„Ägypten ist das schönste Land der Welt!“ schwärmt der 59-jährige Ashraf aus Kairo, „mit den gastfreundlichsten und lustigsten Menschen …“ ergänzt er.
Lustig? Hm, so hatten wir das noch nicht gesehen. Wir wollten es genauer wissen und haben weiter gefragt und recherchiert.
Wie ist Ägypten?
Ägypten fasziniert Millionen von Reisenden jedes Jahr mit seinen Pyramiden, dem Roten Meer und einer über 7.000 Jahre alten Kulturgeschichte.
Doch wie sind die Menschen, die heute dort leben? Was erwartet euch als Touristinnen und Touristen? Und was denken Ägypter eigentlich über Deutsche? Hier beantworten wir gemeinsam mit Ashraf die häufigsten Fragen rund um die ägyptische Mentalität, Kultur und den Umgang mit Reisenden.
Wie sind Ägypter:innen so als Menschen?
Wer einmal in Ägypten war, erinnert sich meist als Erstes an die Herzlichkeit der Menschen. Ägypter:innen sind bekannt dafür, ungemein gastfreundlich und offen zu sein. Gäste werden in Familien fast immer mit Tee, Kaffee und Süßigkeiten empfangen. Eine aufrichtig gemeinte Einladung zum Essen abzulehnen gilt als unhöflich.
Gleichzeitig ist die ägyptische Gesellschaft tief religiös geprägt. Etwa 90 Prozent der Bevölkerung sind Muslime, der Rest überwiegend koptische Christen. Religion, Familie und Gemeinschaft sind die zentralen Säulen des Lebens.
Die Familie steht absolut im Mittelpunkt. Scheidungen sind selten, mehrere Generationen leben oft unter einem Dach oder in unmittelbarer Nähe.
Wie stehen Ägypter zu Deutschen?
Deutschland genießt in Ägypten einen sehr guten Ruf. Ägypter verbinden mit Deutschland vor allem Qualität, Verlässlichkeit und – Fußball. Die Bundesliga ist dort erstaunlich populär, und Namen wie Hany Ramzy oder Mohamed Zidan (beide spielten in Deutschland) sind in Ägypten bis heute bekannt.
Deutschen Besucherinnen und Besuchern begegnet man in der Regel mit echtem Interesse und Neugier. Allerdings unterscheiden sich die Mentalitäten in einigen Punkten deutlich: Während Deutsche eher sachorientiert, direkt und pünktlich agieren, sind Ägypter:innen stärker auf Beziehungen und Vertrauen ausgerichtet.
Kritik, besonders an Ägypten als Land, wird häufig persönlich genommen. Den Stolz der Ägypter:innen auf ihr Land solltet ihr niemals unterschätzen. Belehrungen kommen selten gut an.
Ein weiterer Unterschied in der ägyptischen Kommunikation ist der körperliche Abstand zwischen Gesprächspartnern. Der ist oft geringer als in Nordeuropa üblich. Das kann für uns zunächst ungewohnt wirken, ist aber keine Grenzüberschreitung, sondern kulturell normales Nähe zeigen.
Wie verhalten sich Ägypter:innen gegenüber Touristinnen und Touristen?
Auf der einen Seite begegnet ihr aufrichtig freundlichen, hilfsbereiten Menschen, die stolz ihr Land zeigen möchten. Auf der anderen Seite habt ihr es – gerade in touristischen Hotspots wie Hurghada oder Luxor – mit einem Teil der Bevölkerung zu tun, der sein Einkommen aus dem Tourismus ziehen muss. Und das kann manchmal sehr aufdringlich wirken.
Typische Erfahrungen, auf die man vorbereitet sein sollte
Hartnäckige Verkäufer: Händler, Kutschenfahrer und selbsternannte Guides können sehr ausdauernd sein. Ein klares, ruhiges „La, shukran” (Nein, danke) hilft in der Regel. Ihr braucht aber auch ein gewisses „dickes Fell”.
Preisverhandlung: Auf Basaren und bei nicht festgelegten Preisen wird verhandelt. Das gehört zur Kultur und ist kein Zeichen von Unseriosität. Die Ausgangspreise sind oft deutlich überhöht. Handeln ist erlaubt und erwartet.
