Bougainvillea Pflegetipps, überwintern und woher der Name stammt

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Bougainvillea ist unsere mediterrane Lieblingspflanze. Schon allein wegen der kraftvollen, fast künstlich anmutenden Farbenvielfalt. Die Pflanze liebt es sonnig, heiß und windgeschützt, aber sie ist auch sehr durstig. Sie sollte nie austrocknen, denn dann verliert sie ihre Blätter. Bougainvillea gedeiht in allen Ländern rund ums Mittelmeer, in Spanien, Südfrankreich, Italien, Griechenland, Türkei und in den Maghrebstaaten. Und natürlich in Südamerika, von den ecuadorianischen Anden bis nach Brasilien, denn von dort wurde sie importiert und nach nach dem ersten französischen Weltumsegler, Louis Antoine de Bougainville 1767 benannt. Entdeckt wurde die Bougainvillea-Pflanze allerdings von einer Frau! Mehr darüber weiter unten.

das Bild zeigt violette Bougainvillea in Großaufnahme
Bougainvillea bringt einen kräftigen Farbtupfer in den mediterranen Garten @ Siegbert Mattheis
Bougainvillea sieht man überall in den mediteranen Ländern © Siegbert Mattheis
Bougainvillea sieht man überall in den mediteranen Ländern © Siegbert Mattheis

Was ist die beste Pflege der Bougainvillea?

Bougainvilleas kennt ihr sicher auch unter dem Namen Drillingsblumen wegen ihrer 3 weißen Blüten. Sie sind perfekt für den Balkon oder die Terrasse, vorausgesetzt, man weiß, wie man sie richtig pflegt. In diesem Artikel teilen wir unsere besten Tipps für die Pflege eurer Bougainvillea:

Substrat/Erde

Bougainvilleas bevorzugen ein gut durchlässiges Substrat, das Wasser schnell ableiten kann, um Staunässe zu vermeiden. Denn das mag die leicht empfindliche Pflanze überhaupt nicht. Eine hochwertige Blumenerde gemischt mit etwas Sand oder Perlit erfüllt diese Bedingungen. Topft die Pflanze regelmäßig um, am besten alle 2-3 Jahre, um das Substrat frisch und nährstoffreich zu halten.

Der richtige Topf

Das Gefäß sollte ausreichend groß sein, um das Wachstum der Bougainvillea zu unterstützen, und Drainagelöcher haben, um überschüssiges Wasser abzuleiten. Keramik- oder Terrakottatöpfe sind ideale Optionen, da sie atmungsaktiv sind und eine gute Drainage ermöglichen.

Der beste Standort für Bougainvillea

Als sonnenliebende Pflanze braucht die Bougainvillea einen Standort mit mindestens 5-6 Stunden direktem Sonnenlicht pro Tag. Achtet aber darauf, dass die Bougainvillea nicht dem Wind ausgesetzt ist, der die empfindlichen Blätter und Blüten beschädigen kann.

Bewässerung

Trotz ihres tropischen Ursprungs mag die Bougainvillea es nicht zu feucht. Lasst die oberste Schicht des Substrats zwischen den Wassergaben trocknen, um Wurzelfäule zu vermeiden. Im Sommer kann es erforderlich sein, die Pflanze täglich zu gießen, während es im Winter reicht, sie jede Woche einmal zu bewässern.

Dünger

Während der Wachstums- und Blühphase (Frühling bis Spätsommer) solltet ihr eure Bougainvillea alle zwei Wochen mit einem Dünger für Blühpflanzen versorgen. Achtet dabei auf einen hohen Phosphatgehalt, der das Blühen unterstützt, und einen geringeren Stickstoffanteil, der das Wachstum der grünen Teile fördert.

Rückschnitt

Ein regelmäßiger Rückschnitt fördert eine buschige Wuchsform und mehr Blüten. Die beste Zeit zum Beschneiden ist nach der Blütezeit, im späten Herbst oder frühen Winter. Entfernt abgestorbene oder kranke Äste und schneidet etwa ein Drittel der Äste zurück, um das Wachstum im Frühling zu fördern.

Schädlinge der Bougainvillea

Bougainvilleas können von Schädlingen wie Blattläusen, Spinnmilben oder Weiße Fliege befallen werden. Überprüfen eure Schönheit regelmäßig auf Anzeichen von Schädlingen und behandelt sie bei Bedarf mit einem geeigneten Pflanzenschutzmittel.

Ist Bougainvillea winterfest?

Da Bougainvilleas frostempfindlich sind, sollten sie in Regionen mit kalten Wintern im Haus überwintern. Sie bevorzugen einen kühlen, hellen Ort mit Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad Celsius. Wir stellen sie dazu ins Treppenhaus. Gießt sie während der Überwinterung sparsam und verzichtet auf das Düngen.

