Marrakech Tipps, wie ihr am besten durch diese faszinierende Stadt kommt

4.9/5 (10)

Marrakesch ist eine wirklich faszinierende und brodelnde Stadt mit wunderbaren Fotomotiven an jeder Ecke. Damit euer Aufenthalt im positiven Sinne wirklich unvergesslich bleibt, haben wir euch ein paar hoffentlich hilfreiche Tipps zu einigen Punkten und ein paar „Do’s and Dont’s“ in Marrakesch zusammengestellt.

Wie ist Marrakesch?

Am besten sehr ihr die Stadt, wie sie ist. In der die Bewohner neben den wunderschönen Sehenswürdigkeiten versuchen, ihr Leben zu führen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, zu überleben. Mit ihren Dienstleistungen, mit dem Verkauf ihrer handwerklich hergestellten Produkte, mit ihren Fähigkeiten, Geschichten zu erzählen, zu tanzen, Musik zu machen, zu kochen, einen Laden zu führen, irgendwie über die Runden zu kommen. Und dabei selbstverständlich ihre Würde beibehalten wollen.

Ein Marrakchi, so nennen sich die Einwohner von Marrakesch, lebt im Durchschnitt von nur etwa zehn Euro am Tag, also etwa 300 Euro im Monat, wie uns Adil aus unserem Riad 11 Zitoune in Marrakesch erzählt.

Sie sehen, dass wir Urlauber offensichtlich sehr viel mehr Geld zu haben scheinen. Und wir wohl auf der Suche sind nach der orientalischen Faszination, nach dem Gefühl aus den Geschichten aus Tausend-und-einer-Nacht, nach dem Orient, wie wir ihn aus Erzählungen zu kennen glauben.

Daher ist es einigermaßen verständlich, dass viele versuchen, daraus ein wenig Kapital zu ziehen, sei es Geld für ein Foto, für eine Führung, für eine Tanzdarbietung etc. Und manchmal auch etwas mehr als üblich, was viele Urlauber als Touristenabzocke ansehen.

Wir sind aber gleichzeitig überall auch ungemein freundlichen und großzügigen Menschen begegnet, die für ihre Dienstleistung nichts haben wollten oder uns bereitwillig an ihrer Kultur teilhaben ließen.

Hier unsere Tipps für Marrakesch und Marokko:

  • Kein Leitungswasser trinken.
    Kauft euch Wasser in Flaschen am besten in den kleinen Läden, der halbe Liter kostet knapp 5 DH (50 Cent)
  • Zu freizügig herumlaufen.
    Bedeckt möglichst eure Schultern und die Beine bis über die Knie. Obwohl Marokkaner sehr tolerant sind, werden gerade leicht bekleidete Frauen hier oft als Prostituierte angesehen.
  • Preise
    In den Souks in Marrakesch und rund um den Djemaa el Fna sind die Preise höher als etwas außerhalb in den Gassen. Es lohnt sich also, wenn ihr länger stöbert und euch etwas von den Touristen-Hot-Spots entfernt.
  • Menschen fotografieren
    Ehrlich, wir wollen ja auch nicht ungefragt fotografiert werden. Fragt also vorher unbedingt, bevor ihr ein Foto von einem Menschen machen wollt. Wenn er einwilligt, könnt ihr ihm gerne etwas Geld geben (10 oder 20 DH). Gerade in Trachten gekleidete Berber leben davon. Aber z. B. Fahrer von Eselskarren als beliebtes Motiv mögen es nicht besonders, ständig fotografiert zu werden und können aggressiv werden.
Berber-Musiker in Tracht
Für etwas Geld lassen sich die meisten Künstler auch gerne fotografieren © Siegbert Mattheis
  • Djemaa el Fna
    Auf dem riesigen Platz werdet ihr Artisten, Musiker, Spieler, Geschichtenerzähler, Comedians, Berber in Trachten uvm. beobachten können. Jeder versucht hier, durch sein Talent etwas Geld zu verdienen. Wenn es euch gefällt und ihr fotografieren oder filmen wollen, solltet ihr ihnen etwas Geld geben (10 oder 20 DH). Denn sie leben davon. Darüber hinaus findet ihr auch Schlangenbeschwörer, dressierte Affen, Menschen, die euch Hühner für ein Foto auf den Arm setzen wollen. Wir lehnen es aus Tierschutzgründen ab, das zu unterstützen.
Berber in Trachten
Diese Berber in Trachten verdienen ihr Geld u.a. mit Fotos © Claudia Mattheis

