Valladolid hat uns angenehm überrascht! Die spanische Universitätsstadt im Norden von Madrid zählt nicht zu den bekanntesten Reisezielen des Landes. Sie gehört aber zu den schönsten historischen Städten von Kastilien und León mit Renaissancepalästen, prachtvollen Modernisme-Bauten, altehrwürdigen Kirchen und lebendigen Plätzen. Dazu gilt Valladolid zur Tapas-Hochburg Spaniens (lecker!) mit einem ausgiebigen studentischen Nachtleben.
Das sowie einige der bedeutendsten Kunstsammlungen Spaniens machen Valladolid zu einem wunderbaren Ziel für eine Städtereise. Gleichzeitig empfanden wir die Stadt und auch das Umland herrlich entspannt und sehr authentisch.
Hier erfahrt ihr, welche Sehenswürdigkeiten ihr keinesfalls verpassen solltet, welche Geheimtipps sich lohnen und warum wir Valladolid ins Herz geschlossen haben.
Und auch, wie man Valladolid richtig auf Spanisch ausspricht 😉 .
Lohnt sich Valladolid?
Definitiv! Valladolid verbindet spanische Geschichte, Kunst, Gastronomie und Alltagsleben auf besonders authentische Weise.
Anders als Madrid, Barcelona oder Sevilla wird sie kaum vom (ausländischen) Massentourismus überrollt und ist somit selbst noch ein Geheimtipp! Als wir Ende Juni die Stadt besucht hatten, trafen wir neben den Einheimischen auf so gut wie nur spanische Tourist:innen. Ein gutes Indiz dafür ist auch, dass die Speisekarten in den Restaurants fast nur auf Spanisch sind.
Da ist es nicht schlecht, mal auf einfache und schnelle Art Spanisch zu lernen! * 😉
Ein paar historische Fakten zu Valladolid
Valladolid entstand als kleine befestigte Siedlung im 11. Jahrhundert und wurde 1072 von König Alfonso VI. dem Grafen Pedro Ansúrez übergeben. Die strategische Lage im Duero-Tal verhalf der Stadt zu schnellem Wachstum.
- Im 15. Jahrhundert war sie eines der wichtigsten politischen Zentren.
- 1469 heirateten hier Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón, was die Vereinigung der spanischen Königreiche einleitete.
- Die örtliche Universidad de Valladolid entwickelte sich in dieser Zeit zu einer der ältesten und renommiertesten Universitäten des Landes.
- Christoph Kolumbus verbrachte in der Stadt die letzten Lebensjahre bis zu seinem Tod im Jahre 1506.
- Unter der Herrschaft von Karl I. (Karl V.) erlebte die Stadt im 16. Jahrhundert eine Blütezeit.
- 1518 schloss der portugiesische Seefahrer Magellan hier den Vertrag mit König Karl I. für die erste Weltumsegelung.
- Die spanischen Monarchen Philipp II. und Philipp IV. wurden in der Stadt geboren.
- Von 1601 bis 1606 wurde Valladolid unter König Philipp III. offiziell zur Hauptstadt des spanischen Weltreichs.
- Der Nationaldichter Miguel de Cervantes lebte hier von 1604 bis 1606, vollendete den ersten Teil seines Meisterwerks Don Quijote, veröffentlichte ihn 1605 und prägte damit die spanische Sprache tiefgreifend.
- Napoleon machte Valladolid zur inoffiziellen Hauptstadt seines Reiches, als er 1809 für 10 Tage im Königspalast weilte.
- Mit dem Anschluss ans Eisenbahnnetz 1864 erlebte die Stadt durch Mehlexporte einen wirtschaftlichen Boom. Zahlreiche prachtvolle Bürgerhäuser entstanden.
Welche Sehenswürdigkeiten sollte man in Valladolid unbedingt besuchen?
Am besten starten wir in der Mitte von Valladolid:
Plaza Mayor
Die Plaza Mayor in Valladolid ist einer der größten städtischen Plätze Spaniens und bildete das Vorbild für viele andere Plätze in Spanien, später in Südamerika und auch in Italien.
Denn im September 1561 vernichtete ein verheerendes, 3 Tage andauerndes Feuer nahezu die gesamte Innenstadt rund um den Plaza Mayor. Die Einwohner:innen baten angesichts dieser Katastrophe den regierenden König Philipp II. um Hilfe für den Wiederaufbau. Mit dessen Unterstützung wurde Francisco de Salamanca mit der Planung eines neuen Platzes beauftragt.
