Istanbul zählt mit knapp 16 Mio. Einwohner:innen zu den größten Megacitys der Welt.
Wir haben diese außergewöhnliche Stadt im Oktober für mehrere Tage besucht und zeigen euch gerne, welche Sehenswürdigkeiten sich lohnen, geben euch hier einige praktische Tipps – und auch ein paar Geheimtipps von Einheimischen und unseren türkischstämmigen Freund:innen 😉 .

Istanbul, die einzige Stadt auf zwei Kontinenten
Unter den Straßen liegen byzantinische Wasserspeicher, über den Dächern erheben sich osmanische Kuppeln, und zwischen Fähranlegern, Cafés und Basaren geht eine moderne Millionenstadt ihrem Alltag nach. Man kann morgens vor jahrhundertealten Mosaiken stehen, nachmittags mit der Fähre den Kontinent wechseln und abends auf einer angesagten Rooftop-Bar bei chilligen Beats die Sonne über der beeindruckenden Skyline untergehen sehen.

Welche sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Istanbul?
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Istanbuls gehören die
- die Hagia Sophia
- die Blaue Moschee
- der Topkapı-Palast
- die Cisterna Basilica und
- der Große Basar.
Dazu kommen der Dolmahbaçe-Palast, der Galataturm, die Galatabrücke und der Bosporus, die Meerenge zwischen Europa und Asien.
Wo liegen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Istanbul?
Viele bekannte Sehenswürdigkeiten liegen auf der europäischen Seite, besonders auf der historischen Halbinsel rund um Sultanahmet. Hagia Sophia, Blaue Moschee, Zisterne und Topkapı-Palast befinden sich dort relativ nah beieinander und lassen sich bequem zu Fuß erkunden.
Nördlich des Goldenen Horns folgen Karaköy, Galata und Beyoğlu. Auf der asiatischen Seite liegen unter anderem Üsküdar und Kadıköy.
Hagia Sophia
Die Hagia Sophia („heilige Weisheit“) ist ein Hauptwerk der byzantinischen Architektur. Sie übte nachhaltigen Einfluss auf spätere Sakralarchitektur in Ost und West aus.





Der Bau entstand in nur knapp 6 Jahren zwischen 532 und 537 n. Chr. unter Kaiser Justinian. Seine gewaltige Kuppel und die räumliche Wirkung machten ihn schon damals weit über Konstantinopel hinaus zum architektonischen Vorbild.
Nach der osmanischen Eroberung 1453 wurde sie in eine Moschee umgewandelt, 1935 von Atatürk als Museum umgewidmet und seit 2020 dient sie wieder als Moschee. Daher findet ihr im Inneren sowohl christliche Mosaiken als auch islamische Kalligrafie.

Wir waren bei unserem Besuch ehrlich überwältigt von der Schönheit und den gewaltigen Ausmaßen des Gebäudekomplexes. Heute kennen wir alle viele andere Gebäude in gigantischen Dimensionen weltweit. Wie aber müssen die Menschen vor 1.500 Jahren ergriffen gewesen sein, als es damals keinerlei vergleichbare Bauwerke gab?
Selbst Mehmet II., der Konstantinopel über 900 Jahre später eroberte, war dermaßen beeindruckt von der grandiosen Architektur, dass er die Hagia Sophia zur ersten Moschee Konstantinopels machte und sich selbst als Nachfolger der oströmischen Imperatoren etablierte.

Seit 1985 ist sie als Teil der Historic Areas of İstanbul offizielles UNESCO-Weltkulturerbe.
Heute ist das Erdgeschoss ausschließlich für das islamische Gebet und muslimische Besucher:innen reserviert. Für ausländische Tourist:innen wurde im Januar 2024 ein separater, kostenpflichtiger Besucherbereich auf der Galerie eingeführt
Mehr über die Hintergründe des gewaltigen Baus und zur Geschichte findet ihr in unserem Artikel über die Hagia Sophia
Eintritt: ca. 25 Euro (Stand 2026)
Moschee Sultan Ahmed, die Blaue Moschee
Die “Blaue Moschee”, auf Türkisch Sultanahmet Camii, ist für ihre 6 Minarette und ihre aufeinander abgestimmten Kuppeln berühmt. Sie entstand im frühen 17. Jahrhundert unter Sultan Ahmed I.