Unser Tipp: Obwohl wir es nicht gewohnt sind, kann es durchaus sogar Spaß machen, wie wir selbst es erfahren haben. Überlegt euch am besten vorher, was euch die Ware oder Dienstleistung ehrlich wert wäre. Angenommen, der Händler verlangt 100 Euro. Euch wäre es aber nur 75 Euro wert. Dann schlagt z. B. 50 Euro vor. Nach langem Hin-und-her kann es gut sein, dass ihr bei 75 Euro landet. Dann ist es ein guter Deal für beide Seiten.
Falsche Freundlichkeit: Leider gibt es auch Menschen, bei denen scheinbar selbstlose Hilfe zu teuren Einkäufen oder Umwegen führt. Seid wachsam, wenn jemand euch ungefragt „begleiten” möchte.
Welche Rolle spielt die Religion im Alltag?
“Eine sehr große”, meint Ashraf. Der Islam durchdringt nahezu alle Lebensbereiche. Fünfmal täglich ertönt der Gebetsruf des Muezzins, und gläubige Muslime unterbrechen dafür auch Gespräche oder Tätigkeiten. Während des Ramadans fasten die meisten Ägypter von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Essen, Trinken und Rauchen in der Öffentlichkeit sind dann tagsüber verpönt, auch von Tourist:innen wird Rücksichtnahme erwartet.
Vor allem beim Ramadan zeigt sich die typisch ägyptische oder auch allgemein arabische Großzügigkeit. Selbst Ashraf war bei seinen letzten Besuchen in Ägypten erstaunt, dass Menschen am Wegesrand denen, die es nicht rechtzeitig zum Fastenbrechen am Abend nach Hause geschafft hatten, kostenlos Wasser und Lebensmittel in die Hände drückten!
Was denkt Ashraf über Religion, Toleranz und Fanatismus?
Hier wird er nachdenklich und klar zugleich. Der Koran, sagt er, erlaubt es, sich zu wehren, aber niemals anzufangen. Kein Knecht zu sein, aber auch kein Aggressor. „Du darfst dich wehren, aber du darfst nicht anfangen.”
Ashraf hat keine Sympathien für Fanatismus und betont ausdrücklich: Kultur und Glaube sind in Ägypten nicht dasselbe. Die Kultur ist eigenständig gewachsen, die Gesetze können sich anpassen, und jeder Mensch kann selbst entscheiden, ohne Vorurteile, ohne Angst.
Auch das Schicksal spielt eine Rolle, aber nicht so, wie viele im Westen denken. „Inshallah” wird oft als Gleichgültigkeit missverstanden. Für Ashraf bedeutet es etwas anderes: eine grundlegende Demut vor dem Leben, aber kein Aufgeben. „Du hast es in der Hand”, sagt er. Gottvertrauen und Eigenverantwortung schließen sich für ihn nicht aus. Beides gehört zusammen.
Was sind typische Missverständnisse zwischen Deutschen und Ägyptern?
Direktheit vs. Höflichkeit: Deutsche kommunizieren oft direkt und sachorientiert. Ägypter:innen hingegen reden manchmal lieber mehrmals um den heißen Brei, um das Gegenüber nicht zu kränken. Ein „Nein” wird selten klar ausgesprochen. Stattdessen wird eher ein vages Versprechen gemacht, das sich dann immer weiter verzögert.
Pünktlichkeit: Was in Deutschland als Selbstverständlichkeit gilt, ist in Ägypten eher eine Empfehlung. Wer sich darüber aufregt, wird viel Zeit mit Aufregen verbringen.
Nähe und Körperkontakt: Ägyptische Männer begrüßen sich mit Handschlag und Umarmung, enge Freunde küssen sich auch auf die Wangen. Das kann für uns ungewohnt wirken. Zwischen den Geschlechtern gilt dagegen eher Zurückhaltung.
Einladungen: Wenn ihr zu jemandem nach Hause eingeladen werdet, solltet ihr eine Einladung laut Tradition zunächst zweimal ablehnen. Erst beim dritten Mal annehmen, denn dann ist sie aufrichtig gemeint.
Wie sieht das Leben der Ägypter:innen im Alltag aus?
Etwa ein Fünftel der über 120 Millionen Einwohner:innen lebt im Großraum Kairo.
Afrikas größte Stadt ist eine der Megacitys der Welt. Im eigentlichen Stadtgebiet leben etwa 10 Millionen und im gesamten Großraum etwa 20 bis 25 Millionen Einwohner:innen. Kairo ist laut, lebendig, chaotisch und faszinierend zugleich.
