Diese besondere Reissorte aus Südfrankreich ist nicht nur ein kulinarisches Highlight, sondern auch ein Stück französischer Kultur und Naturgeschichte. Und gesund ist der rote Reis obendrein.
Reisanbau in der Camargue
Wir haben den Bio-Hof Mas de Valeriole in der Camargue besucht und können euch so aus erster Hand berichten, was es mit dem roten Reis auf sich hat, wo er herkommt und wie ihr ihn zubereitet 😉 .
Was ist roter Reis aus der Camargue?
Der rote Reis stammt aus dem Naturpark Camargue, einer einzigartigen Region im Süden Frankreichs. Dort, wo rosa Flamingos durch die Sümpfe stolzieren, weiße Pferde galoppieren und schwarze Stiere über die Weiden ziehen, wächst dieser ganz besondere Reis auf natürlichen Lehmböden. Die rötlich-braune Farbe verdankt er einer natürlichen Pigmentschicht in der Kleie. Der Reis bleibt unpoliert, also naturbelassen, und genau das macht ihn so aromatisch und gesund.
Wie schmeckt roter Reis?
Nussig, aromatisch, mit leichtem Biss. Im Gegensatz zu weißem oder auch Vollkornreis hat der rote Reis aus der Camargue eine herzhafte Note, die hervorragend zu mediterranen, vegetarischen oder asiatisch inspirierten Gerichten passt. Auch als Beilage zu Fisch oder Fleisch passt er hervorragend. Selbst lauwarm als Salat ist er ein echter Genuss!
Warum ist roter Reis aus der Camargue so besonders?
- Er wächst nur in einer bestimmten Region. Die Camargue bietet mit ihrem salzhaltigen Boden, den Süßwasserkanälen und dem milden Klima ideale Bedingungen.
- Er ist naturbelassen. Da der Reis ungeschält bleibt, enthält er viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe.
- Er ist nachhaltig. Viele Produzent:innen in der Camargue setzen auf ökologische Landwirtschaft ohne chemische Zusatzstoffe.
- Er ist geschützt. Der „Riz de Camargue“ ist als IGP („Indication Géographique Protégée“) eingetragen – also eine geografisch geschützte Spezialität.
Wie bereitet man roten Reis zu?
Ganz einfach und mit ein bisschen Geduld:
- Wascht den Reis gründlich, um überschüssige Stärke zu entfernen.
- Nehmt die doppelte Menge Wasser (z. B. 1 Tasse Reis + 2 Tassen Wasser).
- Lasst ihn kurz aufkochen und dann bei kleiner Hitze etwa 35 bis 40 Minuten köcheln, sodass nur wenige Bläschen beim Kochen zu sehen sind.
- Danach 5 Minuten ruhen lassen, eventuell mit etwas Olivenöl oder Kräutern verfeinern – fertig!
Wo kann man roten Reis kaufen?
Ihr findet roten Reis aus der Camargue mittlerweile in vielen gut sortierten Bioläden, im Feinkosthandel oder online. Achtet beim Kauf auf das IGP-Siegel – dann könnt ihr sicher sein, dass es sich um das Original handelt.
Ist roter Reis aus der Camargue gesund?
Ja! Roter Reis ist reich an Ballaststoffen, Eisen, Magnesium und Antioxidantien. Durch den hohen Anteil an unlöslichen Fasern unterstützt er die Verdauung und hält lange satt. Da das Korn nicht poliert wird, wird seine äussere Haut, das Silberhäutchen auch nicht entfernt. Zusammen mit der sanften Kochmethode gehen so die gesunden Inhaltsstoffe des Camargue-Reis nicht verloren.
Ist roter Reis glutenfrei?
Ja, wie alle Reissorten ist auch roter Reis von Natur aus glutenfrei und daher ideal für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit.
Was ist der Unterschied zu rotem Reis aus China?
Der rote Natur-Reis aus der Camargue darf nicht mit dem aus China verwechselt werden! Denn der Reis aus der Camargue erhält seine Farbe durch die rötliche Außenhaut des Korns. Die kommt durch die tonhaltige Erde der Camargue zustande. Roter Reis aus China ist ein fermentierter Reis, der als Nahrungsergänzungsmittel verwendet wird und aus weißem Reis durch Fermentation mit einem Schimmelpilz gewonnen wird.
Siehe auch die Hinweise der Verbraucherzentrale
Wie lange ist roter Reis haltbar?
In luftdichter Verpackung und an einem kühlen, trockenen Ort gelagert, hält roter Reis problemlos 1 bis 2 Jahre.
Kann man roten Reis auch in einem Reiskocher zubereiten?
