Tipps für Procida, eine der schönsten Inseln im Golf von Neapel

Tipps Procida: Die kleinste – und unserer Meinung nach schönste – der drei Inseln im Golf von Neapel ist bislang von den großen Touristenströmen verschont geblieben, obwohl sie erstaunlich schnell und unkompliziert über Neapel zu erreichen ist. Hier ein Kurzbericht und einige Tipps für Procida:

Anreise Procida

Von vielen Orten Deutschland gibt es Flugverbindungen nach Neapel-Capodichino. Dort nehmen Sie entweder den Alibus (ca. 4 Euro, 20 Minuten) oder ein Taxi (ca. 28 Euro, 10 Min.) zum Hafen Molo Beverello, gehen auf eine der vielen Fähren nach Ischia und Procida (Kosten ca.15 Euro) und sind schon nach nur etwa einer Stunde auf Procida. Im Fährhafen Marina di Procida stehen Microtaxis ( Dreirad-Vesparoller) bereit, die Sie zu Ihrer Unterkunft bringen.

Unterkunft Procida

Zu empfehlen ist auf der Insel z.B. das ruhig gelegene, edel designte Hotel & Spa La Suite. Hier relaxt man bei Chillout-Musik unter leise rauschenden Palmen am Pool.

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Terrasse des Hotels La Suite auf Procida

Hotel & Spa La Suite: leise Chillout-Musik im Hintergrund, ein warmer Wind weht … herrlich © Siegbert Mattheis

 

Der kleine Küstenort Marina Corricella mit seinen würfelförmig übereinandergetürmten Fischerhäusern kommt der Vorstellung von einem ursprünglichen und romantischen Fischerort wirklich sehr nahe. Hier sitzen die Fischer am Nachmittag tatsächlich noch beim Kartenspielen, Netzeflicken oder Gemüseschälen auf der Hafenmole, während die Kinder drumherum tollen und Katzen die letzten Fischreste vertilgen. Nur vereinzelt spazieren ein paar Touristen am Hafen herum und holen sich beim aufgeschlossenen Alessandro in seiner Bar Chiaro Di Luna (bei Tripadvisor ansehen) ein vorzügliches Eis.
Der Name Corricella stammt aus dem Griechischen, kora calè , und bedeutet schönes Viertel.

Unsere Restaurantempfehlung in Marina Corricella ist das Fisch-und Pasta-Restaurant  La Lampara am Ende des Hafens mit einem wunderbaren Blick auf die bunten, verschachtelten Häuserfronten.

Abends sitzt man auch herrlich auf den Molenterrassen der wenigen Restaurants direkt am Meer.

Die Anmutung als malerische Filmkulisse hat viele Regisseure für Dreharbeiten auf die Insel gelockt. Der wohl bekannteste Streifen ist der anrührende Film „Der Postmann“, (Il Postino), die Exilgeschichte des Dichters Pablo Neruda nach einem Buch von Antonio Skámeta. (die deutsche Übersetzung des Buches heißt „Mit brennender Geduld“ und ist bei amazon erhältlich.

Mediterrane Farben in Procida, Italien

Das Fischerdorf Corricella erstrahlt in allen mediterranen Farben © Siegbert Mattheis

Szenen aus „Der talentierte Mr. Ripley“ wurden ebenfalls hier und auf der Nachbarinsel Ischia gedreht. Überall auf der Insel zeugen Tafeln mit Standbildern von den Drehorten vom Stolz der Einwohner, von denen viele als Statisten mitgewirkt hatten, auf ihre Insel als Filmkulisse.

Unterwegs auf Procida

Die sog. “Zitroneninsel“ ist bequem zu Fuß zu erkunden. Es empfiehlt sich allerdings, solche Exkurse auf die Zeit zwischen 14 und 17 Uhr zu legen, andernfalls wird es bei dem ungewöhnlich lebhaften Verkehr und den wirklich schmalen Straßen sehr eng und auch nicht ganz ungefährlich. Manche Dorfstraßen verengen sich hier auf auf einen Durchlass von nur 1,60 m. Breitere Autos haben hier keine Chance. Aber am schnellsten erkunden Sie die Insel mit dem orangenen Minibussen, die Sie so gut wie an alle Ziele bringen. Beliebt sind auch Elektrofahrräder, die man ausleihen kann.

Minibus auf Procida © Siegbert Mattheis

Minibus auf Procida © Siegbert Mattheis

Strände Procida

Ein von vorwiegend von jüngeren Leuten besuchter Sandstrand der Vulkaninsel ist der „Spiaggia di Ciraciello“, schmal, aber relativ lang. Im nördlichen Teil der Insel lockt die kleine Bucht „Spiaggia del Pozzo Vecchio“, auch „Spiaggia del Postino“ genannt, da hier einige Szenen aus dem gleichnamigen Film Der Postmann gedreht wurden.

Sehenswürdigkeiten Procida

Viele Sehenswürdigkeiten bietet die kleine Insel nicht, die architektonisch schönsten Stellen der Insel sind neben dem Fischerdorf Marina Corricella der Haupthafen Marina Grande, der antike Ortskern der Terra Murata und der Hafen der Marina Chiaiolella. Die Terra Murata ist eine mittelalterliche Festung mit dem ältesten Siedlungskern und der skurrilen Kirche San Michele auf der höchsten Erhebung Procidas. Von hier aus hat man einen wunderbaren Panoramablick über die ganze Insel bis hinüber nach Ischia, Capri und sogar nach Neapel.

Die kleine Insel Vivara am Rande von Procida ist ein Naturschutzgebiet und für den Publikumsverkehr nicht zugänglich. Dort haben übrigens Ausgrabungen Überreste aus neolithischer Zeit und mykenische Keramiken aus der Ägäis – Zeugnisse der griechischen „Verwandtschaft“ – zutage gebracht.

Procida ist sicher kaum für einen mehrwöchigen Badeurlaub geeignet, trotzdem aber zu schade für nur einen Tagesaufenhalt. Wer jedoch für einige Tage eine gewisse Ursprünglichkeit ohne Touristenströme sucht, ist hier genau richtig.

Siegbert Mattheis

Procida. Blick von der Terra Murata @ Siegbert Mattheis

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