Die Entstehung der Schrift: Von der Keilschrift bis zum heutigen Alphabet

5/5 (2)
(Lesezeit nur 7 Min. 😉 )

Die Geschichte der Schrift ist eine der bedeutendsten Errungenschaften der Menschheit. Über Jahrtausende hinweg entwickelten verschiedene Kulturen Schriftsysteme, die heute unsere moderne Kommunikation ermöglichen. In diesem Artikel erfahrt ihr, wie sich die Schrift von den ersten mesopotamischen Tontafeln bis zu unserem heutigen Alphabet entwickelt hat – und welche genialen Erfindungen auf diesem Weg gemacht wurden.

Antike Steintafel mit reihenweise eingemeißelter Keilschrift, die einige Risse und Verwitterungen aufweist.
Keilschrift auf einem Relief König Assurnasirpal II. mit Genius, 9. Jh. v. Chr., Neues Museum Berlin © Siegbert Mattheis
Altägyptische Wandmalerei, die drei Personen, eine sitzend, mit Hieroglyphen über ihnen zeigt.
Ägyptische Tontafel mit Darstellung eines syrischen Söldners beim Biertrinken, etwa 1340 v. Chr., Neues Museum Berlin © Siegbert Mattheis

Keilschrift in Mesopotamien

Die Keilschrift gilt als eines der ältesten Schriftsysteme der Welt und entstand im antiken Mesopotamien, dem heutigen Irak um etwa 3400 – 3200 v. Chr.

Am Anfang stand die Buchhaltung

Die Sumerer entwickelten diese Schrift zunächst für wirtschaftliche Zwecke zur Dokumentation von Handelsgütern, Viehbeständen und Getreidevorräten (so ähnlich wie unsere heutigen Excel-Listen 😉 .

Anfangs verwendeten sie Piktogramme (Bildzeichen), die konkrete Objekte darstellten. Ein Kreis mit Strichen konnte beispielsweise ein Schaf symbolisieren. Mit der Zeit vereinfachten sich diese Zeichen zu abstrakten Keilformen, die mit einem Griffel in feuchten Ton gedrückt wurden. Die charakteristische keilartige Form gab dem Schriftsystem seinen Namen.

Das Rebus-Prinzip: Der revolutionäre Durchbruch

Der entscheidende Wendepunkt in der Entwicklung der Keilschrift war die Erfindung des Rebus-Prinzips um 3000 v. Chr. Die Sumerer entwickelten schrittweise Bildzeichen nicht mehr für ihre ursprüngliche Bedeutung, sondern für ihren Lautwert.

Ein praktisches Beispiel aus dem Sumerischen verdeutlicht dies:

  • Das Wort für “Pfeil” war “ti”
  • Das Wort für “Leben” war ebenfalls “ti”
  • Also verwendeten die Sumerer das Zeichen für “Pfeil”, um auch “Leben” zu schreiben

Diese Innovation war revolutionär, denn sie ermöglichte erstmals die Darstellung von:

  • Abstrakten Begriffen wie Liebe, Gerechtigkeit oder Freiheit (die man ja nicht zeichnen kann)
  • Grammatikalischen Elementen wie Verb-Endungen, Präpositionen und Konjunktionen
  • Eigennamen von Personen und Orten
  • Der vollständigen gesprochenen Sprache in all ihren Facetten

Die Keilschrift entwickelte sich dadurch von einer reinen Bilderschrift zu einem komplexen System aus Logogrammen (Wortzeichen) und Silbenzeichen. Diese Innovation ermöglichte es, nicht nur konkrete Objekte, sondern auch komplexe Gedanken, philosophische Konzepte und literarische Werke schriftlich festzuhalten. Die Keilschrift wurde von verschiedenen Völkern übernommen, darunter Akkader, Babylonier, Assyrer und Hethiter.

Aber auch in China oder im fernen Südamerika wurde das Rebus-Prinzip von den Maya um etwa 600 v. Chr. bereits angewandt.

