Procida – immer noch ein Geheimtipp!

Procida. Blick von der Terra Murata @ Siegbert MattheisDie kleinste – und unserer Meinung nach schönste – der drei Inseln im Golf von Neapel ist bislang von den großen Touristenströmen verschont geblieben, obwohl sie erstaunlich schnell und unkompliziert über Neapel zu erreichen ist.
Sie fliegen mit günstigen Direktflügen (z.B. mit Easyjet oder Airberlin) nach Neapel-Capodichino, nehmen vom Flughafen den Alibus (ca. 4 Euro, 20 Minuten) oder ein Taxi (ca. 28 Euro) zum Hafen Molo Beverello, spazieren auf eine der vielen  Fähren und sind schon nach nur etwa einer Stunde auf Procida. Im Fährhafen Marina di Procida nehmen Sie sich ein Microtaxi (einen Dreirad-Vesparoller) und suchen sich eine Unterkunft, wenn Sie nicht schon vorher gebucht hatten.

Terrasse des Hotels La Suite auf Procida

Terrasse des Hotels La Suite auf Procida © Siegbert Mattheis

Zu empfehlen ist auf der Insel das ruhig gelegene, edel designte Hotel & Spa La Suite. Hier relaxt man bei Chillout-Musik unter leise rauschenden Palmen am Pool.

Der kleine Küstenort Corricella mit seinen würfelförmig übereinandergetürmten Fischerhäusern kommt unserer Vorstellung von einem ursprünglichen und romantischen Fischerort recht nahe. Hier sitzen die Fischer am Nachmittag tatsächlich noch beim Kartenspielen, Netzeflicken oder Gemüseschälen auf der Hafenmole, während die Kinder drumherum tollen und Katzen die letzten Fischreste vertilgen. Nur vereinzelt spazieren ein paar Touristen am Hafen herum und holen sich beim aufgeschlossenen Alessandro in seiner Bar Chiaro Di Luna (bei Tripadvisor ansehen) ein vorzügliches Eis.

Die Anmutung als Filmkulisse hat viele Filmemacher für Dreharbeiten auf die Insel gelockt. Der wohl bekannteste Streifen ist der anrührende Film „Der Postmann“, (Il Postino), die Exilgeschichte des Dichters Pablo Neruda nach einem Buch von Antonio Skámeta. (die deutsche Übersetzung des Buches heißt „Mit brennender Geduld“ und ist bei amazon erhältlich.

Corricella auf der Insel Procida @ Siegbert Mattheis

Der Fischerort Corricella auf der Insel Procida @ Siegbert Mattheis

Szenen aus „Der talentierte Mr. Ripley“ wurden ebenfalls hier und auf der Nachbarinsel Ischia gedreht. Überall auf der Insel zeugen Tafeln mit Standbildern von den Drehorten vom Stolz der Einwohner, von denen viele als Statisten mitgewirkt hatten, auf ihre Insel als Filmkulisse.
Die sog. “Zitroneninsel“ ist bequem zu Fuß zu erkunden. Es empfiehlt sich allerdings, solche Exkurse auf die Zeit zwischen 14 und 17 Uhr zu legen, andernfalls wird es bei dem ungewöhnlich lebhaften Verkehr und den wirklich schmalen Straßen sehr eng und auch nicht ganz ungefährlich. Manche Dorfstraßen verengen sich hier auf auf einen Durchlass von nur 1,60 m. Breitere Autos haben hier keine Chance. Aber am schnellsten erkunden Sie die Insel mit dem orangenen Minibussen, die Sie so gut wie an alle Ziele bringen.

Ein von vorwiegend von jüngeren Leuten besuchter Sandstrand der Vulkaninsel ist der „Spiaggia di Ciraciello“, schmal, aber relativ lang. Im nördlichen Teil der Insel lockt die kleine Bucht „Spiaggia del Pozzo Vecchio“, auch „Spiaggia del Postino“ genannt, da hier einige Szenen aus dem gleichnamigen Film gedreht wurden.

Sehenswert auf der Insel ist die Terra Murata, die mittelalterliche Festung mit dem ältesten Siedlungskern und der skurrilen Kirche San Michele auf der höchsten Erhebung Procidas. Die Insel ist sicher kaum für einen mehrwöchigen Badeurlaub geeignet, trotzdem aber zu schade für nur einen Tagesaufenhalt. Wer jedoch für einige Tage eine gewisse Ursprünglichkeit ohne Touristenströme sucht, ist hier genau richtig.

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