“: Wie oben schon erwähnt, werden Jungstiere an Seilen geführt und laufen durch abgesperrte Bereiche rund um die Plaza Mayor. Hinzu kommen Pasodobles, Tanzveranstaltungen und die feierliche Überführung des historischen Stadtbanners.

Wir konnten es leider nicht mehr selbst erleben, da wir kurz vorher abreisen mussten ;( .

Welche Ausflüge kann man von Cuenca aus unternehmen?

Es gibt viele nahe und etwas weiter entfernte, lohnende Ziele rund um Cuenca. Hier haben wir mal einige aufgelistet:

Wandern durch die Schluchten

Wunderschöne Wanderwege führen durch die Hoces, die tief eingeschnittenen Schluchten von Huécar und Júcar. Eine beliebte Strecke folgt dem Huécar unterhalb der Altstadt und bietet eine völlig andere Perspektive. Andere Wege führen entlang des Júcar, zu Aussichtspunkten oder hinauf zum Cerro del Socorro zur Christusstatue.

Bunte Häuser und eine Kirche thronen auf felsigen Klippen, umgeben von grünen Bäumen unter blauem Himmel.
Wanderweg an der Schlucht des Río Huécar © Siegbert Mattheis
Fünf Menschen fahren mit dem Fahrrad auf einem sonnigen Feldweg durch einen Wald, umgeben von hohen grünen Bäumen.
Radwandern durch den Naturpark © Siegbert Mattheis

Ciudad Encantada

Rund 30 Kilometer nördlich von Cuenca liegt die Ciudad Encantada, die „Verzauberte Stadt“. Dabei handelt es sich nicht um eine historische Siedlung, sondern um eine Karstlandschaft mit ungewöhnlich geformten Kalksteinfelsen.

Wasser, Wind und Temperaturschwankungen haben den Stein über Millionen Jahre geformt. Mit etwas Fantasie erkennt ihr in den Felsen Tiere, Gesichter, Schiffe oder menschliche Figuren. Der Rundweg durch das Gelände ist etwa drei Kilometer lang.

Naturpark Serranía de Cuenca

Cuenca grenzt direkt an diesen atemberaubenden Naturpark mit unberührten Wäldern, tiefen Schluchten und bizarren Felsformationen. Ihr könnt dort mit E-Bikes die Straßen auf ausgewiesenen Rutas de bicicletas (Fahrradrouten), auf denen man auch zu zweit nebeneinander fahren darf und für Autofahrer besondere Rücksichtsregeln gelten.

Felsige Klippen mit grünen Kiefern unter einem strahlend blauen Himmel an einem sonnigen Tag.
Parque Natural de la Serranía de Cuenca © Siegbert Mattheis

Ermita de la Virgen de la Hoz

An dieser Pilgerstation findet ihr spektakuläre Felsformationen und Höhlen, die schon in der Steinzeit bewohnt waren. Es geht über 500 Stufen bis ganz nach oben, von wo aus ihr einen atemberaubenden Blick habt. Der Aufstieg dauert etwa eine halbe Stunde und ist nicht ganz ohne, aber er lohnt sich definitiv! Unbedingt Wasser mitnehmen!

Hinter kleinen historischen Gebäuden erhebt sich unter einem strahlend blauen Himmel eine hohe, schroffe Felsformation, in deren Nähe einige Bäume stehen.
Ermita de la Virgen de la Hoz © Siegbert Mattheis
Felsige Klippen und dichter Kiefernwald unter strahlend blauem Himmel, von oben betrachtet in einer natürlichen Schluchtlandschaft.
Atemberaubender Blick vom Mirador de La Hoz hinunter in den Cañon del Rio Gallo © Siegbert Mattheis

Kayakfahren

Ihr könnt auf dem Wildbach Tajo, der später zum längsten Fluss der iberischen Halbinsel wird und als Tejo in Lissabon ins Meer mündet, über kleine Stromschnellen Kayakwandern. Das Wasser ist extrem klar, manchmal sogar karibisch türkisfarben durch das weiße Kaolin an den Ufern (dem wichtigsten Mineral für echtes Porzellan) und die Luft herrlich rein.

Eine Gruppe von Menschen mit Helmen paddelt in aufblasbaren Kajaks auf einem klaren, grünen Fluss, der von üppigen Bäumen umgeben ist.
Kanufahren auf dem Tajo © Siegbert Mattheis

Quelle des Rio Cuervo

Die Quelle des Flusses entspringt aus unterirdischen Höhlen und bildet stufenförmige Kalktuff-Wasserfälle mit üppigem Moos. Sie wurde 1999 zum Naturdenkmal erklärt. Im Winter ist es ein einzigartiges Fotomotiv, wenn die Wsssertropfen zu Eiszapfen erstarren.

Am Fuße der moosbedeckten Felswände, die nur spärlich bewachsen sind und durch die das Sonnenlicht hindurchscheint, fließt klares Wasser.
Quelle des Rio Cuervo © Siegbert Mattheis

Praktische Tipp und häufige Fragen

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören die Casas Colgadas, die Puente de San Pablo, die Kathedrale, die Plaza Mayor, der Torre de Mangana und das Museo de Arte Abstracto Español. Sehenswert sind außerdem die Schluchten von Huécar und Júcar sowie die hoch gebauten Häuser des Viertels San Martín.

