Socca, der leckere Kichererbsen-Snack aus Nizza: das Rezept

4.86/5 (87)
(Lesezeit nur 3 Min. 😉 )

Zuletzt aktualisiert im August 2026 von Siegbert Mattheis

Socca ist ein schnell und einfach zubereiteter Snack für zwischendurch. In Nizza findet ihr Socca auf den Märkten z.B. am Cours Saleya als Streetfood von kleinen Marktständen Oder ihr geht zum legendären Chez René Socca in der Altstadt.

Socca besteht im Grunde nur aus Kichererbsenmehl, Wasser und Olivenöl.

Socca aus Nizza

Socca gelangte aus Genua nach Nizza. Denn die Stadt gehörte bis 1860 knapp 500 Jahre lang zum Herzogtum Savoyen und später zum Königreich Sardinien und Savoyen-Piemont. Heute gehört Socca zum Label Cuisine Nissarde, der speziellen Nizzaer Küche.

Siehe auch die wichtigsten provençalischen Spezialitäten.

In der Stadt findet ihr auch einige weitere legendäre Socca-Adressen, zum Beispiel das 1923 gegründete Chez Pipo in der Nähe des Hafens bekannt für seinen Backsteinofen (13, rue Bavastro) oder Chez Thérésa (28 Rue Droite und auf dem Markt Cours Saleya).

Rezept für Socca de Nice

Wir fanden die Socca so lecker, dass wir sie zu Haus gleich nachgebacken haben. Nachfolgend das traditionelle Rezept und weiter unten auch die kuriose Legende der “Erfindung” der Socca in Genua.

Gelbes Gebäude abends mit Menschen am Tresen
Chez René Socca in der Rue Miralheti Nr. 2 ist immer gut besucht © Siegbert Mattheis
3 große Bleche mit Socca hintereinander
Socca wird in Nizza im Akkord hergestellt © OTCN
Bäcker mit großem runden Blech mit Socca vor Ofen
Bei René Socca wird die riesige Socca im 400 Grad heißen Holzfeuer-Ofen nur wenige Minuten gebacken © Siegbert Mattheis
Mann schabt Socca von einem großen runden Blech
Socca wird direkt vom heißen Blech auf den Teller geschabt © Siegbert Mattheis

Zutaten für Socca de Nice, als Snack für 2 Personen:

Zubereitungszeit: 30 Min. (inkl. 10 Min. Ruhezeit)

  • 125 g Kichererbsenmehl
  • 1/2 TL Salz
  • 1/4 l Wasser
  • 3 EL natives Olivenöl
  • Frisch gemahlener Pfeffer

und ein wenig Öl zur Beschichtung des Backblechs.

Kichererbsenmehl bei amazon bestellen *

Original Nicolas Alziari Olivenöl aus Nizza bestellen *

goldbraune Socca-Stücke auf Teller
So sehen die Socca-Stücke bei René Socca in Nizza aus. Köstlich! © Siegbert Mattheis

Anzeige

Möbel und Inneneinrichtung von Loberon

Anzeige

Anzeige

Zubereitung der Socca im Ofen auf dem Backblech

  1. Den Backofen (und das Blech) auf 250 Grad vorheizen
  2. Gebt das kalte Wasser in eine Schüssel und rührt das Kichererbsenmehl dazu
  3. Dann das Olivenöl und das Salz hinzugeben
  4. Zügig durchrühren, bis es keine Klumpen mehr gibt, der Teig sollte eine sahnige Konsistenz haben
  5. Den Teig etwa 10 Minuten ruhen lassen, damit das Mehl abbindet (je länger, bis zu 2 Stunden, desto besser)
  6. Das Backblech großzügig mit Öl bestreichen, damit die Socca nicht anbäckt
  7. Anschließend den Teig in das Blech gießen, er dürfte nur wenige Millimeter dick sein
  8. Das Blech in das obere Drittel des Ofens schieben
  9. Etwa 10 Minuten backen, gegen Ende könnt ihr auch gerne die Grillfunktion dazuschalten
  10. Wenn die Kruste der Socca goldbraun ist, an manchen Stellen sogar ein wenig verbrannt, ist sie fertig
  11. Aus dem Ofen nehmen, grob zerteilen, auf Teller anrichten und reichlich mit dem frisch gemahlenen Pfeffer bestreuen

Dazu passt ein leichter Roséwein (auch alkoholfrei) oder auch wie traditionell im Chez René Socca, ein kaltes Bier.