Der Bereich wurde nahezu rechtwinklig im Verhältnis 3:2 angelegt, mit dreistöckigen Häusern. Ursprünglich hatten nur der erste Stock Balkone, der zweite sogenannte französische Balkone, also mit Gittern gesicherte Austritte, und der dritte lediglich Fenster. Im Laufe der Zeit wurde diese Hierarchie jedoch aufgegeben und überall Balkone angebaut.
Das Besondere sind die durchlaufenden Arkadengänge, die mit Granitsäulen gestützt sind. Nur eine einzige Säule ist eine „Fake-Säule“. Ihr findet sie an der Hausnummer 19. Das daneben liegende Gebäude wurde in den 1980er-Jahren abgerissen und neu aufgebaut. Dadurch verlor die Nummer 19 ihren Halt und wurde durch eine Stahlstütze erneuert. 2011 wurde sie mit Stein verkleidet. Ihr erkennt sie an der glatten Struktur.
Die Plaza wird für vielerlei Veranstaltungen genutzt, so wie es auch der damaligen Habsburgermonarchie am Herzen lag (daher die Balkone). Es passiert also nicht allzu oft, dass man den Platz in voller Gänze erleben oder fotografieren kann 😉 . Wir waren zum alljährlichen Padel-Wettbewerb dort, einer in Spanien sehr beliebten Sportart zwischen Tennis und Squash. Die Zuschauertribünen nahmen nahezu den gesamten Platz ein.
Das einzige modernere Gebäude an der Plaza Mayor ist das Rathaus, das ab 1879 anstelle eines Vorgängerbaus mit Uhrturm errichtet wurde.
Tipp: Holt euch z. B. bei Olibher an der Theke einen Kaffee (für 1,80 Euro) und dazu ein Bocadillo, setzt euch an einen der Tische und genießt die Atmosphäre 😉 .
Alternativ einen kühlen Verdejo z. B. von der Bodega José Pariente aus dem südlich gelegenen Anbaugebiet Rueda einem der zahlreichen Cafés und Bars an der Plaza.
Kathedrale von Valladolid
Die Kathedrale Nuestra Señora de la Asunción ist ein unvollendeter Renaissancebau, der vom Architekten Juan de Herrera im 16. Jahrhundert entworfen wurde. Sie sollte einst eine der größten Kathedralen Europas werden. Fertiggestellt wurde sie allerdings nie.
Sie war mehr als doppelt so groß geplant, mit gleich vier Türmen. Dabei ist auch die Nord-Südausrichtung ungewöhnlich, die auf einer ursprünglichen Einbeziehung einer vorherigen Stiftskirche beruht.

Warum wurde die Kathedrale nie fertig gebaut?
Der Bau begann bereits 1527, als Valladolid noch zu den bedeutendsten Städten Spaniens zählte.
Doch die Arbeiten kamen nur langsam voran. Über Jahrzehnte fehlte das Geld, außerdem erschwerte das abschüssige Gelände die Bauarbeiten erheblich. Als der königliche Hof seine Residenz nach Madrid verlegte und Valladolid Anfang des 17. Jahrhunderts seine politische Bedeutung verlor, versiegten die finanziellen Mittel fast vollständig.
Wer entwarf die Kathedrale?
1589 wurde der Architekt Juan de Herrera mit dem Weiterbau der Kathedrale beauftragt. Er hatte bereits die Westfassade des Escorial, die Alcazar de Toldeo und die einzigartige Lonja de Sevilla gebaut.
Kurios ist allerdings, dass Herrera die Baustelle in Valladolid nie persönlich besucht hat.
Von den ehrgeizigen Plänen blieb schließlich nur ein Teil übrig. Deshalb besitzt die Kathedrale heute lediglich einen Turm, keine klassische Kreuzform und einen deutlich kleineren Chor als ursprünglich vorgesehen.
Geheimtipp: Kaum jemand weiß, dass der Turm begehbar ist und von oben eine herrliche Aussicht über die Stadt bietet.
Der kleine dreieckige Platz vor der Kathedrale ist gemeinsam mit der auf den Bau zuführenden Calle Gascajares ein Hotspot des Nachtlebens für die Vallesolitanos, wie sich die Einwohner:innen nennen.
