Das Frühlingsfest der Sardine, „Le Printemps de la Sardine” ist eines der charmantesten und authentischsten Volksfeste Frankreichs. Es findet jedes Jahr im Frühjahr (und auch im Sommer) in der Pays de Saint-Gilles-Croix-de-Vie an der französischen Atlantikküste statt. Das Festival im Département Vendée feiert damit die Eröffnung der traditionellen Sardinenfangsaison.
Wann findet das Sardinenfest 2026 statt?
Das Festival läuft vom 25. April bis zum 9. Mai 2026. Insgesamt sind es 13 Tage voller maritimer Kultur, Kulinarik und Volksfest-Atmosphäre. Der Höhepunkt ist das traditionelle Ereignis „Arrivée de la Sardine de Printemps” am 9. Mai 2026 auf dem Fischereihafen von Saint-Gilles-Croix-de-Vie.
Welches Programm gibt es beim Sardinenfest?
Das Programm ist vielfältig und für alle Altersgruppen geeignet:
- Sardinaden und Gourmet-Parcours zum Schlemmen direkt am Hafen
- Kulinarische Workshops rund um die sardinen-basierte Küche
- Ausstellungen und Führungen zur Geschichte der Fischerei und Konservierung
- Familienfreundliche Kreativ-Ateliers für Kinder
- Spaziergänge am Chemin de la Sardine, einem 2 km langen, mit kleinen blauen Fischen markierter Rundweg durch die Altstadt mit 14 Sehenswürdigkeiten
- Urban Trail des Sardines, Bootstouren auf dem Fluss La Vie, Filmvorführungen, Konzerte und Volksmusik
- Besichtigung der Criée (Fischauktionshalle) hinter den Kulissen
Was passiert bei der „Arrivée de la Sardine de Printemps”?
Am 9. Mai 2026 stechen die Fischerboote vor Sonnenaufgang in See. Am Vormittag kehren sie mit ihrer ersten Fangladung zurück. Wie es die Tradition verlangt, wird der erste Korb mit 100 frischen Sardinen feierlich dem Bürgermeister überreicht, begleitet von Volksmusik der Folkloregruppen und geselligem Beisammensein. Anschließend können Besucher:innen die frisch gefangenen Sardinen direkt vom Boot kaufen.
Warum ist die Sardine aus Saint-Gilles-Croix-de-Vie so besonders?
Die Sardine gilt als das „blaue Gold” der Vendée und ist das Wahrzeichen von Saint-Gilles-Croix-de-Vie. Sie ist der erste wild gefangene Fisch weltweit, der das Label Rouge (das französische Qualitätssiegel für besonders hochwertige Lebensmittel) erhalten hat. Jährlich werden rund 2.900 Tonnen Sardinen von April bis Oktober angelandet, innerhalb von maximal 12 Stunden nach dem Fang.
Seit 2018 ist die Sardinenfischerei von Saint-Gilles-Croix-de-Vie außerdem offiziell im Inventar des Immateriellen Kulturerbes Frankreichs eingetragen.
Wo kann man während des Festivals frische Sardinen kaufen?
Frische Sardinen gibt es direkt am Fischereihafen, am Fuß der Fischerboote. Außerdem bei den Viviers de Vendée, auf den Märkten der Region sowie im Atelier de la Sardine (Museum, Galerie und Boutique in einem). Außerhalb der Fangsaison (November bis März) empfiehlt sich der Kauf von Dosensardinen aus der letzten Konserverie der Vendée.
Ist das Festival auch für Familien mit Kindern geeignet?
Absolut. Das Festival ist ausdrücklich familienfreundlich gestaltet. Kreativ-Ateliers, Kindergeschichten, Lego-Wettbewerbe, Ballonskulpturen mit Meerestiermotiven sowie der Chemin de la Sardine als interaktiver Spaziergang durch die Stadt machen es für Kinder zum Abenteuer-Erlebnis. Das Atelier de la Sardine bietet zudem ein interaktives Museum mit Virtual-Reality-Erlebnis, bei kostenlosem Eintritt!
Wo kann man in der Vendée nachhaltig und naturnah übernachten?
Mitten im Bocage der Vendée liegt Terre et Eau, ein naturnahes Anwesen mit Gîte, Gästezimmern und Ecolodges im Glamping-Stil, eingebettet in Wiesen und Wälder mit direktem Zugang zum Bauernhof. Ideal für alle, die Natur, Entschleunigung und authentisches Landleben suchen.
Gibt es umweltfreundliche Möglichkeiten, die Küste zu erkunden?
Ja! EcoMobileLoisirs vermietet eine elektrische Méhari (das ikonische Kultauto mit Retro-Charme) sowie E-Bikes, MTBs, VTCs und Kinderräder. Geführte touristische Rundfahrten sind ebenfalls buchbar.
Was bietet die Vendée für Natur- und Umweltinteressierte?
Das moderne Natur- und Umwelterlebniszentrum Biotopia sensibilisiert Besucher auf interaktive Weise für die empfindlichen Ökosysteme der Atlantikküste. Ausstellungen und Naturerkundungen machen Biodiversität greifbar und sind ein lohnender Ausflug für Familien und Naturliebhaber:innen.
Kann man die Vendée mit dem Fahrrad erkunden?
Ja, sogar optimal, da die Gegend weitgehend flach ist. 2026 wurde die neue Gravel-Strecke „Le Maro 70″ eröffnet, die Küste und Bocage auf abwechslungsreichen Wegen verbindet. Zudem wurde La Vélidéale offiziell unter die Top 3 der „Véloroute de l’année 2026″ gewählt. Insgesamt verfügt die Vendée über mehr als 1.800 km Radwege, von familienfreundlichen Küstenrouten (Vélodyssée) bis zu langen Gravel-Strecken.
Wie reist man in die Vendée?
Die Vendée liegt an der französischen Atlantikküste, etwa 1.000 km von Frankfurt entfernt. Ihr kommt am besten so hin:
- Mit dem Auto über die Autobahn (gut ausgebaut)
- Mit dem Zug nach La Roche-sur-Yon oder Les Sables d’Olonne
- Mit dem Flugzeug nach Nantes oder La Rochelle, dann weiter per Mietwagen oder Bahn
Was ist die Vendée?
Die Vendée ist bei uns noch weitgehend unbekannt. Aber sie ist eines der sonnigsten Départements Frankreichs mit 250 km Küstenlinie, 140 km Sandstrände, 18 Seebäder, zwei Inseln (Yeu und Noirmoutier) und über 300 Aktivitäten und Attraktionen. Jährlich finden mehr als 500 Feste und Veranstaltungen statt.
Der originelle Freizeitpark Puy du Fou zieht über 2 Millionen Besucher im Jahr an.
Mehr Infos über die Vendée bei En Vendée Tourisme
Wir wünschen euch viel Spaß rund um die Sardine!
Siegbert Mattheis
Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam Ambiente–Mediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.











