Pisa ist natürlich weltberühmt für seinen Schiefen Turm, aber die Stadt hat noch so viel mehr zu bieten! Neben den bekannten und beeindruckenden Bauwerken gibt es wunderschöne versteckte Ecken, die viele Tourist:innen übersehen.
Hier erfahrt ihr, welche Sehenswürdigkeiten ihr auf keinen Fall verpassen solltet und welche Geheimtipps euch das authentische Pisa zeigen.
Dabei verpassen sie vielleicht das Beste, das authentische Pisa mit lebhaftem Studentenleben, schattigen Parks, einzigartigen Museen, verträumten Gassen und geschichtsträchtigen Bauten. Und das alles nicht einmal ein paar hundert Meter vom Schiefen Turm entfernt!
Denn das war das Erstaunlichste für uns. Nur ein paar Schritte vom Campanile entfernt sieht man so gut wie keine Tourist:innen mehr!
Inzwischen waren wir mehrfach für mehrere Tage in der Stadt und zeigen euch hier unsere Geheimtipps verborgener Orte oder versteckter Restaurants.
Sehenswerte Kirchen
Dom und Baptisterium
Aber wenn ihr schon einmal auf der Piazza dei Miracoli seid, gibt es auch dort ein paar Geheimtipps. Zum Beispiel die zusammenhanglosen Zeichen und Inschriften an der Außenfassade des riesigen Doms. Der einfache Grund dafür liegt darin, dass man antike Baumaterialien wiederverwendete oder Materialien aus eroberten Städten holte.
Ein Blick lohnt sich auch auf die drei Bronzetore aus dem 17. Jahrhundert. Sie ersetzten die von Bonanno Pisano geschaffenen Tore von 1180, die bei einem schweren Feuer 1595 zerstört wurden. Die neuen Türen mit beeindruckenden Reliefszenen wurden bis 1602 in loser Anlehnung an das alte Vorbild gegossen.
Bemerkenswert ist auch der große Leuchter im Dom. Durch ihn soll der in Pisa geborene Gelehrte Galileo Galilei die Pendelgesetze entdeckt haben. Er untersuchte die Pendelbewegung und fand heraus, dass die Periode nicht von der Auslenkung oder dem Gewicht des Pendels, sondern von dessen Länge abhängt. Bis in seine letzten Lebensjahre beschäftigte ihn das Problem, wie man diese Entdeckung zur Konstruktion einer Pendeluhr nutzen kann.
Chiesa del Santo Sepolcro
Als wir am Südufer des Arno entlang gelaufen sind, entdeckten wir plötzlich eine kleine, außergewöhnliche Rundkirche, die völlig anders aussieht als fast alle anderen Gotteshäuser der Toskana.
Die Chiesa del Santo Sepolcro (Kirche des heiligen Grabmals) besitzt einen nahezu achteckigen Grundriss und wurde 1138 vermutlich von Diotisalvi erbaut. Jedenfalls ist sein Name auf dem Turm eingraviert. Derselbe Architekt wird auch mit dem berühmten Baptisterium auf der Piazza dei Miracoli in Verbindung gebracht.
Ihre ungewöhnliche Form orientiert sich an der Grabeskirche in Jerusalem. Das überrascht nicht, denn Pisa war im Mittelalter eine bedeutende Seerepublik und eng mit den Kreuzzügen verbunden.
Von außen wirkt die Kirche schlicht und fast wehrhaft. Die helle Natursteinfassade, die hohen Arkaden im Inneren und die geometrischen Formen unterscheiden sie deutlich von den prunkvolleren Kirchen der Stadt.
Wir wären beinahe achtlos daran vorbeigelaufen, aber ein Besuch empfiehlt sich!
Santa Maria della Spina
Diese kleine Kirche direkt am Arno schon beinahe süß 😉 . Dabei ist sie ein echtes Juwel der Gotik. Trotz ihrer bescheidenen Größe hat sie uns mit ihren filigranen Verzierungen und ihrer märchenhaften Lage direkt am Fluss beeindruckt.
