Wir sind absolute Mutti-Fans und haben immer einen ganzen Vorrat zu Hause. Denn kaum eine andere Marke steht so konsequent für die Qualität sonnengereifter italienischer Tomaten. Und die sind in der mediterranen Küche nicht mehr wegzudenken.
Wir hatten die Mutti-Dosentomaten erstmals in Italien entdeckt und waren glücklich, als es sie dann auch hier im Supermarkt gab.
Was sind Mutti-Tomaten?
Hier beantworten wir euch die wichtigsten Fragen rund um Muttis Tomaten in der Dose, im Glas und in der Tube. Von der Geschichte des Familienunternehmens über Herstellung und Nachhaltigkeit bis zu Tipps für die mediterrane Küche.
Die industrielle Verarbeitung von Tomaten in Dosen begann in der Emilia-Romagna um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Und genau dort, in der Gegend um Parma, begann auch die Geschichte von Mutti.
Wer steckt hinter der Marke Mutti?
Mutti ist Marktführer für Tomatenkonserven in Italien und steht weltweit in 95 Ländern in den Regalen.
Es ist ein echtes Familienunternehmen aus Norditalien mit einer über 125-jährigen Geschichte. Gegründet wurde der Familienbetrieb Mutti schon im 19. Jahrhundert als Anbaubetrieb. 1899 stiegen die Brüder Marcellino und Callisto Mutti in der Provinz Parma in die Verarbeitung ein. Eine bahnbrechende Innovation gelang Ugos Sohn: Er erfand 1951 das Tomatenmark aus der Tube, deren Deckel gleichzeitig als Fingerhut zum Nähen dienen konnte. Heute führt Francesco Mutti das Unternehmen in vierter Generation.
Stammen die Tomaten von Mutti wirklich 100 % aus Italien?
Ja, und das ist kein Marketing-Versprechen, sondern das zentrale Qualitätsmerkmal der Marke. Mutti verwendet ausschließlich 100 % sonnengereifte Tomaten aus italienischem Anbau. Alle fünf Tomatensorten wachsen in ihren jeweiligen Ursprungsregionen. Von den sandigen Böden der Valli di Comacchio im Po-Delta über die fruchtbaren Tiefebenen von Parma und Piacenza bis in die nördliche Provinz Apulien im Süden.
Das ist besonders wichtig, weil manche andere Anbieter Tomatenkonzentrat aus China importieren und es in Italien lediglich abfüllen. Bei Mutti könnt ihr sicher sein: Jede Dose enthält echte, in Italien gewachsene Tomaten.
Wie kommen die Tomaten in die Dose – wie läuft die Produktion ab?
Der Produktionsprozess bei Mutti ist auf maximale Frische ausgelegt. Die Tomaten werden vollständig mechanisch geerntet und anschließend innerhalb von nur zwei bis drei Stunden in die Produktionsanlagen transportiert. Dort werden sie gereinigt, weiterverarbeitet, je nach Produkt zerkleinert oder im Ganzen belassen und schließlich in die Dosen abgefüllt.
Die gesamte Ernte- und Produktionssaison dauert nur etwa zwei Monate. Tomaten haben je nach Region eine Vegetationsdauer von etwa 90 bis 120 Tagen. Diese enge Zeitplanung stellt sicher, dass nur Tomaten mit dem optimalen Reifegrad verarbeitet werden.
Sind Dosentomaten von Mutti gesünder als frische Tomaten?
Das klingt paradox, ist aber so: Dosentomaten können in mancher Hinsicht nährstoffreicher sein als frische Tomaten aus dem Supermarkt. Die werden oft unreif geerntet und legen weite Transportwege zurück, auf denen sie Nährstoffe verlieren. Mutti-Tomaten reifen dagegen bis zum idealen Reifegrad am Strauch und werden so schnell verarbeitet, dass kaum Nährstoffverlust entsteht.
Besonders der Gehalt an Lycopin – dem kraftvollen Antioxidans der Tomate – steigt durch die Verarbeitung sogar an, da Hitze den Wirkstoff besser verfügbar macht.