Hieroglyphen im alten Ägypten

Nahezu zeitgleich mit der mesopotamischen Keilschrift entstanden in Ägypten um 3.200 v. Chr. die Hieroglyphen (“heilige Schrift”). Das altägyptische Schriftsystem war ebenfalls bildhaft, unterschied sich aber grundlegend in Funktion und Verwendung von der Keilschrift.

Diese ägyptischen Hieroglyphen waren ein komplexes System aus etwa 700 bis 800 Zeichen, das drei verschiedene Funktionen vereinte:

  • Ideogramme (Zeichen für ganze Wörter),
  • Phonogramme (Zeichen für Laute) und
  • Determinative (Zeichen zur Bedeutungsklärung).

Diese Mehrdeutigkeit machte die Hieroglyphenschrift sowohl flexibel als auch komplex.

Das Rebus-Prinzip in Hieroglyphen

Auch die Ägypter:innen nutzten das Rebus-Prinzip extensiv. Ein klassisches Beispiel ist die Schreibung von Eigennamen. Der Name der Pharaonin Hatschepsut wurde folgendermaßen geschrieben:

  • “Hat” (vorn) mit einem Zeichen für “Haus” (das wie “hat” klang)
  • “schepsu” (mächtig) mit phonetischen Zeichen
  • “t” (weibliche Endung) mit einem Brot-Zeichen (das wie “t” klang)

Die Bilder hatten also nichts mit der Bedeutung zu tun, sondern repräsentierten nur Laute. Um Mehrdeutigkeiten zu vermeiden, entwickelten die Ägypter Determinative. Das sind stumme Zeichen am Wortende, die anzeigten, zu welcher Kategorie ein Wort gehörte (Person, Gottheit, Tier, abstrakt etc.).

Hieratische und demotische Schriften

Besonders bedeutend war die Entwicklung der hieratischen Schrift, einer vereinfachten Kursivform der Hieroglyphen für den Alltagsgebrauch. Noch später entstand die demotische Schrift als weitere Vereinfachung. Während die monumentalen Hieroglyphen vor allem für religiöse und repräsentative Texte verwendet wurden, dienten hieratische und demotische Schrift der schnelleren Niederschrift von Verwaltungsdokumenten und literarischen Texten.

Die Geburt des Alphabets

Ein revolutionärer Moment in der Schriftgeschichte ereignete sich zwischen etwa 1800 bis 1500 v. Chr. auf der Sinai-Halbinsel, an einem Ort namens Serabit el-Khadim. Hier befanden sich antike Türkisminen und ein Tempel der ägyptischen Göttin Hathor, der Schutzpatronin der Bergleute.

Die Entdeckung der protosinaitischen Inschriften

Der britische Ägyptologe Sir Flinders Petrie entdeckte 1904 an den Wänden der Minen und im Hathor-Tempel von Serabit el-Khadim rätselhafte Inschriften. Diese Schrift unterschied sich deutlich von den ägyptischen Hieroglyphen, obwohl einige Zeichen ägyptischen Vorbildern ähnelten.

Die protosinaitische Schrift wurde vermutlich von semitischsprachigen Arbeitern (wahrscheinlich Kanaaniter) entwickelt, die in den ägyptisch kontrollierten Türkisminen arbeiteten. Diese Menschen kannten die ägyptischen Hieroglyphen aus ihrer Umgebung, sprachen aber eine semitische Sprache. Und so schufen sie daraus ein völlig neues System.

Das geniale akrophonische Prinzip

Die Erfinder der protosinaitischen Schrift wendeten das Rebus-Prinzip auf revolutionäre Weise an. Sie wählten einfache ägyptische Bildzeichen aus und verwendeten sie nach dem akrophonischen Prinzip:

Ein Zeichen stand nicht mehr für das ganze Wort oder eine Silbe, sondern nur für den ersten Laut des Wortes in ihrer semitischen Sprache. Beispiele:

  • Aleph (Rind): Sie nahmen das ägyptische Zeichen für einen Stierkopf. In ihrer Sprache war “aleph” das Wort für Rind. Das Zeichen stand nun nur noch für den Laut “A” (der erste Laut von “aleph”)
  • Beth (Haus): Das Zeichen für ein Haus. “Beth” bedeutete Haus, also stand es für den Laut “B”
  • Mem (Wasser): Das Wellenzeichen für Wasser. “Mem” bedeutete Wasser, also stand es für den Laut “M”
  • Ajin (Auge): Das Augenzeichen. “Ajin” bedeutete Auge, also stand es für den Laut “A” (ein anderer a-Laut)

Diese Schrift hatte nur etwa 22 bis 30 Zeichen, jedes für einen einzelnen Sprach-Laut. Das war eine drastische Vereinfachung gegenüber den Hunderten von Hieroglyphenzeichen.

