Cocomero Pugliese: erfrischender Sommer-Snack aus Apulien

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Gurke oder Melone? Die Cocomero Pugliese ist beides und doch etwas ganz Eigenes. Wenn ihr im Sommer durch apulische Märkte schlendert, stößt ihr unweigerlich auf diese ungewöhnliche Frucht, die dort Kisten füllt. Außerhalb der Region ist sie allerdings kaum zu finden.

grüne Cocomero Pugliese mit Möhrensticks
Die Cocomero Pugliese, die es nur in Apulien gibt © Siegbert Mattheis

Was ist Cocomero Pugliese?

Die Cocomero Pugliese ist eine apulische Gurkenmelone, botanisch eine Unterart der Zuckermelone (Cucumis melo). Sie gehört zur Familie der Kürbisgewächse und ist damit sowohl mit der Gurke als auch mit der Honigmelone verwandt. In Apulien wird sie seit mehreren Jahrhunderten angebaut und nicht selten als Gurkenersatz eingesetzt.

Je nach Gegend in Apulien trägt sie verschiedene Namen: Im Großraum Bari heißt sie carosello, im Salento cucumarazzu oder meloncella. Außerhalb Apuliens ist der Begriff Cocomero Pugliese am geläufigsten.

Botanisch unterscheidet man zwei Hauptsorten:

  • Carosello (rund, häufig mit dunkelgrün-hellgrünem Streifenmuster) und
  • Barratiere (etwas ovaler, mit etwas festerer Schale und leicht süßlicherem Geschmack).

Was bedeutet „Cocomero” auf Italienisch?

Das ist tatsächlich verwirrend: Das Wort cocomero bedeutet im Italienischen je nach Region Wassermelone, aber auch einfach Gurke. Die Cocomero Pugliese ist also in etwa die „Gurken-Melone aus Apulien” oder die “Melonen-Gurke aus Apulien”, wie ihr wollt 😉 .

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Wie schmeckt die Cocomero Pugliese?

Der Geschmack liegt tatsächlich irgendwo in der Mitte zwischen Honigmelone und Gurke: leicht süßlich, sehr erfrischend und schön knackig. Nicht so süß wie eine reife Melone, aber auch nicht so säuerlich wie eine Schlangengurke.

Die Cocomero Pugliese enthält übrigens im Gegensatz zu Gurken, Zucchini oder Kürbis kein Cucurbitacin; das ist der Bitterstoff, der bei anderen Kürbisgewächsen in hoher Dosis sogar giftig sein kann. Sie schmeckt daher durchgehend mild und angenehm.

Wie sieht die Cocomero Pugliese aus?

Die Frucht ist etwa so groß wie eine Honigmelone und hat eine hellgrüne bis dunkelgrüne Schale, häufig mit charakteristischem Streifenmuster. Das Fruchtfleisch ist mintgrün bis cremefarben, knackig-fest, mit gelblichen Kernen in der Mitte. Die Schale erinnert an eine Feldgurke, die Form an eine kleine Melone.

Je nach Sorte gibt es auch ganz glatte, getigerte oder gerippte Varianten.

Kann man die Schale und Kerne mitessen?

Ja. Schale und Kerne sind vollständig essbar. Viele Einheimische in Apulien schälen die Barratiere-Sorte, weil deren Schale etwas fester ist. Bei der Carosello ist die Schale dünner und wird häufig mitgegessen. Die weichen und milden Kerne werden je nach Geschmack entfernt oder mitgegessen.

Die Cocomero Pugliese wird gerne als Vorspeise gereicht © Siegbert Mattheis
Die Cocomero Pugliese wird gerne als Vorspeise gereicht © Siegbert Mattheis

Wie gesund ist die Cocomero Pugliese?

Die Frucht besteht zu über 90 Prozent aus Wasser und ist damit extrem kalorienarm. Gleichzeitig liefert sie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Für heiße Sommertage ist sie also die ideale Erfrischung ohne schlechtes Gewissen 😉 .

Wie wird sie in Apulien traditionell gegessen?

In Apulien ist die Cocomero Pugliese vor allem ein Sommersnack und Antipasto. Besonders beliebt ist das sogenannte Pinzimonio (in Apulien oft Spingituro genannt): frisch aufgeschnittene Stücke werden einfach in Olivenöl oder ein Zitronen-Dressing gedippt – mehr braucht es nicht.

Daneben wird sie als einfacher Salat mit Tomaten, Primo-Sale-Käse und apulischem Olivenöl gereicht, als frische Beilage zu Pastagerichten, wo sie eine kühle Note gibt, oder als Vorspeise an heißen Tagen, z.B. mit Möhrensticks kombiniert.

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Wo bekommt man die Cocomero Pugliese außerhalb Italiens?

Frisch ist sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz kaum im Supermarkt erhältlich, denn sie ist eine ausgeprägte Regionalspezialität, die den Transport schlecht verträgt und kaum exportiert wird. Beste Chancen habt ihr in italienischen oder mediterranen Feinkostläden und auf Wochenmärkten in Großstädten, wo sie gelegentlich als „Gurkenmelone” oder „Cumelo” angeboten wird.

Am einfachsten findet ihr sie natürlich direkt in Apulien im Sommer.

Kann man die Cocomero Pugliese selbst anbauen?

Ja, mit einem warmen, sonnigen Standort ist das gut möglich. Saatgut der apulischen Sorten (Carosello, Barratiere, Medio Lungo Pugliese) gibt es z. B. bei amazon zu kaufen *

Die wichtigsten Anbauhinweise: Die Keimtemperatur sollte mindestens 15 °C betragen, optimal sind 25 °C. Ausgesät wird von Februar bis Juni, zunächst im Haus. Der Standort sollte sehr warm sein. Ein Gewächshaus, Südwand, Hochbeet oder Balkon sind ideal. Der Boden sollte locker, frisch und fruchtbar sein, pH-Wert 7, am besten mit Kompost angereichert.

Immer mindestens zwei Pflanzen zusammen pflanzen, da die Gurkenmelone ein Fremdbestäuber ist. Wichtig: nur zertifiziertes Saatgut verwenden: von selbstgezogenen Samen wird ausdrücklich abgeraten, weil sich dabei Bitterstoffe bilden können.

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Buon appetito!

Siegbert Mattheis

Zuletzt aktualisiert im März 2026 von Siegbert Mattheis

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