Der Alltag der meisten Ägypter:innen ist von wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt: Die Inflation ist hoch, die Löhne niedrig, und ein großer Teil der Bevölkerung lebt in bescheidenen Verhältnissen.
Was machen Ägypter:innen in der Freizeit?
Freizeit verbringen Männer häufig gemeinsam: Fußball schauen, Café-Besuche mit Wasserpfeife (Shisha) und lebhaften Diskussionen. Frauen verbringen ihre Freizeit eher mit der Familie oder bei Nachbarinnen. Das gesellige Leben zu Hause mit vielen Gästen, ausgiebigen Gesprächen und gutem Essen hat einen hohen Stellenwert.
Aber ägyptische Frauen gehen in Kairo durchaus auch in Shisha-Bars, Clubs und Cafés. Allerdings ist dies stark abhängig von ihrem sozialen Hintergrund, ihrem Lebensstil und der Art der Bar.
Wie ist der Verkehr in Ägypten?
Auf der Straße wirkt der Verkehr für Europäer zunächst wie reines Chaos. Spuren werden gewechselt, Hupen gehört zum Rhythmus, und die Autobahn ist kein Ort für Zauderer.
Aber es gibt eine ungeschriebene Regel, die Ashraf stolz erwähnt: Wenn ein Unfall passiert, halten alle sofort an. Nicht um zu gaffen, sondern um zu helfen. Das ist keine Ausnahme, das ist Selbstverständlichkeit.
Warum sind Ägypter so großzügig, selbst wenn sie wenig haben?
Ashraf erklärt es so: Großzügigkeit ist in der arabischen Kultur keine Frage des Reichtums, sondern des Charakters. Ihre Wurzeln reichen bis zu Abraham (auf Arabisch: Ibrahim) zurück, dem Urvater aller abrahamitischen Religionen, der für seine Gastfreundschaft legendär war. Wer jemanden einlädt und ihm nichts anbietet, gilt als arm im Geiste, völlig unabhängig vom Kontostand.
Geiz hingegen gilt als eine der schlimmsten Eigenschaften, die ein Mensch haben kann.
Auch im Restaurant getrennt zu zahlen ist in dieser Kultur keine Option. Es wäre schlicht eine Beleidigung. Auch wenn ihr eine ägyptische Familie besucht, bringt etwas mit, wie Süßigkeiten, Obst oder ein kleines Geschenk. Das wird sehr geschätzt.
Und wundert euch nicht, wenn für euch spontan eine Suppe gekocht wird. Denn Gäste zu bewirten und Teilen ist in Ägypten Ehrensache. Man hilft immer und gibt gerne.
Gibt es so etwas wie eine Pflicht zum Geben im Islam?
Ja, und sie hat sogar eine feste Größe. Die sogenannte Zakat, die Armensteuer, ist eine der fünf Säulen des Islam. Wer Vermögen besitzt, gibt verpflichtend 2 bis 2,5 Prozent davon ab. An Bedürftige, die Familie oder die Gemeinschaft.
Ashraf formuliert es so: „Wenn du viel hast, musst du etwas abgeben. Erst wenn du gibst, kommst du ans Licht.”
Großzügigkeit ist also nicht nur eine freiwillige Tugend, sondern ein spirituelles Gesetz. Das prägt die Alltagskultur auf ganz natürliche Weise.
Man kann zum Beispiel auch einfach nicht alleine rauchen, erzählt Ashran. Man bietet immer allen anderen am Tisch eine Zigarette an, das ist völlig normal.
Dazu kommt die Hadsch, die Pilgerfahrt nach Mekka: Wer sie angetreten hat, trägt den Ehrentitel „Hadschi“. Es ist ein Zeichen von Glauben, Gemeinschaft und Verantwortung gegenüber den Mitmenschen. Die Hadsch soll die Seele reinigen, den Geist erleuchten und weg von Zorn und Hass bringen, wie Ashraf erläutert.
Was stört Ägypter an anderen Menschen?
Ashraf ist da ziemlich direkt. Was ihn und viele Ägypter:innen wirklich nervt, ist Arroganz: Menschen, die Fehler nur bei anderen suchen, Besserwisser, die auf andere herabschauen, ohne Mut zur eigenen Kritikfähigkeit. „Nur Kopf, kein Herz”, sagt er. „Wie Milchglas, kalt und hart, aber man sieht nicht wirklich hindurch.” Menschen, die nur Regeln kennen, aber keine Gefühle zeigen, wirken auf Ägypter und Ägypterinnen fremd und abstoßend.