Warum heißt sie „Blaue Moschee“?
Der Beiname “Blaue Moschee” wurde ihr angeblich von den ersten Europäern gegeben, die die Moschee besuchten.
Aber die Bezeichnung mag etwas irreführend sein. Denn die Moschee ist weder von außen blau noch strahlt sie im Inneren in Blautönen, wie man es auf vielen (offensichtlich bearbeiteten) Fotos sehen kann. Der Name bezieht sich vielmehr auf die verschwenderische Ausstattung mit über 20.000 handbemalten İznik-Fliesen in Blau-, Türkis- und Grüntönen. Daneben ist sie nämlich auch mit unzähligen andersfarbigen, eher rötlichen Fliesen und Malereien ausgestattet. Zusätzlich wurde die Wand- und Kuppelmalerei über die Jahrhunderte mehrfach verändert.

Warum hat die Moschee 6 Minarette?
Über 380 Jahre lang war die Sultan-Ahmed-Moschee neben der in Mekka weltweit die einzige mit 6 Minaretten. Sultan Ahmed I. soll seinen Architekten Sedefkâr Mehmed Ağa ursprünglich mit dem Bau von goldenen Minaretten beauftragt haben.
Doch der habe angesichts des zur Verfügung stehenden, zwar stattlichen Budgets, aber niemals für vergoldete oder sogar komplett goldene Minarette ausreichend, etwas umdisponiert. Er gab laut Legende vor, statt „altın“, dem türkischen Wort für „golden“, „altı“ verstanden zu haben. Das bedeutet „sechs“.
So ließ er statt goldene eben 6 Minarette errichten. Aber diese Anzahl Minarette durfte nur die Moschee in Mekka haben.
Das wiederum löste einen regelrechten Skandal aus, weil es als Gleichstellung mit dem Heiligtum in Mekka verstanden werden konnte. Der Überlieferung nach löste der Sultan das Problem, indem er der Großen Moschee in Mekka ein siebtes Minarett stiftete. Damit blieb deren Vorrang gewahrt.


Tipp: Ihr müsst hier wie in allen anderen Moscheen die Schuhe ausziehen und dürft nur barfuß oder mit Socken den ehrwürdigen Teppich betreten. Also Vorsicht vor eventuellen Peinlichkeiten mit Löchern in den Socken 😉 . Auch achten die Bediensteten darauf, dass ihr nackte Schultern bedecken solltet.
Eintritt: frei
Freitags ist die Moschee allerdings bis 14.30 Uhr für Besichtigungen geschlossen. Am besten überprüft ihr aber noch einmal vor Ort die genauen Regeln:
Topkapı-Palast
Der Topkapı-Palast war über Jahrhunderte Residenz und Regierungszentrum der osmanischen Sultane. Sein Bau begann unter Mehmed II. nach der Eroberung Konstantinopels. Spätere Herrscher erweiterten die Anlage.
Statt eines einzigen großen Schlossgebäudes findet ihr eine Folge von Höfen, Toren, Pavillons und Funktionsbereichen. Diese Anordnung zeigt, wie das Hofleben organisiert war und wie sich der Zugang zum Herrscher zunehmend verengte.
Zu den wichtigen Bereichen gehören die Sammlungen und der Harem. Dieser war der private Wohnbereich des Hofes. Seine Räume erschließen einen anderen Teil der Palastgeschichte als die repräsentativen Höfe und Verwaltungsgebäude.
Wie viel Reichtum, aber auch Unsicherheit zum Leben am Sultanshof gehörten, zeigen zwei Geschichten aus dem Palast. Der berühmte, mit Smaragden und Diamanten geschmückte Topkapı-Dolch sollte 1747 als kostbares Geschenk zum persischen Herrscher Nadir Schah gelangen. Doch unterwegs erfuhren die osmanischen Gesandten von dessen Ermordung und brachten den Schatz zurück nach Istanbul. Im Griff verbirgt sich sogar eine kleine Uhr.
Auch beim Essen traf Luxus auf ein besonderes Sicherheitsbedürfnis: Die Sultane schätzten grünlich glasiertes chinesisches Seladon-Geschirr, dem man nachsagte, es würde sich bei Kontakt mit Gift verfärben oder zerspringen.
Wir haben den Innenbesuch leider nicht mehr selbst geschafft, daher können wir mit euch keine eigenen Erfahrungen teilen. Aber unsere Freund:innen, die ihn besucht hatten, schwärmten davon. Und empfehlen, für die Besichtigung grob drei bis vier Stunden einzuplanen.
Eintritt: (Stand 2026): ca. 50 bis 60 Euro
Öffnungszeiten: täglich 9 bis 18:00 Uhr, Dienstag geschlossen
Cisterna Basilica
Die Cisterna Basilica, türkisch Yerebatan Sarnıcı, (versunkener Palast) wurde im 6. Jahrhundert unter Justinian errichtet. Sie wurde in den letzten Jahren umfassend restauriert. Dabei entstanden auch ein neuer Besuchersteg und eine neue Beleuchtungs-Show.



