Marrakesch, die schönsten Top 10+ Sehenswürdigkeiten

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Marrakesch ist die Stadt der prächtigen Paläste, großzügigen Gärten und der vielen Souks. Aber bekannt ist sie vor allem für den einzigartigen Marktplatz, dem Djemaa el Fna, dem größten auf dem afrikanischen Kontinent. Die Medina von Marrakesch, ein dicht bebautes Labyrinth von kleinen Gassen, ist von hohen, roten Mauern umgeben, die Marrakesch auch den Namen „Rote Stadt“ verliehen haben.

Der zentrale Platz Djemaa el Fna am Abend
Der zentrale Platz Djemaa el Fna am Abend © I. Ivan, Fotolia

Die Stadt lässt niemanden kalt, entweder man ist begeistert, lässt sich treiben und sieht überall Geschichten aus 1001 Nacht, oder man will dem Trubel und der Hektik schnellstmöglich entkommen und sich in die abgeschotteten Innenhöfe oder Dachterrassen der bezaubernden Riads zurückziehen.

Denn Marrakesch ist faszinierend und nahezu unbeschreiblich. Hier treffen wirklich Orient und Okzident aufeinander wie in kaum einer anderen Stadt Marokkos. Sie ist eine Stadt der Gegensätze. Unglaubliche Armut und Dreck neben immensem Reichtum und Pracht. Die Immobilienpreise in Marrakech sind höher als in Paris oder München.

Auf jeden Fall bietet Marrakesch jedoch eine Fülle von außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten. Und das Beste daran ist, dass ihr fast alle davon bequem zu Fuß erreichen könnt!

Ankommen in Marrakech

Der Flughafen ist nur 7 km, etwa 15 bis 20 Autominuten vom Stadtzentrum entfernt. Wenn ihr ein Riad gebucht habt, bieten die meisten einen bequemen Shuttle-Service für etwas mehr an, als ihr mit dem Taxi bezahlen würdet. Dafür kommt ihr aber sicherer an und das Gepäck wird bis vor die Tür gebracht. Ein Taxi zum Djemaa el Fna kostet etwa 70 DH (offiziell Marrokanische Dirham, MAD)

Direkt im Flughafen gibt es mehrere Schalter für den Geldumtausch, allerdings bilden sich nach der Ankunft eines jeden Fluges sofort lange Schlangen davor. 100 DH entsprechen etwa 9 Euro (Stand September 2022).

Aufschrift Aeroport Marrkech Menara, Mauer im abendlichen Sonnenlicht
Der Menara-Flughafen ist nur 7 km vom Zentrum entfernt © Siegbert Mattheis
Schlange vor Schalter
Lange Schlangen vor den Schaltern für den Geldumtausch © Siegbert Mattheis

1. Djemaa el Fna

Um diesen ehemaligen Umschlagplatz der Karawanen aus Timbukti Richtung Europa herum entstand die Stadt im 11. Jh. Er ist auch heute noch das Herz der Stadt. Und es geht vermutlich ähnlich zu wie damals. Die UNESCO hat den Platz als „Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ unter ihren Schutz gestellt. Dieser Titel wurde extra für den Djemaa el Fna erfunden. Tagsüber ist er wenig bevölkert, nur einige Orangenstände bieten frischen Saft an und ein paar Schlangenbeschwörer locken Touristen an.

2 Karren mit Früchten
Stände mit frischen Früchten und Säften © Siegbert Mattheis
Platz mit Garküchen in der Abendämmerung
Am Abend belebt sich der Platz © I. Ivan, Fotolia
Der Platz in der Dunkelheit mit vielen beleuchteten Ständen
Nachts am Djemaa el Fna © Siegbert Mattheis

Aber am Abend entwickelt er sich zu einem faszinierenden, schwer zu beschreibenden Spektakel. Dann werden an die 100 Garküchen aufgebaut (alle haben eine Standnummer), dort wird alles möglich Essbare angeboten. Die Gerüche wechseln sich alle paar Meter ab, hier riecht es nach gebratenen Garnelen, dort dampft ein Kessel mit gekochten Schnecken, Zwiebelgeruch vermischt sich mit frittierten Pommes, gebratenem Fleisch und exotischen Gewürzen.