Klosterkirche San Pablo
Die Iglesia conventual de San Pablo ist eines der repräsentativsten Gebäude der Stadt und Touristenattraktion. Sie wurde zwischen 1486 und 1616 errichtet und liegt an der Plaza de San Pablo. Berühmtheit erlangte sie u. a. durch die trickreife Taufe von Philipp II. in der Kirche. Mehr dazu weiter unten 😉 .
Wer baute die Kirche?
1486 beauftragte der Alonso de Burgos, ein eng mit den katholischen Königen verbundener Staatsmann, die Architekten Juan Guas und Juan de Talavera mit dem Entwurf einer Kapelle, die sein Grabmal beherbergen sollte, als eine Botschaft posthumen Ruhms.
Warum ist die Fassade zweigeteilt?
An der Fassade kann man gut noch die verschiedenen Bauabschnitte erkennen. Der untere Teil der Fassade wurde im spätgotischen, „isabellinischen“ Stil von Simon von Köln gestaltet. Er war der Sohn des Deutschen Johannes von Köln, der an der Kölner Dombauhütte gelernt hatte.
Den oberen Teil beauftragte der Herzog von Lerma ab 1601. Er galt als der mächtigste Mann Spaniens, Spekulant und Ränkeschmieder unter seinem Gönner König Philipp III.
Er ließ tiefgreifende Umgestaltungen im Stil von Juan de Herrera (siehe die Kathedrale) im Innenraum und an der monumentalen Fassade durchführen, fügte seine Wappen hinzu und stiftete der Kirche zahlreiche wertvolle Kunstwerke. Auch die beiden schmucklosen Türme an beiden Seiten, die ungewöhnlich wirken, wurden erst im frühen 17. Jahrhundert hinzugefügt.
Palast von Pimentel
Der Palacio de Pimentel ist ein gutes Beispiel für palastartige Architektur in der Stadt. Heute dient er als Sitz der Provinzregierung von Valladolid.
Das Gebäude aus dem 15. Jahrhundert wurde vom Marquis von Astorga erworben und als Palast für Bernardo Pimentel ausgebaut. Dieser pflegte gute Beziehungen zur königlichen Familie. So wohnte diese auch kurz nach den Flitterwochen in seinem Palast, als sie in der Stadt war. Und das hatte einen kuriosen Trick zur Folge und ist ein kleiner Geheimtipp … 😉
Denn in diesem Palast wurde ihr erster Sohn Philipp am 21. Mai 1527 geboren. Seine frischgebackenen (für arrangierte Ehen ungewöhnlicherweise auch sehr verliebten) Eltern, der 27-jährige Habsburger König Karl V. (Carlos I. von Spanien) und die 23-jährige Isabella von Portugal wollten ihn in unbedingt in der prachtvollen Kirche San Pablo, direkt neben dem Palacio Pimentel taufen lassen.
Allerdings hätte das Baby nach damaligem Recht in der zugehörigen Pfarrkirche getauft werden müssen, wenn es durch den Haupteingang zur Taufe gebracht worden wäre. Die Kirche San Martin war dem Paar aber zu klein und ärmlich.
Der Trick mit dem Fenster
So überlegten sie sich eine List: Sie ließen das Gitter eines Fensters gegenüber von San Pablo entfernen und reichten das Baby einfach durch das Fenster auf die Calle Cadenas de San Gregorio, die im Pfarrbezirk von San Pablo lag.
Dort wurde es von der Patentante und der übrigen Hofgesellschaft in Empfang genommen. Für diesen Anlass wurde extra ein erhöhter hölzerner Durchgang vom Fenster aus bis zum Eingang der Kirche errichtet, damit die Gewänder der Adligen nicht durch den Schmutz der Straße verdreckt wurden. So konnte die Taufe des späteren Königs Philipp II. in angemessenem Prunk vollzogen werden.
Nach ihm wurden 1543 übrigens die Philippinen benannt. Lest dazu auch gerne über Spaniens Rolle in der (einfach erklärten) europäischen Kolonialgeschichte.
Das entsprechende, vermutliche Fenster ist heute mit einem dickeren weißen Rahmen mit einer Kette davor umgeben. Es war nicht das ungewöhnliche Eckfenster, wie viele meinen.
1605 wurde auch Philipp IV. in der Kirche getauft. Dazu brauchte es dann keine List mehr, denn der bis dahin errichtete eigene königliche Palast wurde klugerweise gleich gegenüber im Pfarrbezirk von San Pablo errichtet.