Den Osmanen nutzten das gigantische Wasserreservoir unter anderem zur Versorgung des Topkapı-Palasts und zur Bewässerung der umliegenden Gärten. Da sie jedoch aus religiösen und hygienischen fließendes Wasser bevorzugten, legten sie rasch oberirdische Aquädukte an. Die Zisterne verlor ihre Bedeutung und geriet in Vergessenheit.
So ist dieser unterirdische Wasserspeicher nicht ganz leicht zu finden, aber wenn ihr damit Probleme haben solltet, seid ihr nicht allein.
Als nämlich der Holländer Petrus Gyllius zwischen 1544 und 1550 im Auftrag des französischen Königs Franz I. nach byzantinischen Überresten suchte, bemerkte er, dass die Einwohner:innen Fische aus Kellergruben schöpften 😉 . Er verschaffte sich durch den Keller eines osmanischen Wohnhauses Zugang und erkundete die Zisterne mit einer Fackel und einem Boot. So wurde das Bauwerk wieder dokumentiert.

Die Zisterne besteht aus einem Gewölbe mit insgesamt 336 Säulen, jede 9 m hoch, die im Wasser stehen, in dem sich eine Vielzahl heller Fische tummeln. Leider wurde im 19. Jahrhundert ein ganzes Drittel der Zisterne zugemauert, aber der Rest ist eindrucksvoll genug!
Wir stiegen aus der Hitze der Stadt über eine lange Treppe hinab in diesen erfrischend kühlen, dunklen “Säulentempel”. Bei leiser klassischer Musik, begleitet vom Geräusch tröpfelnden Wassers, schritten wir auf Stegen durch die dramatisch beleuchteten Säulen.

Im hinteren Teil der Zisterne sind übrigens die Reliefs umgekehrter, allerdings mit Fehlern behaftete Medusenhäupter zu sehen. Einer liegt seitlich, der andere steht auf dem Kopf. Warum sie genau so angeordnet wurden, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden.
Legenden behaupten, sie würden böse Geister abhalten. Sehr viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass man die Köpfe aus anderen Gebäuden nahm, um Säulenmaterial zu sparen.
Tipp: Als Richtwert würden wir etwa 45 bis 60 Minuten zuzüglich möglicher Wartezeit einschätzen. Aktuelle Besuchsinformationen findet ihr auf der Museumswebsite der Zisterne

In der Zisterne wurden 1963 übrigens auch einige Szenen des zweiten James Bond-Films “From Russia with Love” gedreht, in denen Sean Connery im Boot durch die Säulen gefahren wird.
Eintritt und Öffnungszeiten (Stand 2026):
- Tagesbesuch: täglich 9 bis 18:30 Uhr, ca. 60 bis 65 Euro
- Abendprogramm: täglich 19:30 bis 22 Uhr, ca. 85 Euro
Großer Basar
Der Große Basar, auf Türkisch Kapalıçarşı, ist ein wahres Labyrinth von überdachten Handelsgassen und Läden mit 20 Eingängen, 64 Straßen und Gassen, in denen zwischen über 20.000 Händler:innen ihre Ware anbieten. Seine Anfänge reichen ins 15. Jahrhundert zurück. Aus den ursprünglichen Markthallen entwickelte sich im Laufe der Zeit ein weitläufiges Geschäftsviertel auch darum herum.



Der riesige Basar hat uns schon sehr beeindruckt. Hier findet man alles Mögliche, von Kunsthandwerk über Teppiche, Schmuck, Keramik, Lederwaren, Textilien bis zu hin Gewürzen aus aller Welt. In manchen Läden wird auch noch im hinteren Teil in Werkstätten direkt produziert.