Bärtiger Mann in weißem Kittel hält Daumen hoch
Mustapha serviert leckere frittierte Fische und Meeresfrüchte © Siegbert Mattheis
Junger bärtiger Mann vor Kochtopf mit Schnecken
Bei Zacharias gibt’s Schnecken © Siegbert Mattheis

Auf dem Platz bieten Berberfrauen ihre Hennamalerei an, andere verkaufen Taschentücher für die Gäste der Garküchen. Arabisch sprechende Geschichtenerzähler beziehen das vorwiegend einheimische Publikum mit ein, es wird viel gelacht. Ein paar Meter führen vollverschleierte, aber dennoch wenig schüchterne Berberfrauen Bauchtänze auf. Die Männer der Truppe haben ihre Augen überall und achten genau darauf, wer fotografiert; der wird sofort aufgefordert, etwas Geld zu geben. Verkäufer mit ein oder zwei Stangen Zigaretten warten auf einem Hocker sitzend auf Kundschaft. Nebenan führt ein junges Pärchen akrobatische Tänze zu Hip Hop Musik auf. Und dann wieder aufdringlich bettelnde Kinder, etwas weiter kleine verängstigte Affen oder auch Hühner, die Touristen für ein Foto auf die Schulter gesetzt werden. Natürlich gegen ein entsprechendes Entgelt.

Klatschende Männer rund um Musiker
Ausgelassene Stimmung © Siegbert Mattheis
Platz am Abend
Das Zeitoun-Café hinten in der Mitte ist ein guter Platz, um das Treiben auf dem Platz zu beobachten © Siegbert Mattheis

Wieder etwas weiter reihen sich Männer um ein am Boden ausgebreitetes Tuch mit Zahlen. Ein Glückspiel mit Geldmünzen, ähnlich Roulette.
Von Männern, die lässig an einem Karren lehnen, werden Drogen angeboten. Wartende Kutschen, die Pferde mit aufgescheuerten Wunden, traurig.
Und dazwischen rasen Mopedfahrer mit oder ohne Licht waghalsig durch die Menge, Fahrradfahrer kurven um Touristen oder um Lastkarren schiebende alte Männer im Kapuzenkaftan.

Trotz der Dunkelheit und der für einige vielleicht unheimlichen Kulisse herrscht eine fröhliche, ausgelassene Stimmung. In der Mehrzahl sind es auch einheimische Touristen, die das Spektakel genießen.

Ist der Djemaa el Fna gefährlich?

Manche Reiseführer raten davon ab, den Markt alleine zu besuchen. Aber der Djemaa el Fna ist auch nicht gefährlicher als andere Plätze in europäischen Großstädten. Zudem patroullieren Polizisten überall und insgesamt ist Marrakesch ziemlich sicher. Aber Taschendiebe gibt es natürlich so wie überall, wo sich viele Menschen drängen.

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2. Die Souks

Vom Djemaa el Fna gehen direkt nördlich die größten Souks ab, die traditionellen Bazare. Sie gehören zu den magischen Sehenswürdigkeiten in Marrakesch. Wenn das Sonnenlicht durch die Bambusmatten oder Holzlatten dringt, mit denen die Souks oben abgehängt sind, erzeugt es eine einzigartige Atmosphäre. Ein berauschendes Formen- und Farbspektakel, ein Ansturm auf alle Sinne, Waren aller Art in Hülle und Fülle. Über 8.000 Geschäfte sind in dem verschlungenem Gassengewirr versteckt.

Überdachter Souk mit vielen Waren und Menschen
Die Souks © Siegbert Mattheis
Passanten in den Souks
Einzigartiges Licht in den Souks © Fotolia, Franck Lachaud
Mann in Kaftan vor rotem Toreingang
Eingang zum Lederwaren-Souk Serrajine © Siegbert Mattheis

Dabei sind sie meist unterteilt in Themenbereiche, in einer Gasse finden Sie nur duftende Gewürze, in einer anderen reihen sich Läden aneinander, die nur babouches, die typischen Pantoffeln verkaufen. Dann gibt es einen Teppich-Souk, einen für Lederwaren, Kleidung, Stoffe, Lampen oder Keramik. Dazwischen findet man immer wieder Souvenirläden. Aber auch wenn Sie an jeder Ecke schöne Dinge für Zuhause entdecken: Zeigen Sie dem Händler nie Ihr Interesse, das gehört zum Feilschen dazu. 