Mutti-Produkte kommen ohne Konservierungsstoffe aus. Die San-Marzano-Tomaten von Mutti enthalten beispielsweise keinen Säureregulator.
Welche Mutti-Produkte gibt es in der Dose?
Das Sortiment ist beeindruckend vielseitig. Die bekanntesten Dosenprodukte sind
- die Polpa (fein gehackte Tomaten),
- die geschälten ganzen Tomaten (Pelati),
- die San Marzano D.O.P. (die Königsklasse mit geschützter Ursprungsbezeichnung),
- die Pomodorini (Cherrytomaten) und
- die Datterini (kleine, sehr süße Datteltomaten).
Für jede dieser Sorten wird eine präzise Auswahl der besten regionalen Tomatensorten getroffen, damit Geschmacksprofil und Verwendungszweck perfekt zusammenpassen.
Welche Produkte stellt Mutti noch her?
Neben den oben genannten Sorten gibt es Tomatenmark in der Tube (auch 3-fach konzentriert) oder Kirschtomaten. Das Sortiment umfasst zudem Pizzasaucen, verzehrfertige Pastasaucen, Pesto und neue Produkte wie Suppen.
Was ist das Besondere an den San-Marzano-Tomaten von Mutti?
Die San Marzano gilt als Königin der Tomaten und weltweit als die beste Tomatensorte für Saucen und Pizza. Ihre Stärken: weniger Säure, weniger Kerne, mehr Fleisch, mehr Aroma und eine natürliche Süße, die anderen Sorten fehlt.
Die echte San Marzano D.O.P. (Denominazione d’Origine Protetta) trägt seit 1996 eine gesetzlich geschützte Ursprungsbezeichnung und darf nur in einem genau definierten Gebiet südlich von Neapel angebaut werden. Mutti bietet diese Sorte mit dem offiziellen D.O.P.-Siegel an, ein Garant für Echtheit und Qualität.
Warum ist die Dose als Verpackung eigentlich sinnvoll?
Manche haben bei Dosen zunächst Nachhaltigkeit-Bedenken, aber tatsächlich hat die Dose klare Vorteile: Durch das luftdichte Verschließen bleibt die Qualität der Tomaten über Monate hinweg erhalten und kommt so ganz ohne Konservierungsstoffe aus. Weißblech ist zudem einer der am häufigsten recycelten Werkstoffe überhaupt und kann immer wieder eingeschmolzen und neu verwendet werden.
(Kennt noch jemand die legendäre Werbeoffensive für Recycling aus den 1980er-Jahren “Ich war eine Dose”? 😉 )
Seit 2010 setzt das Unternehmen aktiv auch auf Nachhaltigkeitsprojekte in Zusammenarbeit mit dem WWF, um den ökologischen Fußabdruck der Produktion zu reduzieren.
Wie arbeitet Mutti mit seinen Landwirten zusammen?
Mutti kooperiert mit über 400 bis 850 Familienbetrieben (je nach Produktlinie und Saison) in verschiedenen Regionen Italiens. Die Bauern werden nicht nur als Lieferanten, sondern als Partner betrachtet: Mutti zahlt einen Aufpreis für erstklassige Tomaten. 2024 lag dieser bei 240 Euro pro Tonne zuzüglich weiterer Qualitätsprämien. Das Unternehmen unterstützt seine Vertragslandwirte außerdem mit Forschung, Training und einer digitalen Lernplattform, besonders im Bereich Wasserersparnis. Durch Tröpfchenbewässerung und optimierte Bewässerungszyklen konnte der Wasserverbrauch bereits um bis zu 30 % gesenkt werden, der Pestizideinsatz um 10 %.
Kann ich Mutti-Dosentomaten für Pizzasauce verwenden?
Absolut – und für viele Pizzabäcker und Hobbyköche sind Mutti-Tomaten schlicht die erste Wahl. Besonders beliebt für Pizza sind die Polpa (für eine fein-stückige Sauce), die San Marzano (für eine besonders aromatische, süße Sauce mit wenig Säure) und die Datterini (für eine natürlich süße, intensive Sauce).