Die Bezeichnung „Dornenkirche“ (spina = Dorn) stammt von einem Dorn der Dornenkrone von Jesus, der 1333 hierhergebracht und lange Zeit in dieser Kirche aufbewahrt wurde. Allerdings musste diese Reliquie im 19. Jahrhundert an die Kirche Santa Chiara abgegeben werden und liegt heute in deren Kapelle, die zum gleichnamigen Krankenhaus gehört.
Ursprünglich wurde sie auf dem Kiesbett des Arno um 1230 gebaut und war von einem offenen Laubengang umgeben. 1871 wurde sie jedoch wegen des ständig drohenden Hochwassers demontiert und 1884 während der Umgestaltungsarbeiten der Arnopromenaden an der heutigen, höher gelegenen Stelle wieder aufgebaut.
Im Vergleich zum reich verzierten Äußeren sieht das Innere ziemlich einfach aus. Es besteht nur aus einem einzigen Raum mit einer Holzdecke, die während des Wiederaufbaus im neunzehnten Jahrhundert verziert wurde.
Derzeit wird der Innenraum der Kirche für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst genutzt.
Street Art
Tuttomondo von Keith Haring
Pisas berühmtestes Kunstwerk der Moderne, Tuttomondo, („Die ganze Welt“) ist das letzte große Wandgemälde, das der amerikanische Pop-Art- und Street-Art-Künstler Keith Haring noch zu Lebzeiten selbst realisierte.
Auf einer Fläche von rund 180 Quadratmetern schuf Haring 1989 ein Mosaik aus 30 ineinander verschlungenen Figuren. Jede einzelne steht für einen Aspekt von Frieden, Zusammenhalt und einem harmonischen Miteinander von Mensch und Natur. Obwohl das Werk auf den ersten Blick verspielt wirkt, entdeckt man bei genauerem Hinsehen immer neue Details und Symbole.
Zu den Figuren gehören unter anderem:
- zwei Menschen, die gemeinsam eine Schere halten und eine Schlange durchtrennen. Sie stehen für den Sieg über das Böse.
- eine Frau mit einem Kind als Symbol für Leben und Fürsorge.
- Delfine, die Harmonie mit der Natur darstellen.
- Menschen, die sich gegenseitig stützen und helfen.
- Herzen, Schlangen, Fische und weitere Symbole, die immer wieder in Harings Werken auftauchen.
Bereits wenige Monate später starb Haring im Alter von nur 31 Jahren an den Folgen einer AIDS-Erkrankung.
Das Mural findet ihr an der Rückseite der Kirche Sant’Antonio Abate, nur wenige Minuten zu Fuß vom Bahnhof Pisa Centrale aus.
Fototipp: Es lässt sich schwer in Gänze fotografieren, weil wenig Platz davor ist. Am besten mit Weitwinkel und dann später in Photoshop korrigieren.
Galileo-Graffiti von Eduardo Kobra
Im November 2023 hatte der brasilianische Street-Art-Künstler Eduardo Kobra den Universalgelehrten Galileo Galilei mit einem augenzwinkernden Blick auf einem der größten Wandgemälde Italiens verewigt. Ihr findet es an der Rückwand eines Gebäudes in der Via Silvio Pellico.
Galileo wurde 1564 in Pisa geboren und gehört zu den bedeutendsten Naturwissenschaftlern der Geschichte. Dass ihm die Stadt heute auch mit moderner Straßenkunst ein Denkmal setzt, passt gut.
Unser Tipp: Wenn ihr mit dem Zug anreist und in die Stadt wollt, kommt ihr beinahe direkt daran vorbei.
Wer gerne fotografiert, sollte das Wandbild sowohl vormittags als auch am späten Nachmittag ansehen. Bis etwa mittags scheint die Sonne darauf, danach liegt das Mural im indirekten Licht.
Besondere Orte
Orto e Museo Botanico
Der Botanische Garten wurde bereits 1543 gegründet und gilt als ältester universitärer Botanischer Garten der Welt, der sich noch an seinem ursprünglichen Standort befindet. Auf rund zwei Hektar wachsen etwa 3.000 Pflanzenarten.