Tipp: Je näher zum Platz, desto teurer sind die Waren, das sollte man immer mitbedenken.

Bunte Waren in den Souks
In den Souks gibt es alles © Siegbert Mattheis
Bunt bestickte Pantoffeln
Babouches ... © Siegbert Mattheis
Viele Messinglampen
Lampen ... © Siegbert Mattheis
Mann in Jeans vor Laden
Abdelaziz begrüsst uns sogar auf Deutsch und zeigt uns seine Werkstätten im Founduk © Siegbert Mattheis
älterer Mann am Webstuhl
Ein Weber in einer kleinen Werkstatt im Founduk © Siegbert Mattheis
Mann auf Eselskarren
Eselskarren in den Gassen der Souks © Siegbert Mattheis

Übrigens werdet ihr euch mit ziemlicher Sicherheit in den vielen kleinen Gassen verlaufen. Auch Google Maps hilft da oft nicht weiter, denn entweder ist der Empfang schlecht oder die Gasse, in der ihr euch befindet, ist in Maps gar nicht verzeichnet. Aber keine Sorge, überall sind Schilder, die die Richtung zum Djemaa el Fna weisen. Oder ihr fragt einfach an einem Stand „Où est la place ?“. Dann wird euch freundlich der Weg gewiesen, oder zumindest die grobe Richtung. Daneben bieten sich aber auch immer sog. Guides an, meist junge Männer, die euch den Weg weisen wollen. Darunter sind die wenigsten vertrauenswürdig.

Lest dazu am besten auch unsere Tipps, wie ihr am besten durch diese berauschende Stadt kommt.

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3. Bahia Palast, Palais de la Bahia

Der Bahia-Palast ist einer der schönsten Sehenswürdigkeiten in Marrakesch. Erbaut wurde er in der zweiten Hälfte des 19. Jh. im Auftrag des Großwesirs Si Moussa, der einst als dunkelhäutiger Sklave im Palast des damaligen Herrschers geboren war. Er sollte der prächtigste Palastbau Marokkos werden.

Blick auf den Hof
Der imposante große Hof © Siegbert Mattheis
Holzschnitzereien in weiß, blau und gelb
Detail © Siegbert Mattheis
Vergittertes Fenster mit blaugrünen Holzläden
Ein Gitterfenster in den vielen Räumen der Konkubinen rund um den großen Hof © Siegbert Mattheis

Nach seinem Tod 1894 ließ Si Moussas Sohn Bou Ahmed, inzwischen neuer Regierungschef, den Prunkbau noch erheblich erweitern. Er engagierte dafür den damaligen Stararchitekten Mohammed bin Makki, der auch schon in Andalusien tätig war. Und so begegnen sich im Bahia-Palast das Beste aus andalusischer und maurischer Baukunst. Hier findet ihr feinste Stuckarbeiten, aufwändig geschnitzte und bemalte Raumdecken aus Zedernholz, kunstvolle Mosaike, dekorative Arabesken und bunte Glasfenster, die ein eigentümliches Licht zaubern.

Vorhalle mit bunten Glasfenstern
Ungewöhnliche, bunte Glasscheiben erzeugen ein einzigartiges Licht © Siegbert Mattheis
Reich bemalte Holzdecke
Bemalte Holzdecke © Siegbert Mattheis
Marmorspringbrunnen auf gefliestem Boden
Springbrunnen im Bahia-Palast in Marrakesch © Siegbert Mattheis
Verzierte Stuckarbeiten, Blick zum Garten
Tor zum Garten © Siegbert Mattheis

Und zwischen den knapp 160 Räumen, die ihr fast alle besichtigen könnt, wandert ihr immer wieder durch wunderschön angelegte, nach Orangen und Blumen duftende Gärten mit kleinen Springbrunnen. Am Ende kommt ihr schließlich auf den riesigen Ehrenhof. Der Boden ist komplett aus italienischem Marmor ausgelegt, der dafür extra aus Carrara importiert wurde.

