Spannender Toskana-Krimi: Toskanische Sünden aus der Bella-Italia-Krimi-Reihe

5/5 (7)

Eine wunderschöne Krimi-Lektüre, nicht nur für den Urlaub in der Toskana! Schon die ersten Zeilen haben mich sofort in die Geschichte gezogen, sodass ich nicht mehr aufhören konnte. Das ist für mich immer ein gutes Zeichen für ein spannendes Buch.

Kurvenreiche Straße in grünen Feldern
Typische zypressengesäumte Straße bei Siena © Fotolia, LianeM

Zwischen Florenz und Siena

Denn wie der Autor Paolo Riva die Szenerie in seinem zweiten Toskana-Krimi beschreibt, lässt einen sofort in die liebliche Landschaft zwischen Florenz und Siena eintauchen. Man riecht förmlich den Duft des Espresso, den sich der Kleinstadt-Comissario Luca morgens um 4 Uhr erst einmal mit seiner Moka-Express von Bialetti macht, weil ihn ungewöhnliche Geräusche geweckt haben.

Buchcover Commissario Luca Toskanische Sünden

Und auch die Figuren aus dem toskanischen Städtchen Montegiardino treten einem lebhaft vor Augen. Da ist der Barkeeper Fabio, der den besten caffé der Stadt macht und sein Zwillingsbruder, der aus der Küche einen herrlichen Panzanella-Brotsalat zaubert. Oder der kräftige Fischhändler Alberto, die junge und bezaubernde Franka, die intelligente und schöne Dottoressa Chigi und die nicht weniger schöne, resolute Vice Questora Aurora, deren Charme sich Luca nur schwer entziehen kann.

Dolce Vita

Dabei liebt er das Dolce Vita und sorgt sich als alleinerziehender Vater eigentlich mehr um seine 8-jährige Tochter Emma oder um seinen Esel Sergio. Denn in dem ansonsten verschlafenen Städtchen muss er sich nur ab und zu um einen kleinen Auffahrunfall oder ähnliche Kleinigkeiten kümmern.

Aber plötzlich hat der Kleinstadtpolizist alle Hände voll zu tun. Denn er wird zu einer handfesten Prügelei auf dem Markt gerufen. Und wie Maria, die Marktfrau ihm verschwörerisch zuflüstert, läge das am „Vollmond der Streitigkeiten“.

Darüber kann Commissario Luca aber nur den Kopf schütteln. Bloß weil der Mond dem Städtchen wie zum Greifen nahe steht, sollen am nächsten Morgen alle Montegiardiner aneinandergeraten?

Einsam gelegenes Anwesen, Pinien, Zypressen und Weinberg
Typische Toskana mit einsam gelegenem Hof, Pinien, Zypressen und Weinbergen © Siegbert Mattheis

Ein Unfall und ein Mord

Aber dann häufen sich tatsächlich die Zwischenfälle. Denn wenig später rast einer der am Streit Beteiligten ungebremst mit Auto und Anhänger einen Hügel hinab und kommt nur knapp mit dem Leben davon. Man hat an seinem Wagen die Bremsschläuche durchtrennt. Und es kommt noch schlimmer. Nur Stunden später liegt ein Toter am Ufer des Arno. Ein Dachdecker, der zuletzt versucht hat, seine mangelnde Handwerkskunst und eine schlechte Auftragslage mit Wucherpreisen zu kompensieren. Aber ob das schon die Fährte zu einem Mordmotiv ist? Und hängen die beiden Fälle zusammen?