Ein wunderbares Beispiel für den Erfolg einer multikulturellen Zusammenarbeit.

Von Serabit el-Khadim zum phönizischen Alphabet

Diese protosinaitische Schrift verbreitete sich in der Levante (heutiges Israel, Libanon, Syrien) und entwickelte sich weiter zur protokanaanäischen Schrift und schließlich zum phönizischen Alphabet um 1200 v. Chr.

Die Phönizier, ein seefahrendes Handelsvolk an der Mittelmeerküste, perfektionierten und standardisierten dieses System. Ihr Alphabet bestand aus etwa 22 Konsonantenzeichen und war so einfach zu erlernen, dass es sich durch den Handel rasant im gesamten Mittelmeerraum verbreitete.

Das phönizische Alphabet war die logische Weiterentwicklung der Entdeckung aus den Türkisminen: Statt Hunderte von Zeichen für Wörter und Silben zu lernen, genügten zwei Dutzend Zeichen für einzelne Laute. Dies war der entscheidende Übergang vom Phonogramm (Zeichen für Silben) zum Alphabet (Zeichen für einzelne Laute).

Das phönizische Alphabet wurde zur Grundlage fast aller westlichen Schriftsysteme und beeinflusste sowohl das griechische als auch das aramäische Alphabet, aus dem später die hebräische und arabische Schrift hervorgingen.

Das griechische Alphabet: Die Erfindung der Vokale

Die Griechen übernahmen das phönizische Alphabet und vollzogen um 800 v. Chr. einen weiteren entscheidenden Entwicklungsschritt: Sie fügten Vokale hinzu. Während die phönizische Schrift nur Konsonanten darstellte und die Vokale beim Lesen ergänzt werden mussten, entwickelten die Griechen aus einigen phönizischen Konsonantenzeichen eigenständige Vokalzeichen.

Diese Innovation machte das griechische Alphabet zum ersten echten Lautalphabet der Geschichte, in dem jeder Laut – ob Konsonant oder Vokal – durch ein eigenes Zeichen repräsentiert wurde. Dies ermöglichte eine präzisere und eindeutigere Wiedergabe der gesprochenen Sprache.

Das griechische Alphabet umfasste 24 Buchstaben und wurde zur Grundlage für die wissenschaftliche, philosophische und literarische Blüte der griechischen Kultur. Es beeinflusste zahlreiche spätere Schriftsysteme, darunter das kyrillische Alphabet (verwendet für Russisch, Bulgarisch und andere slawische Sprachen).

Die etruskische Schrift: Vermittler zwischen Griechenland und Rom

Die Etrusker, ein Volk in Mittelitalien, übernahmen etwa um 700 v. Chr. über das Volk der Messapier in Apulien das griechische Alphabet und passten es an ihre eigene Sprache an. Die etruskische Schrift spielte eine wichtige Vermittlerrolle, denn sie bildete die direkte Brücke zwischen dem griechischen und dem lateinischen Alphabet.

Die Etrusker modifizierten das griechische Alphabet, indem sie einige Buchstaben wegließen, die in ihrer Sprache nicht benötigt wurden, und andere Zeichen umgestalteten. Obwohl die etruskische Sprache bis heute nicht vollständig entschlüsselt ist, sind zahlreiche Inschriften erhalten, die zeigen, wie die Etrusker ihre Schrift in Grabinschriften, auf Keramik und für religiöse Texte verwendeten.