Die Räume sind allerdings leider leer. Denn als der Großwesir Bou Ahmed 1900 starb, wurde der Palast geplündert und seiner Wertgegenstände beraubt.

Weißer Innenhof mit Säulengängen und Brunnen
Der kleine Hof © Siegbert Mattheis
Holz- und Stuckarbeiten an Türbogen
Aufwändigste Holz- und Stuckarbeiten © Siegbert Mattheis

In der folgenden Zeit des französischen Protektorats von 1912 bis 1956 nahmen die Franzosen den Bahia-Palast als Sitz ihrer Verwaltung in Beschlag. Nach der Unabhängigkeit war er kurz königliche Residenz, bis er unter König Hassan II. in eine Touristenattraktion umgewandelt wurde.

Aber dennoch lässt sich der Prunk und Luxus erahnen, in dem der Großwesir mit seinen etwa 80 Konkubinen lebte. Bou Ahmed soll den Palast nach seiner Lieblingsfrau benannt haben, denn Bahia heißt übersetzt übrigens etwa „die Strahlende“ oder „die Glanzvolle“. Der Prachtbau diente auch als Kulisse in vielen Filmen, u. a. in „Lawrence von Arabien“.

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4. Jardin Majorelle und Musée Yves Saint Laurent

Ein tiefes, nahezu unwirkliches Ultramarinblau. Eingerahmt von dicht wachsenden, grünen Pflanzen. Dazwischen gelbe Tupfer und türkisfarbenes, leise plätscherndes Wasser.

Kubistische Villa in Blau
Das Atelier von Majorelle, 1929 im Bauhausstil erbaut, inspiriert von maurischer Architektur, seit 1937 in diesen Farben © Siegbert Mattheis
Blaues Haus mit gelben Vorhängen hinter Kakteen
© Siegbert Mattheis
Pergolagang aus Holz im Garten
© Siegbert Mattheis

Der französische Maler Jacques Majorelle erwarb 1922 dieses Grundstück mit einem Palmenhain. Die Werke des Malers rechnet man dem Orientalismus zu, er hatte u. a. auch die Decke des Hotels La Mamounia bemalt. Majorelle stürzte sich fortan mit Leidenschaft auf die Gestaltung dieser Parzelle und pflanzte nach und nach Orangenbäume, Kokospalmen, Bananenstauden, Yuccas, Jasmin, Bougainvilleas, Fuchsien, Kakteen und Agaven. Dazwischen legte er Teiche, Wasserspiele, Pergolen und Alleen an. 1929 beauftragte er ein Architekturbüro mit dem Bau der „Villa Atelier“ in einer Mischung von Art-Déco-Stil, Bauhaus und traditioneller maurischer Bauweise. Sie gilt heute als eine der schönsten Villen in Marrakesch.

Einige Jahre später entdeckte Majorelle bei einem Farbenhändler ein leuchtendes Ultramarinblau, mit dem er die Villa 1937 streichen ließ und der Farbe seinen Namen gab, „le bleu majorelle“. Als der Unterhalt und die Pflege des Gartens seine Mittel stark beanspruchte, öffnete er ihn 1947 für die Öffentlichkeit gegen Eintritt. Nach der Scheidung von seiner Frau 1956 musste er das Grundstück verkaufen, das danach verwilderte.

1966 entdeckten der Modeschöpfer Yves Saint Laurent und sein Lebensgefährte Pierre Bergé den Jardin Majorelle während ihres ersten Aufenthalts in Marrakesch. 14 Jahre später, 1980, kauften sie das Anwesen, bezogen die Villa und fingen an, mit umfangreichen Restaurierungsarbeiten den Jardin Majorelle zu dem „schönsten Garten zu machen, zu einem, den Jacques Majorelle gedacht und ins Auge gefasst hatte“. Das Atelier neben der Villa bauten sie später zu einem kleinen, sehenswerten Museum für Berberkunst um. 2008 starb Yves Saint Laurent und ließ seine Asche im Garten verstreuen.