Und es ist schon sehr verlockend, hier ein paar Souvenirs zu erstehen. Bei den meisten Waren könnt und solltet ihr über den Preis verhandeln. Denn das gehört zur Kultur und wird auch erwartet. Aber das will geübt sein 😉 . Wir haben in Marrakesch und in einigen anderen orientalischen Märkten viel dazugelernt. Bei einem fairen Deal ist das eine Win-Win-Situation, die bei beiden Seiten ein gutes Gefühl hinterlässt, wie wir es erfahren hatten.
Eine freundliche Einladung in ein Geschäft zu einem Tee verpflichtet euch aber nicht zum Kauf.
Allerdings fanden wir den Großen Basar doch auch ziemlich touristisch. Da gefiel uns der kleinere Gewürzbasar besser, den auch eher die Einheimischen für ihre Einkäufe nutzen.


Tipp: Der Basar ist ziemlich verwinkelt. Markiert am besten euren Eingang auf dem Handy. Und vor 11 Uhr entgeht ihr auch dem großen Besucheranstrom danach.
Dreharbeiten für den James Bond-Film Skyfall
Für den Film Skyfall raste James Bond 2012 auf einem Motorrad in einer der spektakulärsten Verfolgungsjagden der James-Bond-Geschichte über die Dächer des jahrhundertealten Basars, immer hinter seinem Gegenspieler Patrice her.

Die Szenen wurden größtenteils vor Ort gedreht, mit echten Motorrädern und professionellen Stuntfahrern. Allerdings durften die schweren Maschinen nicht einfach über die historischen Dachziegel donnern. Das Filmteam errichtete spezielle, verstärkte Fahrbahnen und ersetzte Teile der Dachdeckung vorübergehend durch künstliche Elemente. Allein diese Schutzmaßnahmen kosteten laut Produzent Michael G. Wilson rund 135.000 Türkische Lira.
Den Ausschnitt könnt ihr euch auch bei Youtube ansehen
Auch im Inneren des Basars wurde gedreht. Weil die riskanten Motorradstunts während des normalen Geschäftsbetriebs unmöglich gewesen wären, fanden die Aufnahmen sonntags statt. Rund 500 türkische Statisten sorgten dafür, dass der eigentlich geschlossene Basar im Film voller Menschen war.
Ganz ohne Zwischenfälle ging es trotzdem nicht ab. Ein Stuntfahrer zerbrach versehentlich die Scheibe eines Geschäfts. Die Dreharbeiten lösten daraufhin Diskussionen über den Schutz des historischen Bauwerks aus.
2016 startete dann tatsächlich eine groß angelegte Restaurierung, die 2021 abgeschlossen wurde.
Eintritt: frei
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag jeweils von 08:30 bis 19:00 Uhr, Sonntags und an bestimmten Feiertagen geschlossen
Aktuelle Infos und Öffnungszeiten auf der Website der Touristeninformation
Galataturm
Der Galataturm ist eines der markantesten Wahrzeichen nördlich des Goldenen Horns. Er wurde 1349 von den Genuesern als Teil ihrer befestigten Handelskolonie errichtet. Von seiner Aussichtsplattform habt ihr einen herrlichen Panorama-Blick über die Stadt.


Die Osmanen nutzten ihn später unter anderem als Feuerwachturm. Aber ausgerechnet er wurde 1794 selbst durch einen Brand schwer beschädigt.
Seine berühmteste Geschichte handelt jedoch vom Fliegen: Der Überlieferung nach soll Hezârfen Ahmed Çelebi im 17. Jahrhundert mit selbst gebauten Flügeln vom Turm bis nach Üsküdar auf der asiatischen Seite geglitten sein. Sultan Murad IV. habe ihn zunächst mit Gold belohnt, dann aber aus Angst vor seinen Fähigkeiten nach Algerien verbannt, so schreibt es der Reiseschriftsteller Evliya Çelebi.
Übrigens kommt der Turm auch in Karl Mays Reiseerzählung “Von Bagdad nach Stambul” * vor. Auf dem Turm kommt es zu einer Auseinandersetzung, bei der zwei Romanfiguren vom Turm stürzen und zu Tode kommen.
Seit seiner Restaurierung 2020 wird der Turm als Museum genutzt.
Mit zwei Aufzügen kann man bis ins siebte Stockwerk fahren. Über eine hölzerne Wendeltreppe kommt man von dort aus in die beiden letzten Etagen wo der Zugang zur Aussichtsterrasse liegt.
Tipp: Das Restaurant oben, das in vielen älteren Reiseblogs noch erwähnt wird, wurde nach der Restaurierung entfernt, es gibt dort also nichts zu essen oder zu trinken.
Eintritt: ca. 25 bis 30 Euro (Stand 2026)
Öffnungszeiten: täglich von 08:30 bis 22:00 Uhr
Dolmabahçe-Palast
Sultan Abdülmecid I. ließ den Dolmabahçe-Palast zwischen 1843 und 1856 als neue Residenz und repräsentativen Regierungssitz errichten. Denn der alte Topkapı-Palast entsprach nicht mehr den Anforderungen des Hofes.