Parque Campo Grande
Der Campo Grande ist die grüne Lunge von Valladolid und wird traditionell für den abendlichen und sonntäglichen Spaziergang genutzt. Wenn ihr vom Bahnhof in die Stadt wollt, kommt ihr unweigerlich daran vorbei.
Das großzügige Feld in Form eines Dreiecks wurde schon im späten Mittelalter für Turniere, Märkte, Feste, Prozessionen und auch als Militärlager genutzt.
Aber erst ab 1787 begannen die Bestrebungen, eine Grünanlage anzulegen. Im Laufe der Zeit wurden u. a. durch Schenkungen eine Vielzahl von Bäumen und Sträuchern aus aller Welt gepflanzt. So wurde aus dem Campo Grande heute eine Art botanischer Garten. Ihr findet hier Bananenstauden, Palmen, Mammut- und Zedernbäume; exotische Blumen, einen Teich, einen Wasserfall und einen Springbrunnen. Die Bewässerung löste man durch unterirdisch verlaufende Leitungen.
Vor allem aber findet ihr hier eine vielfältige Vogelwelt, u. a. auch prächtige Pfaue.
Nachdem eine reiche Witwe 1930 der Stadt ein Pfauenpaar geschenkt hatte, entwickelte sich eine größere Population, denen vor allem die Zedernbäume als Schlafplatz dienen. Die lauten Schreie der Pfauen hört man überall. Wir fühlten uns plötzlich weit weg vom Trubel der Stadt, beinahe wie in einem kleinen Urwald … 😉
Mercado Del Val
Der Mercado del Val ist die älteste noch erhaltene Markthalle in Valladolid. Die historische Eisenkonstruktion aus dem Jahr 1882 liegt direkt im Stadtzentrum.
1982 und noch einmal 2016 wurde sie komplett reformiert und renoviert.
Hier findet ihr traditionelle Marktstände mit allem, was man an frischen Lebensmitteln braucht: Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch und dazwischen kleine Bars mit Pinchos und Tapas.
Sie ist heute ein beliebter Einkaufs- und Treffpunkt für die Einheimischen; Tourist:innen verirren sich seltener hierher. Gemessen an der riesigen Markthalle von Valencia oder der in Madrid ist sie zwar klein, aber wir fanden sie sehr charmant.
Geheimtipp: Hier gibt es ein sehr günstiges Frühstück, z. B. einen Kaffee mit Croissant für 2,50, mit Tortilla für 2,80 Euro (Stand 2026). Danach könnt ihr euch weitere Köstlichkeiten von den anderen Ständen holen.
Colegio de San Gregorio
Dieser Gebäudekomplex zählt zu den bedeutendsten Bauwerken Valladolids und gilt als eines der schönsten Beispiele der isabellinischen Gotik in ganz Spanien. Er entstand zwischen 1488 und 1496 als Ausbildungsstätte für Theologiestudenten. Heute beherbergt das prachtvolle Gebäude das Nationale Skulpturenmuseum (Museo Nacional de Escultura) mit einer der weltweit bedeutendsten Sammlungen spanischer Holzskulpturen.
Schon die Fassade hat uns stark beeindruckt. Mit ihren filigranen Figuren beschäftigt deren vielschichtige Symbolik heute immer noch die Kunsthistorikerwelt, denn einige ihrer Darstellungen lassen unterschiedliche Deutungen zu.
Museo Nacional de Escultura
Das Museum im Colegio besitzt die bedeutendste Sammlung spanischer polychromer Holzskulpturen weltweit.
Die rund 6.000 Kunstwerke stammen überwiegend aus dem 13. bis 18. Jahrhundert und zeigen eindrucksvoll, warum diese Kunstform als Höhepunkt der spanischen Bildhauerei gilt. Meister wie Alonso Berruguete, Juan de Juni und vor allem Gregorio Fernández schufen Figuren, die durch ihre nahezu lebensechte Darstellung selbst uns, die wir uns normalerweise nicht besonders für sakrale Kunst interessieren, echt verblüfft haben!
Denn dabei wurden Glasaugen, Elfenbein oder Knochen für Zähne; Kork, Harz und sogar echtes Haar genutzt, um den Eindruck lebendiger Menschen zu erwecken.
Und das war ja auch das Ziel, die Gläubigen emotional zu berühren und biblische Szenen so eindrucksvoll darzustellen, dass sie Mitgefühl, Ehrfurcht und Andacht auslösten.