Neben den Jardin Majorelle liegt das Ende 2017 eröffnete Museum Yves Saint Laurent über den Modemacher in einzigartiger Architektur aus Marmor, Sandstein und Glas.

Karte mit Hinweisen
Überblick über die Majorelle-Gärten © Siegbert Mattheis

Tipp: Ein Kombiticket für beides empfiehlt sich, allerdings sind die Warteschlangen häufig sehr lang. Am besten vorher im Internet kaufen! Die grüne Linie der Hop-on, Hop-off-Busse hält direkt davor.

5. Jardin Secret

Blick auf Pagode, weiße Vorhänge
Beliebtes Instagram-Motiv im Jardin Secret © Siegbert Mattheis
Säulenhalle mit wehenden weißen Gardinen
Jardin Secret © Siegbert Mattheis

Dieser „geheime Garten“ ist eine wahre Oase in der Millionenstadt. Ebenfalls nach Vorbild des Paradieses erbaut (Das Wort Paradies stammt im Übrigen aus dem Persischen und bezeichnet einen bewässerten Obst- und Gemüsegarten). Es ist der riesige Innenhof eines prunkvollen Palastes aus dem 16. Jh. mit Pagoden, Wasserläufen und exotischen Pflanzen. Es gibt am hinteren Ende über einem Museum ein Café und einen Turm, von dem aus man eine herrliche Panoramasicht über ganz Marrakesch bis zu den Bergen hat. Der Eintritt für die Turmbesteigung kostet allerdings extra.

Lage auf Google Maps

Blick über Marrakesch
Blick vom Turm über Marrakesch © Siegbert Mattheis

Tipp: Gegenüber liegt das Café Arabe mit wunderschöner Dachterrasse mit marokkanischen Leckereien. Hier gibt es übrigens auch Wein.

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6. Maison de la Photographie

Dieses Museum, etwas versteckt in der Rue Ahal Fès No. 46, hinter der Medersa Ben Youssef gelegen, ist eine wunderschöne Institution in Marrakesch. Es beherbergt über 3 Etagen verteilt eine sehenswerte Sammlung historischer Fotografien, vorwiegend beeindruckende Portraits zwischen 1860 und 1950. Es ist wie eine kleine Zeitreise durch die Geschichte von Marrakesch.

Blick in weißen Innenhof mit grünem Geländer
Maison de la Photographie © Siegbert Mattheis
Schwarz-weiß-Foto mit Mann mit Fes, daneben 2 Frauen
Bailarina Tajara © Nicolás Muller, 1942 © Foto: Siegbert Mattheis
Überdachte Dachterrasse mit Besuchern
Das Café oben im Maison de la Photographie © Siegbert Mattheis

Tipp: Oben befindet sich ein kleines Café auf der Dachterrasse, in dem man bei einem herrlichen Ausblick auch etwas Ruhe mitten im Trubel der hektischen Medina finden kann.

7. Medersa Ben Youssef

Diese ehemalige Koranschule wurde vermutlich um das Jahr 1340 gegründet. Große Teile ihres Innendekors stammen jedoch erst aus der Zeit der in Marrakesch residierenden Saadier-Dynastie um 1570. Die Koranschule besticht durch eine beeindruckende Ornamentik in Holz und Fliesenmosaiken. In den rund 150 Kammern lebten damals bis zu 900 Studenten.1960 wurde der Lehrbetrieb eingestellt und der Bau als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Medersa ist eine der wenigen (ehemaligen) religiösen Gebäude, die auch Nichtmuslimen offen steht. 1999 fand eine grundlegende Restaurierung statt.

Fassade der Medersa-ben-Youssef
Medersa ben Youssef © Esther Mann
Ausblick aus Holzfenster
Blick aus einer der Zimmer © Esther Mann

8. Palmeraie

Kamele vor Palmen
Kamelreiten vor den Toren von Marrakesch © Siegbert Mattheis
Doppelseitige luxuriöse Toreinfahrt
Einfahrt zum Palmaraie Golf Palace © Siegbert Mattheis

Kamelreiten in Marrakesch! Das kann man gut im Palmengarten mit über 100.000 Dattelpalmen im Norden der Stadt. Diese Oase wurde bereits vor über 1.000 Jahren dank eines ausgeklügelten unterirdischen Bewässerungssystems angelegt. Drumherum hat es sich inzwischen mit Prachtvillen begüterter Marokkaner, Luxushotels und Golfplätzen zu einem „Beverly Hills“ von Marrakesch entwickelt.