Dolmabahçe bedeutet sinngemäß „aufgefüllter Garten“. Denn wo heute der Palast am europäischen Ufer des Bosporus steht, befand sich ursprünglich eine Bucht, in der die osmanische Flotte ankerte. Ab dem 17. Jahrhundert wurde sie nach und nach zugeschüttet und als herrschaftlicher Garten genutzt.
Mit prächtigen Empfangssälen, Kristallleuchtern und einer europäisch geprägten Ausstattung sollte die neue Residenz am Bosporus Macht und Modernität des Osmanischen Reiches zeigen.

Trotz aller neuen Pracht musste dennoch zu den Zeiten der Sultane bei besonderen Festzeremonien ein wichtiges Möbelstück eigens anreisen: der goldene Thron aus dem Topkapı-Palast.
Heute ist der Palast ein historisches Museum. Gelegentlich wird er jedoch auch für offizielle Staatsanlässe und diplomatische Empfänge der türkischen Regierung genutzt.
Ihr könnt die prächtigen Säle, den Harem und die Kunstsammlungen besichtigen sowie das Zimmer, in dem Mustafa Kemal Atatürk am 10. November 1938 um 9.05 Uhr starb. Es ist im originalen Zustand erhalten und ein zentraler Gedenkort. Die Uhr dort zeigt noch immer den Zeitpunkt seines Todes an.
Tipp: Besucht den Topkapı-Palast vielleicht am besten davor, wenn ihr den Unterschied zwischen früherer osmanischer Hofhaltung und der Veränderung durch den europäischen Einfluss im 19. Jahrhundert feststellen wollt.
Eintritt: ca. 45 Euro (Stand 2026)
Öffnungszeiten: täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr, montags geschlossen
Galatabrücke
Die Galatabrücke verbindet Eminönü und Karaköy über das Goldene Horn. Bei einem Istanbulbesuch werdet ihr die Brücke früher oder später passieren. Sie ist keine eigentliche Sehenswürdigkeit, aber dennoch ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
Hunderte von dicht an dicht stehenden Anglern säumen beide Geländer der Brücken. Manche bringen sogar ihren Samowar mit, um sich beim Warten auf den nächsten Fang Tee zuzubereiten. Ihre Angelschnüre wirken beinahe wie ein seidener Vorhang vor der unteren Plattform. Dort findet ihr einige Restaurants, Läden und Imbissstuben, während darüber die Straßenbahn fährt und der Autoverkehr dröhnt.


Ihre Geschichte begann 1845, als Bezmialem Valide Sultan, die Mutter von Sultan Abdülmecid I., an dieser Stelle eine Holzbrücke errichten ließ. Mehrere weitere Neubauten aus Holz folgten. Auf diesen hölzernen Vorgängerbrücken galt aus Sorge vor Feuer ein Rauchverbot und Fußgänger mussten für die Überquerung bezahlen.
Die heutige Brücke wurde nach Angaben der Stadtverwaltung am 17. Juni 1992 für den Autoverkehr geöffnet, kurz nachdem ein Brand ihren Vorgänger von 1912 schwer beschädigt hatte.
Eine überraschende Vorgeschichte führt übrigens zu Leonardo da Vinci: Bereits 1502 entwarf er für Sultan Bayezid II. eine gewaltige Bogenbrücke über das Goldene Horn. Gebaut wurde sie nie. Mehr als 500 Jahre später untersuchte ein Forschungsteam des MIT den Entwurf anhand eines Modells. Das Ergebnis: Leonardos Konstruktion hätte grundsätzlich funktionieren können.
Beyoğlu
Beyoğlu ist das lebendige, europäisch geprägte Kultur- und Ausgehzentrum im europäischen Teil Istanbuls. Der frühere, im restlichen Europa Pera genannte Stadtteil wurde ab dem 19. Jahrhunderts von vielen europäischen Kaufleuten und Diplomaten besiedelt. Dabei spielte auch der Orient-Express eine große Rolle, der 1889 erstmals Paris mit Konstantinopel direkt auf dem Schienenweg verband.
Es entstanden vor allem an der Grand Rue (İstiklal Caddesi) Botschaften, luxuriöse Hotels, Restaurants und Cafés. Es war damals der erste Stadtteil, in dem es Telefonanschlüsse, Elektrizität, eine Straßenbahn und mit dem Tünel sogar ab 1875 die weltweit zweite U-Bahn nach der London Underground gab.