Antike Steintafel mit Inschriften in einem frühen Alphabet vor blauem Hintergrund.
Ziegel mit etruskischer Inschrift ca. 150-100 v. Chr., Neues Museum Berlin © Siegbert Mattheis

Das lateinische Alphabet: Grundlage der modernen westlichen Schrift

Das lateinische Alphabet, das die Römer um etwa 200 v. Chr. von den Etruskern übernahmen und weiterentwickelten, ist das meistverbreitete Schriftsystem der Welt. Ursprünglich umfasste es 21 Buchstaben, später kamen J, U, W und Z hinzu.

Die Römer standardisierten ihre Schrift und verbreiteten sie durch ihr expandierendes Reich über ganz Europa, Nordafrika und Teile Asiens. Die Capitalis monumentalis, die monumentale Großbuchstabenschrift römischer Inschriften, bildete die Grundlage für spätere Schriftformen.

Antike Schrift ohne Zwischenräume und Satzzeichen

In der römischen und griechischen Antike schrieb man in der sogenannten Scriptio continua, einer durchgehenden Schrift ohne Wortzwischenräume, Satzzeichen oder Absätze. Texte sahen etwa so aus:

INDIESERZEITSCHRIEBMANALLESZUSAMMEN

Diese Schreibweise war für geübte Leser der Zeit durchaus verständlich, erforderte aber erhebliche Konzentration. Texte wurden meist laut vorgelesen, was das Verständnis erleichterte.

Der griechische Gelehrte Aristophanes von Byzanz (ca. 257–180 v. Chr.) entwickelte zwar ein erstes System zur Textgliederung mit drei verschiedenen Punkten für unterschiedliche Pausenlängen, doch setzte sich dies nicht flächendeckend durch.

Die Römer verwendeten gelegentlich Punkte oder kleine Dreiecke zur Trennung, besonders in Inschriften, aber auch dies blieb die Ausnahme.

Die Einführung von Wortzwischenräumen

Ein entscheidender Wendepunkt kam im frühen Mittelalter durch irische und angelsächsische Mönche. Da Latein für sie eine Fremdsprache war, hatten sie große Schwierigkeiten, die Scriptio continua zu lesen.

Ab dem 7. Jahrhundert begannen irische Schreiber systematisch, Leerzeichen zwischen Wörter zu setzen. Diese Innovation verbreitete sich allmählich über Europa:

  • 7. Jahrhundert: Beginn in Irland und England
  • 8.–9. Jahrhundert: Übernahme im karolingischen Reich unter Karl dem Großen
  • 11. Jahrhundert: Weitgehend etablierter Standard in Europa

Die karolingische Minuskel, eine von Karl dem Großen geförderte einheitliche Schrift, trug wesentlich zur Verbreitung von Wortzwischenräumen bei und führte auch zur Entwicklung von Kleinbuchstaben (Minuskeln) neben den ursprünglichen römischen Großbuchstaben (Majuskeln).

Die Entwicklung der Interpunktion

Die systematische Verwendung von Satzzeichen entwickelte sich schrittweise:

  • 9.–10. Jahrhundert: Der Punkt (.) etabliert sich allmählich für Satzenden
  • 12. Jahrhundert: Das Fragezeichen (?) taucht auf, entwickelt aus dem lateinischen “quaestio” (Frage)
  • 13. Jahrhundert: Erste Verwendung des Kommas in italienischen Handschriften
  • 14.–15. Jahrhundert: Das Ausrufezeichen (!) verbreitet sich, entwickelt aus dem lateinischen Ausruf “io”
  • 15. Jahrhundert: Der Doppelpunkt (:) und das Semikolon (;) werden gebräuchlicher

Der griechische Gelehrte Aristophanes von Byzanz (ca. 257–180 v. Chr.) entwickelte zwar ein erstes System zur Textgliederung mit drei verschiedenen Punkten für unterschiedliche Pausenlängen, doch setzte sich dies nicht flächendeckend durch.

Die Römer verwendeten gelegentlich Punkte oder kleine Dreiecke zur Trennung, besonders in Inschriften, aber auch dies blieb die Ausnahme.