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9. Koutoubia Moschee

Das Minarett der 1158 erbauten Koutoubia-Moschee, nur 250 Meter vom Djeema el Fna entfernt, ist das Wahrzeichen der „roten Stadt“ und des ganzen Landes. Es misst 77 Meter und ist so gut als Orientierungspunkt von überall aus sichtbar. Es besteht aus sechs Stockwerken, die im Inneren über breite, schräg verlaufende Rampen miteinander verbunden sind. So konnte man den Weg zur Terrasse sogar auf einem Pferd hinaufreiten! Für Nichtmuslime ist die Moschee (wie fast alle in Marokko) leider nicht zugänglich.

Minarett der Koutoubia Moschee
Wahrzeichen Marokkos, das Minarett der Koutoubia Moschee © Siegbert Mattheis
Minarett, davor Palmen
Vom Garten hinter der Moschee aus gesehen © Siegbert Mattheis

10. Das Gerberviertel, Les Tanneries

Blick von oben auf die vielen Gerberbecken
Das Gerberviertel © Siegbert Mattheis

Im Gerberviertel wird noch auf dieselbe Art und Weise wie vor hunderten von Jahren Leder gegerbt und gefärbt. Hier arbeiten noch etwa 1.000 Menschen unter erbärmlichen Bedingungen.

Der Geruch nach Ammoniak ist allgegenwärtig, dagegen hilft ein Bund Minze vor der Nase. Denn das Leder wird mit Vogelmist oder giftigen Chemikalien gegerbt. Auf dem Weg dorthin bieten sich viele Guides an. Handeln Sie am besten den Preis vorher aus (rechnen Sie zwischen 20 und 50 DH) und lassen Sie sich genau erklären, was darin enthalten ist.

Unser Erfahrungsbericht mit solchen Guides.

11. Marrakech Museum, Musée de Marrakech

Hier findet ihr eine hochkarätige Sammlung historischer, ethnographischer und archäologischer Exponate in einem prächtigen Palast vom Ende des 19. Jh., der allein schon den Besuch lohnt. Hier könnt ihr in Ruhe unter einem gigantischen Leuchter an einem Springbrunnen in der Mitte des Innenhofs sitzen. Oder natürlich die interessante Dauerausstellung in den Bogengängen besichtigen, u.a. die traditionellen Trachten, uralten Koranbücher oder islamische Münzen aus dem 8. Jh.

Rote Fassade, links ein Balkon
Café im Innenhof des Marrkesch-Museums © Siegbert Mattheis
Grüne Fliesen vor weißen runden Torbögen
Innenhof © Siegbert Mattheis
Reich verzierte Decke mit Messingleuchter
Riesiger Leuchter im Museum © Siegbert Mattheis

12. La Mamounia

Das Luxushotel in Marrakesch schlechthin und eines der schönsten der Welt! Es gehört zu den „Leading Hotels of the World“. Hier waren nicht nur Winston Churchill oder Paul McCartney (der darüber einen Song schrieb) zu Gast, hier wurden auch Filme wie Hitchcocks „Der Mann, der zuviel wusste“ von 1956, „Sex in the City, der Film“ oder auch die Netflix-Serie „Inventing Anna“ von 2021 gedreht.

Tipp: Ihr könnt die Pracht des Gartens und des Hotels im Hotelrestaurant bei einem Glas Tee und Gebäck bewundern

Eingang des Hotels mit Pagen in roten Umhängen und Fes
La Mamounia © Siegbert Mattheis

Ausflugstipps:

Nach Essaouira ans Meer sind es mit dem Bus etwa 3 Stunden

Zur Safranfarm der Schweizerin Christine Ferrari, Le Paradis du Safran ist es mit dem Taxi etwa eine halbe Stunde, ca 120 DH. Es lohnt sich!

Weitere Tipps folgen in Kürze 😉

Siegbert Mattheis

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