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  • Feilschen und Handeln
    Für uns Nordeuropäer ist es sehr ungewohnt, zu feilschen. Marokkaner hingegen lieben es. Dabei geht es darum, für beide Seiten eine Win-win-Situation zu erzielen.
    Wenn es also kein Preisschild gibt, fragt vorher nach dem Preis. Wenn er euch zu hoch erscheint, nennt am besten die Hälfte des Preises, der euch angemessen erscheint und den zu zahlen ihr bereit wärt. Meist könnt ihr euch dann irgendwo in der Mitte treffen.
    Denn wenn dem Verkäufer der Preis zu niedrig wäre, würde er es euch nicht verkaufen. Nach ein paar Übungen macht es dann sogar einem selbst Spaß. Aber kauft nur, wenn euch der Preis akzeptabel erscheint und das Produkt es euch wert ist.
  • Taxis
    Taxis in Marrakech sind für unsere Verhältnisse extrem günstig. Innerhalb der City kostet eine Fahrt tagsüber zwischen 30 und 40 DH (3 bis 4 Euro), in der Nacht etwa 50 DH. Die Taxifahrer sollten die Uhr einschalten. Wenn die Uhr „kaputt“ ist, verhandelt den Preis vorher (siehe Feilschen).
  • Guides
    Seid vorsichtig mit selbst ernannten Führern (Guides), die euch den Weg zeigen wollen. Speziell im Gerberviertel (Les Tanneries) herrschen mafiöse Strukturen.
    Lest dazu vielleicht auch unseren Erlebnisbereicht mit falschen Guides.
    Seid misstrauisch, wenn euch jemand ungefragt erzählt, dass irgendetwas leider gerade geschlossen oder der Weg falsch sei und sie euch etwas anderes oder einen anderen Weg empfehlen.
    Wenn ihr aber von euch aus einen Führer braucht oder wollt, handelt vorher den genauen Preis aus und was ihr dafür bekommt.
  • Hennamalerei
    Gerade auf dem Djemaa el Fna in Marrakesch bieten viele Berberfrauen an, eure Hände mit Henna-Tattoos zu verzieren. Wir haben es selbst nicht machen lassen, aber einige berichten, dass sie danach Ausschlag und Rötungen hatten. Vermutlich liegt das daran, dass einige der Frauen giftige chemische Farben benutzen.
  • Alkohol
    Alkohol ist im Islam verboten, daher werdet ihr keine betrunkenen Marokkaner erleben, und wenn, dann sind es nur ausländische Touristen. Die meisten Restaurants bieten daher auch keinen Wein oder Bier an, allenfalls alkoholfreies. Wenn euch aber der Sinn nach einem Glas Wein oder einem Aperitif zum Sonnenuntergang ist, sucht nach Restaurants, die das auch anbieten. In den Riads gibt es normalerweise Alkohol.
  • Verkehr in den Souks
    Motorradfahrer, Radfahrer und Eselskarren rasen durch die schmalen Gassen in den Souks und machen oft ein gemütliches Schlendern nahezu unmöglich. Obwohl es bereits mehrere Petitionen der Ladeninhaber gegeben hatte, dieses zu verbieten, ist bisher nichts geschehen. So läuft man oft Gefahr, angefahren oder beschimpft zu werden, wenn man nicht rechtzeitig ausweicht. Also stellt euch besser darauf ein.
  • Frische Säfte probieren
    Überall findet ihr kleine Stände, die frisch gepresste Orangen- oder Granatapfelsäfte anbieten. Die sind wirklich frisch, lecker und günstiger, als sie in einem Café zu trinken.
  • Hop-on, hop-off-Bus
    Um einen Überblick auch über wichtigsten Sehenswürdigkeiten und die neueren Viertel zu erhalten oder zur Palmeraie zu gelangen, empfiehlt sich eine Tour mit dem Bus.
Hop-on hop-off-Bus © Siegbert Mattheis
Hop-on hop-off-Bus © Siegbert Mattheis

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