Der Eingang, nicht weit von der Piazza dei Miracoli entfernt, wirkt eher unscheinbar. Umso größer war unsere Überraschung, als sich hinter den Mauern eine grüne Oase mitten in der Stadt öffnet.
Zwischen Palmen, Heilpflanzen, Kakteen, jahrhundertealten Bäumen und ganzen Bambuswäldern führen stille Wege durch den Garten.
An das Freigelände schließt sich das Botanische Museum an. Dort konnten wir erfahren, wie Pflanzen früher wissenschaftlich erforscht wurden. Historische Herbarien, botanische Zeichnungen, alte Instrumente und Wachsmodelle vermittelten uns einen spannenden Einblick in die Geschichte der Botanik.
Wenn ihr euch für Natur, Wissenschaft oder Fotografie interessiert, solltet ihr euch für den Garten mindestens eine Stunde Zeit nehmen.
Was macht den Botanischen Garten besonders?
- ältester universitärer Botanischer Garten der Welt
- mehrere tausend Pflanzenarten
- historische Gewächshäuser
- Botanisches Museum
- ruhige Atmosphäre mitten in der Innenstadt
Unser Tipp: Gerade an heißen Sommertagen bietet der Garten angenehmen Schatten. Plant euren Besuch möglichst am Vormittag oder am späten Nachmittag.
Fototipp: Vom Garten aus kann man den Schiefen Turm in ungewöhnlichen Perspektiven fotografieren.
Royal Victoria Hotel
Ralativ unscheinbar am nördlichen Ufer des Arno gelegen, gilt das Royal Victoria Hotel als das älteste Hotel Italiens.
Der Ursprung geht bereits auf das Jahr 1050 als Pilgerherberge zurück. Seit 1837 wird es als Hotel geführt und immer noch von derselben Familie betrieben.
Das Hotel hatte als erstes privates Haus Ende des 19. Jahrhunderts einen Aufzug, es gab fließendes Wasser, Zentralheizung und ein Telefon; ein wahrer Luxus für die damalige Zeit.
Schon beim Betreten fühlten wir uns eher wie in einem historischen Stadtpalast als in einem modernen Hotel. Die großen Salons, antiken Möbel, alten Gemälde, schweren Vorhänge und knarrenden Holzböden erzählen Geschichten aus einer anderen Zeit.
Hier haben schon Berühmtheiten wie Napoleon, Dickens und D’Annunzio sowie zahlreiche Künstler:innen, Schriftsteller:innen, Wissenschaftler:innen und Mitglieder europäischer Königshäuser hier übernachtet.
Charmanter Retro-Stil
Wer allerdings heutigen Luxus erwartet, ist hier falsch. Das Hotel ist bewusst nicht modernisiert und bewahrt seinen historischen Charakter und eine Atmosphäre wie aus einem alten italienischen Film. 😉
Selbst wenn ihr nicht dort übernachtet, lohnt sich ein Abstecher in die historische Lobby oder auf die Dachterrasse. Von dort habt ihr eine der schönsten Aussichten auf Pisa!
Tipp: Fragt das Personal nach den versteckten Geschichten des Hauses. Die Familie, die das Hotel führt, kennt viele spannende Anekdoten.
Piazza delle Vettovaglie
Der kleine, von Arkaden gesäumte „Viktualienmarkt“ gilt als das kulinarische Herz der Stadt. Diese Loggia wurde um 1545 auf Geheiß von Cosimo I. de’ Medici erbaut.
Seit 1900 ist er die Heimat des ambulanten Obst- und Gemüsemarktes. Abends verwandelt er sich in das Zentrum des Nachtlebens, mit zahlreichen Restaurants und Clubs, die vor allem von vielen Student:innen der Stadt besucht werden.
Piazza Garibaldi und Borgo Stretto
Hier schlägt das Herz von Pisa! Der Platz ist ein beliebter Treffpunkt der Pisaner:innen. Am einfachsten verabredet man sich direkt an der Bronzestatue von Giuseppe Garibaldi, ein Werk von Ettore Ferrari aus dem Jahr 1892.