Ein kleiner Trick

Solltet ihr einen Wintergarten haben, könnt ihr mit einem Trick auch im Winter wieder Blüten erzeugen. Nach einer kurzen Trockenperiode – der Ballen sollte allerdings nie vollständig austrocknen – wieder gießen und schon fängt die Bougainvillea an, neue Blüten zu treiben, unabhängig von der Jahreszeit.

Mit diesen Tipps wird eure Bougainvillea bestimmt ein prächtiges Schmuckstück auf eurem Balkon oder eurer Terrasse!

Bougainvillea in den mediterranen Ländern

Rund ums Mittelmeer seht ihr die Kletterpflanze an beinahe jeder Hauswand, an Mauern oder am Straßenrand, wo sie einen herrlichen Farbklecks zaubern. Meist in Violett und Pink, aber auch in Blau, Rot, Orange oder seltener in Weiß. Was wir allerdings für knallfarbene Blüten halten, sind streng botanisch genommen eigentlich farbige Hochblätter. Die Blüten selbst bilden nur den kleinen cremefarbenen Tupfer innerhalb der 3 Hochblätter.

Normalerweise wächst Bougainvillea als Strauch und Kletterpflanze, kann aber unter günstigen Bedingungen als Baum sogar eine Höhe von bis zu 12 Metern erreichen!

Bougainvillea kann eine Höhe von 12 m erreichen, hier als Baum in Kenia © Emkamau, Wikipedia
Bougainvillea kann eine Höhe von 12 m erreichen, hier als Baum in Kenia © Emkamau, Wikipedia
Bougainvillea als Kletterpflanze © Siegbert Mattheis
Bougainvillea als Kletterpflanze © Siegbert Mattheis
Mediterrane Pflanze Bougainvillea in einem Garten
Bougainvillea gibt jeder Terrasse einen wunderschönen Farbklecks © Siegbert Mattheis

Bougainvillea Aussprache

Bougainvillea wird übrigens sehr einfach bu-ga-wi-lea ausgesprochen 😉

Bougainvillea gibt es auch in Gelb © Jeevan Jose, Wikipedia
Bougainvillea gibt es auch in Gelb © Jeevan Jose, Wikipedia
Seltene weiße Bougainvillea @ Reza Adi Pratama, Wikipedia
Seltene weiße Bougainvillea @ Reza Adi Pratama, Wikipedia
Die Blütenknospen der Bougainvillea © Siegbert Matheis
Die Blütenknospen der Bougainvillea © Siegbert Matheis

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Wie kam die Bougainvillea zu ihrem Namen?

Louis Antoine de Bougainville, der Namensgebe @ Jean-Pierre Franquel, Florian, Wikipedia
Louis Antoine de Bougainville, der Namensgebe @ Jean-Pierre Franquel, Florian, Wikipedia

Der französische Offizier, Schriftsteller und Seefahrer Louis Antoine de Bougainville nahm auf seiner Weltumsegelung (der ersten eines Franzosen) den Botaniker und Naturforscher Philibert Commerson mit auf die Reise. Dieser ehrte den Seefahrer und taufte im Jahr 1789 die neu entdeckte Pflanzengattung auf den Namen Bougainvillea.

Commerson brachte auch seinen Assistenten mit an Bord. Der war jedoch eine als Mann verkleidete Frau, die 26jährige Naturforscherin Jeanne Baret und offenbar Geliebte von Commerson. Sie hatte angeheuert, weil sie nach eigener Aussage „neugierig auf die Welt war“. Frauen waren damals auf Schiffen verboten.

Bougainville wusste davon, die Schiffsbesatzung jedoch durchschaute die Tarnung offenbar nicht. Als sie allerdings 1768 Tahiti anliefen und die Mannschaft von Bord ging, schickte Bougainville sie wieder zurück aufs Schiff, da die Tahitianer sie sofort als Frau identifizierten.

Jeanne Baret und Commerson waren die eigentlichen Entdecker der Bougainvillea. Beide hinterließen außerdem einen großen Schatz an etwa 6000 Pflanzenarten, die heute im Muséum nationale d’histoire naturelle in Paris ausgestellt sind. Erst 2012 wurde ihre Leistung gewürdigt, als ein neu entdecktes Nachschattengewächs ihr zu Ehren solanum baretiae benannt wurde.

Jeanne Baret war übrigens die allererste Frau, die eine Weltumsegelung machte.

Bougainvillea in Deutschland

Nach Europa wurde die Pflanze erst 1913 vom deutschen Gärtnermeister Karl Ruser aus Ägypten importiert. Der kurierte in Kairo ein Lungenleiden aus und war begeistert von der üppig blühenden Bougainvillea, von der er einige Proben in seinen Heimatort im badischen Niederweiler mitnahm. Später züchtete er einige der bedeutendsten, international ausgezeichneten Bougainvillea-Kulturen.

Genießt die farbenfrohe Blüte und das mediterrane Flair, das diese Pflanze in euer Zuhause bringt!

Siegbert Mattheis

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