Blumenkohl, das neue Powerfood

Haben Sie schon einmal knuspriges Blumenkohl-Katsu-Curry, Blumenkohl-Lasagne, überbackene Blumenkohl-Tortillas oder dunkle Karamell-Brownies aus Blumenkohl probiert?

Wir haben ein Buch mit über 60 erstaunlichen Rezepten entdeckt und waren völlig überrascht, was man mit Blumenkohl alles machen kann!

Blumenkohl – Kochen mit Köpfchen

Unter diesem Titel ist das Buch der Foodstylistin Kathy Kordalis auf den Markt gekommen. Und sie zeigt anhand von 60 abwechslungsreichen Rezepten, wie man dieses Superfood zubereiten kann – ob gebraten, zerkleinert, geschlagen, eingelegt oder geschmort – immer entfaltet dieses Gemüse neue Aromen.

Dabei kombiniert sie die mediterrane Küche mit australischem Flair. In den Kapiteln Leichtes, Frisches, Pikantes, Herzhaftes, Wohliges und Raffiniertes liefert sie neu interpretierte Blumenkohl-Klassiker, aber auch völlig neue Rezeptideen.

Buchcover Blumenkohl, Kochen mit Köpfchen

Blumenkohl als Sättigungsbeilage?

Blumenkohl galt lange Zeit eher als unscheinbare, blasse „Sättigungs“-Beilage. Dabei steckt so viel mehr in diesem regionalen Superfood und Alleskönner: Blumenkohl enthält viele Vitamine, vor allem viel Vitamin C, aber nur wenig Fett, er ist daher sehr gesund. Eine Portion Blumenkohl enthält zudem einen nahrhaften Mix aus Cholin, Ballaststoffen, Eiweiß, Omega-3-Fettsäuren, Mangan, Phosphor, Biotin, B-Vitaminen sowie Kalium und Magnesium.

Renommierte Köche aus der ganzen Welt haben sich inzwischen diesem regelrechten Powerfood angenommen und bereiten es zu als Salat, Fingerfood, Auflauf, Suppe oder sogar als Dessert.

Wir kennen ihn hier vorwiegend als weißen Blumenkohl, was aber einem Anbautrick zu verdanken ist: denn durch die grünen Blätter außenherum wird der Kohl vor Lichteinfall bewahrt und bleibt dadurch schön cremig-weiß. Unter längerer Sonneneinstrahlung würde er sich schnell nach grün oder violett verfärben. Andererseits sind gerade diese farbigen Sorten in Frankreich oder Italien sehr beliebt.

Eine Besonderheit bildet der verwandte Romanesco, eine Blumenkohlsorte, die in der Nähe von Rom angebaut wird. Der Vitamin-C-Gehalt übertrifft den des Blumenkohls sogar. Mit seiner einzigartigen Struktur in Fibonacci-Spiralen ist er nicht nur vom Geschmack, sondern auch vom Aussehen her ein faszinierendes Gemüse.

Blumenkohl violett mit Buch
© Claudia Mattheis
Violetter und grüner Blumenkohl
Violetter und grüner Blumenkohl © Joergens.mi / Wikipedia
Romanesco mit typischer Fibonacci-Struktur
Romanesco mit typischer Fibonacci-Struktur © Wolfgang Beyer / Wikipedia

Woher stammt Blumenkohl?

Die arabischen Botaniker Ibn al-‚Awwam und Ibn al-Baitar aus dem 12. und 13. Jahrhundert behaupteten, dass der Ursprung des Blumenkohls Zypern sei. So war damals der Blumenkohl auch als Zypriotischer Beifuß bekannt. In einigen Sprachen wird Blumenkohl auch als Zypernkohl oder Syrischer Kohl bezeichnet. Das weist darauf hin, dass der Ursprung des Kohl wohl tatsächlich in der Levante, in Kleinasien liegt.

Aber schon der römische Naturkundegelehrte Plinius der Ältere (24 bis 79 n. Chr.) berichtete von der Kohlsorte Cyma und beschrieb sie als sehr wohlschmeckend. Plinius‘ Notizen beziehen sich zwar wahrscheinlich auf die blühenden Köpfe einer früher kultivierten Sorte der Brassica oleracea (so die offizielle Bezeichnung der Urform), kommen aber der Beschreibung des modernen Blumenkohls nahe.

Auf jeden Fall brachten im Mittelalter die Kreuzritter die Samen des Blumenkohls mit nach Italien. Dort galt er lange Zeit als Luxuspflanze im Garten, weniger zum Verzehr geeignet. „Sie nehmen wegen ihrer Zartheit einen ehrenvollen Platz im Garten ein“ schreibt um das Jahr 1600 Olivier de Serres, der als Vater der französischen Landwirtschaft gilt. Da war der Blumenkohl inzwischen über Genua nach Frankreich gelangt. „Aber …“, wie er weiter schreibt, „ist er in Frankreich immer noch eher selten zu finden“. Erst der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. brachte den Blumenkohl als Delikatesse auf die große Tafel. So verbreitete sich langsam der Anbau und der Genuss von Blumenkohl über ganz Westeuropa.

Siegbert Mattheis

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