Zuletzt aktualisiert im August 2026 von Siegbert Mattheis
Socca ist ein schnell und einfach zubereiteter Snack für zwischendurch. In Nizza findet ihr Socca auf den Märkten z.B. am Cours Saleya als Streetfood von kleinen Marktständen Oder ihr geht zum legendären Chez René Socca in der Altstadt.
Socca besteht im Grunde nur aus Kichererbsenmehl, Wasser und Olivenöl.
Socca aus Nizza
Socca gelangte aus Genua nach Nizza. Denn die Stadt gehörte bis 1860 knapp 500 Jahre lang zum Herzogtum Savoyen und später zum Königreich Sardinien und Savoyen-Piemont. Heute gehört Socca zum Label Cuisine Nissarde, der speziellen Nizzaer Küche.
Siehe auch die wichtigsten provençalischen Spezialitäten.
In der Stadt findet ihr auch einige weitere legendäre Socca-Adressen, zum Beispiel das 1923 gegründete Chez Pipo in der Nähe des Hafens bekannt für seinen Backsteinofen (13, rue Bavastro) oder Chez Thérésa (28 Rue Droite und auf dem Markt Cours Saleya).
Rezept für Socca de Nice
Wir fanden die Socca so lecker, dass wir sie zu Haus gleich nachgebacken haben. Nachfolgend das traditionelle Rezept und weiter unten auch die kuriose Legende der “Erfindung” der Socca in Genua.




Zutaten für Socca de Nice, als Snack für 2 Personen:
Zubereitungszeit: 30 Min. (inkl. 10 Min. Ruhezeit)
- 125 g Kichererbsenmehl
- 1/2 TL Salz
- 1/4 l Wasser
- 3 EL natives Olivenöl
- Frisch gemahlener Pfeffer
und ein wenig Öl zur Beschichtung des Backblechs.

Zubereitung der Socca im Ofen auf dem Backblech
- Den Backofen (und das Blech) auf 250 Grad vorheizen
- Gebt das kalte Wasser in eine Schüssel und rührt das Kichererbsenmehl dazu
- Dann das Olivenöl und das Salz hinzugeben
- Zügig durchrühren, bis es keine Klumpen mehr gibt, der Teig sollte eine sahnige Konsistenz haben
- Den Teig etwa 10 Minuten ruhen lassen, damit das Mehl abbindet (je länger, bis zu 2 Stunden, desto besser)
- Das Backblech großzügig mit Öl bestreichen, damit die Socca nicht anbäckt
- Anschließend den Teig in das Blech gießen, er dürfte nur wenige Millimeter dick sein
- Das Blech in das obere Drittel des Ofens schieben
- Etwa 10 Minuten backen, gegen Ende könnt ihr auch gerne die Grillfunktion dazuschalten
- Wenn die Kruste der Socca goldbraun ist, an manchen Stellen sogar ein wenig verbrannt, ist sie fertig
- Aus dem Ofen nehmen, grob zerteilen, auf Teller anrichten und reichlich mit dem frisch gemahlenen Pfeffer bestreuen
Dazu passt ein leichter Roséwein (auch alkoholfrei) oder auch wie traditionell im Chez René Socca, ein kaltes Bier.
Die Socca wird ganz einfach mit den Händen gegessen. Der geschmackliche Reiz besteht in der Kombination von krosser Kruste, ähnlich wie Chips und dem noch teilweise weichen Inneren.


Weitere Fragen zu Socca und praktische Tipps
Wie entstand die Socca?
Kichererbsenfladen gab es bereits in der Antike bei den Griechen und Römern sowie in den arabischen Ländern. Aber es wird allgemein angenommen, dass es im Mittelalter die Kaufleute der Seerepublik Genua waren, die diese Hülsenfrucht nach Italien brachten.
Schlacht zwischen Genua und Pisa
Wie es dann zur Entstehung der Socca kam, erzählt eine kuriose Legende: Im Jahr 1284 besiegte Genua den ewigen Rivalen Pisa in der Schlacht von Meloria vor Livorno, der größten Seeschlacht des Mittelalters.
Auf der Heimfahrt nach Genua geriet ein genuesisches Schiff, beladen mit Beute und gefangenen Pisanern, in einen Sturm. Daraufhin kippten einige Fässer mit Öl und Säcke mit Kichererbsen um und vermischten sich mit Salzwasser. Am Tag nach dem Sturm kratzten die Genueser diese Mischung zusammen und gaben diesen Brei den Gefangenen in Schüsseln zu essen. Einige Gefangene lehnten den Brei jedoch protestierend ab und ließen ihn in der Sonne stehen. So trocknete die Mischung langsam zu einer Art Pfannkuchen. Doch Proviant war auch für die Genueser Matrosen knapp. Also probierten sie diese trockenen Pfannkuchen und entdeckten deren köstlichen Geschmack. Zurück an Land beschlossen die Genueser, ihre improvisierte Entdeckung zu verbessern, indem sie das Püree im Ofen backten. Das Ergebnis gefiel ihnen und sie nannten es, um die Besiegten zu verspotten, “Pisa-Gold”.
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Wie auch immer, Socca ist ein herrlicher Snack für zwischendurch!
Siegbert Mattheis
Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam Ambiente–Mediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.


