Kleines Lexikon des griechischen Wohnstils, Deko uvm.

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Eines der schönsten Erlebnisse in einem fremden Land ist die Entdeckung und das Kennenlernen der besonderen Traditionen des Landes: Musik, Kunst, Architektur und Essen. Gerade der griechische Stil zeichnet sich durch aufregende Kontraste und eine bunte Mischung von Einflüssen aus.

Antike und Moderne, Rustikalität und Eleganz, Minimalismus und Detailreichtum. Die Dekorationen vereinen auch den Einfluss der Besatzung durch Kreuzritter, Venezianer und Türken. Jedes Stück hat eine eigene kleine Geschichte. Hier ein kleines Lexikon der Begriffe für den griechischen Wohn-, Einrichtungs- und Baustil (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Akrokerama und Kolonaki

Das sind Terrakotta-, Marmor- oder Stein-Elemente, die in der Antike die Tempel und öffentlichen Gebäude zierten und heute auch die Dächer vieler neoklassizistischer Häuser schmücken. Mehr über Akrokerama und ihre Bedeutung.

Akrokeramo in Stein
Akrokeramo in Stein © Christina Giakoumelou

Anemomili

Windmühlen, die auf Hügeln stehen, um die Winde zu nutzen und noch auf vielen Inseln zu finden sind. Die meisten sind heute rein dekorativ, einige werden aber wie früher zum Mahlen von Weizen verwendet.

Windmühle aus Stein vor blauem Himmel
Anemomili, Windmühlen, hier auf Kreta © GNTO/Y. Skoulas

Balconi

Ein Balkon mit einem Geländer aus Stein, Holz oder Gusseisen, der häufig an der Außenseite von Stadthäusern zu finden ist.

Caminada

Traditioneller Schornstein. Formen und Materialien variieren mit den Inseln. Egal ob aus Terrakotta oder Stein, jede Caminada hat ihr eigenes Design.

Flitzanaki

Kleine, schwere Porzellantasse mit festem Henkel, in der der griechische Kaffee traditionell serviert wird.

2 weiße Tassen Kaffee, Teller mit Süßigkeit, dahinter Brot auf Tisch am Meer
Flitzanaki, die typischen Kaffeetassen © Siegbert Mattheis

Flokati

Dieser Teppich aus ungefärbter, langhaariger Schafwolle war auch bei uns vor allem in den 1970er Jahren beliebt.

Iconostasi

Das ist eine kleine Kirche im Haus; ein Schrank, in dem religiöse Gegenstände wie Ikonen und Öllampen aufbewahrt werden. Sie wird zum Beten und Ehren des Göttlichen aufgestellt, ähnlich wie bei den Buddhisten. Eine kleine „Kerze“ (ein Gefäß mit Öl, keine Kerze aus Wachs) wird täglich angezündet bzw. am Sonntag und Feiertagen. Am besten mit der Flamme der Osterkerze (Lambada), die am Heiligen Samstag von der Kirche mitgebracht wurde. Mehr über Ostern in Griechenland

Kalimera

Das griechische Wort für „Guten Morgen“, das in der Regel auf einem kleinen Spiegel steht, der in der Eingangstür vieler Häuser hängt oder als Spruch an der Wand hängt.

Holzschild mit weißen griechischen Schriftzug Kalimera auf blau, daneben ein Schiff
Kalimera © Claudia Mattheis

Kendima

Typisch griechische Stickerei mit Motiven, die von Blumen, Tieren, Landschaften und Meeresszenen sowie anderen Elementen der Natur und Mythologie inspiriert sind. Überall in Griechenland ist die Stickerei eine Frauenarbeit. Junge Mädchen, die Zeit und Lust für dieses Handwerk haben, bereiten ihre Mitgift vor, indem sie Kendimata mit komplizierten und farbenfrohen Mustern auf die Wäsche der Familie nähen.

Keramika

Keramische Teller und Schalen mit farbenfrohen Motiven. Sie sind seit der Antike bekannt, jeder Ort hat seinen Stil. Keramika werden stolz in Schränken oder an den Wänden von Zimmern ausgestellt.

Teller und alte Fotos an der Wand
Keramika hängen oft an der Wand, wie hier auf Rhodos © Siegbert Mattheis

Kilim

Ein beidseitig gewebter, flacher Teppich. Kilim ist ein türkisches Wort, das im gesamten Orient zur Beschreibung dieser Art von Teppichen verwendet wird.

Komboloi

Sorgenperlen, die Männer den ganzen Tag in der Hand halten und mit den Fingern darüber fahren. Komboloi stammen ursprünglich aus dem Nahen Osten, haben aber keine religiöse Bedeutung.

Männerhand mit roten Sorgenperlen
Komboloi-Sorgenperlen © Adobe

Kourelou

Gewebter, meist gestreifter Flickenteppich, der traditionell als Boden- und Wandbelag verwendet wird.

Krevati

Gusseisernes Bett, oft mit floralen Motiven verziert.

Krokalia

Dekoratives Mosaik aus Kieselsteinen, das traditionell in den Gärten und Innenhöfen der Inseln des Dodekanes verwendet wird.

Florales sw-Mosaik
Krokalia, Kieselsteinmosaik in einem Vorgarten auf Rhodos © Siegbert Mattheis

Krounos

Ein kleiner Brunnen aus verzinktem Metall, der an die Wand gehängt und manchmal bemalt wird. Der Krounos ist üblich in Häusern ohne fließendes Wasser.

Mangali

Mit Holzkohle befeuerter Messingkessel orientalischen Ursprungs, der in Nordgriechenland zum Heizen verwendet wird.

Meandros

Dekoratives Wand- und Bodenmotiv, das seit der Antike vorherrschend ist. Es symbolisiert die Fortsetzung des Lebens und findet sich auch heute noch in modernen Gebäuden.

Moussandra

Besonders in Nordgriechenland verbreitet, eine große, oft geschnitzte und dekorativ bemalte Truhe, in der die Wäsche der Familie aufbewahrt wird.

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