Wir empfehlen den Besuch des Museums nicht nur an regnerischen Tagen, sondern vor allem auch, wenn es draußen zu heiß ist. Denn innen könnt ihr gut abkühlen 😉 .
Pasaje Gutiérrez
Diese nur 50 m lange Galerie ist ein echter Geheimtipp und eines der versteckten Schmuckstücke Valladolids. An den beiden unscheinbaren, versteckten Zugängen laufen viele daran vorbei.
Dabei zählt die Pasaje Gutiérrez zu den heute nur noch drei existierenden, historischen überdachten Einkaufspassagen Spaniens.
Die elegante Passage, die seit 1998 als bedeutendes Kulturdenkmal unter Schutz steht, wurde 1886 auf Initiative des Kaufmanns Eusebio Gutiérrez errichtet. Vorbild waren die berühmten Pariser und Mailänder Einkaufspassagen des 19. Jahrhunderts, die als Sinnbild von Modernität, Eleganz und urbanem Leben galten.
Ursprünglich war sie als exklusive Einkaufsadresse für das wohlhabende Bürgertum gedacht. Nach einigen erfolgreichen Jahren verlor sie jedoch an Bedeutung und verfiel lange Zeit. Erst in den 1980er Jahren wurde sie aufwendig restauriert.
Heute laden tagsüber ein Friseur, kleine Boutiquen und Galerien zum Shoppen ein. Abends tobt hier das Leben in den Bars wie der Piscolabis und in der Sastreria (Schneiderei) sitzt ihr z. B. an alten Nähmaschinentischen.
Weitere häufig gestellte Fragen zu Valladolid
Und hier kommen wir gleich mal zur Aussprache 😉 :
Wie wird Valladolid ausgesprochen?
Valladolid spricht man im Spanischen etwa wie Baja(th)oli(th) aus.
Das V wird wie ein weiches B ausgesprochen, der Buchstabe d etwa wie das englische th. Wenn man es ein paar Mal geübt hat, ist es ganz leicht 😉 .
Die Einwohner:innen von Valladolid nennen sich Vallisolitanos (-as) (also etwa Bajisolitanos (-as)
Wie kommt man am besten nach Valladolid?
Mit dem Zug von Madrid aus. Denn von Deutschland aus gibt es keine Direktflüge. Der Schnellzug braucht von Madrid nur etwa 1 Stunde für die knapp 200 km.
Allerdings gestaltet sich das Bahnfahren in Spanien anders als in Deutschland. In den Zügen gibt es keine Stehplätze, man kann auch nicht spontan einsteigen und sein Ticket im Zug lösen. Es ist eher wie beim Fliegen, Sitzplätze werden im Voraus gebucht und es gibt eine Sicherheitskontrolle für das Gepäck. Die Tickets werden vor dem Einsteigen kontrolliert. Für diese Prozedur solltet ihr mindestens 15 Minuten einplanen, an viel frequentierten Strecken und Tagen auch lieber etwas mehr.
Wie viele Tage sollte man für Valladolid einplanen?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten reicht ein voller Tag.
Zwei bis drei Tage sind ideal, wenn ihr zusätzlich Museen besuchen, die Tapas-Szene genießen oder Ausflüge in die Weinregionen unternehmen möchtet.
Kann man Valladolid gut zu Fuß erkunden?
Ja. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen in der kompakten Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar. Nur für weiter entfernte Ziele wie das Wissenschaftsmuseum benötigt ihr öffentliche Verkehrsmittel. Für die Weingebiete empfiehlt sich ein Mietwagen oder gebuchte Touren mit dem Minivan.
Wann ist die beste Reisezeit für Valladolid?
In Valladolid herrscht kontinentales Klima, heiße Sommer bis 40 Grad und kalte Winter mit Minustemperaturen. Angenehm sind der Frühling von April bis Juni und der Herbst von September bis November.
Wir waren Ende Juni 2026 dort; während es in Deutschland über 40 Grad heiß war, herrschten dort nur Temperaturen zwischen 28 und 32 Grad.
Ist Valladolid teuer?
Nein. Valladolid gehört zu den günstigeren Städtezielen Spaniens. Hotels, Restaurants und Tapas-Bars sind deutlich preiswerter als in Madrid, Barcelona oder San Sebastián.
Welche Museen lohnen sich besonders?
Das Museo Nacional de Escultura gehört zu den besten Museen Spaniens. Ebenfalls empfehlenswert sind das Patio Herreriano für moderne Kunst, das Cervantes-Haus, das Kolumbus-Museum und das Wissenschaftsmuseum.