Mediterrane Biere ansehen

Die Socca wird ganz einfach mit den Händen gegessen. Der geschmackliche Reiz besteht in der Kombination von krosser Kruste, ähnlich wie Chips und dem noch teilweise weichen Inneren.

Socca-Stücke auf weißem Teller
Frisch aus unserem Ofen, schön kross und weich, allerdings nicht mit den typischen "Brandstellen" 😉 © Siegbert Mattheis
2 Teller mit Socca und Pfefferstreuer und einem Glas Wein
Zum Schluss mit frischem Pfeffer bestreuen © Siegbert Mattheis

Weitere Fragen zu Socca und praktische Tipps

Socca ist ein dünner, herzhafter Fladen aus Kichererbsenmehl, Wasser, Olivenöl und Salz. Sie gilt als typische Spezialität von Nizza und wird dort traditionell auf großen, runden Blechen in einem sehr heißen Holzofen gebacken. Außen soll sie knusprig und leicht gebräunt sein, innen darf sie noch etwas weich bleiben.
Ja. Traditionelle Socca enthält ausschließlich Kichererbsenmehl und kein Getreidemehl. Damit ist sie von Natur aus glutenfrei. Menschen mit Zöliakie sollten dennoch darauf achten, dass das verwendete Kichererbsenmehl als glutenfrei gekennzeichnet ist und bei der Zubereitung nicht mit glutenhaltigen Lebensmitteln in Berührung kommt.
Ja. Das traditionelle Rezept enthält weder Eier noch Milch, Butter oder andere tierische Zutaten. Socca ist daher von Natur aus vegan.
Für eine schnelle Socca reichen nach unserer Erfahrung etwa zehn Minuten Ruhezeit. Das offizielle Rezept des Tourismusbüros von Nizza empfiehlt jedoch mindestens zwei Stunden bei Raumtemperatur. Während dieser Zeit nimmt das Kichererbsenmehl Wasser auf und der Teig wird gleichmäßiger. Wenn ihr genügend Zeit habt, solltet ihr ihn deshalb länger ruhen lassen.
Der Teig sollte ungefähr die Konsistenz von flüssiger Sahne oder einem dünnen Pfannkuchenteig haben. Er muss sich leicht auf dem heißen Blech verteilen lassen. Ist er zu dick, könnt ihr vorsichtig etwas Wasser einrühren. Klümpchen lassen sich mit einem Schneebesen oder durch ein feines Sieb entfernen.
Häufig ist das Blech nicht heiß genug, der Teig wurde zu dick aufgegossen oder der Backofen erreicht nicht die notwendige Temperatur. Heizt Ofen und möglichst auch das Backblech gründlich vor. Verteilt den Teig sehr dünn und backt die Socca im oberen Drittel des Ofens. Gegen Ende könnt ihr kurz die Grillfunktion einschalten. Dunkle, leicht angebrannte Stellen sind bei einer traditionellen Socca durchaus erwünscht.
Socca wird sehr dünn gebacken. Auf dem Blech sollte die Teigschicht nur wenige Millimeter hoch sein. Je dünner sie ist, desto knuspriger wird das Ergebnis. Wird zu viel Teig eingefüllt, bleibt die Socca eher weich und erinnert stärker an einen dicken Pfannkuchen.
Ja. Am besten eignet sich eine ofenfeste Pfanne aus Gusseisen. Heizt sie zusammen mit dem Backofen vor, gebt anschließend Olivenöl hinein und verteilt den Teig dünn auf dem heißen Boden. Ihr könnt Socca auch vollständig auf dem Herd braten. Geschmack und Konsistenz unterscheiden sich dann jedoch etwas von der im sehr heißen Ofen gebackenen Nizzaer Socca.
Den Teig könnt ihr gut einige Stunden vor dem Backen anrühren und bis zur Verwendung abgedeckt ruhen lassen. Vor dem Backen solltet ihr ihn noch einmal gründlich durchrühren. Am besten schmeckt Socca allerdings direkt aus dem Ofen, weil sie beim Abkühlen schnell an Knusprigkeit verliert.
Übrig gebliebene Socca könnt ihr abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Zum Aufwärmen solltet ihr sie für einige Minuten in den heißen Backofen oder in eine trockene Pfanne geben. In der Mikrowelle wird sie zwar warm, verliert aber ihre knusprige Konsistenz. Frisch gebacken schmeckt sie deutlich besser.
In Nizza wird Socca meist ganz schlicht serviert: heiß, grob zerteilt und mit frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer bestreut. Sie eignet sich als Aperitif, Vorspeise oder Streetfood-Snack. Dazu passen Roséwein, ein kühles Bier, Oliven, ein Salat oder mediterranes Gemüse. Reichhaltige Beläge sind möglich, gehören aber nicht zur klassischen Nizzaer Zubereitung.
Socca und Farinata sind eng verwandte Kichererbsenfladen. Socca ist vor allem mit Nizza verbunden, Farinata mit Ligurien und besonders mit Genua. Die Grundzutaten sind nahezu identisch. Unterschiede bestehen je nach Region und Rezept vor allem bei den Mengenverhältnissen, der Teigdicke, der Ruhezeit und der Zubereitung.
Socca wird ungefähr „Sokka“ ausgesprochen. Das Wort gehört zum Sprachraum von Nizza und verweist auf die regionale Identität der Spezialität.