Dann geht es entweder zu einem gemütlichen Einkaufsbummel auf dem Borgo Stretto oder auf der gegenüberliegenden Seite des Arno in den Corso Italia, der Fußgängerzone und Einkaufsmeile von Pisa. Das ist auch der direkte Weg vom Bahnhof in die Stadt.
Es ist einer der besten Plätze, um sich in ein Café zu setzen und das Leben der Pisaner:innen zu beobachten oder auch daran teilzuhaben.
Abends füllt sich der Platz mit Nachtschwärmer:innen, um in den umliegenden Gassen die angesagten Bars oder Clubs zu besuchen.
Tipp: Probiert hier auch mal einen Bombolino bei Bombolò. Der kleine Betrieb ist berühmt für frisch frittierte, noch warme pisanische Krapfen: Die Teigstücke gehen über 30 Stunden lang auf und werden vor euren Augen zubereitet. Ihr könnt die warmen Teigringe frisch befüllen lassen, z.B. mit Vanillecreme, Schokolade, Nutella, Pistaziencreme, weißer Schokolade oder sizilianischer Ricotta … 😉
Giardino Scotto und die ehemalige Fortezza Nuova
Der Giardino Scotto in Pisa ist eine historische Grünanlage im Herzen der Stadt am Lungarno Fibonacci. Wir hatten sie eher zufällig entdeckt, als wir in der Hitze nach etwas Abkühlung gesucht hatten. Und genau das machen die Pisaner:innen hier auch gerne.
Das Gelände wurde als Cittadella Nuova 1468 von den Florentinern während ihrer ersten Herrschaft über Pisa erbaut. Bei einem Aufstand zerstörten die Pisaner jedoch große Teile der Zitadelle. Danach wurde sie nach einem Entwurf des Architekten Giuliano da Sangallo wiederhergestellt.
Als sie als Festung Ende des 18. Jahrhunderts keinen militärischen Nutzen mehr bot, verkaufte Großherzog Leopold I. der Toskana sie an die wohlhabende Familie Scotto.
Die baute darin einen Palast und legte einen weiträumigen Garten an, der 1939 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Allerdings verkam der Giardino Scotto Ende des letzten Jahrhunderts zu einer Art Mülldeponie. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wurde der Park erst 2023 wieder eröffnet.
Heute ist es eine von den Pisaner:innen gern besuchte Grünfläche. Im Sommer finden hier regelmäßig Konzerte, Kulturveranstaltungen und ein beliebtes Open-Air-Kino statt. Dann verwandelt sich der Park am Abend in einen Treffpunkt für Einheimische.
Wenn ihr Glück habt oder offen seid für neue freundschaftliche Begegnungen, lädt man euch vielleicht auch zum Picknick ein 😉 .
Sehenswerte Museen
Museo delle Navi Antiche di Pisa
Das Museum ist eines der bedeutendsten Schifffahrtsmuseen Italiens. 1998 wurden bei Bauarbeiten am Bahnhof San Rossore nahe der Piazza dei Mircoli zufällig zahlreiche antike Schiffe entdeckt. Das feuchte Erdreich hatte die Wracks über fast zweitausend Jahre erstaunlich gut konserviert. Nach dieser außergewöhnlichen Entdeckung sprach man von einem Pompeji in der maritimen Version.
Aufwändige Restaurierung
Die Schiffe wurden aufwändig restauriert und gemeinsam mit ihrer Ladung in die Medici Arsenale aus dem 16. Jahrhundert am Ufer des Arno verfrachtet und ausgestellt.
Heute werden hier mehr als 30 restaurierte Schiffe aus der römischen Zeit ausgestellt. Hinzu kommen Tausende Fundstücke wie Amphoren, Werkzeuge, Tauwerk, Waffen und Alltagsgegenstände.
Bei weiteren Ausgrabungen wurden auch viele Hinterlassenschaften aus der Etruskerzeit geborgen, die hier ebenfalls gezeigt werden. Sie belegen, dass Pisa bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. besiedelt war.
Selbst wer sich normalerweise wenig für Archäologie interessiert, dürfte hier überrascht werden.
Erst seit 2019 ist das Museum für die Öffentlichkeit zugänglich.