Was bewundern sie an Deutschen?
Deutsche dagegen schätzt er sehr, sagt aber mit einem Augenzwinkern: „Sehr fleißig, sehr strukturiert. Immer eine Linie, ein Gleis.”
Effizient, verlässlich, zielstrebig, “aber manchmal fehlt die Leichtigkeit des Herzens …” fügt er hinzu.
Was ist ägyptischer Humor?
Ägypter:innen sind für ihren ausgeprägten Sinn für Humor bekannt, der als integraler Bestandteil ihrer Kultur gilt. Ob im Alltag oder in den Medien, Humor dient als bewährtes Mittel, um den Alltag zu erleichtern, soziale Bindungen zu stärken und selbst in schweren Zeiten Optimismus zu bewahren. Ägypter:innen können über sich selbst lachen, lieben Wortspiele und satirische Kommentare zu ihrem eigenen Alltag. Wer diesen Humor versteht, hat schnell einen Draht zu den Menschen.
Dieser ägyptische Humor ist sogar schon in alten Hieroglyphen überliefert und in der ganzen arabischen Welt berühmt.
Ali, mein Friseur aus dem Libanon erzählte uns, wie er während des Ramadan nur ägyptische Serien geschaut und sich vor Lachen nicht mehr eingekriegt hatte.
Schade, dass wir hier bei uns so etwas so gut wie gar nicht sehen können.
Aber auf Netflix könnt ihr euch mal die Serie “Auf der Suche nach Ola” ansehen.
Diese Serie über den Neuanfang einer Frau wurde von Vogue Arabia für ihre „humorvollen, melancholischen und spannenden” Momente gelobt und eroberte die Top 10 in 11 Ländern!
Wie sind Ägypter:innen gegenüber Tourist:innen?
Junge Ägypterinnen und Ägypter in den Städten und Touristengebieten sind oft begeistert von Reisenden aus aller Welt. Sie sind neugierig, offen, feierlaunig. Musik, Lachen, zusammen Tee trinken, das gehört zum ägyptischen Alltag einfach dazu. Und wer meint, Ägypter trinken keinen Wein, irrt sich: Ägypten hat eine jahrtausende alte Weinkultur, und viele säkulare Ägypter handhaben das sehr pragmatisch.
Wie verhalten sich ägyptische Männer gegenüber alleinreisenden Frauen?
Alleinreisende Frauen werden in Ägypten, besonders in touristisch geprägten Gebieten, deutlich öfter angesprochen und angeflirtet als bei uns gewohnt. Das liegt an einer konservativen Gesellschaftsstruktur, in der Frauen im öffentlichen Raum traditionell weniger sichtbar sind, und an dem Klischee, dass westliche Frauen „leicht verfügbar” seien.
Praktische Tipps für Frauen:
- Kleidet euch außerhalb von Hotelgegenden bedeckt: Schultern und Knie abdecken, keine engen oder transparenten Oberteile.
- Sitzt im Taxi immer auf der Rückbank.
- Im Notfall hilft es, einen (erfundenen) Ehemann und Kinder zu erwähnen, denn Ehe und Familie genießen in Ägypten höchstes Ansehen.
- Langer Blickkontakt mit männlichen Hotelmitarbeitern kann ungewollt als Einladung gedeutet werden.
- Abends allein durch städtische Gebiete außerhalb von Touristenzonen zu laufen ist nicht empfehlenswert.
Das bedeutet nicht, dass Ägypten für Frauen kein Reiseziel ist, ganz im Gegenteil. Mit dem richtigen Bewusstsein und etwas Vorbereitung könnt ihr dort wunderbare Erfahrungen machen.
Was solltet ihr als Tourist:innen auf keinen Fall tun?
- Öffentlich Alkohol trinken: In der Öffentlichkeit ist das verboten und verpönt. Alkohol gibt es in Hotels und einigen Restaurants, aber nicht auf der Straße.
- Zärtlichkeiten zeigen: Küssen oder intensive Umarmungen in der Öffentlichkeit wirken anstößig, vor allem außerhalb von Touristengebieten.
- Den Stolz der Ägypter unterschätzen: Kritik am Land, an der Religion oder an politischen Entscheidungen kommt schlecht an.
- Ungefragt fotografieren: Weder Menschen noch Militärgebäude, Brücken oder den Suezkanal fotografieren – das kann ernsthafte Konsequenzen haben.