Unser Tipp: Die Tomaten für Pizzasauce nicht zu lange kochen lassen, denn der frische Tomatengeschmack entfaltet sich am besten, wenn die Sauce nur kurz erhitzt wird.
Wie ist Mutti im Vergleich zu Discounter-Dosentomaten?
Die Mutti-Produkte sind etwas teurer, aber aus gutem Grund. Günstigere Eigenmarken von Discountern arbeiten häufig mit Tomaten aus Ländern außerhalb Italiens oder setzen auf Zusatzstoffe wie Citronensäure als Säureregulator. In diversen Tests und Blindverkostungen schneidet Mutti regelmäßig sehr gut ab, auch wenn es vereinzelt Discounterprodukte gibt, die überraschend mithalten können. Wer aber auf lückenlose Herkunftstransparenz, kontrollierte Anbaumethoden und garantiert 100 % italienische Tomaten setzt, ist bei Mutti am besten aufgehoben.
Woran erkenne ich, ob Dosentomaten wirklich aus Italien stammen?
Hier ist Vorsicht geboten: „Hergestellt in Italien” bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Tomaten dort auch gewachsen sind. Oft werden Tomatenkonzentrate aus China importiert und in Italien verarbeitet. Bei Mutti könnt ihr sicher sein, weil die Marke explizit „100 % italienische Tomaten” kommuniziert und diesen Anspruch durch ihre gesamte Unternehmensgeschichte und -struktur belegt.
Bei unbekannten Marken lohnt ein Blick auf das Etikett: Der Hinweis „100 % italienische Tomaten” oder bei Bio-Produkten das EU-Biosiegel mit dem Zusatz „Italien-Landwirtschaft” gibt Sicherheit.
Wie lange sind geöffnete Dosentomaten haltbar?
Nach dem Öffnen solltet ihr den Doseninhalt im Kühlschrank aufbewahren und am besten in ein sauberes Glasgefäß umfüllen. Dann sind die Tomaten etwa vier bis fünf Tage haltbar.
Was man für die mediterrane Küche immer im Haus haben sollte
Wie kam die Tomate nach Italien?
Ursprünglich stammt die Tomate aus Südamerika, vorwiegend aus dem Gebiet des heutigen Peru und Mexiko. Die Azteken kultivierten sie bereits Jahrhunderte vor der europäischen Kolonisierung. Im 16. Jahrhundert brachten spanische Konquistadoren die rote Frucht nach Europa. Zunächst hielt man sie für giftig und nutzte sie nur als Zierpflanze.
In Italien, das damals noch ein Flickenteppich aus Stadtstaaten und Königreichen war, begann man im 17. Jahrhundert erstmals die Tomate in der Küche zu verwenden.
Neapel gilt als Geburtsort der klassischen Tomatensauce. Spätestens mit der Legende der Erfindung der Pizza Margherita im Jahr 1889 war die Tomate endgültig das Herzstück der italienischen Küche.
Mehr darüber, warum die Tomate ausgerechnet nach Italien und auf die Pizza kam
Warum wir Mutti lieben
Zum einen, weil wir Familienbetriebe schätzen, nicht zuletzt, weil wir selbst einer sind 😉
Zum anderen, weil Mutti für eine Philosophie steht, die leider nicht selbstverständlich ist: Qualität vor Quantität, Herkunft vor Preis, Geschmack vor Optik. Hinter jeder Dose stecken 125 Jahre Erfahrung, echte italienische Böden und die Leidenschaft von Bauernfamilien, die ihre Tomaten zum richtigen Zeitpunkt ernten und binnen Stunden verarbeiten lassen. Das schmeckt man.
Ob für die schnelle Tomatensauce unter der Woche, die perfekte Pizza am Wochenende oder den langen Sonntagssugo, wir lieben den besonderen Geschmack der Mutti-Tomaten!
Hier geht’s zum leckeren Rezept für Pasta al forno mit Tomatensugo
Buon appetito!
Siegbert Mattheis
Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam Ambiente–Mediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.