Der italienische Humanist, Verleger und Drucker Aldus Manutius (1449–1515) spielte eine Schlüsselrolle bei der Standardisierung. In seiner venezianischen Druckerei führte er Ende des 15. Jahrhunderts ein einheitliches Interpunktionssystem ein, das unserem heutigen sehr ähnelt. Er etablierte die moderne Verwendung des Kommas und führte das Semikolon als Mittelweg zwischen Komma und Punkt ein.

Die Anführungszeichen in ihrer modernen Form entwickelten sich erst im 17.–18. Jahrhundert. Vorher nutzte man andere Markierungen für Zitate.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich verschiedene Schriftvarianten:

  • die Unziale (gerundete Buchstaben für Handschriften),
  • die karolingische Minuskel (Kleinbuchstaben unter Karl dem Großen) und schließlich
  • die Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinbuchstaben, wie wir sie heute kennen.

Der Buchdruck und die endgültige Standardisierung

Johannes Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern um 1450 war ein weiterer Wendepunkt. Der Buchdruck erforderte Standardisierung und machte einheitliche Regeln notwendig:

  • Drucker entwickelten typografische Konventionen
  • Interpunktion half, die Lesbarkeit zu verbessern
  • Verschiedene Druckereien etablierten Standards, die sich allmählich angleichen
Eine alte Druckerpresse aus Holz in einem Raum mit gemustertem Fliesenboden und Glasfenstern.
Nachbau der Druckerpresse von Johannes Gutenberg im Druckereimuseum Louhans im Burgund © Siegbert Mattheis

Die endgültige Standardisierung erfolgte in verschiedenen Phasen:

  • 16. Jahrhundert: Humanisten und Grammatiker entwickeln Regelwerke
  • 17.–18. Jahrhundert: Nationale Akademien (z.B. Académie française 1635) formulieren Normen
  • 19. Jahrhundert: Schulbildung verbreitet standardisierte Regeln
  • 20. Jahrhundert: Duden (ab 1880) und ähnliche Werke kodifizieren Rechtschreibung und Zeichensetzung

Das lateinische Alphabet wurde durch das Christentum, den Buchdruck und später die Kolonialisierung weltweit verbreitet. Heute verwenden es nicht nur romanische Sprachen wie Italienisch, Französisch und Spanisch, sondern auch germanische Sprachen (Deutsch, Englisch, Niederländisch), slawische Sprachen (Polnisch, Tschechisch) und zahlreiche außereuropäische Sprachen, oft mit zusätzlichen diakritischen Zeichen.

Fazit: Eine jahrtausendealte Entwicklung

Die Entwicklung der Schrift von der mesopotamischen Keilschrift über die ägyptischen Hieroglyphen, die revolutionäre protosinaitische Schrift aus den Türkisminen von Serabit el-Khadim und das phönizische Konsonantenalphabet bis zum griechischen Vollalphabet und schließlich zum lateinischen Alphabet ist eine beeindruckende kulturelle Leistung. Jede Kultur baute auf den Errungenschaften der vorherigen auf und entwickelte die Schrift entsprechend ihren Bedürfnissen weiter.

Besonders das Rebus-Prinzip – die Verwendung von Zeichen für ihren Lautwert statt ihrer Bedeutung – war der Schlüssel, der Schrift von einem einfachen Buchhaltungswerkzeug zu einem Medium für Literatur, Philosophie und Wissenschaft machte. Die geniale Weiterentwicklung dieses Prinzips durch die semitischen Arbeiter in den Türkisminen des Sinai, die das akrophonische Prinzip erfanden, legte den Grundstein für alle alphabetischen Schriftsysteme der Welt.

Die spätere Einführung von Wortzwischenräumen und Interpunktion revolutionierte die Lesbarkeit und machte Texte einem breiteren Publikum zugänglich.

Das Ergebnis ist ein Kommunikationssystem, das heute Milliarden Menschen weltweit verbindet und unsere gesamte Zivilisation trägt.

Und alles begann mit einfachen Minenarbeitern auf dem Sinai, die ein System brauchten, um ihre Gedanken festzuhalten.

War dieser Beitrag hilfreich? Hat er euch gefallen?