Mit tatkräftiger Unterstützung der attraktiven Vizepolizeidirektorin Aurora Mair aus Florenz muss Luca immer tiefer in die Abgründe hinter den idyllischen Kulissen seiner Stadt blicken. Aber dann kommt es zu überraschenden Wendungen, nicht zuletzt durch einen Besuch in Siena

Blick von oben auf Siena
Siena in der Toskana © Siegbert Mattheis

Montegiardino

Ich hatte sofort nach dem Städtchen Montegiardino bei Google Maps gesucht, fand den Ort aber nur in San Marino. Erst danach hatte ich entdeckt, dass auf den Umschlagklappen wunderschöne Aquarellzeichnungen des Ortes mit der ungefähren Lage zu sehen sind. Aber mit dem Hinweis, dass der Autor sich diese Kleinstadt ausgedacht habe, als Vorbild aber diente sein eigener Wohnort in der Toskana.

Der Krimi ist spannend, gut aufgebaut, mit leichter Hand erzählt und glaubwürdig. Und zwischendrin gespickt mit kleinen kulinarischen Köstlichkeiten, wie dem erwähnten Panzanella-Salat oder den Weinen von Tommaso. Und die Gefühle kommen ebenfalls nicht zu kurz 😉

Rezept für Panzanella-Brotsalat

Hier schon einmal ein Rezept für Panzanella (ich denke, ich darf hier aus dem Buch zitieren 🙂

Ihr nehmt:

  • Tiefrote, gelbe und hellgrüne Tomaten
  • Dazu sehr saftige Gurkenstücke
  • In kleine Streifen geschnittene rote Zwiebeln
  • Als Besonderheit Kapern und zwei oder drei gehackte Sardellen hinzu.
  • Die wichtigste Zutat ist aber das zwei Tage alte Brot, kross geröstet
  • Das wird in der Pfanne mit reichlich großartigem Olivenöl (aus Montegiardino) beträufelt
  • Die Brotwürfel dann auf den Salat anrichten
  • Dazu ein wenig Weißweinessig, Pfeffer, Salz und ein dickes Bund frischen Basilikum

Buon apetito!

Anzeige

Le Creuset Kochuntensilien auf gartentotal
Bild mit Link "Direkt zum Shop"

Über den Autor Paolo Riva

Paolo Riva wurde 1977 in Balerna/Tessin in der italienischsprachigen Schweiz geboren. Seine Mutter ist Italienerin, sein Vater Deutsch-Schweizer. Er studierte Deutsche Philologie in München und Philosophie in Rom. In Zürich arbeitete er lange als Werbetexter. Riva lebt mit seiner Familie, Hunden und Eseln auf einem Hof in der südlichen Toskana.

Viel Vergnügen mit diesem spannenden Toskana-Krimi!

Siegbert Mattheis

Buchcover Commissario Luca Toskanische Sünden

Paolo Riva: Toskanische Sünden

Commisario Lucas zweiter Fall. Bella-Italia-Krimi (Die Bella-Italia-Krimis)

Erschienen am 1. März 2023 im Verlag Hoffmann und Campe

Paolo Riva: Flüssiges Gold

Commisario Lucas erster Fall. Bella-Italia-Krimi (Die Bella-Italia-Krimis)

Erschienen am 2. März 2022 im Verlag Hoffmann und Campe

War dieser Beitrag hilfreich? Hat er euch gefallen?

Möchtet ihr diesen Artikel teilen?

Das könnte euch auch interessieren:

Das geheime Cefalù auf Sizilien, erzählt von einer Insiderin

Anne Kamratowski hatte sich vor einigen Jahren in Cefalù verliebt und lebt inzwischen in der Stadt. Hier erzählt sie uns von den Geheimnissen dieses faszinierenden […]

Bom Jesus do Monte, der schönste Wallfahrtsort in Portugal: Tipps für euren Besuch

Bom Jesus do Monte bei Braga gilt als eine der schönsten Wallfahrtskirchen in ganz Portugal. Die Anlage mit einer imposanten barocken Monumentaltreppe sowie weitläufiger Bergterrasse […]

Störche an der Algarve, warum gibt es dort so viele?

„Kuck mal, ein Storch!“ – kaum einen Satz haben wir uns häufiger zugerufen, als wir die ersten Tage an der Algarve durch Faro liefen oder […]

War dieser Beitrag hilfreich? Hat er euch gefallen?