Auch heute noch verbindet das Viertel prachtvolle Jugendstil-Fassaden und historische Paläste mit hippen Cafés, Street Art und modernen Boutiquen. In angrenzenden Untervierteln wie Cihangir oder Çukurcuma treffen sich Schriftsteller:innen, Künstler:innen und Intellektuelle in schmalen Gassen. Die zahlreichen alternativen Szenecafés geben Beyoğlu einen ganz eigenen Charme. Während in Sultanahmet die berühmten Moscheen und Paläste im Mittelpunkt stehen, waren es hier für uns vor allem die kleinen Entdeckungen am Wegesrand.
Unser Insidertipp: Das Privato Caffe Restaurant, ein lässiges Szene-Café-Restaurant mit Terrasse und traditioneller Küche zum Frühstück, Mittag- und Abendessen. Wir haben dort extrem gut gegessen.

İstiklâl Caddesi
Die İstiklâl Caddesi („Unabhängigkeitsstraße“), ist wohl die berühmteste Einkaufsstraße der Stadt. Sie befindet sich im Stadtteil Beyoğlu und führt vom Tünel-Platz über 1,4 km zum Taksim-Platz. Ihren Namen erhielt sie nach der Ausrufung der Republik im Jahre 1923.
Hier reihen sich Geschäft an Geschäft, viele internationale Marken sind hier vertreten, dazwischen prächtige Bauten ehemaliger europäischer Botschaften, heutige Konsulate. Nachts ist sie eines der Zentren des Istanbuler Nachtlebens. Am schönsten ist es, die Straße einmal zu Fuß zu erkunden und anschließend die Strecke dann mit der wiederbelebten historischen Straßenbahn zurück zu fahren. Oder natürlich auch umgekehrt 😉 .
Gewürzbasar
Der Gewürzbasar, auch Ägyptischer Basar oder Mısır Çarşısı genannt, liegt in Eminönü und wurde schon 1660 als Teil des Yeni-Cami-Komplexes fertiggestellt. Er ist besonders für kulinarisch Interessierte reizvoll. Hier fanden wir Gewürze, Trockenfrüchte, Nüsse und Süßwaren, von denen wir zuvor nie gehört hatten 😉 .



Es hat uns auch Spaß gemacht, in das Gedränge rund um den Markt einzutauchen. Dort findet ihr Lebensmittelgeschäfte, Kaffeeröstereien und Läden mit Käse, Oliven oder auch einzelne Stände mit Küchenzubehör.




Tipp: Verbindet den Gewürzbasar mit Eminönü und der Galatabrücke. Das ergibt einen Rundgang zwischen Handel, Ufer und Fähranlegern.
Eintritt: frei
Öffnungszeiten:
- Montag bis Freitag: 08:00 – 19:00 Uhr (einige Quellen nennen bis 19:30 Uhr)
- Samstag: 08:00 – 19:30 Uhr (bzw. bis 20:00 Uhr)
- Sonntag: 09:30 – 19:00 Uhr
Fischmarkt an der Galatabrücke
Es ist zwar nur ein relativ kleiner Fischmarkt in Karaköy an der Galatabrücke, aber ein echtes Erlebnis. Wir haben es bisher auf keinem Fischmarkt, weder in Italien, Frankreich, Spanien oder Griechenland gesehen, dass wie hier die Kiemen der Fische nach außen gestülpt sind. Die leuchtend rote Farbe der Kiemen signalisiert den Kunden die Frische der Fische.