Museo della Grafica im Palazzo Lanfranchi
Das Grafikmuseum von Pisa ist seit 2007 im Palazzo Lanfranchi untergebracht und ein zauberhafter Geheimtipp. Dieser Palast aus dem 13. Jahrhundert wurde 1952 von der Gemeinde Pisa gekauft und in den 1980er Jahren umfassend renoviert.
Es beherbergt die Universitätssammlungen des Kabinetts für Zeichnungen und Drucke des Fachbereichs Kunstgeschichte sowie eine Sammlung zeitgenössischer Grafiken, darunter viele Schenkungen der Künstler:innen.
Auch der Palazzo selbst ist sehenswert. Die historischen Räume mit ihren hohen Decken und Fenstern verleihen den wechselnden Ausstellungen einen besonderen Rahmen.
Dieses charmante Museum hat mir wieder Lust auf rein analoges Zeichnen und Schreiben gemacht. Auf die Haptik eines feinen Papiers und den unnachahmlichen Geruch nach Druckerschwärze, Farbe und Tinte.
Der Eintritt ist mit 4 Euro sehr günstig und an jeden 1. Sonntag im Monat kostenlos. Dennoch sind die Besucher:innenzahlen sehr überschaubar. Wir waren an dem Tag nahezu die einzigen.
Siegbert Mattheis
Siegbert Mattheis, Jahrgang 1959, ist seit seinem ersten Italienaufenthalt 1977 vom mediterranen Lebensgefühl begeistert. Seitdem bereist er mehrmals im Jahr die Länder rund um das Mittelmeer. Nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte gründete er eine Werbeagentur, die er seit 1998 gemeinsam mit seiner Frau Claudia Mattheis führt. 2002 bauten beide gemeinsam Ambiente–Mediterran.de auf, das inzwischen größte Lifestyle-Magazin rund um die mediterrane Kultur. Darüber hinaus ist er Fachjournalist und Fotograf, begeisterter Hobbykoch und Liebhaber stilvoller Einrichtung. Gründliche Recherche und Liebe zum Detail gehören zu seinen Leidenschaften. Mit seiner Frau lebt er in Berlin Prenzlauer Berg.
Praktische Tipps und weitere Fragen
Ja. Viele Besucher:innen bleiben nur zwei oder drei Stunden und sehen ausschließlich den Schiefen Turm. Das wird der Stadt nicht gerecht. Wenn ihr mindestens einen ganzen Tag oder sogar zwei Tage einplant, könnt ihr auch die weniger bekannten Sehenswürdigkeiten, schöne Parks, interessante Museen und das lebendige Zentrum kennenlernen.
- 3 bis 4 Stunden: Schiefer Turm und Piazza dei Miracoli.
- 1 Tag: Zusätzlich Altstadt, Arno-Ufer und einige Museen.
- 2 Tage: Auch Geheimtipps, Botanischer Garten, Stadtviertel abseits der Touristen und entspanntes Genießen in Cafés und Restaurants.
Mit dem Flugzeug: Pisa wird von vielen Destinationen und Airlines angeflogen. Der Flughafen ist nur 10 Minuten vom Zentrum entfernt.
Mit der Bahn: Der Bahnhof Pisa Centrale liegt fußläufig vom Arno und dem Zentrum entfernt.
Angenehm sind die Monate April bis Juni sowie September und Oktober. Dann ist es warm, aber nicht so heiß wie im Hochsommer. Im Juli und August können die Temperaturen deutlich über 30 Grad steigen.
Am besten besucht ihr den Schiefen Turm direkt nach der Öffnung oder am späten Nachmittag. Dann sind häufig weniger Besucher unterwegs. Außerdem eignet sich das Licht zu diesen Tageszeiten besonders gut zum Fotografieren.
Eine vorherige Reservierung ist besonders in der Hauptsaison sinnvoll. Für die Besteigung werden feste Zeitfenster vergeben. Beliebte Termine können frühzeitig ausgebucht sein.
Ja. Der Aufstieg führt über knapp 300 Marmorstufen. Während des Aufstiegs ist die Neigung des Turms deutlich zu spüren. Der Treppenaufgang ist eng und nicht barrierefrei.