Ja, allerdings sollte man etwas mehr Wasser verwenden als bei weißem Reis und den Kochvorgang ggf. zweimal starten, da der Reis mehr Zeit benötigt.
Besuch bei Reisbauern in der Camargue
Wir haben einen der 15 Höfe, die in der Camargue Reis anbauen, besucht, das Mas de Valeriole. Er liegt mitten im Naturpark der Camargue. Der Hof, auf provenzalisch Mas, von Hélène und Patrick Michel betreibt zudem auch biologischen Weinanbau. Das sympathische Paar hat uns viel über den Reisanbau in der Camargue erzählt. Wir durften auch ihren Wein probieren und netterweise auch ein paar Säckchen vom fantastischen roten Naturreis mit nach Hause nehmen. Für den Reis ist übrigens Patricks Bruder Jean-Michel zuständig.
Reis und Wein aus der Camargue
Reis wird in der Camargue von Ende April bis Mitte Mai ausgesät und im September geerntet. Inzwischen könnt ihr viele verschiedene Sorten Reis aus der Camargue probieren. Runder, langer, aromatischer Reis in den Farben Weiß, Braun, Schwarz und den speziellen roten Reis. Dieser erhält seine Farbe aus einer natürlichen Mutation. Er stammt ausschließlich aus biologischer Landwirtschaft und trocknet nach der Ernte in der Sonne und unter den Mistralwinden. Seit dem Jahr 2006 trägt er auch die geschützte Herkunftsbezeichnung IGP (Identification Géographique Protegé). Er passt wunderbar zu Fleischgerichten wie dem Carpaccio aus Stierfleisch oder dem traditionellen “Gardiane de Taureau” mit Gemüse, aber genauso auch zu Fischgerichten.
Den Reis und die köstlichen Weine vom Mas de Valeriole könnt ihr gerne auf dem Hof selbst verkosten und kaufen, aber er ist leider nicht online erhätlich.
Gelöscht: Aber wir haben roten und anderen Reis aus der Camargue bei amazon entdeckt.*
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Wie kam der Reis nach Europa?
Reis gelangte ursprünglich aus China und Indien über die damalige Seidenstraße nach Mesopotamien. Alexander der Große führte ihn dann ins griechische Reich ein und auch unter den Römern war er zeitweise sehr beliebt. Aber erst in der Renaissance gelangte Reis wieder ins Bewusstsein der europäischen Bevölkerung.
Wie kam der Reis in die Camargue?
Schon im 16 Jh. versuchte Heinrich IV., Reis in der Camargue anbauen zu lassen. Allerdings mit mäßigem Erfolg, denn die ständigen Hochwasser der Rhône machten viele Ernten zunichte. Erst als Napoleon III. nach einem verheerenden Hochwasser 1856 einen Seedeich bauen ließ, der das salzige Meerwasser zurückhielt, waren die Ernten etwas ertragreicher. Dennoch dümpelte der Reisanbau vor sich hin.
Vietnamesen aus Indochina
1939, mit Kriegseintritt Frankreichs, wurden junge Männer aus allen Teilen des damaligen französischen Kolonialreiches zum Kriegsdienst zwangsrekrutiert. Darunter waren auch 20.000 Vietnamesen aus dem damaligen Indochina. Nach dem Waffenstillstand 1940 wurden etwa 500 davon in die Camargue geschickt, um den Reisanbau voranzutreiben. Das Vichy-Regime nutzte die Kenntnisse der Vietnamesen über die Kultivierung von Reis aus. Unter unmenschlichsten Bedingungen musste sie dort den Sumpf für den Reisanbau vorbereiten.
Arbeiter aus Italien und Spanien halfen
Nach Kriegsende beflügelte der amerikanische Marshallplan mit neuen Techniken die ausgeklügelte Bewässerung mit Süß- und Salzwasser. Arbeiter aus Italien und Spanien mit ihrem Spezialwissen trugen das ihre zum Boom des Reisanbaus bei. Seitdem ist Reis aus der Camargue nicht mehr von französischen Tellern wegzudenken.
Superfood Roter Reis aus der Camargue
Wenn ihr also mal wieder Lust auf etwas Besonderes habt, das nicht nur schmeckt, sondern auch noch gesund ist und aus einer der schönsten Regionen Europas stammt, dann probiert den roten Reis aus der Camargue. Eure Geschmacksknospen – und euer Magen – werden es euch danken.
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Bon appétit oder besser gesagt: „Mangez bien et restez curieux!“
Siegbert Mattheis
Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam Ambiente–Mediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.














