Feilschen gehört in den Geschäften Ägyptens zum guten Ton. Händler erwarten, dass ihr nicht einfach den ersten Preis akzeptiert; wer sofort ohne Nachfrage zahlt, wirkt eher unsicher oder desinteressiert.
Natürlich solltet ihr nicht überall feilschen. Angemessen ist es vor allem auf den Basaren, in den Souvenirshops und bei Secondhand-Waren – weniger angebracht hingegen in Supermärkten oder Hotels.
Wir zeigen euch, was ihr beachten solltet und wie ihr die besten Schnäppchen herausholt.
Wo ihr feilschen dürft – und wo nicht
Ein Klassiker zum Feilschen ist der Basar Chan el-Chalili in Kairo. Ebenso gehört das Handeln dazu in den Souqs von Luxor, Assuan oder auf den Märkten am Roten Meer. Außerdem könnt ihr euer Verhandlungsgeschick in den Antiquitätenläden oder bei Taxifahrern unter Beweis stellen; hier ist keine falsche Scheu angesagt.
Bevor ihr jetzt aber im nächsten Ägypten-Urlaub loszieht und überall nur noch feilschen wollt, eine kleine Warnung: Es gibt es auch Orte in Ägypten, an denen Handeln ausdrücklich nicht angebracht ist. Dazu gehören Restaurants, Hotels, Supermärkte oder Ticketschalter von Museen. Handeln wird hier tendenziell als unhöflich angesehen.
Wie ihr am besten handelt
Als Faustregel gilt, dass der Einstiegspreis für Touristen oft beim Doppelten oder Dreifachen dessen liegt, was Einheimische zahlen. Ein gängiges Vorgehen ist es, zunächst freundlich nach dem Preis zu fragen und dann mit ca. 30 bis 40 Prozent des ersten Angebots zu kontern.
Der Händler wird erst ablehnen; danach bewegt ihr euch beide preislich: der Händler geht mit dem Preis runter, ihr geht ein Stück hoch. Am Ende liegt ein fairer Touristenpreis häufig bei etwa der Hälfte des ersten Angebots, manchmal etwas darüber.
Ein paar Tricks für das Verhandeln:
- Zeigt nicht zu viel offensichtliche Begeisterung für euren Lieblingsartikel.
- Vergleicht erst mehrere Geschäfte, bevor ihr letztlich zuschlagt.
- Sagt höflich „ghali awi“ (zu teuer) und dreht euch zum Gehen, wenn euch das Angebot des Händlers zu hoch erscheint – das kann manchmal Wunder bewirken.
- Zahlt vorzugsweise bar in ägyptischen Pfund und nehmt kleine Scheine mit.
- Bleibt beim Handeln höflich und freundlich.
Solltet ihr euch nicht einigen, solltet ihr einfach weitergehen, statt einen überhöhten Preis zu akzeptieren.
Tee annehmen oder nicht?
Viele Händler locken euch mit Minztee oder Karkadeh in den Laden. Das ist in erster Linie Gastfreundschaft, aber gleichzeitig ein kleiner Köder, damit ihr länger im Geschäft verweilt und eher etwas kauft.
Ihr könnt die Einladung annehmen, seid aber zu nichts verpflichtet. Wenn ihr annehmt, dann bedankt euch, trinkt in Ruhe aus und schaut euch die Waren an. Wenn ihr nichts Passendes findet, könnt ihr euch freundlich verabschieden.
Schnäppchen in Ägypten ohne Feilschen
Wie ihr gesehen habt, ist Handeln in Hotels eher ungewöhnlich und gilt schnell als unhöflich. Ihr könnt aber auch ohne Feilschen sparen: In Kairo, Luxor und Assuan findet ihr Hostels und einfache Gästehäuser, in denen ein Bett im Schlafsaal oder ein kleines Privatzimmer deutlich weniger kostet als ein All-inclusive-Resort.
Außerdem ist oft ein Frühstück mit Fladenbrot, Käse, Ei, Kaffee und Tee inklusive; bei Touren könnt ihr sparen, wenn ihr über das Hotel bucht – einfach mal nachfragen.
Beim Essen in Ägypten machen Koshari, Falafel, Taameya und Streetfood euch satt, ohne euren Geldbeutel zu sprengen.
Hinweis: Beim Wasser solltet ihr nicht sparen, denn das Leitungswasser in Ägypten ist nicht zum Trinken geeignet – lieber Flaschenwasser in den Supermärkten kaufen.
Kostenlose (oder fast kostenlose) Erlebnisse
Die meisten Sehenswürdigkeiten in Ägypten kosten Eintritt – es gibt aber auch ein paar sehenswerte Orte, die nichts kosten: das Islamische Kairo mit der Al-Muizz-Straße, die Al-Azhar-Moschee (außerhalb der Gebetszeiten), das Bummeln durch den Chan el-Khalili, und das koptische Viertel gehören dazu.
Kostenlose Führungen in Kairo und anderswo sind oft „Pay what you want“ – das bedeutet, ihr könnt ein Trinkgeld für die Führung geben, müsst es aber nicht.
Mobile Verbindung ohne hohe Roaming-Gebühren
Feilschen braucht ihr übrigens auch nicht in Mobilfunkgeschäften. Eine SIM-Karte für Ägypten solltet ihr euch auf jeden Fall holen, denn deutsche Anbieter verlangen für Datenroaming in Ägypten hohe Gebühren. Noch mehr Geld sparen könnt ihr, wenn ihr eine digitale eSIM mit einem günstigen Datenpaket kauft. Das könnt ihr schon zuhause erledigen und in wenigen Minuten auf eurem Handy einrichten – nach eurer Landung müsst ihr nur noch Roaming in euren Handy-Einstellungen aktivieren und ihr habt in Ägypten sofort eine mobile Datenverbindung.
Für die meisten Reisenden reicht ein Paket mit ein paar GB für Navigation und Messenger. Wer viel streamt oder den Hotspot nutzt, greift zu einem größeren oder unbegrenzten Tarif.
Fazit
Beim Feilschen in Ägypten solltet ihr vor allem höflich mitspielen: Ihr fragt nach dem Preis, steigt mit einem niedrigen Gegenangebot ein und verabschiedet euch, wenn der Preis nicht passt. Tee könnt ihr annehmen, müsst ihr aber nicht – und niemand zwingt euch danach zum Kauf. Wichtig ist, dass nicht überall Handeln üblich ist – wie im Restaurant oder Supermarkt.
Wer die Regeln beim Feilschen beherrscht, bar in Pfund bezahlt und nebenbei bei Hostels, Streetfood und einer eSIM spart, holt preislich mehr aus der Ägypten-Reise heraus.