- Auf überteuerte Angebote hereinfallen: Verhandelt den Preis immer vorher bei Taxifahrten ohne Taxameter, auf Basaren oder bei Ausflügen.
Wie stehen die Ägypter:innen zur Homosexualität?
Homosexualität ist in Ägypten ein absolutes Tabuthema. Es gibt zwar kein explizites Gesetz dagegen, aber weitgefasste Moralgesetze führen regelmäßig zu Strafverfolgungen. Offen gelebte Homosexualität sollte in der Öffentlichkeit unbedingt vermieden werden.
Ist Ägypten das schönste Land der Welt?
Ashraf lächelt bei dieser Frage – und dann sprudelt es aus ihm heraus. Ägypten war schon in der Antike ein Handelsknotenpunkt zwischen Kontinenten.
Ashraf spielt damit auf Hatschepsut an, die erste Pharaonin, die vor über 3.500 Jahren die allerersten Entdeckungs- und Handelsreisen nach Punt (dem heutigen Somalia und Eritrea) unternahm und die Sommer- und Winterreisen der arabischen Händler begründete. Sie gelten heute laut dem Schriftsteller François Bellec als „Schlüsselereignis in der Geschichte der Zivilisation”.
Und während Europa später jahrhundertelang aus kleinen Fürstentümern bestand – „klein klein”, wie er lacht – war Ägypten ein geeintes, großes Reich mit einer Hochkultur, die die Welt geprägt hat.
Die Menschen dort seien von Natur aus fröhlich, sagt er. Voller Freude am Leben. Das steckt an und wer einmal wirklich mit Ägypter:innen gelacht hat, versteht es sofort.
„Und,“ fügt er lächelnd hinzu „in Ägypten scheint immer die Sonne! Es regnet nie!“
Tatsächlich ist Ägypten nahezu regenfrei. Nur im Winter kann es manchmal im Norden an der Mittelmeerküste vereinzelt Regenschauer geben 😉 .
Ist Ägypten ein empfehlenswertes Reiseziel?
Absolut. Ägypten gehört zu den faszinierendsten Reisezielen der Welt. Die jahrtausendealte Geschichte, die beeindruckenden Tempelanlagen, das Rote Meer mit seinem fantastischen Korallenriff und die herzliche Gastfreundschaft der meisten Menschen machen das Land einzigartig. Wer mit offenen Augen, kulturellem Respekt und einem gewissen Humor reist, wird unvergessliche Erlebnisse nach Hause tragen.
Die Schattenseiten, wie Aufdringlichkeit in Touristengebieten, wirtschaftliche Ungleichheit oder konservative Gesellschaftsnormen gehören zur Realität. Aber sie machen nicht das gesamte Bild aus. Ägypten ist ein Land mit vielen Facetten, das genau deshalb nicht langweilig wird.
Vor allem gilt: Leben und leben lassen. Und in etwa in diesem Sinne hat Ashraf auch seine charmante Cocktail-Bar in Berlin benannt: Kani Mani.
Ursprünglich bedeutet das Milch und Honig, aber wird auch verwendet, um etwa zu sagen, „mal so, mal so“, ähnlich dem (veralteten) französischen Spruch „comme ci, comme ça“.
Die wichtigsten Wörter für euren Ägypten-Besuch
Ein paar arabische Worte öffnen mehr Türen als jeder Reiseführer. Ägypter freuen sich aufrichtig, wenn Besucher ihre Sprache auch nur ein bisschen versuchen.
| Deutsch | Aussprache (Arabisch) |
|---|---|
| Hallo / Guten Tag | Ahlan |
| Friede sei mit euch | As-salamu alaykum |
| Antwort darauf | Wa alaykum as-salam |
| Guten Morgen | Sabah el-kheir |
| Guten Abend | Masa el-kheir |
| Auf Wiedersehen | Ma'a es-salama |
| Danke | Shukran |
| Bitte / Gern geschehen | Afwan |
| Entschuldigung | Law samaht |
| Wie geht's? | Izzayak? (m) / Izzayik? (f) |
| Gut, danke | Kwayyes, shukran |
| Ja | Aiwa |
| Nein danke | La, shukran |
| Wie viel kostet das? | Bikam da? |
| Zu teuer! | Ghali awi! |
| Kein Problem | Mafiish mushkila |
| Los geht's! | Yalla! |
| Schön, euch kennenzulernen | Fursa saida |
Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam Ambiente–Mediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.