Wie entstand die Socca?

Kichererbsenfladen gab es bereits in der Antike bei den Griechen und Römern sowie in den arabischen Ländern. Aber es wird allgemein angenommen, dass es im Mittelalter die Kaufleute der Seerepublik Genua waren, die diese Hülsenfrucht nach Italien brachten.

Schlacht zwischen Genua und Pisa

Wie es dann zur Entstehung der Socca kam, erzählt eine kuriose Legende: Im Jahr 1284 besiegte Genua den ewigen Rivalen Pisa in der Schlacht von Meloria vor Livorno, der größten Seeschlacht des Mittelalters.

Auf der Heimfahrt nach Genua geriet ein genuesisches Schiff, beladen mit Beute und gefangenen Pisanern, in einen Sturm. Daraufhin kippten einige Fässer mit Öl und Säcke mit Kichererbsen um und vermischten sich mit Salzwasser. Am Tag nach dem Sturm kratzten die Genueser diese Mischung zusammen und gaben diesen Brei den Gefangenen in Schüsseln zu essen. Einige Gefangene lehnten den Brei jedoch protestierend ab und ließen ihn in der Sonne stehen. So trocknete die Mischung langsam zu einer Art Pfannkuchen. Doch Proviant war auch für die Genueser Matrosen knapp. Also probierten sie diese trockenen Pfannkuchen und entdeckten deren köstlichen Geschmack. Zurück an Land beschlossen die Genueser, ihre improvisierte Entdeckung zu verbessern, indem sie das Püree im Ofen backten. Das Ergebnis gefiel ihnen und sie nannten es, um die Besiegten zu verspotten, “Pisa-Gold”.

Pisa Geheimtipps abseits vom Schiefen Turm

Livorno Sehenswürdigkeiten und Geheimtipps

Wie auch immer, Socca ist ein herrlicher Snack für zwischendurch!

Siegbert Mattheis

Älterer Mann mit weißem Haar und Bart, trägt ein dunkles Hemd und blickt mit einem leichten Lächeln in die Kamera.

Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam AmbienteMediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.

War dieser Beitrag hilfreich? Hat er euch gefallen?