Frühling und Herbst eignen sich besonders gut für einen Besuch. Die Temperaturen sind angenehmer als im Hochsommer. Denn da kann es tagsüber heiß werden, allerdings habt ihr die Stadt dann fast für euch alleine, weil alle ans Meer flüchten 😉 .

Aufgrund der Höhenlage kühlt es aber abends schnell ab. Im Winter müsst ihr mit Frost und gelegentlichem Schnee rechnen.

Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt genügt theoretisch ein Tag. Dann bleibt allerdings wenig Zeit für Museen, längere Pausen und ausgedehnte Spaziergänge durch die Schluchten.

Besser sind zwei Tage. So könnt ihr die Stadt auch am frühen Morgen und am Abend erleben, wenn viele Tagesgäste wieder abgereist sind. Wenn ihr zusätzlich die Ciudad Encantada oder die Serranía de Cuenca besuchen möchtet, solltet ihr einen dritten Tag einplanen.

Ja, das ist mit dem Hochgeschwindigkeitszug möglich. Ein Tagesausflug reicht für einen ersten Eindruck und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Eine Übernachtung ist dennoch empfehlenswert, weil die Altstadt morgens und abends eine besonders ruhige und nahezu zauberhafte Atmosphäre entwickelt.

Cuenca ist gut per Bahn oder Bus erreichbar. Hochgeschwindigkeitszüge verbinden Madrid und Valencia mit dem außerhalb des Zentrums gelegenen Bahnhof Cuenca Fernando Zóbel. Von dort benötigt ihr einen Bus oder ein Taxi in die Stadt.

Typisch für Cuenca sind Morteruelo, Ajoarriero beziehungsweise Atascaburras, Zarajos, Manchego-Käse, Wildgerichte, die Süßigkeit Alajú und der Kaffeelikör Resolí.

Die Altstadt ist steil, das Kopfsteinpflaster teilweise uneben und manche Wege besitzen zahlreiche Stufen. Bequeme und rutschfeste Schuhe sind deshalb unverzichtbar.

Zwischen der Unterstadt und der Plaza Mayor verkehren öffentliche Busse. Sie können euch den Aufstieg deutlich erleichtern. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind nicht alle Gassen, Aussichtspunkte und historischen Gebäude problemlos zugänglich.

Es sind gerade jedoch auch Rolltreppen im Bau, die 2027 fertiggestellt sein sollen.

Die Zufahrt zur Altstadt ist grundsätzlich möglich, Parkplätze sind dort jedoch sehr begrenzt. Manche Straßen sind eng, steil oder nur eingeschränkt befahrbar. An stark besuchten Tagen kann die Parkplatzsuche mühsam werden.

Praktischer ist es, wenn ihr das Auto auf einem ausgewiesenen Parkplatz am Rand der historischen Stadt abstellt und den Rest zu Fuß oder mit dem Bus zurücklegt.

Siehe auch Parken in Spanien

Ja. Die historische befestigte Altstadt von Cuenca wurde 1996 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Ausschlaggebend waren unter anderem die gut erhaltene mittelalterliche Stadtstruktur und die außergewöhnliche Einbindung der Gebäude in die umgebende Felslandschaft.

Die bekanntesten erhaltenen Casas Colgadas werden heute nicht als gewöhnliche Wohnhäuser genutzt. In ihnen befinden sich unter anderem das Museo de Arte Abstracto Español und gastronomisch genutzte Räume.

Ja. Die Fußgängerbrücke ist frei zugänglich. Wenn ihr Höhenangst habt, solltet ihr wissen, dass sie hoch über der Huécar-Schlucht verläuft und ihr an manchen Stellen durch den Brückenboden nach unten blicken könnt.

Lohnt sich Cuenca?

Ja, aber Cuenca breitet ihre Sehenswürdigkeiten nicht bequem auf einer Ebene aus. Ihr müsst euch die Stadt erlaufen. Es geht hinauf und hinunter, über Brücken, durch enge Gassen und entlang steiler Felskanten. Andererseits liegen die Sehenswürdigkeiten auch sehr nah beieinander.

Mittelalterliche Häuser wachsen scheinbar aus dem Fels. Hinter historischen Mauern überrascht abstrakte Kunst. Unterhalb der Altstadt beginnen Wanderwege, während auf der Plaza Mayor das alltägliche Leben weitergeht und (noch) wenige Urlauber:innen die Stadt entdeckt haben.

Die Casas Colgadas liefern das malerische Postkartenmotiv. In Erinnerung bleibt jedoch vor allem das ungewöhnliche Zusammenspiel aus Stadt, Fels und Landschaft.

Am Abend herrscht in Cuenca eine ruhige, gelassene Atmosphäre, die durch die beleuchteten Felsen und Häuser eine fast magische Ausstrahlung besitzt.

Siegbert Mattheis

Älterer Mann mit weißem Haar und Bart, trägt ein dunkles Hemd und blickt mit einem leichten Lächeln in die Kamera.

Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam AmbienteMediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.

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