Ja. Der Turm wurde über viele Jahre aufwendig stabilisiert und wird kontinuierlich überwacht. Er ist für Besucher geöffnet und gilt nach den durchgeführten Sicherungsmaßnahmen als stabil.
Größere Taschen und Rucksäcke dürfen in der Regel nicht mit auf den Turm genommen werden. Sie müssen vor dem Aufstieg in der dafür vorgesehenen Gepäckaufbewahrung abgegeben werden.
Ja. Die historische Innenstadt ist überschaubar. Die meisten wichtigen Sehenswürdigkeiten liegen in fußläufiger Entfernung. Vom Hauptbahnhof bis zur Piazza dei Miracoli benötigt ihr zu Fuß ungefähr 25 bis 30 Minuten.
Viele Straßen, Plätze und Außenanlagen könnt ihr kostenlos besichtigen. Dazu gehören unter anderem:
- die Piazza dei Miracoli
- die Piazza dei Cavalieri
- der Borgo Stretto
- die Uferpromenaden am Arno
- die Piazza delle Vettovaglie
- das Keith-Haring-Wandbild „Tuttomondo“
- verschiedene Kirchen und historische Plätze
Für den Turm, den Domkomplex und die meisten Museen benötigt ihr dagegen ein Ticket.
Abseits des Schiefen Turms gibt es mehrere weniger bekannte Sehenswürdigkeiten:
- Orto e Museo Botanico
- Museo delle Navi Antiche di Pisa
- Giardino Scotto und Fortezza Nuova
- Chiesa del Santo Sepolcro
- Palazzo Blu
- Museo della Grafica im Palazzo Lanfranchi
- Cittadella und Arsenale Repubblicano
- Royal Victoria Hotel
Pisa ist in vielen Bereichen günstiger als Florenz oder Venedig. Rund um die Piazza dei Miracoli können Restaurants, Cafés und Souvenirs allerdings deutlich teurer sein. Preiswertere Lokale findet ihr meist in der Altstadt, rund um die Piazza delle Vettovaglie und in den Seitenstraßen.
Verlasst für die Restaurantsuche am besten die unmittelbare Umgebung des Schiefen Turms. Rund um den Borgo Stretto, die Piazza delle Vettovaglie und in den Seitenstraßen des Corso Italia findet ihr zahlreiche Trattorien, Weinbars und kleinere Restaurants.
Ein Blick auf die aktuelle Speisekarte und die Preise vor dem Restaurant schützt vor unangenehmen Überraschungen.
Typische Gerichte und Spezialitäten aus Pisa und der Toskana sind:
- Cecina, ein dünner Fladen aus Kichererbsenmehl
- Pappa al Pomodoro
- Ribollita
- toskanische Crostini
- Gerichte mit Wildschwein
- Bistecca alla Fiorentina
- Cantuccini mit Vin Santo
In Pisa gibt es öffentliche Brunnen und Möglichkeiten zum Auffüllen einer Trinkflasche. Da einzelne Anlagen vorübergehend außer Betrieb sein können, solltet ihr euch vor Ort vergewissern, ob das Wasser ausdrücklich als Trinkwasser ausgewiesen ist.
Der Flughafen Galileo Galilei liegt sehr nah am Stadtzentrum. Mit dem PisaMover erreicht ihr den Hauptbahnhof in wenigen Minuten. Alternativ könnt ihr ein Taxi nehmen. Je nach Gepäck und Ziel ist selbst ein Fußweg grundsätzlich möglich.
Für die Besichtigung der Stadt benötigt ihr kein Auto. Die Altstadt lässt sich gut zu Fuß erkunden. Ein Auto ist wegen der eingeschränkten Zufahrtsbereiche, des Verkehrs und der Parkplatzsuche eher unpraktisch.
In Teilen der Innenstadt gelten verkehrsbeschränkte Zonen, die sogenannte Zona a Traffico Limitato, kurz ZTL. Die Einfahrten werden teilweise mit Kameras kontrolliert. Wer ohne Berechtigung hineinfährt, muss mit einem Bußgeld rechnen.