Was kann man in Istanbul noch unternehmen?
Bootsfahrt auf dem Bosporus
Eine Fahrt auf dem Wasser gehört zu den bequemsten Möglichkeiten, Istanbuls Lage zu verstehen. Entweder nehmt ihr einfach eine (günstige) Fähre oder macht eine Bootsrundfahrt.
• Reguläre Fähren verbinden einzelne Stadtteile und eignen sich auch, wenn ihr beispielsweise auf die asiatische Seite fahren möchtet.
• Bosporusrundfahrten sind auf die Besichtigung vom Wasser aus ausgerichtet und folgen einer eigenen Route.
Wir haben eine solche abendliche Bootsfahrt mitgemacht und konnten so viele weitere Highlights der Stadt am Ufer sehen. An Bord war auch eine Kapelle und eine Bauchtänzerin, sehr traditionell.
Unser Tipp: Lasst euch möglichst nicht dazu überreden, wenn euch die Tänzerin zum Mitmachen auffordert. Es kann nur peinlich werden 😉 .
Ihr könnt Rundfahrten mit Mittag- oder Abendessen, mit oder ohne Show hier über GetYourGuide buchen *
Party über den Dächern der Stadt
Vor allem in Beyoğlu, aber auch im alten Teil Istanbuls haben Restaurants, Bars und Diskotheken die Dächer Istanbuls erobert. Mit teils fantastischen Ausblicken über die Stadt bei Technoklängen, Jazz, Chillout- oder moderner türkischer Musik. Vielleicht lernt ihr auch jemanden kennen (wie wir 😉 ), der jemanden kennt, der einen Schlüssel zu einem der oberen Stockwerke eines Wohnhauses besitzt. Dort oben könnt ihr dann über den Dächern rauschende private Partys feiern.
Ansonsten findet ihr eine gute Übersicht über offizielle Dachterrassen und Rooftop-Bars mit schönen Ausblicken bei Google Maps.

Tee oder Raki trinken in einer der vielen Bars am Bosporus
Überall an beiden Ufern des Bosporus findet ihr Restaurants, Bars und Cafés, denn gerade am Wochenende ist das Ufer eine beliebtes Ausflugsziel der Istanbuler:innen. Süßen Türkischen Tee oder Raki bei Chillout-Musik trinken und dabei entspannt den mächtigen Tankern oder Ausflugsbooten auf dem Bosporus zusehen … einfach herrlich!


Wo kann man am besten übernachten?
Das Hotel de Londres kennt ihr vielleicht aus Fatih Akins Film “Gegen die Wand”. Wenn ihr es schafft, eines der Zimmer im Hotel de Londres zu ergattern, taucht ihr ein in die Belle Époque und die Zeit des Orient Express. Das Interieur ist noch ziemlich orginalgetreu mit schweren Samtvorhägen und erlesenem Mobiliar. Das Highlight ist die Dachterrasse mit angeschlossener Bar, von der ihr einen fantastischen Blick über das Goldene Horn nach Eminönü, zum alten Zentrum und dem Basarviertel von Istanbul habt.

Das Hotel wurde 1891 als einer der ersten in Istanbul erbaut, als die ersten englischen Touristen mit dem Orient Express über Paris, Wien, Belgrad und Sofia in die Stadt am Bosporus kamen. Damals war vor dem Haus noch ein Park und die Straßenbahn fuhr direkt vor dem Hotel vorbei. Auch Hemingway hatte hier 1922 gewohnt, als er, damals noch relativ unbekannt, für den Toronto Daily Star über das besetzte Istanbul berichtete.