Ist Valladolid für Weinliebhaber interessant?
Ja klar, denn rund um Valladolid liegen gleich mehrere berühmte Weinbaugebiete. Fast alle Weingüter bieten Führungen und Verkostungen an.
- Ribera del Duero
- Rueda
- Cigales
- Toro
Welche Spezialitäten sollte man probieren?
Typisch für Valladolid sind:
- Lechazo Asado (Milchlamm aus dem Holzofen)
- Morcilla de Valladolid
- Pinchos und Tapas
- Schafskäse aus Kastilien
- Sopa Castellana
- und natürlich regionale Weine aus Ribera del Duero und Rueda
Ist Valladolid eine Tapas-Stadt?
Ja. Valladolid gilt als eine der besten Tapas-Städte Spaniens. Jedes Jahr findet hier sogar die nationale Meisterschaft der Tapas und Pinchos statt. Viele Bars servieren außergewöhnlich kreative kleine Gerichte.
Wo kann man in Valladolid gut essen?
Rund um die Plaza Mayor sowie in den Straßen Calle Correos, Calle Cascajares und Calle Paraíso findet ihr zahlreiche ausgezeichnete Tapas-Bars und Restaurants. Zu den bekanntesten Adressen zählt das Restaurante Jero (siehe unser Besuch weiter oben).
Welche Feste sind besonders sehenswert?
Die Semana Santa zählt zu den eindrucksvollsten Osterfeiern Spaniens und wurde als Fest von internationalem touristischem Interesse ausgezeichnet.
Ebenfalls sehr bekannt ist das Internationale Filmfestival SEMINCI.
Darüber hinaus gibt es immer wieder verschiedene Wein- und Gastronomiefeste.
Ist Valladolid familienfreundlich?
Ja. Viele Parks, breite Fußgängerzonen, Museen, Spielplätze und kurze Wege machen die Stadt auch für Familien mit Kindern attraktiv.
Welche Ausflüge lohnen sich?
Wie haben hier einige sehenswerte Orte und Regionen ausgesucht, die ihr innerhalb von einer Stunde erreichen könnt, z. B.:
- Ribera del Duero, das Weinbaugebiet der Tempranillo-Rebsorte
- Peñafiel mit seiner schiffsförmigen Burganlage
- Medina del Campo mit seinem wuchtigen Castillo de la Mota
- Tordesillas, hier wurde 1494 der Vertrag zur Teilung der Welt unterzeichnet
- Urueña, eine der schönsten Dörfer Spaniens mit vollständig erhaltener, mittlelalterlicher Stadtmauer
- Rueda, hier wird vorwiegend der weiße Rebsorte Verdejo angebaut
Warum wird Valladolid auch „Pucela“ genannt?
Dieses Wort haben wir ein paar Mal gehört und nachgefragt. Aber der Spitzname „Pucela“ ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Einer Theorie zufolge geht er auf Ritter aus Valladolid zurück, die im Mittelalter an der Seite von Jeanne d’Arc, der „La Pucelle“ genannten Jungfrau von Orléans, kämpften. Andere Erklärungen führen den Namen auf den Handel mit Puzzolan oder auf ältere sprachliche Entwicklungen zurück. Eine gesicherte Herkunft gibt es bislang nicht.
Ist Valladolid ein gutes Reiseziel für ein Wochenende?
Ja. Dank der kompakten Altstadt, der kurzen Wege, der hervorragenden Gastronomie und der schnellen Zugverbindung nach Madrid eignet sich Valladolid ideal für einen Wochenendtrip. Zwei Übernachtungen reichen aus, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu entdecken und gleichzeitig das entspannte Lebensgefühl der Stadt zu genießen.
Wir finden allerdings, dass nur ein Wochenende viel zu wenig ist für diese Perle von Kastilien und León, denn es gibt hier so viele unentdeckte Schätze …
Siegbert Mattheis
Dieser Artikel wurde von uns redaktionell vollkommen unabhängig verfasst. Der Besuch wurde durch Foro de Marquas Renombradas Espaõlas und Turespaña ermöglicht, ohne Einfluss auf die journalistische Arbeit. Es gilt unser Redaktionskodex.
Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam Ambiente–Mediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.
Zuletzt aktualisiert im Juli 2026 von Siegbert Mattheis









































