Cannoli, köstliche sizilianische Dessertröllchen

Bei den sizilianischen Cannoli (nicht zu verwechseln mit Cannelloni, der röhrenförmigen Pasta), handelt es sich um eine besonders köstliche Dessert-Spezialität der Konditorkunst Siziliens.

Es sind kleine frittierte Teigröllchen mit einer köstlichen Creme-Füllung aus Ricotta und unterschiedlichen Zutaten. Der Name kommt vom Schilfrohr, über dem man früher die Teige gerollt hatte, cannolo bedeutet auf italienisch kleines Rohr. Heute werden sie aus hygienischen Gründen über Aluminiumröhrchen gebacken.

Cannolo und Schokolade passen gut zusammen © Paolo Piscolla, Wikipedia
Cannolo und Schokolade passen gut zusammen © Paolo Piscolla, Wikipedia

Woher stammen die Cannoli?

Der Ursprung der Cannoli liegt wohl schon bei den Römern. So berichtet Cicero, er war um 70 v. Chr. Quästor in Sizilien, schon von „einer mit Milch gefüllten Mehltube für ein süßes Essen“.

Als die sarazenischen Araber die Insel im 9. Jh. besetzten, übernahmen die Frauen in den Harems der Emire diese Rezept und verfeinerten die Cannoli mit Ricotta, Mandeln und Honig. Als dann die Normannen im 11. Jh. Sizilien eroberten, wurden die Haremsfrauen befreit, von denen sich viele in die neu entstehenden Kloster zurückzogen. Dort wurden die Cannoli als Dessertspezialität zum Karneval gereicht. Aber wie alle besonderen Köstlichkeiten entwickelten sich die Cannoli bald zu einem Dessert, das das ganze Jahr über zu besonderen Anlässen gebacken wurde.

Cannoli mit Ricottacreme, Pistazien und kleinen Schokoplättchen © Siegbert Mattheis
Cannoli mit Ricottacreme, Pistazien und kleinen Schokoplättchen © Siegbert Mattheis
Cannoli mit unterschiedlichen Füllungen © Siegbert Mattheis
Cannoli mit unterschiedlichen Füllungen © Siegbert Mattheis

Heute ist der sizilianische Cannolo eine der bekanntesten Spezialitäten der italienischen Konditorei. Als solche wurde sie offiziell anerkannt und in die Liste der traditionellen italienischen Lebensmittel (P.A.T.) des Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Forstwirtschaft aufgenommen.

Siegbert Mattheis

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