Prüft deshalb vor der Anreise genau, ob eure Unterkunft innerhalb einer ZTL liegt und ob das Hotel euer Kennzeichen registrieren kann.
Am unkompliziertesten sind größere Parkplätze außerhalb der verkehrsbeschränkten Innenstadt. Von dort könnt ihr zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterfahren. Achtet auf die farbliche Kennzeichnung der Parkflächen und die Angaben an den Parkautomaten.
Ja. Der Schiefe Turm fasziniert auch Kinder. Die Grünflächen rund um die Piazza dei Miracoli bieten Platz für eine Pause. Für Familien sind außerdem das Museum der antiken Schiffe und der Botanische Garten interessant.
Viele Straßen und Plätze der Innenstadt sind grundsätzlich zugänglich. Kopfsteinpflaster, hohe Bordsteine und ältere Gebäude können die Fortbewegung jedoch erschweren. Der Schiefe Turm selbst ist wegen der zahlreichen Treppen nicht barrierefrei.
Bei Museen und einzelnen Sehenswürdigkeiten solltet ihr die aktuellen Zugangsbedingungen vor dem Besuch prüfen.
Pisa gilt grundsätzlich als gut bereisbare Stadt. An stark besuchten Orten, im Bereich des Bahnhofs und in öffentlichen Verkehrsmitteln solltet ihr jedoch auf Taschen, Smartphones und Wertsachen achten. Sichtbar im Auto zurückgelassenes Gepäck solltet ihr vermeiden.
Ja. Zwischen Pisa und Florenz fahren regelmäßig Regionalzüge. Die Fahrzeit beträgt je nach Verbindung ungefähr eine Stunde. Pisa eignet sich deshalb sowohl als Tagesausflug von Florenz als auch als Ausgangspunkt für weitere Reisen durch die Toskana.
Von Pisa aus erreicht ihr zahlreiche interessante Ziele:
- Lucca
- Livorno
- Viareggio
- Marina di Pisa
- San Giuliano Terme
- Florenz
- Volterra
- die Cinque Terre
Siehe auch Die schönsten Orte der Toskana

Das Zentrum von Lucca © Fotolia, XtravanagT
Ja. Die nächstgelegenen Badeorte sind Marina di Pisa, Tirrenia und Calambrone. Sie liegen westlich beziehungsweise südwestlich der Stadt und sind mit Bus oder Auto erreichbar.
Marina di Pisa besitzt überwiegend befestigte Küstenabschnitte und Kiesbereiche. In Richtung Tirrenia und Calambrone findet ihr mehr Sandstrände.
Zu den bekanntesten Veranstaltungen gehören:
- Luminara di San Ranieri: Die Fassaden entlang des Arno werden mit Tausenden Lichtern geschmückt.
- Regata di San Ranieri: Ein traditionelles Bootsrennen auf dem Arno.
- Gioco del Ponte: Ein historischer Wettkampf zwischen verschiedenen Stadtteilen.
Termine, Zugangsregelungen und der genaue Ablauf können sich ändern. Prüft deshalb vor eurer Reise den aktuellen Veranstaltungskalender.
Ja. Im Winter ist Pisa deutlich ruhiger als im Frühjahr oder Sommer. Viele Sehenswürdigkeiten lassen sich dann ohne große Besuchermengen besichtigen. Allerdings können die Tage regnerisch und kühl sein. Zudem gelten bei manchen Einrichtungen verkürzte Öffnungszeiten.
Beliebte Fotomotive sind:
- der Schiefe Turm und die Piazza dei Miracoli
- die Piazza dei Cavalieri
- die Arno-Ufer bei Sonnenuntergang
- der Borgo Stretto
- das Keith-Haring-Wandbild „Tuttomondo“
- die Cittadella mit dem Torre Guelfa
- die farbigen Fassaden entlang des Lungarno
Zuletzt aktualisiert im August 2026 von Siegbert Mattheis

















