Weitere praktische Tipps und häufige Fragen
Istanbul lässt sich wunderbar auch übers Essen entdecken. Zwischen Sesamkringeln vom Straßenstand, frisch gebackenen Teigfladen und einem ausgiebigen türkischen Frühstück gibt es viele gute Gründe für eine Pause vom Sightseeing. Diese Spezialitäten empfehlen wir euch zum Probieren:
Simit: der knusprige Snack für unterwegs
Die ringförmigen Sesamkringel begegnen euch überall in der Stadt. Probiert sie möglichst frisch, zum Beispiel zum Frühstück mit Käse oder ganz unkompliziert mit einem Glas türkischem Tee.
Menemen: ein guter Start in den Tag
Für dieses warme Frühstücksgericht werden Eier mit Tomaten und grünen Paprikaschoten zubereitet. Dazu gehört Brot zum Auftunken. Wenn ihr Zeit mitbringt, bestellt ein türkisches Frühstück: Viele kleine Schälchen mit Käse, Oliven, Marmelade und weiteren Zutaten machen daraus eine Mahlzeit zum Teilen und Genießen.
Gözleme und Börek: herzhaftes Gebäck
Bei Gözleme wird dünn ausgerollter Teig beispielsweise mit Spinat, Käse oder Fleisch gefüllt und auf einer heißen Metallplatte gebacken. Wenn ihr bei der Zubereitung zuschauen könnt, lohnt sich das: Aus einer kleinen Teigkugel entsteht mit einem schmalen Nudelholz ein erstaunlich dünner Fladen. Börek besteht dagegen aus mehreren dünnen Teigschichten und wird ebenfalls mit unterschiedlichen herzhaften Füllungen angeboten.
Balık ekmek: Fisch im Brot
Ein Klassiker am Wasser ist das Fischsandwich, besonders rund um Eminönü und Karaköy. Für eine unkomplizierte Mittagspause passt es hervorragend.
Midye dolma: gefüllte Muscheln
Diese Muscheln sind mit gewürztem Reis gefüllt und werden mit einem Spritzer Zitrone gegessen. Wer Muscheln mag, kann damit eine weitere Seite der Istanbuler Straßenküche kennenlernen.
Baklava: ein süßer Abschluss
Knusprige, dünne Teigschichten, Nüsse und Sirup machen Baklava zu einem reichhaltigen Genuss. Probiert verschiedene Varianten, etwa mit Pistazien oder Walnüssen. Ein kleines Stück reicht oft schon.
Zum herzhaften Essen könnt ihr Ayran, ein Getränk aus Joghurt, Wasser und Salz, probieren. Und für eine Pause zwischendurch passt Çay, türkischer Tee.
Für einen ersten Überblick empfehlen wir vier bis fünf volle Tage. Drei Tage reichen für eine ausgewählte Kombination der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Wenn ihr zusätzlich beide großen Paläste, weitere Museen und mehrere Stadtviertel besuchen möchtet, plant entsprechend mehr Zeit ein.
Von Mai bis in den Oktober hinein herrschen angenehme Temperaturen. Am meisten Niederschlag fällt im Dezember, am wenigsten im Juli. Im Winter kann es durchaus auch schneien.
Istanbul heißt die Stadt offiziell seit dem 28. März 1930. Davor hieß sie Konstantinopel (zu osmanischer Zeit auch: Stambul). Der Römische Kaiser Konstantin der Große weihte die Stadt am 11. Mai 330 n. Chr. als neue Residenz und Hauptstadt des Römischen Reiches ein („Neues Rom“, Constantinopel). Aber man nannte sie danach nur Polis Constantin, “Stadt des Konstantin”. Gegründet hatten die Griechen die Stadt bereits um 660 v. Chr. unter dem Namen Byzantion (Byzanz).
Für viele ältere Erwachsene ist der Name Stambul eng mit dem Orientzyklus von Karl May verbunden, der dritte Band hieß „Von Bagdad nach Stambul“.
Wählt Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt. Frauen sollten für den Gebetsraum ein Kopftuch mitnehmen. Vor dem Betreten der mit Teppich ausgelegten Gebetsbereiche werden die Schuhe ausgezogen. Beachtet die konkreten Hinweise am Eingang, respektiert abgesperrte Bereiche und fotografiert Betende nicht ungefragt.
Ja, wenn ihr neben den großen Monumenten auch weitere Seiten des Stadtlebens kennenlernen möchtet. Kadıköy ist von Cafés, Restaurants, Geschäften und kulturellen Angeboten geprägt. Das benachbarte Moda bietet sich für einen anschließenden Spaziergang an. Schon die Fahrt dorthin lässt sich bereits als Teil des Ausflugs verstehen.
Unser Vorschlag: Reserviert einen halben Tag für Kadıköy und Moda. Bei einer Reise von vier oder fünf Tagen ist das eine gute Ergänzung zu Sultanahmet und Beyoğlu.
Istanbul, eine Stadt der Gegensätze
Als wir das erste Mal dort waren, waren wir schier überwältigt von der Millionenstadt, hauptsächlich jedoch von deren Gegensätzen. Auf der einen Seite hochmoderne Bauten, auf der anderen Seite faszinierende Gebäude und Relikte aus über 2.600 Jahren Stadtgeschichte. Einerseits eine brodelnde junge und kreative Szene, anderseits tief religiös und traditionell geprägt.


Dennoch spürten wir überall eine große Toleranz und Lebensfreude, trotz der angespannten wirtschaftlichen Situation und den verstärkten Restriktionen durch den langjährigen Machthaber Erdoğan.
Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam Ambiente–Mediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.




